Bis auf den heutigen Tag sprechen Iren und Schotten sich gegenseitig gern mal das Recht darauf ab, sich als Erfinder des Whisky(e)s zu bezeichnen. Tja, wo floss es als erstes, das Lebenswasser "uisce beatha", aus dem die Engländer den "Whisky" machten? Vielleicht wird das Rätsel auf ewig ungelöst bleiben. Und vielleicht ist das auch vollkommen egal.
Die Iren, soviel steht fest, destillieren ihr Stöffchen dreimal, während den Schotten der doppelte Brand reicht. Dafür haben die irischen Whiskeys ein "e" vor dem "y", und die meisten "Iren" sind nicht getorft. Will sagen: Die Gerste, die für ihre Herstellung verwendet wird, wird über Holz geräuchert ("gedarrt") und nicht über Torf. Das Ergebnis: Die irischen Whiskys werden in der Regel als öliger, samtiger, lieblicher empfunden als viele ihrer schottischen Cousins.
Auch der Tullamore Dew ist ein vergleichsweise einfach zugänglicher Whiskey - wer der schottischen und irischen Spirituosenwelt nicht grundsätzlich abhold ist, der wird einem irischen Hochprozenter möglicherweise schneller etwas abgewinnen können als einem schottischen. Der Tullamore Dew ist ein ganz typischer irischer Vertreter, und wahrschenlich ist er, dank beharrlicher Bewerbung, auch der bekannteste irische Whisky . Der beste ist er sicher nicht, der schlechteste aber auch nicht - wer auf der Suche nach einem Whiskey ist, der ein guter Begleiter zum irischen Dunkelbier Stout ist, liegt mit dem Tullamore ebenso richtig wie die Dame des Hauses, die ihren Gästen einen guten Irish Coffee zubereiten möchte. Tatsächlich ist er, so empfinde ich das, gerade dafür die erste Wahl - ein besserer wäre zu schade für die irische Variante des nordeeutschen Pharisäers, ein schottischer würde nicht schmecken, und ein schlechterer ... nein, ein schlechterer als der Tullamore Dew sollte es nun auch nicht sein.
R e s ü m e e
Tullamore Dew ist nicht nur der wahrscheinlich bekannteste irische Whiskey, sondern auch ein durchaus veritabler Repräsentant der irischen Spirituosen-Welt - leicht, duftig und durchaus gut verträglich. Um nicht zu sagen: ein gutmütiger Zeitgenosse - vieleicht auf Dauer ein bisschen langweilig, aber in gutem Sinne harmlos.
Dr_Ed, 18.07.2007
Im Vergleich zu einem richtigen Single Malt ist Tullamore Dew doch nur wie Tafelwein im Verhältnis zu einem Grand Cru. Bei irischem Whisky würde ich da eher einen Bushmills Malt empfehlen - das ist dann richtig GUTER STOFF! Der Tullamore ist m.E. eher was
morak90, 14.11.2007
ganz klar sehr hilfreich, schau doch mal bei mir vorbei LG morak90
Stephi18, 06.07.2007
Schöner Bericht, sehr gut beschreiben, LG Stephi
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Irlands Botschaft an die Welt
ein Testbericht von retilein2008-03-19 16:07:24vom 19.03.2008Empfehlung: ja
Vorteile: sehr weicher angenehmer Geschmack...Nachteile/Kritik: nicht ganz billig
Tullamore, dieser Name ist den Freunden irischen Whiskeys sicherlich ein Begriff. Die wenigsten jedoch werden wissen, dass Tullamore eine hübsche Kleinstadt in Zentralirland in der Grafschaft Offaly ist.
Im Oktober letzten Jahres weilte ich eine Woche in Irland und gönnte mir Land und Leute kennen zu lernen.
Logischerweise gesellten sich Getränke dazu und da mir whisky seit meinem Trip durch Schottland ein willkommenes "Lebenswasser" darstellt blieb es nicht den einheimischen Angebot einer Begutachtung zu unterziehen.
Übrigens ein schönes Eingangs-Zitat von Jean Biolatto: "Whiskey ist ein Element, geboren aus Erde, Wasser und Feuer."
Auffällig ist zum einem die unterschiedliche Schreibweise. Die Schotten schreiben Whisky (ohne e) und die Iren Whiskey.
In der schottischen Destillerie vom Johnnie Walker wurde wir einst auch noch auf einen anderen Unterschied aufmerksam gemacht. "Die Schotten brennen 2 x und die Iren 3 x, das können sie so oft sie wollen, sie lernens nie !"
Das ist natürlich etwas gehässig und so wollten wir uns vom Gegenteil überzeigen lassen. Als wir nach kurzer Zeit auf der Fahrt von Dublin Richtung Cork in Tullamore ankamen haben wir auch sofort die Distillery gefunden.
Leider ausser Betrieb. Aber da waren ja noch diese Schilder mit dem Heritage-Center, also nix wie hin da. Dort angekommen waren wir dann doch etwas enttäscht, nix mehr los, nur noch ein Museum erinnerte an bessere Zeiten.
Erläuterung erfolgt weiter unten im Text.
Geschichtliches
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1829 gründete Michael Molloy, ein erfahrener Whiskeybrenner, bewußt an diesem Ort seine Destillerie, in einer Region die bei reichhaltigen Böden eine qualitativ hochwertige Gerste garantierten.
Nach seinem dem Tod 1187 wurde die Brennerei an die Familie Daly verkauft, die die Leitung der Brennerei einem Freund, Daniel E. Williams, übergab. Daniel E. Williams war die treibende Kraft für die Entwicklung der Brennerei.
Seine Initialen "D-E-W" waren der Anlass dafür, den Whiskey "Tullamore Dew" zu nennen. (Übrigens kann man das Wort "dew" übersetzen. Es heißt soviel wie "Tau".)
In der Zeit von 1966 bis 1972 wurden letztendlich alle bedeutenden irischen Brennereien unter dem Namen "Irish Distillers Group" zusammengefasst, um die Irish Whiskey-Industrie zu stärken.
Die Produktion wurde auf zwei Brennereien aufgeteilt: Midleton Distillery in der Grafschaft Cork (wo Tullamore Dew heute hergestellt wird) und Old Bushmills Distillery in der Grafschaft Antrim, Nord Irland.
Das war auch der Grund dafür in Tullamore leider keine Destillerie im Betrieb anzutreffen. Weiteres ist nachzulesen unter http://www.tullamore-dew.de/.
Herstellung
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Übrigens beim Irish Whiskey schreibt das Gesetz eine Lagerzeit von mindestens fünf Jahren vor.
Die Herstellung des Irish Whiskey zeichnet sich durch zwei wichtige Besonderheiten aus:
Die gemälzte Gerste wird nicht - wie beim schottischen Whisky - über offenem Torffeuer getrocknet, sondern in geschlossenen Öfen.
Ein rauchiger Geschmack kann daher nicht entstehen. Die Destillation erfolgt in riesigen Kupferkesseln, den 'Pot Stills', sowie den säulenartigen 'Colum Stills'.
Die Besonderheit des irischen Whiskey: Die Gerste wird dreifach destilliert, jede Marke in genau festgelegter Sequenz, so daß ein besonders reines, qualitativ hochwertiges Endprodukt entsteht.
Mindestens drei, meistens jedoch sechs Jahre und länger lagert der Irish Whiskey in alten Eichenholzfässern. Nach der Reifung folgt das 'Vatting'.
Die Whiskeys verschiedener Fasstypen und unterschiedlicher Jahrgänge werden in einem
bestimmten Verhältnis miteinander geblendet, um stets gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.
Schon im 6. Jahrhundert kamen der Überlieferung nach Mönche nach Irland, die die Kunst des Destillierens an ihre irischen Brüder weitergaben. Diese hüteten das Geheimnis und verfeinerten die Brennkunst, bis sie aus Gerste und Wasser ein trinkbares Elixier gewannen - 'Uisge Beatha', das Wasser des Lebens.
Auf das 12. Jahrhundert läßt sich die Namensgebung durch englische Soldaten 'Whiskey', wie sie das unaussprechliche irische Lebenswasse nannten, zurückführen.
Beurteilung
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Von den verschiedenen Sorten mindestens 6 oder 12 Jahre gelagerten, hat es mir inbesondere natürlich der letztere angetan.
So hat der goldgelbe Tullamore Dew 12 Years Old hat einen weichen und runden Charakter ist sehr
ausdrucksstark und mild zugleich, mit dem unverkennbaren Aroma sanft wie Vanille, das er dem Trocknen der Gerste in den Darröfen und dem irischen Pot Still-Verfahren verdankt.
Er riecht ist sehr leicht in der Nase.
Den Anklang seiner holzigen Note und nussigen Süße verdankt Tullamore Dew 12 Years Old ohne Zweifel seiner Lagerung in leicht ausgeflammten Bourbonfässern und alten spanischen Oloroso-Sherryfässern.
Der Preis betrug für die 0,7 l Flasche (je 40 Vol.% Alc) beim 6 jährigen 14,50 EUR und beim 12 Jahre gereiften 33,80 EUR.
Auffällig ist der mild-pikanten Geschmack des Irish Whiskey, wie auch speziell des Tullamore Dew, während bekanntermaßen echter schottischer Whisky eher rauchig schmeckt.
Verantwortlich dafür ist die dreifache Brennkunst und das Trinken sollte man aus dem klassischen Whiskey-Glas, den sogenannten "Tumbler" aus Kristall und am besten pur, mit Eis oder Wasser. Auf keinen Fall mit Soda, er zerstört nur den Geschmack.
Zum Schluß etwas zur Irischen Lebensphilosophie und sicherlich etwas zum Schmunzeln:
Die Philosophie eines Iren
Es gibt nur 2 Dinge über die man sich sorgen sollte,
entweder man ist gesund, oder man ist krank.
Wenn man gesund ist,
gibt es nichts über das man sich sorgen sollte.
Aber wenn man krank ist,
gibt es 2 Dinge über die man sich sorgen sollte,
entweder man wird wieder gesund,
oder man stirbt.
Wenn man wieder gesund wird,
gibt es nichts über das man sich sorgen sollte.
Wenn man stirbt,
gibt es 2 Dinge, über die man sich sorgen sollte.
entweder kommt man in den Himmel oder in die Hölle.
Wenn man in den Himmel kommt gibt es nichts,
über das man sich Sorgen sollte.
Aber wenn man in die Hölle kommt,
wird man so beschäftigt sein, mit Freunden Hände zu schütteln,
daß man keine Zeit haben wird, um sich Sorgen zu machen.
"Also, wozu sollte man sich Sorgen machen?"
In diesem Sinne sehr zum Wohle oder wie die Iren sagen Slàinte !
...
Scheckerin, 31.03.2008
Der Aphorisme ist ein Gedicht! Klasse! Und toll an der Nase herumgeführt, falls einer schreibt, tolle Reise gg, da wäre dann wohl einer in den Schnaps gefallen, sozusagenlol Aber jetzt im ernst, toller Bericht für so ein Feuerwasser! LG Schecker
templerthomas, 31.03.2008
Irlands Botschaft ist doch so ne gewisse Biermarke...