Der stille Amerikaner Video

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Testberichte Der stille Amerikaner

 (DVD) Drama
4.8 von 5
Platz 499 in der Kategorie "Dramen".
Bewertung: Kundenbewertung 4,80 / 5,00 4.8 von 5
Meinungen:
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Der stille Amerikaner Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,80 / 5,00 4.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • spannend, unterhaltsam, Romantik, Drama, Action, gute (unbezahlte!) Darsteller, engagierte Aussage; mittelgutes Bonusmaterial plus Soundtrack-CD & Postkarten
  • sehr schön erzählt, interessante Darstellung
Nachteile/Kritik
  • kein nennenswertes Making-of, kein DTS-Sound
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dreanelk

Stille Wasser sind tief

ein Testbericht von 2011-02-12 11:46:22 vom 12.02.2011
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr schön erzählt, interessante Darstellung...
Nachteile/Kritik: -
Die Geschichte des Films
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Der Stiller Amerikaner ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse, wie der britische Journalist Thomas Fowler, brilliant gespielt von Micheal Caine, bei seiner ersten Begegnung mit dem jungen amerikanischen Mediziner Alden Pyle bemerkt.

Etwas unbeholfen und sehr idealistisch bewegt sich Alden Pyle, eine eher untypische und sehr ernste Rolle für Brandon Fraser, durch das Saigon von 1952.
Die französische Kolonial-Besatzung gerät ins Wanken, ständig unter Druck gesetzt durch Unabhängigkeitsbemühungen der Vietnamesen, welche von der damaligen UdSSR und China zu dieser Zeit unterstützt werden.

Doch nicht allein, die historische Geschichte die zur Entwicklung des Vietnam-Krieges führte, auch die persönliche Geschichte der Dreiecksbeziehung zwischen Thomas Fowler, seiner vietnamesischen Geliebten Phuong und ihrem Verhältnis zu Alden Pyle wird in diesem Film erzählt. Thomas muß miterleben wie der junge charmante Amerikaner, seiner bezaubernden Geliebten Phuong, gespielt von Do Thi Hai Yen, Avancen und Anträge macht.
Alden Pyle ist enthusiastisch und schnell verliebt und bietet Phuong neben einer Heirat auch die Mitnahme in das Ferne Amerika.

Der alternde Journalist Thomas Fowler dagegen ist verheiratet und die Einwilligung seiner britischen Frau in die Scheidung scheint schwierig.
Wie würden Sie sich entscheiden, wenn sie ihr Geld durch das Tanzen mit Männern verdient haben, so wie es viele vietnamesische Frauen zu dieser Zeit tun?

Der Regisseur Phillip Noyce setzt das auf dem Roman von Graham Greene basierenden Stück der Geschichte Vietnams sehr orginalgetreu um und betont dabei neben der privaten Geschichte der drei Hauptdarsteller auch die Situation der vietnamesischen Bevölkerung im Land zu dieser Zeit.

Fakten:
-------------
Regie: Phillip Noyce
Buch: Graham Greene
Drehbuch: Christopher Hampton
Genre: Drama, Thriller

Schauspieler:
------------------
Michael Caine .... Thomas Fowler
Brendan Fraser .... Alden Pyle
Do Thi Hai Yen .... Phuong
Rade Serbedzija .... Inspector Vigot
Tzi Ma .... Hinh
Robert Stanton (II) .... Joe Tunney
Holmes Osborne .... Bill Granger
Quang Hai .... General Thé
Ferdinand Hoang .... Mr. Muoi
Pham Thi Mai Hoa .... Phuong's Sister
Mathias Mlekuz .... Französischer Captain

Länge: 101 min
Produktionsland: USA / Germany / Australien
Altersfreigabe: Deutschland ab 12

Meine Meinung
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Mir persönlich hat dieser Film sehr gut gefallen. Die Rolle des alternden Journalisten wurde mit Micheal Caine sehr gut besetzt und auch Di Thi Hai Yen stellt eine bezaubernde Geliebte dar.
In meinen Augen ist Brendan Fraser eine eher untypische Wahl für den Mediziner. Ich finde er passt nicht so gut in die Rolle. Ansonsten denke ich dass sehr anschaulich das Vietnam vor dem Vietnamkrieg dargestellt wird. Und eine Zeit thematisiert wird in der die Rolle der Amerikaner in meinen Augen viel öfter kritisch beäugt werden sollte.

Fazit: sehr schön erzählt, interessante Darstellung
geschrieben Juli 2003

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Gruß Drea
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
mima007
mima007, 13.02.2011
Du hast das eigentliche Thema gar nicht erkannt: Pyle ist ein CIA-Agent, der die Interessen der USA vertritt und die Vietnam-Regierung durch Bombenanschläge unterminiert. Die Action kommt bei dir gar nicht vor!
Sommergirl
Sommergirl, 03.03.2011
klingt eher langweilig - etwas mehr Infos noch zu Regie, Bild, Ton, Musik, Ausstattung und die Leistung der Darsteller Deine Infos sind etwas mickrig
topfmops
topfmops, 30.03.2011
Und wiederum bereichern sich einige Leserlinge an Deiner Arbeit und Deinem Wissen, ohne Dir den Dir zustehenden Lohn, sprich Bewertungen, zu zahlen.
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mima007

Der Reporter gerät in die Schusslinie - gute DVD

ein Testbericht von 2005-01-24 21:28:08 vom 24.01.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, unterhaltsam, Romantik, Drama, Action, gute (unbezahlte!) Darsteller, engagierte Aussage; mittelgutes Bonusmaterial plus Soundtrack-CD & Postkarten...
Nachteile/Kritik: kein nennenswertes Making-of, kein DTS-Sound
Im Saigon der frühen fünfziger Jahre versuchen bereits die ersten Amerikaner, den kommunistischen Einfluss (der Chinesen) zu schwächen, indem sie einen Militärmachthaber im Untergrund unterstützen. Es kommt zu Anschlägen, die die Regierung destabilisieren sollen.

Der alternde britische Korrespondent Fowler, seine vietnamesische Geliebte Phuong und der amerikanische Entwicklungshelfer und undercover arbeitende CIA-Agent Pyle verstricken sich in ein tragisches Dreiecksverhältnis.

Filminfos
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O -Titel: The Quiet American (USA 2002), DVD & Soundtrack-CD: 18.11.2003 (ASIN: B0000CGNMV)
FSK: ab 12
Länge: 97 Min.
Regisseur: Philip Noyce
Drehbuch: Christopher Hampton
Buch: Graham Greene (1955)
Ausführende Produzenten: Anthony Minghella, Sydney Pollack
Musik: Craig Armstrong
Darsteller: Michael Caine (Thomas Fowler), Brendan Fraser (Alden Pyle), Do Thi Hai Yen (Phuong) u.a.

Handlung
°°°°°°°°°°°

Es beginnt mit einer Morduntersuchung. "Pyle est mort", wird dem britischen "Times"-Korrespondenten Fowler (Caine) mitgeteilt. Fowler antwortet nichts auf die Fragen des Herrn Commissaire Vigot, denn Pyle wollte in der Mordnacht mit Phuong nach Amerika abreisen, die zuvor Fowlers Geliebte gewesen war. Fowler verschweigt auch, dass er Pyle in der Mordnacht zu einem Treffen eingeladen hatte. Fowler wusste, was mit Pyle geschehen würde, der ihm einmal das Leben gerettet hatte. Er hat Schuld auf sich geladen. Und doch konnte er nicht anders handeln.

Der Rest des Films ist eine große Rückblende, die erklären soll, wie es zu Pyles unrühmlichem Ende kommen konnte. Als der Journalist Tom Fowler den Amerikaner Alden Pyle (Fraser) kennenlernt, gibt dieser sich als Mitarbeiter eines amerikanischen Wirtschafts- und Medizinhilfeprogramms in Vietnam aus, das 1953 unter französischer Kolonialherrschaft verwaltet wird.

Daher sind alle Umgangsformen von französischer Lebensart durchdrungen. Fowlers Geliebte, die Professorentochter Phuong (Yen) kann daher durchaus in einem noblen Tanzklub als Mittänzerin arbeiten, ohne Anstoß zu erregen oder gar für eine Prostituierte gehalten zu werden. (Phuong bedeutet 'Phönix', sagt sie an einer Stelle.) Ihre gestrenge Schwester wacht über ihr Wohlergehen, doch im Gegensatz zu Phuong hasst sie die Franzosen. Fowler macht Phuong mit Alden Pyle bekannt, als sie die amerikanische Vertretung in Saigon besuchen. Die Botschaft entpuppt sich später als Spionagezentrum. Wahrscheinlich bereits zu diesem Zeitpunkt verliebt sich Pyle in die schöne Vietnamesin.

Seine Auftraggeber setzen Fowler unter Druck: Er muss mehr Berichte liefern. Also reist er zur Front in den "Norden", wo die Franzosen mit ihren einheimischen Hilfstruppen gegen kommunistische Aufständnisse kämpfen, die späteren Vietcong. Zu seiner größten Verblüffung trifft er hier auf Pyle. Was hat ein Helfer karitativer Organisationen an der Front zu suchen? Wider Erwarten finden sie in dem Dorf Phat Diem nicht unschuldige Dörfler massakriert vor, sondern lauter Kommunisten. Waren die Täter die Franzosen, oder wer sonst? (Merke: Die CIA operiert seit 1945 in Indochina.) Nach einem Granatenangriff ist Pyle verschwunden. Fowler wundert sich: Pyle will Vietnam vor dem Kommunismus retten, wobei er seine Motivation aus einem Propagandabuch bezieht, das die Doktrin des Kalten Krieges verbreitet: Eindämmung des Kommunismus an allen Fronten der Welt.

In Saigon wird Fowler Zeuge der Abspaltung General Thés, der seine eigene Partei (und Privatarmee) von der Franzosenarmee verkündet. Zum erstenmal bemerkt Fowler, dass Pyle neben dem US-Botschafter steht. Pyle hält bei Fowler um Phuongs Hand an, was eine extrem seltsame Szene ist, in der alle versuchen, das Gesicht zu wahren. Pyle will nicht nur Vietnam retten, sondern auch die Dame seines Herzens. Als Reaktion bittet Fowler seine Frau schriftlich um die Scheidung. Dass er den negativen Bescheid verheimlicht, erweist sich als verhängnisvoll. Denn Phuong fühlt sich hintergangen und läuft zu Pyle über, der sie in den USA heiraten will. Fowler droht Phuong, die Liebe seines Lebens, endgültig zu verlieren.

Während dieser kritischen privaten Ereignisse spitzt sich auch die äußere politische Lage zu. Als Fowler ein Interview mit General Thé machen möchte, ist auch Pyle schon da. Es ist wie im Wettlauf zwischen Hase und Igel. Auch Botschafter Tunney ist schon da, und das macht Fowler stutzig: Die Amis unterstützen den Rebellen, um nicht nur die Kommunisten zu bekämpfen, sondern auch die Franzosen. Auf der Rückfahrt fährt Fowler mit Pyle in eine Kampfzone, aus der Fowler nur mit Pyles kundiger Hilfe lebendig herauskommt: Thé wollte Fowler töten lassen.

Fowler spioniert mit seinem einheimischen Assistenten Hinh, der für den nationalistischen Untergrund arbeitet, den Amis und General Thés Finanzier Muoi nach. Der in Muois Lagerhäusern gefundene Stoff Diolaction stellt sich als "Bindemittel für Sprengstoffe" heraus. Botschafter Tunney organisiert die Verteilung in Vietnam. Die erste Konsequenz daraus erlebt Fowler am eigenen Leib: Auf der zentralen Place Garnier in Saigon gehen zwei Autobomben hoch, und Fowler befürchtet, dass Phuong in der Eisbar gegenüber umgekommen sei. Als er durch das Massaker auf dem Platz stolpert, sieht er schon wieder Pyle: Der redet in flüssigem Vietnamesisch auf einen Polizisten ein und lässt die Verwüstung fotografieren!

Diese zentrale Szene, ein Wendepunkt des Films (vgl. die Extras!), macht Fowler die wahren Machtverhältnisse deutlich. Denn kurz vor den Explosionen konnte Fowler hören, wie die Gattinnen der US-Botschaftsarbeiter meinten, sie seien von Tunney gewarnt worden. Die Amis sind an den dreißig Opfern schuld und stellen sie als Opfer der Kommunisten dar, was die Fotos belegen sollen. Wer hat die Aktion geleitet?

Fowler spielt den Vermittler zwischen Amis und den Untergrundkämpfern. Die USA haben General Thé bereits 210 Millionen US-Dollar gezahlt, und er will immer noch mehr. Nun wird klar, wer die Aktionen in Vietnam leitet: Es ist natürlich kein Anderer als Alden Pyle. Und er will Fowler Phuong nehmen? Nie und nimmer, schwört sich Fowler. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

Mein Eindruck: der Film
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Hintergrund

Es hat schon einmal eine Verfilmung dieses Romans von Graham Greene aus dem Jahr 1955 gegeben. Joseph L. Mankiewicz drehte diese Version bereits 1958, mitten im Kalten Krieg. Auf Anraten des CIA-Leiters auf den Philippinen, Lansdale, änderte er den Schluss komplett. Nun wurde den Kommunisten die Schuld in die Schuhe geschoben statt den Amerikanern. Entsprechende Dokumente, die den wahren politischen Hintergrund belegen, sind laut DVD-Infos in der Viking-Ausgabe des Greene-Romans enthalten.

Die gigantische Ironie, auf die die Story ein Licht wirft, besteht im Rückblick darin, dass die amerikanische Vorgänger-Organisation der CIA, das OSS, bereits 1945 die Leute um Ho Chi Minh Gusbildete: Sie sollten gegen die Japaner kämpfen. Später wurde der Vietcong der erbittertste Gegner der Amerikaner und brachte ihnen die schlimmste Niederlage bei.

Der Film stellt die Frage: Wie konnten aus Freunden Feinde werden? Warum mussten in Indochina in 30 Jahren drei Millionen Menschen sterben? Graham Greene hat sich selbst in der Figur des englischen Journalisten Tom Fowler porträtiert, er schrieb den Roman von 1952 bis 1955, also schon ziemlich früh in der Geschichte des Indochinakonflikts. Kein Wunder, dass er sich recht kritisch mit der CIA auseinandersetzt.

Das hatten auch die Produzenten Horberg, Minghella & Pollack sowie der Regisseur Noyce vor, als der Film mit zwei international bekannten Stars an Originalschauplätzen gedreht wurde. Der Rohschnitt wurde in New York City einen Tag vor den verheerenden Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon gezeigt. (Noyce war am 11.9. sogar in Manhattan.) Danach war die Welt eine andere, und nur sehr wenige Amerikaner wollten noch einen Film sehen, der die CIA kritisiert. Die Stars Caine und Fraser wurden ebensowenig bezahlt wie der Regisseur, nur die Crew sah ihr Geld. Die deutschen Geldgeber vom IMF aus München war plötzlich recht knausrig.

So ist es wohl zu erklären, dass der Film - ähnlich wie "Army go home!" - zwei Jahre brauchte, bis er seinen Weg auch in deutsche Kinos fand. Nochmal ein halbes Jahr verging, bis eine vorzeigbare DVD geschnürt war, die mit ungewöhnlichen Extras aufwartet: einem Soundtrack auf Extra-CD und mehreren Postkarten mit Filmfotos. Aufgrund der edlen Ausstattung wurde das Produkt auch entsprechend teuer. Zum Glück hat Amazon.de die DVD um sechs Euro auf EUR 21,99 heruntergesetzt. Ich finde, das lohnt sich.

Der Film

Die Story versucht, intelligente, geschichtsbewusste Zuschauer zu erreichen. Daher packt sie drei Plots in einen Film: die Aufklärung des Mordes an Pyle, einen politischen Thriller aus Indochina - und zu guter Letzt eine private Dreiecksgeschichte, in die alle drei Hautpfiguren ihr Bestes geben können.

Nun besteht natürlich die Kunst von Drehbuch und Regisseur, diese drei Komponenten in ein Gleichgewicht zu bringen, das dennoch Spannung und emotionale Dramatik erzeugt. Nach zwei- oder dreimaligem Ansehen wird diese Struktur durchaus sichtbar, und meiner Ansicht nach ist der Spagat gelungen. Allerdings erweisen sich die Hintergrundinfos der DVD dabei als sehr hilfreich, insbesondere die Chronologie des Konflikts.

Michael Caine erhielt für sein Spiel eine OSCAR-Nominierung. Er und Brendan Fraser, der trügerisch unbedarft aussieht, sich dann aber als überzeugter Agent und Antikommunist entpuppt, spielen hervorragend und verleihen so den durchaus komplizierten politischen Ereignissen ein menschliches Gesicht.

Doch sie werden beide in den Hintergrund gedrängt durch die schöne Do Thi Hai Yen, die eine perfekte Verbindung aus Würde, Bildung, Zurückhaltung und Schönheit verkörpert und somit für das alte Indochina unter den Franzosen steht. Sie bildet das emotionale Zentrum des Films, und schließlich kämpfen alle letzten Endes um sie: Fowler, der abgetakelte Europäer, Pyle, der kämpferische Ideologe, und der einheimische Untergrund in Gestalt von Phuongs Schwester und von Fowlers Assistent Hinh. Folglich steht Phuong für die Zukunft des vietnamesischen Volkes als Nation. Es ist ein Statement seitens des Autors und der Filmemacher, wer sie letzten Endes bekommt.

"Der stille Amerikaner" hat mich - nach einer Weile der Mühe - sowohl als Geschichtswerk als auch als die Geschichte von Menschen, die in persönliche Konflikte verwickelt sind, überzeugt. Regisseur Philip Noyce, der mit Harrison Ford gelungene Clancy-Verfilmungen gemacht hat und mit "Todesstille" eines der besten Psychodramen auf See geliefert hat (mit Kidman), ist der komplizierte Spagat gelungen, drei Plots in einen zu packen und dennoch den Zuschauer zu erreichen.

Er hätte die Dreiecksgeschichte noch weiter ausbauen können, allerdings auf Kosten von Informationen über Pyle. Zugunsten der Spannung werden diese Infos zurückgehalten, so dass Fowler als unser Agent vor Ort den Amis auf die Schliche kommen kann. Wer tiefer in die menschlichen Dimensionen der privaten und politischen Konflikte eindringen will, die so unheilvoll verknüpft sind, der lese die literarische Vorlage.

Die DVD
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Technische Infos:

Bildformate: 2.35:1, 16:9
Tonformate: DD 5.1
Sprachen: D, GB
Untertitel: D, GB

Extras:

- Audio-Kommentar von Noyce, Caine und Fraser u.a.
- Featurette (= Making-of; 5 Min.)
- Interview und Q&A mit Philip Noyce (24 Min.)
- Anatomie einer Szene: die Bombenexplosion in Saigon (20 Min.)
- Die Geschichte des Konflikts in Südostasien ("Chronologie der Ereignisse")
- Filmografien von Cast & Crew

Mein Eindruck: die DVD
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Der Ton und das Bild gaben keinen Anlass zur Beschwerde, denn beides kommt fehlerlos herüber. Allerdings hätte der deutsche Ton im DTS-Format einen noch stärkeren Eindruck hinterlassen.

Die Audiokommentare, die der Regisseur und seine zwei Hauptdarsteller beitragen, haben mich nicht mehr vom Hocker gehauen. Nachdem ich bereits alle anderen Extras gesehen hatte, konnte ich nicht mehr allzu viel Neues erfahren. Allerdings taucht Fraser in den anderen Extras kaum auf, und daher sollte man sich seine Einlassungen doch mal anhören. Ähnliches gilt für Mr. Caine, doch er taucht auch in der Featurette auf.

Dieses Making-of en miniature - es ist gerade mal fünf Minuten lang - zeigt zum einen recht viele Filmbilder, so dass es wie ein großer Trailer wirkt. Doch es wurden noch einige Interview-Zitate und Eindrücke von hinter den Kulissen eingeflochten. Aber ein richtiges Making-of sieht anders aus.

Will man in den Hintergrund des Films sowie der Dreharbeiten eindringen, so liefern das Interview mit Noyce und die ungewöhnliche Fragestunde vor deutschem Publikum wesentlich mehr Informationen. Einige der Infos habe ich schon oben erwähnt (Mein Eindruck: der Film/Hintergrund) und brauche ich hier nicht nochmals zu wiederholen. In der Fragestunde erzählt Noyce interessanterweise von seinen drei anderen Filmprojekten: "Rabbit-proof fence" alias "Long Walk Home" war hierzulande schon im Kino, auf "American pastoral nach einem Roman von Philip Roth warten wir noch ebenso wie auf die Verfilmung des Lebens von Thor Heyerdahl (Kon-Tiki).

Einen weiteren Blick hinter die Kulissen bietet die zwanzigminütige "Anatomie einer Szene": Die Bombenexplosion in Saigon auf der Place Garnier bildet den Wendepunkt des Films, durch den aus Fowler, dem unbeteiligt beobachtenden Journalisten, ein aktiv teilnehmender Agent der antiamerikanischen Kräfte wird: Er entdeckt, wer Pyle in Wahrheit ist. Dieser Beitrag ist durch die laufenden Vergleiche zwischen Entwurf, Dreharbeit und Endergebnis sehr gelungen. Filmschüler werden ihre helle Freude daran haben.

Die Geschichte des Konflikts in Südostasien ("Chronologie der Ereignisse") ist in meinen Augen der mit Abstand aufregendste und am schönsten gemachte Beitrag der zwei Silberscheiben. Die erklärenden Texte zur Entstehung, der Dauer und dem Ende des Konflikts sind knapp gehalten, so dass man sie gerne und schnell liest. Die Navigation ist gewöhnungsbedürftig, aber zu bewältigen.

Die sind durch verfremdete Fotos ergänzt, die in sehr grober Rasterung dargestellt werden. Der Eindruck soll vermittelt werden, als entstammten sie direkt einer Ausgabe derjenigen Zeitung, für die Thomas Fowler vor Ort berichtet: der ehrwürdigen "The Times". Die dürren Infos und Zahlen wissen in ihrer Gesamtheit durchaus zu erschüttern.

Die im Hintergrund erklingende Musik dieses Features ist passend; sie harmoniert mit dem Original-Score, ist diesem vielleicht sogar entnommen. Überhaupt ist die Musik von Craig Armstrong eine ausgetüftelte Sinfonie, die romantische Motive mit moderner Dynamik verbindet.

Unterm Strich
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"Der stille Amerikaner" ist also so still überhaupt nicht, er tut nur so. Still ist zunächst vielmehr der Brite, der unbeteiligt und kühl aus Indochina berichten soll. Doch es braut sich was zusammen, und selbst ein objektiver Beobachter kann es sich nicht leisten, unbeteilgt zu bleiben. Ganz besonders dann nicht, wenn es um seine private Zukunft geht.

Die drei Plotkomponenten unter einen Hut zu bringen, war nicht einfach, und man sieht es. Dennoch vermag der Film durch das private Drama und die äußere Action zu bewegen und zugleich die inhärente Kritik an der Rolle von CIA und US-Regierung in Indochina zu transportieren. Das hat dem Film im Markt nicht gutgetan, aber auch solche Filme müssen gedreht werden. Der OSCAR wäre für Michael Caine, den überragenden Hauptdarsteller, eine schöne Belohnung gewesen. (Weiß noch jemand, wer den Goldjungen bekommen hat?)

Die DVD kann vier von fünf Sternen für sich verbuchen - genau wie der Film.

Michael Matzer (c) 2005ff

Amazon.de: statt: EUR 27,99 im April: EUR 21,99
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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