Pro:
Siehe Bericht
Kontra:
Tierschutzfanatiker finden sicher an jedem Zoo etwas negatives
Empfehlung:
Ja
Wie einige Leser meiner Bericht sicher schon wissen, stamme ich aus einem Stadtteil von Neuwied. Was also liegt näher, als über den hiesigen Zoo zu berichten.
Vorab möchte ich hier schon mal eine Prognose abgeben. Dieser Bericht wird sicher mein bisher längster und ausführlichster werden.
Natürlich habe ich die Fakten aus Quellen wie z.B. von der Internetseite des Zoos, dem Werbefleyer, dem Gehegeplan etc. Aber da ich in dem Nachbarort wohne und meine Freundin und ich Jahreseintrittskarten besitzen bin ich sehr oft dort und kann also vieles auch vom eigenen Ansehen berichten.
Die Lage
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Der Zoo Neuwied liegt in einem Stadtteil von Neuwied, nämlich Heimbach-Weis. Neuwied liegt etwa 20 km von Koblenz entfernt, im Herzen von Rheinland-Pfalz.
Die genaue Anschrift kann man in der "Produktbeschreibung" bereits ersehen.
Der Tiergarten liegt direkt am Waldrand, also auch schon ein bisschen Idyllisch, nicht wie bei vielen Zoos in Großstädten, die mitten in der Stadt gelegen sind. Beim Zoo Neuwied herrscht bereits wegen der Umgebung das richtige Flair.
Die Zoobewohner
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Derzeit beherbergt der Zoo Neuwied rund 1.200 Tiere in ca. 150 verschiedenen Arten. Darunter etwa 87 Reptilien in 21 Arten, etwa 104 wirbellose Tiere in 4 Arten, 519 Vögel in 76 Arten, 396 Säugetiere in 44 Arten.
All diese Tiere leben in speziell ihren Bedürfnissen angepassten Gehegen auf einer Gesamtfläche von13,5 Hektar. Damit der Zoobesucher auch weiß um welches Tier es sich handelt das er gerade betrachtet hängt an jedem Gehege ein Schild mit der genauen Bezeichnung, der Herkunft etc. Wenn das Tier in Gefangenschaft geboren wurde ist dort auch das Geburtsdatum mit angegeben. An den Gehegen ist ein weiteres Hinweisschild mit dem Namen des Paten angebracht. Zu der Patenschaft schreibe ich später noch mehr.
Die einzelnen Tiere hier aufzuzählen wäre zu mühselig und wahrscheinlich auch nicht so interessant. Jedoch die größten und wichtigsten würde ich hier gerne nennen.
Der Zoo Neuwied hat u.a.
- eine Löwenfamilie
- eine Känguruherde
- Geparde
- Sibirische Tiger
- Seehunde
- Zebras
- Nasenbären
- Katzenbären
- Pinguine
- Kamele bzw. Trampeltiere
- Watusrinder etc.
Damit der Zoobesucher weiß, wo er welches Tier findet oder an welcher Stelle er sich gerade befindet bekommt er einen Gehegeplan ausgehändigt, auf dem die Wege und die einzelnen Gehege eingezeichnet sind.
Die Öffnungszeiten
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Sommerzeit: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Winterzeit: 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Sylvester, Rosenmontag und Karnevaldienstag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Heiligabend: 9.00 bis 12.00 Uhr
12.00 Uhr bis 17.00 Uhr "Warten aufs Christkind"
(bei freiem Eintritt)
Hin und wieder werden auch Abendführungen veranstaltet, sowie Falknervorführungen. Die genauen Termine erfährt man auf der Internetseite
Die Eintrittspreise
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Erwachsene (ab 14 Jahren) 8,00 Euro
Schüler, Studenten, Wehrpflichtige, Zivis 6,50 Euro
Schwerbehinderte 6,50 Euro
Blinde und geistig Behindert - frei -
Begleitperson 3,50 Euro
Kinder (3 bis 13 Jahre) 3,50 Euro
behinderte Kinder 3,00 Euro
Jahreskarten (12 Monate gültig)
Kinder 10,00 Euro
Erwachsene 32,00 Euro
Familienkarte 64,00 Euro
Warum die Extra-Preise für Behinderte. Dazu muss man wissen, dass im Raum Neuwied die Josefs-Gesellschaft ansässig ist, die sich um behinderte Menschen kümmert.
Fütterungszeiten
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Immer etwas besonderes, gerade für Kinder, ist es, bei den Fütterungen anwesend zu sein. Damit man diese nicht verpasst ist die entsprechende Fütterungszeit an den Gehegen angeschlagen.
Fütterung der
- Pinguine täglich (außer Freitagnachmittag) 10.15 Uhr und 15.15 Uhr
- Nasenbären Sonn- und Feiertags 11.00 Uhr
- Pelikane Sonn- und Feiertags 11.30 Uhr
- Schimpansen (kommentierte Fütterung) täglich 14.00 Uhr
Seehunde zeigen ihre Dressur täglich (außer Montag- und Freitagnachmittag)
10.30 Uhr und 15.30 Uhr.
Die Fütterung der Geparde ist besonders interessant. Sie findet mit Hilfe eines "Beutesimulators" statt. Die vermeintliche Beute wird hierzu ein einer Art Skilift befestigt und mit Geschwindigkeit durch das Gehege, das eines der größten Gepardengehege in Europa ist, gezogen. Das Beutetier ist natürlich bereits tot und leidet nicht bei dieser Prozedur.
Diese Methode regt den Jagdtrieb der Geparde an. Sie sind "gezwungen", ihre Beute selbst zu jagen. Diese Fütterungsanlage ist in Deutschland bisher einmalig.
Die Geschichte des Zoos Neuwied
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Gegründet wurde der Zoo Neuwied 1970 als Privatzoo unter dem Namen "Tierpark Hubertushof". Begonnen hat alles mit einer Hühnerfarm. Bald wurde diese Hühnerfarm zu einem sehenswerten Zoo ausgebaut. Vor allem die australische Tierwelt war mit Beuteteufeln, Schnabeligeln, Dingos, Wombats, aber vor alle mit einer großen Känguruherde zahlreich vertreten.
Da der Zoo immer größer und damit auch immer teuerer wurde, war er für einen Privatmann nicht mehr tragbar. 1980 wurde das Gelände von einem Tierhändler aufgekauft, der einen Handelzoo verwirklichen wollte. Zu dieser Zeit waren selbst Nilpferde, Elefanten und Gorillas in Neuwied zu sehen. Eine artgerecht Haltung war jedoch durch den im Vordergrund stehenden Handel mit den Tieren nicht mehr möglich.
1984 wurde der Förderverein gegründet. Der Verein wird hauptsächlich von den Beiträgen der Mitglieder, Tierverkäufen, Bußgeldern, Spenden, Patenschaften und den Eintrittsgeldern finanziert.
Von nun an ging es aufwärts.
Unter Mithilfe und Spenden engagierter Firmen war es möglich, einige bauliche Neuerungen durchzusetzen.
Um hier nur mal einige zu nennen:
1995 wurde die Seehundanlage errichtet. Der Beckeninhalt fasst 600 m³ Wasser. Derzeit tummeln sich fünf Seehunde darin. Am Seehundbecken gibt es einen "Tunnel", in dem man die Seehunde auch unter Wasser beobachten kann.
2000 wurde das neue Lemurenhaus mit Freianlage in Betrieb genommen.
2003 wurde die Löwenanlage umgebaut, die nunmehr 700 m² umfasst.
2004 zogen die Pinguine in ihre nagelneue Anlage mit 600 m² Fläche, davon 120 m² Wasserfläche.
2005 bekam der Zoo Neuwied 10 Nasenbären aus dem Zoologischen Garten Augsburg und dem Opel-Zoo in Kronberg in die extra gebaute neue Anlage.
2006 wurde die Menschenaffenanlage fertig gestellt. Dort leben auf 700 m² fünf Schimpansen in der Außenanlage, die sich bei schlechtem Wetter auch ins Gebäude zurückziehen können wo sie 200 m² Platz haben. Der Besucher kann sie auch hier beobachten.
Spezielle Angebote für Kindergeburtstage
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Wildtiersafari (ab 6 Jahre)
Auf der Wildtiersafari können die Kinder die Tiere hautnah erleben. Als Trophäe bringen sie selbst gebastelte Tiermasken mit. Damit diese auch echt aussehen müssen die Kinder vorher die Tiere ganz genau beobachten.
Dauer: 1,5 - 2 Stunden
Preis: 33,00 Euro (die ganze Gruppe) zuzüglich Eintrittsgelder
Zoo-Olympische Spiele (ab 7 Jahre)
Hier wetteifern die Kinder mit den Zoobewohnern. Wer springt soweit wie das Känguru? Wer balanciert so geschickt wie die Ziege? Die Kinder können sich austoben und erfahren nebenbei warum die Tiere ihre besonderen Fähigkeiten besitzen.
Dauer: 1,5 - 2 Stunden
Preis: 33,00 Euro, wieder die Ganze Gruppe jedoch zuzüglich Eintrittsgelder
Mit den Zootieren auf Du und Du (ab 6 Jahren)
Bei dieser Führung durch den Zoo dürfen die Kinder die Tiere sogar anfassen. Wie fühlt sich z.B. eine Schlange an? Wie dich ist ein Straußenei?
Dauer: 1 Std.
Preis: 20,00 Euro (wie gehabt)
Tiere erleben (ab 6 Jahre)
Haben Seehunde Federn? Oder Schildkröten ein Fell? Hier sollen die Kinder ganz genau hinschauen und herausfinden Körperbedeckung die Tiere haben. Natürlich ist auch hier anfassen erlaubt.
Dauer: 1 Std.
Preis: 20,00 Euro (zzgl. Eintrittspreise)
Pädagogik
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Auch mit Schulkassen verschiedener Alterstufen können bestimmte Führungen gemacht werden. Der Lehrer erhält hierbei Unterstützung durch die Zoomitarbeiter. Es wird Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt wie z.B. verschiedene Arten von Federn, Schafs- und Dromedarwolle etc. Für Schulklassen bis zur achten Jahrgangsstufe hält der Zoo Arbeitsblätter und Fragebögen bereit, die speziell für die Nutzung im Zoo konzipiert wurden.
Die alten Bundesländer ordnet Lehrer für regelmäßigen Zooschulunterricht ab. Nur in Rheinland-Pfalz ist das nicht der Fall, das
Der obere Teil des Neuwieder Zoos liegt, wie eingangs erwähnt, direkt am Waldrand. Hier ist ein Naturlehrpfad errichtet worden. Hier findet man viele Schilder, die die Bäume und Pflanzen im Wald bezeichnen. Auch zahlreiche Lehrtafeln die z.B. die ökologischen Beziehungen der Lebewesen untereinander aufzählt.
Tierpatenschaften
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Im Zoo Neuwied ist es möglich keine Patenschaft für bestimmte Tiere zu übernehmen. Wenn einem z.B. ein bestimmtes Tier ganz besonderes am Herzen liegt oder man seinen Kindern genau dieses Tier näher bringen möchte. Mit einer Patenschaft übernimmt der Pate einen Teil der Kosten für Unterbringung, Pflege und Futter. Eine Patenschaft dauert ein Jahr. Als Dank für die Unterstützung erhält man eine Urkunde und eine Jahreskarte, damit man sein "Patenkind" auch regelmäßig besuchen kann.
Was kostet eine Patenschaft?
Eine Patenschaft kann man schon ab 25,00 Euro übernehmen z.B. für eine Schildkröte oder einen Wellensittich. Die "Preise" sind gestaffelt und gehen z.B. über 500,00 Euro für ein Känguru oder einen Strauß, 1.000,00 Euro für einen Gepard, Seehund oder Mähnenwolf bis letztlich zu 2.500,00 Euro für einen Löwen, Schimpansen oder Tiger.
Doch auch Teilpatenschaften ab einem Betrag von 25,00 Euro sind möglich. Genaueres hierzu erfährt man unter der Tel.: 02622/90460 oder verwaltung@zooneuwied.de
Meine Erfahrungen
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Zum Teil habe ich meine Erfahrungen schon im bisherigen Berichtsteil untergebracht.
Wie eingangs erwähnt besitzen meine Freundin und ich Jahreseintrittskarten. Gerade im Sommer, bei schönem Wetter sind wir sehr oft mit ihrem kleinen Sohn im Zoo unterwegs. Hier kann man gemütlich spazieren, das Kind ist beschäftigt und wir können in aller Ruhe mal wieder quatschen.
Ich persönlich sehe mir immer wieder gerne die Löwenfamilie und die Tiger an. Trotzdem habe ich dann immer etwas Mitleid, da einem die Gehege doch sehr klein vorkommen. Besonders süß sind auch die Nasenbären und die Degus.
Der Zoo bietet zwei Rundgänge, einen kürzeren, auf dem man schon den größten Teil der Zootiere zu sehen bekommt und einen längeren, der die Besucher auch durch den Naturlehrpfad am Waldrand führt. Im oberen Teil sind vor allem die Reh- und Hirscharten und einige Vögel wie Uhu, Falke etc. untergebracht. Allerdings ist der längere Weg nichts für Besucher, die nicht gut zu Fuß oder mit einem Kinderwagen unterwegs sind, da dieser Weg einen ziemlichen Anstieg hat.
Auch gibt es einen Kinderspielplatz und - wie in jedem anständigen Zoo - einen Streichelzoo. Diesen teil des Zoo müssen wir jedoch meistens umgehen, da ansonsten der Sohn meiner Freundin nicht mehr zum Weitergehen zu ermutigen ist. Den Streichelzoo finden Kinder immer ganz toll und auch den Spielplatz, auf dem sich ein großes Trampolin befindet, auf dem manchmal so viele Kinder gleichzeitig versuchen zu hüpfen, dass gar nichts mehr geht.
Im Zoo-Restaurant kann man eine Pause einlegen und etwas essen oder trinken. Für den kleinen Hunger gibt es auch eine Imbissbude. In diesem Bereich stehen viele Tische und Bänke für die Rast bereit. Natürlich kann man auch seine mitgebrachten Speisen und Getränke verzehren. Nur darf man den Tieren nichts davon abgeben. Für bestimmte Tiere, wie z.B. die Ziegen im Streichelzoo bekommt man an der Kasse Tüten mit Spezialfutter zu kaufen.
Hier und da läuft einem auch schon mal ein Pfau über den Weg. Die dürfen nämlich frei laufen.
Wenn es Abend wird, kurz bevor der Zoo schließt werden die Watusirinder in ihr Nachtquartier getrieben. Unglaublich, aber wenn sich die Leitkuh nicht bewegt, bewegt sich keins der Rinder. Erst, wenn die sich zum gehen überreden lässt setzt sich die ganze Herde in Bewegung.
Mir macht es immer wieder Spaß den Zoo zu besuchen, auch wenn man mittlerweile sämtliche Tierarten kennt. Manchmal hat man auch Glück und sieht die Tiere, die sich sonst nicht so gerne blicken lassen wie z.B. den Dachs oder die Wildkatze.
Ich hoffe, ich habe einigen Leuten unseren Zoo näher bringen können und hoffe, dass der ein oder Andere den weg nach Heimbach-Weis findet um ihn auch zu besuchen. weiterlesen schließen
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