Vor kurzem bin ich auf die DSLR-Fotografie umgestiegen. Hierfür habe ich mir von einer Bekannten eine gebrauchte Canon EOS 30d gekauft. Da mein Budget begrenzt und durch die Kamera schon ziemlich erschöpft war, reichte es leider nur noch für das KIT-Objektiv. Dies ist allerdings nicht wirklich schlimm, da ich meist sowieso mit meiner Bekannten losziehe, um Fotos zu machen und ich ihr reichhaltiges Equipment mitbenutzen darf. So waren wir neulich auf einem Konzert, wo ich sehr intensiv ihr
Tamron 28 - 75 / 2.8 XR DI LD ASP IF Macro
testen konnte.
Der Name des Objektivs ist ganz schön lang und beinhaltet viele Abkürzung, was genau sie bedeuten, versuch ich jetzt zu erklären:
Tamron - Ein Dritthersteller, der Qualitäts-Objektive zu relativ günstigen Preisen anbietet. 28 – 75 – Brennweite 2,8 – maximale Blendenöffnung über den gesamten Brennweitenbereich XR – Kompakte Bauweise, trotz mehr Lichtstärke DI – Angepasst an die hohe Qualität digitaler SLR und trotzdem an Vollformat nutzbar (Tamron Di II – Serie ist nur an Crop-Kameras nutzbar) LD - Low Dispersion - spezielle Linsen zur Reduzierung von chromatischen Aberrationen ASP - Aspherical - das Objektiv besitzt (eine) asphärische Linse(n) - spezielle Linsenkonstruktion zur Korrektur des Brechwinkels IF – Innenfokussierung – Die Frontlinse dreht beim Fokussieren nicht selbst mit, dadurch lassen sich Verlaufsfilter leichter verwenden. Macro – Kein richtiges Makro-Objektiv, aber durch seine relativ geringe Nahgrenze von 33 cm, erreicht es am langen Ende (75 mm) immerhin einen Abbildungsmaßstab von immerhin 1:2, wodurch die Bezeichnung Macro erlaubt ist.
***Technische Daten***
- Abmessungen: Ø 73 x 92 mm - Gewicht 510g - Autofokus - Brennweite von 28mm bis 75 mm - Zoomfaktor: 2,7 - Größte Blende: 2,8 - Kleinste Blende: 32 - Bildwinkel: 75° - 32° - Optischer Aufbau (Linsen/Gruppen): 16/14 - Anzahl Blendenlamellen: 7 - Abbildungsmaßstab: 1:3,9 - Naheinstellgrenze 0,33m - Gegenlichtblende: ja - Filtergewinde: 67 mm - Farbe: schwarz - verfügbar für Canon, Minolta, Nikon, Pentax
***Meine Erfahrungen***
Der Einsatz des Objektivs war für mich anfangs etwas ungewohnt. Mein Canon-Objektiv zoomt gegen, das Tamron im Uhrzeigersinn, d.h. zum Zoomen musste ich in die andere Richtung drehen. Auch verlängert sich das Tamron beim Zoomen deutlich mehr als mein Objektiv. Das Canon schiebt sich nur etwa einen Zentimeter heraus, das Tamron verlängert sich um etwa 2/3, also knapp 4 cm. Auch daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nach zwei, drei Bilder hatte ich aber keine Probleme mehr damit. Das Handling mit dem Tamron ist ziemlich gut. Das Objektiv ist sehr kompakt, dadurch relativ kurz und vor allem leicht. Da ich selber keinen Batteriegriff hab, fehlt mir das nötige Gegengewicht, um mit schweren Objektiven ordentlich arbeiten zu können. Die Handhabung mit solchen ist für mich, noch relativ ungeübten Fotograf sehr schwer. Diese Probleme hatte ich mit dem Tamron nicht. Ein sehr großer Vorteil ist die maximale Blendenöffnung von 2,8 bei jeder Brennweite. Da im Konzert das Fotografieren mit Blitz nur sehr selten erwünscht ist, kann man durch die 2,8 dennoch genügend Licht auf den Sensor bannen. Ebenfalls hat das Objektiv am langen Ende durch die 2,8er Blende eine sehr geringe Schärfentiefe. Dies ist ideal, um Objekte vom Hintergrund freizustellen und eignet sich sehr gut für Portraits. Einen kleinen Nachteil hat das Objektiv auch, obwohl sich dieser durchaus auch als Vorteil entwickeln kann. Da meine 30d einen Cropfaktor (Verlängerungsfaktor, da kein Vollformat) von 1,6 hat, verlängert sich die Brennweite auf 43 – 120. Dadurch sind selbst am kurzen Ende keine Weitwinkel-Aufnahmen möglich, die Brennweite ist einfach zu groß. Das Objektiv ist also eher für Portraits geeignet. Am langen Ende bekommt das Objektiv durch den Cropfaktor allerdings einen Televorteil, der einem z.B. während eines Konzerts ermöglichte, gute Portraitaufnahmen auch von weiter weg machen zu können. Insgesamt war das Fotografieren mit diesem Objektiv eine echte Freude.
***Bildqualität***
Die Qualität der Bilder ist ausgezeichnet. Selbst bei einer offenen Blende werden die Bilder unglaublich scharf. Der Fokus ist präzise genau dort, wo ich ihn platziert habe, es gibt also auch keinen Fehlfokus. Auf den Bildern ist also genau das scharf, was ich auch scharf haben will. So lässt es sich natürlich sehr gut arbeiten. Die Farben sind sehr gut, es gibt keine Verzerrungen an den Rändern. Die Bilder sehen wirklich klasse aus. Genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Natürlich sind bei weitem nicht alle Fotos etwas geworden, aber das liegt nicht am Objektiv, sondern eher an meiner noch ungeübten Hand.
***Fazit***
Das Tamron 28 – 75/ 2.8 ist ein wirklich hervorragendes Objektiv. Gerade für Portraitaufnahmen, auch von etwas weiter weg, ist es sehr gut geeignet. Durch die 2,8er Blende ist man nicht so sehr abhängig von gutem Licht wie z.B. bei meinem KIT-Objektiv. Die Handhabung war am Anfang etwas ungewohnt, aber doch schnell erlernbar. Das Handling war einfach, die Qualität der Bilder 1a. Es deckt einen den mittleren angefangenen Telebereich ab. Da es mir derzeit noch an Geld fehlt, werde ich mir vorerst keine eigenen Objektive zulegen. Wenn es dann aber endlich mal soweit ist, wird das 28 – 75/ 2.8 von Tamron mit Sicherheit dabei sein, da es ja gebraucht schon für etwa 250 Euro zu haben ist.
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