Shadow Man 64 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ins Schattenreich und wieder zurück
ein Testbericht von Yasmeen2004-12-06 17:47:17vom 06.12.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Im Gegensatz zur PS-Variante ein Unterschied wie Tag und Nacht, grandiose Präsentation, hochauflösende Grafik, sehr gute Steuerung, spannende Spielatmosphäre...Nachteile/Kritik: Eigentlich nichts Gewichtiges
„Shadow Man“ gehört zum Genre der Actionadventure und erschien gegen Ende des Jahres 1999 sowohl für das Nintendo 64 als auch für die Sony Playstation. Wir besitzen zu Hause beide Versionen, kauften uns irgendwann im Frühling 2000 das Nintendo64-Spiel und gut erst ein Jahr später jenes für Sonys Spielkonsole. Unterschiede gibt es zwar gar keine, was die Geschichte und den Spielverlauf angeht, im Hinblick auf die Grafik erkennt Ihr die Playstationversion aber so gut wie gar nicht wieder. Um die chronologische Reihenfolge nicht durcheinanderzubringen, berichte ich Euch zunächst vom Nintendo64-Spiel. Hier kann ich mich gleich zu Beginn eindeutig festlegen: wer dem Genre der Actionadventure auch nur ein bisschen abgewinnen kann, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten, mit Shadow Man für das Nintendo 64 erwartet Euch nämlich in der Tat ein sehr bemerkenswerter Titel, welcher in qualitativer Hinsicht sicherlich zu den besten seines Genres auf dem N64 gehört. Doch nun erst einmal der Reihe nach.
Im Mittelpunkt des Abenteuers steht ein Held namens Mike Le Roy, er ist der Shadow Man. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er zwischen den verschiedenen Dimensionen hin- und herwandeln darf, worauf ich gleich noch genauer eingehen werde. Mike Le Roy fühlt sich nämlich sowohl in der uns bekannten realen Welt als auch im Schattenreich zu Hause. Unser Planet wird von einer finsteren Macht bedroht, welche es darauf anlegt, die totale Kontrolle über die Erde zu gewinnen und die ultimative Katastrophe auszulösen. Der Name des bösen Wesens lautet Legion, doch es ist nicht dieser finstere Zeitgenosse alleine, der das Schicksal der Erde und der gesamten Bevölkerung bedroht, Legion hat es nämlich geschafft, auf die Unterstützung fünf berüchtigter Massenmörder zählen zu können, so ist zum Beispiel auch Jack the Ripper mit von der Partie. Dieser weltberühmte Fiesling hat es tatsächlich fertiggebracht, eine riesige Kathedrale zu erschaffen, welche quasi als Zufluchtsstätte für das üble Gesindel dient. Von dort geht alles Böse aus, eine Teufelsmaschine dient dabei im tiefen Inneren der Kathedrale als Energiequelle. Dass dies auf gar keinen Fall so weitergehen darf, wundert natürlich nicht und so liegt es selbstverständlich an unserem Helden, diesem finsteren Treiben Einhalt zu gebieten. Und so macht sich der gute Mike Le Roy auf und wandelt fortan zwischen der Welt der Lebenden und jener der Untoten umher, denn nur so kann die teuflische Brut ausgerottet und demzufolge die Erde noch gerettet werden.
Während wir durch das finstere Szenario wandeln, schauen wir unserem Held nahezu ständig über die Schulter, was dafür sorgt, dass wir nicht so schnell wie beispielsweise bei Egoshootern den Überblick verlieren, uns aber trotzdem mittendrin im Spielgeschehen fühlen und uns im Laufe des Spiels dann auch tatsächlich mehr als nur einmal urplötzlich der Schreck in die Glieder fährt. Betrachtet man sich die Geschichte, dürfte es wenig überraschend sein, dass die Spielatmosphäre eher gruselig ist, zumindest eine leichte Horror-Atmosphäre macht sich schon nach ziemlich kurzer Zeit breit. Hauptziel unseres Helden ist es, möglichst viele dunkle Seelen auszulöschen und einzusammeln, erst ab einer bestimmten Anzahl ist es uns dann nämlich möglich,
tiefer in das Reich von Legion vorzudringen. Dann erst lassen sich die mysteriösen Sargtore öffnen, woraufhin sich uns dann völlig neue Level erschließen. Was die Gegner betrifft, so handelt es sich fast schon selbstverständlich um finstere dämonische Gestalten, welche überwiegend dem Totenreich angehören. Jene Zombies erledigen wir natürlich nicht mit der bloßen Faust, zum Glück steht uns eine große Vielfalt an durchschlagskräftigen Waffen im Laufe unseres Abenteuers zur Verfügung. Während in der realen Welt Maschinenpistole und Schrotflinte für Recht und Ordnung sorgen, kommt in der Schattenwelt eine entsprechende Schattenpistole und weitere etwas skurrile Geräte aus dem Bereich des Voodoo-Zaubers zum Einsatz. Außerdem kommt Tätowierungen in diesem Gruselabenteuer eine übergeordnete Bedeutung zu, denn diese ermöglichen es uns später, zuvor nicht erreichbare Gebiete zu erkunden oder auch beispielsweise über glühendheiße Lava laufen zu können, was natürlich sehr praktisch ist. Klar ist, dass Ihr Euch diese erst nach und nach verdienen müsst, bis Ihr auf eine größere Anzahl solcher nützlicher Tätowierungen zurückgreifen könnt, vergehen einige Stunden voll mit zahlreichen Kämpfen.
Im Vergleich zur Playstationversion, über die ich ja auch berichte, gefällt hier bei der Nintendo64-Version die Grafik außerordentlich, sie ist von einer weit überdurchschnittlichen Qualität, denn fast das ganze Spiel über erfreuen Euch hochauflösende Grafiken. Nervige Pop-Ups, störende Clipping-Fehler, Texturverzerrungen, schlechte Animationen, all das gibt es in dieser N64-Version nicht, glücklicherweise. Auch nur äußerst selten gibt es ein leichtes Ruckeln oder ganz kurzzeitig ein bisschen Flimmern zu beobachten, doch dies fällt im Grunde fast gar nicht auf, stört so gut wie nie. Die Grafik von Shadow Man beim N64 ist sehr gut, die von Shadow Man bei der Playstation ist schlecht, viel größer könnten die Unterschiede kaum sein, was mir nebenbei gesagt auch völlig unverständlich ist. Einen weiteren gewichtigen Unterschied zwischen den beiden Versionen gibt es auch noch, nämlich was die Steuerung betrifft. Während bei dieser Nintendo64-Version die Analogsteuerung sehr gut funktioniert und Ihr eigentlich auch immer das Gefühl habt, dass diese sehr präzise ist, so scheint dies bei der Playstationversion fast das Gegenteil zu sein. Jedenfalls überzeugt die Steuerung bei der N64-Version ganz eindeutig. Einen kleinen Nachteil bei der N64-Version im Vergleich zu Shadow Man für Sonys Spielkonsole gibt es dann doch noch, nämlich was die Musik betrifft. Diese klingt auf der Playstation etwas authentischer, irgendwie ist der Soundtrack da doch deutlich packender, kann aber selbstverständlich die gewichtigen Nachteile nicht wieder wettmachen. Bei der N64-Variante ist der Sound okay, ja im Großen und Ganzen wirklich gut. Sowohl die Hintergrundmelodien als auch die Soundeffekte verstärken die Spielatmosphäre stimmungsvoll, nur sind sie eben nicht ganz so von beeindruckender Qualität wie bei der PS-Version von Shadow Man, was aber selbstverständlich nicht zu Abzügen in der Gesamtwertung führen soll.
Alles in allem ist Shadow Man für das Nintendo 64 als ein überaus gelungenes 3D-Actionadventure zu bezeichnen, welches im Vergleich zur Playstationversion so gut wie gar keine Schwächen aufzeigt. Wer beide Spielkonsolen besitzt, sollte auf jeden Fall die N64-Version wählen oder kauft sich von mir aus auch beide, um sich dann nachher gewaltig über die gravierenden Unterschiede in qualitativer Hinsicht zu wundern. Shadow Man für das N64 ist auf alle Fälle ein herausragendes und sehr spannendes Gruselabenteuer, welches nicht nur durch eine interessante Handlung und einen abwechslungsreichen Spielverlauf, sondern auch durch eine hohe Qualität im Hinblick auf die Spieltechnik (Grafik, Sound, Steuerung) zu überzeugen weiß. Für nahezu alle Besitzer/innen des Nintendo 64 ist Shadow Man eigentlich ein absoluter Pflichtkauf, wer es noch nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst.
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