Starbucks Restaurant Testbericht

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ab 14,75
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Sauberkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von schneeweisschen

Für einen Latte Macchiato "to go" viel zu schade

5
  • Geschmack:  sehr gut
  • Sauberkeit:  gut

Pro:

entspannende Atmosphäre, man kann stundenlang bleiben und lesen, zweitbester Milchschaum der Stadt, interessante Aussicht, schöne Musik

Kontra:

Selbstbedienung (was aber nicht unbedingt als Nachteil zu betrachten ist)

Empfehlung:

Ja

"Mama, lass uns doch zu Starbucks fahren und eine heiße Schokolade trinken". Ein etwas seltsamer Wunsch aus dem Munde eines Vierjährigen, aber gut. Ich finde den Gedanken an einen guten Cappuccino mit perfektem Milchschaum und einen riesigen Schoko-Cookie sehr viel versprechend. Also machen wir uns auf den Weg zu den Hackeschen Höfen in Berlins Mitte, die schon für sich ein Erlebnis sind. Hunderte von Touristen bestaunen die schön restaurierten Hinterhöfe und shoppen in den vielen kleinen Geschäften, die es dort gibt. Und landen am Ende nicht selten bei "Starbucks". Da die Parkplatzsituation in der Gegend mehr als bescheiden ist, sollte man unbedingt die öffentlichen Verkehrsmittel zur Anreise bevorzugen. Von der S-Bahn-Station "Hackescher Markt" ist es nur ein Katzensprung bis zur Filiale der amerikanischen Coffee-Shop-Kette, und direkt vor der Tür hält die Straßenbahn.

Betritt man das Café, fällt der erste Blick auf den Verkaufstresen auf der rechten Seite. Hier herrscht Selbstbedienung. Stammgäste wissen, was sie wollen. Alle anderen halten den Betrieb auf, weil sie die umfangreiche Kaffeesorten-Liste an der Wand hinter dem Tresen nach dem für sie passenden Getränk absuchen und sich dabei strategisch so günstig hinstellen, dass niemand mehr vorbei kommt. Ist die Wahl endlich getroffen, geht die Qual weiter: Kuchen, handtellergroße Cookies in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Brownies und andere Leckereien fordern Entscheidungsfreude.
Die Bestellung wird von einer freundlichen Bedienung aufgenommen, wobei auch hier noch einige Entscheidungen getroffen werden müssen: kleine, mittlere oder große Tasse, mit Aroma (0,40 € Aufpreis) oder ohne. Dann darf man bezahlen, seinen Kuchen auf ein Tablett laden und sich zwei Meter weiter links anstellen, denn dort bekommt man die georderten Getränke, die von einem oder zwei weiteren Starbucks-Angestellten zubereitet werden.

Einer der wartenden Kunden pöbelt ein wenig herum und mault die Bedienung hinter dem Tresen an: "Ich hatte aber extra gesagt, dass ich kein Zimt dran haben will." Sensible Menschen - also nicht der aufgebrachte Kunde - meinen einen winzigen Seufzer des Starbucks-Angestellten zu vernehmen. Ich kann ihm es nicht verübeln. Professionell erledigt er die Reklamation: "Sie bekommen selbstverständlich einen neuen". "Das ist ja wohl das Mindeste", kommt prompt die Antwort vom Kunden. Diejenigen, die mit mir auf ihre Bestellungen warten, schütteln verständnislos die Köpfe angesichts dieses Zeitgenossen. Für den ist die Chill-Out-Musik-Berieselung hier im "Starbucks" vielleicht eine Therapiemöglichkeit. Dummerweise hat er nur einen Latte Macchiato "To Go".

Ich lade meinen Cappuccino und Janeks heiße Schokolade sowie zwei - ich erwähnte es bereits - handtellergroße Schokoladenkekse auf mein Tablett, streue noch ein wenig Zimt auf beide Tassen und folge meinem Sohn die Treppen hinauf nach oben.

Das "Starbucks" am Hackeschen Markt ist auf zwei Etagen verteilt. In der unteren Etage befinden sich der Verkaufsbereich, einige Sitzbänke mit Tischen sowie ein paar kuschelige Sofas und Sessel, von denen man einen uneingeschränkten Blick durch die raumhohen Glasfenster auf die Straße genießen kann.

Im oberen Bereich stehen ebenfalls Sofas, Sessel sowie kleine Tische, die den Eindruck vermitteln, als seien sie absolut zufällig auf dem Trödelmarkt zusammengesammelt worden. Wenn man jedoch genauer hinsieht, merkt man schnell, dass auch dahinter ein Konzept steckt. Dass bei "Starbucks" nichts dem Zufall überlassen wird. Es gibt nur sechs verschiedene Designs, aber da alles bunt durcheinander steht, wirkt auf den ersten Blick jeder Sessel wie ein Unikat. An der Decke verlaufen dicke Metallrohre, die den legeren Schick wohl noch unterstreichen sollen und einen interessanten Kontrast zum Fußboden in Marmoroptik liefern.

Das Schönste an der oberen Etage ist für mich und Janek die breite Fensterbank mit Sitzkissen. Von dort hat man einen augezeichneten Blick auf die belebte Rosenthaler Straße und den Hackeschen Markt. Und auf das, für diesen "Verwendungszweck" eigentlich absolut unüblich zentral gelegene Altersheim. Unten auf der Straße werden zukünftige Heidi Klums von Modellscouts angesprochen und probefotografiert, oben blättert ein männlicher Altersheimbewohner in seiner Fernsehzeitschrift. Dett is Berlin, wa?

Die eigentlich unaufdringliche Lounge-Musik geht so ins Ohr, dass ich den Drang unterdrücken muss, mir gleich noch ein Exemplar der Starbucks-CDs zu kaufen, die natürlich im Verkaufsbereich auf schwache Seelen warten. Die gemütliche Wärme und die typische Chill-Off-Relax-Entspannungs-Lounge-Musik machen müde und inspirieren gleichzeitig. Ein seltsamer Zustand. Jetzt fehlst nur noch du.

Während Janek fasziniert nach draußen starrt, versuche ich, mit den Fingern den Milchschaum vom Boden meiner Tasse zu retten, denn der Schaum ist so fest, dass er der Schwerkraft trotz umgedrehter Tasse widersteht. Himmlisch!

Dann muss Janek auf die Toilette. Ich lasse meine Tasse schweren Herzens auf dem Tisch stehen, werfe ihr noch einen sehnsüchtigen "bin gleich wieder da" - Blick zu und folge Janek auf die Toilette. Diese sind an sich sehr sauber, allerdings versinken die Füße teilweise in Werbezetteln, die aus Gründen, die sich mir nicht erschließen wollen, am Boden liegen.
Als wir wenige Minuten später zum Tisch zurückkehren, ist meine Milchschaumtasse weg. Abgeräumt. Ich schmolle ein wenig und knabbere an meinem Cookie. Service ist ja schön und gut, aber der Nachbartisch stand schon bei unserer Ankunft verlassen da und schrie regelrecht nach jemandem, der ihn von der Last schmutziger Tassen, Teller und eines übervollen Aschenbechers befreite. Das stand natürlich immer noch so da wie vorher.

Doch genug geschmollt. Das Großstadtleben wartet, auf dem Hackeschen Markt hat Janek einen Wochenmarkt entdeckt, und er will noch zum Alexanderplatz, eine Bratwurst essen. Ich werfe einen kurzen Blick auf seinen nur zu einem Viertel verzehrten Schoko-Cookie und beschließe, heute mal großzügig zu sein und nicht zu erziehen. Die Atmosphäre im "Starbucks" hat mich so entspannt, dass ich bereit wäre ihm alle Bratwürste der Welt zu kaufen, bestünde auch nur die geringste Chance darauf, dass das einen Sinn ergibt.


*** Diesen Bericht habe ich auch auf anderen Plattformen veröffentlicht.

26 Bewertungen, 9 Kommentare

  • topware2002

    08.03.2006, 20:39 Uhr von topware2002
    Bewertung: sehr hilfreich

    !!!!!! SH !!!!!!

  • anonym

    07.03.2006, 17:54 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...sh...*g*...Lg, Christina

  • WreckRin

    07.03.2006, 15:25 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg, freu mich über Gegenbewertungen

  • morla

    07.03.2006, 15:22 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • skorbut

    07.03.2006, 14:40 Uhr von skorbut
    Bewertung: sehr hilfreich

    leider gibts bei mir in der nähe kein starbucks!

  • hollakardinahl

    07.03.2006, 14:33 Uhr von hollakardinahl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mein kleines ostwestfälisches Kaff ist Starbucks-frei... und wirds wohl leider auch lange bleiben! Schöner Bericht! Liebe Grüße... und eine Gegenlesung ist fast so gut wie ein White chocolate mocca!

  • lemsi

    07.03.2006, 14:08 Uhr von lemsi
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Zzaldo

    07.03.2006, 13:59 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht. ein sh von mir. LG Stephan

  • April

    07.03.2006, 13:59 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Absolut pfiffig geschrieben! Hatte sehr viel Spaß beim Lesen! Schon die Einleitung ist sehr witzig! Gruß an den Sohn: Früh übt sich, was ein Genießer werden will ;-)! LG April