Ted (Blu-ray) Testbericht

Ted-blu-ray
ab 5,70
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Treice564

Ted

5
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

Der Film ist lustig. Und der Film hat Anspruch.

Kontra:

Es ist ein bisschen Pervers.

Empfehlung:

Ja

Inhalt
Als Kind hat sich ein junger Mann nichts sehnlicher gewünscht, als dass sein Teddy leben würde. Dieser Wunsch wurde erfüllt, mit dem Ergebnis, dass er heute sehr zum Kummer seiner Freundin immer noch mit dem ungewöhnlichen Kuscheltier abhängt. Eine Komödie um das Loslassen der Kindheit, was sich in dem sympathisch frechen, impertinenten Teddy verkörpert. Zwar gelingt es dem Film zu wenig, die Grundidee zu einer originellen Handlung auszubauen, gleichwohl unterhält er weitgehend dank zahlreicher popkultureller Bezüge.

Kritik
Als John noch ein einsamer Junge war, wünschte er sich, dass sein Teddy leben würde - und der Wunsch wurde ihm tatsächlich gewährt. Dieser sprechende, lebende Teddy namens Ted (eine Computeranimation inmitten von Real-Schauspielern) wurde zu einem Medienereignis, bis sich die Menschen an ihn gewöhnt hatten. Nun ist John erwachsen, arbeitet bei einer Autovermietung - und Ted ist immer noch bei ihm, zum wachsenden Missfallen von Johns Freundin Lori. Denn während sie sich zunehmend ein gemeinsames Leben mit John vorstellen kann, hängt dieser noch allzu sehr an seinem unflätigen, schwatzhaften und kiffenden Bären.

Die Überlegung, was mit den Kinderwünschen von einst geschieht, wenn man erst einmal erwachsen ist, ist nicht ohne Reiz. Dabei ist Regisseur und Drehbuchautor Seth MacFarlane eigentlich mehr ein Experte für kurze Formate. "Family Guy", seine erste Zeichentrickserie, wurde anfangs noch als Kopie der "Simpsons" geschmäht, doch ist die darin entwickelte US-amerikanische Durchschnittsfamilie weit kompromissloser im Humor, nicht einfach nur politisch unkorrekt, sondern teilweise bitterböse und drastisch. Rückblenden, die die Erzählungen seiner Figuren bebildern, sind ein Markenzeichen der Serie, worauf MacFarlane auch in "Ted" zurückgreift, etwa wenn Lori und John ihr erstes Aufeinandertreffen in einer Diskothek schildern und sich dabei an zwei sehr unterschiedliche Versionen erinnern. Ted selbst ist ein zynischer Beobachter, der sein Dasein als Bär nur als Symbiose zwischen ihm und John begreift und darüber hinaus keinerlei Idee hat, wie er sein Leben gestalten soll. Schließlich ist es Lori, die John vor die Wahl stellt, entweder ein Leben mit ihr zu leben oder weiter der Jugend mit Ted nachzuhängen.

Man merkt dem Film deutlich an, dass sich MacFarlane schwer tut, die originelle Grundidee zu einem abendfüllenden Spielfilm auszubauen. Oft sitzen die Protagonisten in dieser sehr dialoglastigen Komödie zusammen und referieren voller Sarkasmus über die aktuellen Geschehnisse innerhalb der Pop-Kultur. Nicht jeder Gag will dabei zünden, und auch die Derbheit der Sprache wirkt zuweilen etwas aufgesetzt - so als müsste man sich einem Publikum im Teenager-Alter anbiedern. So baut MacFarlane noch kleine Nebenepisoden ein, u.a. um Giovanni Ribisi als verrückten Vater, der Ted als Spielkameraden für seinen übergewichtigen Sohn haben will, oder auch um Loris Chef, der ihr regelmäßig Avancen macht, bis sie sich dazu erweichen lässt, mit ihm auszugehen. Das gerät oft zotig und ist dramaturgisch nur wenig originell, und doch vermag "Ted" zu unterhalten. Das liegt einerseits an der nonchalanten Frechheit des Protagonisten, die in ihrer Schärfe immer wieder verblüfft, andererseits an der Vielzahl von teils sehr cleveren und bissigen Verweisen auf popkulturelle Ereignisse. Am Ende des Prologs berichtet ein Erzähler vom Niedergang der anfänglichen Bekanntheit Teds, und dass er diese Entwicklung mit ungezählten Kinder-Stars teilen würde. Dass den Film "Ted" ein ähnliches Schicksal ereilen wird, ist absehbar; denn eine Komödie, die ihren Humor so hemmungslos aus zeitgenössischen Ereignissen schöpft, kann nur eine überschaubare Halbwertzeit haben.

9 Bewertungen, 2 Kommentare

  • knuddelfire

    18.05.2013, 21:41 Uhr von knuddelfire
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöne Pfingsten...

  • mausi1972

    14.05.2013, 21:33 Uhr von mausi1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße Marion