Bad Santa (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Senilm

Dieser Weihnachtsmann f***t, säuft und raucht !

Pro:

Derber Weihnachtshassspaß !

Kontra:

nix für kids

Empfehlung:

Ja

Ach ja... ich gehöre sicherlich auch zu den Weihnachtsmuffeln - ja ich kann sogar richtig gut verstehen warum die Selbstmordrate zum heiligen Fest immer nach oben schnellt.
Zum Glück hat Hollywood dieses Jahr auch an solche Weihnachtshasser wie mich gedacht und den Weihnachtsmann als eklig, asoziales Aas in Form von Billy Bob Thornton in die Kinos gejagt.

Willie Stokes ist ein Säufer, ein Loser und alles was er von seinem Vater gelernt hat ist, wie man einen Safe knackt. Dieses Wissen nutzt er jedes Jahr zu Weihnachten um gemeinsam mit seinem kleinwüchsigen Kumpel Marcus die Kaufhäuser in denen er als Nikolaus angestellt ist um ihre verdiente Kohle zu erleichtern.
Doch dieses Jahr läuft etwas anders - nicht nur das der Manager des Kaufhauses und der Sicherheitsbeamte schnell dahinter kommen das mit diesem Duo etwas nicht in Ordnung ist. Nein, neben all den Suffeskapaden und Streitereien zwischen Marcus und Willie erkennt Willie plötzlich einen Sinn im Leben - als der kleine dicke Junge Thurman Merman in sein Leben tritt. Dieser durchs soziale Raster fallende Kleine erweckt mit der Zeit Gefühle im suffverlorenen Willie. Seine anderen Gefühle welche in hormoneller Form durch seinen Körper pulsieren stillt er hingegen an der jungen Bardame Sue.
Doch das Weihnachtsfest rückt näher und der Einbruch muß gelingen.....


Zugegeben der Film ist sicherlich nicht die Weihnachtskomödie die normalerweise um diese Zeit in den Kinos läuft. Der misanthropische Loser der seine Probleme im Suff ertränkt und im schnoddrigen Weihnachtsmannkostüm auf dem Autorücksitz Frauen flachlegt ist nicht der Santa Claus den sich die Kinder erwarten.
Billy Bob Thornton ist somit schon die ideale Besetzung für diesen Film - sein ungepflegter Dreitagebart, die abgewrackte Erscheinung und die gekonnt schlechten Manieren nimmt man ihm sehr gut ab - reife Leistung wie er das Ekel spielt und die in Weihnachtsharmonie versumpfende Umwelt um ihn herum mit seiner permanent schlechter werdenden Laune beharkt. Das er dabei seine sexuellen Gelüste wie oben erwähnt mal im Weihnachtsmannkostüm, mal in der Übergrößenabteilung oder mit minderjährigen am Flipperautomaten auslebt lässt den Film sicherlich auch geschmacklich in Frage gestellt sein. Denn ausser Witzen über Kleinwüchsige, Homosexuelle, halbtote Rentner und dicke Kinder hat der Film nicht zu bieten, was ich jetzt jedoch auch nicht abwerten würde - denn die Witze passen wie Knecht Rupprecht zum Weihnachtsmann.
Besonders gelungen dabei der \"Mittagspausen\" - Einsatz - verstörender kann der Weihnachtsmann wohl nicht mehr sein !

Ich habe mir den Kinosaal mit Menschen geteilt die vom Film sehr enttäuscht - ja ihn sogar widerwärtig, ekelig fanden.
Ich fand ihn herrlich - dieser permanente Sarkasmus gegenüber der Weihnachtsstimmung war einfach herrlich und auch wenn manche Witze ein wenig zweifelhaft schwarzhumorig und alt waren, so sind die \"Unterhose hochziehen\" Scherze ausgeleiert, selten kamen diese so frisch rüber wie bei diesem Film.

Ich kann Terry Zwigoff zu dieser herrlichen Komödie nur gratulieren, habe mich zu Weihnachten selten so amüsiert wie in dieser respektlosen Aneinanderreihung von schlechten Scherzen, die dennoch allesamt zünden.
Diese 91 Minuten Portion geballten Hass aufs Weihnachtsfest sollte man sich durchaus antun, da gegen Ende die Gefühle ja doch siegen, wenn auch auf des Filmes Art und Weise.

Ach ja - als Geheimtipp sollte die englische Originalversion gelten. Wie mir mein Cousin berichtet hat, der momentan in London verweilt, hat er noch nie einen Film mit mehr \"F**k*\" gesehen.

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