Platz 523 in der Kategorie "Schnurlostelefone". Dauerbetrieb: bis 12 h / Freisprechfunktion: vorhanden / Stand-by-Zeit: bis 200 h / Telefon+AB schnurl.digit. 20Nr LCD 12/200Std. silber ...mehr
AEG D 8000 Voice Trio Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Preiswert - ist es auch den Preis wert?
ein Testbericht von Milsch2005-11-14 12:52:12vom 14.11.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Preis, Anrufbeantworter, mehrere Mobilteile...Nachteile/Kritik: Sprachqualität, Display, Telefonbuch
Unser kleines, schnurloses Siemens Gigaset benutzten wir schon seit Jahren und waren sehr zufrieden damit. Grundsätzlich wäre ich diesem Produkt auch treu geblieben, doch mit veränderten Lebensbedingungen wandelten sich auch die Ansprüche an unser Telefon: ein zusätzliches Mobilteil für die Tochter in der Einliegerwohnung und ein komfortabler Anrufbeantworter mussten her.
Egal ob Nachrüstung oder Neuanschaffung, vor allem das zusätzliche Mobilteil schlägt bei Siemens preislich übel zu. Letztendlich hätte uns die Wunschkonfiguration deutlich über 200 Euro gekostet. Und als mir das gerade klargeworden war, flatterte ein Werbeprospekt mit dem AEG D-8000 Voice Trio Set ins Haus: schnurloses DECT-Telefon mit zwei (!) zusätzlichen Mobilteilen, Freisprechfunktion und Komfort-Anrufbeantworter für knapp unter 100 Euro.
Unter dem Eindruck des grossen Preisvorteils - und das immerhin von einer bekannten und angesehen Marke - gesehen und sofort gekauft. Die gewünschte Funktionalität zum günstigen Preis war entscheidend. Doch die Erfahrung zeigt: etwas sorgfältigere Auswahl wäre nicht schlecht gewesen. Viele Kleinigkeiten, denen man anfangs keine grosse Bedeutung beimisst, entpuppen sich mit der Zeit als Ärgernis. Treten solche Punkte gehäuft auf, kommt man irgendwann zu der Erkenntnis: "Vielleicht hätte ich doch lieber ein paar Euro mehr ausgegeben."
In dieser Preisklasse sollte man daher sehr genau überlegen, welche Features unverzichtbar sind und welche Mängel verschmerzt werden können. Der nachfolgende Bericht sollte beim Kaufinteressenten diesbezüglich weitgehend Klarheit schaffen.
K AUF
««« Der Lieferumfang »»»
Wie schon gesagt, ist das D-8000 Voice Trio Set eine schnurlose DECT-Telefonanlage mit insgesamt 3 Mobilteilen, Basisstation und integriertem Anrufbeantworter. Etwas Vorsicht ist hier geboten, denn das D-8000 gibt es in insgesamt 4 Ausführungen mit 1-4 Mobilteilen, daher genau auf Packungsbild und Produktnamen achten (dies ist auch der Grund, warum Ciao das Telefon viermal führt).
««« Der Preis »»»
Rückblickend betrachtet waren meine 99 Euro eigentlich nicht wirklich ein Schnäppchen, sondern schon eher das obere Ende der Preisspanne. Zwischen 89 und 99 Euro muss man für das Trio Set ausgeben, wobei Preise unter 90 Euro fast nur im Internetversand zu erzielen sind, wo in der Regel noch Versandkosten zusätzlich anfallen.
««« Die Verpackung »»»
Die äussere Verpackung ist gut gemacht, mit einer Kurzbeschreibung der wichtigsten Features und einem grossen Produktbild. So kann man sich zumindest von der Optik auch dann einen Eindruck verschaffen, wenn das Gerät nicht aufgebaut ist. Im Innenteil hat man dann äusserst viel Styropor, Pappe und Schutzhüllen für die Einzelteile verwendet - damit ist das Gerät wohl transportsicher, jedoch sehr umständlich verpackt, es fällt jede Menge Abfall beim Auspacken an. Da wäre vielleicht weniger mehr gewesen.
INBETRIEBNAHME UND ERSTE SCHRITTE
««« Zusammenbau und Netzanschluss »»»
Das Einsetzen der Akkus und die paar Handgriffe zum Zusammenstecken der Mobilteile und zum Verbinden der Kabel sind - wie bei den meisten Geräten - kein Problem. Die Verarbeitung der Teile ist gut, so dass der Zusammenbau reibungslos verläuft.
««« Anmelden der Mobilteile »»»
Die Verpackung versprach: "Mobilteile bereits vorregistriert (Plug & Play)". Darunter verstehe ich eigentlich, dass meine Basisstation die Mobilteile beim ersten Einschalten automatisch erkennt. Zumindest beim zweiten Mobilteil war dies nicht der Fall. Probleme beim manuellen Anmelden gab es dank einer präzisen Beschreibung dieses Punktes in der Bedienungsanleitung aber nicht.
««« Die Bedienungsanleitung
»»»
Leider ist die Anleitung nicht durchweg auf hohem Niveau. Zwar sind praktisch alle Punkte verständlich und nachvollziehbar beschrieben, doch manchmal tut man sich schwer, ein bestimmtes Thema schnell wiederzufinden. Etwas planlos und unsortiert wird da zwischen zwischen internen und externen Anrufen, zwischen geräteabhängigen und netzabhängigen Funktionen hin- und hergesprungen. Das hätte man übersichtlicher gestalten können. Zudem finden sich kleine Fehler in den Tastenbezeichnungen, z.B. beim Einstellen der AB-Klingeltöne. Es scheint so, als sei AEG bei der Anleitung ein wenig achtlos vorgegangen.
OPTIK UND HANDHABUNG
««« Die Tastatur der Mobilteile »»»
Hier gibt es kaum etwas zu beanstanden. Das Design der Mobilteile ist konservativ und funktional, die Tasten symmetrisch angeordnet und ausreichend gross. Die Sondertasten sind "sprechend" beschriftet, etwa die Wähltaste mit einem Telefonhörer und das Telefonbuch mit einem Buchsymbol, so dass man sich schnell zurechtfindet. Die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt (Widerstand), bei Bedarf kann man Tastaturtöne einschalten.
««« Die Bedientasten der Basisstation »»»
Über insgesamt 9 Steuertasten an der Basisstation werden der Anrufbeantworter sowie die Freisprechfunktion gesteuert. Hier gilt ebenfalls: sprechende Beschriftung, leicht erlernbar, Grösse und Druckpunkt gut. Vollkommen unverständlich allerdings, warum für bestimmte Funktionen zwei Bedienelemente im Boden der Basisstation angelegt wurden: will man etwa die Anzahl der Klingeltöne einstellen, nach denen der Anrufbeantworter loslegen soll, muss man die Basisstation umdrehen und mit einem spitzen Gegenstand in einem winzigen Bedienpunkt herumdrücken. So hat man früher bei alten Digitaluhren die Zeit eingestellt - mehr als umständlich.
««« Das Display »»»
Einen dicken Minuspunkt erhält das Display: schwarze Schrift auf dunkelblauem Hintergrund ist nun wirklich keine gute Idee. Vom Aufbau her sind drei Zeilen vorgesehen: die breite, obere Zeile für Schrift, darunter eine etwas schmalere für Zahlen und schliesslich eine ganz schmale Zeile für Statusanzeigen wie Verbindungsqualität oder Akkuleistung. Die Darstellbarkeit von 12 Zahlen in der Mittelzeile ist noch akzeptabel, die 10 möglichen Buchstaben für Text aber eindeutig zu wenig. Dies ist vor allem beim Telefonbuch ärgerlich. Zudem sind die kantigen Schriftzeichen ziemlich schlecht lesbar.
E INSTELLUNGEN
««« Das Telefonbuch »»»
Die Programmierung des Telefonbuchs ist grundsätzlich einfach, ärgerlich und unnötig allerdings, dass schon wenige Sekunden ohne Tastendruck genügen, um die Eingabe ohne Speichern abzubrechen. Noch ärgerlicher aber, dass nur 20 (!) Einträge möglich sind und die Länge der Namen auf 10 Zeichen beschränkt ist. Das ist für meine Ansprüche eindeutig zu wenig.
««« Die Klingeltöne »»»
Die 10 wählbaren Klingeltöne sind nun wirklich nichts Besonderes: monotones Gefiepe in ganz hohen Tönen, das mir schon nach wenigen Tagen auf die Nerven ging. Ich bevorzuge eben kräftige, tiefe Klingeltöne. Immerhin nützlich, dass für externe und interne Anrufe unterschiedliches Klingeln einstellbar ist.
Für mich ein Riesenmanko - selbst wenn man unmittelbar neben der Basisstation steht, bleibt ein ziemlich unangenehmes Grundrauschen. Die Einstellung der Hörerlautstärke (in 5 Stufen möglich) ändert daran nichts, auch nicht die Entfernung zur Basis. Eine Störung durch andere Signale ist praktisch auszuschliessen, da beim alten Gerät (Gigaset) dieses Problem nie auftrat. Da es sich ausserdem bei internen und externen Anrufen zeigt, dürfte auch ein Leitungsproblem als Ursache entfallen. Ich muss wohl schlicht mit diesem Mangel leben.
««« Sprachqualität an der Basis (Freisprechen) »»»
Äusserst angenehm dagegen die Freisprechfunktion, die ebenfalls in 5 Lautstärkestufen möglich ist. Bei normaler Sprechlautstärke und einem Abstand von 1-2 Metern zur Basis ist die Übertragung (bei mittlerer Lautsprechereinstellung) einwandfrei. Man muss sich also weder besonders nah ans Telefon bemühen noch unnatürlich laut sprechen.
««« Übertragungsqualität »»»
Versprochen ist eine Reichweite von bis zu 50m im Haus und bis zu 300m im Freien. Vor allem letzteres wird man in der Regel nicht benötigen. Mir selbst reicht eine Verbindung in den Garten, das sind etwa 25m durch eine massive Aussenwand. Dies leistet das D-8000 ohne Qualitätsverlust.
««« Akkuleistung »»»
Ungewöhnlicherweise ist in der Anleitung keine Soll-Akkuleistung angegeben. Anders als bei Handys ist dies allerdings bei schnurlosen Telefonen auch nicht übermässig wichtig, da sie in der Regel nach dem Telefonat wieder auf der Basisstation und damit in der Ladeschale landen (was freilich irgendwann ungute Memory-Effekte zeitigen kann). Bei mir ist im Normalbetrieb nicht mehr als 1 Stunde Telefonat oder 24 Stunden Standby (ausserhalb der Basis) üblich, beides leistet der Akku locker. Muss er auch, alles andere wäre für den Kauf ein KO-Kriterium.
A NRUFBEANTWORTER
««« Einstellung »»»
Bei Inbetriebnahme des Telefons müssen Datum und Uhrzeit eingestellt werden, was auch für den Laien sehr einfach ist. Ist der Anrufbeantworter eingeschaltet, kann man zwischen reiner Abwesenheitsnachricht (ohne Aufnahmefunktion) und Aufnahme einer Nachricht wählen. Für beide Modi gibt es Standardansagen, die man sehr einfach mit persönlichen Ansagen übersprechen kann.
««« Aufnahmekapazität »»»
Eine einzelne Textnachricht darf bis zu 2 Minuten lang sein. Insgesamt fasst der AB bis zu 11 Minuten Nachrichten. Im Regelfall ist das ausreichend, bei längerer Abwesenheit (z.B. Urlaub) sollte gelegentlich über die Fernabfrage aufgeräumt werden.
««« Tonqualität »»»
Die Sprachqualität der eingehenden Nachrichten als auch der aufgesprochenen eigenen Ansagen ist nicht zu beanstanden.
««« Fernabfrage »»»
Mittels PIN-Code ist eine Fernabfrage des Anrufbeantworters möglich, die einfach zu handhaben ist und auch stressfrei funktioniert.
««« Komfortfunktionen »»»
Gegenüber den ganz einfachen Anrufbeantwortern, die oft nur auf das Mobilteil ausgelegt sind und im Grunde wie eine Handy-Mailbox funktionieren, erlaubt es das D-8000, eingehende Anrufe mitzuhören und bei Bedarf zu übernehmen. Eine äusserst nützliche Funktionalität, wenn man erstmal checken will, wer da am anderen Ende der Leitung ist. Laufende Gespräche aufzuzeichnen erlaubt die Anlage hingegen nicht.
WORÜBER ICH NICHTS SAGEN KANN...
º Das Gerät bietet diverse Komfortfunktionen, die vom Netzanbieter unterstützt werden müssen, wie Makeln, Anklopfen, Dreierkonferenz usw. Da ich darüber nicht verfüge, fehlen mir mit diesen Funktionen eigene Erfahrungen.
º Zu Garantieabwicklung, Service und Kundendienst vermag ich ebenfalls nichts zu sagen, da ich diese bislang nicht in Anspruch nehmen musste.
Wie einleitend gesagt, das Fazit fällt zwiespältig aus. Mit den von mir gewünschten Funktionalitäten bin ich völlig zufrieden - Hausruf und Anrufbeantworter arbeiten ohne jegliche Beanstandung.
Andererseits sind Sprachqualität, Display und die wichtige Telefonbuchfunktion weit unter dem heutigen "state of the art". Nervig, wenn auch nicht kriegsentscheidend, sind die Klingeltöne.
Wichtige Aspekte wie Akku- und Übertragungsleistung fallen immerhin nicht unangenehm auf.
(Dieser Bericht erschien unter gleichem Namen zuerst bei Ciao)
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