Premium Rush (Blu-ray) Testbericht
D
ab 14,40 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 12/2012
Auf yopi.de gelistet seit 12/2012
Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Treice564
Premium Rush
Pro:
Ist Gut
Kontra:
Nichts
Empfehlung:
Ja
Inhalt
Ein New Yorker Fahrradkurier gerät in die Fänge einer chinesischen Untergrundorganisation und muss sich vor den Nachstellungen eines korrupten Polizisten retten. Rasant inszenierter und geschnittener Actionfilm, der seine schlichte Geschichte als Gerüst für fulminante physische Action nutzt, die weniger von digitalen Effekten als von bravurösen Stunts lebt. Das genretypische Element der Verfolgungsjagd wird auf den akrobatischen Umgang mit Fahrrädern im Zusammenspiel mit der Stadtlandschaft und dem Verkehrschaos in New York reduziert. Geerdet durch gute Darsteller und einen geschickten Umgang mit der erzählten Zeit, bietet der Film temporeiche Unterhaltung.
Kritik
Es gibt kaum ein Transportmittel, das von Hollywood nicht schon als Star eines auf Hochtouren gepeitschten Actionfilms auserkoren wurde. Von Rennwagen über alltägliche Autos, Taxis und Busse bis zu Eisenbahnzügen und Flugzeugen blieb keines der modernen Fortbewegungsmittel verschont, als über den normalen Gebrauchszweck weit hinausgehendes Vehikel für fantasiebegabte und technisch ausgefuchste Filmemacher zu dienen. Verfolgungsjagden und sich verselbständigende Materialschlachten sind zu unerlässlichen Bestandteilen jedes halbwegs ehrgeizigen Actionfilms geworden. Schon 1998 fand es Tony Scott, einer der unermüdlichsten Ausbeuter dieses Sub-Genres, an der Zeit, die beständige Manipulation harmloser Verkehrsmittel als Herausforderungen menschlicher Geschicklichkeit auf den einfachsten Nenner zurückzuführen: Er ließ Will Smith in "Der Staatsfeind Nr. 1" bei einem Run durch Washington vorführen, dass auch Fußgänger mit dem Adrenalinspiegel eines motorisierten Verfolgungsrennens konkurrieren können. Was in dem Arsenal auf Hochtouren beschleunigter Fortbewegungsmittel noch fehlte, war nur das Fahrrad. Bis sich nun David Koepp, der seine Meriten als Autor von "Jurassic Park" und "Mission: Impossible" erworben hat, auch vom Regiesessel aus darum kümmert, dass aus der rudimentären Story, die er für "Premium Rush" erfand, ein Loblied auf das Fahrrad als Garant eines unerhörten Geschwindigkeits- und Geschicklichkeitsrausches wurde.
Der Film ist eigentlich nichts anderes als eine in immer neuen Varianten, das heißt mit wechselnden Straßen- und Stadtkulissen wiederholte Jagd eines Fahrradkuriers im Wettlauf gegen die Zeit. Um seine täglichen Botengänge im Verkehrsgewühl von Manhattan schneller zu erledigen als die teuren, auf Autos vertrauenden Expressdienste, geht er jedes nur vorstellbare Risiko ein. Joseph Gordon-Levitt spielt diesen mit seinem Fahrrad verwachsenen Boten mit der ihm eigenen Kombination aus Hartnäckigkeit und Charme. Längst könnte der Fahrradkurier Wilee als Jurist Karriere machen; doch dafür fühlt er sich noch zu jung. Er liebt den Gefahrenmoment, den er bei jedem seiner auf Zeit kalkulierten Aufträge gleich mehrfach erlebt, als äußerste Herausforderung seines mentalen, aber auch akrobatischen Könnens: Bevor Wilee eine Straßenkreuzung bei Rotlicht überfährt, rechnet sein Gehirn mit mathematischer Präzision die möglichen Unfallkomponenten durch. Überdies ist er ein Fanatiker der Einfachheit. Er liebt das Fahrrad pur, also ohne Gänge oder Bremsen. Dass er schließlich, wenn auch nur für kurze Zeit, in einem Notdienstwagen landet, nimmt im Kinoparkett niemanden wunder.
Koepps technische Mannschaft hat die selbstmörderischen Botengänge seines Protagonisten mit ebenso selbstmörderischem Tempo auf die Leinwand gebracht. Jede Fahrt des jungen Kuriers ist eine Lektion in akrobatischer Filmtechnik, von kaum noch unterscheidbaren Wechseln zwischen objektiver und subjektiver Kamera, sich überschlagendem, aber dennoch auf die Sekunde genauem Schnitt bis zu kartografischen Einblendungen der zurückzulegenden Strecke. Jeden Augenblick lauert Gefahr, und wenn sie nicht von der Fahrweise des Helden herrührt, dann kommt sie von einem außer Kontrolle geratenen korrupten Polizeidetektiv (der wieder einmal fabelhafte Michael Shannon) oder von der chinesischen Unterwelt. Der Zuschauer im Kino merkt kaum, dass er Schritt für Schritt in eine Story verwickelt wird, deren Bezüge zum Alltag der Immigranten in New York zwar als Stichwortgeber für immer neue Gefahren dienen, dem selbstzweckhaften Spektakel aber wenigstens einen bescheidenen realistischen Hintergrund verleihen.
Im Umfeld digital erzeugter Massenzerstörung à la "Transformers" nimmt sich dieses kleine B-Movie wie eine wohltuende Abwechslung aus. Ein bisschen mehr Selbstironie wäre ihm allerdings gut angestanden, und auch ein weniger repetitives Schielen auf abendfüllende Länge. Aber wer virtuoses Filmemachen ohne großen Anspruch leiden mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Kein Film für die Annalen der Filmgeschichte, aber eine Art Grundkurs für Action- und Effekt-Liebhaber. Zur Nachahmung allerdings nur unter drakonischen Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen.
Ein New Yorker Fahrradkurier gerät in die Fänge einer chinesischen Untergrundorganisation und muss sich vor den Nachstellungen eines korrupten Polizisten retten. Rasant inszenierter und geschnittener Actionfilm, der seine schlichte Geschichte als Gerüst für fulminante physische Action nutzt, die weniger von digitalen Effekten als von bravurösen Stunts lebt. Das genretypische Element der Verfolgungsjagd wird auf den akrobatischen Umgang mit Fahrrädern im Zusammenspiel mit der Stadtlandschaft und dem Verkehrschaos in New York reduziert. Geerdet durch gute Darsteller und einen geschickten Umgang mit der erzählten Zeit, bietet der Film temporeiche Unterhaltung.
Kritik
Es gibt kaum ein Transportmittel, das von Hollywood nicht schon als Star eines auf Hochtouren gepeitschten Actionfilms auserkoren wurde. Von Rennwagen über alltägliche Autos, Taxis und Busse bis zu Eisenbahnzügen und Flugzeugen blieb keines der modernen Fortbewegungsmittel verschont, als über den normalen Gebrauchszweck weit hinausgehendes Vehikel für fantasiebegabte und technisch ausgefuchste Filmemacher zu dienen. Verfolgungsjagden und sich verselbständigende Materialschlachten sind zu unerlässlichen Bestandteilen jedes halbwegs ehrgeizigen Actionfilms geworden. Schon 1998 fand es Tony Scott, einer der unermüdlichsten Ausbeuter dieses Sub-Genres, an der Zeit, die beständige Manipulation harmloser Verkehrsmittel als Herausforderungen menschlicher Geschicklichkeit auf den einfachsten Nenner zurückzuführen: Er ließ Will Smith in "Der Staatsfeind Nr. 1" bei einem Run durch Washington vorführen, dass auch Fußgänger mit dem Adrenalinspiegel eines motorisierten Verfolgungsrennens konkurrieren können. Was in dem Arsenal auf Hochtouren beschleunigter Fortbewegungsmittel noch fehlte, war nur das Fahrrad. Bis sich nun David Koepp, der seine Meriten als Autor von "Jurassic Park" und "Mission: Impossible" erworben hat, auch vom Regiesessel aus darum kümmert, dass aus der rudimentären Story, die er für "Premium Rush" erfand, ein Loblied auf das Fahrrad als Garant eines unerhörten Geschwindigkeits- und Geschicklichkeitsrausches wurde.
Der Film ist eigentlich nichts anderes als eine in immer neuen Varianten, das heißt mit wechselnden Straßen- und Stadtkulissen wiederholte Jagd eines Fahrradkuriers im Wettlauf gegen die Zeit. Um seine täglichen Botengänge im Verkehrsgewühl von Manhattan schneller zu erledigen als die teuren, auf Autos vertrauenden Expressdienste, geht er jedes nur vorstellbare Risiko ein. Joseph Gordon-Levitt spielt diesen mit seinem Fahrrad verwachsenen Boten mit der ihm eigenen Kombination aus Hartnäckigkeit und Charme. Längst könnte der Fahrradkurier Wilee als Jurist Karriere machen; doch dafür fühlt er sich noch zu jung. Er liebt den Gefahrenmoment, den er bei jedem seiner auf Zeit kalkulierten Aufträge gleich mehrfach erlebt, als äußerste Herausforderung seines mentalen, aber auch akrobatischen Könnens: Bevor Wilee eine Straßenkreuzung bei Rotlicht überfährt, rechnet sein Gehirn mit mathematischer Präzision die möglichen Unfallkomponenten durch. Überdies ist er ein Fanatiker der Einfachheit. Er liebt das Fahrrad pur, also ohne Gänge oder Bremsen. Dass er schließlich, wenn auch nur für kurze Zeit, in einem Notdienstwagen landet, nimmt im Kinoparkett niemanden wunder.
Koepps technische Mannschaft hat die selbstmörderischen Botengänge seines Protagonisten mit ebenso selbstmörderischem Tempo auf die Leinwand gebracht. Jede Fahrt des jungen Kuriers ist eine Lektion in akrobatischer Filmtechnik, von kaum noch unterscheidbaren Wechseln zwischen objektiver und subjektiver Kamera, sich überschlagendem, aber dennoch auf die Sekunde genauem Schnitt bis zu kartografischen Einblendungen der zurückzulegenden Strecke. Jeden Augenblick lauert Gefahr, und wenn sie nicht von der Fahrweise des Helden herrührt, dann kommt sie von einem außer Kontrolle geratenen korrupten Polizeidetektiv (der wieder einmal fabelhafte Michael Shannon) oder von der chinesischen Unterwelt. Der Zuschauer im Kino merkt kaum, dass er Schritt für Schritt in eine Story verwickelt wird, deren Bezüge zum Alltag der Immigranten in New York zwar als Stichwortgeber für immer neue Gefahren dienen, dem selbstzweckhaften Spektakel aber wenigstens einen bescheidenen realistischen Hintergrund verleihen.
Im Umfeld digital erzeugter Massenzerstörung à la "Transformers" nimmt sich dieses kleine B-Movie wie eine wohltuende Abwechslung aus. Ein bisschen mehr Selbstironie wäre ihm allerdings gut angestanden, und auch ein weniger repetitives Schielen auf abendfüllende Länge. Aber wer virtuoses Filmemachen ohne großen Anspruch leiden mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Kein Film für die Annalen der Filmgeschichte, aber eine Art Grundkurs für Action- und Effekt-Liebhaber. Zur Nachahmung allerdings nur unter drakonischen Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen.
Bewerten / Kommentar schreiben