Gaggia Paros grau Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Espresso gefällig? Oder lieber Cappu?
ein Testbericht von miss_varna2004-05-16 16:30:04vom 16.05.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Stabil, Mahlwerk, starke Düse, sehr leckeres Ergebnis, Ersatzteile gut erhältlich...Nachteile/Kritik: klobig, laut, Reinigung etwas beschwerlich
Seit nunmehr 8 Jahren ist sie im Familienbesitz und unser ganzer Stolz in der Küche: Die Espressomaschine „Paros“ des italienischen Herstellers Gaggia. Gaggia ist bekannt für hochwertige Espressomaschinen, und Italien ist ja bekanntlich die Heimat dieses köstlichen Elixiers. Wir haben unsere Maschine damals direkt aus Italien bezogen, wo sie mit ca. 600 DM zwar nicht gerade billig war, aber doch um eines günstiger als in Deutschland, wo der Listenpreis zu dem Zeitpunkt bei stolzen 1.300 DM lag. Recherchen ergaben, dass das Modell heute in Deutschland für unter 500 € käuflich zu erwerben ist.
Ausstattung und Bedienung:
Da Yopi erfreulicherweise ein Produktbild zur Verfügung gestellt hat, vereinfacht es die Produktbeschreibung für mich. Wenn Ihr den Eindruck habt, das Gerät sei ziemlich groß und klobig, so kann ich Euch vergewissern, dass dieser Eindruck nicht trügt! Sehr positiv werte ich die verwendeten Materialien: Das Gehäuse ist aus Stahl und Metall, man findet nur sehr wenige Teile aus Plastik: Der Behälter für die Bohnen, Wassertank, Wasserauffangbehälter und die Schalter. Bedingt dadurch ist das Gerät nicht nur klobig, sondern auch verdammt schwer – um die 10kg.
Auf der linken Seite des Gerätes befindet sich der Behälter für die Kaffeebohnen. Er ist aus grauem, durchsichtigem Plexiglas, so dass man stets sehen kann, wann die Vorräte zur Neige gehen. Befüllt wird dieser Behälter, ebenso wie der Wassertank, durch die Oberseite des Gerätes, wo eine Plastikklappe (doch noch ein Teil aus Plastik!) die Öffnung verdeckt. Da die Öffnung relativ groß ist, bereitet das Einfüllen der Bohnen keinerlei Schwierigkeiten, nichts geht daneben.
Vor dem Bohnenbehälter ist das Mahlwerk angebracht, bei dem man die Mahlstärke einstellen kann. Ein Hebel befindet sich in Ruhestellung auf rechter Seite: Bewegt man ihn nach links, setzt sich das Mahlwerk in Bewegung. Die zu mahlende Menge kann gewählt werden: Bewegt man den Hebel nur zur MittE, wird die Menge für einen Espresso gemahlen, wird der Hebel dagegen ganz nach links bewegt, erhält man die Menge für 2 Espressi, bzw. einen sehr starken oder eine größere Tasse (z.B. für Cappuccino). Während des Mahlvorganges bewegt sich der Hebel je nach Fortschritt wieder in seine Ausgangsposition zurück.
Unter dem Mahlwerk befindet sich eine kleine Halterung, in der man den Siebträger legt, der dann den gemahlenen Kaffee auffängt. Leider hört sich das in der Theorie besser an, als es in der Praxis ist: Zu oft geht viel Pulver daneben, was nicht nur Verschwendung ist, sondern auch Putzaufwand nach sich zieht. Hier hätte Gaggia sich lieber etwas anderes einfallen lassen sollen, z.B. eine Befestigung des Siebträgers direkt unter der Öffnung des Mahlwerkes.
Der Siebträger ist aus Messing und liegt ziemlich schwer in der Hand. Es gibt zwei verschiedene Siebeinsätze, für große Tassen (oder 2 kleine) bzw. für kleine Tassen. Es verfügt über zwei Öffnungen zu der linken und der rechten Unterseite, was die Zubereitung zweier Tassen gleichzeitig erleichtert.
Unter dem Mahlwerk befindet sich ein Plastikstampfer, an dem man den Kaffee im Siebträger festdrückt.
Die rechte Hälfte des Gerätes beherbergt den Wassertank, der ebenso aus durchsichtigem, grauen Plexiglas gefertigt ist und ganze 1,9l Inhalt
fasst. Dieses Füllvermögen wird die Herzen von Vieltrinkern bestimmt höher schlagen lassen, für den normalen Hausgebrauch und moderaten Konsum finde ich 1,9l jedoch zu viel – wer täglich nur 2 – 4 Tassen brüht, wird entweder den Tank nicht voll befüllen, oder aber das Wasser öfters auswechseln müssen – denn wer will schon Espresso aus abgestandenem Wasser! Befüllt wird er genauso wie der Behälter für die Bohnen über eine große Öffnung, die auch mit einem Plastikdeckel geschützt ist. Vor dem Wassertank befindet sich das Herzstück der Maschine: das Pumpaggregat. Mit 15bar Druck sorgt es dafür, dass ein ordentlicher Espresso den Siebträger verlässt. Der Siebträger wird durch eine geschickte Drehung am unteren Ende des Pumpaggregats eingeklinkt und mit ebenso einer Drehung auch wieder entnommen. Den Kaffeesatz kann man leicht in das mitgelieferte Plastikgefäß entsorgen. Hierbei empfehle ich, nach Möglichkeit etwas Zeit nach der Zubereitung verstreichen zu lassen, denn wenn der Kaffeesatz etwas angetrocknet ist, löst er sich leichter und fast ohne Rückstände aus dem Sieb. Da der Siebträger über ein Magnetventil verfügt, wird alles Wasser aus dem Sieb geleitet und der Kaffeesatz ist daher auch immer trocken. Das überschüssige Wasser gelangt in einen Auffangbehälter, der sich wie eine Schublade sehr einfach entnehmen und leeren lässt.
Aber auch Cappuccino kann man genießen, wofür die Milchaufschäumdüse sorgt. Sie verfügt am unteren Ende über einen Plastikaufsatz, der sich zur Reinigung leicht entfernen lässt.
Die Bedienung der Maschine erfolgt, abgesehen vom Hebel des Mahlwerkes, über Knöpfe auf der oberen Seite des Gerätes. Mit einem Knopf wird die Maschine eingeschaltet – solange sie sich noch aufheizt, leuchtet der Knopf orange; wenn er erlischt, ist die Maschine einsatzbereit. Ein weiterer Knopf lässt den Kaffee fließen (je ein Druckknopf für ein bzw. zwei Tassen), ein weiterer Knopf sorgt für den Dampf, der die Milch im Cappuccino aufschäumt.
Im Einsatz:
Die Zubereitung eines Espresso ist wirklich einfach und bedarf nicht viel Übung – höchstens anfangs bei der Verankerung des Siebträgers. Die Aufwärmzeit des Gerätes ist relativ kurz, die Wiederaufwärmzeit dagegen leider nicht – wenn man also mehrere Espressi gleichzeitig haben will, muss man sich etwas gedulden. Ebenso benötigt die Milchaufschäumdüse etwas längere Vorlaufzeit, ist dann aber sehr stark in der Leistung!
Das Mahlwerk ist ziemlich laut, ebenso das Pumpaggregat – wenn Ihr früh aufsteht und Eure Mitmenschen noch schlafen wollen, solltet Ihr Euch vielleicht zweimal überlegen, ob Ihr wirklich einen Espresso trinken wollt.
Ist das Gerät dann aber erst einmal warm genug, die Bohnen gemahlen und der Siebeinsatz eingeklinkt, kann es losgehen: Es dauert nur wenige Sekunden, in denen der leckere Espresso die Tasse oder die Tassen füllt. Wenn man nur eine kleine Tasse zubereiten will, sollte man aufpassen, dass man die Tasse gut unter dem Siebträger zentriert – durch die zwei seitlichen Öffnungen kann es sonst leicht passieren, dass mal etwas daneben geht, mir ist es bislang aber sehr selten passiert.
Der Espresso verfügt immer (also unabhängig von den verwendeten Bohnen) über eine sehr leckere, reichliche Crema und besticht durch seinen guten, frischen Geschmack. Mit dieser Maschine und einigermaßen vernünftigen Espressobohnen (z.B. von Lavazza oder Illy) braucht Ihr auch nicht italienische Besucher scheuen: Nicht nur unser gesamten Familie schmeckt der Espresso vorzüglich, sondern auch bislang allen unseren Gästen, denen wir einen serviert haben! Auch haben wir im Laufe der Zeit keinerlei Qualitätsschwankungen beobachten können.
Auch der Cappuccino gelingt dank der Milchdüse sehr gut, wenn auch er etwas mehr Arbeit verursacht. Aber glaubt mir, das Resultat kann sich sehen lassen! Kein Vergleich zu Pulverfabrikaten oder gar Kaffee mit Schlagsahne obendrauf.
Reinigung:
Die Reinigung ist das einzige wirkliche Manko der Maschine... Wie schon erwähnt kommt es sehr leicht dazu, dass die gemahlenen Bohnen nicht nur in das Sieb gelangen, sondern auch sehr viel staubt und sich überall auf der Maschine und drumherum niederlässt – da ist es dann schon lästig, das feine Pulver überall wieder aufzuwischen.
Auch die Reinigung der Behälter für Wasser und Bohnen gestaltet sich etwas schwieriger, da die Behälter nach hinten zu entnehmen sind und man somit in vielen Fällen das Gerät erst einmal von der Wand wegrücken muss. Die beiden Plexiglasbehälter lassen sich dann aber gut reinigen und können auch in die Spülmaschine gesteckt werden.
Der Auffangbehälter für das überschüssige Wasser ist leicht herauszuziehen und somit sehr pflegeleicht.
Auch die Siebe und der Siebträger sind sehr schnell gereinigt, was insbesondere dann wichtig ist, wenn man mehrere Espressi hintereinander zubereiten möchte.
Zur Entkalkung gibt es nicht nur im Handel spezielle Entkalker, sondern auch bei Gaggia direkt.
Kundenservice:
Gaggia ist nicht gängiges Sortiment bei vielen Elektrohändlern, aber auf der Webseite www.gaggia.de kann man einen Fachhändler in der Nähe suchen. Da wir unsere Maschine ja aus Italien bekommen haben, kann ich zum Vertrieb in Deutschland leider nichts sagen.
Ersatzteile sind hingegen sehr leicht zu bekommen. In den 8 Jahren, in denen die Maschine bei uns täglich im Einsatz ist, sind an ihr weder Defekte, noch Verschleiß zu beobachten – eine Qualität, wie man sie sich wünscht. Beim Umzug meines Vaters von Deutschland nach Bulgarien sind ihm lediglich die beiden Verschlussklappen für Wasser- und Bohnenbehälter verloren gegangen. Über gaggia.de erfuhr ich die Adresse einer Servicestelle in meiner Nähe und bestellte dort zwei neue Deckel. Diese haben nur 10DM gekostet und wurden binnen einer Woche geliefert – was will man mehr?
Fazit:
Diese Maschine ist ihr Geld auf jeden Fall wert! Der Espresso schmeckt sehr, sehr gut, die Maschine ist sehr stabil und robust – wie gesagt läuft sie bei uns seit 8 Jahren fehlerfrei! Der relativ hohe Anschaffungspreis hat sich auf jeden Fall gelohnt. Den Kundenservice haben wir auch als sehr positiv erlebt, so dass wir auch keine Bedenken vor dem Fall der Fälle haben, falls das Gerät einmal defekt sein sollte.
Einzig die Reinigung, verbunden mit dem Kaffeestaub, verleitet mich dazu, einen Punkt von der Höchstwertung abzuziehen.
Nichtsdestotrotz kann ich das Gerät uneingeschränkt weiterempfehlen!
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Allgemeine Daten
Gehäuse-Typ: Kupfer, Stahl, Messing, Kunststoff
Gewicht: 10 Kilogramm
Maße (H x B x T): 35x36x28 cm Zentimeter
Stromverbrauch (Betrieb): 1520 WattAusstattung
Heißwasserdüse: vorhanden
Wasserstandsanzeige: vorhanden
Zusatzinformationen zur Ausstattung: Integrierte Mühle mit Dosierautomatik, Boiler mit aussenliegender Heizung, Magnetventil für trockenen Kaffeesud
Funktionen
Cappuccinatore: nicht vorhanden
Tassenwärmer: vorhanden Technik
Boilerdruck-Manometer: nicht vorhanden
Espressosystem: vorhanden
Fassungsvermögen des Wassertanks: 1,9 Liter
Portionierung: für 1-2 Tassen
Pumpendruck: 15 Bar
Getränkearten: Kaffee, Tee, Espresso
Zusatzinformationen zur Technik: Siebträgersystem Weitere Merkmale
Gewährleistung: 24 Monate