Siegfried Ruoß: Schwäbische Küche Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Lecker, lecker, aber kein Zuckerbäcker
ein Testbericht von topfmops2006-05-05 13:35:35vom 05.05.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Zum selber ausprobieren...Nachteile/Kritik: Anal phabeten und Geschmacklose
Wohlthat hat geschlossen.
Nein, kein Dreckfuhler. Das ist eine Kette von Buchhandlungen, also zumindest eine Filiale hier im Dorf wird geschlossen.
Sehr schade, aber im Netz immer noch www.wohlthat.de zu erreichen.
Allerdings auch ein Vorteil für kostenbewusste Schnäppchenjäger.
CDs im Dreierpack für einen Euro oder Bücher, die normalerweise 9,90 Euro kosten, jetzt auch für einen Euro.
Eine bestimmte Art von Büchern kaufe ich aus schierem Eigennutz, weil ich dann von der Freude des mir ehelich anvertrauten Weibes am Experiment profitiere: Kochbücher und Rezeptsammlungen.
Die neueste Errungenschaft ist von Siegfried Ruoß und heißt
DEFTIGE BAUERNKÜCHE
Es hat 93 Seiten, viele Illustrationen von Konrad Steck, die ISBN-Nummer 3-8062-1606-1, ist gebunden und erschienen beim Konrad Theiss Verlag aus Stuttgart., der auch im Netz mit www.theiss.de vertreten ist. Kurioserweise wird das Buch bei amazon.de als gebrauchtes für 4,45 Euro angeboten, wohingegen ein neues nur 2,66 Euro kostet.
Als ein Mensch, der in Stuttgart geboren ist und heute in Ulm lebt, ist Siegfried Ruoß natürlich im Schwäbischen fest verhaftet und so geht ein Großteil dieser Sammlung über schwäbisches Ge- und anderes metzel.
Ich zitiere aus der Einleitung:
„Metzelsupp“ ist in Schwaben gleichbedeutend mit Hausschlachtung. Wurde früher auf dem Lande eine Schweinlein, besser gesagt eine schlachtreife „Sau“ mit ihren angemästeten 3-4 Zentnern, zum ‚Metzga’ geführt, konnte die Nachbarschaft, nicht zu vergessen der Herr Pfarrer und der immer hungrige Dorflehrer, mit einer „Metzelsupp“ rechnen. Je nach Gewichtigkeit des Empfängers war auch der Inhalt der Suppe, am besten kam der Herr Pfarrer weg, da schwammen dann neben dem ‚Sauschwänzle’ noch ein schönes Stück vom Bauch (Kesselfleisch) und natürlich die Blut- und Leberwürste umher.“
So bekommt auch der Ausdruck ‚Notrufsäule’ in Schwaben eine ganz andere Bedeutung.
Garniert und unterbrochen sind die Rezepte durch die ebenso deftigen wie treffenden Weisheiten der Schwaben. Um die praktischen Lebensweisheiten der schwäbischen Mütter zu illustrieren:
„Wenn d’ heiratsch, nemm an Pfaffa,
dem traga d’ Leit Metzelsupp ens Haus,
do brauchsch ned viel schaffa.“
Was das Buch nicht soll, und was auch nicht beabsichtigt war, ist, aus dem Leser in kurzer Zeit einen erfahrenen Fachmann für Hausschlachtungen zu machen. Wer selbst schlachten will, der möge seinen Metzger fragen, der gerne die Anschrift eines Hausmetzgers vermittelt, der die nötige Erfahrung und Gerätschaften mitbringt.
Wer ein Schlachtfest mal aus nächster Nähe erleben möchte, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch des Hohenloher Freilandmuseums in Schwäbisch Hall, das jedes Frühjahr ein zünftiges Schlachtfest nach alter Tradition durchführt.
Dennoch möchte ich Euch eines dieser köstlichen Rezepte nicht vorenthalten. Es ist eine Variante des in Deutschland ach so beliebten Schweinebratens.
Dazu braucht Ihr
1 kg Schweinefleisch vom Schlegel oder aus der Schulter,
1 – 2 Zwiebeln,
2 – 3 Karotten,
Salz und Pfeffer,
1 EL Tomatenmark und
Wasser nach Bedarf.
Vorbemerkung:
Wer es liebt, das Fleisch mit der Schwarte zu braten, sollte es rechtzeitig beim Metzger bestellen und gleich rautenförmig einschneiden lassen.
Und so geht’s:
Das Fleisch mit Salz und Pfeffer kräftig einreiben und mit der Schwarte nach oben anbraten, die Zwiebeln und Karotten dazugeben und mit etwas Wasser auffüllen.
Im vorgeheizten Backofen bei 150° C ca. 2 Stunden garen lassen.
Während der Garzeit ab und zu oder immer wieder mit Bratensaft begießen.
10 Minuten vor dem Ende der Garzeit den Braten
mit etwas Bier oder Salzwasser übergießen, damit die Schwarte schön knusprig wird.
Zum Schluss den Bratensaft unter Zugabe des Tomatenmarks reduzieren, also noch etwas einkochen lassen und abschmecken.
Dazu gibt es Spätzle und Kartoffelsalat.
Und jetzt ist der Sonntag gerettet.
Ein kleines und sehr feines Büchlein, dass ich mit allen zu erwartenden Gaumenfreuden empfehle. Die eingestreuten Illustrationen und die frechen, schwäbischen Sprüche machen es zu einem höchst amüsanten Vergnügen.
topfmops, der auch auf anderen Plattformen zu Gange ist, bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele lesenswerte Kommentare.
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Allgemeine Informationen Siegfried Ruoß: Schwäbische Küche
EAN: 9783806217209
ISBN: 3806217203
gelistet seit: 11.06.2004
Hersteller: Ruoß, Siegfried weitere Ruoß, Siegfried LänderküchenBewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Details
Kurztitel: Ruoss: Schwaebische Kueche
Seitenzahl: 320
Unverbindliche Preisempfehlung: 19.90
Erscheinungsjahr: September 2002
Ausgabeformate: Gebundene Ausgabe
Schlagworte: Baden-Württemberg / Küche;Kochen / Alte Kochbuch u. Rezepte;Schwaben / Küche, Restaurants;
Untertitel: Alte und neue Rezepte aus Baden-Württemberg.
Maße (L x B x H): 229 x 203 x 37
Hersteller / Verlag: Theiss, Konrad
Siegfried Ruoß: Schwäbische Küche (gebundene Ausgabe) im Vergleich