VW Sharan Testbericht

Vw-sharan
Vw-sharan
Abbildung beispielhaft
ab 61,46
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  gut
  • Fahrkomfort:  gut
  • Platzangebot:  großzügig
  • Zuverlässigkeit:  gut

Erfahrungsbericht von BjoernS

EIN VAN FÜR BIS ZU 10 PERSONEN

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Auf unserer Wettkampffahrt nach Esbjerg haben wir die benötigten Fahrzeuge vom örtlichen Avis-Händler erhalten. Und da die Teilnehmer nicht nur ihre Sportsachen sondern auch Isomatten, Schlafsäcke und ähnliches mitnehmen mussten, hat sich ein Multivan einfach angeboten. Die Wahl viel auf den VW Sharan und auf den Opel Zafira. Im heutigen Bericht geht es zunächst einmal um den VW Sharan.

Allgemeines
Der VW Sharan ist ein Multivan mit insgesamt 7 Sitzplätzen. Die beiden hinteren Sitze sind ausbaubar. Bei allen hinteren Plätzen lassen sich die Rückenlehnen abklappen, so dass mehr Stauraum entsteht.
Das Fahrzeug hat eine 85-kW-Motor mit 2 Litern Hubraum und läuft laut Herstellerangaben 180 km/h. ABS, ESP, Fahrer-, Beifahrer und Seitenairbags gehören zur Serienausstattung. Da ich das Fahrzeug nur geliehen habe, kann ich über den Preis nichts sagen.

Design & Ausstattung
Das Design des Sharans würde ich persönlich als gewöhnungsbedürftig bezeichnen, wirklich gefallen tut es mir nicht. Das Fahrzeug wirkt von außen klobig, der tiefgezogene Frontteil trägt nicht unbedingt zur Übersichtlichkeit bei.
Innen sieht es dann schon besser aus. Die Instrumente muten ein wenig nostalgisch an, sind aber sehr gut ablesbar. Die blaue Beleuchtung wirkt beruhigend (genauso, wie es in manchen Werbespots versprochen wird :-)). Diverese Ablagemöglichkeiten schaffen Platz, so gibt es eine spezielle Ablage vorne, ein kurzes Handschuhfach und noch ein zusätzliches Fach auf der Beifahrerseite. Die Bedienelemente entsprechend der deutschen Standardausstattung und sind sehr gut erreichbar. Lediglich die Klimaanlage ist ein wenig tief angebracht, so dass man ziemlich weit runtergreifen muss, um entsprechende Einstellungen zu verändern. Normalerweise verändert man die Einstellungen einer Klimaanlage aber nicht, weshalb dies auch kein echter Nachteil ist.
Die Vordersitze sind mit einer zusätzlichen, hochklappbaren Armstütze ausgestattet, allerdings nur auf der türabgewandten Seite – in meinen Augen etwas unglücklich, da der Abstand zwischen Tür und Sitz recht groß ist. Eine hochklappbare Armlehne auf der Türseite wäre von Vorteil.
Die Fenster lassen sich alle vollständig elektrisch bedienen, von Vorteil ist es, dass man diese Bedienung vom Fahrerplatz aus sperren kann – vor allem, wenn man spielwütige Jugendliche im Auto hat. Selbstverständlich können auch die Spiegeleinstellungen elektrisch verändert werden. Leider sind weder die elektrischen Fensterheber noch die Spiegeleinstellung Bestandteil der Serienausstattung.

Platzangebot
Das Platzangebot würde ich insgesamt als gut bezeichnen. Auch große Menschen haben im Fahrersitz bequem Platz, ohne dass die dahinter sitzenden Passagiere eingeengt werden. Wir haben die hinteren beiden Sitze abgeklappt, um dort das Gepäck zu lagern und somit auf der mittleren Rückbank 3 Personen platziert. Dies ist auch bei längeren Fahrten kein Problem, der Raum ist ausreichend.
In Esbjerg haben wir dann den ultimativen – wenn auch illegalen – Platztest gemacht: 10 Personen im Sharan. Dabei saßen vorne der Fahrer und der Beifahrer (natürlich die Betreuer :-)), auf der Mittelbank 4 Jugendliche, auf den beiden hinteren Sitzen 2 Jugendliche und im verbleibenden Raum zwischen letztem Sitz und Kofferklappe der letzte Jugendliche. Man kann diese Anordnung sicherlich nicht als gut bezeichnen, aber für kurze Fahrt zur Sporthalle oder zum Strand ist es durchaus machbar. Allerdings möchte ich so nicht länger als 10 Minuten fahren, da die Passagiere doch sehr sehr eingeengt sind.
Mehr Platz im Heck erhält man, wenn man die hinteren beiden Sitze ausbaut, aber auch im abgeklappten Zustand ist der entstehende Laderaum okay. Benötigt man allerdings alle Sitze, verbleibt so gut wie ein Gepäckraum mehr – der Abstand zwischen letzten Sitz und Klappe beträgt nur etwa 35 cm, nicht gerade viel.

Fahrverhalten, Handling
Das ein Van empfindlich auf Seitenwind reagiert kann man erwarten, weshalb es hierfür auch keine Abzüge gibt. Allerdings wird das Fahrwerk bei voller Beladung und Geschwindigkeiten über 130 km/h schnell schwammig und man hat als Fahrer alle Hände voll zu tun, um das Fahrzeug in der Spur zu halten – ein fetter Minuspunkt hierfür. Auch im Stadtverkehr war ich nicht wirklich vom Fahrwerk überzeugt, einzelne Bodenwellen werden zwar gut „geschluckt“, bei mehreren aufeinanderfolgenden Stößen neigt das Fahrwerk aber dazu, sich auf zu schaukeln. Die angegebene Endgeschwindigkeit von 180 km/h wird locker erreicht und sogar überschritten. Aber aufgrund der genannten Fahrwerksprobleme macht es einfach keinen Spass, so dass man sich am besten im 120er Bereich aufhält.
Ebenfalls eher negativ fällt die Sicht auf. Zwar hat das Fahrzeug – wie jedes andere auch – eine wunderschöne Frontscheibe, nur sieht man dummerweise vom Fahrerplatz aus den vordern Wagenteil nicht, so dass gerade Ein- und Ausparken zu einem eher schwierigen Unterfangen wird, vor allem dann, wenn man den Wagen noch nicht so gut kennt. Auch die Seitensicht ist eher mittelprächtig, die vorderen kleinen Dreiecksfenster sind zwar dekorativ aber nutzlos, da die Sicht hier durch einen Holm blockiert wird.
Positiv ist die Lenkung, die spielfrei und leicht zu bedienen ist und zu jederzeit den Lenkbewegungen präzise folgt. Das Lenkrad lässt sich übrigens in der Höhe verstellen, so dass der Wagen „gut in der Hand liegt“.

Sonstiges
Positiv aufgefallen ist mir das Fahrerhandbuch, welches sehr gut strukturiert ist und einen guten Überblick verschafft. Auch die Detailbeschreibungen sind gut verständlich und leicht zu finden.
Die beiden rückwärtigen Seitenfenster im Ladebereich lassen sich ebenfalls aufklappen, allerdings befinden sich die Bedienelemente hierfür nicht bei den anderen Fensterhebern sondern neben den Schalthebel. Dabei ist die Kennzeichnung ziemlich verwirrend – also ich wäre ohne Handbuch nicht darauf gekommen, wofür diese Knöpfe sind :-)
Die Verarbeitung im Innenbereich entspricht einem guten Standard, ich würde sie nicht als herausragend bezeichnen, aber sie ist auch nicht schlecht. Die Hecklappe öffnet sehr hoch, so dass auch große Menschen beim Beladen des Fahrzeuges nicht Gefahr laufen, sich den Kopf zu stoßen.

Fazit
Insgesamt ist der VW Sharan nicht schlecht. Das Platzangebot ist gut, die Standardausstattung und die Verarbeitung ebenfalls. Als mangelhaft würde ich das Fahrwerk bezeichnen, weshalb ich insgesamt auch nur eine 3 vergebe – der Mangel ist einfach zu groß. Ein durchschnittliches Auto, welches man empfehlen kann – vor allem, wenn man mit Jugendlichen eine mehrstündige Fahrt vor sich hat. Ich habe die insgesamt knapp 1000 Kilometer mit diesem Wagen gut überstanden und würde das Fahrzeug für ähnliche Zwecke wieder nehmen - privat kaufen würde ich mir den Sharan allerdings nicht.

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Cu easywk