ein Testbericht von elisa22006-11-15 15:29:08vom 15.11.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Superniedlich, Neulinge erzielen leicht ihre ersten Erfolgserlebnisse, gemütliche Atmosphäre, Steuerung und Kamera tadellos, seltenes Genre...Nachteile/Kritik: Supersimpel, nur für Kinder sinnvoll, geringer Umfang, schlechtes Preisleistungsverhältnis, es riecht nach Abzockerei (der Eltern) der Kleinen
Ein den meisten wahrscheinlich eher unbekanntes Videospiel für den Nintendo Gamecube stellt „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ dar. Dies liegt aller Voraussicht nach in erster Linie daran, dass es sich um ein eher seltenes Genre handelt, nämlich nicht um ein Jump and Run (was Ihr wahrscheinlich zuerst gedacht hattet), sondern um ein sogenanntes „Point-and-Click-Adventure“, also einem Genre, welches eigentlich eher auf dem PC zu Hause ist. Doch angesichts der bei Nintendos Würfel meistens doch eher jungen Zielgruppe und der Tatsache, dass es immerhin um Micky Maus geht, hat Nintendo offensichtlich dazu bewogen, auch uns Europäer mit diesem Spiel zu beehren. Leider handelt es sich um eine zweifelhafte Ehre, denn objektiv gesehen haben wir es keineswegs mit einem Meisterwerk zu tun. Ganz eindeutig ist dieses Abenteuerspiel nur für die ganz Jungen unter uns geeignet, nämlich ausschließlich für Kinder. Immerhin ist dieses Adventure sehr niedlich aufgemacht, doch eben supersimpel. Da es keinen Mehrspielermodus gibt, dürfte spätestens nach dem erstmaligen Durchspielen die Luft völlig raus sein. Ich habe natürlich überhaupt nichts dagegen, dass Videospiele nur für Kinder auf den Markt gebracht werden, doch der supergeringe Anspruch sorgt dafür, dass selbst die Kleinsten unter uns sehr schnell durch mit diesem Abenteuer sind, schätzungsweise nach zwei bis drei Stunden.
Worum geht es in „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ für den Nintendo Gamecube eigentlich?
Die Hintergrundgeschichte ist „natürlich“ sehr banal: es passieren merkwürdige Dinge im Anwesen von Micky Maus. Nachts scheint es dort nicht mit rechten Dingen zuzugehen, was schließlich zur Folge hat, dass sich Micky urplötzlich in einer Parallelwelt wiederfindet. Wir als Micky scheinen bedauerlicherweise gefangen zu sein, ein magischer Spiegel hat daran Schuld. Unsere Aufgabe ist es nun, wieder heil in unsere Welt zurückzukehren, dafür ist es aber erforderlich, die weit verstreuten Scherben aufzuspüren, erst dann ist es uns möglich, jener fiktiven Welt zu entkommen, wieder in die Realität einzutauchen und endlich nachts wieder ruhig schlafen zu können. Ich könnte jetzt von einer gefahrvollen Reise erzählen, die uns vor zahlreiche Rätsel zu lösen vorgibt, aber um ehrlich zu sein, spielt sich das Ganze supersimpel. Während wir als Micky Maus durch das Haus schlendern, steuern wir diese mit einem Zeiger beziehungsweise klicken auf eine bestimmte Stelle, wohin sich unsere Figur begeben soll. Ein paar Symbole lassen sich ebenfalls anklicken, durch die wir Objekte zur Anwendung kommen lassen können und mit Schlüsseln weitere Türen öffnen, der Spielverlauf ist dabei streng linear. Habt Ihr Euch innerhalb weniger Sekunden (mehr ist es wirklich nicht!) mit der im wahrsten Sinne des Wortes kinderleichten Steuerung der Figur und Menüführung vertraut gemacht, kann es sofort losgehen. Als kleine Abwechslung können wir einen sogenannten „Trickstern“ einsetzen, die wir vorher brav eingesammelt haben (diese ausfindig zu machen, ist wirklich nicht schwer, sie fallen uns geradezu in den Schoß!) und können uns damit kurzzeitig klein und dann wieder groß werden lassen, um so zwischendurch an weitere Objekte zu gelangen oder um kleine Zwischenfilmchen auszulösen welche die niedliche Spielatmosphäre nett unterstreichen.
Die Rätsel von „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ an sich sind nahezu ohne jeglichen
Anspruch und dürften auch von Grundschülern zu lösen sein. Als allererstes Videospiel ist dieses Adventure somit ganz hervorragend geeignet und ermutigt die Kleinen sicherlich zum Kennenlernen weiterer Videospiele. Außerdem ist es sicher schön, dass es nicht nur Baller- und Prügelspiele gibt, sondern auch solche, in denen die „Welt noch in Ordnung“ ist, was möglicherweise das ein oder andere Vorurteil bei manchen Eltern durch die schlechte Presse („Killerspiele“ usw.) beseitigen kann. Insofern ist es ja auch völlig okay, dass ein solch friedliches Abenteuerspiel auf den Markt gebracht wurde. De kleinen Gags, auf die ich jetzt aber im Detail nicht auch noch näher eingehen möchte, bringen Kinder sicherlich des Öfteren zum Lachen, diese werden durch die fröhliche Atmosphäre wahrscheinlich angesteckt. Daher ist es im Grunde auch ziemlich schwer, den Spielverlauf abschließend zu beurteilen, von einer zwar viel zu simplen, aber zuckersüßen und kindgerechten Aufbereitung möchte ich somit am Liebsten sprechen.
Wie sieht „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ eigentlich aus und wie hört es sich an?
Knallig bunt präsentiert sich dieses Abenteuer und vor allem supersüß. Allerdings so süß, dass dem ein oder anderen von uns nach einer gewissen Zeit fast schon wieder schlecht werden kann, aber auch hier möchte ich mir ein endgültiges (und vor allem abwertendes) Urteil verkneifen, da schließlich nur Kinder sich angesprochen fühlen sollen. Es herrscht zwar keine Detailfülle an Texturen und wahnsinnig tolle Spezialeffekte werdet Ihr auch nicht entdecken können, aber das ist bei diesem friedlichen und überaus gemütlichen Adventure auch überhaupt nicht nötig. Die Kamera zoomt jedenfalls zwischendurch gekonnt heran und wieder weg, wir haben es also nicht mit einem veralteten Abenteuer in 2D zu tun, bei dem nur von links nach rechts, unten nach oben und umgekehrt gelaufen wird. Micky maus ist jedenfalls schön groß gezeichnet und verfügt über die ein oder andere gelungene (und natürlich besonders niedliche!) Animation. Deutsche Bildschirmtexte sorgen dafür, dass die Kleinen der „Handlung“ jederzeit folgen können. Von dem Soundtrack hatte ich hier bei „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ allerdings deutlich mehr erwartet, nämlich eine ähnlich liebevolle Umsetzung wie bei der Grafik. Doch speziell die Auswahl der Melodien im Hintergrund ist mir zu gering und die Soundeffekte sind mir zu abwechslungsarm, als dass ich hellauf begeistert sein könnte. Dass tut dem niedlichen Ambiente zwar keinen Abbruch, doch hätte in diesem Punkt für eine noch wesentlich dichtere Spielatmosphäre gesorgt werden können. Immerhin existiert eine englische Sprachausgabe, das hätte ich beinahe noch vergessen.
Kann ich Euch „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ für den Nintendo Gamecube insgesamt empfehlen?
Hauchdünn kann ich das, ja. Ich erwähnte schon, dass ich mich mit dem Fällen eines endgültigen Urteils in diesem Ausnahmefall sehr schwer tue. Lassen wir die normalen Maßstäbe, die man an ein Videospiel für den Gamecube setzen sollte, einmal (zum größten Teil zumindest!) außen vor. Dass der Schwierigkeitsgrad viel zu niedrig, die Rätsel viel zu simpel sind und Anspruch quasi ein Fremdwort ist, lassen wir daher nicht gelten, okay. Kameraführung und Steuerung geben keinen Grund zum Meckern, das Ganze bleibt stets übersichtlich und ist logisch aufgebaut. Gelungen ist sicher auch die zuckersüße Aufmachung dieses Adventures, wenn auch bemerkenswerte Spezialeffekte nicht vorkommen. Vom Soundtrack hatte ich mir allerdings mehr erhofft, für die spärlichen Soundeffekte und das eher nur so dahinplätschernde Gedudel im Hintergrund gibt es keine Entschuldigung, mit Wohlwollen bezeichne ich die Akustik noch als mittelmäßig, schließlich wurde noch an eine englische Sprachausgabe gedacht, na immerhin. Den dicksten Negativpunkt, den ich aber zum Schluss unbedingt noch anführen muss und für den es auch überhaupt keine Ausrede gibt, ist der zu hohe Preis. Ich habe gerne für vieles Verständnis, sowohl für die auf Dauer etwas zu sehr auf Niedlichkeit getrimmte Aufmachung als auch den extrem simplen Spielverlauf, da Kinder (und von denen auch noch die etwas jüngeren!) die Zielgruppe darstellen, doch finde ich es überhaupt nicht okay, wenn man ungefähr 60€ für „Magical Mirror starring Mickey Mouse“ bezahlen muss. Da habe ich dann doch ziemlich wenig Verständnis für, bedenkt man, wie schnell dieses Gamecube-Spiel durchgespielt ist. Ansonsten hätte ich gar nicht einmal so viel rumgemeckert, doch dieser letzte Punkt hinterlässt dann letztlich doch einen faden Nachgeschmack.
Supersimpel, nur für Kinder sinnvoll, geringer Umfang, schlechtes Preisleistungsverhältnis, es riecht nach Abzockerei (der Eltern) der Kleinen
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Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Heute möchte ich mich mal wieder einem Videospiel widmen und es soll um einen Titel für Nintendos Gamecube gehen. "Disney's Magical Mirror - starring Mickey Mouse" war relativ bald nach dem Deutschlandrelease der Konsole zu haben und war von Anfang an eine Art "Nice Price"-Spiel, so dass wir es bei Ebay problemlos für 28,- ersteigern konnten. Ich musste es zwar nicht unbedingt haben, aber mein Schatzi versprach sich ein nettes Jump'n'Run und so schlugen wir zu. Was uns bei dem Game aber letztlich erwartet hat, erfahrt Ihr am besten selbst...
| ° Story
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Mickey liegt eines Nachts in seinem Bettchen und träumt. Aber nicht von Pluto und seinen Freunden, sondern er hat einen richtigen Alptraum. Seine Bettdecke rebelliert und auch der Spiegel neben seinem Bett sieht ziemlich seltsam aus. Bevor er die Situation genau ergründen kann, wird er auch schon durch den Spiegel in eine Art Parallelwelt gezogen und stellt fest, dass die meuternde Bettdecke in Wahrheit ein fieser Geist war, der nun scheinbar das Kommando in seinem Haus übernehmen will. Dumm nur, dass er Spiegel zerrochen ist und Mickey scheinbar für immer in dieser anderen Dimension gefangen ist...
| ° Spielprinzip
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An dieser Stelle steigt natürlich der Spieler in das Geschehen ein und es ist seine Aufgabe, die zwölf Teile des zerbrochenen Spiegels wiederzufinden. Damit es nicht zu leicht wird, sind diese seltsamerweise im gesamten Haus verstreut - welches wie das von Mickey aussieht, nur eben in "gespiegelter" Form. Soweit klingt das Ganze ja noch ganz annehmbar, aber nach einem kleinen Intro darf man letztlich endlich die Kontrolle über die Maus an sich nehmen - und dann kommt die Ernüchterung. Man hat es hier nämlich keinesfalls mit einem unterhaltsamen Jump'n'Run zu tun, sondern eher mit einer Art Point'n'Klick-Adventure. Man steuert also eine Hand auf dem Bildschirm wie eine Maus und klickt die Stellen an, zu denen Mickey laufen oder die Gegenstände, die er mal untersuchen soll. Dies macht der Mäuserich dann und der Spieler kann entscheiden, ob er mit dem Gegenstand etwas anfangen kann oder ob er vielleicht durch eine Tür den nächsten Raum betreten möchte.
Dabei sind nicht alle Türen von Beginn an passierbar, denn manche sind mit Schlüsseln verschlossen. Diese gilt es wiederum zu finden und natürlich liegen auch diese an den verschiedensten Stellen im Haus verstreut. Somit ist der Weg durch das Anwesen zumindest leicht vorgeschrieben, weil eben nicht alle Räume gleich zu Beginn begehbar sind. Neben den Schlüsseln kann Mickey noch Sterne sammeln, die ihm "magische" Energie verleihen. Es gibt nämlich immer wieder Stellen, an denen er Aktionen ausführen kann. Je nach Aufwand muss er dabei zwischen einem und drei Sternen investieren, wobei letzteres auch schon die maximale Anzahl der leuchtenden Himmelskörper ist, die der Mäuserich mit sich führen kann. So kann man beispielsweise einen Schrank öffnen und das Geschirr tanzen sehen oder sich über eine sich bewegende Ritterrüstung im Keller wundern. Oft erlangt man damit einen Teil des Spiegels, was ja unser Primärziel ist. Dumm nur, dass man wie gesagt immer nur höchstens drei Sterne
mit sich tragen kann und sammelt man vollbepackt noch durch einen weiteren Stern, weil er zufällig im Weg liegt, so geht dieser schlicht und ergreifend verloren - äußerst ärgerlich.
Richtige Gegner gibt es in dem Spiel übrigens nicht, nur der fiese Geist taucht ab und an auf und will Euch etwas ärgern. Ansonsten geleitet man den Mäuserich durch die starren Räume und mosert hier und da über unglücklich gewählte Blickwinkel, denn auch diese sind immer festgegeben und können nicht verändert werden. Da das Spiel eher für die Kleinsten gedacht ist - Knuddelgrafik und simpelste Rätsel - bietet es noch ein besonderes Feature: Über den zweiten Controller lässt sich eine zweite Zeigehand über den Bildschirm steuern, mit der beispielsweise Eltern ihren an einer Stelle festsitzenden Sprösslingen ein wenig auf die Sprünge helfen und ihnen zeigen können, was sie anklicken sollten. Mein Schatzi war aber nicht gerade angetan davon, als ich ein wenig Hilfestellung leisten wollte, das Game war sowieso einfach genug. Hier liegt nämlich auch generell das Problem des Titels, denn wer älter als sagen wir mal acht Jahre ist, wird damit nicht viel anfangen können und das Pad bald gelangweilt in die Ecke legen - da können nicht mal die nach dem Durchzocken freigespielten Minigames locken. Und ob die Kleinsten das wirklich schon spielen müssen, ist meiner Meinung nach auch fraglich.
| ° Grafik & Sound
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Grafisch ist "Disney's Magical Mirror" eigentlich nicht schlecht - knuddelige Animationen, der liebevoll modellierte Mäuserich und eine bunte, comic-gerechte Wohnungseinrichtung wirken doch recht ansprechend - aber der Gamecube kann wesentlich mehr. So braucht man zwar zumindest kein Grafikruckeln, etc. befürchten, weil der Prozessor überfordert wäre, aber ein paar mehr Effekte hätte man sich dann doch schon gewünscht, denn hier ist ja schon der zerberstende Spiegel ein absolutes Highlight - und das will was heißen. Sicher, für die eigentlich angedachte Zielgruppe der Kiddies ist die Grafik ausreichend und die werden auch ihren Spaß mit Mickey haben, nüchtern betrachtet hätte man das Game aber auch so auf der Playstation oder dem N64 realisieren können.
Der Sound reiht sich dann auch eher in die Kategorie "ganz nett" ein, kann aber bei weitem keine Maßstäbe setzen. Er dudelt recht belanglos vor sich hin, hat kaum eine ins Ohr gehende Melodie und auch die Soundeffekte sind recht rar gesät. Erwartet also nicht zuviel, denn nicht mal eine karge Sprachausgabe hat es auf die Mini-DVD geschafft.
| ° Fazit
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Wer sich von dem Titel also ein unterhaltsames Jump'n'Run erwartet, wird mehr als enttäuscht werden. "Disney's Magical Mirror" ist ein buntes Point'n'Klick-Adventure der simpelsten Sorte und mehr will es auch nicht sein. Die Grafik ist weit unter Gamecube-Niveau, der Sound gleicht sich diesem Level irgendwo an und jeder halbwegs erfahrene Zocker wird nach wenigen Stunden das Game durch haben - sollte er nicht vorher gelangweilt aufgegeben haben. Somit ist der Titel wirklich nur Eltern zu empfehlen, die ihren Kiddies die Welt der Videospiele ein wenig näher bringen möchten und eine Vorliebe für den knuddeligen Mäuserich haben. Alle anderen sollten in jedem Fall die Finger davon lassen, denn mit Donald Duck, Rayman, Spyro, Crash Bandicoot und natürlich Mario findet man auf dem Gamecube genug richtige Vertreter des Jump'n'Run-Genres.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Mousemaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen sich an einer Spiegelscherbe schneiden...
Shake Heads - Für den Grief!
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