Hallo liebe Leser!
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Ohne Bücher läuft bei mir gar nichts. Ich lese immer, habe immer ein Buch zur Hand, manchmal lese ich zwei Bücher parallel. Vorlieben habe ich nicht. Entweder ein Buch gefällt mir und packt mich plötzlich, so dass ich nicht mehr aufhören kann oder eben nicht. Bei manchen Büchern muss ich mich richtig durcharbeiten und diszipliniert sein. Und es ist auch schon vorgekommen, dass ich ein Buch nach etwa 40 Seiten zur Seite legte, um es mehr als ein Jahr später, wieder zu entdecken. Auch gibt es Bücher, die ich schon mehrmals las. Dazu gehört die „Schwarte“ Buddenbrooks.
Die Buddenbrooks
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Buddenbrooks Verfall einer Familie
Autor: Thomas Mann
Seitenzahl: 637
Gebundene Ausgabe
S. Fischer Verlag GmbH., Frankfurt für den Deutschen Bücherbund Stuttgart.
Meine Meinung
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Das Buch selbst ist schon sehr alt, es ist sozusagen ein Erbstück meiner Oma, die es auch schon verschlungen hat. In meiner Ausführung und Aufmachung wird es das Buch wohl nicht mehr geben. Doch der Inhalt des Buches ist bis auf den letzten Buchstaben identisch mit den Neuausgaben.
Ich sage es gleich, auf Bilder und Bildchen braucht niemand zu hoffen. Er wird nichts dergleichen finden. Das Buch ist in 11 Teile unterteilt, die eine verschiedene Anzahl an Kapiteln beinhalten. In allen wird der Aufstieg und der Verfall des Lübecker Patriziergeschlechts Buddenbrook erzählt und zwar über vier Generationen hinweg.
Es wird berichtet wie diese alte Patrizierfamilie diszipliniert arbeitet, reich und ansehend wird; wie üppig gelebt und unwürdig gestorben wird. Der Leser nimmt Anteil an Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und Ehescheidungen; er nimmt in seiner Fantasie teil an großen, prunkvollen Feierlichkeiten, Festen und Versammlungen, freut sich mit der Familie Buddenbrook über lukrative Geschäftsabschlüsse und leidet mit herzlosen und niederschmetternden Misserfolgen.
Die Chronik beginnt im Jahre 1830 mit dem alten Herrn Johann Buddenbrook und endet schließlich tragisch mit seinem Urenkel Hanno. Dazwischen erlebt der Leser Personen wie Thomas Buddenbrook, der sich an die Werte seiner Vorfahren halten möchte und versucht, dem Leitspruch seiner Ahnen zu folgen, der so lautet: „Mein Sohn, sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, dass wir bey Nacht ruhig schlafen können.“
Der Leser trifft auf Christian, den Bruder des Senators Thomas Buddenbrook. Heute würde Christian sicherlich als arbeitsscheuen Menschen bezeichnet. Immer ist er leidend und widmet sich am liebsten den schönen Dingen. Er liebt das leichte Leben, das Theater und verschuldet sich schließlich.
Antonie, die Schwester von Thomas und Christian hat zwei Ehescheidungen hinter sich und eine daraus hervorgegangen Tochter. Tony wie Antonie genannt wird, ist sich ihres Standes bewusst und manipuliert ihren Bruder Thomas auf liebevolle und sehr charmante Art.
Viele verschieden Charaktere werden beschrieben und auch Beschreibungen von Räumen, Bekleidung und Lebensgewohnheiten dieser Zeit werden vom Auto ausführlich ausgeschmückt. Doch es kommt keine Langeweile beim Lesen auf. Die Erzählung bedient sich einer angenehmen, gut verständlichen Ausdrucksweise und verwendet sehr viel wörtliche Rede. Dadurch wird die Handlung aufgelockert, sehr lebendig und unterhaltsam.
Die Buddenbrooks ist ein Klassiker, den ich allen, die ihn noch nicht kennen, ans Herz legen möchte. Auch wenn es eine dicke „Schwarte“ ist, so ist sie packend und
fesselnd geschrieben. Das gebundene Buch ist natürlich recht teuer. Eine Alternative ist ein Taschenbuch, das viel billiger ist, in dem aber trotzdem alles drin steht.
giselamaria, 16.05.2011
das habe ich vor ca. 50 Jahren gelesen :- - wenigstens einen Thomas Mann sollte frau gelesen habe, aber es kamen noch mehr dazu von ihm, wobei er nicht zu meinen Favoriten gehört :- - LG gisela
babygiftzwerg, 27.04.2011
Ich wünsche dir einen schönen Abend.
LG Ulrike
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Weltliteratur, Jahrhundertroman...
ein Testbericht von SVoigt30002007-10-28 17:45:22vom 28.10.2007Empfehlung: ja
Vorteile: Handlung, Charaktere, Schreibstil, Thomas Manns Beobachtungsgabe...Nachteile/Kritik: (Dialekt-Einschübe schwerer zu lesen)
„Was ist das? - Was – ist das...?“ So beginnt Thomas Manns großer und großartiger Roman „Buddenbrooks“. Und was das ist, das sollte jedem bekannt sein: Ein Buch, dass man gelesen haben muss! Wie es Filme gibt, die man gesehen haben muss, Sehenswürdigkeiten, die man besucht haben muss, so gibt es auch Bücher, die zur unbedingten Lektüre gehören – Thomas Manns „Buddenbrooks“ ist so ein Roman.
1901 mit einer im Rückblick geradezu lächerlichen Auflage von 1.000 Exemplaren erschienen, mauserte sich der Gesellschaftsroman schnell zu einem Verkaufserfolg für den S. Fischer-Verlag – nicht nur im deutschsprachigen Raum. 1930 wurden über eine Million Exemplare verkauft und bis heute sind noch viele hinzu gekommen. 1929 erhielt Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur, explizit als Autor der „Buddenbrooks“.
Was aber ist dran, an dem 750-Seiten-Werk über die Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook? Der Autor versteht es glänzend, die gesellschaftlichen Verhältnisse und Entwicklungen der 19. Jahrhunderts zu beschreiben und anhand der Familie Buddenbrook in verschiedenen Generationen exemplarisch darzustellen. So erlebt man die Blüte der Kaufmannsfamilie, in der der junge Thomas Buddenbrook die Geschicke des Geschäfts übernimmt und sehr gut zu lenken versteht. Man erlebt die Revolution von 1848 mit und in den 1870er Jahren den Verfall der Familie- so auch der Untertitel des Romans.
Thomas Mann zeigt, wie die Gesellschaft damals funktionierte, wie die Situation für das Bürgertum und einflussreiche Kaufleute wie die Buddenbrooks war. Dabei geht er auch auf Geschäftliches und Familiäres ein. Er zeigt anhand von Thomas' Schwester Antonie, kurz Tony, wie schwer das Leben damals auch war. Die junge Buddenbrook muss einen Geschäftsmann aus Hamburg heiraten, willigt ein, um ihrer Familie eine Ehre zu erweisen und dem Namen der Buddenbrooks dienlich zu sein. Sie scheitert allerdings, als ihr Mann Bankrott anmelden muss und sie zurück nach Lübeck ziehen muss – ein Schandfleck für die Familie und dem Spott der Stadt ausgesetzt. Währenddessen muss ihr Bruder Thomas einen Erben zeugen und seine Frau Gerda schenkt ihm dann tatsächlich einen Sohn, der nach seinem Großvater Johann genannt wird. Doch auch mit dem kleinen Johann, kurz Hanno, gibt es Probleme... Und so erlebt der Leser über Jahrzehnte Freud und Leid der Kaufmannsfamilie mit, kann sich von der ersten bis zur letzten Seite in die Familienmitglieder hineinversetzen und ist von dem Roman trotz seines Umfanges ständig gefesselt.
Dazu trägt auch Thomas Manns ungeheuer klare, gut verständliche und moderne Sprache bei. Er lässt immer wieder sein Einfühlungsvermögen für die einzelnen Charaktere aufblitzen, gibt jeder Person eine individuelle Note und weiss jede noch so kleine Nebenfigur liebevoll und detailliert zu zeichnen – manchmal mit satirischen oder ironischen Elementen, die den jeweiligen Charakter im Speziellen und den Roman im Ganzen aber noch liebens- und lesenswerter erscheinen lassen.
Bereits 1902 hat Samuel Lublinski im „Berliner Tageblatt“ die Wirkung von Thomas Manns Roman sehr treffend beschrieben, als er ihn in die Reihe von Kunstwerken einordnete, „die wirklich über den Tag und das Zeitalter erhaben sind, die nicht im Sturm mit sich fortreißen, aber mit sanfter Überredung allmählich und unwiderstehlich überwältigen.“ Dem ist nichts hinzu zu fügen!
ZAHLEN, DATEN,
FAKTEN:
Titel: Buddenbrooks
Autor: Thomas Mann
Verlag: S. Fischer
Erschienen: 2006
Seiten: 758
Preis: 14,00 €
FAZIT:
Ein großartiger Roman über das Leben im 19. Jahrhundert, über Familie, Politik, Geschäft, über Freud und Leid. Thomas Manns großartige Beobachtungsgabe und sein Talent, Charaktere feinfühlig und detailliert zu beschreiben machen das Leseerlebnis komplett. Wunderbar!
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Baby1, 29.10.2007
Leider kann ich nicht in meine Bewertungen reinsehn, wer also auf Gegenlesungen wartet, bitte im GB melden,
.: :. Liebe Grüße Anita .: :.
Zzaldo, 28.10.2007
Dafür hast du ein dickes, fettes SH verdient. LG Stephan
b00n1, 28.10.2007
SH und schönen Restsonntag noch
Gruß b00n1
ein Testbericht von steffestef2006-02-22 19:02:05vom 22.02.2006Empfehlung: ja
Vorteile: guter Einstieg in das Werk von Thomas Mann...Nachteile/Kritik: durch hohe Detailgenauigkeit mitunter etwas langatmig
Ich möchte mich ein wenig vom oberflächlichen Inhalt der Buddenbrooks lösen und aufgrund der geschickten Machart eine eindeutige und unbedingte Empfehlung für diesen Roman von Thomas Mann aussprechen.
Mit seiner unglaublich detaillierten Art zu beschreiben, schafft Thomas Mann es, über die Familie Buddenbrooks hinaus die komplette gut-bürgerliche Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Lübeck zu porträtieren (obwohl nie explizit erwähnt wird, in welcher Stadt die Buddenbrooks wohnen, sind die Anspielungen innerhalb des Romanes recht offensichtlich, zumindest, wenn man Lübeck kennt). Schon nach kurzer Beschäftigung mit der Person Thomas Mann wird deutlich,
wie sehr er seine Umgebung und die Personen seiner Umgebung in sein literarisches Schaffen eingebettet und auch für selbiges "benutzt" hat.
Besonders lesenswert sind die "Buddenbrooks" meines Erachtens aber deswegen, weil sie auf noch relativ einfache Art und Weise einen Zugang in die Vorstellungswelt von Thomas Mann ermöglichen und die Grundelemente seiner Ethik und Weltanschauung enthalten. Im Gegensatz zu vielen späteren Werken findet in den Buddenbrooks tatsächliche Handlung statt, die Charaktere interagieren in Dialogen miteinander und verlieren sich nicht wie bspw. in "Tod in Venedig" in inneren Monologen.
Der Untertitel des Romans "Verfall einer Familie" bezieht sich nicht nur auf den vordergründigen Handlungsverlauf - nämlich das Aussterben der männlichen Buddenbrooks (Ausnahme: Christian), sondern bringt auch die in der Literatur-Szene des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts herrschende pessimistische Stimmung zum Ausdruck: Künstlerisch betrachtet schien es kaum die Möglichkeit zu geben, etwas Neues zu schaffen, alle Formen von Kunst und Literatur waren scheinbar auf die ein oder andere Art schon dagewesen. Die einzige Möglichkeit, sich von anderer, älterer Kunst abzusetzen, bestand in einer Verfeinerung und Veredelung der künstlerischen Formen - die Kunst um der Kunst willen.
Thomas Manns Vorstellung von dieser Verfeinerung (Stichwort: Dekadenz) ist geprägt von den Gedanken Nietzsches und Schopenhauers: der Künstler, welcher nur Künstliches schafft, verliert den Kontakt zum Leben, seine Vitalität schwindet, er verliert die Lebensfähigkeit. Der Verlust der Vitalität zusammen mit dem Verlust der Nützlichkeit für die Gesellschaft geht einher mit einem Gewinn an Erkenntnis. Oder anders: die Fähigkeit, zu erkennen, die wahren Beweggründe hinter bürgerlichen Fassaden zu durchschauen, ist untrennbar verbunden mit sozialer Isolation und Unangepasstheit.
In den "Buddenbrooks" wimmelt es von Charakteren, die zwischen den beiden Polen Künstler - Bürger pendeln und Elemente beider Welten in sich vereinen. Durch Ironie werden die Charaktere in ihrem wahren Wesen enttarnt bzw. enttarnen sich durch ihr Handeln selbst. Die männlichen Buddenbrooks - angefangen mit Johann Buddenbrook sen. bis hin zu Hanno Buddenbrook - verlieren an Handlungsfähigkeit und Entschlusskraft, ihre Vitaltität schwindet im gleichen Maße wie ihr kaufmännisches Gespür, ihre Lebenserwartung nimmt von Generation zu Generation ab. Die Entwicklung gipfelt im Tod von Hanno Buddenbrook, der noch nicht volljährig an Typhus verstirbt. Seine Liebe galt immer der Musik, nie dem Kaufmannsberuf.
Trotz der negativen Entwicklung der Familie gibt es durchaus positive Momente. Die Gegenüberstellung der Brüder Christian und Thomas beispielsweise zeigt, dass die bürgerliche Fassade, die ihm Laufe des Romans sooft niedergerissen wird, durchaus ihre nützlichen Seiten hat: durch die Fassade kann das bürgerliche Umfeld weiterhin funktionieren. Eine Novelle, in der Thomas Mann zeigt, welche Auswirkungen das Fallenlassen der Fassade hat ist z.B. "Tristan".
Neben dem realistischen Element des detailreichen Gesellschaftsporträts liefern die Buddenbrooks also gleichzeitig die Grundpfeiler der Mannschen Philosophie. Der Roman des damals 25jährigen (!) stellt den Auftakt dar, zu einem Gesamtkunstwerk, dass sich im Sinne Nietzsches zu einem organischen Ganzen zusammenfügt.
Die hier angedeuteten philosophischen "Folien" auf denen die "Buddenbrooks" geschrieben sind, sollten meiner Meinung nach nicht von einer Lektüre abschrecken. Durch seinen Witz und seine Ironie, seine genauen Beschreibungen und sein Gespür für Sprache offenbart Thomas Mann sich als der faszinierende Mensch der er ist. Deswegen meine Empfehlung: unbedingt lesenswert!!!
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