Civic Duty (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2012
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Wer paranoid ist, hat nicht automatisch unrecht!"
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wer paranoid ist, hat nicht automatisch unrecht!
Es gibt in der Tat Filme, die den Zuschauer nicht nur bedingter Natur an bereits dagewesene erinnern ~ und trotzdem zu überzeugen verstehen. Darüber hinaus basiert die meinige Sternvergabe respektive der vorgenommene Sternabzug durchweg darauf, dass mir der Vergleichsfilm „Arlington Road“ einen Ticken besser gefällt; er generell einen Deut intensiver daherkommt.
===“Civic duty“=== gestaltet sich deutlich ruhiger, setzt mehr auf Details und kleine Charakterzeichnungen, sie der Zuschauer hier bereits innerhalb der ersten Filmminuten präsentiert bekommt. Worte zu einer niederknutsch-niedlichen Bankangestellten in Form von
„Wissen Sie, was ATM bedeutet? Automatik-Transfairmaschine. Wenn Sie also ATM-Maschine sagen, dann sagen Sie eigentlich Automatisierte Transaktionsmaschine-Maschine. Ihnen ist entweder nicht klar, dass Sie überflüssig sind, oder Sie möchten den „Maschinen“ Teil besonders betonen. Und beides steht wohl kaum für persönliche Betreuung oder irgendeinen besonderen Service, oder? Sie wollen nur mit Kunden reden, wenn's dem von Ihrem Manager geschriebenen Drehbuch entspricht, um irgendein Finanzprodukt zu verkaufen, und der Rest der Kunden soll gefälligst draußen bleiben und die Automaten benutzen, hab ich Recht?“
lösen nicht grade Sympathiestürme für den Hauptdarsteller Terry Allen (Peter Krause) aus, der hier durchweg introvertierter wirkt als er es seinerzeit inmitten der Kultserie „Six feet Under“ auf die heimischen TV-Geräte zauberte. Nichtsdestominder kann man sich rasch in die Schlussfolgerungen, Verdachtsmomente wie auch das Gefühlsleben des neuerlich arbeitslosen Protagonisten hineinversetzen, der seinen Traum von dem eigenen Haus bedroht sieht. Ein Traum, auf den ihn Ehefrau Marla (Kari Matchett) nicht müde wird, hinzuweisen und ihn somit durchweg unter Druck setzt, sich rasch einen neuen Job zu suchen. Terry bewirbt sich auch fleißig ~ doch der absolute Knackpunkt des stillen Dramas ist der Umstand, des 09. Septembers 2001, der in dem Film von 2006 dergestalt aufgegriffen wird, dass die Ereignisse quasi gerade erst geschehen sind. Hinzu gesellt sich der Aspekt, dass der neue Nachbar der Allen's ausgerechnet islamischer Abstammung zu sein scheint, was Terry mehr und mehr in eine nicht zu verschweigende Paranoia hineinmanövriert.
„Schuld“ an diesen zuerst gedachten, später auch anderen gegenüber geäußerten Theorien ist nicht zuletzt das Nachrichtenprogramm diverser Sender ~ „Civic duty“ zeigt durchaus auf, wie zügig manch einer 1+1 zusammenzählen kann, um fast schon 4 herauszubekommen.
Während ich persönlich während den ersten Beobachtungszusammenfassungen seitens Terry noch fassungslos-belustigt den Kopf schüttelte, war ich mir im weiteren Verlauf ebenfalls nicht mehr so sicher, ob Marla's Erklärungen für das fragwürdige Tun von Gabe Hassan (erstmalig: Khaled Abol Naga) nicht doch allzu naiv-blumiger Natur sein dürften.
Fakt ist somit: „Civic duty“ funktioniert zweifellos, manövriert den Zuschauer in eine Situation, in der er selbst nicht mehr so recht weiß, was er nun eigentlich glauben soll, mit wem er nun eigentlich mitfiebern soll, wem er insgeheim die Daumen drückt...oder gar nur, ob er den kontaktierten FBI-Mann Tom Hilary (Richard Schiff)in den Hintern treten solle, weil dieser Terry nicht sonderlich Ernst zu nehmen scheint oder vielmehr weil dieser durchaus dazu übergehen könnte, eben doch Gabe zu durchleuchten und damit gewisse Bevölkerungs-Ängste zu schüren wie auch Vorurteile zu bestätigen.
Über die Handlung an sich mag ich in diesem Fall auch gar nichts weiteres offenbaren, zumal sich mir die Befürchtung aufdrängt, bereits jetzt recht viel preisgegeben zu haben. In der Tat vergeht die Spielfilmlänge von knapp 94Minuten wie im Fluge, in dem die Stimmung von Szene zu Szene zu kippen droht. Großer Pluspunkt durchaus für den Entscheid der Macher, an keiner Stelle mit dem metaphorisch-erhobenen Zeigefinger zu agieren. Stattdessen lies Regisseur Jeff Renfroe bzw. Drehbuchautor Andrew Joiner den Streifen auf den Zuschauer los, der sich sodann seine eigenen Schlussfolgerungen zusammenreimen darf und zu guter Letzt den Film mit einem recht ungemütlichen Gefühl verlässt.
Marginaler Schwachpunkt meines Erachtens nach lediglich inmitten einer doch recht turbulenten Final-Szene, die ich persönlich für etwas unglaubwürdig und allzu unglücklich-zufällig erachte; während mich die imposant-eindringliche Schlussaufnahme de facto wieder versöhnlich stimmt.
Und verstört, aber das haben die Werke, die inmitten der „Störkanal“ Reihe erscheinen, durchaus generell so an sich.
===Die DVD selbst=== wurde von mir neu gekauft, weist dennoch stellenweise ein eher krisseliges Bild auf, wie man es hier und dort von gebrauchten und somit allzu oft abgespielten Filmen her kennt. Der Ton indes ist einwandfrei, klar und deutlich, während zu guter Letzt die Untertitel beinahe Wort-für-Wort übernommen wurden, soweit ich dies an bestimmten Stellen nachgeschaut habe. In der Tat gibt es eine Szene, in der ich für meinen Teil beim besten Willen nicht verstehen kann, was Terry von sich gibt. Ob die Untertitelung hier so stimmt oder ob hierzulande etwas absichtlich unter den Tisch gefallen lassen wurde... ich könnte nur (paranoid?) rätselraten.
An Bonusmaterial gibt es recht wenig zu sehen: eine handvoll Trailer im O-Ton sind alles, was die mir vorliegende Silberscheibe zu bieten hat. Wer mag, kann sich via Internet noch über die weiteren Erscheinungen inmitten der „Störkanal“-Edition ~ die Webadresse hierfür liefert die DVD über den Menüpunkt „Info“.
===Summa summarum=== bereue ich den Kauf der DVD zu einem Preis in Höhe von keineswegs. Nicht verschweigen will ich, dass ich mir durchaus eine fühlbar eindringlichere Umsetzung vorgestellt hatte, wie sie die sonstigen Publikationen seitens des „Störkanals“ involvieren. Markanterweise trägt die DVD-Hülle in der mir vorliegenden Ausgabe keine entsprechende Kennzeichnung, wie es sonstig der Fall ist (vgl Foto) ~ ob es bereits eine andere DVD-Optik gibt oder gar noch erscheinen wird, ist mir persönlich bis dato nicht bekannt.
Wie dem aber auch sein mag: wer ein Faible für Thriller im Stil von „Arlington Road“ hat, der wird von „Civic duty“ maximal geringfügig enttäuscht sein. Geschickt zeigen beide Werke auf, was von den Medien geschürte Angst aus manchen Menschen machen kann, wie schnell Grenzen überschritten und das Gefühl von Recht und Unrecht ~ Beschützen der Familie oder gar des Landes vs. die Verletzung der Privatsphäre nebst der Idee der Selbstjustiz völlig auf den Kopf gestellt werden können.
Besonders hervorzuheben nicht nur die Leistung der beiden männlichen Hauptdarsteller, sondern insbesondere der Aspekt, dass mit den zuschauerlichen Theorien ebenso gespielt wird wie es die Nachrichten mit Terry's Gedanken tun.
Mit dem filmischen Ausgang, der Erklärung wie der damit verbundenen Wirkung mag nicht jeder einverstanden sein, durchaus über das Gesehene ad hoc diskutieren wollen ~ doch genau das ist es, was mir das Thriller-Drama umso sympathischer macht.
Es gibt in der Tat Filme, die den Zuschauer nicht nur bedingter Natur an bereits dagewesene erinnern ~ und trotzdem zu überzeugen verstehen. Darüber hinaus basiert die meinige Sternvergabe respektive der vorgenommene Sternabzug durchweg darauf, dass mir der Vergleichsfilm „Arlington Road“ einen Ticken besser gefällt; er generell einen Deut intensiver daherkommt.
===“Civic duty“=== gestaltet sich deutlich ruhiger, setzt mehr auf Details und kleine Charakterzeichnungen, sie der Zuschauer hier bereits innerhalb der ersten Filmminuten präsentiert bekommt. Worte zu einer niederknutsch-niedlichen Bankangestellten in Form von
„Wissen Sie, was ATM bedeutet? Automatik-Transfairmaschine. Wenn Sie also ATM-Maschine sagen, dann sagen Sie eigentlich Automatisierte Transaktionsmaschine-Maschine. Ihnen ist entweder nicht klar, dass Sie überflüssig sind, oder Sie möchten den „Maschinen“ Teil besonders betonen. Und beides steht wohl kaum für persönliche Betreuung oder irgendeinen besonderen Service, oder? Sie wollen nur mit Kunden reden, wenn's dem von Ihrem Manager geschriebenen Drehbuch entspricht, um irgendein Finanzprodukt zu verkaufen, und der Rest der Kunden soll gefälligst draußen bleiben und die Automaten benutzen, hab ich Recht?“
lösen nicht grade Sympathiestürme für den Hauptdarsteller Terry Allen (Peter Krause) aus, der hier durchweg introvertierter wirkt als er es seinerzeit inmitten der Kultserie „Six feet Under“ auf die heimischen TV-Geräte zauberte. Nichtsdestominder kann man sich rasch in die Schlussfolgerungen, Verdachtsmomente wie auch das Gefühlsleben des neuerlich arbeitslosen Protagonisten hineinversetzen, der seinen Traum von dem eigenen Haus bedroht sieht. Ein Traum, auf den ihn Ehefrau Marla (Kari Matchett) nicht müde wird, hinzuweisen und ihn somit durchweg unter Druck setzt, sich rasch einen neuen Job zu suchen. Terry bewirbt sich auch fleißig ~ doch der absolute Knackpunkt des stillen Dramas ist der Umstand, des 09. Septembers 2001, der in dem Film von 2006 dergestalt aufgegriffen wird, dass die Ereignisse quasi gerade erst geschehen sind. Hinzu gesellt sich der Aspekt, dass der neue Nachbar der Allen's ausgerechnet islamischer Abstammung zu sein scheint, was Terry mehr und mehr in eine nicht zu verschweigende Paranoia hineinmanövriert.
„Schuld“ an diesen zuerst gedachten, später auch anderen gegenüber geäußerten Theorien ist nicht zuletzt das Nachrichtenprogramm diverser Sender ~ „Civic duty“ zeigt durchaus auf, wie zügig manch einer 1+1 zusammenzählen kann, um fast schon 4 herauszubekommen.
Während ich persönlich während den ersten Beobachtungszusammenfassungen seitens Terry noch fassungslos-belustigt den Kopf schüttelte, war ich mir im weiteren Verlauf ebenfalls nicht mehr so sicher, ob Marla's Erklärungen für das fragwürdige Tun von Gabe Hassan (erstmalig: Khaled Abol Naga) nicht doch allzu naiv-blumiger Natur sein dürften.
Fakt ist somit: „Civic duty“ funktioniert zweifellos, manövriert den Zuschauer in eine Situation, in der er selbst nicht mehr so recht weiß, was er nun eigentlich glauben soll, mit wem er nun eigentlich mitfiebern soll, wem er insgeheim die Daumen drückt...oder gar nur, ob er den kontaktierten FBI-Mann Tom Hilary (Richard Schiff)in den Hintern treten solle, weil dieser Terry nicht sonderlich Ernst zu nehmen scheint oder vielmehr weil dieser durchaus dazu übergehen könnte, eben doch Gabe zu durchleuchten und damit gewisse Bevölkerungs-Ängste zu schüren wie auch Vorurteile zu bestätigen.
Über die Handlung an sich mag ich in diesem Fall auch gar nichts weiteres offenbaren, zumal sich mir die Befürchtung aufdrängt, bereits jetzt recht viel preisgegeben zu haben. In der Tat vergeht die Spielfilmlänge von knapp 94Minuten wie im Fluge, in dem die Stimmung von Szene zu Szene zu kippen droht. Großer Pluspunkt durchaus für den Entscheid der Macher, an keiner Stelle mit dem metaphorisch-erhobenen Zeigefinger zu agieren. Stattdessen lies Regisseur Jeff Renfroe bzw. Drehbuchautor Andrew Joiner den Streifen auf den Zuschauer los, der sich sodann seine eigenen Schlussfolgerungen zusammenreimen darf und zu guter Letzt den Film mit einem recht ungemütlichen Gefühl verlässt.
Marginaler Schwachpunkt meines Erachtens nach lediglich inmitten einer doch recht turbulenten Final-Szene, die ich persönlich für etwas unglaubwürdig und allzu unglücklich-zufällig erachte; während mich die imposant-eindringliche Schlussaufnahme de facto wieder versöhnlich stimmt.
Und verstört, aber das haben die Werke, die inmitten der „Störkanal“ Reihe erscheinen, durchaus generell so an sich.
===Die DVD selbst=== wurde von mir neu gekauft, weist dennoch stellenweise ein eher krisseliges Bild auf, wie man es hier und dort von gebrauchten und somit allzu oft abgespielten Filmen her kennt. Der Ton indes ist einwandfrei, klar und deutlich, während zu guter Letzt die Untertitel beinahe Wort-für-Wort übernommen wurden, soweit ich dies an bestimmten Stellen nachgeschaut habe. In der Tat gibt es eine Szene, in der ich für meinen Teil beim besten Willen nicht verstehen kann, was Terry von sich gibt. Ob die Untertitelung hier so stimmt oder ob hierzulande etwas absichtlich unter den Tisch gefallen lassen wurde... ich könnte nur (paranoid?) rätselraten.
An Bonusmaterial gibt es recht wenig zu sehen: eine handvoll Trailer im O-Ton sind alles, was die mir vorliegende Silberscheibe zu bieten hat. Wer mag, kann sich via Internet noch über die weiteren Erscheinungen inmitten der „Störkanal“-Edition ~ die Webadresse hierfür liefert die DVD über den Menüpunkt „Info“.
===Summa summarum=== bereue ich den Kauf der DVD zu einem Preis in Höhe von keineswegs. Nicht verschweigen will ich, dass ich mir durchaus eine fühlbar eindringlichere Umsetzung vorgestellt hatte, wie sie die sonstigen Publikationen seitens des „Störkanals“ involvieren. Markanterweise trägt die DVD-Hülle in der mir vorliegenden Ausgabe keine entsprechende Kennzeichnung, wie es sonstig der Fall ist (vgl Foto) ~ ob es bereits eine andere DVD-Optik gibt oder gar noch erscheinen wird, ist mir persönlich bis dato nicht bekannt.
Wie dem aber auch sein mag: wer ein Faible für Thriller im Stil von „Arlington Road“ hat, der wird von „Civic duty“ maximal geringfügig enttäuscht sein. Geschickt zeigen beide Werke auf, was von den Medien geschürte Angst aus manchen Menschen machen kann, wie schnell Grenzen überschritten und das Gefühl von Recht und Unrecht ~ Beschützen der Familie oder gar des Landes vs. die Verletzung der Privatsphäre nebst der Idee der Selbstjustiz völlig auf den Kopf gestellt werden können.
Besonders hervorzuheben nicht nur die Leistung der beiden männlichen Hauptdarsteller, sondern insbesondere der Aspekt, dass mit den zuschauerlichen Theorien ebenso gespielt wird wie es die Nachrichten mit Terry's Gedanken tun.
Mit dem filmischen Ausgang, der Erklärung wie der damit verbundenen Wirkung mag nicht jeder einverstanden sein, durchaus über das Gesehene ad hoc diskutieren wollen ~ doch genau das ist es, was mir das Thriller-Drama umso sympathischer macht.
26 Bewertungen, 3 Kommentare
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15.09.2012, 00:34 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreich. . . lg andrea . . .
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13.09.2012, 13:45 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichGut vorgestellt........
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13.09.2012, 13:37 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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