Forsaken 64 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung (4.0 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Bedienung:
gut
Suchtfaktor:
hoch
Wird langweilig:
nach wenigen Monaten
Geeignet für Spieler ab:
12 Jahre
Grafik:
ausgezeichnet
Sound:
gut
Schwierigkeitsgrad:
Fortgeschrittene
Haben Sie das Spiel gespielt?:
ja
Vorteile
Sehr farbenprächtige und stets flüssige Grafik, viel Action, sehr viele interessante Spielmodi, unterschiedliche Missionsziele, großer Mehrspielerspaß, hohe Langzeitmotivation
Toller Mehrspielerspaß, unglaublich viele interessante Spielmodi, mehr Taktik als Action und somit anspruchsvoll, leuchtende Farben, stets flüssige Grafik, gute Soundeffekte
Nachteile/Kritik
Eingewöhnungsphase mit der Steuerung, manch einem zu hektisch und zu schnell
Komplizierte Steuerung schreckt zunächst ab, nicht gerade leicht
Einsam und verlassen
ein Testbericht von Yasmeen2004-11-05 10:58:47vom 05.11.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Sehr farbenprächtige und stets flüssige Grafik, viel Action, sehr viele interessante Spielmodi, unterschiedliche Missionsziele, großer Mehrspielerspaß, hohe Langzeitmotivation
...Nachteile/Kritik: Eingewöhnungsphase mit der Steuerung, manch einem zu hektisch und zu schnell
Forsaken 64 ist ein Videospiel, welches einem Genre angehört, mit dem ich eigentlich selber nicht so wahnsinnig viel zu tun habe. Wie so oft, war es an irgendeinem Tag im Jahr 1999 gewesen, als ich meinen beiden Brüdern eher zufällig über die Schultern schaute und der Ursache auf den Grund gehen wollte, wieso sich die Beiden so hartnäckig bekriegten. Mein anfängliches Desinteresse an diesem Spiel für das Nintendo 64 schwand dann nach und nach und eigentlich war ich selber am Meisten darüber erstaunt, dass ich das Joypad dann doch tatsächlich länger als nur ein paar Minuten in den Händen hielt.
Bei diesem Spiel, über welches ich Euch nun etwas ausführlicher berichten möchte, handelt es sich im Grunde um einen 3D-Shooter, wie schon gesagt eigentlich eine Art von Videospiel, der ich grundsätzlich eigentlich nicht so wahnsinnig viel abgewinnen kann. Dies liegt unter anderem daran, dass mir oft nach einer gewissen Zeit durch das hektische Hin- und Herscrollen schwindlig und manchmal sogar richtig schlecht wird, aber das jetzt nur am Rande. Jedenfalls haben wir es bei Forsaken 64 mit einem Spiel zu tun, welches auch für den PC und die Playstation damals erschien, allerdings unterscheiden sich die Versionen in qualitativer Hinsicht merklich, das habe ich mir zumindest sagen lassen. Verwechselt die unterschiedlichen Versionen bitte nicht, denn diese Nintendo-Version soll noch besser gelungen sein als die sowieso schon ganz ordentliche Playstationvariante. Interessant dürfte diese N64-Version von Forsaken für alle glücklichen Nintendo-64-Besitzer(innen) sein, da der Preis mittlerweile die 10€ sicher nicht mehr überschreiten sollte. Nun aber auch schnell zum Spiel an sich.
In diesem Shooterabenteuer befinden wir uns in der Zukunft, die so gut wie gar nicht mehr an unseren momentanen blauen Planeten erinnert. Wie so oft in Zukunftsszenarien haben die Maschinen, welche wir Menschen einst selber erschaffen hatten, die totale Kontrolle übernommen, wir selber arbeiten im Untergrund und kämpfen für eine Rebellenbewegung. Diesen Weg mussten wir leider gehen, da die sogenannte „Mechanical Defense Force“ alle menschlichen Wesen offiziell in die Verbannung geschickt hat, wogegen wir natürlich enorm etwas haben und unbedingt etwas dagegen unternehmen wollen. Unser Hauptziel ist es, die Herrschaft der Maschinen zu beenden, so dass die menschliche Zivilisation wieder die Geschicke des Planeten leiten kann, doch stellt sich dies als ein besonders schweres Unterfangen heraus, wie es eigentlich auch gar nicht anders zu erwarten gewesen war. Um die Schreckensherrschaft der Maschinen zu beenden, bringt es nichts, sich mit dem „Fußvolk“ herumzuschlagen, Ihr müsst vielmehr die Köpfe ausfindig machen und schnellstmöglich eliminieren. Diese Bosse haben sich allerdings gut verschanzt, Ihr müsst daher wohl oder übel das Hauptquartier aufsuchen, welches naturgemäß schwer bewacht wird.
Insgesamt müsst Ihr 22 Missionen bewältigen, welche es teilweise ordentlich in sich haben. Auf einer Art „Cyber-Bike“ düst Ihr durch endlos erscheinende Kanalsysteme beziehungsweise durch kilometerlange Labyrinthe. Feinde gibt es dabei noch und nöcher, phasenweise quellen die weitverzweigten Gänge von diesen nur so über, manchmal aber herrscht eine erstaunliche Ruhe. Die Aufträge sind im Vergleich zur Playstationversion (das habe ich mir sagen lassen, ich selber kenne die PS-Fassung nur
sehr flüchtig) ziemlich kurz, was aber kein Nachteil ist, eher ein Schwachpunkt der Sony-Variante war. Anstatt einfach wild drauflos zu rasen, müsst Ihr in Forsaken 64 meistens strategisch vorgehen und oft den Feinden geduldig auflauern beziehungsweise dafür sorgen, dass sich Euer jeweiliges Opfer von der Hauptgruppe trennt, um es dann auslöschen zu können. Achtet Ihr nicht darauf, dürftet Ihr nur selten eine Chance gegen die zahlenmäßig überlegenen Feinde haben, allein dieses taktische Element hat mir schon richtig gut gefallen. Während die Playstationversion viel Wert auf unaufhörliche Action legte, spielt bei dieser Nintendoversion eher ein besonnenes Vorgehen die entscheidende Rolle, der Actionanteil ist nicht mehr ganz so hoch, das genaue Erfüllen der einzelnen Missionsziele steht eindeutig im Vordergrund und eben kein wildes „Geballer“. Genau das war neben der ansprechenden Grafik (dazu komme ich noch später) der Hauptgrund dafür, dass ich bei diesem 3D-Shooter überhaupt „am Ball blieb“.
Die Aufträge beziehungsweise die einzelnen Missionsziele an sich sind erfreulicherweise sehr unterschiedlich. Mal müsst Ihr in einem bestimmten Gebiet sämtliche Feinde auslöschen, mal müsst Ihr Verteidigungssysteme des Maschinen-Imperiums außer Kraft setzen und ein anderes Mal müsst Ihr sehr wichtige Gegenstände ausfindig machen. Besonders interessant (aber aus meiner Sicht auch am Schwersten) sind die Missionen, welche Euch mit der Verteidigung von Reaktoren beauftragen. So müsst Ihr beispielsweise mehrere Reaktoren gleichzeitig beschützen oder einem Transport sicheren Geleitschutz gewähren. Für Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt, langweilig wurde mir jedenfalls nicht, wobei ich sagen muss, dass wir uns später oft zu dritt abwechselten, sozusagen als Team (allerdings nacheinander) an der Erfüllung der Missionen versuchten. Und wie so üblich bei solchen Spielen, warten auch richtig schwere Brocken auf Euch, nämlich die sogenannten Zwischen- und ganz besonders die Endgegner, welche in der Regel nur mit einer ganz bestimmten Taktik zu besiegen sind, die es dann im Kampf erst herauszufinden gilt. Ihr könnt Euch nun sicherlich vorstellen, dass es hier andauernd nur so kracht und gewaltige Explosionen an der Tagesordnung sind. Wie dieses Actionspektakel denn technisch umgesetzt wurde und ob gerade die Grafik das Ganze halbwegs verkraften konnte, erfahrt Ihr jetzt.
Ich will Euch auch gar nicht weiter auf die Folter spannen und kann Euch sagen, dass ich insgesamt von der Grafik sehr positiv überrascht wurde. Denn trotz der gewaltigen Action, der vielen Licht- und Feuereffekte bei den Explosionen, der zahlreichen Gegnern und trotz des enorm hohen Spieltempos beim Rasen durch die Gänge geht die Grafik eigentlich nie so richtig in die Knie. Nur ganz selten flimmert oder flackert es, zu keinem Zeitpunkt war dies jedoch störend, in der Regel fiel das auch nur den Zuschauern auf, nicht dem Spieler bzw. der Spielerin selber, welche(r) viel zu sehr in die gebotene Action involviert war, um dies bemerken zu können. Die sehr bunte Grafik bleibt konstant flüssig und vermittelt wirklich ein tolles Spielgefühl. Dafür, dass ich solchen Actionspielen eigentlich nicht so viel abgewinnen kann, war ich dann doch von der Spielatmosphäre sehr angetan, wenn ich auch zugeben muss, dass ich mich die ersten 20, 30 Minuten erst an das Spiel gewöhnen musste. Natürlich sehen manche Decken und Wände ab und zu noch etwas kantig aus, aber trotzdem gehört die Euch gebotene Grafik mit zum Besten, was das Nintendo 64 seinerzeit zu leisten imstande war. Der Soundtrack kann da nicht ganz mithalten, ist aber im Großen und Ganzen noch halbwegs okay. Die Hintergrundmelodien passen ganz gut zum Spielgeschehen, halten sich aber merklich zurück, deutlich mehr hatte ich mir auf jeden Fall von den Soundeffekten versprochen, bei den vielen waghalsigen Manövern und unterschiedlichen Gegnern sowie gewaltigen Explosionen wäre sicher noch etwas mehr drin gewesen.
Was das Spiel aber besonders interessant macht, ist eine ganz andere Sache, nämlich der hohe Unterhaltungswert auch bzw. gerade zu mehreren und die hohe Langzeitmotivation. Habt Ihr Forsaken 64 nämlich einmal durchgespielt, ist der Spaß für Euch noch lange nicht vorbei. Denn dann wird ein Gefechtsmodus freigeschaltet, welcher einen völlig anderen Spielverlauf beinhaltet. In diesem Modus spielen die Missionen gar keine Rolle mehr, sondern es kommt darauf an, in den unterschiedlichen Kampfarenen möglichst viele Trophäen ergattern zu können, wobei die Konkurrenz in Form anderer Jäger nicht schläft. Dabei kommt es zunächst zu reinrassigen Duellen, also zu 1: 1-Konstellationen im Bronze-Bereich, wobei Ihr in acht verschiedenen Durchgängen dann erfolgreich sein bzw. überlebt haben müsst. Im Silber-Bereich müsst Ihr Euch dann mit zwei CPU-Gegnern um die Pokale streiten und im Gold-Bereich dann sogar in einer Vierergruppe, also mit drei Gegnern um die jeweiligen Trophäen. Dies steigert den Spielspass natürlich enorm und sorgt dafür, dass Ihr selbst nach 30 Stunden sicherlich immer noch nicht durch mit diesem Spiel seid. Doch es gibt noch mehr in Forsaken 64.
Denn ein ganz besonderes Kernstück dieses 3D-Actionspiels ist der Mehrspielermodus, spätestens hier wird deutlich, dass Forsaken 64 ungewohnt viel zu bieten hat. Denn bis zu vier menschliche Spieler können gleichzeitig an den Start gehen, wobei besonders beeindruckend ist, dass die Grafik weiterhin konstant flüssig bleibt und auch nicht langsamer zu werden scheint. Hier wurde von den Entwicklern sehr gute Arbeit geleistet, bei keiner der insgesamt acht verschiedenen Arenen hatte ich das Gefühl, dass es spieltechnische Probleme geben könnte. In diesem Mehrspielerbereich gibt es dann auch noch vier verschiedene Spielmodi, was natürlich ein besonderes Lob verdient hat. Im Survival-Modus geht es darum, wer als letzter Biker noch überlebt oder Ihr kämpft darum, wer als Erstes eine bestimmte Anzahl an Abschüssen erreicht hat. Später gibt es noch die Möglichkeit, sich einen kleinen Goldschatz zu ergattern und sich diesen möglichst lange nicht von den anderen Jägern abluchsen zu lassen, einige von Euch kennen dies sicher von „James Bond Golden Eye“, wo Ihr mit einer Flagge herumlaufen musstet. Witzig ist dann praktisch noch das Gegenstück dazu, nämlich der Modus, in welchem ein Spieler eine Zeitbombe mit sich herumschleppen muss und diese nur allzu gerne vor dem Ablauf des Zeitlimits an einen anderen Mitspieler loswerden möchte. Allein die beiden letzten Spielmodi machen auch auf lange Sicht hin sehr viel Spaß.
Forsaken 64 ist tatsächlich ein Hit und aus den vorhin genannten Gründen noch einen Tick besser als die zuvor erschienenen Versionen für PC und Playstation. Die Grafik ist nicht nur sehr farbenfroh, sondern bleibt auch immer schön flüssig, selbst bei den spannenden Mehrspielerduellen. Während der Soundtrack dagegen etwas (aber nicht allzu sehr) abfällt, gefiel mir besonders die riesige Anzahl an verschiedenen Spielmodi, die Ihr allerdings oft auch erst freispielen müsst. Es gibt so unglaublich viele unterschiedliche Spielvarianten, dass Ihr nicht nur am Anfang circa 30 Stunden im Solomodus beschäftigt seid, sondern auch viele Wochen und Monate später immer wieder in packenden Mehrspielerduellen Spaß haben werdet. An die Steuerung musste ich mich am Anfang allerdings erst noch gewöhnen, doch nach etwas Startschwierigkeiten war dann alles okay. Auch die Kameraperspektiven sind im Großen und Ganzen gut gelungen, bedenkt man, dass mir normalerweise bei so rasend schnellen 3D-Spielen mit ihren vorbeizzoomenden Decken und Wänden nach einer gewissen Zeit immer etwas schwindlig wird. Diejenigen, die keine Actionspiele mögen, sollten natürlich die Finger von diesem Spiel lassen, allen anderen von Euch, die ein Nintendo 64 besitzen und zumindest ab und zu ganz gerne etwas Action haben möchten, kann ich uneingeschränkt einen Kauf dieses echten Videospielhits ganz klar empfehlen.
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ein Testbericht von elisa22006-02-02 00:18:46vom 02.02.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Toller Mehrspielerspaß, unglaublich viele interessante Spielmodi, mehr Taktik als Action und somit anspruchsvoll, leuchtende Farben, stets flüssige Grafik, gute Soundeffekte...Nachteile/Kritik: Komplizierte Steuerung schreckt zunächst ab, nicht gerade leicht
Forsaken 64 ist eigentlich nun nicht gerade die Art von Videospiel, für die ich mich normalerweise begeistern kann, ich selber hätte mir dieses Spiel für das Nintendo 64 auch ganz sicher niemals gekauft. Vielmehr wurde ich zum Mitspielen mehr oder weniger „gezwungen“ und nachdem ich zu Beginn dieses Actionspiels kaum Lust verspürte, änderte sich dies jedoch mit zunehmender Spieldauer. Zumindest gemessen am damaligen Standard stellt dieses N64-Modul einen ganz objektiv gesehen sicherlich sehr bemerkenswerten Titel dar, ganz unabhängig vom persönlichen Geschmack muss man das diesem Spiel schon zugestehen. So richtig warm wurde ich mit diesem Ballerspiel zwar nur im Mehrspielermodus, doch das lag wahrscheinlich auch eher an mir als am Spiel an sich. Selbst nach heutigen Maßstäben braucht sich zumindest die N64-Variante (eine deutlich schwächere, wenn auch nicht richtig schlechte Playstationversion gibt es von diesem Spiel nämlich auch) gar nicht einmal so wahnsinnig zu verstecken, denn trotz der mittlerweile veralteten Präsentation überzeugt besonders die Langzeitmotivation durch den spannenden und abwechslungsreichen Spielverlauf, begleitet von vielen zur Verfügung stehenden Spielmodi.
Worum geht es bei Forsaken 64 eigentlich?
Da es sich um ein Ballerspiel voller Action handelt, steht eine Hintergrundgeschichte naturgemäß eher im Hintergrund, ja eigentlich interessiert eine solche so richtig niemanden. Hier steht vielmehr die Action im Vordergrund, was in diesem Fall in erster Linie das hohe Spieltempo und der Actiongehalt betreffen. Forsaken 64 spielt sich in einer weite entfernten Zukunftswelt ab, in welcher die Menschen schon längst nicht mehr die alles entscheidende Rolle innehaben, sondern längst hochtechnologisierte Maschinen das Zepter übernommen haben. Die sogenannte Mechanical Defense Force hat sämtliche Angehörigen der Menschenrasse verbannt, nur ganz wenige Untergrundkämpfer wagen diesem Regime zu trotzen, wir gehören natürlich selbstverständlich zu jener Randgruppe. Wir lehnen uns energisch gegen die unbarmherzige Herrschaft der MDF auf und verfolgen hartnäckig das Ziel, dass wir – also die Menschen – endlich wieder an die Macht gelangen. Dies ist natürlich viel leichter gesagt als getan, insgesamt warten über zwanzig sehr umfangreiche Missionen auf uns, welche teilweise extrem schwierig zu bewältigen sind, Anfänger werden dieses Abenteuer sicherlich nicht mit heiler Haut überstehen, da bin ich mir ganz sicher.
Mit einem Raumgleiter fliegen wir fortan durch sehr enge Gänge, so dass dies sicherlich nichts für Klaustrophobiker ist, durch nicht enden wollende Tunnel- und Röhrensysteme sausen wir hindurch, oftmals haben wir mehr mit der Navigation zu kämpfen als mit den Gegnern an sich. Hier bin ich auch dann schon beim ersten (von allerdings insgesamt wenigen) Negativpunkten angelangt, nämlich der Steuerung. Es ist nämlich ein großer Kraftakt beziehungsweise eine enorme Geduldsanstrengung, bis ihr diese wirklich irgendwann einmal halbwegs verinnerlicht habt, zwischendurch hatte ich jedenfalls öfters einfach keine Lust mehr. Auch wenn ich weiß, dass dies nicht jeder so sieht: ich halte die Lenkung unseres Gleiters nicht nur für gewöhnungsbedürftig, sondern bezeichne diese offen und ehrlich als umständlich und zumindest leicht missraten, so zumindest meine persönliche Meinung. Für die Meisten von uns ist es daher nötig, gleich zu Beginn des Spiels, wie ich finde unnötig viel Zeit in die Steuerung zu investieren, auch die unterschiedlichen
Waffensysteme wollen schließlich zudem erlernt sein und anständig gehandhabt werden. Wäre ich alleine gewesen, ich hätte das Nintendo 64 wahrscheinlich nach ungefähr 10 bis 15 Minuten entnervt ausgeschaltet, zugeben muss ich allerdings auch, dass es später tatsächlich zu schaffen ist, wer von Euch solche Spiele sehr gerne mag, sollte also nicht vorschnell aufgeben.
Wie schon einmal erwähnt, unterscheidet sich diese N64-Fassung erheblich von der für die Playstation und dies ganz erheblich, es sind deutliche Qualitätsunterschiede sowohl beim Spielverlauf als auch der Präsentation auszumachen, wobei die Playstationversion nicht den Hauch einer Chance gegen dieses N64-Modul hat. Hier auf dem Nintendo sind die Missionen wesentlich kürzer und somit auch weniger langatmig ausgefallen und setzen ein strategisches Denken voraus, ein planloses Rumballern bringt Euch auf Dauer überhaupt nicht weiter und das ist auch gut so. Es gibt angenehm wenig Feinde in dem weitverzweigten Labyrinth, dafür sind diese intelligent und sorgen somit für anspruchsvolle Auseinandersetzungen. Es wird ein besonderer Wert auf die Missionen an sich gelegt, die Action wird hier nicht ganz so groß geschrieben, was mir auch sehr entgegen kam. Die einzelnen Missionen beschäftigen sich nicht nur mit der vollständigen Säuberung bestimmter Abschnitte von Feinden, sondern auch mit der Zerstörung feindlicher Stützpunkte oder der Verteidigung eigener Stellungen. Außerdem eskortiert Ihr zwischendurch einen Konvoi, welcher natürlich angegriffen wird, setzt Euch unterwegs mit Zwischen- und Endgegnern auseinander und seid zudem auf der Suche nach einzelnen Teilen einer Superwaffe. Für Abwechslung ist somit auf jeden Fall gesorgt.
Wer es tatsächlich schafft, das Spiel durchzuspielen, schaltet einen weiteren Modus frei, in welchem es keine Missionen mehr gibt, sondern ausschließlich um das Gewinnen einzelner Pokale geht, Ihr tragt dann mehrere Duelle hintereinander mit ebenfalls sehr engagierten Gegnern aus, die natürlich dasselbe Ziel verfolgen wie wir, Bronze-, Silber- und Goldtrophäen gibt es dabei je nach Schwierigkeitsgrad zu gewinnen. Doch nicht nur der Einzelspieler- sondern ganz besonders der Mehrspielermodus fand hier bei Forsaken 64 eine Berücksichtigung: für actiongeladene und (für mich überraschend) tatsächlich spannende Duelle wird hier gesorgt. Zwei, drei oder auf Wunsch auch vier Spieler gleichzeitig dürfen sich hier gegenseitig bekriegen und dies auch noch in zahlreichen unterschiedlichen Varianten: entweder geht es auf Zeit oder es zählt die Anzahl der Abschüsse, alleine als Schatzinhaber oder auch Besitzer einer tickenden Zeitbombe im Kampf gegen den Rest, einer wochenlangen oder sogar monatelangen Unterhaltung steht eigentlich nichts im Wege. Das könnt Ihr mir ruhig glauben, denn speziell jemand wie ich findet solche Ballerspiele eigentlich weniger aufregend, aber in Duellen mit Gleichgesinnten kann dies tatsächlich einen Mordsspaß machen.
Wie sieht Forsaken 64 aus und wie hört es sich an?
Die 3D-Optik ist eindeutig eine große Stärke dieses Nintendo-64-Spiels, diese ist um Längen, ja wenn nicht sogar Lichtjahr besser als die auf der Sony Playstation. Selbst in den Mehrspielerduellen scheint die Hardware des Nintendo 64 mithalten zu können, es gibt kein störendes Ruckeln, Flackern oder Flimmern, was meiner Meinung nach angesichts des hohen Spieltempos wirklich eine große Leistung ist, da hat das Entwicklerteam von Acclaim offensichtlich sehr gute Arbeit geleistet. Die Grafik bleibt jedenfalls immer schön flüssig. Überhaupt fällt Forsaken 64 sehr farbenprächtig aus, wobei das Ganze fast schon des Guten ein bisschen zuviel ist. Bedenkt man das enorm hohe Tempo und die zahlreichen Spezialeffekte im Kampf kann einem früher oder später ganz schön schwindlig werden, Eure Augen werden auf jeden Fall sehr angestrengt. Hässliche Texturen gibt es jedenfalls nur sehr selten, auch wenn die Hintergründe oft verschwommen aussehen, gestört hat dies mich nicht besonders. Auch wenn ich die ewigen Labyrinthe auf Dauer deprimierend finde und die Dungeons auf Dauer nicht besonders schön finde, so ist die Grafik ganz objektiv gesehen sehr gut gelungen. Der ansonsten beim Nintendo 64 oft so übliche Nebel ist mir diesmal überhaupt nicht aufgefallen, überhaupt sehen die feindlichen Objekte erstaunlich detailliert gezeichnet aus und eben überhaupt nicht grob. Mit der sehr guten Grafik kann die Begleitmusik zwar nicht ganz mithalten, was aber speziell beim Hintergrundgedudel auch ziemlich egal sein dürfte, dieses wird sowieso von den krachenden Soundeffekten oft übertönt, diese sind angenehm abwechslungsreich ausgefallen und halten sich wahrlich nicht zurück.
Kann ich Euch Forsaken 64 insgesamt empfehlen?
Aber ganz eindeutig kann ich das. Schwächen gibt es in diesem Fall so gut wie gar nicht, selbst jemand wie ich, die mit solchen Ballerspielen eigentlich eher wenig anfangen kann, muss zugeben, dass es sich hier um ein weit überdurchschnittlich gutes Spiel für das Nintendo 64 handelt. Für Fans von Actionspielen beziehungsweise Shootern dürfte Forsaken 64 ein ganz klarer Pflichtkauf sein und speziell Anhänger brisanter Mehrspielerduelle kommen hier voll auf ihre Kosten. Beeindruckt hat mich insbesondere, dass hier nicht planlos geschossen werden darf, sondern klug vorgegangen werden muss. Des Weiteren ist den Entwicklern mit der stets flüssigen Grafik eine beachtliche Leistung gelungen, darüber hinaus sind die vielen leuchtenden Farben sehr nett anzuschauen, auch wenn diese früher oder später die Augen sehr anstrengen. Einen weiteren Pluspunkt stellen ohne Zweifel die erstaunlich vielen unterschiedlichen Spielmodi dar, die eine enorm hohe Langzeitmotivation garantieren. Was mir als einziger Negativpunkt auffiel, war die nicht leicht zu erlernende Steuerung, welche zumindest in meinem Falle eine sehr lange Eingewöhnungsphase erforderlich machte. Ich jedenfalls hatte zu Beginn dieses Spiels ordentlich Probleme mit ihr, wurde dann aber durch packende Mehrspielerduelle gut belohnt. Für Fans solcher Actionmodule ist Forsaken 64 einfach ein Muss und selbst für solche wie mich, die mit so einer Art von Videospielen üblicherweise nicht so wahnsinnig viel anfangen können, lohnt sich ein entsprechender Ausflug in dieses eigentlich fremde Genre.
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