Der Kinderpapst (gebundene Ausgabe) / Peter Prange Testbericht

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Erfahrungsbericht von HEIDIZ

Papst Benedikt IX. - sein Leben und seine Zeit ...

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Ja

Peter Prange lese ich sehr gern. So musste ich auch nicht lange überlegen, als ich hörte, dass er ein neues Buch veröffentlicht hat. „Der Kinderpapst“ – oha, auch noch ein Thema, welches mich schon allein bezüglich des Buchestitels neugierig macht.

Ich möchte euch berichten, wie ich das Buch empfunden habe …

Daten zum Buch:

PREIS: 19,99 Euro

• Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
• Verlag: Pendo (10. September 2012)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3866122764
• ISBN-13: 978-3866122765
• Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,4 x 4,2 cm

Inhaltsangabe:

Wir befinden uns im Rom des Jahres 1032. Benedikt der IX. ist zwölf Jahre alt. Er ist der jüngste Papst, den es jemals gab. Aber für diesen jungen Papst und seine Macht, der er ausüben kann und muss, bleibt es nicht aus, seine Liebe zu opfern.

Dieser Papst Benedikt der IX. ist zwiegespalten zwischen seinem Amt und der aufgegebenen Liebe seines Lebens …

Er – der so liebte – wurde hart, härter als gut für ihn war – und das vielleicht gerade deshalb.
Er ging sozusagen über Leichen und kämpfte sich immer wieder auf den Papstthron, von dem er dreimal verjagt worden war.

Das Buch beginnt mit einem Vorwort – in dem wir uns im Jahr 1981 befinden. Es ist Sommer, und die päpstliche Kongregation tagte. Es ging um Selig- und Heiligsprechungen und der Lizentiat des kanonischen rechts und gleichzeitig der Prokurator des Heiligen Stuhls (Monsignore Silvretta) erzählt in der Ich-Schreibweise die ersten Begebenheiten, die einführend in die dann folgende historische Handlung münden.

Es geht in diesem Vorwort darum, dass man Papst Benedikt den IX. zur Seligsprechung vorschlug und es natürlich viele Gegenstimmen gab. Aber … dann kommt es anders, als erwartet, man erzählt von einem versiegelten Dokument. Monsignore Silvretta erklärt sich bereicht, sich damit zu beschäftigen …

Der Leser erfährt aber noch nicht, um was es geht und welchen Inhalt es hat.

Im ersten Buch schreitet man dann zurück in der Zeitrechnung in die Jahre 1021 bis 1037.

Meine zusammenfassende Meinung:

Ich bin der Meinung, dass Peter Prange mit diesem Buch wieder einmal bewiesen hat, das seine Bücher einfach Bestseller sind, weil sie nicht nur einfach gut geschrieben, sondern das Historische mit dem Fiktiven perfekt verschmolzen ist.

Die Geschichte hinter der fiktiven Handlung eignet sich perfekt für einen tiefgründigen historischen Roman. Peter Prange allerdings schafft es, seine Idee perfekt umzusetzen, indem er perfekt recherchiert hat und die historischen Fakten verständnisvoll, niveauvoll und nachvollziehbar passend in die fiktive Handlung einbindet.

Diese so zwiespältige historische Figur in einen historisch hinterlegten Roman einzubinden ist das eine, das andere allerdings ist es, sie detailliert und spannend zu charakterisieren, zu hinterfragen und historisch belegt darzustellen.

Schon im Prolog schafft es Prange, dass der Leser dieses Buch lesen MUSS …. Er beginnt hier mit einen Spannungsbogen, der seinesgleichen sucht …. – er baut diesen aber noch weiter aus und findet immer wieder Plots, die den Leser am Buch fesseln.

Dieser Papst regierte in einer Zeit, in der er es schafft mittels seiner Macht, den Menschen so ziemlich alles zu nehmen, sie Hunger leiden zu lassen …. – nur, um seine Kassen zu füllen. Es war eine schreckliche Zeit, wie kann man einen solchen Papst nicht Teufel nennen, sondern ihn für die Seligsprechung vorschlagen ???

Damals noch 12jährige rief man ihn beim Namen Teofilo. Er kam auf den Thron und seine einstige Liebe sollte vergessen – wurde er deshalb so grausam Man kann sich hier seine eigene Meinung bilden … Ich finde irgendwie, dass man herausgelesen hat oder lesen kann, dass dieser einstige Teofilo, der Mensch hinter dem Papst, irgendwie „nur“ nach Gott gesucht hat, sein ganzes Leben lang und dass diese Machtausübung der grausamen Art irgendwie wohl nur so eine Art Schutzschild war – wenn ich das mal so „sagen“ darf.

Man könnte während des Lesens an die Päpstin von D. W. Cross denken – die Thematik ähnelt sich und das Geschriebene ist ebenso interessant.

Kurze Leseprobe:

Abt Bartolomeos Miene verdüsterte sich. „Dann seid Ihr also wirklich entschlossen?“
„Ja, ehrwürdiger Vater. Ich kann nicht anders. Ich würde mich sonst für immer hassen.“
„Und das Werk, das ihr in Rom begonnen habt? Die Werkstatt und die Armenspeisung? Wollt Ihr beides aufgeben? Nur um Eures eigenen Friedens willen?“
„Ich werde meine Zofe Anna bitten, alles so weiterzuführen, wie wir es bisher zusammen getan haben. Ihr Mann wird sie unterstützen, und auch mein Vater wird ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber rettet mich vor meiner Liebe zu diesem Mann, und gebt mir Asyl. Das ist mein einziger Wunsch.

Positiv möchte ich erwähnen, dass man im Anschluss an die Romanhandlung nachlesen kann, was historisch belegt und was fiktiv hinzugefügt wurde.

Im Epilog gehen wir noch einmal in das Jahr 1981 – ich verrate aber nicht, wie das Buch ausgeht, das müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich echt.

Eines steht fest, die Art und Weise wie Prange schreibt passt perfekt zum Genre historischer Roman. Der Autor verwendet vielfach die wörtliche Rede und bildhafte Adjektive, die es dem Leser leicht machen, sich in die Handlung involviert zu fühlen. Des weiteren kann man von Beginn an sehr gut in die Charaktere eindringen, die der Autor bildhaft und detailliert beschreibt.

Die Schreibweise ist eine sehr flüssige und verständliche. Der Autor bringt aber auch – an Stellen, an denen man es sich wünscht – auf den Punkt. Das ausschweifende Schreiben überwiegt allerdings, was aber für das Genre sehr passend ist, weil man sich in die Handlung eindenken möchte, die so weit in unserer Zeit zurück liegt.

Die Handlung ist in der Vergangenheitsform geschrieben, als würde der Erzähler dem Leser die Geschichte erzählen. Auch erfährt man sehr viel über das damalige Leben, über die Stellung der Religion und die politisch/wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Alles zusammen genommen ist das Buch lesenswert und ich empfehle es daher sehr. Historienfans kommen daran sicher nicht vorbei und werden begeistert sein. Liest sich leicht und flüssig !!!

35 Bewertungen, 6 Kommentare

  • katjafranke

    19.11.2012, 23:26 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • knuddelfire

    19.11.2012, 21:17 Uhr von knuddelfire
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und einen schönen Montag LG

  • sigrid9979

    19.11.2012, 19:13 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsch dir einen schönen Monntag

  • XXLALF

    19.11.2012, 19:11 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und einen guten wochenstart

  • morla

    19.11.2012, 18:00 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^^^^petra

  • atrachte

    19.11.2012, 17:19 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg