Red Lights (DVD) Testbericht

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ab 22,06
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Treice564

Red Lights

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren

Pro:

X

Kontra:

X

Empfehlung:

Ja

Inhalt
Ein junger Parapsychologe spürt dem Fall eines erfolgreichen Mediums nach. Ein alternder Magie-Star, der gerade sein Comeback feiert, war einst der einzige seines Fachs, bei dem die Vorgesetzte des jungen Wissenschaftlers daran scheiterte, ihm Scharlatanerie nachzuweisen. Nun stößt er auf der Suche nach der Wahrheit in immer unheimlichere Untiefen vor. Trotz seiner Star-Besetzung weiß der sich realistisch gebende Mystery-Thriller nur wenig Spannung aus seinen übersinnlichen Elementen zu gewinnen und verliert sich in einigen Schockeffekten.

Kritik
Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Sicherlich wäre auch Dr. Margaret Matheson früher einmal dazu bereit gewesen, für den Fall eines unumstößlichen Beweises die Existenz von übernatürlichen Phänomenen anzuerkennen. Aber in den 30 Jahren ihrer beruflichen Laufbahn als Universitätsprofessorin und kritische Forscherin auf dem Gebiet der Parapsychologie kennt sie inzwischen die ausgeklügelten Tricks, mit denen "professionelle" Scharlatane ihren Gläubigern weismachen wollen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als die Schulweisheit zugibt. Die Wissenschaftlerin ist fast schon ein wenig zu abgebrüht für ihren Assistenten Dr. Tom Buckley, der augenblicklich noch eine gewisse emotionale Offenheit gegenüber dem Forschungsobjekt an den Tag legt. Doch als sich der einstige Star der Szene - das seit Jahren in der Versenkung verschwundene Medium Simon Silver - zu einem spektakulären Comeback aufschwingt, packt auch den jungen Wissenschaftler der Ehrgeiz. Gegen den Rat seiner Chefin, sich allzu sehr mit den "übernatürlichen" Fähigkeiten des blinden Esoterik-Superstars zu beschäftigen, will er die profane Technik hinter Silvers rätselhaften "Zauber"-Shows enttarnen. Dabei fördert er auch längst verdrängte Konfrontationen zwischen Silver und Matheson zutage, die einst dazu führten, dass seine Chefin bei einer TV-Show das erste und einzige Mal von einem Hellseher vorgeführt wurde. Seither hält die Professorin die Akte "Silver" unter Verschluss. In letzter Konsequenz kämpft Buckley schließlich sogar im Alleingang gegen den überzeugend agierenden Magier Silver - mit unübersehbaren Konsequenzen. In letzter Konsequenz dringt Buckley im Alleingang in die Welt des Magiers Silver ein, in der die Gesetze der Vernunft und des Fassbaren immer mehr ausgehebelt werden.

Dass aus der Sicht der Wissenschaft Telekinese, Wahrsagerei und ähnlich Übersinnliches der Scharlatanerie und Geschäftemacherei oder - positiver - der Zirkuskunst zuzuordnen sind, ist ein Allgemeinplatz, der nicht weiter der Rede wert ist und schon gar keine vor Stars nur strotzende Hollywood-Produktion rechtfertigt. Daher grenzt die Anstrengung von Regisseur Rodrigo Cortés fast schon ans Übermenschliche, seine eigentlich recht profane Geschichte so aufzupeppen, dass der Genre-affine Zuschauer bei der Stange bleibt. Da finden sich dramaturgische Kniffe aus bewährten und verkannten Horrorstoffen: Dass es beispielsweise zu dem mysteriösen Todesfall eines vehementen Kritikers von Simon Silvers während einer seiner Shows kam, ist dem verstörenden Geister-Universum von "The Ring" entlehnt. Apokalyptische Andeutungen von der Allmacht eines dem Wahnsinn anheimfallenden Telekinese-Mediums hat man so ähnlich und besser bereits in Schockern wie "Scanners" oder Klassikern wie "Der Schrecken der Medusa" gesehen. Was "Red Lights" indes bei allem Zitierwillen fehlt, ist die Konsequenz, die die Vorbilder noch an den Tag legten. Jede kritische Betrachtung des ganz normalen Übersinns mündet nämlich in ein grelles Finale, nach dem man sich unweigerlich fragen muss, wie grotesk ein Plottwist denn sein darf, ohne dass ein Film selbst zur Groteske wird.

Spannend ist "Red Lights" nur zu Beginn, wenn eine einmal mehr überzeugende Sigourney Weaver mit den Instrumentarien der Wissenschaft die Tricks der Seher und Löffelbieger bloßlegt. Der als realistischer Mystery-Thriller angelegte Film verflacht danach immer mehr zum blassen Darsteller-Vehikel, und zwar je mehr sich die Aufmerksamkeit von Weavers Figur hin zum "Bösewicht" Robert De Niro verschiebt. Man denkt ein wenig wehmütig daran zurück, mit welch dämonischer Leichtigkeit der charismatische De Niro einst als Louis Cypher in "Angel Heart" allein durch das Pellen eines Hühnereis die Leinwand gefrieren ließ. Solche Szenen sucht man in "Red Eyes" vergebens. Als Simon Silver gibt De Niro lediglich den alternden Star, der sich nicht weiter für seine Rolle zu interessieren scheint. Ein Desinteresse, das auf fatale Weise auf den gesamten Film abfärbt und trotz diverser Schock-Momente vermehrt Langeweile erzeugt.

2 Bewertungen