Pro:
unaufdringliche Behandlung der Themenbereiche Emanzipation, Krieg, Natur vs. Technik, schön gezeichnet
Kontra:
kein Kinderfilm, keine Extras auf der Einzel-DVD
Empfehlung:
Ja
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Die Story:
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Das Waisenmädchen Sheeta scheint das Ziel eines Angriffs von Luftpiraten zu sein, die das Luftschiff angreifen, auf dem Sheeta reist. Sie kann sich zwar aus dem Schiff retten, fällt dann aber zu Boden. Doch ein magischer Kristall, ihr Erbstück, den sie um den Hals trägt, sorgt dafür, dass sie langsam und unbeschadet zu Boden schwebt, wo zu von Pazu, ebenfalls einem Waisenjungen, der als Laufbursche in einer Mine arbeitet, gefunden wird.
Pazu besitzt ein altes Bild, gemacht von seinem Vater, der immer behauptet hat, eine fliegende Insel gesehen zu haben, die legendäre Insel Laputa, aber niemand hat ihm geglaubt.
Auf der Flucht vor den Piraten finden Sheeta und Pazu heraus, dass es Laputa wirklich gibt. Der Kristall, den Sheeta geerbt hat, beweist ihre Abstammung von der legendären Insel.
Sheeta und Pazu wollen die geheimnisvolle Insel finden, doch dann werden die beiden von Militärs gefangen genommen, die Laputa ebenfalls suchen und von Sheeta das Geheimnis erpressen wollen. Pazu schicken sie fort, aber er schließt sich nun den Piraten an, um Sheeta wieder zu finden. Tatsächlich kann er Sheeta retten, doch die Militärs haben inzwischen Sheetas Stein und dadurch den Weg nach Laputa gefunden. Gemeinsam mit den Piraten machen sich Pazu und Sheeta auf die Verfolgung.
Aber werden sie Laputa finden können? Und was hat es mit der geheimnisvollen Insel überhaupt auf sich? Und werden Pazu und Sheeta Laputa vor den Militärs schützen können?
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Anmerkungen zur Story:
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Der Film „Das Schloss im Himmel“ stammt schon aus dem Jahr 1986. Er ist aber erst im Rahmen des Erfolgs der neusten Filme von Regisseur Hayao Miyazaki (u.a. „Das wandelnde Schloss“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“) auch im Westen in die Kinos gekommen, bei uns erst im Sommer 2006.
Ich muss gestehen, dass auch ich erst im Rahmen dieser Entwicklung die Filme von Hayao Miyazaki für mich entdeckt habe, sowohl im Kino als auch auf DVD, wo ich in den letzten Jahren beinahe alles von ihm gesehen habe, was in deutscher Fassung erhältlich ist.
„Das Schloss im Himmel“ ist ein Animé, also ein Trickfilm, in diesem Fall noch ein wirklich gezeichneter Trickfilm, wie sich ja schon aus dem Entstehungsjahr ergibt. Die Zeichnungen sind natürlich im Mangastil und ansonsten hübsch gemacht, insbesondere auch sehr detailreich gezeichnet mit ideenreich gestalteten Schauplätzen.
Trotzdem ist es natürlich eine Umstellung, wenn man an die neusten computeranimierten Filme von Dreamworks und Pixar gewöhnt ist. Wie auch immer: Ich finde, dass dieser Film wieder einmal beweist, dass gezeichnet nicht unbedingt schlechter sein muss als computeranimiert.
Was mich an den Filmen von Hayao Miyazaki so fasziniert, sind neben den fantasievollen und sehenswerten Storys vor allem drei Themenbereiche, die immer unaufdringlich hineingewoben sind. In den neusten Filmen fällt das gar nicht mehr so auf, weil inzwischen auch westliche Filme sich häufig mit den Themen beschäftigen, aber gerade bei diesem Film, der schon vor über zwanzig Jahren entstanden ist, ist es doch bemerkenswert:
- „Das Schloss im Himmel“ hat eine unaufdringlich emanzipierte Weltsicht. Damit meine ich keinesfalls feministisch oder irgendwie kämpferisch. Der Film hat aber, wie viele andere Animés auch, eine weibliche Hauptfigur, und auch bei den Nebenfiguren gibt es gut gezeichnete weibliche Führerfiguren, etwa „Mama“, die Anführerin der Piraten. Wenn ich an zahlreiche Filme denke, die ich Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre als Kind gesehen habe und in denen die Aufgabe der Mädchen allzu häufig immer noch war, sich den Prinzen zu angeln, ist das eine angenehme Abwechslung.
- Außerdem ist dieser Animé (ebenfalls wie weitere desselben Regisseurs, allerdings im Gegensatz zu manchen anderer japanischer Regisseure) pazifistisch. Es ist zwar über weite Strecken ein Film über einen Krieg, aber die Lösung liegt im nicht-kriegerischen Handeln zweier Kinder, die keine kriegerischen Mittel zur Verfügung haben.
- Das letzte interessante Thema des Films ist die Auseinandersetzung mit dem Gegensatz zwischen Natur und Technik. Der Film nimmt dabei eindeutig einen Standpunkt für die Natur ein, ohne aber deswegen grundsätzlich technikfeindlich zu sein. Die Aussage des Films wendet sich nämlich nicht gegen Technik an sich, sondern gegen Technikmissbrauch.
Ich vermisse im Westen Filme, die solche Themenbereiche ähnlich unaufdringlich behandeln. Wenn bei uns mal solche Themen angegangen haben, dann werden die Filme dazu leicht unangenehm belehrend. Welch eine positive Überraschung sie einmal so wie im „Schloss im Himmel“ behandelt zu sehen.
In Deutschland ist der Film ab 6 Jahren freigegeben. Wie bei den meisten Animés ist das aber eindeutig eine zu niedrige Einstufung. Immerhin muss man nicht sehr übertreiben, um den Film als Kriegsfilm einzustufen!
Offensichtlich herrscht auch bei der FSK immer noch der Irrglaube, Trickfilme wären per se Kinderfilme. In Japan werden diese Filme, ungeachtet der Tatsache, dass Kinder die Hauptfiguren sind, aber gar nicht vornehmlich für die Zielgruppe Kinder produziert!
Eltern sollten also hier besonders aufpassen. Ich persönlich würde den Film erst ab 12 Jahren empfehlen und darüber hinaus durchaus auch für Erwachsene.
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Der Regisseur:
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Hayao Miyazaki ist DER Regisseur japanischer Animés schlechthin. Insbesondere seine Animés werden seit einigen Jahren bereits auch im Westen zur Kenntnis genommen, laufen mit einiger Regelmäßigkeit auch in unseren Kinos und werden auch von der Kritik überwiegend positiv besprochen.
Auch ich habe über Filme dieses Regisseurs japanische Animés mit ihren märchenhaften Welten, deren Moral sich nicht wesentlich von der unserer Märchen unterscheidet, wohl aber die Fantasiewelten, die fremd und faszinierend zugleich erscheinen. Ich habe übrigens auch Animés anderer Regisseure angetestet, die bei uns gelegentlich immerhin den Sprung auf den DVD-Markt schaffen, aber nur die Filme von Hayao Miyazaki haben mich wirklich überzeugt.
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DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
FSK 6
Spieldauer: 124 min.
Film-Veröffentlichung: 1986
DVD-Veröffentlichung: 13.11.2006
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Anmerkungen zur DVD:
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Der Film liegt auf der DVD in japanischer Originalsprachfassung sowie deutscher Synchronfassung vor. Deutsche Untertitel stehen auf Wunsch ebenfalls zur Verfügung.
Über Extras verfügt die Einzel-DVD ansonsten nicht. Für alle, die wert auf Extras leben, gibt es eine Special Edition auf 2 DVDs. Die Einzel-DVD ist mit knapp 15 Euro auch rund fünf Euro billiger als die Special Edition. Der Preis ist zwar für eine DVD ohne Extras immer noch hoch, aber im Verhältnis zur Special Edition doch angemessen.
Allerdings ist die DVD noch recht neu, es steht daher zu erwarten, dass in absehbarer Zeit der Preis noch weiter sinkt.
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Fazit:
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Ein äußerst sehenswerter Animé des japanischen Erfolgsregisseurs Hayao Miyazaki, der allerdings nicht als Kinderfilm missverstanden werden sollte. Sehenswert ist auch die unaufdringliche Behandlung aktueller Themenbereiche.
Die Einzel-DVD enthält keinerlei Extras, wer darauf wert legt, sollte lieber zur Special Edition greifen. weiterlesen schließen
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