ein Testbericht von koala772010-07-03 18:54:32vom 03.07.2010Empfehlung: ja
Vorteile: -Story
-Darstellung...Nachteile/Kritik: -die Englischen Szenen (unpassend)
Darsteller: Richard Thomas, Ernest Borgnine, Donald Pleasence
Regisseur: Delbert Mann
Komponist: Allyn Ferguson
Sprache: Deutsch, Englisch (teilweise)
FSK: 12 Jahre
Erscheinungstermin: 10. August 2005
Produktionsjahr: 1979
Spieldauer: 155 Minuten
Dieser Antikriegsfilm basiert auf dem Buch „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Es handelt sich hierbei um einen der besten Antikriegsfilme. Für die damaligen Verhältnisse ist es ein echt sehenswerter Film. Was mich allerdings stört sind die Englischen Szenen zwischendurch. Diese sind doch etwas unpassend. Dieser Film zeigt die Realität und wurde sogar von den Nationalsozialisten (NSDAP) verboten.
Zur Story:
Die gesamte Story spielt im ersten Weltkrieg.
Paul Bäumer meldet sich zusammen mit seiner gesamten Klasse bei der Armee. Sie geraten zu Unteroffizier Himmelstoß, der es den Jungs nicht leicht macht. Dort bringt den Jungen nichts mehr von der Schule.
Als sie die Grundausbildung beendet haben, werden sie an die Westfront im Kampf gegen Frankreich stationiert. An der Westfront werden sie von dem erfahrenen Frontsoldaten „Kat“ über die Gefahren informiert und lernen zu überleben. Lange Zeit bleibt die Gruppe vollständig aber dann fällt Pauls Freund Kemmerich.
Als Bäumer in einem Granatenkrater Schutz sucht, springt ein Franzose hinein, den er kurz darauf ersticht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt merkt Bäumer wie Sinnlos der Krieg ist.
Nach dem Aufenthalt in einem Krankenhaus wegen einer Verwundung bekommt er Heimaturlaub.
Den Menschen in seiner Heimat erzählt er nicht, wie hart der Krieg ist. Er verharmlost das Ganze.
Als er aber wieder zurück an der Front ist, existieren nur noch wenige seiner Kammeraden, die aber kurz darauf auch fallen.
Kurz vor Schluss stirbt Kat durch Splitter von einem Flugzeugangriff, was Paul aber erst bemerkt, als er bei der Verbandsstation angekommen ist. Bäumer hatte den Verletzten Kameraden wegen einer Verwundung am Bein getragen.
Nun lebte nur noch er von seinen ehemaligen Klassenkameraden.
Kurz darauf, wenige Wochen vor Ende des Krieges wird Bäumer tödlich getroffen.
Der Tagesbericht lautete: „Im Westen nichts Neues“
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Antikiregsfilm 1930
ein Testbericht von nici182007-04-04 16:21:23vom 04.04.2007Empfehlung: ja
Vorteile: Siehe Bericht...Nachteile/Kritik: siehe Bericht
Heute schreibe ich euch mal einen Bericht über eine Inszenierung zu dem Buch „Im Westen nichts Neues“. Dieses Buch musste ich in der Schule, vor circa 3 oder 4 Jahren, lesen. Den Film habe ich aber auch schon gesehen, da ich mir ein Bild davon machen wollte, wie die Situation rüber gebracht wird.
***Aussehen der DVD***
Das Cover der DVD ist schlicht und einfach. Denn man sieht einfach nur einen jungen Mann im Vordergrund. Er befindet sich gerade im Krieg, deshalb hat auch die Kleidung eines Soldaten an. Im Hintergrund ist nur ein Trümmerfeld zu sehen.
Die Handlung ist natürlich nicht anders, als die des Buches. Was natürlich auch logisch ist.
Von der Kriegsbegeisterung ihres Lehrers angesteckt, meldet sich eine Abiturklasse freiwillig zum Militär. Dort sehen sie auch ihren alten Briefträger Himmelstoß wieder. Von diesem werden sie ausgebildet und schikaniert. Vor allem aber wird Paul Bäumer seine Zielscheibe. Der Ernst des Krieges wird ihnen also sehr schnell vermittelt. Dies geschieht besonders durch ein Rotkreuzzug voller verwundeter am Bahnhof des ersten Einsatzgebietes, der erste Angriff, der erste Tote unter ihnen, Hunger, Nässe und Unbequemlichkeiten. Sie sehen also das ganze Gegenteil von dem, was ihr Lehrer ihnen im Unterricht erzählt hatte. Die jungen Soldaten wurden also an die front geschickt und Bäumers Zug trifft auf Katczinsky. Dieser wird von allen Kat genannt und ist ein erfahrener Frontkämpfer und Ostpreuße. Mit Kat und Tjaden finden sie zwei Kameraden, die ihnen wirklich lebensnotwendige Ratschläge geben. Bald ist die Hälfte der Kompanie in den ersten Gefechten gefallen. Kemmerich, ein Mitschüler von Bäumer, würden die Beine amputiert. Dieser stirbt jedoch auch und zwar im Lazarett. Dieser hatte gute Stiefel, welche jetzt immer den Besitzer wechseln, da diese ebenfalls fallen.
Paul Bäumer, die Hauptperson, wird bei einem Angriff der Franzosen auf einen Friedhof getrieben. Dann jedoch noch in einen Granattrichter. Er ersticht hier einen Franzosen und muss erkennen, dass es kein Feind war, sondern derjenige der Duval getötet hatte. Die Soldaten haben natürlich auch Hunger. Daher tauschen sie mit Mädchen, welche auch Franzosen sind, Brot gegen Liebe. Kurz nachdem so ein tausch gelaufen war, wird Paul verletzt. Er muss daher auch in ein Lazarett. Doch Bäumer schafft es aus dem Sterbebett wieder aufzustehen. Danach macht er einen Besuch zu Hause. Hier stellt er fest, dass er mit seinem Lehrer nichts mehr gemeinsam hat. Im Gegensatz zu seiner Schulzeit. Er kann nicht lange bleiben, da er wieder an die front muss. Dort stößt er auf noch viel jüngere Soldaten, als er es ist. Sie werden so gesehen als „Kanonenfutter“ in den Kampf geschickt. Kat wird verwundet, als Paul und er einen Spaziergang machen. Dieser kommt aber nicht mehr aus dem Sterbebett heraus. Nun hatte Paul auch einmal eine Feuerpause. Diese nutze er dafür einen Schmetterling zu beobachten. Leider wird ihm diese pause zum Verhängnis. Er wollte nach dem Schmetterling greifen
und wird dabei von einem Franzosen erschossen.
Zum Abschluss meldet der Heeresbericht, dass von der Westfront nichts Neues zu berichten sei.
***Wichtige Personen***
Regie: Lewis Milestone
Paul Bäumer gespielt von Lew Ayres.
Stanislaus Katczinsky gespielt von Louis Wolheim.
Himmelstoß gespielt von John Wray.
Franz Kemmerich gespielt von Ben Alexander.
Kantorek gespielt von Arnold Lucy
Tjaden gespielt von Slim Summerville
Detering gespielt von Harold Goodwin
Müller gespielt von Russell Gleason
Albert Kropp gespielt von William Blakewell
***Zensur***
Dieser Film ist auf jeden Fall der Anti-Kriegsfilm schlechthin. Seit dieser Film entstand war er Gegenstand zahlreicher Zensurmaßnahmen. Bereits angefangen bei der Vorzensur bis hin zur Filmzensur. Und auch kam es zu weiteren Beschneidung des Films für verschiedene Länder. Vor allem aber für den deutschen Markt. Deshalb wurde der Film auch sehr gekürzt.
Die Originalfassung von Lewis Milestone ist 150 Minuten lang gewesen. Für Amerika wurde aber nur eine Version von 140 Minuten zugelassen, das heißt also, dass die Originalfassung 10 Minuten gekürzt wurde.
Für die deutsche Fassung schnitt Universal freiwillig einige Szenen aus der Originalfassung. Von diesen Szenen wurde angenommen, dass die Film-Oberprüfstelle, welche in Berlin ihren Sitz hat, beanstanden würde. Szenen, wo Rekruten ihren Vorgesetzten verprügelten waren ein Teil der Szenen, welche geschnitten wurden. Natürlich noch einige andere. Der Film bekam dann also auch in Deutschland die Genehmigung dafür, dass er gezeigt bzw. aufgeführt werden durfte. Dies geschah am 21.11.1930. Seine erste Aufführung war dann im dezember 1930 und sechs tage danach wurde er jedoch wieder verboten, da es während der Aufführung zu Schlägereinen kam. Der Film solle das deutsche Ansehen und die öffentliche Ordnung gefährdet sein. Auch sollte er eine entsittlichende und verrohende Wirkung haben. Universal zog den Film dann aber freiwillig zurück, da sie den deutschen Markt nicht verlieren wollten.
Jedoch konnte das Verbot zeitweilig wieder aufgehoben werden, da die politischen Linken die Entscheidung der deutschen Prüfstelle kritisierte. Universal stimmte zu, dass für die Wiederzulassung des Filmes drei weitere Szenen gekürzt werden würden. Des Weiteren stimmte Universal zu, aber nur weil sie Deutschland nicht wichtigstes Exportland verlieren wollten, dass nur noch den massiv verkürzten Film für die Aufführungen in den Exportländern vergeben werden. Deshalb sahen die meisten nicht den Film von Milestone aus dem Jahre 1930. Sie sahen das Produkt nationalsozialistischer Propaganda (1931).
***Eigene Meinung***
Da ich auch das Buch gelesen habe, denke ich mal, dass ich gute Vergleiche ziehen kann. Zum einen muss ich sagen, dass die Handlung doch schon gut umgesetzt wurde. Das hätte ich persönlich nicht wirklich gedacht. Das Nächste ist, dass es für die damalige Zeit schon eine gute Darstellung der Situationen ist. Des Weiteren muss ich aber sagen, dass mir persönlich das Buch viel besser gefällt, da hier auch viele kleine Details beschrieben wurden und bei dem Film ja auch einige Szenen geschnitten wurden. Von daher kann man nicht das ganze Buch nachvollziehen. Jedoch wird die Handlung durch die geschnittenen Szenen nicht verfälscht, sondern gibt inhaltlich immer noch das wieder, was auch im Buch dargestellt wird. Der Film wurde auch mit zwei Oscars ausgezeichnet, was ich persönlich auch gut verstehen kann. Die Umsetzung, der Ton, das Bild sind echt klasse.
Auch sollte dieser Film jeder gesehen haben. Hier lernt man sehr viel über den 1. Weltkrieg und somit kann man auch sagen, dass er sehr lehrreich und bildend ist.
Ich vergebe deswegen auch schon 4 Sterne. Ist zwar nicht die volle Punktzahl, aber trotzdem sehr gut für diesen Film.
Eure Nici
P.S.: Die DVD enthält leider keine Extras, sondern nur das normale Menü.
...
ein Testbericht von Meloman182006-03-14 19:28:37vom 14.03.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Inhalt...Nachteile/Kritik: die deutsch-englischen Szenen nerven etwas
Der Film basiert auf dem Buch von Erich Maria Remarque.
Paul Bäumer war Gymnasiast. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich zusammen mit seinen Freunden zur Armee. Gut gelaunt sehen sie der vorausliegenden Zeit entgegen. Doch der harte Drill durch den Unteroffizier Himmelstoß lässt sie bald die nackte Realität sehen. Schließlich werden sie an die Westfront nach Frankreich versetzt, wo die Grausamkeit des Krieges sie sehr schnell heimsucht. Sie treffen auf Kazcinski, einen erfahrenen Frontsoldaten. Er nimmt die Jugendlichen unter seine Fittiche. Als er Urlaub bekam, ging er nach
Hause zu seiner Familie. Die Mutter war an Krebs erkrankt und lag im Bett. Zusammen mit seinem Vater ging er zum Stammtisch, wo dessen Freunde behaupteten, die Problematik wäre die Untauglichkeit der Soldaten an der Front. Seinem alten Lehrer, einem sehr nationalistischem Mann, erzählt er ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen von der Westfront.
Die Schlüsselszene des Film findet in einem Krater statt, in dem Bäumer einen französischen Soldaten mit dem Messer ersticht und dessen Todeskampf die ganze Nacht andauert. Bäumer weicht ihm nicht von der Seite und erkennt, dass auch der Feind nur ein Mensch ist.
Später kommen immer jüngere Soldaten, da alle anderen bereits tot sind. Nach und nach fallen alle Freunde, auch Kazcinski überlebt den Krieg nicht. Am Schluss will Bäumer in einem Schützengraben einen kleinen Vogel malen, der auf einem Baum gegenüber sitzt. Er erhebt sich dazu leicht aus seiner Sitzhaltung und wird von einem französischem Scharfschützen getötet.
"Im Westen nichts neues" ist wohl der Antikriegsfilm schlechthin. Zu Hitlers Zeiten wurde der Film sogar in Deutschland verboten. Er zeigt schonungslos die Grausamkeit und die Realität des Krieges. Denn im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer.
Im Director´s Cut werden die teilweise herausgeschnittenen Szenen als Original mit deutschem Untertitel wiedergegeben. Die Qualität von Sound und Bild sind auf jeden Fall überzeugend.
...
sindimindi, 20.03.2006
Noch ausbaubar, besonders was die Beschreibung der einzelnen Charaktere und ihrer Intentionen angeht! - das Messer war übrigens ein Bajonett...-
LG, Roland
jimmy1138, 15.03.2006
Also den Film der unter den Nazis verboten war, ist wohl mMn die Spät 1920er Schwarzweiß Verfilmung - Vom Bild her ist das die 1980er Produktion.
Gemeinwesen, 14.03.2006
Ich kenne bisher nur den schwarzweißen Vorgänger, aber auch der ist beeindruckend und wirklich nur zu empfehlen. Beste Grüße vom Gemeinwesen.
„An der Front bist du tot oder lebendig, das ist alles”
ein Testbericht von wildheart2005-03-11 17:06:29vom 11.03.2005Empfehlung: ja
Vorbemerkung
Sowohl der Erfolgsroman von Erich Maria Remarque, als auch Lewis Milestones Film sind klassische Beispiele dafür, wie Literatur und Film unter den Schlägen und Schnitten der Zensur oft zu leiden haben. Als der 1929 in Buchform erschienene Roman (vorher konnte man einen Vorabdruck in der „Vossischen Zeitung” lesen) 1930 eine Auflage von über einer Million verkauften Exemplaren erreichte (weltweit zu diesem Zeitpunkt 3,5 Mio. in zwölf Sprachen), war der Streit um „Im Westen nichts Neues” längst entbrannt.
Vor allem die Nationalsozialisten hetzten gegen Remarque – und dann auch gegen den Film,
der in den USA z.B. 23 Wochen lang im „Central Theatre” in täglich fünf Vorstellungen Erfolge feierte. Doch bereits die Originalfassung Milestones, 150 Minuten lang, gelangte nie in irgendein Kino, weil die amerikanische Zensurbehörde bereits zehn Minuten schnitt – in „weiser Voraussicht”, dass der Film ansonsten keine Chance hätte, in Deutschland in den Kinos gezeigt zu werden. Weitere Schnitte folgten, bis der Film von der Oberprüfstelle in Berlin am 21.11.1930 freigegeben wurde.
Schon die ersten Aufführungen wurden begleitet von Stinkbombenangriffen und Schlägereien, einer Demonstration von ca. 6.000 Nazis, einer flammenden Rede von Goebbels gegen den Film, der Verteidigung des Films durch den preußischen Innenminister Severing und schließlich dem Antrag der Regierungen von Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Bayern und Württemberg (wo der Film noch gar nicht aufgeführt worden war), den Film zu verbieten, was dann am 11.12.1930 auch geschah. Die Verbotsbegründung ist übrigens lesenswert (1). Zwar wurde – nach weiteren drastischen Schnitten – 1931 für kurze Zeit der Film noch einmal freigegeben. Mit der Machtübernahme Hitlers 1933 jedoch war für Roman wie Film in Deutschland Schluss.
Auch auf der von Universal Picture herausgebrachten DVD ist nur eine Fassung von 128 Minuten zu sehen, also eine um 12 Minuten (im Vergleich zur ursprünglichen amerikanischen Kinofassung) bzw. 22 Minuten (im Vergleich zum Originalfilmmaterial) gekürzte Fassung, die allerdings die von den deutschen Zensurbehörden attackierten Szenen wohl weitgehend enthält.
Der Film
Der Roman und der weitgehend werktreu inszenierte Film erzählen die Geschichte von Abitursschülern, die sich durch ihren Lehrer Kantorek (Arnold Lucy) 1914 in Kriegsbegeisterung versetzen lassen und sich freiwillig beim Militär melden. In der Kaserne treffen sie schon bald auf ihren ehemaligen Briefträger Himmelstoss (John Wray), der sie jetzt dem entsprechenden Drill zur Vorbereitung ihres Einsatzes an der Front unterziehen soll. Himmelstoss ist ein Sadist, der die jungen Soldaten durch den Dreck schleift und am letzten Abend vor ihrem Fronteinsatz ihren kurzen Urlaub bis Mitternacht zusätzlich vereitelt.
An der deutsch-französischen Front treffen Paul Bäumer (Lew Ayres), Franz Kemmrich (Ben Alexander), Behm (Walter Rogers), Albert (William Bakewill) und die anderen ihrer Klasse u.a. auf den Ostpreußen Katczinsky (Louis Wolheim), den alle „Kat” nennen, und den Hamburger Tjaden (Slim Summerville), zwei Soldaten, die wissen, wie man sich im Krieg verhalten muss, und den jungen Kerlen Ratschläge geben und Anweisungen erteilen, um ihre Überlebenschancen zu vergrößern.
Schon bald findet der erste Schüler den Tod. Beim Ziehen von Stacheldraht trifft es Behm. Und kurze Zeit später leben von den 150 Männern der Einheit nur noch 70. Auch Kemmrich, der beide Beine verliert, stirbt, und seine teuren, guten Stiefel wechseln von einem Soldaten zum anderen. Die Illusion, tapfer und ruhmreich für das Vaterland zu kämpfen und zu siegen, weicht schon bald der Realität des Kriegsgeschehens. Als Bäumer einen französischen Soldaten mit dem Bajonett trifft, fragt er sich nicht das erste Mal, warum er und die anderen in diesem Krieg töten müssen. Der Soldat lebt noch eine Weile, und Bäumer erkennt, wie sinnlos das Gemetzel für ihn und die Kameraden ist. Verzweifelt bittet er den Toten um Verzeihung.
Noch sinnloser erscheint der Krieg Bäumer, als er nach einer Verletzung Fronturlaub erhält. Immer noch faseln die Honoratioren, Kantorek und auch sein Vater zu Hause vom heldenhaften Krieg. Und die Schüler, die Kantorek jetzt für den Krieg begeistern will, stellen Bäumer als Feigling hin, als er über das Grauen an der Front berichtet. Vier Tage vor dem Ende des Fronturlaubs entschließt sich Bäumer, vorzeitig wieder an die Front zu gehen, weil er die Lügen und erbärmlichen Sprüche in seinem Heimatort nicht aushält ...
Wie entstehen Kriege? Soldier: Well, it must be doing somebody some good.
Tjaden: Not me and the Kaiser.
Soldier: I think maybe the Kaiser wanted a war.
Kat: I don’t see that. The Kaiser’s got everything he needs.
Soldier: Well, he never had a war before. Every full-grown
Emperor needs one war to make him famous. Why, that’s history.
Paul: Yeah, Generals too. They need war.
Soldier: And manufacturers. They get rich.
Another Soldier: I think it’s more a kind of fever. Nobody
wants it in particular. And then all at once, here it is. We
didn’t want it. The English didn’t want it. And here we are
fighting.
Katczinsky comes up with the ultimate solution to
governments’ wars, a solution that would end warfare forever:
I’ll tell ya how it should all be done. Whenever there’s a big
war comin’ on, you should rope off a big field and sell tickets.
Yeah, and on the big day, you should take all the kings and
their cabinets and their generals, put them in the center
dressed in their underpants and let ‘em fight it out with
clubs. The best country wins.
Milestones Adaption des Remarqueschen Stoffes kann als der erste Anti-Kriegs-Film der Tonfilmgeschichte gelten – und das zu Recht. Erstaunlich bei der Inszenierung ist, dass Milestone ganz offensichtlich nicht die heutzutage weit verbreitete These vertritt, man müsse möglichst viel Kampfgeschehen zeigen, um dem Publikum die Grausamkeit des Krieges zu demonstrieren. Der Film zeigt zwar etliche Szenen von der Front, sterbende Soldaten und einschlagende Granaten – aber Milestone legt das Hauptgewicht auf die Darstellung und Veränderung der Charaktere im Verlauf der Handlung sowie auf die entscheidenden Etappen der Herstellung von Kriegsbereitschaft und des für die Kriegsführung so enorm bedeutsamen Ausgeliefertseins der Soldaten.
In der Schule wird Kriegsbereitschaft erzeugt. Draußen marschieren die ersten Soldaten, umsäumt von einer jubelnden Menge, drinnen faselt der Lehrer davon, wie ruhmreich es sei, für das Vaterland zu sterben. Danach beginnt der Drill in der Kaserne mit den Worten von Himmelstoss: „Das erste, was ihr tun müsst, ist, alles zu vergessen, was ihr jemals gewusst oder gelernt habt, was ihr werden wolltet. Ihr seid jetzt nur noch eines: Soldaten, und das ist alles. [...] Ich mache entweder Soldaten aus euch, oder ich töte euch.”
Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um die jungen Männer an die Front zu schicken. In der zweiten Phase ergreift sie Ernüchterung, und der Realitätssinn bestimmt ihr Handeln. Nur wenige Freuden – ein Flirt oder mehr mit drei französischen Frauen, eine doppelte Ration Essen, nachdem die Hälfte der Truppe bereits tot ist, ein paar Zigaretten und der Zusammenhalt, den Kat und Tjaden bewirken – können kurze Zeit davon ablenken, dass sie alle dem Tod geweiht sind. Ihr unmittelbarer Eindruck ist geprägt von einer völlig undurchsichtigen Situation an der Front und einer unüberschaubaren Kriegssituation. Ihrem Ausgeliefertsein können die jungen Männer nur wenig entgegensetzen. Man verprügelt (noch vor dem Fronteinsatz) den Schinder Himmelstoß, der sich später im Krieg als jämmerlicher Feigling präsentiert und stirbt, man fragt sich, wie Kriege eigentlich entstehen und wer von ihnen profitiert (s. obigen Dialog) und man versucht, dem Rat Kats zu folgen, „das beste” draus zu machen, um selbst zu überleben.
Als Bäumer den französischen Soldaten schwer verletzt, gerät der Defaitismus des jungen Soldaten hart an die Grenze, an der jemand aufgeben, desertieren würde oder sich selbst töten lässt. Doch Milestone will nicht die wenigen zeigen, die sich dazu entschlossen zu desertieren. Er zeigt den „normalen” Kriegsalltag von jungen Männern und wie der Krieg ihr Denken und Fühlen verändert.
Dem Film wurde später vorgeworfen, er stelle die deutschen Soldaten zu positiv dar. Doch dieser Vorwurf trifft den Film nicht. Denn es geht in Roman wie Film eben gerade nicht um Nationalismen, Sieger und Besiegte, Gut und Böse, sondern um die angedeuteten Mechanismen, denen alle Soldaten, auf welcher Seite auch immer, unterworfen werden, und die Veränderungen, die dies in ihrem Denken und Fühlen ausmacht.
Erwähnenswert ist im übrigen noch, dass Milestone das Kriegsgeschehen ausschließlich aufgrund etlicher Fotografien aus dem ersten Weltkrieg und einiger Berichte von Soldaten in Szene setzte. Weder er, noch Remarque konnten auf eigene Kriegserfahrungen zurückgreifen. Remarque wurde schon kurz nach Abkommandierung an die Front 1917 verletzt und verbrachte den Rest des Krieges in einem Lazarett. Es gab im übrigen keine Filmaufnahmen über das Kriegsgeschehen im ersten Weltkrieg, da die Kameras zu groß und schwer waren und zudem die Heeresführungen es nicht gerne sahen, wenn die Gräuel des Krieges für die Nachwelt fotografiert werden sollten.
Umso erstaunlicher sind die im Film gezeigten Szenen, die übrigens später in mehreren Fällen für Dokumentarfilme verwendet wurden, obwohl sie nicht das Kriegsgeschehen im ersten Weltkrieg zeigen, aber die einzigen (pseudo-)„realistischen” Aufnahmen waren, die dafür herhalten konnten. Auch das Publikum, wurde berichtet, war tief beeindruckt von diesen Kriegsbildern.
DVD
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Tschechisch, Niederländisch, Ungarisch, Polnisch, Französisch
Bildformat: 4:3
Dolby, HiFi Sound, PAL
DVD Erscheinungstermin: 17. Februar 2005
Preis: € 12,97 (amazon), € 12,99 (jpc) – Stand: 11.3.2005
Die von Universal herausgebrachte DVD enthält den gekürzten Film (128 Minuten). Warum Universal nicht auf eine 1984 durch Jürgen Labenski für das ZDF durchgeführte Rekonstruktion des Films zurückgegriffen hat (135 Minuten), ist mir nicht bekannt. Labenski nannte als Grund für die Zensurmaßnahmen übrigens auch, dass 1930 der Vorspann geschnitten wurde, weil dort etliche jüdische Mitarbeiter namentlich genannt waren. Der Regisseur selbst, der aus der Nähe von Odessa stammte und 1913 über Belgien in die USA ausgewandert war, war selbst jüdischer Abstammung (er wurde als Lev Milstein geboren). (2)
Die Überarbeitung des Filmmaterials selbst ist äußerst gut gelungen für einen Film, der etliche Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Das gilt besonders für das Bild, aber auch für den Ton. Leider enthält die DVD keinerlei Bonusmaterial, was angesichts der hier teilweise beschriebenen Geschichte des Films und der gegen ihn ausgeübten Zensur wirklich ärgerlich ist.
Wertung Film: 10 von 10 Punkten.
Wertung DVD: 8,5 von 10 Punkten.
(1) Auszug: „Eine so ausgesprochen einseitige Darstellung, die die ganze Krassheit des Krieges und seine menschlichen Schwächen nur und ausschließlich auf deutscher Seite sucht und findet und jedes ethische Moment auf deutscher Seite bewusst vermissen lässt, wird von weitesten Volkskreisen, die Kriegsteilnehmer gewesen sind, ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit als Verhöhnung empfunden. Eine solche Darstellung wird dem Gemütsleben einer Generation des deutschen Volkes, die in diesem Krieg gelitten und ihr Leben gelassen hat, so wenig gerecht, dass es verständlich erscheint, wenn sie laute Proteste auslöst. Insoweit befindet sich die Oberprüfstelle in Übereinstimmung mit dem Gutachten des Sachverständigen des Reichswehrministeriums [...], dass der vorliegende Bildstreifen nicht der Film des Krieges, sondern der Film der deutschen Niederlage ist. [...] Mit der Würde eines Volkes wäre es nicht vereinbar, wenn es seine eigene Niederlage, noch dazu verfilmt durch eine ausländische Herstellungsfirma, sich vorspielen ließe, Es würde im Ausland nicht verstanden und als Billigung der bösartigen Originalfassung dieses amerikanischen Filmwerks angesehen werden, wenn dieser Bildstreifen, für den deutschen Gebrauch zurechtgestutzt, über die Leinwand deutscher Lichtspielhäuser laufen würde.”
Zit. nach: http://www.remarque.uni-osnabrueck.de/iwnnfilm.htm
(2) Vgl. zu Milestone z.B.: http://www.deutsches-filminstitut.de/dt2tp0095.htm
Weitere Informationen zum Film:
Deutsches Filminstitut: http://www.deutsches-filminstitut.de/dframe12.htm
Im Westen nichts Neues
(All Quiet on the Western Front)
USA 1930, 131 Minuten (DVD: 128 Minuten)
Regie: Lewis Milestone
Drehbuch: George Abbott, nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque
Musik: Sam Perry, Heinz Roemheld
Director of Photography: Arthur Edeson, Karl Freund
Montage: Edgar Adams, Edward L. Cahn, Milton Carruth
Produktionsdesign: Charles D. Hall, William R. Schmidt
Darsteller: Louis Wolheim (Katczinsky), Lew Ayres (Paul Bäumer), Slim Summerville (Tjaden), John Wray (Himmelstoss), Arnold Lucy (Kantorek), Ben Alexander (Franz Kemmrich), Scott Kolk (Leer), Owen Davis Jr. (Peter), Walter Rogers (Behm), William Bakewell (Albert), Russell Gleason (Müller), Richard Alexander (Westhus), Harold Goodwin (Detering)
Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0020629
XXLALF, 12.12.2010
diese dvd hatte ich gestern in den händen, war mir jedoch nicht schlüssig, ob ich sie mir entleihen soll, weil ich im allgemeinen kriegsfilme, wie z.b. die brücke mir schon gern ansehe, aber ich mich dann darüber aufrege, dass sinnlos kriege geführt werden, in welchen menschen ihr leben lassen müssen. ganz super geschrieben bw und ganz liebe grüße
Bjoern.Becher, 11.03.2005
Danke fuumlr die Erinnerung. Den habe ich hier noch auf VHS liegen und wollte den schon laumlnger sehen. Fuumlr eine gekuumlrzte DVD, die dazu bei so einem Film noch ohne Bonusmaterial ist, hast Du die DVD aber noch sehr gnaumldig bewertet. Mfg B
bavaria123, 13.03.2005
...als Deine Berichte am Sonntag bei einer Tasse Kaffe zu geniessen??? Herzliche Gruumlszlige!!!
ein Testbericht von Montipora2005-03-09 15:46:26vom 09.03.2005Empfehlung: ja
Film
Wer kennt den Film nicht? Hat man doch fast allen von uns den Film doch in der Schule vorgeführt.
Der Film zeigt das Frontleben eines jungen, deutschen Soldaten welcher sich zu Kriegsbeginn voller Eifer zur Armee meldete, doch bald die Wahrheit erkennen musste. Aus heutiger Sicht ist die Story ehr "langsam", denn man versuchte den gesamten 1. Weltkrieg im Film darzustellen. Sei es der wirklungslose Grabenkrieg, die Versorgungsknappheit oder der Nationalstolz in der Heimat. Dies sorgt dazu, dass es keine aufregenden Actionsequenzen oder detailierte Gefechte gibt. Der Film bietet jedoch
alles was 1929 technisch möglich war, nur man sollte keinen Kriegsfilm ala "Soldat James Ryan" erwarten.
Qualität
Das Videobild ist tadellos und wurde wohl teilweise digital optimiert. Leider wurde die deutsche Tonspur neu synchronisiert welche nicht nur den Charakter der Orginall-Darsteller nimmt sondern die Synchronisation ist leider auch teilweise unstimmig mit dem Bild.
Umfang
Der Film bietet neben dem Film nur Sprach und Kapitelauswahl. Etwaige Extras sucht man vergebens und der DVD-Verpackung liegt nur ein Werbeprospekt für weitere DVD-Titel bei.
Fazit
Der Film ist alt und das ist auch gut so. Es ist einfach ein Klassiker den jeder kennen und evtl. auch besitzen sollte. Aber man darf keine moderne, actionlastige Story oder besondere SpecialEffects erwarten. Der Film erhält von mir nur 3 Sterne da die Story für damalige Verhältnisse zwar gut umgesetzt wurde, aus heutiger Sicht jedoch ehr flach ist und die neue Synchronisation nimmt dem Klassiker eben das klassische.
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