Hallo liebe Leser !
Von unserer Nordkalotten -Fahrt (Nordkalotten =übergeordneter Begriff des nördlichen Teils von Norwegen, Schweden und Finnland) in diesem Jahr habe ich ja schon Einiges berichtet.
Heute möchte ich euch ein Kleinod vorstellen, das wir in einer zweitägigen Wanderung „ansatzweise“ erkundet haben.
Aber zunächst von Anfang an.
Fakten zum Park
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Der Muddusnationalpark ist etwa 500 km2 groß und wurde schon 1942 eingerichtet. Er liegt ungefähr 25 km nördlich von Jokkmokk an der Straße 45 (Inlandsväggen) in Nordschweden. Um die Orientierung etwas zu erleichtern: das sind rund 180 km südlich der Eisenerzstadt Kiruna.
Der Park wurde mit dem „Naturschutzdiplom des Europarates“ ausgezeichnet. Er ist ein Teil der Gegend Lapplands, die von der UNESCO 1996 auf die Liste des „Welterbes“ gesetzt wurde. Diese Gegend Lapplands wurde ausgewählt, weil hier Naturschönheit und kulturelle Werte in ungewöhnlicher Weise kombiniert vorkommen.
Ziel des Parks ist es den Erhalt eines großen und zusammenhängenden Moor- und Waldgebietes sicher zu stellen. Ein großer Teil des Parks ist vom 15.März bis 31. Juli als Vogelschutzgebiet ( z.B. für Singschwan und Auerhuhn) gesperrt. Trotzdem kann man auch in dieser Zeit die Besonderheiten, wie den „Muddusfall“, einen 42 m hohen Wasserfall oder „Moskoskorsu“, eine 100 m tiefe Schlucht besuchen.
Man findet im Park weitgehend gut ausgeschilderte Wege, Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten ( siehe unten) und einfache Campingplätze.
Am Anfang war….
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… die Information.
Und der Zugang zu dieser wird einem leicht gemacht, wenn man etwas Zeit mitbringt. Kommt man von Süden, wie wir, so ist Jokkmokk, durch das man zwangsläufig kommt, der richtige Ort um Informationen zu “tanken“. Hier ist das Touristbüro die richtige Anlaufstation: ein kleines Holzhaus, gut zu finden mit einer gemütlichen Atmosphäre und einer überaus freundlichen und qualifizierten „Beratungsmannschaft“. Genau das ist es nämlich: hier wird nicht nur verkauft, sondern auch beraten. (Öffnungszeiten siehe unten)
• Tipp für Rucksacktouristen: Hier gibt es Toiletten mit Waschmöglichkeiten in beheizter Umgebung, was bei entsprechendem Wetter wichtig sein kann.
Von Norden kommend kann man auch im Touristbüro in Gällivare seine Informationen bekommen.
Wer ans Ziel kommen will…
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… muss sich auf den Weg machen. Dieser kann ganz unterschiedlich aussehen. Der Muddus Park bietet viele Möglichkeiten.
Zunächst muss man natürlich einmal hinkommen. Wer die skandinavischen Verhältnisse kennt weiß, dass es nicht immer einfach ist in der Wildnis den rechten Weg zu finden. Folgt man also dem Riksveg 45 von Jokkmokk nach Norden, so überquert man kurz vor Porjus den aufgestauten „Stora Luleälven“ bei „Liggadammen“. Direkt nach der Staumauer zweigt ein Weg nach links ab. Man folgt dieser unbefestigten Straße ca. 13 km, zunächst durch Wald, dann in Sichtweite des Luleälven, der auch hier fast wie ein See wirkt, bis zu einem einfachen Parkplatz. Hier geht die Straße nicht mehr weiter. Man hat Skaide erreicht.
Jetzt heißt es aussteigen. Nach dem Studium des Info Materials aus Jokkmokk hat man sich hoffentlich schon entschieden : kleine Tagestour, großer Rundmarsch oder darf es etwas dazwischen sein ?
Tagestour:
Bei der Tagestour kann man sich zwischen zwei Varianten entscheiden: Die kleine Tour geht über ca. 14 km vom Parkplatz Skaide zum Muddusfall und zurück. Bei der etwas längeren Tour (ca. 24 km)
bekommt man beide Sehenswürdigkeiten zu Gesicht: zunächst den Muddusfall und von dort aus geht es über eine abenteuerliche Brücke oberhalb des Wasserfalls ( die allerdings hin und wieder aus Reparaturgründen gesperrt ist, (man erfährt dies in Jokkmokk im Touristbüro) zum Moskoskorsu, der tiefen Schlucht. Dazwischen liegt „Natur satt“.
Mehrtagestour:
Diese führt über ca. 55 km sowohl zu den beiden genannten Orten, dazwischen jedoch in einem großen Bogen an den östlichen Rand des Parks. Auf diesem Weg gibt es 4 Übernachtungsmöglichkeiten. Es handelt sich dabei um kleine Blockhäuser, die in ihrer Schnuckeligkeit kaum zu überbieten sind.
Zwei der Hütten sind mit 9 Betten ausgestattet, die anderen beiden mit 3 Betten. Sie sind mit allem ausgestattet, was man so braucht (küchengerätmäßig). Die Betten haben Matratzen, Wolldecken und Kissen. Schlafsack und Proviant müssen jedoch mitgebracht werden.
Holz zum Feuern ist in Fülle vorhanden. Wir haben eine der Hütten benutzt und ich muss sagen: alles war ordentlich und sauber, aber eben einfach. Hat man ein Zelt dabei, so kann man den jeweils in der Nähe liegenden Zeltplatz benutzen.
Unsere Tour…
…. lag so etwas dazwischen, da wir wegen der gerade in Reparatur befindlichen Brücke improvisieren mussten. Da zudem die Schutzzeit vorüber war ( es war bereits Anfang August), konnten wir eine Strecke außerhalb der vorgegebenen Pfade wählen. Die gewöhnlichen Rundwege sind gekennzeichnet, wenngleich man die Schilder manchmal etwas suchen muss. Hat man sich in Jokkmokk jedoch eine Detailkarte des Parks gekauft (60.- skr) und besitzt man einen Kompass, so kann man getrost auch querfeldein gehen. Dazu sind Gummistiefel empfehlenswert, da das Gelände oft sumpfig ist (siehe oben). In die großen Moorflächen sollte man sich jedoch nicht wagen – zu gefährlich. Da dieser Sommer nun extrem trocken war, waren viele der feuchten Stellen ausgetrocknet, was auch zu einer deutlichen Verminderung der Mückenzahl geführt hatte.
Der Park ist, vor allem im weniger begangenen Teil ausgesprochen wild- und vogelreich. Da die Tiere nicht sonderlich scheu sind, konnten wir im tiefer gelegenen Bereich des Parks mehrfach Elche aus großer Nähe beobachten. Neben den zahlreichen Rentieren, konnten wir auch die Spuren von Bären ausmachen, die es – nach Aussagen eines Wildhüters – wieder in zunehmender Zahl im Park gibt. Spielende Fischotter konnten wir bewundern, wie auch zwei Bauten von Bibern, die sich jedoch nicht blicken ließen.
Auch die Vegetation ist faszinierend. Der ganze Park schillert in Schattierungen von Grün und Blau in dem verzaubernden Licht der Mittsommernacht. Die zarten Töne der Natur, das Zirpen und Summen, das Rauschen der Blätter und des Wassers lassen unser Ohr neu Töne wahrnehmen und unsere Seele aufatmen. Dies ist schwer zu beschreiben – man muss es erleben!!!
Noch einiges Wissenswertes
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++ Regeln: Natürlich gelten auch hier die Regeln des Jedermannsrechts (siehe Bericht von mir zu diesem Thema), jedoch mit einigen Einschränkungen. Ich möchte an dieser Stelle nur einige Punkte aufzählen.
- Feuer machen nur an vorgesehenen Stellen, sie sind in der Karte eingezeichnet und auch gut beschildert.
- Nicht Jagen und Angeln, Flora unberührt lassen, Hunde nicht erlaubt
++ Kosten: Die Übernachtung in der Hütten kostet 150 skr pro Person; in jeder Hütte gibt es Zahlungsformulare. Eine Bezahlung also auf Treu und Glauben – schön, dass es so etwas noch gibt.
Öffnungszeiten der Hütten vom 1.4. bis 30.9.; in der übrigen Zeit kann man die Schlüssel in Jokkmokks Touristenbüro bekommen.