Titus Xena: Talisman of Fate Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Fantasy-Prügler für Xena-Fans
ein Testbericht von Yasmeen2005-03-02 17:35:51vom 02.03.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Originalfiguren, guter Soundtrack, schöne Atmosphäre, Vierspielermodus
...Nachteile/Kritik: Steuerung leider viel zu schwerfällig, wenig unterschiedliche Spezialattacken, wird alleine schnell langweilig
Xena gab sich auch mit „Talisman of Fate“ auf einer Spielkonsole die Ehre, hierbei handelt es sich um eine Version für das Nintendo 64. Viele von Euch kennen die Schwertkämpferin wahrscheinlich von der bekannten Fernsehserie her und eventuell sogar auch vom Spiel „Warrior Princess“, mit welchem Xena ihr Videospiel-Debüt gab, mit diesem Teil werden jedenfalls die Besitzer/innen eines Nintendo 64 beglückt, sofern sie dem Genre der Actionspiele nicht ganz abgeneigt sind und sich gerne Fantasy-Spiele anschauen. Erschienen ist dieser Titel irgendwann im Jahr 2000 und es war zu befürchten, dass, wie so oft bei Umsetzungen bekannter Kino- oder Fernsehhits, die Qualität in spieltechnischer Hinsicht zu wünschen übrig lassen würde. Allzu große Erwartungen an dieses Spiel stellte ich daher nicht, so schrecklich enttäuscht wurde ich dann aber doch nicht.
Natürlich steht wieder einmal der Weltuntergang kurz bevor und wir als Amazonenkriegerin müssen selbstverständlich schleunigst etwas dagegen tun. Wer der TV-Serie etwas abgewinnen kann, kommt wahrscheinlich voll auf seine Kosten, denn tatsächlich haben wir es auch in diesem Videospiel mit der „Originalbesetzung“ zu tun, insgesamt sage und schreibe zehn bekannte Charaktere geben sich hier die Ehre und greifen in den Kampf ein, um die Welt vor ihrem drohenden Schicksal zu bewahren. Neben Xena ist beispielsweise ihre Freundin Gabrielle mit von der Partie und auch Joxer und Ares lassen sich nicht lange bitten, im Kampf gegen das ultimativ Böse, hier der Fiesling Despair, halten sie natürlich alle zusammen. Doch bevor wir diesem gegenüberstehen, ist es natürlich noch lange hin, viele Gegner müssen erst einmal vor dem Hintergrund ganz nett anzuschauender 3D-Kampfarenen aus dem Weg geräumt werden. So interessant die Rahmenhandlung auch sein mag, welche der griechischen Mythologie entsprungen ist, so gemütlich auch die Fantasyatmosphäre, so anspruchslos stellt sich dann doch der Spielablauf dar, darüber kann die nette Aufmachung einfach nicht hinwegtäuschen. Denn zwar gewinnt man den Eindruck, sich völlig frei bewegen zu können, ist es im Grunde aber doch nicht, denn der Spielverlauf ist streng linear, eine Station nach der anderen muss abgeklappert, ein Gegner nach dem anderen aus dem Weg geräumt werden.
In klassischem Beat’em-Up-Stil schlagt und tretet Ihr auf die Feinde ein und versucht natürlich dabei, den gegnerischen Attacken auszuweichen beziehungsweise versucht Euch rechtzeitig zu ducken. Während Ihr also in den 3D-Arenen herumspringt und auf den Widersacher einprügelt, gibt es die Möglichkeit, die Kraft Eures Schlages oder Trittes zu verstärken, wie in Prügelspielen ja so üblich, sind Kombinationen das „Salz in der Suppe“. Was ganz interessant ist, ist die Tatsache, dass die jeweilige Kampfarena zwar durch Wände abgegrenzt ist, Ihr diese aber auf der Flucht vor den Angriffen des Feindes hochspringen und emporklettern könnt, um dann eventuell eine Konterattacke zu starten, dies bringt zumindest etwas Taktik in die Kämpfe mit rein, so dass es nicht ganz so schnell monoton wird. Dass jede anwählbare Spielfigur über ganz individuelle Talente besitzt und über entsprechende Spezialfähigkeiten verfügt, versteht sich dann ja praktisch von selbst.
Sowohl Grafik als auch Soundtrack gehören dem gehobenen Mittelmaß an, wobei die Optik etwas weniger zu bieten hat als die
Akustik, die schöne Begleitmusik und die krachenden Soundeffekte sind auf jeden Fall eine glasklare Stärke dieses Actionspiels. Zwar sind sämtliche Akteure relativ spärlich bekleidet, doch sehen die Figuren, wenn sie auch schön groß gezeichnet sind, mir doch noch einen Tick zu eckig aus, als dass ich das als einen echten Pluspunkt werten könnte. Darüberhinaus konnten mich die müden Abspänne leider nicht so recht begeistern, insofern wird dann in grafischer Hinsicht insgesamt doch leider nur Durchschnitt geboten, so sehr die einzelnen Figuren auch dem Original nachempfunden sein sollten.
Dass „Xena: Talisman of Fate“ meiner Meinung nach insgesamt nur ein Durchschnittstitel ist, liegt an mehreren Dingen: zwar haben wir es hier mit den Originalfiguren aus der Serie zu tun und der Sound ist wirklich gut gelungen, schließlich kommt er den Fans von Xena sehr bekannt vor, doch dann hapert es fast an allen Ecken und Ende. Zunächst einmal ist die Langzeitmotivation nicht besonders hoch, einmal durchgespielt, wird dieses Nintendospiel ganz sicher verstauben, ganz besonders im Solospielermodus. Dass der Spielverlauf nicht besonders anspruchsvoll ist, Ihr absolut keinen Tiefgang erwarten dürft, ist sicherlich nicht gerade ein Vorteil. Außerdem ist die Steuerung ziemlich schwerfällig, was eigentlich bei einem Kampfspiel fast schon unverzeihlich ist, viel zu träge stellt sich diese für mich dar, kaum ist es mir möglich gewesen, den Attacken der Feinde auszuweichen oder mich noch rechtzeitig zu ducken, hier haben die Entwickler eindeutig geschlampt. Zu wenig verschiedene Möglichkeiten, die Feinde zu bearbeiten (besonders wenn diese am Boden liegen) und wenige Spezialattacken vergraulen nach einer gewissen Zeit selbst eingefleischte Beat’em-Up-Fans, da ändern auch die teilweise ganz witzigen Cheats nichts dran. Dass ich Euch dieses Actionspiel doch noch empfehlen kann, liegt neben der angenehmen Fantasyatmosphäre und der guten Musik speziell am Mehrspielermodus, welcher mit bis zu vier menschlichen Mitspielern gleichzeitig tatsächlich für lange Zeit Spaß machen und wochenlang für Stimmung sorgen kann.
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