Korfu Testbericht

Korfu
ab 126,50
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Erfahrungsbericht von KleineHexe82

Wo die Hexe Urlaub machte...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Anfang Juli verbrachte ich eine Woche Urlaub auf Korfu und zwar in Acharavi. In diesem Ort war ich schon zwei mal, aber beide Male nur zufällig, nicht aus besonderer Vorliebe für den Ort. Vor einigen Jahren war ich mit meinen Eltern dort und sie hatten dieses Reiseziel ausgesucht und diesmal war ich mit meinem Freund auf der Suche nach einer möglichst günstigen Griechenland Reise und das Angebot von 419 Euro für das 3,5 Sterne Hotel Beis Beach in Acharavi mit Halbpension, war mit Abstand das attraktivste, dass wir wegen der momentanen Situation auf dem Reisemarkt, bekommen hatten. Da war es mir dann auch nicht mehr so wichtig, dass ich eigentlich schon lieber einen neuen Ort kennengelernt hätte. Aber nun kenne ich mich wenigstens einigermaßen in Acharavi aus und kann Euch bißchen was darüber erzählen.

*****Lage*****

Acharavi liegt an der Nordkiste Korfus. Vom Flughafen Korfu Stadt oder eben Kerkira, wie es eigentlich in der Landessprache heißt, fährt man etwa 45 Minuten mit dem Bus. Ich empfand diese Busfahrt jedesmal als recht abenteuerlich, denn man muss einen recht steilen, kurvenreichen Pass überwinden, dessen Abhänge oft nicht einmal durch eine Leitplanke gesichert sind, was von Bus aus gesehen oft ziemlich krass wirkt. Dazu trägt dann auch noch der oft recht rasante Fahrstil der einheimischen Busfahrer bei, die auch in den schlimmsten Kurven kein Problem damit haben, gleichzeitig mit ihrem Handy zu telefonieren (natürlich ohne Freisprechanlage). Ich war jedenfalls jedesmal froh, wieder heil angekommen zu sein.

*****Der Ort Acharavi*****

Acharavi hat sich erst vor knapp 20 Jahren zu einem Touristenort entwickelt. Einen richtig sehenswerten alten Ortskern gibt es aber eigentlich nicht. Acharavi erstreckt sich zu beiden Seiten der etwa 2 Kilometer langen Hauptstraße und ist sowohl am Strand als auch an der Hauptstraße schon fast mit dem Nachbarort Roda zusammengewachsen. Entlang der Straße findet man unzählige Touristenläden, einige Supermärkte und viele Kneipen und Tavernen. In unregelmäßigen Abständen zweigen kleinere Straßen, die zum Strand führen, ab. Dorthin sind es etwa 500 Meter. Zwischen der Hauptstraße und dem Strand erstrecken sich fast nur Hotels und Appartmentanlagen, die aber recht gut in die Landschaft eingefügt sind, und meist nur ein oder zwei Stockwerke haben. Hotelburgen findet man in Acharavi nicht. Was es allerdings sehr häufig gibt sind Bauruinen. Überall stehen hässliche, grau Betonruinen oder Gebäude, bei denen nur das Erdgeschoss fertig gestellt ist und das erste Stockwerk seit Ewigkeiten aus einem Betonskellet besteht. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass man auf Griechenland einfach drauf los baut, wenn man etwas Geld zusammen hat und die Baustelle dann, wenn das Geld ausgeht erst mal brach liegen lässt. Weitergebaut wird dann oft erst Jahre später oder auch gar nicht mehr...

*****Die Landschaft*****

Acharavi selbst ist sehr flach und nahe am Meer gelegen. Doch gar weit entfernt im Landesinneren erstrecken sich recht hohe Berge, die man vom Strand aus gut sehen kann. Ansonsten fällt auf, dass alles, wie eigentlich überall auf Korfu, ziemlich grün ist. Es gibt viele tropisch aussehende Pflanzen, wie Palmen und besonders die größeren Hotels haben oft sehr schöne, grüne, blühende Gartenanlagen. Auch die Rasenflächen sind sogar im Hochsommer noch grün und nicht braun vertrocknet wie in vielen anderen Urlaubsgebieten. Das liegt wohl hauptsächlich am ziemlich tropischen Klima, auf Korfu ist die Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch, aber natürlich hilft man auch hier noch mit künstlicher Bewässerung der Pflanzen nach. Ein Nachteil, den die vielen Pflanzen mitbringen ist, dass es dadurch natürlich auch viele Mücken und ähnliches gibt, da diese durch Büsche und ähnlichen Gewächsen einen idealen Lebensraum haben. Aber wir haben unseren Urlaub dank einiger Vorsichtsmaßnahmen halbwegs ohne Stiche überstanden.

*****Der Strand*****

Acharavi liegt an einem kilometerlangem Sand-Kies Strand. Einerseits ist der Strand auch recht gut für Kinder geeignet, weil der Weg ins Wasser sehr flach abfallend ist und man noch recht lange stehen kann. Andererseits muss man im Wasser erst einmal mehrere schmerzhafte Meter mit recht spitzen Steinen überwinden, bevor man wieder Sandboden unter den Füßen hat. An einigen Stellen sind aber nur wenige Steine. Das muss man einfach selbst herausfinden. Auch in Bereichen in denen man Liegen mieten kann, wurden die Steine oft eingermaßen entfernt. Zwei Liegen und ein Sonnenschirm kosten übrigens sechs Euro, was noch einigermaßen OK ist. Man hat den Vorteil nicht direkt im Sand oder auf den Steinen zu liegen und vor allem der Sonnenschirm ist sehr hilfreich. Besonders wenn man wie ich relativ sonnenempfindliche Haut hat, die sich nach zwei Tagen direkter Sonnenbestrahlung ziemlich beschwert hat. Wer die Möglichkeit hat sollte sich am besten selbst einen Sonnenschirm mitnehmen, dass ist dann am preiswertesten. Auf jeden Fall aber sollte man an eine Kopfbedeckung denken. Die die es vor Ort zu kaufen gibt sind nämlich ziemlich teuer, was übrigens auch für Sonnencreme gilt. Also auf jeden Fall genug davon mitnehmen.
Was man sich aber auf jeden Fall kaufen sollte, sind eine Luftmatratze oder einen großen Schwimmring. Die kosten zwischen zwei und vier Euro und man sich mit der Luftmatratze gut eine Liege sparen und zudem mit Ring oder Luftmatratze, besonders bei Wellen, sehr viel Spaß im Wasser haben. Das Wasser ist übrigens ziemlich sauber. Bei Wellen wird nur immer etwas Strandgut angespült, aber Algen, Müll oder Quallen findet man in Acharavi nicht.
Auch der Strand ist relativ sauber, zwar nicht so wie in Deutschland, aber es liegen keine gößeren Müllstücke herum und es sind relativ viele Mülleimer vorhanden.
Oberhalb des Strandes liegen übrigens Tavernen und Minimärkte, so dass man immer recht schnell an ein Eis, ein gekühltes Getränk, ein Mittagessen oder auch nur an eine Bildzeitung kommen kann ;)
Ich persönlich würde Acharavi jetzt nicht unbedingt als meinen Traumstrand bezeichnen. Ich stehe mehr so auf richtige, saubere, weite Sandstrände wie man sie bei uns an der Nordsee findet. Aber solche Strände sind in Griechenland sowieso eher selten. Allerdings gibt es auch auf Korfu reine Sandstrände, die viel schöner sind, als der Strand in Acharavi, diese befinden sich allerdings eher im Südwesten der Insel. Gut in Acharavi ist allerdings, dass der Strand nicht zu sehr mit Liegen vollgestopft ist. Sie stehen nur in zwei Reihen und es gibt auch große Strandabschnitte, auf denen sich keine Liegen befinden.

*****Hotels*****

In Acharavi gibt es viele kleinere Hotels oder reine Appartements, aber auch ein paar größere. Dazu zählen das Gelina Village, das Acharavi Beach, oder das Beis Beach, in dem wir wohnten. Ich kann eigentlich nur über das Beis Beach Hotel etwas mehr erzählen. Es befindet sich am westlichen Ende des Strandes und ist ein 1,2-Club, aber auch bei englischen-, schweizer- oder holländischen- Reiseveranstaltern im Programm. Vom Clubprogramm muss man aber nichts mitbekommen, wenn man nicht will. Das Hotel hat bei 1,2-Fly 3,5 Sterne und die nationale Kategorie B. Es hat ungefähr 200 Zimmer, Appartements und Studios auf eine weitläufige Gartenanlage verteilt. Alles war dort recht sauber und gepflegt und auch das Essen war, trotz der 3,5 Sterne sehr vielfältig und genießbar. Und für den Preis, den wir dafür bezahlt hatten, war die Leistung wirklich gut.

*****Restaurants*****

Restaurants findet man entlang der Hauptstraße und am Strand. Wir haben durch die Halbpension aber immer im Hotel gegessen und konnten bei der Hitze immer gerne auf ein Mittgaessen verzichten. Nur am Abreisetag haben wir in einer Taverne am Strand zu abend gegessen. In den Tavernen und Restaurants bekommt man ausser griechischer Küche auch Pizza, Pasta, Pommes, Hamburger und ähnliches. Oft sind die Gerichte allerdings auch ein bisschen englisch ausgerichtet (z.B. seltsame Pizzakompositionen). Die Tavernen am Strand und in der Stadt sind alle recht preiswert, eine Pizza bekommt man meist für unter 5 Euro und für einen griechischen Salat zahlt man etwa 3 Euro. Ausserdem muss man etwa 50 Cent pro Person für ein Gedeck bestehend aus Weißbrot und Butter einrechnen, das man immer automatisch vor dem Essen bekommt.
Die Tavernen, die in irgendeinem Reiseführer erwähnt sind, erkennt übrigens meist auch ohne selbst einen Reiseführer zu besitzen. Dort wimmelt es zu den Hauptspeisezeiten der Deutschen und Engländer dann immer von Gästen, während in benachbarten Restaurants nur wenige Tische besetzt sind.

*****Nachtleben*****

Acharavi ist ein relativ ruhiger Ferienort. Es gibt dort keine richtige Discomeile. Es gibt vielleicht 2-3 an der Hauptstraße verteilte kleine Discos oder Clubs. Ansonsten gibt es viele Cocktailbars und Kneipen, die am Strand und entlang der Hauptstraße verteilt sind. Es gibt einige typische Engländer Kneipen, während in anderen wiederum vorwiegend Deutsche sind. Das Zusammenleben von Engländern und Deutschen gestaltet sich in Acharavi aber als ziemlich gut, was wohl auch daran liegt, dass in Acharavi vorwiegend Familien und Pärchen Urlaub machen.
Außer der Abendgestaltung in Kneipen wird in den größeren Hotels auch fast immer ein Abendprogramm geboten. Zum Pflichtprogramm gehört meist ein griechischer Abend, aber es gibt auch Musicalaufführungen oder Quizshows.
Und außerdem muss man ja auch nicht umbedingt ein wildes Partyprogramm am Abend haben. Viel schöner ist es doch am Strand zu sitzen, oder an ihm entlangzulaufen.

*****Ausflugsmöglichkeiten*****

Wem das am Strand liegen in Acharavi zu langweilig wird, dem bieten sich verschiedenste Ausflugsmöglichkeiten.
Zum einem kann man verschiedenste Ausflüge zu allen Möglichen Sehenswürdigkeiten buchen. Die Reiseveranstalter wie TUI und 1,2-Fly, Neckermann, etc. haben meist recht hohe Preise, so zahlt man pro Person im Schnitt etwa 25 Euro. Die örtlichen Ausflugsanbieter an der Hauptstraße sind um einiges günstiger.
Eine Alternative zum organisierten Ausflug bietet ein eigener Mietwagen oder Roller. Autos kann man in der Regel aber erst ab 23 mieten und bei Rollern ist der Nachteil, dass man meist ohne Helm fahren muss.
Wir hatten uns auf jeden Fall einen Ausflug nach Korfu Stadt vorgenommen. Eigentlich kann man von Acharavi aus 4 mal täglich mit dem Linienbus nach Korfu Stadt fahren, was nur etwa 2,50 Euro kostet, allerdings ist die letzte Rückfahrt schon um 16:00 Uhr, so dass sich das für uns erledigt hatte, da dort nachmittags sowieso vieles geschlossen ist und die Temperaturen zu hoch sind, um durch die Stadt zu laufen. Also blieb uns nichts anderes übrig als für 13,50 mit dem TUI Bus nach Korfu Stadt zu fahren. Dieser Ausflug nennt sich Korfu Shopping und beinhaltet nichts anderes als die reine Busfahrt ohne Reiseleitung oder Stadtführung.
Korfu Stadt lohnt sich wegen der alten verwinkelten Gassen und der italienischen Architektur. Außerdem kann man das alte und das neue Fort besichtigen. In den Gassen der Altstadt gibt es hauptsächlich Touristengeschäfte, Kumquat-, Olivenholz, Leder-, und Schmuckläden, sowie sonstige Souvenirshops und massenweise gefälschte Markenartikel.
Essen in Korfu Stadt ist in der ganzen Innenstadt total überteuert. Überall stehen Kellner, die Leute für ihr Restaurant aufreißen wollen. Aber wer etwas essen will, kann diese Touristenabzocke nur schwer übergehen, außer man isst bei Korfus einzigem Mc Donalds...
Wer von Acharavi aus zu Fuß einen Ausflug machen will, der kann in 30 Minuten am Strand entlang in östlicher Richtung bis nach Roda laufen. Ob das allerdings allzu lohnenswert ist, darüber lässt es sich streiten. Roda ist lebhafter als Acharavi, aber auch sehr von Engländern geprägt. Man findet dort eigentlich keine schönen Kneipen oder Hotels. Wem es in Acharavi abends zu ruhig ist, für den lohnt es sich aber vielleicht doch, abends mal in Roda vorbeizuschauen.
Eine Ausflugsmöglichkeit in Acharavi selbst, bietet der relativ neue Aquapark Hydropolis. Er befindet in östlicher Richtung am Strand oder an der Hauptstraße entlang, neben dem Hotel Gelina Village. Dort gibt es eben verschiedenste Wasserrutschen, Wildwasserrutschen und einige Sportmöglichkeiten. Das Ganze kostet 10 Euro für Kinder und 13 Euro für Erwachsene. Ob es sich lohnt, darüber kann ich nichts sagen, ich selbst war nicht dort, da mir das richtige Meer vollkommen genügte. Für Familien mit Kindern oder Jugendlichen, gerade wenn sie länger als eine Woche in Acharavi sind, ist es aber sicher mal eine gute Alternative zum normalen Strandtag.

*****Fazit*****

Wir haben einen schönen und vor allem eben auch recht preiswerten Urlaub in Acharavi verbracht. Es angenehm, erholsam und eben nicht das große Getümmel. Ich wollt mich ja im Urlaub richtig schön vom Abistress erholen und faul in der Sonne liegen. Diese Anforderungen hat Acharavi gut erfüllt. Wäre Geld allerdings keine Thema bei der Urlaubsplanung gewesen, hätte ich mir wahrscheinlich schon einen anderen Ort ausgesucht, zum einen eben, weil ich schon lieber immer neue Orte kennenlerne als noch einmal am selben Urlaub zu machen, und zum anderen, weil es dem Ort Acharavi und eben auch dem Sand/Kiesstrand dort, schon etwas an Charme fehlen.

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