Eigentlich wollte ich diesen Schuh nie kaufen, das hatte ich mir aus verschiedensten Gründen vorgenommen. Der erste Grund war der Preis, denn der Normalpreis von stolzen 155,-€ ist meiner Meinung nach doch etwas zu hoch, vor allem für meinen Geldbeutel. Ein anderer Grund ist, dass der Schuh relativ viel wiegt und für schnelle Trainingseinheiten daher nicht so gut ist, außerdem unter den Läufer eher als Schuh für Leute mit relativ viel Gewicht verschrien ist.
Nun ist jedoch vor ein paar Tagen doch der Fall eingetreten, dass ich mir diesen Schuh gekauft habe, den ich eigentlich nie haben wollte. Dies kam daher, dass anlässlich des alljährlich stattfindenden Hamburg Marathons, immer eine Messe stattfindet, auf der man Schuhe und Bekleidung für das Laufen etwas günstiger als normal erstehen kann. Da ich dieses Mal erst am zweiten Tag dort war, war schon relativ viel verkauft und ich schlenderte durch die Hallen auf der Suche nach neuen Trainingsschuhen. Eigentlich wollte ich wieder den Gel-DS Trainer haben, den gab es jedoch nicht günstig in meiner Größe, so dass ich mich dann entschloss ein anderes Asics Modell zu nehmen, da ich mit Asics immer gut zurechtgekommen bin, wollte ich dann auch nicht die Marke wechseln. Als ich mich dann an dem Stand von Runners Point umsah, sah ich ihn, den Gel-Kayano VIII, ein Auslaufmodell, da das neue Modell gerade auf den Markt gekommen war. Der Preis lag bei 110,-€ und ich probierte den Schuh sofort an, beim zweiten Versuch hatte ich dann auch die zu 100% richtige Größe gefunden und hatte doch ein gutes Gefühl in den Schuhen. In dem Moment dachte ich an all die Vorurteile die bei mir im Kopf bezüglich dieses Schuhs existierten, aber ich beschloss ihn zu nehmen und für die langen Trainingseinheiten zu benutzten und in den schnellen Einheiten meinen DS Trainer weiter zu nehmen. Für längere Einheiten müsste dieser Schuh auch ideal sein, dazu aber nun gleich im eigentlichen Bericht mehr.
*******************
Die Optik:
*******************
Das Bild hilft mir leider in diesem Fall wenig, da es schon etwas älter zu sein scheint, denn mein Schuh sind ganz anders aus als der oben abgebildete, also muss ich dann doch wieder ein detaillierte Beschreibung machen.
Zuerst beschreibe ich mal den Teil des Schuhs, den sich die meisten wohl eher gar nicht anschauen, der aber fast am wichtigsten ist, die Sohle, denn an der Sohle, kann man meistens erkennen, welche Technologien in dem Schuh verwendet wurden und ob er seinen Preis dann auch wirklich wert ist. Bei diesem Schuh findet man, wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, zahlreiche Technologien, seien es welche zur Dämpfung oder eben solche um die Pronation (Abrollvorgang) in die richtigen Bahnen zu lenken, also zu unterstützen. Im Vorfußbereich findet man drei wichtige Elemente, zum einen ist dort natürlich das Profil, relativ grob, damit die Griffigkeit dementsprechend gut ist. Dazu kommt ein kleines Gel Element, das die Abrollbewegung abfängt oder, wenn man mal ausschließlich auf dem Vorfuß läuft, bei sehr hohem Tempo der Fall, auch den Aufprall abfängt. Dazu ist an der Innenseite ein Saba
Element angebracht wurden, dieses verhindert ein zu dolles nach außen knicken der Füße beim Abrollen und weißt ihnen somit etwas den Weg nach innen.
Im Mittelfußbereich findet man das Stabilisationselement. Dieses heißt im Hause Asics Duo Truss und ist aus einer Art Hartplastik, dazu hat man auch in der Sohle etwas härteres Material verwendet, so dass ein umknicken mit diesem Schuh ziemlich unwahrscheinlich wird, diese dermaßen hohe Stabilität macht ihn dann auch für Läufer interessant, die etwas mehr auf den Rippen haben.
Im Bereich der Ferse, also im hinteren Bereich des Schuhs, findet man, wie bei eigentlich mittlerweile fast jedem Asics Schuh, ein großes Gel Dämpfungselement, dieses federt den Schritt ab und verringert so die Belastung auf die empfindlichen Gelenke und das Schienbein. An der Innenseite ist die Duomax Technik zu sehen, die sich durch ihre graue Farbe auch von der übrigen Sohle, die weiß ist, abhebt. Duomax ist etwas härter und verhindert so ein einknicken nach innen beim Abrollen, zusammen mit den anderen Systemen, wird der Fuß also in die optimale Abrollbahn gelenkt.
Nachdem ich nun die Sohle hinreichend beschrieben habe und auch die Systeme kurz erläutert habe, kommen wir nun zu dem, was der Laie beachtet, die Optik oben herum. Meiner Meinung nach hat man diesen Schuh schlicht gehalten und für alle Freizeitturnschuhträger ist er somit eher nicht geeignet, dazu kommt, dass er dazu auch viel zu schade ist. Der überwiegende Teil des Schuh ist weiß und unspektakulär und alle optischen Besonderheiten haben meiner Meinung nach auch eine Funktion. Den Anfang machen die Reflektionsstreifen im Vorfußbereich, sie lassen einen im Dunkeln aufblitzen, so dass einen jeder Autofahrer schnell und gut sieht. Die für Asics schon charakteristischen Streifen auf den Seiten sehen nicht nur ganz gut aus, sondern sind etwas verstärkt, so dass der Halt des Fußes im Schuh erhöht wird. Die einzige optische Aufbesserung, die wirklich keine Funktion hat, ist der goldene Schriftzug hinten am Schuh, der verrät von welcher Marke der Schuh kommt und wie dieses Modell heißt, welches Modell es ist (bei mir VIII), steht jedoch nicht dabei, ist aber auf gar keinen Fall schlimm, meiner Meinung nach sogar total egal.
Durch einfaches Anprobieren im Geschäft oder wie in meinem Fall auf einer Messe und dann ein paar Schritten, kann man einen Schuh noch nicht beurteilen, aber nachdem ich nun ein paar Mal mit ihm im Training gelaufen bin, habe ich diesen Bericht gewagt. Das erste was mir aufgefallen ist, ist, dass der Schuh etwas höher ist als mein anderer (Gel DS Trainer). Das hat vor und Nachteile, ich mag es eigentlich nicht so gerne wenn ich höher auf dem Schuh stehe, aber als Gegenleistung bekommt man eine einzigartig gute Dämpfung, mit der kein Schuh mithalten kann der näher am Boden ist.
Hat man die Schuhe dann zugeschnürt, ist mir auch aufgefallen, dass er ziemlich gemütlich ist im Vergleich zu meinen anderen Schuhen, da er einfach etwas weiter geschnitten ist, daher auch der Titel des Berichtes (Laufsofa).
Beim Laufen selber ist mir nichts negativ aufgefallen, es gab keine Druckstellen und selbstverständlich für einen guten Asics Schuh, die eigentlich immer perfekt sitzen bei mir, auch keine Blasen. Irgendwelche anderen Schmerzen hatte ich hinterher auch nicht, da er ja, wie bereits mehrfach erwähnt, sehr gut gedämpft ist und beim Abrollen auch fast keine Bewegungsfehler mehr möglich sind. Wenn man das Tempo dann mit dem Schuh mal etwas anzieht, fällt einem aber doch sofort auf, dass es kein so genannter Light Weight Trainer ist und damit doch schwerer, aber dafür werde ich dann einfach andere Schuhe nehmen.
*******************
Fazit:
************ *******
Der Schuh ist in fast jeder Hinsicht zu empfehlen, vor allem für lange und nicht so schnelle Trainingseinheiten ist er wohl einer der besten. Wenn der Geldbeutel es zulässt würde ich den Schuh sogar Freizeitläufern empfehlen, da er Bewegungsfehler nahezu von selbst eliminiert und so Schmerzen vorbeugt.
Die beiden Nachteile des hohen Preises und für mich relativ hohen Gewichtes veranlassen mich aber dennoch dazu dem Schuh nur vier der möglichen fünf Sterne zu geben.
...