Wege zum Ruhm
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Testberichte Wege zum Ruhm

 (DVD) Antikriegsfilm
4.8 von 5
Platz 42 in der Kategorie "Antikriegsfilme".
Bewertung: Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5
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Wege zum Ruhm Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • alles
  • packender Film
  • bis heute einer der authentischten Anti - Kriegsfilme,
Nachteile/Kritik
  • nichts
  • wenige Extras
  • nichts,
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Bjoern.Becher

Einer der gelungensten Anti-Kriegsfilme!

ein Testbericht von 2004-01-11 19:51:09 vom 11.01.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: alles...
Nachteile/Kritik: nichts
„Die Originalität des Ersten Weltkrieges besteht darin, dass es für ihn keine Gründe gab und dass er zu nichts nütze war, abgesehen davon eben, dass er die Konditionen für den Zweiten Weltkrieg schuf. Er ist ein frappantes, vielleicht das offenkundigste Beispiel eines absurden, unsinnigen Krieges, der auf der Grundlage eines Zufalls entstanden ist.“ (Stanley Kubrick über den ersten Weltkrieg).


Dieser Satz, der die nun folgende Rezension zu Kubricks Film „Paths of Glory“ einleiten soll, belegt, warum der erste Weltkrieg prädestiniert dafür ist als Schauplatz eines Antikriegsfilmes zu dienen. Die Absurdität jenes Krieges ist sicher mit der wichtigste Grund, dass Kubrick diesen Krieg als Schauplatz wählte. Der zweite Grund dürfte ein Buch von Humphrey Cobb sein, dass Kubrick selbst mit fünfzehn Jahren las und welches als Vorlage für diesen Film diente. Dem Buch selbst liegt eine wahre Begebenheit, die sich während des ersten Weltkrieges zutrug, zu Grunde.


Der Film spielt im Jahre 1916. Es tobt seit zwei Jahren der erste Weltkrieg und wenn man von den ersten stürmischen Woche einmal absieht, herrscht seit zwei Jahren ein unerbittlicher Stellungskrieg an der deutsch-französischen Front. Tausende sind diesem Krieg schon zum Opfer gefallen, die Gebietsgewinne und -verluste auf beiden Seiten sind in wenigen Metern messbar.

Der Film handelt von drei Soldaten, die wegen Feigheit angeklagt werden und „als Beispiel“ erschossen werden. Dabei haben sie sich nichts vorzuwerfen.

Sie gehörten dem Regiment von Colonel Dax (Kirk Douglas) an. Dessen Vorgesetzten General Mireau (George Macready) wurde eine Beförderung in Aussicht gestellt, wenn er den Befehl gibt einen nahe gelegen Hügel zu stürmen. Mireau gibt den Befehl, Dax muss sich trotz erheblicher Bedenken beugen.

Doch der Angriff scheitert kläglich. In drei Gruppen sollten die Leute von Dax angreifen, nur zwei griffen an, die dritte Gruppe unter dem Kommando von Leutnant Roget (Wayne Morris) blieb zurück. Das feindliche Maschinengewehrfeuer war zu stark, zudem ist Roget eher ein Feigling.

Mireau tobt aufgrund dieses Misserfolges vor Wut. Er gab schon während des Gefechts den Befehl auf seine eigenen - nach seiner Ansicht - feigen Leute zu feuern, welcher aber von dem zur Ausführung bestimmten Soldaten verweigert wurde. Nun will er ein Exempel statuieren. Er wirft den Truppen von Dax Feigheit vor, und „als Beispiel“ für die anderen sollen drei hingerichtet werden. Dax gelingt es nicht den General davon abzubringen, er muss sich fügen.

Er lässt von seinen Leutnants drei Leute, aus jeder Gruppe einen auswählen. Es trifft Corporal Paris, der von Roget ausgewählt wurde, weil er einen Mord beobachtet hat, den dieser begangen hat. Er wird wegen Feigheit angeklagt, obwohl er kurz nach dem Beginn des Angriffs von einem toten Kameraden fast erschlagen wurde und in Ohnmacht fiel. Es trifft Corporal Ferol (Timothy Carey), den sein Vorgesetzter nicht leiden kann. Er wird wegen Feigheit angeklagt, obwohl er der Soldat war, der sich fast alleine am weitesten nach vorne gekämpft hat. Es trifft Corporal Lejeune (Kem Dibbs), den das Los ausgewählt hat. Er wird wegen Feigheit angeklagt, obwohl er genauso weit vorne kämpfte, wie die anderen Kameraden seiner Gruppe.

Obwohl Colonel Dax weiß, dass ihn diese seine Karriere kosten könnte, übernimmt der ehemalige Strafverteidiger die Verteidigung der drei Soldaten. Doch in einem Schnellverfahren, fern jeglicher Rechtsgrundsätze, werden die drei verurteilt: Tod durch Erschießen. Am nächsten Tag steht die Exekution an...


Wenige Filme haben es so verdient in einer Reihe „Kino des Anstosses“ gezeigt zu werden, wie Stanley Kubricks „Paths of Glory“. Erst musste der Film in Deutschland gedreht werden, da es durch die Zensur in den USA nicht möglich war, dann verbot die Zensur in den USA und Frankreich den Streifen. In Frankreich blieb er dies sogar noch für viele Jahre.

Unverständlich, wenn man den Film betracht. Selten ist ein Antikriegsfilm so eindringlich gewesen, Antikriegsfilme heutiger Zeit (und solche, die sich so schimpfen) sind meilenweit davon entfernt.

Kubrick hat seinen Film „Paths of Glory“, „Wege zum Ruhm“ getauft, ein passender Name, der die Kritik an der Denkweise des Offizierstandes, jener Gruppe in der Armee, die über alles entscheidet, aber am wenigsten kämpft, deutlich wiederspiegelt.

Deutliches Sinnbild dafür ist General Mireau. Er will die Höhe erst nicht erstürmen lassen, hält das Kommando für Selbstmord und aussichtslos. Dann wird ihm die Beförderung in Aussicht gestellt und alle Zweifel sind natürlich sofort beseitigt. Nicht wegen der in Aussicht gestellten Beförderung, wie er immer wieder betont, nur so. Mireau zeigt, wie sehr das persönliche Interesse, der Weg zum Ruhm bei den Offizieren im Vordergrund steht. Er schreckt dafür vor nichts zurück: „Soldaten sind wie Kinder. Wie diese brauchen sie Disziplin. Diese Erschießung wird ein Kräftigungsmittel für die Truppen sein. Nichts ermutigt mehr als die anderen sterben zu sehen!“

Ein ähnlicher Karrierist ist Roget. Auch er ist Offizier durch und durch. Aus persönlichen Motiven ermordet er einen Kameraden. Dem einfachen Soldaten, der ihn beobachtet, schmettert er nur entgegen: „Hast Du jemals versucht Dich gegen Offiziere zu beschweren? Versuch’s und du wirst sehen, wer von uns mehr Gehör findet!“

Dritter im Film dargestellter Offizier ist General Broulard (Adolphe Menjou). Ein Sinnbild für den angeklagten Stand, wenn er am Ende Colonel Dax für seine Taten bewundert und diesem sagt, dass dieser alles wohl nur gemacht habe, um befördert zu werden und an den Posten von Mireau zu kommen. Als sich herausstellt, dass dem nicht so ist, wirft er Dax Sentimentalität und Idealismus vor. Für ihn ist es unverständlich, dass jemand aus idealistischen Gründen auf Ruhm verzichtet.

Einzige Ausnahme, welche die Regel bestätigt, bei den Offizieren ist Dax. Er kommt von außerhalb, ist kein Militär durch und durch. Er war vorher Strafverteidiger. Er schätzt die Menschlichkeit am höchsten ein. Er sagt nicht nur, dass er seine Soldaten schützen will, er will sie auch schützen. Aber er kämpft gegen Windmühlen. Er muss selbst in den Krieg ziehen und seine Soldaten dahin schicken. Bezeichnend die Endsequenz. Die drei sind hingerichtet worden, Dax hat seinen Kampf für die Begnadigung verloren. Nun sieht er seine restlichen Truppen. Sie haben gerade ein paar Minuten in einer Kneipe die Zeit zum abschalten. Eine Frau singt ein Lied, die Soldaten weinen vor Heimweh. Dax schaut ihnen zu. Da ereilt ihn der Befehl, dass er sofort mit seinen Leuten wieder an die Front muss. Dax gibt der Truppe noch einige Minuten. Er ist nicht nur Offizier, sondern auch Mensch, aber trotzdem Gefangen im System der Armee und ihrer Befehlshierarchie.

Kubricks gelungener Antikriegsfilm ist und das ist es was ihn weiterhin auszeichnet kein plattes Plädoyer gegen Grausamkeit, Wahnsinn und Sinnlosigkeit des Krieges, sondern es ist gespickt mit satirischen Pfeilspitzen gegen das Militär, und vor allem gegen diejenigen, welche die Macht haben und sie missbrauchen. Wenn Mireau und Dax über Patriotismus diskutieren und Dax antwortet: „Der Patriotismus ist die letzte Zuflucht eines Schurken“ ist das genau so eine gelungene satirische Spitze, wie die Diskussion zweier Soldaten über den Tod, in der einer von beiden zum Schluss kommt, dass die Menschen nicht vor dem Tod selbst Angst haben, sondern nur vor der Todesart. Immerhin wird das MG dem Bajonett vorgezogen und auf eine Landmine will keiner treten. Nur das MG geht in Ordnung.

F A Z I T
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“Diese historische Situation hätte sich in irgendeinem Heer der Welt ereignen können. Ich hatte daran gedacht, sie in einem imaginären Heer spielen zu lassen. Und es wäre mir lieber gewesen, wenn diese Männer amerikanische Soldaten wären, aber nichts den Meutereien von 1917 Vergleichbares hat in unseren Armee stattgefunden. Mein Ziel war es einen Film gegen den Krieg zu machen!“ Mit einem Zitat von Stanley Kubrick begann diese Rezension, mit einem weiteren endet sie. Diesem Zitat ist nichts mehr hinzufügen. Kubricks Film ist einer der gelungensten Antikriegsfilme überhaupt und ein unbedingtes Must-see! Zehn von zehn Punkten!

D A T E N
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Titel Deutschland: Wege zum Ruhm
Originaltitel: Paths of Glory
Genre: Antikriegsfilm
USA 1957, FSK 12, Schwarz-Weiß, Laufzeit: 87 Minuten

Darsteller: Kirk Douglas (Colonel Dax), Ralph Meeker (Corporal Paris), Adolphe Menjou (General Broulard), George MacReady (General Mireau), Wayne Morris (Leutnant Roget)

Regie: Stanley Kubrick
Produzenten: Stanley Kubrick, Kirk Douglas, James B. Harris
Drehbuch: Stanley Kubrick, Calder Willingham, Jim Thompson nach einer Vorlage von Humphrey Cobb
Musik: Gerald Fried
Kamera: George Krause
Schnitt: Eva Kroll

W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
°°°°°°°°°°°°
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0050825/

Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=2988

© Björn Becher 2003
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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atrachte

Paths of Glory

ein Testbericht von 2010-01-31 08:15:00 vom 31.01.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: bis heute einer der authentischten Anti - Kriegsfilme,...
Nachteile/Kritik: nichts,
Anti-Kriegsfilme haben vor allem in der heutigen Zeit das Problem, das man ihnen immer seltener die Kritik an dieser unmenschlichen, nur Opfer kennenden, Maschinerie abnimmt. Dies mag vor allem, aber natürlich nicht nur, an den Inszenierungsstil vieler Filme liegen, die ihr Hauptaugenmerk immer mehr auf brutale Gemetzel und heroisch wirkende Schlachten legen. Sicherlich – die grundlegende Grausamkeit des Krieges, an der niemand mit einem gesunden Menschenverstand zweifeln sollte, wird so grafisch und meist auch ungeschönt grausam dargestellt, doch wenn man nach dem Abspann mit einem Gefühl der Euphorie und bitteren Faszination zurückgelassen wird aufgrund der zuvor gesehenen „Action“, dann ist der Anspruch, den ein Anti-Kriegsfilm haben sollte, doch vollkommen fehlgeleitet. Auch Stanley Kubrick hat sich mehrmals dem Thema der Anti-Kriegsfilme gewidmet, wobei „Full Metal Jacket“ (1987) sowie „Dr. Seltstam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964) die beiden bekanntesten Werke des Regisseurs auf diesem Gebiet sein dürften. Sein früher Film „Wege zum Ruhm“ (1957) hingegen ist irgendwie immer ein bisschen untergegangen, sobald man auf das Schaffen des Amerikaners zurückgeschaut hat. Vollkommen zu unrecht. Natürlich auch bedingt durch seine Entstehungszeit Ende der 50er Jahre, in der man noch nicht über das technische Know-How der heutigen Zeit verfügte, liefert Kubrick den Beweis ab, das Anti-Kriegsfilme auch dann, oder besser gesagt, vor allem dann kritisch sein können, wenn sie nur wenig auf dem eigentlichen Schlachtfeld spielen.

1916 tobt der Erste Weltkrieg Mitten in Europa und fordert täglich hunderte Menschenleben. An der französisch-schweizerischen Grenze ist der Kampf zwischen Franzosen und Deutschen schon seit Monaten zum erliegen gekommen und hat sich in den so gefürchteten Stellungskrieg verwandelt. Um Daheim ein gutes Bild von den Kämpfen der französischen Truppen liefern zu können, entschließt die militärische Führung unter dem Kommando von General Broulard (Adolphe Menjou) die Höhe 19 der Deutschen zu stürmen und einzunehmen. Ein aussichtsloser Kampf, wie der mit der Mission beauftragte General Mireau (George Macready) findet und daher zögert seine Einwilligung zu erteilen. Als Broulard ihn jedoch mit einer Beförderung lockt, willigt Mireau schnell ein. An der Front übergibt er schließlich den Befehl an Colonel Dax (Kirk Douglas) weiter. Auch dieser hat, wie Mireau noch zuvor, Bedenken über den Erfolg der Mission und stellt sie gar allgemein in Frage. Doch Mireau besteht auf dem Marsch, wohl wissend das der Sturm auf die Höhe 19 aussichtslos ist.

Am darauf folgenden Tag kommt es schließlich zur Katastrophe. Hunderte französischer Soldaten erliegen dem deutschen MG-Feuer, der große Rest kommt nicht einmal aus seinen Schützengräben heraus. Die Operation ist gescheitert. Mireau, welcher sogar das Artillerie-Feuer auf die eigenen Truppen lenken wollte um sie aus den Gräben zu bewegen, ist über diese Tatsache alles andere als erfreut und befiehlt die Exekution mehrerer Soldaten. Ursprünglich sollten es es mehrere Hundert werden, am Ende entscheidet man sich für drei. Corporal Paris (Ralph Meeker) aus persönlichen Gründen eines Leutnanten sowie die Soldaten Ferol (Timothy Carey), weil er sich in der Armee nicht angemessen verhält, und Arnaud (Joe Turkel), der ein Los gezogen hat. Offiziell lautet die Anklage auf „Feigheit vor den Feind“, in Wirklichkeit steckt jedoch ein gewolltes Exempel und eine Warnung an die anderen Soldaten hinter der geplanten Erschießung der drei Männer. Colonel Dax, der sie zuvor noch in die Schlacht zerren musste, übernimmt in dem Schauprozess nun die Verteidigung. Doch außer ihm ist niemand daran interessiert, die Leben der drei Angeklagten zu verschonen...

„There are times when I am ashamed to be a member of the human race and this is one such occasion...I protest against being prevented from introducing evidence that I consider vital to the defense, the prosecution presented no witnesses, there has never been a written indictment of charges made against the defendants, and lastly, I protest against the fact that no stenographic record of this trial has been kept. The attack yesterday morning was no stain on the honor of France, but this court-martial is such a stain...Gentlemen of the court, to find these men guilty will be a crime to haunt each of you to the day you die. I can't believe that the noblest impulse in man, his compassion for another, can be completely dead here. Therefore, I humbly beg you to show mercy to these men„
- Colonel Dax -

Es gibt nur wenige Filme, denen es so packend gelingt die ungeschönte Wahrheit über den Krieg und das handelnde Militär auf den Tisch zu legen, wie es „Wege zum Ruhm“ macht. Dieser Umstand hat Kubrick seit den Dreharbeiten zu seinem siebten Film begleitet. Erst zwang die US-amerikanische Zensur den Regisseur in Deutschland zu drehen, dann wurden Aufführungen in der Schweiz und im französischen Sektor von Westberlin verboten. In Frankreich selbst hat man den Film gar als offene Beleidigung angesehen und den Vertrieb bis in die Mitte der 70er Jahre unterbunden. Reaktionen, welche die Wirkungskraft von „Wege zum Ruhm“ deutlich unterstreichen.

Denn mit einem Budget von gerade einmal 900.000 Dollar ist es Kubrick gelungen 90 Minuten hoch spannender Filmkunst zu schaffen, in welcher er die pure Absurdität des Verhaltens der Militärs und des Krieges allgemein anprangert. Dabei ist es nicht einmal das typisch amerikanische Feindbild von Deutschland oder der Sowjetunion, welches seine Soldaten in den sinnlosen Krieg schickt, damit Offiziere ihren „Ruhm“ bekommen. Nein, es ist ausgerechnet eine der westlichen Siegermächte, Frankreich, die im Zentrum von Kubricks Kritik steht und somit natürlich auch frei auf andere Kriegsmächte übertragen werden darf. Kubricks Kritik setzt vor allem an den hochrangigen Offizieren und Kriegsführern ein, die jeglichen Bezug zur Realität auf dem Schlachtfeld verloren haben und mit Miniaturnachbauten der Kampfschauplätze Krieg spielen indem sie ihre Soldaten wie Schachfiguren bewegen. Die Perversität dieses Verhaltens wird bereits in jener Szene überdeutlich, in der Mireau Colonel Dax den Befehl zum Sturm auf die Höhe 19 gibt. Mireau denkt längst nicht mehr in Menschen, sondern in Prozentzahlen und kalkuliert mit reinem Gewissen die sicheren Verluste auf der eigenen Seite. Als ihn Dax fragt ob der Angriff wirklich nötig ist, umgeht Mireau die Frage. Ihm ist selbst bewusst, das der Sturm auf das Ziel reinem Selbstmord gleichkommt. Doch um sein Ziel zu erreichen, die militärische Beförderung die ihm winkt, ist er Bereit hunderte Männer in den Tod zu schicken.

„Patriotism...is the last refuge of a scoundrel“
- Colonel Dax -

Was folgt, ist eine schonungslose Abrechnung mit der gesamten Militärmaschinerie, welche lediglich bedacht darauf ist wenige Männer zum Ruhm zu verhelfen und den großen Rest umkommen zu lassen. Das ist die Realität des Krieges, vor allem die des Ersten. Es ging nicht darum ein menschenverachtendes Regime zum Sturz zu bringen, sondern lediglich verletzten Stolz und der Machtgier einiger wenige zu befriedigen, die somit jedoch die Weichen für die wirkliche Katastrophe des 20. Jahrhunderts gestellt haben. Es ist dieses sinnlose Verhalten, welches Kubrick punktgenau analysiert und vollkommen zurecht in Frage stellt.

„Wege zum Ruhm“ entwickelt mit der Zeit eine ungeheure Kraft und Emotionalität, ohne jemals Kitschig zu wirken, die, bis auf wenige Ausnahmen, ihres gleichen in diesem Genre sucht. Inszenatorisch sicherlich noch nicht ganz lupenrein, wird der hohe Anspruch von Stanley Kubrick an seine Filme jedoch bereits überdeutlich. Vor allem die frühe Schlachtszene, die einzige im ganzen Film, legt von dieser Tatsache Zeugnis ab. Denn besagte Szene wirkt selbst für heutige Verhältnisse noch erschreckend Real und schafft es eine unangenehme, geradezu beklemmende Stimmung beim Betrachter zu verursachen. Etwas das, wie ich Eingangs bereits erwähnte, heutige Anti-Kriegsfilme nur noch selten hin bekommen. Hinzu kommt die fabelhafte Federführung der Rahmenhandlung, die im übrigen auf einem gleichnamigen Tatsachenroman von Humphrey Cobb. Die Stärke, die Kubrick als Geschichtenerzähler besitzt, wird vor allem in der zweiten Hälfte deutlich, in der die drei, wegen Feigheit vor dem Feind, angeklagten Soldaten sterben sollen. Der einzige, der wirkliche Menschlichkeit an den Tag legt und dem es nicht um seinen eigenen Status geht ist der von Kirk Douglas („Spartacus“, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“) verkörperte Colonel Dax. Douglas, hier zweifelsohne in einer seiner herausragendsten Rollen, spielt seine Figur tadellos und mit sehr viel Verstand. Ihm quasi gegenüber gesellen sich ein fast schon diabolischer George Macready („Der eiserne Handschuh“, „Tora! Tora! Tora!“) als General Mireau und Adolphe Menjou („Der beste Mann“, „Ein Mann auf dem Drahtseil“) als skrupelloser General Broulard. Ralph Meeker („Der Anderson Clan“, „Das dreckige Dutzend“) fügt sich als einer jener drei Soldaten, die exemplarisch hingerichtet werden sollen, in die Riege der eindrucksvoll auftrumpfenden Akteure ein und hinterlässt neben Douglas den größten Eindruck.

Original Filmtitel:
Paths of Glory (1957)

Länge des Filmes:
Ca. 87 Minuten

Darsteller:
Kirk Douglas...Col. Dax
Ralph Meeker...Cpl. Philippe Paris
Adolphe Menjou...Gen. George Broulard
George Macready...Gen. Paul Mireau
Wayne Morris...Lt. Roget / Singing man
Richard Anderson...Maj. Saint-Auban
Joe Turkel...Pvt. Pierre Arnaud
...

Regisseur:
Stanley Kubrick

FSK:
Freigegeben ab 12 Jahren

\ Fazit ////
Mit gerade einmal 29 Jahren schuf Kubrick mit „Wege zum Ruhm“ ein zeitloses Meisterwerk, welches seine Bedeutung bis zum heutigen Tage nicht verloren hat, sondern im Gegenteil noch sehr viel wichtiger geworden ist. Inszenatorisch merkt man bereits den strengen Anspruch der Perfektionierung Kubricks, Darstellerisch ist das Werk zudem noch hervorragend besetzt und zeigt einen Kirk Douglas, wie er selten gespielt hat. Ganz klares Standartwerk für jeden Cineasten.

10/10 Punkte für „Wege zum Ruhm“ und somit fünf Sterne als Wertung.
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Kommentare
cleo1
cleo1, 31.01.2010
Schöner Bericht. Würde mich über Gegenlesung sehr freuen. LG cleo1
ndagaria
ndagaria, 31.01.2010
liebe Grüße und ein schönes Wochenende
XXLALF
XXLALF, 31.01.2010
ganz liebe verschneite sonntagsgrüße
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jimmy1138

Packender Antikriegsfilm

ein Testbericht von 2006-03-13 15:52:48 vom 13.03.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: packender Film...
Nachteile/Kritik: wenige Extras
Regie: Stanley Kubrick
Darsteller: Kirk Douglas

Inhalt:
Frankreich im Ersten Weltkrieg: die Kämpfe finden in endlosen Stellungskriegen statt, Gebietsgewinne von wenigen hunderten Metern sind schon als Erfolg anzusehen. Mehr aus Prestige- und Karrierezwecken möchte General Mireau einen gewagten Angriff gegen die deutschen Stellungen führen, den Befehl übernimmt Colonel Dax (Kirk Douglas).
Doch der Angriff scheitert kapital, inmitten des gegnerischen Kugelhagels und Artilleriefeuers machen die angreifenden französischen Truppen schon nach wenigen Metern halt (die Aufforderungen von Dax doch weiterzugehen fruchten da nicht) - ein Fiasko, das den befehlshabenden Mireau fuchsteufelswild macht. Dieser sieht kollektive Feigheit bei der Truppe und möchte als Exempel demonstrativ einige Soldaten hinrichten lassen - am Ende werden drei Soldaten angeklagt.
Colonel Dax, im Zivilberuf brillianter Rechtsanwalt, übernimmt die Verteidigung. Dabei versucht er einerseits (auf eigentlich recht geschickte Art und Weise) zu beweisen, daß die Ausgesuchten keine Feigheit gezeigt haben (einer war wegen eines Schlags auf dem Kopf den ganzen Angriff über bewußtlos) andererseits auch die Art und Weise der Auswahl zu hinterfragen. Doch trotz seines geschickten und aus juristischer Sicht brilliantem Vorgehen scheitert Dax am Willen der Generalität und daran, daß das Urteil schon im Vorhinein feststand - am Ende bleibt den Angeklagten nur der Marsch vors Erschießungskommando.

Kritik:
"Wege zum Ruhm" ist eher atypisch für einen Kriegsfilm - spielt die meiste Zeit auch eher wie ein Kammerspiel in engen Räumen, von weitläufigen Kameraeinstellungen und epischen Schlachten keine Rede - in die Kategorie fallen allein der (dafür imposant gemachte) Angriff und ein nächtlicher Erkundungsgang der für den Konflikt zwischen einem der "Auserwählten" und seinem Vorgesetzten, der auf diesem Gang grob gesagt Mist baut, den Grundstein bildet. Auch, daß der Film im ersten Weltkrieg spielt ist eher atypisch für Kriegsfilme, die sich eher den "heroischeren" Zweiten Weltkrieg als Hintergrund nahmen, auch das Thema der Hinrichtung eigener Soldaten als Strafe für angebliches Fehlverhalten ist da eher schwierig und politisch brandheiß - der Film wurde in Frankreich daraufhin verboten.
Dieses Hauptthema, die Abgehobenheit der Generalität, die das Leben der eigenen Soldaten ohne geringste Gewissensbisse sinnlos aufs Spiel setzt beziehungsweise zerquetscht, kommt im Film auch vor allem im Gegensatz der Schauplätze zur Geltung. Da die Soldaten in den Behausungen in den Schützengräben, die gerade einmal bessere Erdlöcher sind, auf der anderen Seite das noble Palais der Generäle in ihrern geschniegelten Uniformen. Makabrer Höhepunkt ist das bizarre Feilschen um Leben nach dem Fehlschlagen der Offensive: während General Mireau Blut sehen und zig Hinrichtungen anordnen möchte, wird er von seinem Vorgesetzten, der noch auf gütig macht, auf drei zu tötende "heruntergehandelt".
Auch wenn wie oben erwähnt die epischen Kameraeinstellungen fehlen, ist der Film gut photograhiert und überhaupt handwerklich gut gemacht. Als Hauptdarsteller liefert Kirk Douglas eine außerordentlich gute Leistung ab und verleiht dem Colonel Dax Charisma und Glaubwürdigkeit.

DVD:
Das BIld der DVD ist recht gut für das Alter des Films, Extras sind aber äußerst mager (gerade einmal ein Trailer für den Film). Über die Zusammenarbeit Kubrick-Douglas (die dann bei Spartacus eine Fortsetzung fand - wobei Kubrick da eher nicht so zufrieden war) hätte es womöglich Interessantes zu berichten gegeben.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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Kommentare
Elfe1988
Elfe1988, 15.03.2006
SH, aber eigentlich fehlen viel zu vieole Infos wie zB preis, mehr über die DVD bzw. das Menü, und evtl. noch mehr infos zum Film an sich. LG
jenny123
jenny123, 24.03.2006
lg, Jenny123
cheyenne2031
cheyenne2031, 13.03.2006
sehr guter bericht. freue mich immer über gegenlesungen. liebste grüße chey
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