Stalingrad
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Testberichte Stalingrad

 (DVD) Antikriegsfilm
3.2 von 5
Platz 20 in der Kategorie "Antikriegsfilme".
Bewertung: Kundenbewertung 3,30 / 5,00 3.2 von 5
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Stalingrad Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,30 / 5,00 3.2 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (4/4).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Spannend, nie langweilig. Prima Filmmusik, tolle Schauspieler
  • gute Kampfszenen, geht sehr nah, sehr real
  • Vor allem im ersten Teil wird die Sinnlosigkeit des Krieges gut dargestellt.
Nachteile/Kritik
  • Schiesst manchmal übers Ziel hinaus und ist etwas überladen
  • teilweise lange Szenen in denen nichts weiter passiert
  • Vor allem der zweite Teil ist zu oberflächlich und nur bedingt glaubhaft.
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Daudau

Veni, vedi, non vici

ein Testbericht von 2002-08-25 01:54:44 vom 25.08.2002
Empfehlung: ja
Liebe Leserinnen, liebe Leser…

Heute möchte ich über einen Film berichten, den ich mir vorgestern in unserer Bibliothek ausgeliehen habe. Ja, dort gibt es auch Filme, und nicht gerade wenig. Der Film hatte mich schon einmal in einer Videothek „angesprochen“, doch dort kostet es ja bekanntlich Geld, wenn man Film ausleihen will. In der Bibliothek eben nicht, und deshalb lieh ich mir den Film auch aus. Es geht um den Film


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1. Einleitung
2. DVD-Hülle
3. Inhalt
4. Kulissen / Musik
5. Darsteller
6. Extras
7. Eigene Meinung
8. Fazit
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1. Einleitung

Wie schon gesagt hatte ich den Film „Stalingrad“ schon einmal bei uns in der Videothek gesehen und wollte ihn mir ausleihen, doch das Geld war mal wieder zu knapp. Als ich dann vorgestern unserer Bibliothek nach langer Zeit mal wieder einen Besuch abstattete, stieß ich wieder auf den Film. Da mich das Thema 2. Weltkrieg schon im Geschichteunterricht sehr interessiert hatte, und ich auch sonst gerne mehr darüber las oder sah, musste ich mir den Film natürlich anschauen.
Eines vorneweg: Je patriotischer die Amerikaner in ihren Kriegsfilmen sind, desto weniger stolz sind wir auf „unsere“ Vergangenheit im Bezug auf den 2. Weltkrieg und unseren österreichischen „Helden“.
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2. DVD-Hülle

Weshalb ich zuerst in der Videothek und dann auch später in der Bibliothek auf diese DVD gestoßen bin liegt ganz klar an der DVD-Hülle. Sie zeigt 4 der Hauptpersonen des Films, mit dicken Kleidern „verpackt“ um sich vor der Kälte in Russland zu schützen. Alle sind schneebedeckt und durchgefroren. Über ihnen steht in roter Farbe der Spruch „Bis zum letzten Mann...“, unter ihnen ganz groß, auch in roter Farbe, „STALINGRAD“, wiederum darunter „Ein Film von Joseph Vilsmaier“. Unter diesen Schriftzügen sieht man einen Ausschnitt aus dem Film, als sich gerade ein paar Soldaten durch den dichten Schnee kämpfen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch nie etwas vom Regisseur gehört, er ist mir unbekannt.

Auf der Rückseite der DVD-Hülle befinden sich 4 Filmausschnitte, die jeweils ziemlich dramatische Szenen aus dem Film zeigen. Auch sie verleiten einen zum Kauf / Leihen des Films. Eine Kurzbeschreibung des Films und die Namen der Darsteller befinden sich neben den Filmausschnitten noch auf der Packung, Außerdem der Hinweis, dass der Film ab 12 Jahren freigegeben ist.
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3. Inhalt

Der Inhalt ist nicht ganz leicht zu erklären, da die 132 Minuten des Film wirklich durchgehend neues bringen. Ich werde jedoch versuchen mich relativ kurz zu fassen:

Nachdem die Deutschen 1942 in Italien eingezogen sind, wird zuerst einmal gut gefeiert. Frauen und Alkohol dürfen natürlich nicht fehlen, bis dann schließlich ein jungen Leutnant, der noch keine Kriegserfahrung hat, mit einer Pionierseinheit nach Stalingrad geschickt wird, um die wohl wirtschaftlich wichtigste Stadt Russlands zu zerstören, da durch Stalingrad alle Güter transportiert werden. In Russland angekommen beginnt auch gleich die grausame Realität. Ein russischer Gefangener wird von einem deutschen auf der Straße totgeschlagen, weil er nicht mehr laufen kann.

Mit dieser Szene steigt man dann in einen Gottesdienst der deutschen vor der Fahrt an die Front ein. An der Front angekommen wird auch gleich richtig Krieg „gespielt“. Hunderte Menschen fallen, auch einige der 400 Sturmpioniere, die mit dem jungen Leutnant nach Stalingrad kamen. Später wird dann mit ca. 30 übrigbleibenden Männern eine Halle besetzt, in der man sich erst einmal zu Ruhe setzt. Dort ermuntern die „alten Hasen“ zum ersten Mal die jungen Soldaten, die mit der Kriegssituation noch nicht so richtig umgehen können.

Der Krieg geht weiter, klar, und nach Wintereinbruch wird’s dann auch richtig kalt. Noch ca. 10 Soldaten der Sturmpioniere sind mit ihrem Leutnant unterwegs um man lernt die Männer nun immer besser kennen. Sie reden über Neuigkeiten von zu Hause, von denen sie über Briefe ihrer Frauen erfahren. Doch so langsam schwindet auch bei ihnen schon die Hoffnung auf einen Sieg, denn sie wurden von den Russen eingekesselt. Als sie dann nur noch 6 Soldaten sind, wollen 3 Leute den Heimweg antreten, doch sie verpassen das letzte Flugzeug und müssen deshalb wieder ins Lager ihrer Freunde zurück.

Keiner der Soldaten hört mehr auf die Durchhalteparolen des Führers, auch die Offiziere verlieren immer mehr an ihrer Bedeutung. Sie erteilen zwar befehle, doch diese werden nicht mehr ausgeführt. Nachdem die 5 Männer einen eigenen Offizier getötet haben, und bei ihm in seinen Unterschlupf kommen können sie es nicht glauben: 100.000 von Soldaten sind an Hunger gestorben und in diesem Offiziers – Bunker stehen die Regale voll mit Essen und Alkohol. Nachdem sich einer der nur noch 5 Soldaten selbst umgebracht hat, und 2 weitere auch noch weg sind, versuchen die verbleibenden 2 aus Stalingrad zu fliehen. Eine schwere Hürde. Ob die beiden sie meistern kann man nicht sagen, ich glaube jedoch nicht daran, denn der Film endet damit, dass man beide, durchgefroren und kraftlos, in einem Schneesturm auf dem Boden liegen sieht.
Danach wird noch ein Text eingeblendet, der mich noch mehr schockiert hat, als der grausame Film selbst:
„In der Schlacht um Stalingrad sind mehr als 1 Million Menschen gefallen, erfroren verhungert: Russen, Rumänen, Italiener, Ungarn, Deutsche, Österreicher. Von den 260.000 eingeschlossenen der 6 Armee gerieten 91.000 in Gefangenschaft, aus der Jahre später noch 6.000 in ihre Heimat zurückkehrten.
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4. Kulissen / Musik

Die Schauplätze sind von Anfang bis zum Ende sehr realistisch dargestellt. Viele Soldaten, richtiger Krieg. Was ich mit „richtiger Krieg“ meine, ist, dass es nicht nur „rumgeballer“ ist, sondern man auch die Leiden der einzelnen Menschen sieht. Die Maskenbildner haben in diesem Film gute Arbeit geleistet, und so sieht man viele Verstümmlungen und Verletzungen der Soldaten, die einen natürlich noch mehr abschrecken, als man so wie so schon vor Krieg abgeschreckt ist. Die heftigste Verstümmlung ist, als ein Soldat praktisch in der Mitte durchtrennt wird, sein Oberkörper „sitzt“ neben seinen Beinen und der Soldat schreit noch für ein paar Sekunden. Diese Szene ist wirklich heftig.

Auch die Musik passt durchgehend zum Film. Am Anfang noch eher fröhlich beim Feiern in Italien, später immer dramatischer und hoffnungsloser, je mehr es auf das Ende des Films zugeht. Hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet.
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5. Darsteller

Die Darsteller sind alle ziemlich unbekannt, und ich habe eigentlich noch nichts von ihnen gehört. Hier ein paar Namen, vielleicht könnt IHR ja was damit anfangen:

Dominique Horwitz
Thomas Kretschmann
Jochen Nickel
Sebastian Rudolph
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6 . Extras

Auf der DVD befinden sich leider keine Extras, ich hätte mich echt sehr drüber gefreut, noch etwas mehr über die „Schlacht des Jahrhunderts“ zu erfahren. Außerdem lässt sich auch die Audio-Sprache nicht verstellen, was auf das Alter der DVD hinweist. Diese ist nämlich schon etwas älter, wie alt sie genau ist, kann ich leider nicht sagen.

Ein Feature, das meines Wissen nach jedoch jede DVD besitzt, besitzt diese DVD natürlich auch: die Szenenauswahl. So kann man sich, wenn man den Film nicht in einem durchschaut, schnell wieder in den Film „einfinden“, indem man einfach die Szene, bei der man gerade war, wieder aufruft.
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7. Eigene Meinung

Wenn ich solche Filme sehe, oder auch im Geschichtsunterricht verschiedene Texte lese oder irgendwelche Daten oder Fakten sehe, dann frage ich mich immer wieder WARUM?

Warum mussten so viele Menschen sterben?
Warum hat niemand gegen den Führer rebelliert?
Warum ließen die Leute alles mit sich machen?
Warum war Hitler so größenwahnsinnig und hat dabei seine eigenen Leute in den Tod gerissen?

Alles Fragen, die ich mir bis heute nicht beantwortet habe. Gut, Hitler hat seine Chance beim Schopf gepackt, als die Arbeitslosenzahlen mal wieder bis in den Himmel ragten, und er versprach den Menschen Arbeit. Doch rechtfertigt das, dass ihm die Menschen deshalb blind vertrauten? Man kann den Menschen natürlich nicht die Schuld alleine geben, doch ein bisschen den menschlichen Verstand anstrengen, wäre in einer solchen Situation sicherlich nicht schlecht gewesen. Unser lieber Gerhard zettelt ja auch nicht gleich einen Krieg an, um die ganzen Arbeitslosen loszuwerden.

Auf jeden Fall hat dieser Film mal wieder mein Nachdenken bezüglich des 2. Weltkrieges angeregt. Der Film hat mich echt schockiert, alles ist so realistisch dargestellt, dass man gar nicht glauben kann, dass Menschen so grausam gewesen sein können (natürlich nicht nur die Deutschen, auch alle anderen). Außerdem stimmt dieser Film einen echt traurig, denn wenn man kleine Kinder sieht, die erschossen werden, dann fragt man sich gleich 2 mal, WARUM?

Was ich jedoch allgemein nicht gut finde ist, dass wir auch heute noch für das, was damals geschehen ist, mit irgendwelchen Zahlungen und sonstigem gerade stehen sollen. Klar, die Firmen die Zwangsarbeiter hatten können ruhig etwas Geld springen lassen, doch wieso sollen Firmen, die nichts damit zu tun hatten, heute für irgendwelche Kriegsgeschädigte zahlen? Einer meiner Opas war auch in Russland in Gefangenschaft, und er hat nie auch nur einen Pfennig Geld gesehen.
So, das war noch etwas kritisches am Rande ;).
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8. Fazit

Ich finde, jeder sollte diesen Film einmal gesehen haben. Auch wenn einen die Thematik nicht so besonders interessiert, sollte man einmal die Grausamkeit des Krieges miterleben. Da wir dies Gott sei Dank nicht real miterleben müssen, ist dieser Film eine gute Möglichkeit die Grausamkeit einmal zu sehen und sich vielleicht einmal ein paar Gedanken darüber zu machen.

Einzig negativ finde ich die DVD, auf der keine Extras enthalten sind. Dies wäre eine gute Abrundung des insgesamt guten Eindrucks gewesen.

Wegen der Schwachen DVD „nur“ 4 Sterne ****.
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So, das war’s mal wieder für heute. Ich hoffe ich konnte euch den Film etwas näher bringen und euch vielleicht auch etwas zum Nachdenken anregen, Denken soll ja nicht schlecht sein ;).

Ciao ;),

man liest sich...


EUER


D A U D A U

© 2002-08-25
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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ronald65

Bedrückend aber nur bedingt schockierend

ein Testbericht von 2009-06-19 14:35:34 vom 19.06.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: Vor allem im ersten Teil wird die Sinnlosigkeit des Krieges gut dargestellt....
Nachteile/Kritik: Vor allem der zweite Teil ist zu oberflächlich und nur bedingt glaubhaft.
Krieg ist Wahnsinn. Und die Steigerung davon war Stalingrad.
Diesem traurigen Kapitel der deutschen Geschichte nahm sich 1993 der Regisseur Joseph Vilsmaier an. Herausgekommen ist ein Werk, das bei den Kritikern umstritten ist.
In der Material- und Menschenschlacht um Stalingrad starben über eine Million Menschen. Fast die gesamte deustche 6. Armee kam ums Leben. Es liegt also die Versuchung nahe einen solchen Film aus einer Makroperspektive zu drehen, beispielsweise als Dokumentation oder aus Sicht der Heeresleitung. Dies macht Vilsmaier aber nicht. Vielmehr greift er sich eine Einheit dieser Armee von ca. 400 Mann heraus und zeigt deren Untergang.
Es wird also die Sicht der Soldaten gezeigt. Und diese sehen vor allem das Gemetzel, die Kälte und den Hunger um sich herum. Das "große Ganze" sehen sie nicht und der Film zeigt es daher auch nicht. Auch wenn die Schicksale der Soldaten dieser Truppe gezeigt werden, so stellt sich doch beim Zuschauer keine Identifikation mit den Charakteren ein. Der Betrachter bleibt immer distanziert. Und das ist bei einem solchen Film auch gut.
Der erste Teil des Films ist sehr überzeugend gelungen. Zwar wirkt der Beginn des Films mit den Szenen vom Fronturlaub an der italienischen Küste nach dem Nordfrikaeinsatz der Trupppe zwar kitschig, sehr schnell werden aber dann die Schrecken des Krieges deutlich, als auf der Reise nach Stalingrad die Truppe auf die zurückkehrenden Verwundeten trifft. Und dann ist man plötzlich mitten im Krieg. Um was wird gekämpft? Natürlich um Stalingrad, aber aus Sicht der Soldaten und damit auch des Zuschauers wird nur um Ruinen gekämpft. In diesem Teil zeigt der Film daher auch allgemein die Schrecken des Krieges. Grundsätzlich hätten sich diese Szenen überall abspielen können. Es wird gerannt, geschossen, manchmal auch versehentlich auf die eigenen Kameraden, und natürlich verstümmelt und gestorben. Diese Szenen sind erschreckend und man fragt sich unweigerlich, was bewegt Menschen dazu, einen solchen Wahnsinn mitzumachen. Darauf gibt der Film aber leider keine Antwort und bleibt mit seinen schrecklichen Bildern zu sehr an der Oberfläche.
Im zweiten Teil des Films ist eigentlich nicht mehr "der Bolschewik" der Feind, sondern Hunger und Kälte. Der Rest des Trupps wurde in ein Strafbataillon versetzt, nachdem ein Mitglied einen Sanitäter mit einer Waffe gezwungen hatte, einen Kameraden bevorzugt zu behandeln. Dort müssen sie bei eisiger Kälte Minen entschärfen. Da aber die Lage der deutschen Armee immer bedrohlicher wird, erhalten sie die Chance zur Rehabilitation, die sie durch Zerstörung eines russischen Panzertrupps auch nutzen. Gewonnen haben sie jedoch dadurch nichts, denn Hunger und Kälte bleiben. Und es kommt sogar noch schlimmer. Da die russischen Gefangenen nicht mehr ernährt werden können, werden sie als Saboteure hingerichtet und die verbleibenden Soldaten werden vor die Wahl gestellt zu schießen oder gleich selbst mit erschossen zu werden.
An dieser Stelle wird klar, dass es nur noch um eines geht: irgendwie zu überleben. Die Armee ist in Selbstauflösung. Sie ist gestorben, auch wenn einzelne Soldaten noch leben. Einige versuchen zu desertieren, finden aber keinen Weg aus der eisigen Hölle. Daher kehren sie zu ihren Kameraden zurück. Es kommt dann noch zu einer Konfrontation mit einem fanatischen Hauptmann, den sie erschießen. In dessen Versteck sehen die Soldaten, dass es sich dieser Offizier hat "gut gehen lassen" in all dem Elend. Retten kann sie das auch nicht mehr. Einer erschießt sich, weil er das Ganze nicht mehr ertragen kann. Andere sterben an ihren Verletzungen. Die letzten beiden versuchen vor der Kriegsgefangenschaft zu fliehen und erfrieren im Schnee.
Trotz sehr guter Darsteller vermag der zweite Teil nicht zu überzeugen. Irgendwie schafft es der Film nicht, beim Zuschauer tatsächlich ein Gefühl aufkommen zu lassen, was diese Soldaten erleiden mussten. Die seltsamen Szenen im Versteck des Hauptmanns wirken eher befremdend. Die Kriegsverbrechen jener Tag werden zwar thematisiert, kommen aber nicht drastisch genug heraus. Das meiste davon wird auf einen fanatischen Hauptmann projiziert. Das ist aber viel zu einfach.
Die Fakten:
Darsteller: Dominique Horwitz, Thomas Kretschmann, Jochen Nickel
Regisseur: Joseph Vilsmaier
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Bildseitenformat: 16:9
FSK: ab 12
Spieldauer: 133 Minuten
Entstehungsjahr: 1993
Entstehungsort: Deutschland
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Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 07.02.2009
sehr gut berichtet - über dieses Thema habe ich ja wirklich schon sehr viel gelesen und gesehen und gehört..... - Das Schrecken nimmt nicht ab, auch nach so vielen Jahren nicht. - Und sollte schon dazu dienen vor jeglichen Kriegen zu warnen!!
LG Gisela
jdmick
jdmick, 29.05.2009
sehr hilfreich, freue mich immer auf gegenlesungen, gruß Daniel
cleo1
cleo1, 28.09.2010
Sh. Liebe Grüße und vielen Dank für Deine Lesungen. cleo1
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web242

Guter Antikriegsfilm mit wenigen Fehlern

ein Testbericht von 2008-06-21 23:24:20 vom 21.06.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: Spannend, nie langweilig. Prima Filmmusik, tolle Schauspieler ...
Nachteile/Kritik: Schiesst manchmal übers Ziel hinaus und ist etwas überladen
Mein nächster Testbericht handelt von dem Film Stalingrad.

Stalingrad - der Name einer Stadt an der Wolga, benannt nach dem russischen Diktator Joseph Stalin. Heute heißt die Stadt Wolgograd. Ihre Geschichte konnte der Namenswechsel aber nicht vergessen machen. Während des Russlandfeldzuges fand hier eine der grausamsten Schlachten des 2. Weltkrieges statt. Doch grausame Schlachten gab es auch im ersten Weltkrieg in den Schützengräben Belgiens und Frankreichs. Auch hier starben zehntausende junge Menschen auf brutalste Art und Weise. Warum ist Stalingrad so ein starkes Symbol für den Wahnsinn des Krieges geworden. Ich denke, es könnte daran liegen, dass Stalingrad gleichzeitig die erste substanzielle Niederlage der Wehrmacht im 2. Weltkrieg darstellte. Sie ging einher mit der Vernichtung eines 250000 Mann starken, deutschen Armeeverbandes. Auf der Gegnerseite starben vermutlich über 1 Millionen Menschen. Stalingrad war auch ein klares Zeichen für den völligen Wahnsinn Adolf Hitlers und die Unfähigkeit der deutschen Generalität, sich über ihn hinwegzusetzen. So ging die 6. Armee ins Verderben, ohne dass irgendjemand etwas dagegen unternahm. Durch den harten Winter und den Hunger bekam diese Schlacht noch unmenschlichere Züge. Die Schlacht von Stalingrad läutete auch die endgültige Wende an der Ostfront und somit des ganzen Krieges ein. In der deutschen las auch in der sowjetischen Propaganda bekam die Schlacht um Stalingrad schnell den Charakter einer Entscheidungsschlacht verpasst. Strategisch war Stalingrad völlig wertlos und nicht umsonst fragte man sich, ob die Stadt für Hitler nur deshalb wichtig war, weil sie Stalins Namen trug und somit ein Symbol für den Kampf Hitler gegen Stalin wurde. Versucht man sich heute vorzustellen, unter welchen Verhältnissen die Soldaten (laut Augenzeugenberichten) dort gelebt haben und gestorben sind, so entziehen sich die Umstände jeder Vorstellungskraft. Ich jedenfalls bin froh, dass ich nie einen Krieg erlebt habe.

Im Jahre 1993 wagte sich Joseph Vilsmaier, ein in München geborener Regisseur, welcher vorher durch Filme wie Herbstmilch und Rama Dama in Erscheinung getreten war, daran, diesem Stoff ein filmisches Denkmal zu setzen. Die Schauspieler seines Films waren damals nicht sonderlich bekannt (Dominique Horwitz, Thomas Kretschmann (genau, der Kapitän aus King Kong), Sebastian Rudolph, Jochen Nickel (spielte Amon Goeths Chauffeur in Schindlers Liste) und Dana Vavrova, um nur einige zu nennen), aber durch die Bank sehr gut besetzt.

---Inhalt---

Rohleder, Reisser und Kameraden sind Mitglieder des deutschen Afrikakorps und auf Fronturlaub in Italien. Hier kann man es sich gut gehen lassen. Bei einem Battalionsapell, bei dem sie gleich mal demonstrieren können, dass sie keine perfekten deutschen Landser sind, erfahren sie, dass sie nicht mehr nach Nordafrika versetzt werden. Das neue Ziel liegt im Osten. Begleitet von südländischer Musik verlässt man per Eisenbahn das schöne Italien und nach der Durchquerung eines Tunnels kommt ein Schnitt und man befindet sich in den weiten Russlands. Nach schier endloser Fahrt lernt man das Ziel der Reise kennen. Stalingrad. Zunächst sind die deutschen guter Dinge. Es ist mitten im Sommer, die Wehrmacht ist siegreich und man plant die Stadt schnell genommen zu haben. Doch mit der Zeit bemerken die Soldaten, dass dies kein schnelles Gefecht wird. Um jeden Meter wird hart gekämpft, die Verluste sind immens und die Moral beginnt schnell zu sinken. Dann wird es langsam Winter und die Soldaten sind immer noch in der Stadt, die jetzt aber quasi nur noch aus Ruinen besteht. Zu alledem befindet dich unter der Stadt ein weitreichendes Kanalisationssystem, durch das sich Freund und Feind unabhängig von Frontlinien bewegen können. Als die Situation immer schlimmer wird, beschließen Reisser und ein zwei andere Soldaten zu fliehen. Rohleder kann seinem eigenen Kadavergehorsam nicht entkommen und bleibt in der Stadt. Am Ende sterben aber alle Protagonisten des Films.

---Die Wertung---

Der Film beginnt ungemein Stimmungsvoll und der Schnitt zwischen Italien und Russland ist wirklich gut gelungen. Vilsmaier macht aber auch einige Fehler, die ihm auch später von den Kritikern nicht verziehen wurden. So sind die Soldaten doch erstaunlich intellektuell. Man bekommt häufig den Eindruck, die Soldaten fanden den Krieg von Anfang an schlecht und nur die Offiziere sind an der Situation schuld. Die Realität sah wohl anders aus. Auch versucht er möglichst jede Niedertracht deutscher Soldaten und Offiziere in diesen Film ein zu bauen. So darf das Erschießungskommando genauso wenig fehlen wie der sadistische SS-Offizier. Auch die menschenverachtende Verbandsplatzsituation wird thematisiert.

Aber, ich finde den Film trotzdem gut. Auch wenn die zweite Hälfte des Films den roten Faden verliert und plötzlich Charaktere auftauchen, die im ganzen Film noch nicht vorhanden waren, ohne zu erklären, wer sie eigentlich sind. Auch wenn Vilsmaier recht stoisch alle Unmenschlichkeiten der Schlacht abarbeitet, so können die Schauspieler trotzdem voll überzeugen. Die wenigen, drastischen Gewaltszenen führen einem den Schrecken des Krieges wirksam vor Augen. Was etwas stört, insbesondere nach der umstrittenen Wehrmachtsaustellung, ist, dass Vilsmaier versucht eine klare Trennung zwischen den bösen SS-Leuten und den guten Wehrmachtsangehörigen zu schaffen. Das war nicht so, Punkt.
Die zweite Hälfte des Films mag zwar etwas wirr und zusammengestückelt wirken, aber ich denke, dass kann man als athmosphärisches Hilfsmittel betrachten, denn weniger chaotisch wird die Situation für viele Frontsoldaten nicht gewesen sein.

---Fazit---

Alles in allem ein gelungener, wenn auch typisch deutscher Film sehr kopflastiger, Antikriegsfilm, der zwar nicht die niederschmetternde Brutalität eines James Ryan bietet, aber durchaus seine Momente hat. Vielleicht hat Vilsmaier sich an dem Thema verhoben, aber schlecht ist der Film deshalb auf keinen Fall. Sollte man gesehen haben.

Fazit: Sollte man gesehen haben
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
sindimindi
sindimindi, 21.06.2008
Sehr gute Rezension! - insbesondere, was die Kritik an der Trennung von SS-Truppen und Wehrmachtsverbänden angeht. Meine Kritik als Historiker - Stalingrad war keineswegs strategisch bedeutungslos: weiter siehe Gästebuch! LG, Roland
Josi354
Josi354, 22.06.2008
Sehr gut ausgearbeiteter Bericht mit vielen Hintergrundinfos... das ist mir nen bw wert... Liebe Grüße
Mondlicht1957
Mondlicht1957, 21.06.2008
Diese Epose sind zwar gut aber mich nerven sie, in der Schulzeit waren derartige Pflichtprogramm :O
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Strendyandy

Historischer Augenschmaus

ein Testbericht von 2004-06-04 16:17:50 vom 04.06.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: gute Kampfszenen, geht sehr nah, sehr real...
Nachteile/Kritik: teilweise lange Szenen in denen nichts weiter passiert
Dieser Film ist eine Legende und dafür gibt es auch einige Gründe.
Sehr gut aufbereitete Story über die Ereignisse, welche sich 1942 bei der Schlacht um Stalingrad ereigneten. Dieser Film ist eine gute Mischung aus Action, Geschichte und stark gefühlsbetonten Szenen. ein historishces Drama welches seines gleichen sucht.
Der Film ist ein Augenschmaus für jeden Kriegsfilmfan und absolut empfehlenswert. die Realität ist oft beeindruckend und beängstigend zu gleich. Man sollte ihn kaufen, denn diesen Film will man sich öfter anschauen.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:nicht hilfreich
1-4 von 4 Testberichten über Stalingrad
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