Quinta do Martelo
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Quinta do Martelo

Platz 1 in der Kategorie "Terceira". Typ: Hotel / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 3,00 / 5,00 (3.0 von 5)

Quinta do Martelo Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

LosGatos

Urlaub auf dem Lande

ein Testbericht von 2004-07-11 13:01:35 vom 11.07.2004
Empfehlung: nein
Vorteile: Mietwagen im Preis inbegriffen (bei uns nicht)...
Nachteile/Kritik: Preis-Leistungs-Verhältnis hat bei uns nicht gestimmt
Auf 08/15 stehe ich nicht. Weder bei Yopi-Berichten noch bei Hotels. 08/15-Hotels heißt für mich sterile, uncharismatische Betonklötze mit vielen Services, die ich ohnehin nicht nutze. Deshalb hat es auch etwas gedauert, bis wir uns bei unserer Reise auf die Azoren für die passenden Hotels entschieden hatten.

Gebucht hatten wir über die Internet-Seite www.azores.com. Dort gab es für die Insel Terceira etwa 10 Hotels zur Auswahl. Wir entschieden uns für den Landsitz „Quinta do Martelo“, was auf deutsch soviel wie „Gut des Hammers“ heißt. Das Doppelzimmer sollte zunächst laut Website 50-60 EUR kosten. Dann hieß es in einer Mail von azores.com, dass ihnen auf ihrer Website ein Fehler unterlaufen wäre und dass es sich bei der Preisangabe um den Preis pro Person und nicht den Zimmerpreis handeln würde. Wir würden aufgrund des Fehlers aber einen Sonderpreis von 97,60 EUR pro Zimmer und Nacht (inklusive Frühstück) statt 112 EUR erhalten. Wir willigten ein, was womöglich ein Fehler war. Denn ein paar Wochen später konnte ich feststellen, dass inzwischen für die Aufenthaltsdauer ein Mietwagen inklusive angeboten wurde, um das Angebot attraktiver zu machen. Denn dieses Landhotel liegt schließlich außerhalb der Stadt. Allerdings hatte ich unseren Mietwagen bereits extra gebucht. Vielleicht hätte ich rechtzeitig versuchen sollen, „nachzutarocken“, aber womöglich wäre das wieder mit Stornierungskosten verbunden gewesen. Jedenfalls habe ich es nicht getan. Meine Kreditkarte wurde bereits vor der Reise belastet. Dafür erhielt ich für den Hotelaufenthalt einen Gutschein per e-mail zum Ausdrucken. Dieser enthielt die Adresse der Unterkunft und die gebuchten Leistungen. Eine nähere Wegbeschreibung war nicht vorhanden.

Aber wir wussten ja in etwa, wo die Anlage liegt, und Terceira ist nicht so übermäßig groß. Auf der Fahrt zum Flughafen sehen wir schon einige Hinweisschilder, die für die Anlage Reklame machen. Denn Quinta do Martelo ist mehr als ein Hotel oder ein Bauernhof, es ist gleichzeitig Museum, das Zeugnis für die ersten Bewohner Terceiras liefern soll.

Und irgendwie kommen wir auch ohne größere Probleme dorthin.

Jetzt sind wir da und stehen vor verschlossenen Türen. Kein Hinweisschild auf einen Eingang oder eine Rezeption. Wirklich nicht 08/15. Irgendwo steht Restaurant, da wir aber noch frühen Vormittag haben, ist das auch noch geschlossen. Ein Auto hält. Womöglich ein Lieferant oder ähnliches. Oder nur der Briefträger. Jedenfalls frage ich ihn, ob hier ein Hotel wäre. Ja, das stimmt schon. Er holt eine ältere Frau aus dem Haus, die sofort auf ihrem Handy jemanden anruft und dieses mir dann in die Hand drückt. Dort meldet sich ein halbwegs englisch sprechender Herr, der uns erklärt, dass er in 10 Minuten vor Ort wäre und dass seine Mutter uns in der Zwischenzeit schon mal unser Zimmer zeigen könnte.

Wir werden in ein Haus geführt. Es geht eine Holztreppe hinunter. Unser Zimmer liegt also im Keller. Und es riecht irgendwie nach Bohnerwachs. Nein, es riecht alles mindestens 40 Jahre früher, wenn Sie wissen, was ich meine. So rochen bei Uns-Zu-Lande vor 40-50 Jahren einfache Pensionen. Und einfach war ja damals schon fast Luxus. Solche Zimmer hatten damals kein fließendes Wasser und wenn man Glück hatte, war die Toilette auf dem Flur und nicht irgendwo auf halber Etage oder gar auf dem Hof. Nein, so schlimm würde es hier nicht sein. Das tragbare Waschbecken und die Wasserkanne auf der Kommode sind nur Attrappe. Es gibt ein Bad mit Zugang vom Zimmer und fließendem warmen Wasser.

Ich hole unser Gepäck aus dem Auto. Mittlerweile ist der Inhaber eingetroffen. Er stellt sich als Gilberto vor, ich mich als Michael, obwohl ein Portugiese natürlich auch LosGatos verstanden hätte.

Er bietet uns zu unserem Zimmer noch Alternativen an, und so entscheiden wir uns für das Nachbarzimmer, denn 2 Betten sind mir doch lieber als eines. Er erklärt uns noch das eine oder das andere, hinterlässt uns seine Handy-Nummer und entschuldigt sich für das Wetter, denn an diesem ersten März-Tag im Jahre 2004 ist es hier auf den Azoren noch ziemlich nasskalt, aber doch mindestens 10 Grad wärmer als zu jener Zeit im noch winterlichen Deutschland. Wir müssen wie in Portugal überall notwendig zur Registrierung unsere Pässe vorlegen und ich überlasse Gilberto noch unseren Voucher. Gilberto erklärt uns, wir müssten nichts bezahlen, wenn es uns nicht gefallen würde. Allerdings fügt er süffisant hinzu „But you have paid already“.

Da sitzen wir also in unserem Kellerloch. Immerhin gibt es ein Fenster, so dass man etwa in Augenhöhe in den Garten schauen und den Regen beobachten kann. Eingebaute Heizungen gibt es hier nicht. Das wollte man dem Museum wohl nicht antun. Dafür hat uns Gilberto jedoch einen rollbaren elektrischen Heizkörper ins Zimmer gestellt. Diese Geräte sind, wie wir noch feststellen würden, auf den Azoren wohl der große Renner als „Notheizung“. Außer nach Bohnerwachs riecht hier auch alles feucht-muffig. Jedenfalls packen wir unsere Sachen nicht aus den Koffern und in die Schränke. Im Sommer mögen diese Räume aufgrund der dicken Steinwände sicher angenehm kühl sein. Zu dieser Jahreszeit lassen wir jedoch die Heizung im Dauerbetrieb laufen. Das Zimmer ist sehr geräumig und die Betten bequem. Es gibt Telefon und einen kleinen Fernseher mit Satelliten-Empfang, deutsche Sender sind allerdings nicht im Angebot. Allenfalls CNN für unseren Bedarf, denn meine Portugiesisch-Kenntnisse reichen nur fürs Lesen. Im Badezimmer vermissen wir einen Fön, denn bei derzeitiger Temperatur und Luftfeuchtigkeit würden Haare hier nicht so schnell von selbst trocken werden. Am nächsten Tag genügt eine kurze schriftliche Nachricht an Gilberto, und wir finden bei unserer Rückkehr auch einen Fön im Bad vor.

Abends suchen wir dann das hoteleigene Restaurant auf, welches um 18Uhr30 öffnet. Heute Abend würden wir die einzigen Gäste bleiben. Wir haben auch nicht den Eindruck, dass sich in der Anlage etwas rührt. Nun ja, es ist halt noch absolute Nebensaison. Nichtsdestoweniger hat Quinta do Martelo jedoch das ganze Jahr über geöffnet. Ein netter junger Mann bedient uns. Ich taufe ihn gleich „den Sohn von Chris de Burgh“, denn er sieht dem irischen Pop-Künstler etwas ähnlich. Auch beim Lokal handelt es sich um nasskalte Gemäuer, folglich schaltet er ein Gebläse ein, das mir erlaubt, irgendwann auch meine Allwetterjacke auszuziehen. Abgesehen von der zunächst klammen Atmosphäre ist das Lokal jedoch gemütlich und rustikal im alten Stil eingerichtet. Wir bekommen einen azoreanischen Vorspeisenteller auf den Tisch gestellt. Typisch und auch sehr schmackhaft sind hier gekochte Lupinenkerne. Die sind von der Bissfestigkeit vergleichbar mit den weißen Bohnen, die man z.B. beim Griechen bekommt und haben eine maisgelbe Farbe, sind aber kleiner als die Bohnen und größer als Maiskörner. Natürlich haben sie einen eigenen Geschmack. Wir haben uns dann aus dem Supermarkt für daheim welche mitgenommen. Sie eignen sich sehr gut als Salatkomponente. Als Getränk wählen wir Rotwein und vorab eine Gemüsesuppe. Da ich gerne lokalen Wein probiere, entscheide ich mich zunächst für einen Wein vom Fass von der Nachbarinsel Pico. Allerdings ist mir der lavahaltige Geschmack zunächst zu heftig und gewöhnungsbedürftig, so dass der Kellner uns anbietet, den Wein zurückzunehmen. Stattdessen bestellen wir eine Flasche. Der ist dann besser. Als Hauptgericht bestellen wir Rindfleisch, das in einem Tontopf im Ofen gegart wird. Aufgrund der Menge offiziell ein 2-Personen-Gericht. Obwohl ich normalerweise kein Fleischfreund, schon gar nicht von Rindfleisch, bin, entscheiden wir uns für dieses Gericht, weil es offenbar eine Spezialität des Hauses ist und weil Rindfleisch frisch von den Azoren mit Sicherheit etwas anderes ist als das, was in Deutschland aus der Tiefkühltruhe kommt. Dieses weiche und reichhaltige Fleisch aus dem Schmortopf schmeckt in der Tat sogar LosGatos. Wir haben uns wirklich beide mehr als satt gegessen, trotzdem bleibt der Tontopf fast noch bis zur Hälfte gefüllt. Etwas ungläubig fragt LosGatos’ Freundin daher de Burgh’s Sohn, ob es tatsächlich Gäste gäbe, die den Topf leer bekommen würden, was dieser mit einem klaren Ja beantwortet. Wir sind jedenfalls trotz des durchwachsenen Wetters heute sehr zufrieden und legen für das abendliche Essvergnügen um die 50 EUR auf den Tisch, was für azoreanische Verhältnisse eher viel, aber im wörtlichen Sinne preiswert ist. Am nächsten Abend essen wir das Gleiche noch mal mit Kaninchen anstelle von Rind, was mir im Quervergleich jedoch aufgrund der vielen kleinen Knochen weniger zusagt. Am Ruhetag, dem Mittwoch, entdecken wir jedoch im Nachbarort ein Restaurant, das uns noch mehr behagt. Deshalb bleiben unsere Essenserfahrungen im Restaurant von Quinta do Martelo auf zweimal beschränkt.

Frühstück gibt es in unserem Wohngebäude immer im ersten Stock in einer alten Küche. Dazu gibt es ein kleines Buffet mit vielen Sorten Brot, Marmelade, Wurst und Käse sowie Extras auf Bestellung. In dem kleinen Raum sitzen wir auf Holzbänken und können feststellen, dass wir doch nicht die einzigen Gäste der Anlage sind. Jedenfalls sitzen wir beim Frühstück immer mit einigen portugiesischen Geschäftsleuten zusammen, außer am Schlips natürlich leicht am dauernd klingelnden und nervenden Handy zu erkennen.

Natürlich schauen wir uns auch einmal den Rest der rustikalen Anlage an. Im Sommer würden hier laut Gilberto angeblich auch Tiere sein, vielleicht, um dem Motto „Ferien auf dem Bauernhof“ stärker Rechnung zu tragen. Aber insgesamt erscheint uns alles schwer zugänglich und wenig einladend. Und laut Website verfügt die Anlage sogar über Billard-Raum, Swimming-Pool, Sauna, Fitnessraum und Tennisplatz. All das bekommen wir nicht zu Gesicht, allerdings fragen wir auch nicht explizit danach. Der Pool wäre um diese Jahreszeit ohnehin nicht in Betrieb gewesen. Eine Rezeption ist nicht sichtbar, sondern wohl höchstens über Gilbertos Handy erreichbar.


FAZIT

Die Anlage Quinta do Martelo ist gewiss schon irgendwie urig und hebt sich stark vom 08/15-Standard ab. Sie ist geeignet für Leute, die im Urlaub ihre Ruhe haben wollen. Allerdings halte ich die Preise angesichts der gebotenen Leistungen für deutlich zu hoch.


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 10.6.2004
Veröffentlicht außer bei Ciao derzeit nur noch bei Yopi
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Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
theConsultant
theConsultant, 03.07.2004
Das war wohl eine ziemliche Enttaeuschung. Vor allem, wenn man im Voraus bezahlt hat und dann die ganze Zeit dort absitzen muss.
schokohase29
schokohase29, 05.06.2005
interessanter berricht
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Informationen zu Quinta do Martelo

 
Allgemeine Informationen Quinta do Martelo
gelistet seit: 14.06.2004
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Produktbewertung: Kundenbewertung 3,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Kategorie: Unterkunft 
Typ: Hotel 
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