Vanucci Jacke Competizione II Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Herausforderung auf Italienisch
ein Testbericht von Tut_Ench_Amun2005-09-13 17:10:27vom 13.09.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Zeitloser und schöner Schnitt / ordentlich verarbeitet / ehrliche Größenangabe / Reflektoren...Nachteile/Kritik: Rückenelement muss nachgerüstet werden / Reißverschluß hakelt an einer bestimmten Stelle
Textilbekleidung ist bei sommerlichen Temperaturen sicherlich ganz nett und auch die Bewegungsfreiheit ist prima. Doch wie bei allem im Leben gibt es einen Haken. Im Falle von Motorradtextilien werden die Schwachstellen beim Sturz offenbar. Leder rutscht nämlich über den Asphalt und leitet so die kinetische Energie ab. Textilien können das nur in Grenzen, sie schleißen ruckzuck weg und wenn davon nichts mehr übrig ist, rückt der Fahrbahnbelag dem Fahrer buchstäblich auf die Pelle. Leder ist also die erste Wahl, wenns mit höheren Geschwindigkeiten auf die Piste geht - mag es auch zuweilen steif und unbequem sein. Moderne Lederkombis sind zudem besser als ihr Ruf, der Fortschritt macht auch hier nicht halt.
Kostet natürlich. Wie im Falle der Vanucci Competizione II, die schon zur gehobeneren Klasse für Motorradbekleidung gehört. Glücklicherweise scheint diese erfolgreiche Longseller-Kollektion der Louis-Kette dieser Tage auszulaufen, um einer neuen Serie Platz zu machen. Zumindest die Jacken haben einen satten Preissturz von 249 auf 189 Euro hinter sich, wie der derzeit aktuelle Werbeflyer kundtut. Auf die gleichnamigen, dazugehörigen Hosen trifft das komischerweise nicht zu - sei's drum. Die passen nachweislich vom Schnitt her eh nicht an meinen Hintern. Da es Zeit wurde meinen mittlerweile fast 15 Jahre alten, abgewetzten IXS-Dress endlich in die Tonne zu treten, griff ich bei einem solchen Angebot gerne zu. Die dazugehörige Hose war leider nix für meinen dicken Hintern.
Dickes Fell
Louis garantiert bei seinen verkauften Ledererzeugnissen eine Mindeststärke von 1,2 mm. Das wollen wir mal so stehen lassen, überprüfen lässt sich das für uns Privatverbraucher nur schwerlich. Das Leder kann also auch gerne dicker als das sein, und dicker bedeutet in diesem Fall gleichzeitig besser. Schließlich ist die gegerbte Tierhaut diejenige, die unsere eigene beim unsanften Aufditschen vertritt und die Drecksarbeit erledigen muss. Doch ist sie nicht allein. Ihr zur Seite stehen Protektoren an Schulter, Ellbogen und Rücken in eigens dafür vorgesehenen Taschen des Innenfutters. Erstere sind sogar nach CE-Norm klassifiziert und bestehen aus robustem Hartkunststoff, mithin sehr stabil - auch gegen heftige Anpraller. So soll's sein. Macht die Jacke zwar ein wenig steif und trägt auf, doch heile Knochen haben unbestreitbar höhere Priorität.
Die Protektoren sind samt und sonders entnehm-, jedoch nicht wirklich individuell positionierbar. Beim Rückenschutz (ausgerechnet dem wichtigsten überhaupt) wurde der Rotstift angesetzt, im Grunde genommen handelt es sich bei dem mitgelieferten nicht um einen Protektor dem Wortsinne nach, sondern lediglich um eine recht dünne Alibi-Schaumstoffmatte. Wer den Artikeltext aufmerksam liest stößt unweigerlich mit dem Riechkolben auf des Lösels Rätsung: "Z.B. mit Prosafe II Rücken Element NACHRÜSTBAR". Soviel zum Kleingedruckten und wo die Betonung liegt. Und dieser ist Folge zu leisten: besser man schmeißt den im Ernstfall recht wirkungslosen Platzhalter raus und gönnt sich und seiner Gesundheit einen richtigen CE-Wirbelsäulen-Retter. Zum Bleistift den vorgeschlagenen "Prosafe II", welcher (Wunder-Oh-Wunder! Ebenfalls von Louis) selbstverfreilich haargenau passt - Kostenpunkt knapp 15 Tacken.
Ohne Aufpreis indes ist das Leder an den Sturzpositionen doppelt gelegt und auch die Nähte entsprechen ISO-zertifizierten Sicherheitsstandards. Überdies hat man der ansonsten pechschwarzen Jacke noch kühne Zick-Zack-Paspeln und den ebenso stylischen
Vanucci Schriftzug in Scotchlite 3M(r) spendiert. Vorne und Hinten. Kenner der Thematik wissen nun, dass es sich hier um einen reflektierenden Stoff handelt, der besonders im Scheinwerferlicht anderer Verkehrsteilnehmer sehr hell (weiß) zurückstrahlt. Schultornister sind zum Beispiel auch damit sehr oft ausgerüstet. "Sehen und gesehen werden" ist die Devise, insbesondere Letzteres kann dem Motorradfahrer oft das Leben retten. Übertreibung? Nein, bittere und schmerzhafte Erfahrung. Ohne genau diese grell reflektierenden Applikationen hätte ich die Jacke nicht gekauft. Klamotten in reinem, sattem Schwarz mögen ja cool sein, doch wenn man den Löffel deswegen reicht, hat man davon nicht viel.
Der Rest der Ausstattungsmerkmale hat weniger mit irgendwelchen Sicherheitsaspekten zu tun, sie dienen mehr oder weniger dem Wohlfühl-Faktor. Isja auch ma wat Feinet - so mit allem Komfort und Zurück. Namhaftestes Feature ist Schoellers Keprotec(r) in der Armbeuge. Dieser wasserdichte und stabile Textil-Mix mit Kevlar sorgt für etwas mehr Bewegungsfreiheit der Unterarme, gleichzeitig it das Zeuchs atmungsaktiv und kann was ab. Ins Innenfutter sind - neben den Behausungen für die oben erwähnten Protektoren - auch zwei Innentaschen eingelassen. Nicht viel, aber immerhin Stauraum für Schlüssel und Portemonnaie, welches aufgrund der Benzinpreise sowieso nicht besonders dick sein dürfte. Außentaschen? Fehlanzeige.
Alle Reißverschlüsse sind kaschiert, die Äußeren (Hals und Ärmelbund) sogar mit Klettriegeln versehen, damit die Zipper-Schiffchen nicht während der Fahrt unmotiviert herumbimmseln können. Lack und Nerven danken herzlichst. Ein weiterer Klettverschluss findet sich am Bauch, der ist so breit wie ein Gürtel und hat auch in etwa die gleiche Funktion. Damit die geschlossenen Jacke auch spacko am Körper anliegt und kein Wind drunter schlagen kann, wird der Kletti durch eine Öse gezogen und schnürt den Ranzen fein fest zusammen. Damit so manch untersetzter Pharao (wir wollen keine Namen nennen) derart zugeschnürt nicht plötzlich an Atemnot leidet und spektakulär blau angelaufen vom Mopped kippt, haben die (italienischen?) Schneider seitliche Dehnstreifen eingearbeitet. Puh. Da man das edle Teil sowohl solo, als auch als Kombi-Jacke tragen kann, verfügt das gute Stück selbstmurmelnd über Verbindungs-Reißverschlüsse. Einen kurzen, einen Langen - passt auch auf (Leder-)Hosen anderer Hersteller. Noomaal.
Fazit
Größenneutral ausfallende Lederjacke, ich benötige für gewöhnlich 50/52 - das kommt hin. Der klassische, taillierte Biker-Schnitt ist zeitlos elegant und die einzigen Schnörkel sind die Reflektor Applikationen. Ansonsten ist die Competizione Due eher unauffällig, strahlt aber subjektiv ein hohes Maß an Sicherheit aus. Einzige wirkliche Kritikpunkte sind: Der bei diesem Preis fehlende Rückenprotektor, welchen man selbst nachrüsten muss, sowie der etwas hakelige Front-Reißverschluss. Dieser bleibt ganz gerne mal störrisch an den beiden Wülsten der Ziernähte (mit den Scotchlite-Paspeln) hängen, die quer dazu verlaufen. Nervig, aber zu verschmerzen. Insgesamt betrachtet, qualitativ dennoch hochwertig und bequem. 4 Sterne - zum derzeit aufgerufenen Preis durchaus ein Kauf, den man nicht bereut.
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feldhase, 14.09.2005
Mal ein Bericht anderer Sorte - kein Joghurt - Sehr interessant - auch wenn ich keine Kombi brauche. Ein schoumlner Bericht. LG vom Feldhasen
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Produktbeschreibung Vanucci Jacke Competizione II
Technische Daten und ProdukteigenschaftenÜberlebt jeden Trend! Rundum 3M Reflexmaterial CE Protektoren
Allgemeine Informationen Vanucci Jacke Competizione II
gelistet seit: 12.05.2005
Hersteller: Vanucci weitere Vanucci MotorradjackenBewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Allgemeine Informationen
Kategorie: Lederjacke
Vanucci Jacke Competizione II Motorradjacke im Vergleich