Es gibt Alben um die kommt man nicht herum. Besonders wenn man Fan einer Band ist. Klar, „Losing My Religion“ kann fast jeder auf der Welt mit singen, die meisten wissen auch das Der Song von R.E.M. ist. Doch die meisten denken auch vor „Losing My Religion“ gab’s noch nichts zu hören, von den 4 Jungs aus Athens, GA.
Weit gefehlt. Deshalb möchte ich heute die erste LP der Band vorstellen – Murmur.
Doch zunächst einmal eine kurze (!) Bandhistorie:
R.E.M. sind 4 Leute aus Athens, Georgia, einer Kleinstadt im Süden der USA, die außer einer Uni und einer regen Künstlerszene wohl wirklich nicht viel zu bieten hatte. Doch dann kamen, falsch, nicht R.E.M., sondern die B 52’s, aus deren Schatten sich sämtliche Bands der Stadt herraus arbeiten mussten. Und neben Kim Basinger ist die Band auch damals das bekannteste gewesen, was dieses verschlafene Beinahe-Dorf je hervor gebracht hat. Doch R.E.M. haben das, man möchte fast sagen zum Glück, geändert. Die Band traf sich mehr zufällig, einer kannte den anderen, der kannte wieder rum den nächsten, etc..
R.E.M. sind:
(John) Michael Stipe, Sänger, Texteschreiber und charismatisches Aushängeschild der Band.
Peter Buck, wandelndes Musiklexikon und Gitarrist.
Mike Mills, Bass, mit einer zwischenzeitlichen Vorliebe für extrem hässliche Anzüge.
Bill Berry, bis „New Adventures in Hi-Fi“ aus dem Jahre 1996 Drumer der Band.
Angefangen hat wohl alles bei einem legendären Konzert der 4 zusammen in einer ehemaligen Kirche in der Oconee Street in Athens. Das zur WG umfunktionierte Gotteshaus bot prima Platz um Parties zu feiern, auf einer dieser dann R.E.M. zum ersten Mal zusammen spielten.
Seitdem probte man immer weiter, nahm später die EP „Chronic Town“ auf. Die verkaufte sich verhältnismäßig gut, die Single „Radio Free Europe“ wurde ein College Radio Hit. 1983 erschien dann die erste Platte „Murmur“, auf die ich gleich näher eingehen möchte. Was folgte war in etwa das hier: alle 2 Jahre eine Platte, dann der Wechsel des Labels zu einem Giganten der Plattenindustrie, zu Warner Bros., wenig später der Hit mit „Losing My Religion“, dann der Bekanntheitsgrad einer Topband vergleichsweise mit Acts wie U2, dann weiter Platten, gute Verkaufszahlen, aber nie mehr ein Megahit, dafür aber weitere unzählige zeitlos schöne Songs bis heute.
Doch nun zu Murmur: Die erste Platte, erschienen bei IRS im April 1983.
Cover & Booklet:
Ein verschwommenes, geheimnisvolles Bild ziert das Cover. Schling- und Kletterpflanzen überziehen den Boden, unwirklich, undurchdringlich, wie Musik und Texte der Band auch. Passt also perfekt. Innen drin: 4 Photos der 4 Jungs aus Athens und man mag kaum glauben, das diese jungen Musiker so ein meisterliches Frühwerk auf die Beine stellen. Daneben eine Handpuppe, auf den Kopf gestellet, dann 4 Tiere, was auch immer für welche, danneben schlicht die Credits.
Hier die 12 Songs:
- Radio Free Europe – Die erste Single aus Chronic Town neu aufgelegt. Bis heute eines meiner Lieblingsstücke, welches R.E.M. auch heute noch auf Konzerten gerne spielen.
- Pilgrimage – Eine Pilgerfahrt? Eine zweiköpfige Kuh? Was soll das nun wieder? No idea &
I don’t care as long as it sounds great! Stipe zum Stück selber: “5 Minuten (nach Aufnahme des Songs) später hatte ich vergessen, um was es in dem Stück geht”.
- Laughing – Griechische Mythologie als Anreiz zum Schreiben des Songs. Um was es geht? Darum bestimmt nicht mehr, so Michael Stipe....
- Talk About The Passion – Der Anspruch manch späterer Songs wird hier schon deutlich. Nicht jeder kann die Welt auf seinen Schultern tragen, aber versuchen kann man es doch einmal...
- Moral Kiosk – Was ist ein Moral Kiosk? Wieder kein Ahnung, wie so oft bei Stipes Texten, aber es klingt schon wichtig, nicht wahr?
- Perfect Circle – Bill Berry zugeschriebenes Stück (Obwohl alle R.E.M. Songs in den Credits seit jeher allen 4 zugeordnet werden), welches langsam, eindringlich daher kommt. Eines der besten R.E.M. Stücke überhaupt. Gänsehaut garantiert.
- Catapult – Einfach, ein flottes, gutes Musikstück, nicht mehr & nicht weniger....
- Sitting Still – Mit das stärkste, aggressivste Stück der Platte. Still sitzen – eine Zeitverschwendung? Nicht beim Hören von „Murmur“...
- 9-9 – Stipe meint selbst man kann das Stück nicht verstehen, seinen Sinn, also: einfach anhören und mögen oder auch nicht...
- Shacking Through – Kindesmissbrauch? Die Rechte deren, die nicht gehört werden? All so was findet man im Song und noch mehr. Hier zeigt vor allem Sänger Michael Stipe wie viel in seiner Stimme steckt....
- We Walk – Fast wie ein Kinderreim, das ganze, einfach, aber genial eingänglich. Bemerkenswert: das Geräusch von Billardkugeln, die aufeinander treffen scheint im Hintergrund öfters durch & klingt durchaus gewollt....
- West Of The Fields – Läuft auf einen perfekten Höhepunkt hin, um diesen hat man ihn den erreicht, direkt zu verlassen, um ins Gewöhnlichere zurück zu kehren....(wer den Satz kapiert, kennt zu 99% das Stück ;-))
Alle Songs geschrieben von Berry, Buck, Mills & Stipe; Produzenten: Mitch Easter und Don Dixon.
Kauf man die CD hier in Deutschland, dann ersteht man zumeist “Murmur” mit dem überschrieben Titel The I.R.S. Years Vintage 1983. Darauf findet man zusätzlich 4 andere Stücke, die dann wären:
- There She Goes Again – Ein Cover, was besser ist als das Original, oder?
- 9-9 (live) – Unverständlich wie immer, aber ein Feeling kommt rüber….
- Gardening At Night (live) – Im Original auf “Chronic Town” zu finden, klingt noch was einfach gehalten, aber hat Energie wie selten ein Stück von R.E.M.. Weltverändernd? Gartenarbeit in der Nacht? Wer weiß schon worum’s hier geht & wen stört’s wirklich das man es nicht weiß?!
- Catapult (live) – Noch schwerer verständlich als sonst, da eben live, aber man spürrt das Flaire der damaligen Konzerte ganz deutlich.
Fazit:
Murmur muss man, wie bei R.E.M.’s Platten so oft, mehrmals hören. Aber dann bekommt man sie mit, die leise, stille Schönheit der Songs. Und die wird man nicht mehr los. Fast 20 Jahre alt die Platte, fast so alt wie ich. Und ich kann die DC jeden Tag in den Player legen ohne das die Musik an Wirkung, an Einfluss, an Schönheit verloren hat – so muss eine CD sein! Nicht technisch perfekt, das wirklich nicht. Rückkopplungen kommen vor und werden drin gelassen, allein die Idee, der Geist, nicht die Perfektion zählt hier.
Mein besonderer Tipp für alle die R.E.M. genauso vergöttern wie ich:
Kauft das Buch „R.E.M. – Amerika träumt“ von Stefan Nink & erfahrt fast alles über die Band. Kostete 16.90 DM und erschien bei Piper Schott.
Oder tretet dem offiziellen Fanclub bei: 12 $ im Jahr zahlen & dafür den Newsletter frei Haus und zu Weihnachten das Weihnachtspaket der Band, mit exklusiven CD’s, Postern, etc.. Infos auf der Website der Band unter : www.remhq.com ! :-)
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-> R.E.M. hatten sich ein erstes feines Album zurechtgemurmelt! <-
ein Testbericht von Zatzeck08052010-03-19 15:39:36vom 19.03.2010Empfehlung: ja
Vorteile: Schöner Alternative-Rock; klingt unbekümmert...Nachteile/Kritik: Die Klangqualität...
1.) Die Songs des Albums im Überblick
2.) Weitere Informationen zu diesem Album
3.) Wie bin ich zu dieser Musik gekommen bzw. zu diesem Album?
4.) Meine Meinung zu einzelnen Songs / Wirkung des Albums
5.) Mein Fazit
2.) Weitere Informationen zu diesem Album und ein wenig mehr:
* Genre: (Alternative) Rock
* Label: IRS Records (EMI)
* Erstes Studioalbum der Band "R.E.M."!
* Die EAN dieser Compact Disc lautet: 077771315824
* Dieses Album gibt es darüberhinaus noch als weitere Editionen (z.B. Gold-Edition, etc.). Meine Fassung ist eine Wiederbelebung des Originals, das eigentlich im Jahre 1983 erschienen ist...
* Format: Audio-CD; 1 Datenträger mit 13 Stücken sowie mit 4 weiteren Bonus-Songs
* Die Spieldauer bei dieser Edition beträgt 49 Minuten und 1 Sekunde; die 4 Bonus-Tracks insgesamt 13 Minuten und 47 Sekunden (ein richtig guter Wert)
* Preislich liegt diese CD zwischen 10 (als MP3-Download bei "amazon" und 18 Euro... Mein Exemplar habe ich für ca. 18 Euro vor einigen Jahren bei "EXPERT" gekauft...
* Das Booklet bietet insgesamt 8 Seiten und ist bei dieser Edition recht übersichtlich. Es gibt eine
Listung der IRS-Alben, die obligatorischen Infos zur Produktion, Songrechten, Textern (...) und einige Fotos (die Band, eine Puppe im Kopfstand auf einem Globus, Fellviecher und ich glaube, eine alte Eisenbahnbrücke...). Kann man sich anschauen, ist aber nix Besonderes...
* Das Cover ist zwar nicht aufwändig gestaltet; aber irgendwie hat es was (ein Naturbild, Waldgebiet?: aber ich kann auch leider nicht rausbekommen, was da verdeckt ist: die Band mit guter Musik etwa?), aber so in der Art und Weise akzeptabel...
* Rückseitiges Cover: das ist wieder die alte Eisenbahnbrücke, oder täusche ich mich etwa?
So viel zur Gestaltung... das sollte an dieser Stelle genügen... Zumindest lenkt das "Artwork" nicht von der Musik ab:-)!
3.) Wie bin ich zu dieser Musik gekommen bzw. zu diesem Album?
-> Wenn man nach lockerer Rockmusik Auschau hält, ist diese Band nicht weit entfernt... Bekannte hatte mir vor langen Jahren dieses Album der Band empfohlen. Weil es nicht vorrätig war, musste es bestellt werden. Ich wartete ca. 2 (!) Wochen auf diese CD... (Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude...)! Der ungefähre Zeitpunkt: Laaange nach "What's the Frequency, Kenneth?", irgendwann Ende der 90er erst...
4.) Meine Meinung zu einzelnen Songs / Wirkung des Albums:
... Nun zum kurzen Einblick eine Einzelcharakterisierung und Einzelbewertung der Songs...
* 1. "Radio Free Europe"; ultimativ guter Start im schnelleren Tempo, mit viel Melodie, Refrain = Ohrwurm; lediglich das Schlagzeug hallt etwas zu sehr; dennoch 4,5 STERNE!
* 2. "Pilgrimage"; abwechslungsreiche Nummer mit schnellem Refrain, ergreifend guter Melodie, gerade der Refrain glänzt, auch durch top-arrangierten mehrstimmigen Gesang, gute Percussion-Elemente...; 4,5 STERNE!
* 3. "Laughing"; schöne Basslinie zunächst als Einleitung; wieder 1A-Melodie, die sofort zündet. Song im mittleren Tempo-Format. Himmlischer Melodienhang, Gitarre wirkt in den Strophen etwas härter, blitzartiger eingespielt. Tolle kontrastreiche Spielweise / Ausdrucksweise...; 5 STERNE!
* 4. "Talk About The Passion": das Stück ist ein weiterer Sympathieträger des Album - hier im Midtempo; tolle Streicherelemente, zwischendurch tiefer angelegter Gesang - dieser sorgt für gelungene Abwechslung; zudem ein schönes Gitarren-Solo; 5 STERNE!
* 5. "Moral Kiosk (Murmer Version)": widerum im schnelleren Gewand; Melodie bleibt bei mir im Großen und Ganzen leider nicht so haften. Liegt vielleicht am einfachen, auch schrofferen, Refrain. Die Passagen zum Refrain hin sind aber widerum recht auffällig melodiös, daher auch gelungen... Kommt teilweise leicht im Country-Style daher, das ist so schon in Ordnung; 4 STERNE!
* 6. "Perfect Circle"; schönes Klavierspiel anfangs; eine köstliche Nummer mit leichtem Schlagzeugspiel, sehr warmherzig wirkend, grandioses Einfangen der Melodien; die beste Nummer des ganzen Albums meiner Meinung nach; wirkt insgesamt aber etwas trauriger, zumindest vom Gesang her. Später etwas lebendiger wirkend durch druckvolleres Schlagzeugspiel: TOLL!; 5 STERNE!
* 7. "Catapult"; wirkt auf mich sehr fröhlich, vom Gefühl her toll eingegliedert in eine schnelle Nummer. Mein Highlight: das Gitarrenspiel, vor allem im Refrain, kommt unbekümmert daher; 4 STERNE!
* 8. "Sitting Still"; nochmals ein schnelles Stück, was ja vorrangig auf diesem Album zu finden ist. Instrumental nicht so ein auffälliger Kandidat, Stipe´s Gesang umso mehr, der schön abwechslungsreich ausgefallen ist, auch in der ruhigen Phase gelungen ist; 3,5 STERNE.
* 9. "9-9"; ein schöner Beginn, der ein wenig schwerer wirkt durch den tiefen Bass, nach kurzer Dauer kommt wieder das schnelle Tempomuster zum Vorschein. Erinnert dann widerum beim Gitarrenspiel meiner Meinung nach an die Spielweise von "The Police". Diese typische Taktung in Songs wie "Roxanne", dieses Gitarrenzupfen zum Teil. Auch ein wenig tiefer im Gesamten gespielt... Ein gutes Stück Musik, gefällt mir, das macht Laune; 5 STERNE!
* 10. "Shaking Through"; widerum im schnelleren Gewand; Melodie bleibt bei mir im Großen und Ganzen gut haften. Gut, aber dennoch: nix Besonderes (da habe ich mir nun einen zurecht gemurmelt...); 4 STERNE!
* 11. "We Walk"; dieses Stück hebt sich recht dolle vom Großteil ab; allein schon vom Tempo her; ein recht geselliger, langsamerer Song, wobei das Schlagzeug recht markant gespielt ist. Die tolle Melodie versteht sich von selbst. Der Gesang von Stipe weiß zu gefallen durch teils unterschiedliche Ansätze (mal ein wenig schnörkelig und sanfter wirkend, dann wieder etwas drastischer ausfallend); 4,5 STERNE!
* 12. "West Of The Fields"; zum Abschluss des regulären Albums gibt es ein schnelleres Stück; jetzt kommt´s: an sich auch schon nix Besonderes (aber was soll das schon heissen bei diesem Album:))! Der gestaffelte, mehrstimmige Gesang weiß am Meisten zu überzeugen und der Song hat so ein wenig was von "New Wave" an sich...; 4 STERNE!
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Bonus:
* 13. "There She Goes Again"; ein heiteres Stück als erster Bonus; aus der Feder von Lou Reed. Echt gelungen, diese Umsetzung. Sehr, sehr schöne Melodie; auch die abgehackten Passagen, wo das Schlagzeug bestimmend ist, hören sich gut an. Wunderbares Stück; diese Variante erinnert mich ein wenig an das Stück "Denis" von der Band "Blondie" (über die müsste ich eigentlich auch mal einen Bericht schreiben, fällt mir gerade ein...); für diesen Song = 5 STERNE!
* 14./15. & 16.: "9-9", "Gardening At Night" und "Catapult" sind allesamt gelungene Live-Mitschnitte von kleineren Konzerten; die Atmosphäre ist sehr angenehm und die Aufnahmen recht gut; 4,5 STERNE!
- mit schönem Alternative Rock der 80er Jahre versehen worden, meistens mit fröhlicheren Melodien...
- das gleichzeitig erste Album der Band gewesen und zeigte deutlich die Marschrichtung und das Potential an...
- deutlich eines der besseren Alben der Band (vielleicht noch besser: "Monster" und "Automatic for the People"
- so unbekümmert...
- leider nicht um eine etwas schlechtere Produktionsweise herumgekommen: aber da macht man doch gerne Abstriche. Die Qualität der Songs spricht für sich...
- mit weiteren tollen Bonus-Versionen bestückt worden...
* Unter´m Strich reicht das jedenfalls aus meiner Sicht für eine weitere gut gemeinte Empfehlung und für die Vergabe von > 5 Sternen < !
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