Ein Skateboardspiel für das Nintendo 64, welches ich zum ersten Mal im Jahr 1999 zu Gesicht bekam, ist mir auch heute noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben. Ehrlich gesagt liegt dies aber keineswegs an einer eventuell überragenden Qualität dieses Funspiels, sondern am genauen Gegenteil, wir haben es hier nämlich mit einem derart schlechten N64-Spiel zu tun, wie ich es selten jemals gesehen habe. Airboarder 64 ist ein absoluter Mega-Flop, ganz gleich wie viel Ihr mittlerweile nur noch für dieses Spiel bezahlen müsst, es ist keinen einzigen Euro wert, so sehe ich das jedenfalls. Da Ihr mir möglicherweise nicht glaubt, möchte ich etwas mehr ins Detail gehen.
Wir befinden uns weit in der Zukunft, um genau zu sein im Jahr 2064 (die 64 kann dabei eigentlich kein Zufall sein, aber egal). Im Zentrum des Geschehens befinden sich schwebende Skateboards, welche ungefähr einen halben Meter über dem Boden dahingleiten und wir müssen uns, wollen wir dieses Fungame (was seinem Namen ganz bestimmt keine Ehre macht) wirklich ausprobieren, zunächst einmal mit der Steuerung beziehungsweise dem Fahrverhalten dieses Boards vertraut machen. Hauptsächlich beschleunigen wir solch ein Board dadurch, dass wir unseren Schwerpunkt etwas verlagern, was in unserem Fall bedeutet, dass wir das Steuerkreuz auf unserem Joypad nach unten drücken müssen, woraufhin unsere Spielfigur dann in die Knie geht und an Fahrt gewinnt.
Insgesamt erwarten uns fünf verschiedene Rennstrecken, die grundsätzlich doch sehr unterschiedlich aussehen, wir fahren sowohl durch ländliches als auch städtisches Gebiet, befinden uns dabei auf einer Insel, am Strand oder eben mitten im Stadtzentrum. Des Weiteren gibt es drei unterschiedliche Spielmodi, welche entsprechend unterschiedliche Regeln aufweisen. Im Münz-Modus stehen wir gewaltig unter Zeitdruck und müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Goldstücke einsammeln, im Time-Attack-Modus versuchen wir, neue Bestzeiten aufzustellen und schließlich versuchen wir auf der Straße möglichst viele Punkte durch artistische Kunststücke zu gewinnen, Bonuspunkte gibt es beispielsweise für das Rutschen beziehungsweise Schweben über Geländer, Zäune, Stangen und sonstige Begrenzungen, die einen Skateboarder beziehungsweise eine Skateboarderin zum Entlanggleiten veranlassen könnten.
Die gewagten Kunstsprünge vollführt Ihr mit den bekannten gelben C-Tasten auf Eurem N64-Joypad aus, wobei Ihr versucht, möglichst lange in der Luft zu bleiben, möglichst hohe Sprünge und viele Drehungen zu fabrizieren, um daraufhin, sollte alles gut laufen, sicher wieder knapp über dem Boden zu landen. Dies erfordert zunächst etwas Übung und sollte Euch, wenn ich ganz ehrlich sein darf, auch nach zwei bis drei Stunden immer noch Kopfzerbrechen bereiten, doch zu der missglückten Steuerung später an anderer Stelle mehr. Alles in allem verfügen die Skateboard-Athleten über sechzehn verschiedene Sprung- und Drehmanöver, welche Ihr dann zu eindrucksvollen Kombinationen ausbauen dürft, sofern Euch dies wirklich gelingen sollte und Ihr nach einer halben Stunde tatsächlich immer noch Lust dazu haben solltet. Schafft Ihr es nämlich nicht, regelmäßig Bonuspunkte für gewagte Kombinationssprünge einzusammeln, habt Ihr überhaupt keine Chance, in den Highscore-Listen zu landen, von freizuspielenden Extraboards einmal ganz zu schweigen, welche theoretisch auch noch auf Euch warten.
Ihr wollt wissen, was denn nun so schrecklich an diesem Skateboardspiel ist? Okay, dann lege ich jetzt einmal los, wobei ich
eigentlich gar nicht weiß, bei welchem Negativpunkt ich überhaupt anfangen soll, leider sind es wirklich so viele. Die Grafik ist jedenfalls ganz klar unterdurchschnittlich, so schön bunt die Szenerie auf den ersten Blick auch aussieht und so wenig pixelig die Optik rüberkommt, hilft dies alles nichts, da es von dicken Fehlern in der Polygongrafik nur so wimmelt und die Animationen der Spielfiguren auch nicht begeistern können. Fast überall und andauernd könnt Ihr kleine und manchmal auch größere Grafikfehler ausmachen, das nervt schon nach wenigen Minuten gewaltig. Außerdem sieht die gesamte Optik etwas verwaschen und neblig aus. Die Begleitmelodien eignen sich ganz hervorragend zum Einschlafen, diese sind wirklich todlangweilig, wenig abwechslungsreich und insgesamt ebenfalls nicht mehr durchschnittlich.
Die Steuerung ist total missglückt, diese ist total ungenau, Ihr haut einfach auf ohne Sinn und Verstand auf die gelben C-Tasten Eures Joypads ein und schaut einfach, ob der Zufallsgenerator es zulässt, dass Ihr schöne Kombinationen hinbekommt. Zudem verliert Ihr schon sehr schnell auf sämtlichen Strecken die Orientierung, es gibt keine Pfeile oder keine entsprechende Karte, die Euch zeigt, wo es langgehen soll. Schließlich fahrt Ihr nur mit Euch alleine, es gibt auf den Rennstrecken keine Computergegner, es geht nur darum, sich in die Highscorelisten eintragen zu können, das ist für ein Spiel aus dem Jahr 1998/99 einfach viel zu wenig, nicht mehr zu akzeptieren. Da auch der Zweispielermodus sehr schnell langweilig wird (höchstens unfreiwillig komisch, da oft beide Mitspieler nicht wissen, wo es langgeht), der Münzmodus total anspruchslos ist und spätestens nach zwei Stunden die Luft völlig raus aus, kann ich Airboarder 64 somit nur als extrem misslungenes Videospiel für das Nintendo 64 bezeichnen.
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