The Return of the First Avenger (DVD) Bewertung

D
The-return-of-the-first-avenger-dvd
ab 6,93
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 04/2014
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von DukeNukem

The Political Return of the First Avenger

5
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
Da leider aufgrund eines technischen Gebrechens (da bekommt man am Tag, Hausnummer, gut 1.000 SMS, und bei der EINEN streikt auf einmal die Verbindungstechnik meines Handynetzanbieters) in Kombination mit eigener Dummheit (ich hätte mich selber melden und kurz nachfragen können) es mir nicht möglich war, den Film „Captain America 2 – The Return of the First Avenger“ auf der großen Leinwand im Kino zu betrachten, musste ich stattdessen, zum Glück, nur einige wenige Monate warten, bis er auf DVD für das persönliche Heimkino ausgewertet wird.

Jetzt endlich hatte ich auch selbst die Zeit gefunden (bei mir daheim lag er schon länger, aber für einen Film- und Serienverrückten wie mich gibt es einfach zu viele Filme und Serien, die man sich noch ansehen muss/möchte), ihn mir anzusehen, und ich muss sagen, ich hab im Kino echt was verpasst.

Aber jetzt mal von Anfang an.

Der Cap is back! Und dieses Mal nicht nur in viel besserer Form im Sinne von laut vielen Kritikern ausgebesserter angeblich gemachter Fehler bei Teil eins, sondern, weil er, für mich jetzt, nicht aus den typischen Unvollkommenheiten besteht, welche bei fast jedem Sequel gemacht werden.

Was sind das für Ungereimtheiten, an welchen sich auch jeder Gelegenheits-Filmgucker stört?
Bei der Beantwortung dieser Frage kann man auch sehr schön auf die Dinge eingehen, die laut den professionellen Kritikern falsch gemacht wurden in Teil 1, und ihre Ausbesserung fanden in Teil 2.

Die Story und Charakterentwicklung

Bei diesem Punkt handelt es sich um eine negative Auffälligkeit, welche bei den meisten Fortsetzungen leider sehr oft nebenbei bemerkt wird, aber in diesem Fall von den Kritikern mit Begeisterung positiv aufgenommen wurde.

Normalerweise ist es üblich, im ersten Teil die Figuren einzuführen, und auch deren Geschichte, sowie weiterführendes Schicksal. Und dann, in der Fortsetzung, ist alles egal, die Story ist nur mehr ein Förderband um den Film voranzutreiben, und die Charaktere sind nur mehr Schablonen ihrer selbst, denn deren Persönlichkeit kennt und liebt man bereits aus dem Vorgänger, und aus diesem Grund brauchen die auch keinerlei Charakterentwicklung.

Nicht aber so bei „The Return of the First Avenger“.
Beim ersten Teil gab es bereits eine sehr lang und breit eingeführte Entstehungsgeschichte, sowie eine sehr schön daraus resultierende, leider sehr eindimensional bei den Guten, Charakterentwicklung.

Also dies ist für mich ein kleines Manko bei beiden „Captain America“-Filmen. Die Movies sind so überpatriotisch (Captain America sodass nur die Guten eine Persönlichkeit bekommen, und die Bösen erst, wenn sie dann später sich zu einem der Guten wandeln, ansonsten bleiben die Bad Guys eindimensional diabolische Klischees. Okay, bei den Nazis geht nichts anderes, kontern sicher viele, aber es gibt doch auch einige, und nicht wenige, filmische Aufarbeitungen, bei denen doch auch einige von denen ein Gewissen haben/bekommen, und sogar sozusagen die Seiten wechseln (Beispiele: Stauffenberg, Elser).

Zurück zur Story in Teil 2

Nicht nur, dass dem Cap eine wunderbare Charakterentwicklung zu Gute kommt (weil er die Amerikaner und die Menschheit schützen will, führt er blind und ohne Kompromisse die Befehle seiner Organisation aus, muss aber bald feststellen, dass auch in dieser Schläfer/Parasiten tätig sind, die aus etwas Reinem sehr schnell in etwas Verdorbenes umwandeln), nein, auch die Story kann im Vergleich zum Vorgänger echt einen draufsetzen, und zwar so sehr, dass der Film in einem für eine Comicverfilmung ungewöhnlichen Genre beheimatet ist, und zwar dem des Politthrillers.
Hier wird sehr eindrucksvoll demonstriert, wie durch Korruption/Machtgeilheit und bedingungslosem Gehorsam, sowie dem Glauben an der Sache (traurige Beispiele aus der derzeitigen Gegenwart lassen leider die realitätsnähe erkennen) etwas total Reines/Unschuldiges beschmutzt wird, und zwar sogar so sehr, dass einige ihren Glauben und ihr Denken ändern.
Also Respekt an die Macher für diese mutige, politische und weltanschauliche Story und Botschaft.

Aber nicht nur mit dieser starken politischen Übermacht muss Steve Rogers zurechtkommen, sondern auch mit seinem neuen Gegner, dem Winter Soldier. Dieser entpuppt sich nämlich hinter seiner Maske als sein bester Freund aus seiner Zeit von vor über 70 Jahren, und obwohl ihn jeder seiner Gefährten dazu rät, ihn zu töten, weil er ja jetzt zu den Bösen gehört, will der Cap versuchen, ihn an sich, an ihn und ihre gemeinsame Freundschaft von damals zu erinnern.

So überschwänglich positiv ich über die Storyerzählung philosophiere, so sehr muss ich leider bei der Gestaltung und persönlichen Entwicklung einiger Charaktere ein paar Punkte abziehen.

Steve Rogers finde ich etwas zweigespalten, denn einerseits merkt er, dass auch bei etwas Fortschrittlichem, Aufbauendem, von außen hin Unzerstörbarem, die Menschheit eigentlich Unterstützendem Kratzer unter der Oberfläche lauern, aber bei Menschlichem, so wie auch Black Widow, Falcon und all die anderen, versagt er dann auf einmal, und es kommt zu einer typisch amerikanischen Weltanschauung in Form einer Schwarz-Weiß-Malerei, und zwar, dass ein Mensch entweder nur gut oder böse sein kann, und nichts dazwischen, was durch die Darstellung der ultrabösen Deutschen doppelt unterstrichen wird.

Gut, der eine oder andere mag jetzt damit argumentieren, dass aber Steve Rogers den Winter Soldier nicht töten will, weil er an das Gute im Bösen bei ihm glaubt.
Das stimmt schon, aber man sollte auch gleichzeitig bei dieser Argumentation an die Comics und beim Film ans Ende und an eine der zwei Post-Credit-Szenen denken, bei der darauf hingewiesen wird, dass, in einem womöglich dritten Film?, der Winter Soldier seine eigene Geschichte/Vergangenheit erforscht, und somit wieder zu einem guten Menschen wird. Bestätigt meine Theorie, dass Bösewichte nur dann eine Persönlichkeit erhalten, wenn sie Gut werden. Und des Weiteren entpuppt sich somit die Anschauung des Winter Soldiers durch Steve Rogers lediglich als Mittel zum Zweck.

Und übrigens:
Ich habe zudem gelesen, dass in den Comics der Winter Soldier sogar Captain Americas Nachfolger wird!!! So viel zu Mittel zum Zweck!
(Diese Info kann man eigentlich nicht als Spoiler werten, denn wer fleißig die Comics liest, wusste es bereits sowieso, und das Internet hilft einem schon gar nicht, spoilerfrei zu bleiben.

Was also Charaktere betrifft, bleibt der Film eher einseitig, zumal auch nur Cap Mittelpunkt des Geschehens ist, und alle anderen um ihn herum nur mehr zu hintergründigen Nebenrollen degradiert werden, die ihm Stichworte geben, um ihn und die filmische Erzählung voranzutreiben, im Verlauf des Films auch bei Black Widow und sogar bei Nick Fury.
Falcon fing gar gleich zu Beginn als reine Nebenrolle an, und präsentierte sich damit als ein Robin für Captain America, der plötzlich auf einmal auftaucht und ein paar Sprüche abliefert. Des Weiteren ist er auch nicht sonderlich nützlich bei Caps Unterstützung der Menschheitsrettung, anfangs schon, aber dann gehen seine mechanischen Flügel kaputt, und Steve Rogers steht dann wieder alleine da, und beim Fight gegen Ende gegen einen der Bad Guys machte er auch keine sonderlich gute Gewinnerfigur.

Marvel und Walt Disney haben doch die Möglichkeiten, Figuren eine eigene Geschichte, eine eigene Seele zu geben.
Sie können den einzelnen Leuten zum Beispiel doch einen Solo-Film spendieren, wo nur auf die jeweilige Person eingegangen wird, Geld einbringen wird er sowieso.

Aber mal abgesehen davon, bei den „Avengers“ hat es ja auch gekonnt funktioniert, dass ein jeder seine Screentime erhielt, wieso funktioniert dies nicht bei den Solo-Abenteuern!?

Die Action

Ein weiterer, gern gemachter, besonders logischerweise bei Actionfilmen und Comicverfilmungen, Fehler ist der, dass bei einem zweiten Teil mit Action und Spezialeffekten aber so was von übertrieben wird, dass einem dabei schwindelig wird.

Die professionellen Kritiker meinten, dass Action im ersten Film eigentlich kaum vorhanden ist, und laut denen wurde dieser Fehler in der Fortsetzung bestens behoben.

Auch ich bin dieser Meinung, nicht nur, dass es im zweiten Teil mehr an Explosionen, Schießereien, Kämpfen usw. zu sehen gibt, nein, diese visuellen Schauwerte wurden sogar wohl dosiert eingesetzt, genau an der richtigen Stelle, und überschaubar kurz.
Einzig bei der Schlacht gegen Ende konnte man anscheinend nicht anders, und man hätte dort beinahe die Zu-viel-des-Guten-Grenze überschritten, also da muss man bei Teil 3 dann schwer aufpassen, und sollte die Zügel nicht zu locker lassen.

Des Weiteren finde ich auch, dass bei den Actionsequenzen ein klein wenig zu schnell und zu viel hin- und hergeschnitten wird.

Interessant finde ich zudem, dass der Film eine FSK 12-Freigabe erhalten hat, wenn man bedenkt, und genauer hinsieht, auf welche Art und Weise manche Leute in diesem Film nebensächlich draufgehen.

Die Darsteller

Auch hier muss es von mir ein paar Abzugspunkte geben, denn so eindimensional die Charaktere dargestellt werden in ihrer Weltanschauung, so eindimensional agieren auch deren menschliche Schauspieler.

Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson, Anthony Mackie und auch Chris Evans können alle zusammen nur grimmig schauen, interessanterweise auch, wenn sie lächeln (sollten), bei einem trockenen coolen Spruch zum Beispiel.

Robert Redford, das Hollywood-Urgestein, wird nur deswegen als Besonders hervorgehoben, weil man einen Schauspieler der alten Garde in einer Comicverfilmung nicht erwartet hätte (okay, Michael Douglas in Ant-Man, aber der kommt erst später raus), er allerdings perfekt in diesen Politthriller reinpasst, denn er als Regisseur inszeniert auch sehr gerne politische Filme, deren Aussagen allerdings nicht gerne von den Amerikanern akzeptiert werden (Bestes Beispiel: „Von Löwen und Lämmern“).

Aber dennoch, unterm Strich kann man Robert Redfords darstellerische Leistung im zweiten „Captain America“-Film zwar als gut, aber nicht als herausragend bezeichnen. Einer der es kann, von dem hätte sich mehr facettenreiches Spiel gewünscht (besonders, da sein Alexander Pierce früher anscheinend mal den Friedensnobelpreis erhielt, ihn aber aus einem sehr menschlichen/persönlichen Grund ablehnte, und jetzt auf einmal der Hydra angehört, also dies ist doch eigentlich die beste Voraussetzung für einen inneren Gewissenskampf), dies liegt aber höchstwahrscheinlich daran, dass seine Figur auch nicht sonderlich vielschichtig ausgearbeitet wurde.

Wenn man sich jetzt die vorhin erwähnten Punkte zu Gemüte führt, dann merkt man, dass die Macher versuchten, einen Blockbuster mit intelligenter Substanz zu schaffen, was unter dem Aspekt der politisch motivierten Story und Botschaft eindrucksvoll funktioniert, aber leider auf Kosten der Charaktere geht.

Was mich persönlich nicht stört, aber mit weiteren kommenden Verfilmungen ein klein wenig in die Verwirrung treibt allmählich, aber einigen Leutchen sauer aufstoßen könnte ist die Tatsache, dass die ganzen Marvel-Superheldenfilme Teil eines sehr komplexen drei-phasigen Universums sind.

Die jeweiligen ersten Teile konnten ja für sich alleine noch stehen, da der Bezug zu den anderen Filmen immer meistens erst gegen Ende, oder in einer Post-Credit-Szene, angespielt wurde.
Aber jetzt, bei den Fortsetzungen, wird davon ausgegangen, dass man die Vorgängerfilme und zusätzlich die Drum Herum allesamt gesehen hat, was in den dritten Teilen, anderen Fortsetzungen weiterer Superhelden und erster Teile neuer noch kommender Superhelden noch eine Stufe höher geht, somit wesentlich komplexer und dadurch noch anstrengender zu verfolgen wird, vergleichbar mit einer Serie.

Mit einer echten Serie hat man dieses Problem allerdings nicht, denn da rechnet man bereits damit, im Filmfach ist diese Methode doch noch sehr neu.

Wie bereits vorhin kurz erwähnt, mich persönlich stört diese Form/Art der serienhaften Erzählung nicht, aber ich fürchte, dass bei Phase 3 eventuell einige aussteigen könnten, weil sie den einen oder anderen Film (noch) nicht gesehen haben, und dadurch den Überblick verlieren.

Merkt man auch bei leichten Verweisen in „Captain America 2“, wenn beispielsweise ein Bruce Banner, ein Tony Stark (oder dessen Vater) oder Agent Carter erwähnt werden, dann muss man erst einmal überlegen, wer das jetzt eigentlich ist.

Oder noch besser, in einer Post-Credit-Szene bei „The Return of the First Avenger“ sieht man Lokis Zepter, dies muss man sich allerdings erst ins Gedächtnis rufen (auch ich erfuhr dies erst, als ich mich im Internet darüber informierte, Recherche ist beim sogenannten Marvel Cinematic Universe sehr wichtig).

Oder auch cool, bei „Thor 2 – The Dark Kingdom“ kann man die Organisation S.H.I.E.L.D. nicht erreichen, hilft somit Thor und seinen Freunden nicht, wieso, das erfährt man erst, wenn man sich den zweiten Teil von „Captain America“ ansieht, denn die beiden Handlungen laufen sozusagen parallel.

Die Idee an sich ist ja sehr schön und kreativ, aber die Komplexität nimmt immer mehr zu, denn es gibt und kommen ja zusätzlich noch richtige Fernsehserien, und zum absoluten Overkill kommt es dann noch, wenn DC und Warner mit ihrem „Justice League“-Universum den Kampf starten.

Ob da nicht die Devise ‚Weniger ist mehr‘ zu Rate gezogen werden sollte.

Zur DVD von „Captain America“ kann ich auch dieses Mal was sagen, also von den spärlichen Extras.

„Steve Rogers Notizbuch“ über Dinge, welche er noch nachholen muss, ist ein sehr witziges Extra. Seine Notizen sind nämlich ans jeweilige Land angepasst, in welchem man sich den Film gerade ansieht, um zu zeigen, dass Cap nicht nur amerikanisch, sondern international ist.

Eine geschnittene Szene gibt es auch noch zu bestaunen, wobei diese allerdings sich als unnötig herausstellt, und auch zu Recht dem fertigen Film entnommen wurde.

Fazit:
Wer von einem Blockbuster gerne mehr hätte als reine Dauer-Action-Berieselung, der wird mit diesem Film hier bestens bedient.

Post-Zusatz-Info:
In den USA heißt der Film „Captain America – Winter Soldier“, im deutschsprachigen Raum trägt er den Titel „Captain America – The Return of the First Avenger“.

Wieso?

In den deutschsprachigen Ländern ist Cap eher unbekannt oder desinteressant, somit bestand die Gefahr, dass der Originaltitel nicht viele Leute in die Kinos oder später die Videotheken oder Verkaufshäuser lockt.

Da die „Avengers“ äußerst erfolgreich, auch bei uns hierzulande, liefen, entschloss man sich dazu, bei den deutschen Titeln der „Captain America“-Filme eine Assoziation zu der berühmten Superheldentruppe herzustellen.

Mit Verkaufsstrategien kennen sich die Vertriebsstudios aus.

10 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Modelunatic

    06.09.2014, 11:41 Uhr von Modelunatic
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW & ein schönes Wochenende

  • bella.17@live.de

    01.09.2014, 12:45 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Annabelle

  • mausi1972

    01.09.2014, 09:22 Uhr von mausi1972
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße. Marion

  • anonym

    01.09.2014, 09:13 Uhr von anonym

    Grüße aus dem Norden!

  • Phil123

    01.09.2014, 06:55 Uhr von Phil123
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüße vom Phil

  • XXLALF

    31.08.2014, 21:46 Uhr von XXLALF
    Bewertung: besonders wertvoll

    ...schade dass der super-tolle bericht nicht vergütet wird

  • Lale

    31.08.2014, 21:38 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~+