ein Testbericht von LittleSparko2006-01-24 14:41:05vom 24.01.2006Empfehlung: ja
Vorteile: sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis, hohe Lichtstärke...Nachteile/Kritik: es gibt viele "Gurken", Fokusprobleme bei Amateurkameramodellen
Da ich vorwiegend (blitzlos) im Konzert fotografiere und mir meine Festbrennweite 50/1.8 nicht reichte, da sie einfach an meiner 300D mit Quasi-80mm-Brennweite oft zu lang war und man sich wenig bewegen kann, suchte ich ein preiswertes, lichtstarkes Zoom und stiess bei der Suche auf dieses Tamron.
Ich ergatterte dann Anfang 2005 ein sehr gutes gebrauchtes Modell für 250 Euro aus der alten Serie.
Es gibt zwei "Serien" - früher produzierte Tamron in Japan, heute in China. Meins ist also japanisch.
Beim Standortwechsel der Produktion schien die Qualität etwas zu leiden, den neuen Modellen wird nachgesagt, dass äusserst viele "Gurken" dabei sind. Das heisst, dass man da mitunter recht lange suchen muss, bis man ein Modell findet, was korrekt fokussiert und bei Offenblende bereits gute Bilder liefert.
Die häufigsten Probleme treten (bei den Japanern auch, aber seltener als bei den Chinesen) durch sogenannten Front- oder Backfocus auf.
Das bedeutet, dass das Objektiv zwar am angesetzten Punkt scharfstellt, der eigentliche Schärfepunkt aber erkennbar vor (Front) oder hinter (Back) dem Zielpunkt liegt, was bei Offenblende durch den geringen Schärfebereich natürlich sehr schnell auffällt.
Dieses Problem tritt sehr häufig bei Amateurmodellen wie 300D oder 20D (da ich mich nur mit Canon vorwiegend beschäftige, kann ich zu Nikon etc keine Aussage treffen) auf, bei den Profimodellen wie etwa 1D Mark II hingegen fast gar nicht.
Doch ich hatte Glück und mein Tamron passte sofort super zu meiner 300D.
Zuvor hatte ich mit dem neugekauften Exemplar eines Freundes fotografiert, da war der Frontfokus schon deutlich erkennbar, auch an seiner 20D. Wie von Zauberhand verschwand dieser allerdings nach einiger Zeit, dies liest man auch sehr häufig in den entsprechenden Foren.
## Verarbeitung, Umfang, etc. ##
Das Tamron wird standardmässig mit Gegenlichtblende ausgeliefert, was ich sehr gut finde, da man sowas im Konzert sehr gut brauchen kann, nicht zuletzt auch als Schutz, wenn man es beim Wechsel ablegt und den Deckel nicht draufmachen kann, da es schnell gehen muss.
Das Objektiv seht ihr abgebildet, es ist natürlich vorwiegend aus Plastik. Die Verarbeitung wirkt aber sehr gut, ich habe bisher auch bei meinem (nun wohl doch schon 3 oder 4 Jahre alten) nichts feststellen können, dass etwas locker ist oder instabil wirkt und ich habe es sehr oft im Einsatz - eigentlich befindet es sich immer auf meiner Kamera.
Das Objektiv hat keinen innenliegenden Zoom, heisst, es fährt aus, wenn man zoomt. Dafür hat es eine wie ich finde sehr nützliche Funktion: man kann das Objektiv mittels Schiebeschalter feststellen. Rastet man den Lock ein, kann das Objektiv nicht mehr zoomen, wodurch es auch nicht von alleine "ausfährt" wenn es an der Kamera um den Hals hängt.
Da der Zoom recht leichtgängig ist, kann das schonmal passieren, habe ich auch selber schon öfter gehabt.
Natürlich kann man den Fokus auch zwischen Auto und Manuell umschalten.
## Technische Daten (entnommen dem Datenblatt auf digicamfotos.de) ##
Kategorie Zoom
Fokustyp AF
Brennweite von 28mm
Brennweite bis 75mm
Zoomfaktor 2,7
Blendeweitwinkel 2,8
Blendetele 2,8
kleinste Blende 32
Bildwinkel 75° - 32°
Optischer Aufbau (Linsen/Gruppen) 16/14
Anzahl Blendenlamellen 7
Abbildungsmassstab 1:3,9
Naheinstellgrenze 0,33m
Gegenlichtblende ja
Bildstabilisator nein
Kleiner Bildkreis nein
Filtergewinde 67mm
Farbe schwarz
verfügbar für Canon, Minolta, Nikon, Pentax
Abmessungen Ø 73
x 92 mm
Gewicht 510g
## Handling ##
Das Objektiv ist mit rund 500 Gramm nicht zu leicht und nicht zu schwer, es ist sehr handlich und lässt sich gut abstützen/angreifen beim Fotografieren.
Das Objektiv ist innenfokussierend, das heisst, beim Scharfstellen dreht sich die Frontlinse nicht mit. Da sie dies aber beim zommen sehr wohl tut, war das nicht so effektiv wie es sein sollte. Verstellt man den Zoom, wäre ein Verlaufsfilter ja auch wieder schief.
Die Fotos sind bei Offenblende - jedenfalls bei meinem Exemplar - absolut brauchbar. Auch von übermäßigen CA's (Chromatische Apperationen) im Randbereich bei 28mm sehe ich nichts wirklich, von denen recht häufig gesprochen wird.
Evtl machen sich diese auch an Vollformat oder kleinerem Crop schneller bemerkbar, als es an meiner Cam mit Crop 1,6 der Fall ist.
Das Tamron erreicht bei spätestens Blende 4 oder 4.5 seine absolute Schärfe und kann dort wirklich brillieren. Ebenso kann ich bei meinem feststellen, dass es bei 75mm und Offenblende ebenfalls schon wesentlich schärfer ist, als bei 28mm.
## Fazit ##
Wer ein gutes gebrauchtes ergattern kann oder die Gelegenheit hat durch Testen ein passendes für seine Cam finden zu können, der sollte sich dieses Objektiv genauer ansehen.
Vergleichbare Modelle von Sigma sind ab 350 bis 500 Euro zu haben, das Canon L in dem Bereich schlägt ab 1000 Euro zu.
Für den schmalen Geldbeutel ist es eine sehr attraktive Alternative, wenn man Lichtstärke benötigt.
Das DI im Namen der Optik bezeichnet, dass es für Digitale Kameras optimiert wurde. Aber natürlich kann es auch an analogen eingesetzt werden. Was genau Tamron mit der Optimierung bezeichnen möchte, ist mir allerdings nicht bekannt.
Die Naheinstellgrenze ist 33cm, wodurch hier die Bezeichnung Macro angebracht ist. Da ich keine Makros fotografiere, kann ich dazu nichts sagen, ob es dafür wirklich geeignet ist.
Ich kann das Objektiv vollkommen empfehlen. Ich verwende es so oft es nur irgend geht, wenngleich auch der Brennweitenbereich an einer 1,6er Kamera nicht mehr wirklich ein Standardzoom ist.
Für die teilweise lange "Gurkenauslese" gibts allerdings nur 4 Sterne!
Düsseldorf, 23.01.2006
yea wieder ein cooler bericht von dir..hoffe wir lesen und bald wieder ! lieben gruß und einen schönen abend bzw. eine geruhsame nacht wünsche ich Dir ! ciao ciao bis bald, Düssi
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ein Testbericht von Futzi992009-01-26 17:45:56vom 26.01.2009Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Bericht...Nachteile/Kritik: siehe Bericht
Vor kurzem bin ich auf die DSLR-Fotografie umgestiegen. Hierfür habe ich mir von einer Bekannten eine gebrauchte Canon EOS 30d gekauft. Da mein Budget begrenzt und durch die Kamera schon ziemlich erschöpft war, reichte es leider nur noch für das KIT-Objektiv. Dies ist allerdings nicht wirklich schlimm, da ich meist sowieso mit meiner Bekannten losziehe, um Fotos zu machen und ich ihr reichhaltiges Equipment mitbenutzen darf. So waren wir neulich auf einem Konzert, wo ich sehr intensiv ihr
Tamron 28 - 75 / 2.8 XR DI LD ASP IF Macro
testen konnte.
Der Name des Objektivs ist ganz schön lang und beinhaltet viele Abkürzung, was genau sie bedeuten, versuch ich jetzt zu erklären:
Tamron - Ein Dritthersteller, der Qualitäts-Objektive zu relativ günstigen Preisen anbietet.
28 – 75 – Brennweite
2,8 – maximale Blendenöffnung über den gesamten Brennweitenbereich
XR – Kompakte Bauweise, trotz mehr Lichtstärke
DI – Angepasst an die hohe Qualität digitaler SLR und trotzdem an Vollformat nutzbar (Tamron Di II – Serie ist nur an Crop-Kameras nutzbar)
LD - Low Dispersion - spezielle Linsen zur Reduzierung von chromatischen Aberrationen
ASP - Aspherical - das Objektiv besitzt (eine) asphärische Linse(n) - spezielle Linsenkonstruktion zur Korrektur des Brechwinkels
IF – Innenfokussierung – Die Frontlinse dreht beim Fokussieren nicht selbst mit, dadurch lassen sich Verlaufsfilter leichter verwenden.
Macro – Kein richtiges Makro-Objektiv, aber durch seine relativ geringe Nahgrenze von 33 cm, erreicht es am langen Ende (75 mm) immerhin einen Abbildungsmaßstab von immerhin 1:2, wodurch die Bezeichnung Macro erlaubt ist.
***Technische Daten***
- Abmessungen: Ø 73 x 92 mm
- Gewicht 510g
- Autofokus
- Brennweite von 28mm bis 75 mm
- Zoomfaktor: 2,7
- Größte Blende: 2,8
- Kleinste Blende: 32
- Bildwinkel: 75° - 32°
- Optischer Aufbau (Linsen/Gruppen): 16/14
- Anzahl Blendenlamellen: 7
- Abbildungsmaßstab: 1:3,9
- Naheinstellgrenze 0,33m
- Gegenlichtblende: ja
- Filtergewinde: 67 mm
- Farbe: schwarz
- verfügbar für Canon, Minolta, Nikon, Pentax
***Meine Erfahrungen***
Der Einsatz des Objektivs war für mich anfangs etwas ungewohnt. Mein Canon-Objektiv zoomt gegen, das Tamron im Uhrzeigersinn, d.h. zum Zoomen musste ich in die andere Richtung drehen. Auch verlängert sich das Tamron beim Zoomen deutlich mehr als mein Objektiv. Das Canon schiebt sich nur etwa einen Zentimeter heraus, das Tamron verlängert sich um etwa 2/3, also knapp 4 cm. Auch daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nach zwei, drei Bilder hatte ich aber keine Probleme mehr damit.
Das Handling mit dem Tamron ist ziemlich gut. Das Objektiv ist sehr kompakt, dadurch relativ kurz und vor allem leicht. Da ich selber keinen Batteriegriff hab, fehlt mir das nötige Gegengewicht, um mit schweren Objektiven ordentlich arbeiten zu können. Die Handhabung mit solchen ist für mich, noch relativ ungeübten Fotograf sehr schwer. Diese Probleme hatte ich mit dem Tamron nicht.
Ein sehr großer Vorteil ist die maximale Blendenöffnung von 2,8 bei jeder Brennweite. Da im Konzert das Fotografieren mit Blitz nur sehr selten erwünscht ist, kann man durch die 2,8 dennoch genügend Licht auf den Sensor bannen. Ebenfalls hat das Objektiv am langen Ende durch die 2,8er Blende eine sehr geringe Schärfentiefe. Dies ist ideal, um Objekte vom Hintergrund freizustellen und eignet sich sehr gut für Portraits.
Einen kleinen Nachteil hat das Objektiv auch, obwohl sich dieser
durchaus auch als Vorteil entwickeln kann. Da meine 30d einen Cropfaktor (Verlängerungsfaktor, da kein Vollformat) von 1,6 hat, verlängert sich die Brennweite auf 43 – 120. Dadurch sind selbst am kurzen Ende keine Weitwinkel-Aufnahmen möglich, die Brennweite ist einfach zu groß. Das Objektiv ist also eher für Portraits geeignet. Am langen Ende bekommt das Objektiv durch den Cropfaktor allerdings einen Televorteil, der einem z.B. während eines Konzerts ermöglichte, gute Portraitaufnahmen auch von weiter weg machen zu können. Insgesamt war das Fotografieren mit diesem Objektiv eine echte Freude.
***Bildqualität***
Die Qualität der Bilder ist ausgezeichnet. Selbst bei einer offenen Blende werden die Bilder unglaublich scharf. Der Fokus ist präzise genau dort, wo ich ihn platziert habe, es gibt also auch keinen Fehlfokus. Auf den Bildern ist also genau das scharf, was ich auch scharf haben will. So lässt es sich natürlich sehr gut arbeiten. Die Farben sind sehr gut, es gibt keine Verzerrungen an den Rändern.
Die Bilder sehen wirklich klasse aus. Genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Natürlich sind bei weitem nicht alle Fotos etwas geworden, aber das liegt nicht am Objektiv, sondern eher an meiner noch ungeübten Hand.
***Fazit***
Das Tamron 28 – 75/ 2.8 ist ein wirklich hervorragendes Objektiv. Gerade für Portraitaufnahmen, auch von etwas weiter weg, ist es sehr gut geeignet. Durch die 2,8er Blende ist man nicht so sehr abhängig von gutem Licht wie z.B. bei meinem KIT-Objektiv. Die Handhabung war am Anfang etwas ungewohnt, aber doch schnell erlernbar. Das Handling war einfach, die Qualität der Bilder 1a. Es deckt einen den mittleren angefangenen Telebereich ab.
Da es mir derzeit noch an Geld fehlt, werde ich mir vorerst keine eigenen Objektive zulegen. Wenn es dann aber endlich mal soweit ist, wird das 28 – 75/ 2.8 von Tamron mit Sicherheit dabei sein, da es ja gebraucht schon für etwa 250 Euro zu haben ist.
...
HEIDIZ, 24.12.2008
Hallo, ich möchte dir von Herzen alles alles Liebe, frohe Weihnachtsfeiertage ohne Stress und ein gesundes und glückliches 2009 wünschen Gruß HEIDIZ
ingoa09, 29.12.2008
Ein sehr guter Bericht!
Liebe Grüße und ein glückliches Jahr 2009,
Ingo
Elfenfrau, 04.02.2009
So soll es sein. Lesen wird mit Gegenlesen belohnt. Sehr guter Bericht. Lg Elfi