Die Heilung

Die Bar Moloko

Teddy Boys auf Raubzug
Uhrwerk Orange
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Testberichte Uhrwerk Orange

 (DVD) Science Fiction Film
4.7 von 5
Platz 48 in der Kategorie "Science Fiction Filme".
Bewertung: Kundenbewertung 4,70 / 5,00 4.7 von 5
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Uhrwerk Orange Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,70 / 5,00 4.7 von 5
von 90% aller Autoren empfohlen (9/10).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Meisterwerk des modernen Films, Top Bild und Ton Qualität
  • einer der krassesten Filme aller Zeiten
  • Brüste und M . . . . ?
  • Stanley Kubrick
  • gute schauspieler und super handlung
Nachteile/Kritik
  • Zu wenig Extras
  • nichts für zartbeseitete
  • Story, Schauspieler, Musik, Ton, Dialoge, Drehorte
  • sehr wenige extras
  • nichts,
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JimPanse1986

Und wir saßen in der Korova Milchbar...

ein Testbericht von 2005-09-21 16:14:51 vom 21.09.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Meisterwerk des modernen Films, Top Bild und Ton Qualität...
Nachteile/Kritik: Zu wenig Extras
Kubrick zwischen Genialität und Wahnsinn. Uhrwerk Orange ist einer der umstrittendsten Filme weltweit. Zumal er in den 70er jahren gedreht wurde und er eine unglaubliche Zukunft darstellt. Dieser Film ist schockierend wie faszinierend zugleich.

Hintergrund
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De r Film spielt im London der Zukunft. Diese wird äußerst abstrackt dargestellt. in der Milchbar zum Beispiel bestehen die Tische aus weiß angemahlten, nackten, sich nicht bewegenden Frauen.
Kubrick scheute also nicht, sämtliche Tabus zu brechen. in dieser seltsamen Zeit findet man jedoch immer wieder Gegenstände, die auf das England der Gegenwart zurückzuführen sind. So trägt Alex, die hauptfigur, die für London typischen Hüte, die Melonen. Man spricht auch von den Melonenträgern.
In dieser Zeit ziehen Jugenbanden umher und stiften Unruhe. Alex ist Anführer der Teddy-Boys. er treibt blutige Scherze und spielt gerne das "alte Rein- und Rauspiel" was einer vergewaltigung nahe kommt.
Alex markenzeichen sind seine Überlegenheit und sein Musikgeschmack. er hört nur Beethoven, was ihn beruhigt. er hört Beethoven, nachdem er wieder ein paar Unschuldige überfallen hat.

Die Story
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Alex und seine "Drugs" verprügeln zu Beginn einen armen, hilflosen Penner, den sie in einem graben gefunden haben. Dieser Akt soll wohl die Gleichgültigkeit der Teddy-Boys ausdrücken. Später machen sie sich dann über eine verfeindete Gang her. So nach und nach werden dann weitere Menschen verprügelt, geschändet und gedehmütigt. Doch schon bald kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Alex und seinen Drugs.
Bis seine Freunde ihm eine gemeine falle stellen und die Polizei Alex ins Gefängnis steckt. Denn Alex war schon vorbestraft und der inspektor hat schon seit längerem ein Auge auf Alex geworfen.
Alex wird zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Er lebt sich überraschend schnell im Gefängnisleben ein, ist hilfsbereit und arbeitet als Gehilfe des Pfarrers in der gefängniseigenen Kapelle mit in der Hoffnung, dass Alex auf bewährung entlassen wird. Dem ist aber nicht so.
Dann hört er von einer neuen Art der medizinischen Behandlung. es heißt: Sollte er sich freiwillig dieser ihm zur Zeit noch unbekannten prozedur unterziehen, wird er freigelassen. Alex meldet sich und wird in ein spezielles krankenhaus eingeliefert.
Die behandlung klingt für Alex zu erst wunderbar als es hieße er dürfe sich Filme ansehen die so richtig brutal wären.
Und so kam es: er musste sich jeden Tag viele Filme ansehen u.a. von Hitler oder Filme in denen Frauen vergewaltigt wurden. Nebenbei wurde seine lieblingsmusik gespielt, Beethoven.
Plötzlich findet er das alles gar nicht mehr so lustig und er beginnt sich gegen diese filme zu wehren. er kann seine Augen jedoch nicht schließen, denn diese wurden mit Klammern offen gehalten. Aber er wird gezwungen noch weitere Filme anzusehen und nach 2 Wochen einer langen und harten Behandlung, wird er einem Test unterzogen in dem Alex selbst verprügelt wurde. Er kann sich aber nicht wehren. Wenn er es versucht überkommt ihn eine unsagbare Übelkeit.
Nun ist er hilflos seinen opfern ausgeliefert die nun grausame Rache an ihm nehmen und niemand ist da der ihm hilft. Alex flüchtet in ein Haus, dass ihm irgendwie bekannt vorkam. Der Besitzer selbst glaubt auch ihn einmal gesehen zu haben. Der Hausbesitzer kommt später dann doch drauf. Alex hatte seine Frau getötet und ihn selbst zum Krüppel geschlagen. Der Besitzer sperrt Alex in ein zimmer im 2. Stock ein und spielt von unten Beethoven.
Diese Musik kann Alex nicht aushalten und springt kurzerhand aus dem Fenster und verletzt sich. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert und im wird der freihe Willen wiedergegeben.
Ende gut alles gut! :-)

DVD Infos
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RC 2
Spieldauer 131 min.
Farbe
Sprachen Englisch / Deutsch / Spanisch (Dolbi Digital 5.1)

Extras:

Interaktive Menüs

Szenenauswahl

Trailer

Fazit
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Uhrwerk Orange ist grad wegen dieser bizarren Stimmung, die während des ganzen Films über aufkommt, ein genialer Film. Er ist vielleicht nicht für jeden etwas.
Er mag verstörend, zynisch und erschreckend sein. Aber wir haben ihn z.B. im Kunst Unterricht angeschaut. Auf Anraten unseres Lehrers. Er mag provokant sein, ja. Er mag auch gewalttätig sein, ok. Durch die Kontroverse allein ist der Film aber schon zum absoluten Kult avanchiert.

Die DVD selbst besticht durch tolles Bild und brillanten Ton. Man vermisst allerdings die Extras und da es sich hier um einen höchst interessanten Film handelt, wäre da etwas mehr vllt nicht unbedingt schlecht gewesen. Deswegen verfehlt diese Fassung auch knapp die Höchstnote.

Wegen der seltsamen Mischung aus Gewalt und Drama gehört dieser Film in jede Sammlung. Wirklich ein Meisterwerk das Seinesgleichen sucht!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
GilbertArenas0
GilbertArenas0, 16.10.2005
Super erster Bericht, ich hoffe du verdienst viel Geld. Kannst du bitte bei mir auch ein paar Berichte bewerten. Bitte Bitte
Zuckerwatte
Zuckerwatte, 21.09.2005
Toller erster Bericht! Viel spaszlig noch hier, LG
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XXLALF

Beethoven ist zum Kotzen

ein Testbericht von 2011-05-21 15:57:36 vom 21.05.2011
Empfehlung: ja
Vorteile: Vorteile: Grandioser Film...
Nachteile/Kritik: Nachteile: Keiner
Vor nicht allzu-langer Zeit schauten wir uns mit einem sehr guten Freund zusammen, die DVD "Eyes Wide Shut" an, übrigens ein echt irrer und super toller Film, wobei mich der Anblick der Masken und vor allem die verlängerten Nasen an den Film "Uhrwerk Orange" erinnerte, dessen DVD ich mir schon des öfteren angeschaut habe. Wie bei "Eyes Wide Shut" führte auch Stanley Kubrick Regie, der es verstand das Menschenbild untrennbar mit der Grausamkeit zu verbinden, zu welchen Menschen im Stande sind. So ähnlich geht es auch im Film "Uhrwerk Orange" ab, der auch mit Gänsehaut-Momenten bespickt ist, von dessen DVD sich mein heutiger Bericht handelt.

Nun zunächst einmal zum Filminhalt

Alex DeLarge (Malcolm McDowell) ist nicht nur diktatorischer Anführer einer Bande junger Arbeitsloser, sondern auch ganz hin und weg, wenn er klassische Musik hört, wobei es ihm vor allem Beethovens Neunte angetan hat. Jedoch hat er auch ganz andere Interessen, nämlich nachts mit seinen drei "Droogs" Pete (Michael Tarn), Georgie (James Marcus) und Dim (Warren Clarke) in den Straßen von London sein Unwesen, mit Raubüberfällen, Vergewaltigungen und sadistischen Quälereien zu treiben. Und damit irgendwie ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt wird, tragen alle das gleiche Outfit, nämlich Bowlerhüte, Springerstiefel, weiße Hemden und weiße Hosen mit einem darüber geknöpften Lendenschutz. Ihr Treffpunkt ist in einer hypermodernen Milchbar, in der man sich seinen antörnenden Drink aus den Brüsten von Plastikfrauen zapft. Generell, so hat man den Verdacht, dass sich in dieser unnatürlichen und verzerrten Welt alles nur um Sex und Gewalt dreht.

Ihre Gewalt ist reine Lust an der Vernichtung, Zerstörung und Verwüstung, sodass sich die Jungs nicht lang den Kopf zu zerbrechen brauchen, was sie an diesem Abend noch so anstellen könnten. Einfach nur "Ultra-brutal" zu sein, genau darauf haben sie jetzt Bock, sodass sie zuerst einen Obdachlosen krankenhausreif prügeln, der in ihren Augen ein "schäbiger, stinkender Suffkopf" ist, der sowieso keine Existenzberechtigung hat. In einem leeren Theater schlagen sie sich mit einer anderen Bande herum, woraufhin Alex mit seiner Bande aufs Land fährt, um in den Bungalow eines Schriftstellers einzubrechen. Nicht auf Wertgegenstände haben sie es abgesehen, sondern sie vergewaltigen dort brutal dessen Frau, wobei sie ihren Mann zwingen, dabei zuzusehen. Und als das alles vorbei ist, wird der Schriftsteller noch zum Krüppel geschlagen, wobei sie dazu "I´m singing in the rain"singen. Vollends außer Rand und Band überfallen sie danach noch eine Bildhauerin, die sie "Cat-Lady" nennen, die von Alex mit einem Kunstobjekt in Form eines künstlichen, übergroßen Penis aus Plastik, der in ihrer Wohnung als Dekoration steht, den Unterleib zerfetzt bekommt.

Ja, solche brutalen Scheußlichkeiten im Film schmerzen doch sehr, wobei ich jedoch keinen Grund sehe den Fernseher deswegen ausgeschaltet, weil der Regisseur es eben verstanden hat, gerade diese Scheußlichkeiten, choreografisch, beinahe wie Ballettszenen zu inszenieren. Gerade durch die Verfremdung und der doch ungewöhnlichen Sichtweise, schafft der Regisseur Stanley Kubrick Distanz. Alex und seine "Gang" prügeln sich im Takt klassischer Musik von Purcell, Elgar, Rimski-Korsakow und eben Beethoven.

Das grausame Spiel hat schließlich ein Ende, als Alex von seinen eigenen Jungs zusammengeschlagen und liegen gelassen wird, woraufhin ihn die Polizei aufgeschnappt, und ihn zu 14 Jahre Haft verurteilt. Doch hier bekommt er wegen seines jugendlichen Alters die Möglichkeit sich der "Ludovico-Kur" zu unterziehen, einer Anti-Gewalt-Therapie, mit welcher man ihm die aggressiven Impulse austreibt, und ihn soweit emotional stimuliert, dass er seine Gräueltaten abscheulich findet, und dann als geheilt entlassen werden kann. Jedoch bevor es soweit ist, muss er mit zwanghaft aufgerissenen Augen, tagelang zuschauen, wie auf der Leinwand zu Beethovens Neunter, die widerlichsten Gewalttaten begangen werden. Alex wird es kotze-übel dabei, muss sich übergeben, als er diese Brutalitäten, die gezeigt werden, mitansehen muss. Das ist der Erfolg der Therapie, dass, wenn er auch wieder aggressiv werden sollte, ihm dann so elend wird, dass er freiwillig jeden Gedanken an Gewalt schnell wieder unterdrückt. Nicht mal Beethovens Neunte kann er mehr hören, ohne das er sich übergeben muss. Alex ist wohl geheilt, und wird als geheilt entlassen, nur er ist nicht mehr der Alex der er einmal früher war, der sich zu wehren gewusst hat. Und jetzt wird er einer Welt ausgesetzt, in welcher Gewalt an der Tagesordnung steht, wobei er seinen früheren Opfern begegnet, die es alle, dem nun wehrlosen Ex-Gewalttäter heimzahlen. Da ist zunächst einmal dieser misshandelte Obdachlose, der Alex aus Rache halb tot schlägt, wobei zwei seiner ehemaligen Bandenmitglieder zur Polizei über-gewechselt sind und ihn zunächst recht verprügeln und dann noch im Viehtrog ertränken wollen. Mit letzter Kraft flüchtet Alex ins Haus des Schriftstellers, dessen Frau mittlerweile an den Folgen der Vergewaltigung verstorben ist. Dort bekommt Alex Beethovens Neunte lautstark zu hören, woraufhin ihm so speiübel wird, dass er sich nur mehr so zu retten weiß, wenn er durch das geschlossene Fenster springt.

Alex kommt ins Krankenhaus, wo zunächst die Presse sich diesen Fall vornimmt und die Regierung beschuldigt, durch die Anti-Gewalt-Therapie auf unmenschliche Manier Alex manipuliert zu haben. Das Happyend der Geschichte ist, dass vom Ministerium die Therapie rückgängig gemacht wird, und Alex die Zusage bekommt, dass er nun wieder als freier Bürger in einem freien Land, ungestört seinen gewalttätigen Neigungen nachgehen kann. Sozusagen als lebendiger Beweis hierfür, dass diese Gesellschaft keinen Menschen manipuliert.

Nun die Meinung zum Film

Im ersten Moment hat man den Eindruck, als ob sich dieser Film gegen Gewalt aussprechen würde, wenn man zu Gesicht bekommt, was Alex in den Zweieinviertel Stunden, die der Film dauert, so alles über sich ergehen lassen muss. Im Gegensatz dazu wird in diesem Film die Gewalt dermaßen hoch gespielt und brutal dargestellt, damit der Zuschauer die Möglichkeit bekommt, am Rausch der Prügeleien und den Vergewaltigungen teilzunehmen, die Alex und seine Jungs vollführen. Einiges habe ich schon über diesen Film gelesen, wobei ich unter anderem auf eine Begründung gestoßen bin, dass der Film ein Aufruf gegen Gewalt sei, und aus dem Grund hinfällig wäre, weil das Medium "Film" nicht immer alleinig einem moralischen Anspruch gerecht werden muss.

Im Grunde sollen wir allein Kubrick´s umstrittensten Film deuten. Und da stoßen wir auf ein zweigeteiltes Echo. Die einen werfen dem Regisseur Boshaftigkeit, Ironie und Gewaltverherrlichung vor, wobei die anderen ihm vorwerfen, dass sie zum Schaulustigen sadistischer Quälereinen gemacht werden.

Okay, Gewalt ist in der Tat das Thema Nummer eins in diesem Film, jedoch Gewalt in einer skrupellosen Welt. Nicht umsonst gleichen Kubrick´s Filmaufnahmen einem London in naher Zukunft, zumal er uns verdeutlichen will, was für einer schrecklichen, brutalen, rücksichtslosen gesellschaftlichen Zukunft wir entgegen gehen.

Wenn man jetzt bedenkt, dass der Film 1971 erschienen ist, und man die Wirklichkeit unserer heutigen Gewalt-verherrlichten Welt sieht, so muss man sagen, dass Stanley Kubrick einen sehr guten Weitblick hatte. Man findet wohl keine Nachrichtensendung mehr, in welcher nicht Literweise Blut vergossen oder andere Gräueltaten zur Schau gestellt werden. Ja, so werden wir zu Voyeure, mit der Gier, nach noch grässlichere Gräueltaten.

Und immer wenn Gewalt gezeigt wird, wie z.B. Vergewaltigungen wird diese untermalt mit klassischer, sehr rhythmischer Musik, was schon triumphalen Charakter hat. So fliegen bei Rossinis Ouvertüre zur "Diebischen Elster" Körper durch den Raum, prasseln die Schläge, wobei Gewalt wiederum zur Choreographie, einer Ballettvorführung, wird. Mir ist kein Film bekannt, in welchem Gewalt so graziös, ja sogar mit Fingerspitzengefühl, dargestellt wird. Gewalt ist zu sehen und zu spüren, ohne Zweifel, als z.B. auf das wehrlose Opfer nach der Musik "Singin in the Rain" mit Fußtritten eingetreten wird. Jedoch komischerweise empfindet man diesen Film nicht mal als so brutal, wie er in Wirklichkeit ist, was ich damit zu begründen weiß, weil eben im ganzen Film kein Blut gezeigt wird.

Das Kubrick kein Blut in diesem Film zeigt, begründet der Regisseur folgendermaßen. Für ihn ist es ein Signum einer Welt, die von Gewalt lebt, die nur durch Gewalt existiert, und doch verdrängt, was sie aufrechterhält: um jeden Preis, dass sie heimgesucht wird von Visionen der Gewalt.

Gleich zu Anfang des Films, sieht man in einer Nahaufnahme Alex, der das Böse verkörpert, mit leicht gesenktem Kopf, wobei unter der Hutkrempe die recht stark geschminkten aufgerissenen Augen, den Zuschauer anstarren. Regelrecht dämonisch wirkt sein rechtes Auge, das mit einem schwarzen Wimpernkranz um-malt ist, wobei er seine Nase gelegentlich auf kuriose Weise durch einen Phallus aus Pappe verlängert. Gewalt, ja teuflische Gewalt, das sticht einem bei solch einer Fratze schon ins Auge, wobei dieses hämische grinsen dazu zu verstehen gibt, dass er, Alex, garantiert auf seine Kosten kommen wird.

Ohne Zweifel ist "Uhrwerk Orange" ein äußerst ausgefallener Film, der eine Kunstwelt schafft, in welcher die verschleierten Abgründe unserer Gesellschaft von innen nach außen gekehrt werden. Wer unter diesem Standpunkt heraus sich diesen Film ansieht, für den ist es ein wahrer Genuss. Wie schon eingangs erwähnt, gibt es nebenbei bemerkt auch Auslegung dahingehend, dass man "Uhrwerk Orange" als einen Aufruf gegen politische Manipulationsversuche gegenüber dem Individuum Mensch verstanden wissen will. Doch meiner Meinung nach ist das, wenn überhaupt, zu hoch angesetzt. Okay, man erlebt Alex als ein sehr hilfloses Individuum nach der Anti-Gewalt-Therapie, doch lässt der Film keine Bedenken aufkommen, dass Alex nach seinem Sturz aus dem Fenster voraussichtlich mit dem Morden, den Vergewaltigungen usw. nicht aufhören wird, wobei natürlich die Frage in den Raum gestellt wird, ob das Gefängnis wirklich die einzige sinnvolle Alternative ist.

Daten zum Film und der DVD

Originaltitel: A Clockwork Orange
Hauptdarsteller: Malcolm McDowell
Buch und Regie: Stanley Kubrick nach dem Roman von Anthony Burgress
Kamera: John Alcott
Musik: Wendy Carloss
Produktion: Stanley Kubrick
Produktionsland: Großbritannien 1971
Länge: 131 Min., Farbe

Komponist: Wendy Carlos, Ludwig van Beethoven, Henry Purcell, Gioacchino Rossini, Edward Elgar, et al.
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Kroatisch, Türkisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Hebräisch, Polnisch, Finnisch, Griechisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.66:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Warner Home Video - DVD
Erscheinungstermin: 2001


Extras: Die DVD bietet keine nennenswerten Extras, wobei das Bild gut aufgearbeitet und auch der Ton ansprechend ist, sodass ich dieser mit gut, jedoch nicht mit ausgezeichnet werte.

In meinen Augen ist dieser Film "Uhrwerk Orange" ein wirkliches Meisterwerk des Regisseurs Stanley Kubrick, obwohl recht viel Gewalt gezeigt wird, findet diese Gewalt einen glanzvollen Auftritt, da diese choreografisch fast wie Ballettszenen gestaltet sind.

Super Film, den ich gerne mit der vollen Punktezahl werte.

Fazit: Zeigt das Antlitz des Bösen
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 22.05.2011
diese Musiken zu verwenden, naja nachzuvollziehen, gibt ja schon gewaltige Akkorde z.b. von Beethoven :- - Aber sie mit Gewalt im Film zu koppeln? -
Egal, ein super guter Bericht !! - LG gisela
sloga
sloga, 16.06.2011
Den Film habe ich mir noch nicht angesehen, aber nun habe ich es vor. Toller und sehr ausführlicher Bericht.
Luna2010
Luna2010, 23.05.2011
Ein sehr netter Bericht. Ich freu mich über Gegenlesungen von dir. Ich les schon mal ein paar.
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atrachte

Uhrwerk Orange

ein Testbericht von 2010-02-13 10:29:18 vom 13.02.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: düstere Vision Kubrick´s, Malcolm McDowell, Inszenierung, erschreckend und eindrucksvoll zugleich,...
Nachteile/Kritik: nichts,
Wann auch immer Stanley Kubrick einen neuen Film abgedreht hat, war eine öffentliche Diskussion, sowie ein Hagel an Kritik quasi vorprogrammiert. Der wohl kontroverse Film des amerikanischen Regisseurs dürfte dabei sicherlich „Uhrwerk Orange“ sein, ein Film, dem Zeit seines Bestehens eine Banalisierung und übermäßige Ästhetisierung von Gewalt unterstellt wurde, den die katholische Kirche geradezu verteufelte, der in den USA das normalerweise nur Porno-Filmen vorbehaltene X-Rating bekam und der nach der heftigen Kritik in Großbritannien, von Kubrick selbst, gar ganz aus dem Kino genommen wurde und bis zu dessen Tod nahezu unter Verschluss blieb. Und selbst heute, fast 40 Jahre nach der Uraufführung, spaltet der Film die Lager noch immer in zwei Extreme. Grund dafür dürfte, neben der sicherlich zutreffenden, wenn auch im Kontext der Handlung zu verstehenden, Stiliserung von Gewalt, aber vor allem die Tatsache sein, das kein anderer Film der Frage, ob eine Gesellschaft und ihr Justizwesen das Recht dazu haben einen Straftäter den freien Willen zu nehmen um ihn zu resozialisieren, so intensiv nachgeht, wie es „Uhrwerk Orange“ macht.

„There was me, that is Alex, and my three droogs, that is Pete, Georgie, and Dim, and we sat in the Korova Milkbar trying to make up our rassoodocks what to do with the evening. The Korova milkbar sold milk-plus, milk plus vellocet or synthemesc or drencrom, which is what we were drinking. This would sharpen you up and make you ready for a bit of the old ultra-violence.“
- Alex -

Alex (Malcolm McDowell) liebt Gewalt in sämtlichen Formen: Raub, Einbrüche, Schlägereien, Vergewaltigung. Beinahe alles hat der junge Mann, dessen gleichzeitige Liebe zu Beethoven und sein höflicher Auftritt gegenüber seinen Eltern und seinem Bewährungshelfer im krassen Gegensatz zu dem steht, was er beinahe Nächtlich mit seinen „Droogs“ Dim (Warren Clarke), Georgie (James Marcus) und Pete (Michael Tarn) im bizarr anmutenden London der nahen Zukunft abzieht, bereits durch. Eines Nachts, als sich Alex und seine Gang einmal mehr zu einem abgelegenen Haus aufmachen, um eine alleinstehende, alte Frau zu überfallen, kommt schließlich auch Mord dazu. Als Alex, nachdem er die alte Frau erschlagen hat, vor der anrückenden Polizei fliehen will, bekommt er von seinen Doogs obendrein noch die Quittung für seinen autoritären Führungsstil innerhalb der Gruppe statuiert, indem er niedergeschlagen und zurückgelassen wird. Schließlich wird er festgenommen und zu einer 14-jährigen Haftstrafe in einem Zuchthaus verurteilt.

Zwei Jahre später ist Alex an seine Grenzen angekommen und will nichts sehnlicher, als das Gefängnis verlassen. Als er von einer neuen, von der Regierung unterstützten, Methode, der sogenannten „Ludovico-Technik“, hört, deren Teilnahme es ihm ermöglichen würde bereits nach wenigen Wochen wieder ein freier Mann zu sein, setzt er alles daran, um an dem Experiment teilzunehmen. Tatsächlich entschließt man sich Alex als einen der ersten Probanden mit der neuen Technologie, von der man sich erhofft die hoffnungslos überfüllten Gefängnisse zu entlasten, indem man die Straftäter zu „guten Menschen“ konditioniert, zu behandeln. 14 Tage später wird Alex als resozialisiert und „geheilt“ entlassen. Doch die Folgen sind für ihn verheerend. Denn alleine der Gedanke an Gewalt oder Sex, sowie, unbeabsichtigt herbeigeführt, das Hören von Beethovens 9 Sinfonie, führt bei ihm nun zu einem Gefühl der Ohnmacht, des Schmerzes und der Unfähigkeit. Schließlich fällt die Gewalt auf Alex zurück. Aus dem früheren Täter wird nun das Opfer...

Das „Uhrwerk Orange“ kein einfacher Film, dessen Intention die nackte Unterhaltung seines Publikums ist, wird bereits in den ersten zehn Minuten überdeutlich. Geradezu bizarr arrangiert Kubrick eine erschütternde Montage aus erdrückender und abstoßender Gewalt, die uns in die Welt des Protagonisten Alex entführt. Es wird geschlagen, gequält und vergewaltigt, auf den Gesichtern von Alex und seinen Droogs liest sich die pure Ekstase ab, keinerlei Empfindung von Mitleid oder Unrechtsbeweisstein ist bei den jungen Männern vorhanden. Als krasser Gegenentwurf zu dem visuellen Schrecken spielt im Hintergrund klassische Musik, genauso fröhliche Evergreens wie „Singing in the Rain“ und psychedelische Kompositionen. Der Regisseur inszeniert, wie ihm viele Kritiker sicherlich richtig attestieren, Gewalt wie ein hypnotisierendes Ballett, jedoch nicht zum Zwecke der voyoristischen Ergötzung, sondern um den Alltag von Alex und sein moralisches Empfinden zu verdeutlichen, einen, sicherlich schweren, aber greifbaren Bezug für den Zuschauer herzustellen. Alex spürt kein Mitleid, wenn er einen wehrlosen Obdachlosen drangsaliert, oder mit einer ebenso wehrlosen Frau das „rein und raus Spiel“ zelebriert – dies soll man früh erkennen und verinnerlichen, denn anders, als das man eine frühe Antipathie gegen den Protagonisten entwickelt, kann „Uhrwerk Orange“ nicht funktionieren.

„Goodness is something to be chosen. When a man cannot choose he ceases to be a man.“
- Gefängnis-Pfarrer -

Denn um was sich Kubricks Film, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Anthony Burgess, letzten Endes dreht, ist die später aufkommende Frage der individuellen Definition von Freiheit und die Auseinandersetzung eigener Ansichten diesbezüglich. Jeder Mensch will, logischerweise, frei sein und fordert diese ein. Die unangenehme Wahrheit ist jedoch, das auch jemand der Böses tut, dies nur tun kann, weil er frei ist, weil ihn niemand daran hindert, genauso wie jemand nur Gutes tun kann, wenn niemand ihn daran hindert. Nun darf nicht der Fehler gemacht werden dem Regisseur, oder dem Vorlagen gebenden Autor, zu unterstellen, Gewalt als solches gut zu heißen. Nein, die Frage nach der Freiheit bezieht sich eben darauf, ob man einen „schlechten“ Menschen das demokratische Recht auf eine eigenständige Entscheidungsfreiheit nehmen soll, um damit schlechtes Verhalten vorzubeugen bzw. dafür zu sorgen, das es nie wieder zu solchen Taten kommt. Es geht um die Frage, ob es vertretbar ist, einen Menschen zum mechanisch funktionierenden Subjekt umzuprogrammieren, womit man zwar verhindern kann, das er weiterhin schlechtes tut, jedoch ihm gleichzeitig der freie Wille genommen wird. Der Soziologe Dahrendorf sagte passenderweise einmal: „Freiheit gibt es nur jenseits der Gesellschaft, jenseits der Rollenerwartungen.“

Im Film geschieht dieser „Raub“ der Entscheidungsfreiheit in Form von klassischer Konditionierung. Alex befindet sich an einem Stuhl fixiert, die Augen werden zwangsweise durch Klammern offen gehalten. Nachdem man ihm ein Serum verabreicht hat, welches zu Übelkeit führt, werden ihm immer und immer wieder Filmausschnitte gezeigt, von alledem, was bei ihm zuvor Erregung hervorgerufen hat, sprich Vergewaltigung, Überfälle usw. Das, durch das injizierte Serum, aufkommende Gefühl der Übelkeit wird mit den brutalen Filmszenen gekoppelt. Das Resultat: wann auch immer Alex alleine nur den Gedanken verspürt, in seine alten Muster zurück zu fallen, bricht er unter Schmerzen und schwerer Übelkeit zusammen. Die einen werden sagen „Gut so, er ist geheilt und daran gehindert, weiterhin schlechtes zu tun“. Aber besitzt eine Gesellschaft bzw. ihre ausführendes Rechtssystem wirklich das Recht, einen Menschen umzuprogrammieren, nur um ihn in die Normen der Gesellschaft einzuführen? Wäre diese Gehirnwäsche nicht Diktatur?

Den Höhepunkt findet „Uhrwerk Orange“ schließlich, wenn er seinen Täter zum Opfer werden lässt, das nun nicht nur Gewalt am eigenen Leib erfährt, sondern auch von sämtlichen Seiten als Instrument für die jeweiligen Ansichten benutzt wird. Die Regierung nutzt ihn als Vorzeigemodell, für den Erfolg der „Ludovico-Technik“, die Kritiker dieser Technik, darunter auch ein früheres Opfer von Alex, welches ihn am liebsten Tod sehen will, instrumentalisiert ihn ebenfalls, nur eben als Beweis dafür, das man in einem totalitären und menschenverachtenden Regime lebt, das sich seine Bürger zurecht schneidert. Am Ende steht Alex schließlich wieder da, wo er angefangen hat. Doch betrachtet man es genau, hat er sich eigentlich nie geändert. Denn sein Denkmuster vor, während und direkt nach der Behandlung ist das selbe, nur mit dem Unterschied, das er eben nicht anders kann, als mit Abscheu auf sein gewolltes, aber unterdrücktes, Verhalten zu reagieren.

„Uhrwerk Orange“ beraubt sich aufgrund seiner sehr schweren Thematik und der unausweichlichen Aufforderung nach einer Auseinandersetzung mit dem Stoff, jegliches Recht als Unterhaltungsfilm. Trotzdem gilt er heute als absolutes Kultobjekt, was in erster Linie weniger der Geschichte, als Kubricks brillanter, geradezu skurril-bizarrer Inszenierung zu verdanken ist. Vor allem Visuell besticht der Film mit einem geradezu grotesken, vollkommen deplatziert wirkenden Stil. Da finden sich typische 70er Jahre Accessoires wie weiße Plastikmöbel und kunterbunte Tapeten, einige Frauen, unter andere auch Alex´ Mutter, tragen metallisch farbig Perücken, gesprochen wird ein seltsam anmutender Slang aus Englisch und Russisch und den Kick für die Nacht, in dieser geradezu grotesken Zukunftsvision, holt man sich nicht mehr durch Alkohol, sondern in einer Milchbar, deren Getränke jedoch mit allerhand Substanzen angereichert sind. Als genauer Gegenentwurf erscheint da der verwendete Score, welche sich zwar auch elektronischen Klängen hingibt, in der Mehrzahl aber klassische Stücke spielt. Und trotz dieser, sicherlich eher heiter anmutenden Beschreibung, und dem typisch zynischen Humor des Regisseurs, der jedoch weitaus weniger, als in seinen anderen Werken einsetzt, hat „Uhrwerk Orange“ etwas sehr kühles und bedrückendes an sich.

Was die Darsteller von „Uhrwerk Orange“ angeht, so ist vor allem ein Name hervor zu heben: Malcolm McDowell („Caligula“, „Rob Zombie´s Halloween“), der nie wieder so gut wie hier gespielt hat und zweifelsohne die Vorstellung seines Lebens gibt. Dabei hat es McDowell wirklich nicht leicht, so etwas wie Sympathie hervorzurufen, denn seine Figur Alex ist alles andere, als ein angenehmer Zeitgenosse. Trotzdem, und wenn dies eintritt, funktioniert der Film schließlich auch in vollem Umfang, kann man sich als Zuschauer einer Gewissen Identifizierung kaum entziehen, worin schließlich auch der Reiz des ganzen liegt. Alex ist der geborene Anti-Held, der vom Täter zum Opfer wird, und wieder zurück. An der hervorragenden Performance von McDowell reicht in „Uhrwerk Orange“ kein anderer Name heran, womit man zu guter Recht von einer One-Man Show des Briten reden darf. Für einen überdreht-überzeichneten Auftritt sorgt außerdem noch Michael Bates („Patton – Rebell in Uniform“, „Frenzy“) als Gefängnisaufseher, sowie der fast schon krankhaft auf Rache versessen wirkende Patrick Magee („An einem trüben Nachmittag>“, „Barry Lyndon“) als eines von Alex´ Opfern.

Original Filmtitel:
A Clockwork Orange (1971)

Länge des Filmes:
Ca. 131 Minuten

Darsteller:
Malcolm McDowell...Alex
Patrick Magee...Mr Alexander
Michael Bates...Chief Guard
Warren Clarke...Dim
Adrienne Corri...Mrs. Alexander
Carl Duering...Dr. Brodsky
Paul Farrell...Tramp
...

Regisseur:
Stanley Kubrick

FSK:
Ab 16 Jahren

\ Fazit ////
In meinen Augen ist „Uhrwerk Orange“ der Höhepunkt des filmischen Schaffens von Stanley Kubrick. Kein anderer seiner Filme, regt so sehr zur Auseinandersetzung an, lässt sich in so viele Richtungen interpretieren und ist dabei selbst heute noch so aktuell, wie zu dem Tage seiner Erstaufführung. Natürlich ist er auch jener Film, aus der Filmografie des Amerikaners, der bis heute am meisten aneckt und so wird es wohl immer die Befürworter und die Gegner dieser bitter-bösen, wie genialen Gesellschaftssatire geben.

10/10 Punkte für „Uhrwerk Orange“ und somit fünf Sterne als Wertung.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 13.02.2010
öh, das ist aber auch ein starker film, den ich mal im fernsehen gesehen hab. und bericht ebenso und deshalb ein bw und ganz liebe grüße
topfmops
topfmops, 13.02.2010
BW mit dem Unterschied, dass Du recht hast mit der Einschätzung, das sei kein "Unterhaltungsfilm", das ist ein PFLICHTFILM!!
tipsi3
tipsi3, 13.02.2010
Einen schönen Samstag wünsche ich dir !
Liebe Grüße tipsi3
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heliopolis

Singen, schlagen & vergewaltigen...

ein Testbericht von 2009-04-22 19:04:00 vom 22.04.2009
Empfehlung: nein
Vorteile: Brüste und M . . . . ?...
Nachteile/Kritik: Story, Schauspieler, Musik, Ton, Dialoge, Drehorte
... ist das Motto von Alex. Er hat eben Spaß am Leben.. So steht es jedenfalls auf der Blu Ray Hülle. Manche Filme sind ziemlich schräg, dieser hier schießt aber wirklich die Glocken von Kirchturm. Ich habe mir beim Kauf dieses Filmes eigentlich nicht viel dabei gedacht. 9 Euro für eine Blu Ray ist ganz ok, da liest man sich doch nicht den "Klappentext" durch.

Treten, klauen, stepptanzen & vergewaltigen
Alex, ein Anführer einer ziemlich schrägen Gang, hat so gar keine Lust, sich dem Uhrwerk der Menschheit anzupassen. Er macht das, wozu er Lust hat. Und natürlich ist er immer auf der Suche nach einem Kick und dem wahren Spaß des Lebens. Die Erfüllung findet er aber nur in Gewalt. Er bricht in Häuser ein, klaut dort Geld aus Schubladen, vergewaltig Frauen und lässt die Ehemänner dabei zusehen. Ja, das macht Alex Spaß.

Die Gang findet jedoch, dass Alex seine Anführer - Rolle nicht gut meistert. Ja, er sei gar zu streng mit ihnen. Und deshalb verraten sie Alex an die Polizei. Und da wird er natürlich zu 14 Jahren haft verurteilt. Alex muss aber nicht lange im Gefängnis bleiben, denn er wird in eine medizinische Anstalt eingeliefert. Diese haben natürlich sehr unschöne Methoden. Mit Hilfe eines Serums, das Alex verabreicht wird, wird ein absolutes Unwohlsein Ausgelöst. Es scheint sogar, das Alex ziemlich heftige Schmerzen hat. In diesem Zustand muss er sich Gewaltfilme aller Art ansehen. Alex gilt als geheilt, und wird schon nach 14 tagen entlassen. (Klar, aus 14 Jahren, werden nun 14 Tage). Doch leider hatte die Behandlung nicht wirklich angeschlagen, sondern es wird nun alles noch schlimmer.
Gute Nerven & Durchhaltevermögen

Wie soll ich Clockwork Orange nur beschreiben. Der Film ist ein bisschen wie ein Unfall. Man kann nicht wirklich hingucken, aber auch nicht wegschauen. Die ersten Szenen wirkten auf mich sehr komisch und irritierend. Nicht wegen der Gewalt, die die Gang hilflosen Menschen antut. Nein, eher wegen der Musik, von der die Szenen begleitet werden. Es erinnert sehr stark an ein Musical, bei diesem Menschen verprügelt und Frauen vergewaltigt werden. Zum Schluss gibt es dann noch ein Tänzchen von Alex und das war`s dann. Und sehr irritierend wirken auch die Outfits der Jungs. Weiße Anzüge und einen großen Penisschutz und natürlich noch eine Melone auf dem Kopf. Hmm, wozu das ganze. Ich komm hier nicht so richtig mit. Der Film ist einfach nur verstörend. Und die Drehorte erst. Ja du lieber Himmel.
Die Dialoge sind dazu noch richtig anstrengend und ich muss echt sagen, auch hier komm ich nicht immer mit. Die langen Gespräche, die sich immer um das gleiche Thema drehen, und doch nichts erklären oder erzählen. So eine Art "Leere Worte".

Zum Ende hin bin ich dann auch andauernd eingeschlafen. Obwohl man bei diesem Film nicht mitdenken muss, verlangt er doch eine gewisse Konzentration, damit man nicht den Faden verliert. Doch mir waren da zu viele Zwischenlängen und Öde Gespräche, bei denen ich eh nicht mitgekommen bin.
Diesen Film muss man nicht auf Blu Ray besitzen

Auch wenn die Bilder sehr scharf wirken, ist die Farbe der Bilder eher matt und unspektakulär. Die Vertonung ist auch nicht wirklich was Besonderes und ich musste immer mal wieder lauter oder leise stellen, da die Musik meist im Hintergrund so laut war, dass man nichts von den Dialogen mitbekam. Was gar nicht mal so schlimm war ;)
Die Musik, die immer wieder eingespielt wurde, hört sich auch ziemlich laierhaft an, was aber beabsichtigt war. Hat mich aber total genervt.

Die Aufnahmen der Szenen wurden mal extrem langsam abgespielt und einige Male ziemlich schnell. Wozu? Ich sah darin keinen Sinn. Auf der Blu Ray befinden sich noch einige Extras, die ich aber auch nicht wirklich toll gefunden habe. Die Audiokommentare waren mir auch zu öde.

Audiokommentar von Malcolm McDowell und Historiker Nick Redman
Dokumentation des Channel Four: Still Tickin': Die Rückkehr von Uhrwerk Orange
Neue Making of-Dokumentation
Portrait: Oh, glücklicher Malcolm (in HD)
US-Kinotrailer

Schauspieler

Patrick Magee,
Adrienne Corri,
Miriam Karlin,
Malcolm McDowell,
Michael Bates.

Durch die gestochen scharfen Bilder, bekommt man Dinge zu sehen, die lieber im Verborgenen geblieben wären. Wie das pickelige Gesicht von Karlin. Und wie die alle aussehen. Hammer. Sowas muss man sich eigentlich doch mal ansehen. Ich weiß nicht, ob ich die Schauspieler als schlecht oder gut betiteln sollte. Sie sind halt im Film und spielen halt ihre Rolle.


Daten, Fakten & Zahlen

Titel: Uhrwerk Orange oder Clockwork Orange
Der Film dauert auch noch 137 Minuten .. wow, kam mir vor, wie 237 Minuten.
Der Film ist ab 16 Jahre, was ich nicht verstehe..

Obwohl auf Menschen eingeschlagen wird und Frauen entkleidet werden und es Andeutungen zur Vergewaltigung gibt, bekommt dieser Film keine FSK 18. Ich versteh sowas einfach nicht. Bei Games sind alle so streng und sowas darf sich ein 16 - Jähriger reinziehen. Und der Film ist wirklich sehr verstörend. Da kann man ja nur einen Schaden davon tragen.
Produktionsjahr: 1971 (das sieht man dem Film an, vor allem die Möbel, wuaa)
Sprache: Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Unknown)
Deutsch, Englisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Französisch

Mein Fazit

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich hab mich ein bisschen schlau gemacht und festgestellt, dass dieser Film nach einer Buchvorlage entwickelt wurde, mit kleinen Unterschieden zum Buch. Dieses ist mir leider, oder zum Glück nicht in die Finger gekommen, deswegen kann ich da auch keinen Vergleich anstellen, aber eines ist sicher: Der Film ist Schrott. Die Dialoge sind lahm, verstörend, lang, nichts sagend. Die Musik im Hintergrund hat mich so genervt, dass ich immer mal wieder den Ton abgestellt habe. Mir fehlen echt die Worte. Der Film hat doch tatsächlich noch einige Auszeichnungen bekommen.
...
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Kommentare
presscorpse
presscorpse, 22.04.2009
also meiner meinung nach ist das ein großartiger film, denn ich finde ihn auf vielen ebenen ansprechend, z.b. der kontrast von bildmaterial und musik oder die sprache der "droogs", sehr passend. ich finde die umsetzung des romans sehr gelungen. der ist übrigens auch lesenswert ! lg
Gemeinwesen
Gemeinwesen, 22.04.2009
Eines ist sicher: Der Film ist Schrott. Noch etwas ist sicher: dass nichts sicher ist. Die Richtigkeit Deiner eingangs von mir zitierten Feststellung inklusive. Beste Grüße vom Gemeinwesen.
glowhand
glowhand, 22.04.2009
Ich fand den Film klasse. Man muss bedenken, dass er schon etwas älter ist und die alten Filme sich von den heutigen unterscheiden.
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PrinceofLies

Voll des roten Vino

ein Testbericht von 2008-01-11 16:30:40 vom 11.01.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: einer der krassesten Filme aller Zeiten...
Nachteile/Kritik: nichts für zartbeseitete
Gliederung:

  • 1.Vorwort

  • 2.Handlung

  • 3.Darsteller

  • 4.Athmosphäre

  • 5.Regie

  • 6.Bemerkenswertes

  • 7.Fazit



1.Vorwort
Heut ist einer jener seltnen Tage,wo euer aller Lügenprinz die Lust erfasst ein weitres Mal sich zu versuchen als schreibender Yopianer.Wies kommt ist Nebensache und damit nicht erwähnenswert,warums heuer über Stanley Kubricks Klassiker Clockwork Orange gehen soll sei im Folgendem erläutert.

2.Handlung
Was passiert da ist die Frage und oh Wunder,dergleich viel.
Im London der nicht gar so fernen Zukunft ziehen jugendlich rebellierende Gangs umher,doch wie soeht sowas aus?
In den 50er wars Rock'n Roll mit dem man seine Eltern schockte,und diese schockte man als Hippies,wiederum gefolgt von der Popkultur.Und wie werden deren Kinder sich distanzieren?
Genau als milchtrinkende,gewalttätige Beethovenfans mit einer Vorliebe der shakespearschen Sprachkultur.
Alex ist einer dieser Jugendlichen und mit seiner Gang zieht er umher und verprügelt,vergewaltigt und mordet sich durch den Alltag,was ihn schließlich hinter Gitter bringt.In der Hoffnung seine Strafe zu verkürzen nimmt er an einer Behandlung teil,die ihn nicht nur dazu bringt Gewalt abzulehnen sondern sogar den Gedanken an diese als übelkeiterregend zu empfinden.
Dies und die Tatsache,daß er auch seinen geliebten Ludwig van B. dank der Behandlung nicht mehr erträgt wirkt sich letztlich auf sein Leben in Freiheit massiv aus,denn er muss feststellen,daß ein gewaltfreies Leben in dieser Gesellschaft nicht funktioniert.
Ob und wie er dies meistert zu erfahren sei euer Aufgabe beim Betrachten des Films.

3.Darsteller
Da der Film aus der Ich-Perspektive geschrieben ist (siehe nächster Punkt) gibt es nur eine Hauptperson und jede Menge Statisten und Nebenfiguren,die lediglich die Handlung vorantreiben.Ich will nicht auf sie eingehen,weil sie allesamt nur jeweils wenige Szenen haben in denen sie spielen können.
Malcolm McDowell alias Alexander DeLarge
McDowell kennt man neben dieser Rolle wohl auch noch aus Filmen wie Caligula,Moon 44,Star Trek Generations oder ganz aktuell Krieg und Frieden bzw. der neuesten Auflage von Halloween.
McDowell war hier noch sehr jung und wer ihn nur aus seinen späteren Filmen und Fernsehserienauftritten her kennt wird ihn wohl kaum erkennen,aber daß der Brite einmalig spielen kann zeigte er schon damals.
Sein durchdringender Blick ist hier einmalig und seine Körpersprache ist derart deutlich,daß man den durchgeknallten Psycho ebens vermag zu erkennen,wie später den getriebenen Verfolgten.

4.Athmosphäre
Der gesamte Film wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Alexander DeLarge erzählt.Da dies reichlich ungewöhnlich für einen Hollywoodfilm ist will ichs kurz erklären,was das bedeutet:
Alles was wir im Film sehen sind Szenen,wie der Psychopath Alex sie erlebt.
Wir sehen keine Entwicklungen,die er nicht miterlebt wie der Werdegang seiner Gangmitglieder oder den Auswirkungen und Weiterentwicklungen seiner Verbrechen ehe er mit ihnen konfrontiert wird.
Wir sehen auch keine nüchtern betrachteten Szenen sondern jedes Verbrechen wird so gezeigt,beschrieben und kommentiert,wie Alex sie erlebt.
Das dies verstören muss ist offensichtlich,den welcher gesunde Menschenverstand erträgt schon die Gedankengänge eines Vergewaltigers und Mörders.
Das die Szenen dadurch aber unglaublich wirkungsvoll und surreal wirken ist jedoch das Besondere des Filmes.
Eine Szene des Filmes beispielsweise zeigt den Einbruch in ein Haus durch Alex und seine Gang,bei dem sie das dort wohnende Ehepaar überwältigen,ausrauben,verprügeln und die Ehefrau vergewaltigen.
Die gedrehten Szenen sind da sehr deutlich,werden aber geradezu verstörend,wenn im Hintergrund Beethovens 9.Sinfonie läuft und durch eine Offstimme Alex das Verbrechen als seine Version eines lustigen Spieles beschreibt.
Eine andere in dieser Hinsicht bemerkenswerte Szene ist die Behandlung,die Alex im Gefängnis bekommt.Alex wird dabei festgezurrt,seine Augen mit Klammern offengehalten und er muss nonstop Filme sehen,die Verbrechen wie jene,die er beging mit Beethovens Musik anstelle eines Tones versehen,zeigen.
Die Offstimme kommentiert auch bei dieser Gehirnwäsche mit und gepaart mit McDowells beeindruckender Mimik an dieser Stelle wird sehr eindringlich und anschaulich dargestellt wie diese Behandlung funktioniert.

5.Regie
Regie führte Stanley Kubrick.
Dieser eine Satz dürfte eigentlich genügen,wenn man die Qualität und Einzigartigkeit des Werkes beschreiben will.Für jene Unwürdigen unter euch,die mit Kubrick nichts mehr anfangen können sei er kurz erwähnt:
Kubrick war Perfektionist und drehte wohl deshalb in 48 Jahren nur 16 Filme,aber jeder einzelne war etwas einmaliges.Kubricks drehte die Szenen seiner Filme immer auf völlig neue,nie zuvor gesehene Weise und trieb seine Darsteller zu den oftmals besten Leistungen ihrer Karrieren.
Zu seinen bekanntesten Filmen dürften neben Clockwork Orange wohl Spartacus,Lolita,Shining und Full Metal Jacket gehören.
Sein letzter Film,den er vor seinem Tod drehte war Eyes wide shut mit Tom Cruise und Nicole Kidman.

Was seine Leistung in diesem Film betrifft so ist die so ungewöhnliche Ich-Perspektive zu betrachten,denn diese konsequent durchzuziehen ist beim Medium Film äußerst schwierig.Was der Zuschauer nicht sehen kann im Film kann er nicht verstehen und deshalb ist es fast unmöglich eine Geschichte ganz zu zeigen im Film aus dieser Perspektive.
Kubrick gelingt es,indem er auf verstörende Entwicklungen und Erkenntnisse zurückgreift,die lediglich die Offstimme,Alex Gedanken,kommentiert.

6.Bemerkenswertes
Neben der Ich-Perspektive auf die ich schon einging ist wie immer bei Kubrick sowohl Thema als auch Deutlichkeit und Verarbeitung bemerkenswert.
Ich meine welcher Regisseur kommt auf die Idee die Lebensgeschichte eines Psychopathen aus dessen Sicht wäre etwas,daß das Publikum unterhalten könnte?
Noch dazu,wenn man in aller Deutlichkeit gezeigt und kommentiert bekommt,warum man dieses Geschöpf als Psychopathen bezeichnen muss?
Und zu allem Überfluß geschieht dies auch noch indem man dies untermalt mit klassischer Musik,die man doch eher als Zeichen von Zivilisiertheit und Kultur zu erachten gewohnt ist?

Eine weitere Bemerkenswertheit ist die obig kurz erwähnte Sprache der Jugendlichen.
Es ist eine Kunstsprache,die der Author des Buches zum Film,Anthony Burgess,erschuf.
Nadsat nannte er diese Sprache,die im Wesentlichen eine Mischung aus Englisch,Deutsch und Russisch ist und derart eloquent vorgetragen wird,daß man sich an Shakespeare erinnert fühlt.
Die wirkt aber nur im englischen Originalton wirklich und da nur bei wirklich guten Englischkenntnissen,weshalb ihr am Besten den Originalton mit übersetzten Untertiteln bei der DVD anwählt.

7.Fazit
Was also ist des Lügenprinzens Fazit in diesem Bericht?
Neben der Tatsache,daß ich bei der Filmliste festgestellt habe,daß ich noch ein paar weitere Kubrickfilme mit Berichten werten sollte die Tatsache,daß dies einer der eindrängendsten und verstörendsten Filme,die je gedreht wurden ist.
Derart deutlich,derart surreal und derart schonungslos hat kaum jemand gedreht,wenn überhaupt!
Noch dazu darf man Kubrick durchaus als Vorbild heute so populärer Regisseure wie Tarantino oder Rodriguez,die heuer,27 Jahre nach diesem Film,anfangen ähnlich direkt in ihren Werken zu werden.
Es bleibt also festzuhalten,daß jene,die sich erfreuen an ungewöhnlichen und verstörenden Filmen hier eines der ultimativen Exemplare findet,aber jene,die sich darüber aufregen können,daß verstörende Bilder in Filmen gezeigt werden diesen Film als das größte Übel betrachten werden.

Euer aller Lügenprinz
...
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Kommentare
kengi
kengi, 11.01.2008
Das Thema des Filmes finde ich interessant, aber die schonungslose Darstellung würde mich abschrecken. Sehr guter Filmbericht.
sindimindi
sindimindi, 11.01.2008
Gute Filmbesprechung! - in diesem Jahr wäre der große Kubrick 80 geworden...einer der Besten! LG, Roland
rotezora1974
rotezora1974, 24.01.2008
Der Film ist so krass. Ich konnte den nicht zu ende sehen. Der bekannteste Kubrick Filom ist wohl 2001!?
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MOFFt

AUS BÖSE MACH GUT ...

ein Testbericht von 2006-06-05 11:21:26 vom 05.06.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: interessante Story, Idee, Erzählart, 2h vergehen schnell, liefert Diskussionsstoff, günstiger Preis (SZ - Ausgabe)...
Nachteile/Kritik: brutale Szenen, kein Bonusmaterial (SZ Ausgabe), durchschnittliche Bild/Ton - Qualität (restaurierte Fassung)
... das versucht die Regierung mit einer neuen Heilmethode aus Kriminellen zu machen. Das ist das Hauptthema des Streifens Clockwork Orange (Uhrwerk Orange) von Stanley Kubrick, von dem dieser Bericht handelt.



=ALLGEMEIN===

Clockwork Orange ist bereits 1971 entstanden und sicherlich nichts für Kinder oder schwache Nerven. Dennoch ist es ein Film, der immer wieder in aller Munde ist und demnzufolge wurde er wahrscheinlich auch von der Süddeutschen Zeitung (SZ) in die Hitliste genommen.
So kann man Clockwork Orange als Nr.37 von SZ bekommen, zu einem sehr günstigen Preis von unter 10 Euro (zb. 9,97 Euro derzeit bei Amazon, sollte aber auch noch billiger zu erhalten sein)

Ich habe mir den Film bzw. die DVD ausgeliehen und das verregnete Wochenende war gerade recht für ein paar neue Filme.



=DVD===

Die DVD ist verpackt in der einheitlichen SZ-Serie (obere Hälfte zeigt ein Bild bzw. einen Filmausschnitt, während die untere Hälfte in einer Farbe gehalten wird - hier natürlich orange). Zusätzlich findet man die Nr. 37 (von derzeit 100 Streifen). Das Kartoncover lässt sich 3x aufklappen und gibt innen, sowie auf der Rückseite einige weitere Infos preis. Die DVD selbst ist in einer Hartplastikschale und somit gut geschützt.
Auf der Rückseite sieht man auch noch das Cover der Voll-DVD.

Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren, zu Recht wie ich meine.
Zu den Hauptdarstellern gehören Malcolm McDowell, Patrick Magee, Michael Bates u.a..
Regie führte wie gesagt Stanley Kubrick nach einem Buch von Anthony Burgess

An Sprachen hat man Deutsch und Englisch zur Auswahl, beide in Dolby Digital 5.1
Dazu gibts nochmal Untertitel in den selben Sprachen.

Also drücken wir gleich mal die DVD rein und kommen dann auch nach einer anfänglichen Startsequenz (die bei allen SZ-DVDs wahrscheinlich die gleiche ist) zum eigentlichen Menü des Filmes.
Bonusmaterial ist auf den gesamten SZ-DVDs keines vorhanden, daher sicherlich auch der günstigere Preis. Da man beim Menü sowieso nicht viel Wahl hat, starten wir gleich den über 2 Stunden langen Streifen.



=STORY===

Die Hauptrolle in Clockwork Orange spielt der junge Alex (Malcolm McDowell), der mit seiner Gang die Strassen von London unsicher macht. Zu viert verbringen sie ihre Nächte weiß angezogen, mit Melone und Schlagwaffen in London. Sie klauen, raufen, schlagen Obdachlose zusammen, randalieren, und vergewaltigen.
Alex als Anführer, der bereits bei der Polizei bekannt ist, bewegt sich so auf dünnem Eis. Als seine 3 Gangmitglieder auch mit seiner Gangführung nicht mehr so einverstanden sind greift er noch einmal etwas härter durch. Der nächste Coup missglückt und seine Gangmitglieder stellen ihm eine Falle. Als sein zusammengeschlagenes Opfer auch noch stirbt wird er so zu Mörder und wandert so natürlich für voraussichtlich 14 Jahre hinter Gitter.
Dort wird nicht zimperlich mit ihm umgegangen, doch er schafft es mit Kriechen und Anpassen möglichst gut durchzukommen. Ein neues Testprogramm der Regierung (bzw. regierenden Partei) kommt ihm da gerade recht - mit einer neuen Heilmethode sollen böse Jungs in gute Mitbürger umgewandelt werden und nach nur 2 Wochen Heilungszeit soll dem Häftling die Freiheit gewährt werden.
Er kommt in dieses Programm und wird 2 Wochen eher gefoltert als geheilt, und am Anfang sieht es auch so aus als wendet sich alles zum Guten ...



=EINDRUCK===

Gedreht wurde der Streifen wie gesagt 1971. Natürlich ist das auch an Kleidung, Frisuren, Umgebungen erkennbar. Von der Handlung jedoch dürfte sich Stan Kubrick bzw. Anthony Burgess wohl in die Zukunft versetzt haben. Die Idee von manipulierten Menschen ist sicherlich nicht neu, bzw. wurde ja das schon des öfteren versucht und auch angewendet, doch die Methoden die hier angewendet wurden sind eine ganz eigene.
Die schlechten Angewohnheiten des kriminellen Alex (raufen, Brutalität, klauen, vergewaltigen) werden ihm in der Heilanstalt durch Filme abgewöhnt. Der Patient wird mit offenen Augen gezwungen sich für den normalen Menschen brutale und abstossende Filme immer wieder anzusehen, so lange bis es auch im Kriminellen Abstossung und Brechreiz hervorruft. Das das ganze nur teilweise funktionieren kann ist einem klar, auch wenn es am Anfang den Anschein hat Alex wird wirklich zu einem guten Menschen und kann keinem mehr etwas zu leide tun.
So wandert er auch nach 2 Wochen in die Freiheit, doch stöst er selbst nun auf all die Grausamkeiten, Demütigungen, Niederlagen und Schläge die er zuvor selbst an andere ausgeteilt hat. Die Hilflosigkeit in diesen Situationen treibt ihn schliesslich sogar zu einem Selbstmord bzw. dessen Versuch.
Die ganze Story wird von Alex selbst in der Erzählform kommentiert.

Der böse, kriminelle, brutale Mensch wird durch die Heilung zu einem willenlosen, hilflosen, für die Regierung guten Menschen umgepolt. So erschaffen sie eigentlich von einem Extrem das andere Extrem. Der gesunde Mittelweg bzw. der wohl angestrebte Mensch bleibt so aus und man kann fast nicht mehr sagen welches Extrem wohl das normalere ist?

Von der Idee/Story her finde ich den Film auf jeden Fall interessant und gelungen - sicherlich ein Thema das, wenn man genauer darüber nachdenkt, gar nicht so abartig zu sein scheint. Wie gesagt, sicherlich wurde dies schon von anderen Personen und Gruppen zu verschiedensten Zwecken versucht.

Nach einem Zitat von Matthias Matussek ist Uhrwerk Orange einer von den wenigen Filmen, von denen man sich wünscht man habe sie nicht gesehen. Er ist so faszinierend wie ein Zugunglück.
Das Empfinden hatte ich zwar nicht (ich habe es nicht bereuht, dass ich ihn mir nun auch endlich angesehen habe), aber vor allem für Menschen die dem Thriller/Horror Genre nicht so nah sind, wird wohl Uhrwerk Orange auch eine harte, nervenaufreibende Erfahrung sein. In vielen Szenen ist er wirklich brutal, menschenverachtend und auch sadistisch - vielleicht sogar der SAW der 70-er. In den ersten Teilen wird man Alex wahrscheinlich hassen für seine Brutalo-Aktivitäten, später als er selbst zum Opfer wird, wünscht man ihm Anfangs die Vergeltung aber spätestens als er Selbstmord begehen möchte leidet man fast schon etwas mit ihm mit.

Vom schauspielerischen her ist die Leistung von Malcolm McDowell sicherlich ganz gut, wobei ich die Schwierigkeit dieser Rolle irgendwie nicht so richtig einordnen kann. Er bzw. teilweise auch seine Gangmitglieder führen eine sehr eigene Sprache, gemischt aus englischen Worten über die oft königlich-mittelalterlich angewendete Er-Ansprache/Redeform (man helfe mir hier mit der passenden Bezeichnung) und natürlich dürfen auch die vielen Schimpfworte nicht fehlen. Die brutalen und sexuellen Szenen sind dann meist hinterlegt mit klassischer Musik, wobei ihm Beethoven sehr am Herzen liegt. Vor allem bei den brutalen Szenen entsteht hier oft eine Situation, die mich mehrmals an Natural-Born-Killers oder diverse Tarantino Filme erinnern ließ.
Auf jeden Fall habe ich seither von McDowell nichts mehr gesehen, bzw. kann ich mich an sonst keinen Streifen mit ihm erinnern.

Alle anderen Schauspieler haben keine wirklichen Hauptrollen und bis auf einen seiner Gangmitglieder kam mir auch keiner von anderen Filmen bekannt vor. In Summe stachen mir auch keine herausragenden Leistungen in die Augen.

Die Musik ist meist etwas ungewohnt, da klassisch. Doch da klassische Musik natürlich auch oftmals kräftig bis sogar brutal wirkt ist sie für diesen Film der eher härteren Szenen wahrscheinlich doch sehr passend.
Der Ton ist so wie das Bild selbst nicht überragend, vergleicht man ihn mit heutigen neuen Filmen und DVDs. Natürlich wird das daher kommen, da der Originalfilm ja schon vor 35 Jahren gedreht wurde. Zwar wurden heutige DVD-Ausgaben restauriert und digital überarbeitet doch kann man logischerweise nie die Qualität vieler heutiger Standards erreichen! In Summe sind jedoch keine groben Patzer dabei die den Film unansehnlich machen würden.


Fasst man den Film zusammen, so zählt er sicherlich auch heute noch, 35 Jahre nach dem Dreh, zu einem in Summe brutalen Streifen die eine FSK16 Beschränkung durchaus rechtfertigen. Die Zuseher von heute sind sicherlich durch aktuelle Streifen abgebrühter, doch vor allem zur Entstehungszeit dieses Filmes dürfte der wohl eine ganze Welle an Empörung und Schockierung ausgelöst haben.
Scheinbar hat Stan Kubrick die englische Regierung sogar gebeten den Film auf die verbotene Liste zu nehmen, da einige Jugendliche ihre eigenen Straftaten auf Uhrwerk Orange begründeten.

Der Film ist interessant und schockierend zugleich. Eine Story in einer 30 Jahre alten Umgebung mit einer Handlung wie sie auch in der Zukunft denkbar ist macht den Streifen sicherlich sehenswert. Er liefert sicherlich auch genügend Diskussionsstoff für die verschiedensten Personengruppen, sofern diese reif genug sind um mit der gezeigten Brutalität im Film umzugehen.


Ich kann nicht sagen dass mir Uhrwerk Orange gefallen hat, aber ich fand ihn auf jeden Fall sehr interessant, gelungen und auch sehenswert. Allerdings ist es kein be-happy- oder Berieselungsfilm, aber das dürfte im Laufe meines Berichtes sicherlich klar geworden sein.

Etwas Abzüge gibt es für die Brutalität, und die durschnittliche Bild/Ton-Qualität. Das fehlende Bonusmaterial will ich hier weniger beurteilen da es sich hier um eine preisgünstigere Spezialausführung handelt.


So bedanke ich mich noch fürs Lesen ...
... heute schon geMOFFt?
...
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Kommentare
ChiChi
ChiChi, 05.06.2006
En Grund warum mich alte Filme, die in einem Forum weitergegeben werden nicht besonders interessieren entspringt der Tatsache DEN gesehen zu haben als er jung, kraftvoll und revolutinär war. Ein Schocker oder Aufhorcher in den 70igern!
topfmops
topfmops, 05.06.2006
Wer jetzt noch Beiträge liest und nicht bewertet, handelt unsolidarisch. Ersiees bringt den Schreiberling um den ach so kargen, wenn auch verdienten Lohn. Und ihmihr sollen alle Zähne ausfallen, bis auf einen!! Für Zahnweh!!!
wildheart
wildheart, 05.06.2006
sh - Ein Film, der heute mindestens noch so sehenswert ist wie damals.
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kyrilia

na und?

ein Testbericht von 2006-05-07 11:01:33 vom 07.05.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Stanley Kubrick Film an sich Musik...
Nachteile/Kritik: viel Gewalt evtl.
Hallo,

wieder mal ein DVD-Bericht, aber dieser dürfte wohl auch eher die etwas Älteren interessieren. Uhrwerk Orange oder wie ich gern sage Clockwork Orange ist ein Meisterwerk von Stanley Kubrick. Ich liebe ihn für all seine Filme, denn er ist wirklich ein grandioser Regisseur.

STANLEY KUBRICK

Stanley Kurbrick wurde am 26. Juli. 1928 in New York geboren. Seine Filme zeichneten sich von ihrer Perfektion im Details aus, dies merkt man auch bei Clockwork Orange. Seine ersten Filme waren Fear & Desire und Killer's Kiss. Der Durchbruch gelang ihm mit Wege zum Ruhm. Desweiteren folgeten Lolita, der erste echte Kubrickfilm, 2001: Odysee im Weltraum und Clockwork Orange. Später folgten noch Shining und Full Metal Jacket. Sein letzter Film war 1999 Eyes Wide Shut.
Am 7. März 1999 starb Stanley Kubrick.

AUSSEHEN DVD

Auf der DVD sieht man Grundrisse einer Pyramide in dieser ist ein junger Mann bzw mehr eine Zeichnung (Alex) . Sein linkes Auge ist geschminkt und auf seinem Arm ist ein Auge. In der Hand hält er einen Dolch oder so etwas in der Art. Darunter steht in schwarz STANLEY KUBRICKS und in orange UHRWERK ORANGE. Der Rest ist weiß.

TECHNISCHE DATEN

Sprachen : Englisch / Deutsch / Spanisch
Untertitel : Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch, Holländisch, Portugiesisch, Hebräisch, Türkisch, Griechisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Kroatisch
Untertitel für Hörgeschädigte : Englisch / Deutsch

In Farbe.
Spieldauer: 131 Minuten
16:9 -> Geeignet für alle Bildschirmformate
Warner Bros.
FSK ab 16

Extras : Interaktives Menü, Szenenanwahl, Trailer.

UM WAS GEHT'S ?

Alex ist Anführer einer gefürchteten Gang. Seine Kumpanen nennt er Droogs. Wer die Gang sieht denkt sich ersteinmal " wie sehen die denn aus??" - zu Recht. Alex & seine Gang tragen schwarze Hüte und einen engen weißen Anzug, er erinnert ans Gefängsnis.
Am Anfang des Films prügelt die Gang einen alten Obdachlosen Mann, der komplett wehrlos ist, einfach zusammen.
Doch man sieht auch andere Seiten. Alex hört leidenschaftlich gern Musik - Beethoven. Er geht mit erwählten Mädchen ins Bett ohne jede Brutalität.
Diese Momente sind eben wirklich nur Momente. Es wird weiter geraubt, geprügelt und vergewaltigt.
Irgendwann wird der Truppe das aber zu langweilig und suchen nach mehr Beute in einem reichen Viertel.. doch bei Rauben bleibt es nicht. Alex mordet... und seine Freunde verraten ihn.
Im Gefängsnis bietet man Alex eine 2 wöchige Heiltherapie an, damit er wieder raus kann. Alex nimmt an & man lernt einen komplett anderen Menschen kennen.

MEINE MEINUNG

Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, ich glaube mit 11, war ich nur geschockt.
Auch mit 13 erging es mir nicht anders als 2 Jahre zu vor. Der Anblick wie eine Frau vergewaltigt wird und ihr hilfloser Ehemann, der im Rollstuhl sitzt, zu sehen muss ist nicht gerade schön. Ich war und bin einfach nur entsetzt.
Diese Brutalität und die damit verbundene Gleichgültigkeit der jungen Männer (um die 18?) schockiert zu tief.
Aber so ist es nun mal - es ist die Realität. Auch wenn der Film abstrakt ist, Milchbars mit Tischen die Brüste haben, zeigt er was wirklich in unserer Welt abgeht. Es werden täglich unschuldige Mädchen wie auch Jungen vergewaltigt, es wird geraubt und gemordet oder auch einfach ein armer Obdachloser zusammen geschlagen, weil ein paar Idioten, entschuldigung, Langeweile haben und einfach nichts zu tun haben. Dieser Film zeigt eine Problemematik die heute noch aktuell ist - auch wenn der Film 30 Jahre alt ist.
Alex wurde grandios geschauspielert von Malcom McDowell. Jeder glaube ich kann aus dem Film etwas anderes interpretieren, ich habe ihn so für mich interpretiert. Alex ist auch nur ein Mensch, was vorallem am Ende des Filmes klar wird. Auch er hat Gefühle - tief in seinem Inneren. Er ist nicht nur der brutale Vergewaltiger, auch er kennt Tränen.
Die Musik sprengt den Rahmen nochmal - sie passt einfach perfekt in diese abstrakte Geschichte hinein.
Der Film wurde für 4 Oscars nominiert (1971) : Bester Film, Regie, Drehbuch nach einer Vorlage, Schnitt.

SCHAUSPIELER

Malcolm McDowell: Alexander de Large
Patrick Magee: Mr. Alexander
Adrienne Corri: Mrs. Alexander
Michael Bates: Chief Guard
Warren Clarke: Dim
Carl Duering: Dr. Brodsky

Jeder der Personen spielt seine Rolle wundervoll.

FAZIT

EIn grandioser Film - er ist zwar schockierend und gewaltvoll aber zeigt uns nur unsere Realität und auch das Verbrecher nur Menschen sind. Ich kann den Film nur empfehlen, man MUSS ihn mal gesehen haben. 5 Sterne.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
Gemeinwesen
Gemeinwesen, 29.12.2006
quotClockwork Orangequot ist nicht quotschrägquot, Sommergirl. quotArizona Juniorquot ist quotschrägquot oder quotThe Life Aquatic with Steve Zissouquot. Aber nicht quotClockwork Orangequot. Beste Grüße vom Gemeinwesen.
huber19
huber19, 07.05.2006
Uhrwerk Orange war ja ein Kultfilm, hab ich auch schon ein paarmal gesehen. Wirklich sehr brutal, aber sehr gut gemacht und regt trotzdem zum Nachdenken an - sh - Michael
topware2002
topware2002, 07.05.2006
..................................................... .........................o o....................... SH-------oOO----OOo-----------
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schlabbersack

Hier kommt Alex

ein Testbericht von 2006-03-18 17:40:51 vom 18.03.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Stanley Kubrick...
Nachteile/Kritik: -
Alex (Malcolm McDowell) ist Anführer der Rowdy-Bande "Teddy Boys", die mit stehlen, prügeln und vergewaltigen ihre Nächte verbringen. Eines Tages wird Alex von seinen Bandenmitgliedern verraten und wandert für 14 Jahre in den Knast. Nach kurzer Zeit hört er von einer neuen Behandlungsmethode, die Kriminelle zu Normalbürgern werden lässt. Mit Aussicht auf frühzeitige Entlassung lässt sich Alex behandeln, doch wieder auf freiem Fuß, ist er ein wehrloser Mensch. Und seine Feinde warten nur darauf, ihn in die Finger zu kriegen...

"A Clockwork Orange" ist wohl der hochgelobteste Kubrick, was ich durchaus verstehe. Dennoch hat er meiner Meinung hier nicht sein Meisterwerk abgeliefert. Aber bemerkenswert ist dieser Film unbestreitbar. Es ist unbeschreiblich, was für eine Bilderflut in den ersten 45 Minuten auf den Zuschauer hereinbricht. Da könnte man jede Szene einrahmen und an die Wand hängen. Wunderschöne Bilder, wären da nicht die "Teddy Boys", jugendliche Punks, die vor 30 Jahren eine Riesendiskussion um "Uhrwerk Orange" auslösten. Deren Taten sind sogar heute noch in höchstem Maße schockierend. Eine quälend lange, provozierende Vergewaltigungsszene ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber in diesem Kontext für die Handlung notwendig.

Soweit, so gut. Eine denkwürdige Anfangsphase mit krassen Bildern, dazu reizt Kubrick alle damaligen Möglichkeiten der Technik aus, spielt mit Zeitraffern usw. Das ist ungewöhnlich anzusehen und der Stauneffekt beim Zuschauer stimmt auch, doch ich kann mit dieser eigenwilligen Bildersprache manchmal nicht so richtig anfreunden. Diese Optik mit schnellen Schnitten, extremen Kameraeinstellungen, wo alles verfremdet ist, war mir beispielsweise auch in "Natural Born Killers" ein Dorn im Auge, hier ist es nicht anders.

Darüber hinaus fällt der Film in der Gefängnisphase in ein kleines Loch, wo zwar wieder eher traditionell erzählt wird, aber stellenweise schon Langeweile aufkommt. Die "Heilungs"-Prozedur ist dann wieder sensationell in Szene gesetzt, schockierender noch ist das, was danach kommt. Als anderer Mensch, der sich gegen Gewalt nicht wehren kann und keine sexuelle Lust mehr verspürt, ist Alex seinen Peinigern ausgeliefert. Eine unendlich quälende Sequenz ist die, als er von zwei Polizisten, ehemalige Mitstreiter, ewig lange in ein Wasserbecken getaucht wird und seine Eltern ihn daheim nicht mehr aufnehmen. Die endgültige Bloßstellung dieser sinnlosen Resozialisierungstheorie liefert Kubrick dann in der Schlussszene, über die erst einmal nachgedacht werden will.

Vor allem für Malcom McDowell dürfte es schwierig gewesen sein, seine Rolle überzeugend zu spielen. Er schafft es mit Bravour, sich von der Hassfigur, die man nur noch eingesperrt sehen will, zum bemitleidenswerten Hilflosen zu werden. Eine denkwürdige Figur dieser Alex, der sich vor allem durch seinen extravaganten Kleidungsstil und seine künstlerische Ausdrucksweise in das Gedächtnis des Zuschauers brennen wird.

"Uhrwerk Orange" ist objektiv betrachtet ein weiterer Meilenstein in Kubricks großer Karriere, der visuell beeindruckend ist (in diesem Punkt sehe ich "2001: A Space Odyssey" allerdings immer noch vorne), eine gehörige Portion Sozial- und Gesellschaftskritik liefert und damals wie heute ungeheuer provoziert.
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Kommentare
freshandfruity
freshandfruity, 18.03.2006
Ich les grad das Buch dazu. Werd mir den Film dann auch mal anschauen. Sehr hilfreich. Würd mich über Gegenlesungen freuen : Liebe Grüße, Jule
swissflyer
swissflyer, 19.03.2006
S H Liebe Grüsse aus der Schweiz, Patrik :-
TheLick
TheLick, 18.03.2006
sh Wirklich geiler Film!! LG
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enir04

super film

ein Testbericht von 2006-02-05 15:46:55 vom 05.02.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: gute schauspieler und super handlung...
Nachteile/Kritik: sehr wenige extras
A Clockwork Orange, zu deutsch Uhrwerk Orange, ist ein weiteres Meisterwerk vom Kultregisseur Stanley Kubrick von dem ebenso andere Klassiker wie 2001: Odyssee im Weltraum, Full Metal Jacket oder Eyes Wide Shut stammen.

Zum Inhalt:

Der Hauptprotagonist Alex (gespielt von Malcolm McDowell) ist der "Leader" einer radikalen Strassengang, gennant Teddy-Boys.
Alex und seine "Droogs" machen Randale, Krawall, klauen, grölen, verprügeln und vergewaltigen unschuldige Leute.
Diese Gang, in ihrem merkwürdigen Outfit (weisser Lakenanzug, mit ausgestopfter Unterhose über der Kleidung und Melonenhut) hat ihre eigene Auffassung von Gut und Böse, sie machen das, was ihnen Spass macht, egal, ob es anderen schadet.
Um Geld zu machen, ziehen sie ihre eigene Masche ab, sie klopfen an die Haustüren fremder Leute und behaupten ein Unfall sei passiert und sie müssten dringends telefonieren, es "gehe um Leben und Tod".
Leider fallen die armen Leute darauf rein. Die Frau des Hauses öffnet die Tür und die Truppe platzt ins Haus. Verkleidet mit grotesken langen Nasen und angeklebten falschen Wimpern, was Alex und seine Droogs etwas "tuntig" aussehen lässt.
Der Herr des Hauses, welcher als Schriftsteller tätig ist, wird daraufhin ausser Gefecht gesetzt und geknebelt, des Frauens Kleider werden aufgeschnitten.
Alex beginnt fröhlich "I'm singing in the rain" zu trällern, und tritt dem alten Herrn passend zum Takt des Liedes in den Magen. Daraufhin beginnt er sich zu entblößen und vergewaltigt die Frau.
Cut.
Als nächstes wird die heimische Situation von Alex geschildert. Er lebt bei seinem "P" und seiner "M" zu Hause, geht noch zur Schule, hat sie jedoch seit einer Woche nicht mehr besucht, denn er muss ja von seinen nächtlichen Touren erholen.
Am Mittag geht Alex in ein für unsere Augen futuristisches Mediengeschäft und trifft dort 2 hübsche Mädels lädt diese zu sich ein zum Musik hören.
Er jedoch hatte ein ganz anderes Ziel, welches er auch erreichte.
Zu Hause angekommen, ging es auch schon zur Sache, ein flotter Dreier, bis zum Nachmittag.
Alex beendetet diese Sache und machte sich aus dem Haus. Im Treppenhaus warteten jedoch schon seine "Droogs", welche sich einig waren, dass Alex als ihr "Leader" nichts tauge, weil sie bei ihren Coups nicht wirklich viel abkasieren. So wurde "Georgie-Boy" der neue "Leader".
Auf ihrem Weg, "ertönte aus einem geöffnetem Fenster "der gute alte Ludwig van" und da wurde Alex bewusst, dass das so nicht von statten gehen könne, dass er nun nicht länger der Leader wäre, also beschloss er ihnen einen physischen Denkzetten zu verpassen und schlug einen nach dem anderen seiner Droogs mit seinem Stock in den nahestehenden Brunnen.
Nächster Halt war eine Gaststätte, wo nun alle ganginternen Formalitäten geklärt wurden und somit Alex wieder als deren Leader galt.
Gegen Abend starteten sie nun den von "Georgie-Boy" geplanten Coup, was Alex jedoch nicht wusste, dass seine Droogs ihm eine Falle stellen würden...

Aus diesem Grund wurde Alex nach diesem Einbruch und dem versehentlichen Mord von der Polizei festgenommen und zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Alex schleimte sich mit allen Mitteln beim "Gefängispfaffen" ein, um vielleicht einen Vorteil daraus zu ziehen.
Und siehe da, eines Tages nach dem täglichen Spaziergang auf dem Gefängnisgelände, kam der Innenminister Englands vorbei und verkündete eine neue Resozialisationsmethode, welche es ermöglichen soll, die Gefängnisse zu entlassten. Diese Methode soll es zustande bringen, einen Sträfling innerhalb von 2 Wochen zum guten zu bekehren. Aufgrund der frechen, extrovertierten Art Alex's wurde er, auf eigenen Wunsch hin dazu befehligt.
So wurde Alex vom Gefängis in ein Krankenhaus übergeben.
Diese Resozialisationsmethode bestand darin, dass sich Alex in einem Stuhl gefesselt, mit aufgehaltenen Augen, Gewalt- und Sexszenen anschauen musste.
Durch diese Bilder und ein dazu verabreichtes Medikament brachten seinen Gemütszustand immer auf allerniedrigstes Leven und verursachten in ihm ein starkes Übelkeitsgefühl.
Nach 2 Wochen gab es noch einen abschliessenden Test, der den Versuch wahrlich bestätigte.
Nämlich wurde Alex Gewalt- und sexuellen Situationen ausgesetzt, diese riefen das oben genannte Übelkeitsgefühl in ihm auf, was dazu führte, dass Alex nun keine Fliege mehr etwas zu Leide tun würde.
Es traten jedoch schon die ersten Zweifel an dieser Methode auf, denn Alex konnte nun nicht mehr nach seinem eigenen Willen entscheiden. Diesen Vorwand brachte der Gefängnispfarrer, der Alex gut leiden konnte.
Auf jeden Fall wurde Alex wieder in die Freiheit entlassen, wo er gleich wieder alte Bekannte traf, und zwar einen alten Penner, den er zu Beginn mit seinen Droogs vermöbelt hatte. Dieser Penner rief seine Compagnons zusammen und alle stürzten sich auf ihn, bis die Polizei zur Hilfe eilte und das Gesindel vertrieb. Als Alex jedoch aufblickte, starrte er in die Gesichter seiner alten "Droogs", die nun als Polizisten ihre Brötchen verdienten. Voller Schadensfreude schauten sie ihn an, und nahmen ihn mit bis zu einer verkommenen Gegend mit einer Wassertränke, wo sie ihn verdroschen und ihn in die Tränke tunkten. Als Alex fix und fertig am Boden liegt, verschwinden sie wieder.
Alex kriecht mit letzter Kraft orientierungslos durch die Gegend.
Er kommt schliesslich bei einem ihm vertrauten Haus an. Ein Mann öffnet die Tür und Alex fällt vor Erschöpfung mit der Tür ins Haus.
Als er in den Wohnbereich reingetragen wird, bemerkt er, wo er war.
Er war in dem Haus, in dem er zuvor mit seiner Gang Randale gemacht hatte, den Mann zum Krüppel schlug und die Frau vergewaltigte, welche übrigens bald darauf verstorben war, Ursache: Schock.
Der alte Schriftsteller, der inzwischen wegen dem Vorfall im Rollstuhl sitzt, erkennt Alex zunächst nicht, weil die Teddy-Boys bei ihrem Überfall maskiert waren.
Als Alex jedoch in der Badewanne "I'm singing in the rain" anstimmt, erkennt ihn der Schriftsteller an dem Gesang, macht dies zunächst aber noch nicht kenntlich.
Der Schriftsteller weiss aber auch, dass Alex diese Resozialisationstour durchgemacht hat, und will somit rausfinden, was in ihm die schlimmsten Schmerzen auslöst. Und so ruft er ein paar Freunde an, die sich als Reporter ausgeben und ihn "interviewen". Sie bekommen raus, dass während ihm diese schlimmen Szenen gezeigt wurden, Beethoven, sein Lieblingskomponist, zur Musikuntermalung lief, und er von der Musik starke Leibesschmerzen erleidet.

So wachte Alex am nächsten Morgen in einem abgeschlossenen Raum des Schriftstellers auf und sofort packte ihn die Übelkeit, er registriert, was für eine Musik lief, es war die neunte Symphonie des "Ludwig van".
Alex hielt die Schmerzen nicht aus und wollte sich durch einen Sturz aus dem Fenster von den Qualen der Musik und des Lebens erlösen.(Meines Erachtens wäre hier ein optimaleres Ende gewesen)
Tja Pech gehabt, denn Alex wachte am nächten Morgen in einem Krankenhaus auf.
Zuerst kam eine Krankenschwester herein, die einen Test mit ihm durchführen will. In diesem wird klar, dass Alex von seiner Übelkeit in extremen Gewaltsituationen befreit ist.
Alex bekommt nun Besuch von seinen Eltern, die ihn verstoßen hatten, als Alex aus dem Gefängis entlassen wurde. Sie sagten ihm, er könne sein Zimmer wieder beziehen (zuvor hatten sie es vermietet).
Zu guterletzt kommt der Innnenminister "Friedrich" :)
höchstpersönlich vorbei, um sich wegen diese Versuchen zu entschuldigen, er habe für Alex sogar eine Arbeitsstelle mit gutem Gehalt besorgt.

Er erwartet dafür von Alex, dass er ein gutes Wort,
für den Minister und dessen Partei einlegt, da diese wegen diesem fast menschenverachteten Versuch ziemlich schlecht in der Öffentlichkeit dasteht.


D V D :

Audiotonspuren:
Englisch, Deutsch, Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch, Holländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugisisch, Hebräisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch, Isländisch, Kroatisch, Französisch, Italienisch

Untetitel für Hörgeschädigte:
Englisch, Deutsch

Bildschirmformat:
4:3 (1.66 : 1)

Spieldauer: 131 Minuten

Extras:
-Interaktive Menüs
-Szenenanwahl
-Trailer

Auszeichnun gen:
New Yorker Filmkritiker zeichneten den Film und Regisseur als Beste des Jahres aus, ausserdem wurde Uhrwerk Orange für vier Oscars nominiert, darunter in der Kategorie Bester Film.


Meine Meinung:

Dieser Film gehört absolut zu meinen Lieblingsfilmen.
Meines Erachtens gibt es kaum einen Film, der an diese dichte Atmosphäre, wie in diesem Film rankommt, einzigwe Film, der mir spontan einfällt, der eine ebenso dichte Atmosphäre bietet, ist Taxi Driver von Martin Scorsese mit Robert DeNiro in der Hauptrolle.
Obwohl A Clockwork Orange schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat, ging ihm noch nichts von seiner künstlerischen Ausstrahlung verloren, er überrumpelt, schockiert und zieht jeden magisch in seinen Bann.
Wer den Film noch nicht gesehn hat, empfehle ich sofort in die nächste Videothek zu gehen und ihn auszuleihen oder sich die DVD zuzulegen. Obwohl diese fast keine Extras zu bieten hat, lohnt sich der Kauf schon des Filmes wegen, und bei 9,99€, was wahrlich kein Wucherpreis ist, spricht noch ein Argument dafür.
Und eben diese Extras halte ich sowieso bei den meisten Filmen für überflüssig, denn diese schaut man sich einmal an, wie beispielsweise making of's und das wars dann aber auch.
Welche Extras ich jedoch für überaus lohnenswert halte sind beispielsweise Deleted Scenes oder sogar ein alternatives Ende, welche ich mir auch für diesen Film gewünscht hätte, wie das wohl hätte aussehen könnte ist eine andere Fragen :).

Also nochmal schaut euch den Film an, ich kann ihn wärmstens empfehlen.
...
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Kommentare
Connector
Connector, 09.02.2006
Danke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
lemsi
lemsi, 05.02.2006
Sehr ausführlich geschrieben, über eine Gegenlesung würde ich mich freuen...lg lemsi
bigmama
bigmama, 22.12.2006
Frohe Weihnachten! LG Anett
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Sorcim

Uhrwerk Orange

ein Testbericht von 2005-03-05 16:55:48 vom 05.03.2005
Empfehlung: ja
Ein MUSS für jeden Dramen-Fan
„A Clockwork Orange“ ist einer von den Filmen, die man nicht so nebenbei gucken sollte, die nicht für einen Videoabend oder ähnlichem geeignet sind, die nicht nur Hype sind und die sich nicht einfach auf den guten Ruf ihres Regisseurs verlassen. Vielmehr ist „Uhrwerk Orange“ einer von den Filmen, die man mindestens zweimal sehen muss und die einen zum Denken anregen…

Es geht dabei um Alex, der in der frühen Zukunft Londons lebt und dort die nächte mit seinen drei „Droogs“ Pete, George und Dim unsicher macht. Alex lebt gut. Er hat alles was er braucht; und das was er nicht hat, das klaut er sich einfach. In einem seiner nächtlichen Beutezüge mit seinen Droogs läuft jedoch etwas schief: er wird von seinen Droogs verraten…
Daraufhin wird Alex verurteilt. Er kommt in eine Haftanstalt, wo er lernt, sich so zu verhalten, wie es von ihm erwünscht ist: auf gut deutsch gesagt: „Er kriecht dem Häftlingspfarrer in den Arsch“. Neuerdings liest er sogar in der Bibel; aber nicht, weil er den christlichen Glauben vertritt, sondern weil ihm die Auspeitschungsszenen und Schlachten zwischen den alten Römern so gefallen…
Nach ein/zwei Jahren wird er dann auf sein Verlangen hin in eine neue Anstalt verlegt, wo man Experimente an ihm verübt, die ihn dazu bewegen sollen, nie mehr etwas Böses machen zu wollen. Er hat quasi gar keine andere Wahl mehr, denn jedes Mal, wenn er jetzt auch nur an Gewalt, Sex oder seinen geliebten Beethoven (Alex ist begnadeter Beethoven Fan, seine Interpretationen der Stücke sind jedoch recht skurril; soll heißen, dabei fließen ihm lauter Gedanken von Gewalt und Sexualität durch den Kopf) denkt, kommt eine lähmende Übelkeit in ihm hoch. Er hat folglich keine andere Wahl, als die andere Backe auch noch hinzuhalten, wenn er geschlagen wird.
Dieser wehrlose Alex wird nun wieder in die freie Welt gelassen, und kaum trifft er eines seiner alten Opfer, nimmt dieses auch schon Rache an ihm… Auch seine ehemaligen Droogs nehmen jetzt als Polizisten erneut Rache an ihm. Der krönende Abschluss ist es dann, als sein größtes noch lebendes Opfer ihn zum Selbstmord bewegt und dann versucht, es der Regierung anzuhängen. Alex überlebt jedoch den Sprung aus dem Haus und wird auf Befehl der Regierung dann wieder von der bösen Übelkeit befreit. Nun kann Alex also wieder plündernd durch die Straßen ziehen und seinen eigenen Lebenswandel vollziehen.


Auch wenn sich die Zusammenfassung des Filmes nach einer reinen Gewaltorgie anhört, ist es die Hauptintention Kubricks, eine packende Gesellschaftskritik zu filmen. Der Film basiert auf der brillanten, gleichnamigen Vorlage von Anthony Burgess. Auch wenn das Buch dem Leser zugänglicher ist, als der Film, verliert er trotzdem nicht an Genialität. Dies liegt vor allem an den hervorragenden Schauspielern und an der erstklassigen Filmmusik (größtenteils Klassik wie Beethoven oder Rossini). Die Musik untermalt den Filmverlauf sehr gut und fügt sich den Szenen exzellent an. Auch an Komik fehlt es dem Film nicht. Immer wieder gibt es kleine Einlagen, bei denen man einfach schmunzeln muss, jedoch ohne dabei den ernst der Aussage aus der Augen zu verlieren! So ist der Film in einem Gemisch aus amüsanten und schockierenden Momenten zusammengesetzt, die aber weder den die Atmosphäre zerstören, noch unschön aneinander geklatscht sind. Sie gehen nahtlos ineinander über.
Die etwas eigentümliche Sprache, die in diesem Film immer wieder vorkommt, ist zwar gewöhnungsbedürftig, passt aber wirklich gut zum Film und zu dessen Atmosphäre.
Dieser Film ist auch jeden Fall ein Meisterwerk und ist bestimmt einer der besten Filme von diesem großartigen Regisseur.
...
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