Das geheime Fenster (DVD) Testbericht

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Das-geheime-fenster-dvd-thriller
ab 3,79
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011

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Erfahrungsbericht von IQIQIQ

Ein Fenster in die Abgründe der Seele

Pro:

Darsteller, Spannung, Bildsprache, gepflegter Grusel

Kontra:

Insideranspielungen scheinen nicht allen verständlich zu sein

Empfehlung:

Ja

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Die Story:
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Der erfolgreiche Autor Mort Rainey hat vor sechs Monaten seine Frau Amy mit einem anderen im Bett erwischt und sich von ihr getrennt. Seither lebt er zurückgezogen mit seinem Hund in einer entlegenen Hütte und pflegt seine Schreibblockade.
Eines Tages taucht dort ein gewisser John Shooter auf, der behauptet, Mort hätte eine Kurzgeschichte von ihm gestohlen. Obwohl ihm Shooter von Anfang an unheimlich ist, glaubt er zunächst, die Sache einfach klären zu können. Doch am nächsten Tag liegt Morts Hund tot vor der Tür. Mort muss nun beweisen, dass die Geschichte von ihm stammt, und das scheint zunächst simpel: Er hat die Geschichte schon veröffentlicht zwei Jahre bevor Shooter sie geschrieben haben will. Als Beleg dafür könnte Mort ein Magazin vorlegen, in dem sie damals erschienen ist – allerdings befindet sich das noch bei Amy.
Doch dann wird die Sache immer unheimlicher: Shooter verlangt nun, dass die Geschichte ein anderes Ende bekommen soll. Und dann geschehen in Morts Umgebung mehrere Morde. Bald glaubt nicht einmal die Polizei nicht mehr an Morts Geschichte. Und immer mehr deutet darauf hin, dass Amy und ihr neuer Freund Mort vernichten wollen.
Oder gibt es eine ganz andere Lösung? Eine viel gruseligere?



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Anmerkungen zum Film
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Johnny Depp hat einige Filme gemacht, die zwar durchaus alle auch seine typische schräge Weltsicht verkörpern, aber insgesamt doch ein wenig aus seinem übrigen Filmschaffen hervorstechen. Dazu würde ich „From Hell“, „Die neun Pforten“ und auch „Das geheime Fenster“ zählen, ohne überhaupt so genau sagen zu können, was diese Filme von seinen anderen so deutlich unterscheidet – aber wenn man sie anschaut, fällt diese unterschwellige Ähnlichkeit trotzdem auf.
Damit möchte ich nicht sagen, dass diese Filme besser oder schlechter als seine anderen wären. Ich glaube nur, dass die Chancen gut stehen, dass jemandem, dem einer dieser Filme gefällt, auch die anderen gefallen werden – selbst dann, wenn derjenige ansonsten gar nicht unbedingt ein Johnny Depp-Fan ist. Ebenso habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass es Leute gibt, die eigentlich Johnny Depp-Fans sind, aber ausgerechnet mit diesen drei Filmen gar nichts anfangen können.
Bei mir ist es zwar so, dass ich sowohl diese Filme als auch die übrigen mit Johnny Depp mag, aber auch ich erkenne, dass sie auf eine gewisse Art zusammen gehören.

Nun aber zum Film selbst: Die Geschichte basiert auf einer Story von Stephen King, und zwar einer, die trotz der gruseligen Geschehnisse eigentlich kein Horror ist, sondern ein Psychothriller, auch wenn er psychische Vorgänge in die Außenwelt verlegt – aber eben nicht zu Monstern macht, wie das Horrorfilme tun.
Ein Fakt daran scheint ein Problem zu sein, nämlich dass die Hauptfigur, deren Psyche hier insbesondere beleuchtet wird, Autor ist. Aus den Reaktionen einiger meiner Freunde, mit denen ich den Film gesehen habe, kann ich schließen, dass sicherlich manche Szene dort ein „Insiderwitz“ ist oder zumindest Insiderkenntnisse verlangt, um sie vollständig nachvollziehen zu können. Daraus folgt, dass viele die Auflösung des Films nicht ganz kaufen, wo sich ja auf wirklich extreme Weise die Innen- und Außenwelt des Autors vermischen. Nun ist – hoffentlich! – nicht jeder Autor gleich ein Psychopath, aber dass der Schritt von dem, was während der Arbeit im Kopf eines Autors passiert (nämlich dass die Geschichte, an der er schreibt, mindestens ebenso wichtig wird wie das reale Leben) nicht so unvorstellbar groß ist, leuchtet mir durchaus ein, einigen meiner Freunde aber offenbar nicht (vielleicht zum Glück, wer weiß, wie lange sie sonst noch meine Freunde wären ;-) ).
Ich denke aber, dass alle, die bereit sind, sich auf eine Reise ins Innere des Kopfes eines Autors einzulassen, durchaus eine gute Chance haben, Freude an diesem Film zu haben.

Was mir besonders gut gefällt, ist die skurrile Bildsprache, über die sehr viel transportiert wird, was im Film gar nicht ausgesprochen wird – und auch gar nicht ausgesprochen werden muss. Am besten gefällt mir dabei eine Einstellung, in der Mort in den Spiegel schaut und sich sieht – von hinten! Aber auch das Ende des Films, das allerletzte Bild, ist so ein Beispiel: Dadurch, dass all das, was es impliziert, nicht ausgesprochen wird, bleibt es einem besonders eindrucksvoll im Gedächtnis.

Der Film ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben, was mir angemessen erscheint, im Vergleich zu manchen Filmen mit FSK12 erscheint die Altersfreigabe sogar recht hoch (aber nachvollziehbar) angesetzt zu sein.



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Der Regisseur und Drehbuchautor:
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Regisseur und Drehbuchautor David Koepp hat als Drehbuchautor wesentlich mehr bekannte Filme realisiert als als Regisseur, darunter „Spider-Man“, „Panic Room“ und „The Lost World: Jurassic Park“. Ich finde aber, dass er in „Das geheime Fenster“ auch als Regisseur eine gute Leistung gebracht hat, teilweise auch mit einer schlichten, aber ungewöhnlichen Bildsprache, die mehr aus der Geschichte als aus technischen Spielereien kommt und mir deshalb ganz besonders gefällt.



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Die wichtigsten Schauspieler:
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In allererster Linie ist hier natürlich wieder einmal Johnny Depp zu nennen, auch, aber nicht nur wegen seiner großartigen schauspielerischen Leistung, vor allem aber, weil seine Figur auch tatsächlich den ganzen Film dominiert. Es gibt kaum Szenen, in denen er nicht vorkommt. Eine Leistung wie seine ist daher auch absolut nötig, um dem Film Klasse zu geben.
Johnny Depps beste Rolle könnte ich gar nicht herauspicken – Jack Sparrow in „Fluch der Karibik“ gehört mit Sicherheit dazu, „Edward mit den Scherenhänden“ als seine erste Kinorolle sollte man unbedingt gesehen haben, aber auch viele andere.

Sein Gegenpart in diesem Film ist John Turturro als Shooter. Auch seine Darstellung ist mehr als gelungen, seine Art, die Rolle zu spielen, ähnelt in meinen Augen der Herangehensweise von Johnny Depp an seine Rollen, was dazu führt, dass die beiden auf eine unterschwellige Weise hervorragend zusammenpassen.
Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Film zwar schon John Turturros auffälliges Gesicht kannte – unter anderem als Ambrose Monk, dem Bruder von Adrian Monk in der Fernsehserie, seinen Namen hatte ich mir aber noch nicht gemerkt – was sich aber mit „Das geheime Fenster“ geändert hat.



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DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Spieldauer: 92 min.
FSK 16

Der Film liegt auf der DVD in englischer Originalaudiofassung und deutscher Synchronfassung vor.
Untertitel gibt es für Englisch, Deutsch und Türkisch. Darüber hinaus muss man für die (nur englischsprachigen) Extras die normalen deutschen Untertitel auswählen, wenn man denn welche haben will, und für Untertitel zum Audiokommentar muss man die speziellen deutschen Untertitel zum Kommentar auswählen.


„Zusätzliche Filminfos“:
„Kommentar Regisseur“: Das ist der Audiokommentar von Regisseur David Koepp. Er redet vor allem über den Dreh selbst, viel auch über Kameraarbeit und Einstellungen, teilweise dann aber auch über seine Absichten und Gedanken dazu. Obwohl er eigentlich über die Sachen spricht, die mich interessieren würden, finde ich den Kommentar trotzdem nicht allzu interessant. Vieles ist einfach zu wenig auf den Punkt oder zu allgemein gehalten. Vielleicht wäre es aber ein guter Einstieg für Leute, die sich für die Hintergründe der Filmarbeit interessieren, aber noch keine Vorkenntnisse haben.

„Entfallende Szenen“:
Hier finden sich vier Szenen, die im endgültigen Film nicht mehr vorkommen, und die entweder einzeln oder alle nacheinander abgespielt werden können. Zwei davon kann man wahlweise mit Kommentar des Regisseurs anhören.
Ich finde, dass die Szenen zu Recht entfallen sind. Höchstens die verlängerte Endszene ist vielleicht interessant, aber ich finde die kürzere, wie sie im Film zu sehen ist, besser. Das, was die andere noch zeigt, denkt man sich eh dazu – und vermutlich gruseliger, als die gefilmte Szene ist.

„Filmdokumentationen“:
Hier finden sich drei Features, die man wiederum einzeln oder komplett abspielen kann:
„Vom Buch zum Film“: Hier geht es maximal schwerpunktmäßig um die Adaption des Buches. Neben dem Regisseur und Drehbuchautor, der natürlich über die Romanvorlage spricht, kommen beispielsweise auch Johnny Depp und Joe Turturro zu Wort, die über ihre Figuren sprechen.
„Wir einen Blick durch ,Das geheime Fenster’“: Eigentlich schließt dieses Feature übergangslos daran an, es geht nun schwerpunktmäßig stärker darum, wie der Film in Szene gesetzt wurde und was der Regisseur sich dabei dachte.
„Verborgenes wird sichtbar“: Weiter geht es dann schwerpunktmäßig um den psychologischen Hintergrund der Hauptfigur, natürlich auch aus Sicht des Regisseurs und in Bezug auf die filmische Umsetzung. Vielleicht das interessante Feature der DVD, da es erläutert, wie man die Abgründe der Seele bildlich darstellt.
Insgesamt sind die Features interessant, wirken aber jeweils ein wenig zu unpointiert, zu wenig „auf den Punkt“, um als absolut erstklassig durchgehen zu können.

„Animationen“:
Auch hier finden sich wieder mehrere Features, die einzeln oder komplett abspielbar sind. Es handelt sich um (grobe) Animationen, mit denen man die Filmarbeit, einzelne Einstellungen und insbesondere Kamerafahrten vorausgeplant hat.
Es handelt sich im Einzelnen um den „Filmvorspann“, „Mort schiebt das Auto auf die Klippe zu“, „Shooter ist Mort“ und „Kamerafahrt in den Garten“.
Für mich kein so wahnsinnig interessantes Feature.

„Trailer“:
Hier findet sich nicht nur der Originaltrailer zu „Das geheime Fenster“, sondern auch noch welche zu „Gothika“, „Identität“, „The Missing“, „Panic Room“ und „Stephen King presents Kingdom Hospital“ – eine relativ gute Auswahl, die immerhin beweist, dass die Macher der DVD wissen, zu welchem Genre der Film gehört und was die Zuschauer vielleicht noch interessieren könnte!



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Fazit:
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Für mich ist auch dieser Johnny Depp-Film absolut sehenswert. Man sollte sich allerdings klarmachen, dass es ein Film ist, der einem Normalzuschauer einiges an Wissen über oder zumindest Akzeptanz für die kruden Vorgänge im Kopf von Autoren abverlangt.
Die DVD ist recht ordentlich ausgestattet und noch dazu günstig erhältlich.

79 Bewertungen, 21 Kommentare

  • nadjasturm

    22.07.2011, 16:25 Uhr von nadjasturm
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hi! Toller Bericht, Film hat mir auch gefallen!

  • LittleSparko

    15.11.2006, 23:57 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • JFK2001

    15.11.2006, 18:33 Uhr von JFK2001
    Bewertung: sehr hilfreich

    Irgendwie hat der Film meine Erwartungen nicht erfüllt, ich fand ihn relativ vorhersehbar.

  • Sommergirl

    07.11.2006, 16:03 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Es gab doch mal was ähnliches mit Cuba Gooding Jr.....

  • sinfortuna

    06.11.2006, 21:09 Uhr von sinfortuna
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein absolut unspektakulärer, aber tiefgründiger Film, der irgendwie seltsam rüberkommt. Leicht abgefahren. Und daher gut, nicht zuletzt dank Johnny Depp.

  • sudden23

    05.11.2006, 01:27 Uhr von sudden23
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Martin

  • anonym

    30.10.2006, 10:56 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • anonym

    29.10.2006, 23:18 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • stegi

    29.10.2006, 17:05 Uhr von stegi
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Martin

  • krullinchen

    28.10.2006, 23:53 Uhr von krullinchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    *sehr hilfreich*... Ich wünsche noch einen schönes Rest-Wochenende! Liebe Grüße Bine

  • pointofview

    28.10.2006, 23:41 Uhr von pointofview
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe selten einen Schauspieler der neuen Generation gesehen, der so wandelbar ist, wie Johnny Depp. Leider bin ich kein Fan der Steven King "Idiologien", deshalb gefiel mir der Handlungsstrang insgesamt auch nicht so gut. Das Ideen-Konstrukt

  • anonym

    28.10.2006, 19:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Birgit :-)

  • Baby1

    28.10.2006, 16:42 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und schönes WE Anita

  • luxusklasse1

    28.10.2006, 12:20 Uhr von luxusklasse1
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh + lg

  • anonym

    28.10.2006, 11:44 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    was ich nicht so gut fand, das der Film ein anderes Ende hat als das Buch

  • MOFFt

    28.10.2006, 10:29 Uhr von MOFFt
    Bewertung: sehr hilfreich

    wollt ich mir schon lange mal ansehen - grüsse MOFFt

  • morla

    28.10.2006, 02:32 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Sweeaty

    28.10.2006, 00:16 Uhr von Sweeaty
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht! :) liebe grüße!!

  • dadolger

    27.10.2006, 23:59 Uhr von dadolger
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH LG Mark

  • LilaLisa

    27.10.2006, 23:41 Uhr von LilaLisa
    Bewertung: sehr hilfreich

    TOLLER Bericht! Liebe Grüsse Lisa :-)

  • Gozo-Bernie

    27.10.2006, 23:29 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus dem Sueden - bernie