Schafkopfen Testbericht
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Erfahrungsbericht von Haber
Nebenverdienst gefällig?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
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Ein typisches Bild in einer bayrischen Gaststätte. Vier ältere Herren sitzen an einem (verrauchten) Tisch und zocken um
die Wette. Sie spielen Schafkopf, was ich auch in meiner Freizeit ab und zu mache. Ich rufe meine Freund an und wir
vereinbaren einen bestimmten Termin. Dann treffen wir uns bei irgendjemandem und spielen einen Abend lang bei Verpflegung
(Pizza,Cola,Chips,Zigaretten). Man könnte nun behaupten, ja der Verlierer ist betrogen worden. Er hat einfach keine guten
Karten bekommen. Dem ist aber nicht so. Sicherlich gehört ein bestimmter Prozentsatz Glück dazu, aber
das Spiel ist meiner Meinung nach kein Glücksspiel, oder besser gesagt kein reines Glücksspiel.
Man muss auch taktisch clever agieren können, das heißt, nicht unbedingt alles stechen wollen, sondern die wichtigen
(Big Points) zu machen. Mit der Zeit bekomnt man ein gewissen Gespür für bestimmte Spielsituationen. Hat man diese am
Anfang noch nicht gemeistert, so weiß man jetzt, welche Karte man unbedingt anspielen sollte und auch wesahalb dies so
sein muss. Zum Spiel selbst gehört auch ein bisschen Köpfchen, das heißt, im angetrunkenen Zustand verliert man leicht die
Hemmungen, was man anschließend daran merkt, dass kein Pfennig mehr in der Schüssel ist.
Das Spiel wird zumeist mit der "kurzen Karte" gespielt, also mit 24 Karten.
Bei vier Spielern also 6 Karten für jeden. Dann gibt es unterschiedliche Spiele.
Die Spiele, Wertigkeit der Karten
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Ein Rufspiel mit einem As zu der eigenen passenden Farbe. Dann spielen 2 vs. 2.
Oder man spielt allein gegen alle, dann kann man ein Solo ansagen. Dann werden alle Ober und Unter als Trumpf gewertet und
jeweils die entsprechende Farbe, die man natürlich ansagen muss. Ein Spiel hat man mit 61 Punkten als Spieler gewonnen.
Weiterhin kann man "heiraten", das heißt, der eine Spieler schiebt einen Trumpf (auf Herz-Solo), der andere nimmt ihn und
schiebt im Gegensatz dazu eine "Fehlfarbe" (also keinen Trumpf, einen Nichttrumpf). Dann kann ein Wenz (nur Unter sind Trumpf)
gespielt werden, bei einem Bart stechen nur die Könige. Ein Geier (nur Ober Trumpf) kann auch gespielt werden.
Die vier Farben, die es beim Schafkopf gibt, sind Eichel, Grün (oder Blatt), Herz und Schelln.
Haben bei einem Sollo beide 60 "Augen" (da ja 120 Punkte im Spiel sind: As=11, 10er=10, König=4, Ober=3, Unter=2, 9er=0), so hat
der Spieler (also derjenige, der das Solo gespielt hat) verloren, außer einer der Gegner hat ein "Kontra" ausgesprochen. Das bedeutet,
er meint das Spiel zu gewinne, muss also 61 Punkte vorweisen können. Darüber hinaus gibt es noch einen ..."tout", das heißt, m
der Spieler gibt vor, alle Stiche und so mit Punkte zu machen. Gelingt ihm das, wird der Preis zum Schluss verdoppelt.
Dies geht oftmals hin und her, wenn sich jeder sicher ist.
Dann schlagen alle an die Karten und rufen "Kontra", "Re", "Sub", "Resub", "Hirsch", ..... wobei wir schon beim Preis eines
Spiels wären.
Die Preisbildung
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Man kann mit "Legen" spielen, "20-10, 20-5" (so heißt es bei uns),.... kompliziert, aber man muss nur immer nach dem einen
Strickmuster bei der Berechnung vorgehen. Zuerst einmal gehen wir von einem Spielsystem 20-10 aus, das heißt ein Rufspiel
kostet 10 Pfennig, Schneider (weniger als 31 Punkte nach dem Spiel) kostet weitere 10 Pfennig, Schneider schwarz (keine Punkte)
ebenfalls 10 Pfennig. Ein Solo kostet 20 Pfennig, Schneider, Schneider schwarz widerum 10 Pfennig. Bei einem Rufspiel mit Schneider
kann man also 20 Pfennig verlangen. Ein Solo Schneider schwarz kostet beispielsweise 40 Pfennig. Darüber hinaus werden noch
die "Laufenden" bezahlt, was bei einem Rufspiel, einem Geier oder einem Solo die Ober (Eichel Ober, Grün Ober, Herz Ober, Schelln Ober)
sind. Ausbezahlt wird ab einer Anzahl von drei (also man braucht alle Ober bis einschließlich Herz Ober, um diese
"Gratifikation" zu erhalten). Jeweils 10 Pfennig pro Ober. Bei einem Geier sind es ja bekanntlich die Ober. Beim Wenz
müssen laufende Unter bezahlt werden, beim Bart die laufenden König.
Als Gegenspieler kann man ein Kontra geben, das den Preis verdoppelt.
Haber-Formel:
Spiel Rufspiel 10/Rest 20 Pfennig
Schneider + 10 Pfennig
Schneider schwarz +10 Pfennig
Anzahl der Laufenden +jeweils 10 Pfennig
Verdoppeln für Tout (evtl.)
=Betrag1 (diesen dann mal so oft verdoppeln, sooft abwechselnd Kontra gegeben wurde = Endbetrag :-) einfach oder
Anleitung, Tricks, etc.
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Eine Anleitung zu dem Spiel kann man schwer geben, man muss die Spielerfahrung selber sammeln. Am Anfang gerät man in ein
Loch, da man noch nicht alle Tricks kennt, Spielsituationen erscheinen unsinnig und man verliert "ständig" (sehr oft auf
jeden Fall). Trotzdem lohnt sich das Spiel, weil es zum bayrischen Brauchtum einfach mal dazugehört.
Hier nun einige Tricks:
- man kann mit erfahrenen Spielern als Anspieler einen Tout spielen, obwohl man einen 10er blank als Fehlfarbe hat, da
sich die meisten (zu 60 %) eine doppelte Farbe aufheben, weil niemand dem Spieler zutraut, dass er quasi "blufft"
- ausholen (frech spielen) um einen Kontra bei einem Rufspiel vorzutäuschen, um anschließend selber ein "Re" zu geben,
weil man mit dem Spieler zusammenspielt (dies sollte man nur in gewohnter Runde tun, ist nicht besonders fair)
- die Ausdrücke "Raus" und "Geht" verwenden, was bedeutet: bei Raus ein As bringen, bei Geht eine Farbe, die man besonders
oft hat, damit der andere sie stechen kann und der Spieler unter Umständen sogar zugeben muss
- eine Hochzeit verhindern, indem man einen "Notsolo" oder einen "Notbart" spielt (oder sonst was), nur damit die Hochzeit
nicht stattfinden kann. Das kann aber auch sein, dass man sich ein Kontra einfängt und man selber draufzahlt. Doch
eine Hochzeit kostet im Normalfall schon 50 Pfennig. Vielleicht spielt derjenige selber was, weil er ausgezeichnete Karten hat
und er den Trumpf gar nicht sooo dringend benötigt.
- sich blind verständigen, was mit der Zeit von selbst kommt, man kennt die Spielweisen der anderen Spieler
- angenommen, man hat nur noch kleine Trümpfe, auf keinen Fall den niedrigsten anspielen, auch nicht unbedingt den höchsten
der drei Karten, zu 90 % den mittleren nehmen, der andere sticht, zieht einmal und man selbst sticht am Ende vielleicht
mit einer hohen Punktzahl
Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Vielleicht date ich den Erfahrungsbericht noch einmal up. Ich frag mal meine Freund,
ob ihnen noch was einfällt. Dann füg ich noch ein paar Tricks, Tipps dazu.
Fazit:
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Ein Spiel, das man auch 24 Stunden spielen kann. Langweilig wirds nicht, außer man hat kein "Glück", wobei wir wieder
oben beim Berichtanfang angelangt wären.
Ciao und viel Spaß beim Kennenlernen oder beim Tricks-Anwenden
Haber :-)
19 Bewertungen, 4 Kommentare
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14.02.2003, 11:18 Uhr von 0-8-15
Bewertung: sehr hilfreichAlso ich glaube nicht, daß der "kurze" Schafkopf so verbreitet ist, ich kenne viele SK'ler, und nur einer davon spielt regelmäßig einen "kurzen". Und gibts bei euch denn gar kein legen? Wo bleibt den da der Gag? Tr
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12.08.2002, 16:17 Uhr von Cerebro
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht, aber ich spiel Schafkopf seit 12 jahren, und "raus" oder "geht" hab ich noch nie gehört bzw. ist meines wissens auch verboten.
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02.07.2002, 18:21 Uhr von Herzkine
Bewertung: sehr hilfreichIch checks nie...
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27.05.2002, 13:43 Uhr von kenam
Bewertung: sehr hilfreichMit Deinen Tricks läßt sich dem Glück schon ein wenig auf die Sprünge helfen... ;-)
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