PKW Allgemein Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Einsetzbar bei Roller, Motorrad und Auto! Einfache Handhabung, geringe Kosten, schnell angebracht (maximal 20 Minuten, wenn man es richtig macht).
- Keine Wartezeit! Billige Reparatur und freundlicher Service.
Nachteile / Kritik
- Hält (trotz Versprechen des Herstellers) nicht sehr lange und sollte NUR als Notlösung eingesetzt werden, umständliche Verpackungsweise, viel Schmiererei während der Anbringung.
- Gibt es hier keine!
Tests und Erfahrungsberichte
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Zügig, sicher und sparsam - Tipps für den Straßenverkehr
05.06.2005, 16:02 Uhr von
Overknees
Irgendwie haben sich hier nur noch Klickzirkel eingenistet... keine Ahnung, wieso solches Volk ni...0Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Entspannt, sparsam und zügig
Da ich bereits einige Autos vorgestellt habe, möchte ich Euch heute mal ein wenig darüber berichten, wie man lange Strecken im Auto möglichst streßfrei und umweltschonend zurücklegt.
Vor Antritt der Reise
So banal es klingt... aber sehr wichtig ist es, ausgeschlafen und ausgeruht eine Reise anzutreten.
Bei sehr vielen kleinen Fehler beim Autofahren werden durch Übermüdung und Erschöpfung gefährliche Situationen daraus.
Das, was man ausgeruht leicht korrigiert, das überfordert einen müden Menschen am Steuer oft deutlich.
Ganz besonders gilt dies für Urlaubsfahrten mit der Familie. Es gibt genug, die am Abend des letzten Arbeitstages in die Ferien starten. Mit Ärger aus der Arbeit im Bauch, Streß vom packen des Fahrzeugs, dazu in gereizter Stimmung und müde wird die Reise angetreten. Im Ergebnis ist so was schlicht nur gefährlich, am nächsten Morgen in aller Ruhe nach dem Frühstück gestartet geht es viel sicherer in die Ferien.
Routenplanung
Für diejenigen, die noch kein Navigationssystem im Auto haben, kann eine vernünftige Routenplanung eine Menge Streß und Unsicherheit während der Reise vermeiden helfen.
Hat man kein eigenes Routenplanungsprogramm (map&guide, Autoroute Express und ähnliche) auf dem PC, kann man auf vielen Websites auch schon Reiserouten planen.
Man sollte sich jedenfalls eine Routenübersicht als Karte und in Listenform ausdrucken, für knifflige Stellen bieten viele Programme/Websites auch den Detailausdruck an.
Trotzdem sollte man immer noch eine Straßenkarte im Gepäck haben, falls man zu einem Umweg gezwungen sein sollte.
Ist man mit der (im Zweifel) besten Ehefrau von allen oder der LAG (Übersetzung auf Anfrage) unterwegs, sollte man vorher in aller Ruhe die Strecke durchsprechen.
Eine gescheite Planung ist jedenfalls oft einer der Schlüssel, Streß im Ansatz zu vermeiden.
Reist man ins Ausland, gehört natürlich dazu, sich im Vorfeld über dort vielleicht abweichende Verkehrsregeln zu informieren.
Die Automobilclubs (ADAC, AVD usw.) bieten dazu auch im Zwischennetz detaillierte Informationen an.
Für Karten- und Planungsmuffel bieten die Automobilclubs auch an, die komplette Reiseplanung zu übernehmen, dazu muß man natürlich Mitglied sein, diese Leistung in Anspruch zu nehmen.
Fahrzeugvorbereitung
Auch wenn das Auto regelmäßig in einer Werkstatt gewartet wird, sollte man sich nie abgewöhnen, ein paar kleinere Kontrollen selbst vorzunehmen.
Dazu gehört in erster Linie die Einstellung des korrekten Reifenluftdrucks, den man bei kalten Reifen messen sollte.
Die Vorgabewerte der Fahrzeughersteller sollten NIE unterschritten werden, da die Luftdrücke oft sehr auf Komfort ausgelegt sind, darf man ruhig auch im Normalbetrieb die Werte für volle Beladung wählen, ohne das man Nachteile fürchten muß.
Eine Erhöhung des Luftdrucks um mehr als 0.5 bar über den vorgeschriebenen Wert verringert zwar den Verbrauch nochmals, aber man handelt sich damit auch Nachteile ein. So verschleißen bei viel zuviel Luftdruck die Reifen in der Mitte zu stark und erreichen nicht mehr ihre volle Aufstandsfläche und damit auch nur verringerte Bremsleistung.
Ein Wert von 0.2 bar über der Empfehlung des Autoherstellers wird meist ein guter Kompromiß sein.
Und bitte: lieber einmal zuviel als zu wenig kontrollieren, ihr gewinnt Sicherheit und spart teuren Sprit.
Die Profiltiefe sollte man auch im Blick behalten, der Gesetzgeber gibt zwar eine Mindesttiefe von nur 1.6mm vor, dies ist aber bereits der absolute Gefahrenbereich.
Unter 4mm solltet Ihr Winterreifen austauschen, Sommerreifen bis maximal 3mm abfahren, dann sind sie bei Nässe oft genug nur noch eine Gefahr.
Als nächstes sollte man einen Blick auf den Ölstand des Motors werfen. Der Pegel sollte zwischen den beiden Markierungen liegen, ein Zuviel an Öl ist genauso schädlich für den Motor wie zuwenig Öl.
Näheres zur Wahl der richtigen Ölsorte findet Ihr im Bordbuch des Autos.
Ultrateure spezielle Leichtlauföle machen sich im übrigen nur dann bezahlt, wenn man extrem viel Kurzstrecke fährt, bei der der Motor nicht wirklich warm wird. Für alle anderen ist es herausgeworfenes Geld.
Bei kaltem Motor sollte man auch einen Blick auf den Kühlwasserstand werfen, auch der sollte zwischen den beiden Markierungen liegen. Falls nachgefüllt werden muß, dann am besten nur mit Frostschutzmittel (NICHT das für die Scheibenwaschanlage, KÜHLERfrostschutz steht drauf) um eine zu starke Verdünnung von vornherein auszuschließen.
Sollte die Batterie noch Stopfen haben, durch die nachfüllt werden kann, dann prüft bitte auch den Stand der Batteriesäure. Nicht durch die Löcher schauen, seitlich am Batteriegehäuse finden sich Markierungen für Minimal- und Maximalpegel, diese sollten weder über- noch unterschritten werden.
Falls nachgefüllt werden muß, dann grundsätzlich nur mit destilliertem Wasser, normales Wasser tötet die Batterie in ein paar Stunden.
Als nächstes sollte Euer Blick auf den Waschwasserbehälter fallen. Gerade im Frühjahr und Sommer sind reichlich Insekten unterwegs, die manchmal eine Frontscheibe in kurzer Zeit zum halb undurchsichtigen und furchtbar spiegelnden Sichtverhinderer machen.
Also auch auffüllen, am besten mit Wasser und einem Reinigungskonzentrat, von dem nur ein klein wenig Wasser kommt, daß aber zuverlässig Rückstände von Insekten und Teer ablöst. Im Handel gibt es verschiedene Produkte, ich selbst nutze seit Jahrzenten CW 1:100, schaut im Zweifel auf die Flaschen, ob es ein Testurteil einer anerkannten Organisation gibt.
Den Motorraum haben wir durch, sehen wir uns an, was man sonst noch sinnvolles tun kann.
Ob ein Auto sauber oder dreckig auf Reisen geht, ist nun wirklich egal. Aber die Scheinwerfer/Rückleuchten und die Scheiben sollten immer sauber sein.
Besondere Aufmerksamkeit solltet Ihr der Frontscheibe widmen, die reinigt man, am besten mit einem Glasreiniger wie z.B. Sidolin und einem fusselfreien Baumwoll- oder Mikrofasertuch. Gerade Raucher sollten regelmäßig die Frontscheibe von innen reinigen, der Sichtverlust durch den Schleier ist erheblich.
Gerade bei Neuwagen sollte das eine wöchentliche Übung sein, viele der verbauten Kunststoffe im Auto dünsten noch monatelang ihre Weichmacher aus, die sich dann als Belag auf den Scheiben wiederfinden.
Nachdem dies erledigt ist, sollte man noch eine Fahndung nach im Auto liegengebliebenen überflüssigem Zeugs starten. Es ist schon unglaublich, mit welchen Dingen die Leute oft dauerhaft unterwegs sind, gerade das allgemein noch als schwach bezeichnete Geschlecht neigt da zu regelrechten Sammlungen im Auto.
Raus damit, das kostet Gewicht und damit teuren Saft an der Zapfsäule.
Dann werfen wir noch einen vertrauensvollen Blick auf Warndreieck (na, wer weiß, wie es aufgebaut wird?) und Verbandskasten (wenn der historisch ist: neu kaufen, kostet nicht die Welt). In einigen Ländern bereits Vorschrift, empfiehlt es sich auch hier, Warnwesten an Bord zu haben, die bei einer Panne im Dunklen verhindern sollen, das einen der nachfolgende Verkehr über 30m Fahrbahn verteilt, weil man in Tarnkleidung auf der Fahrbahn gestanden hat.
Zu Verhalten im Pannenfall später noch mal ausführlicheres.
Der letzte Blick gilt dem Reserverad, dessen korrekter Luftdruck im Falle eines Falles entscheidend sein kann, ob es weitergeht oder nicht.
Bei neueren Fahrzeugen findet sich oftmals nur ein Reifendichtmittel und ein Kompressor... man sollte zumindest mal gelesen haben, wie man dies benutzt. Im Zweifel gibt es die Panne in dunkler Nacht und bei strömendem Regen, wer dann noch lernen muß, wie man das verf**** Zeug bedient, macht sich das Leben nur unnötig schwer.
Unser Auto ist nun reisefit, sehen wir uns an, wie wir drin hocken.
Korrekte Sitzeinstellung
Durch meine Tätigkeit als Instruktor bei Fahrsicherheitstrainings kann ich eins mit Fug und Recht behaupten: Leute mit korrekter Sitzeinstellung im Auto sind die absolute Ausnahme.
Dabei gibt es ein paar einfache Regeln, die eine korrekte Einstellung ergeben:- Lehnenneigung
Die meisten sind mit zu schräger Lehne unterwegs. Die richtige Neigung beträgt etwa 10-20 Grad, nicht mehr. - Abstand
Ist die Lehnenneigung korrekt eingestellt, wird der richtige Sitzabstand eingestellt.
Jetzt legen wir das Handgelenk oben auf den Lenkradkranz und fahren den Sitz soweit zurück, daß bei gestrecktem Arm das Handgelenk oben liegen bleibt.
Greift Ihr jetzt in der richtigen viertel vor Zwei Haltung (für Leute südlich des Weißwurstäquators: dreiviertel Zwei) das Lenkrad, sollten Eure Arme leicht gebeugt sein, eine gestreckte Armhaltung ist nur gefährlich und nimmt Euch jede Fahrzeugbeherrschung. - Sitzhöhe
Höher ist besser. Je höher man sitzt, desto besser ist die Übersicht, gerade nach vorne. Natürlich solltet Ihr nicht gerade mit den Haaren unter dem Dach hängen. Aber eine besonders tiefe Position bringt gar nichts. Mit Sicherheit auch keine Sportlichkeit. - Lenkradeinstellung
Die richtige Einstellung ergibt sich, wenn Ihr die Instrumente alle ohne Verbiegen ablesen könnt.
Das man auf korrekten Verlauf des Sicherheitsgurtes achten sollte, ist wohl jedem klar. Habt Ihr die Möglichkeit, die Höhe zu verstellen, sollte der Gurt auf keinen Fall am Hals anliegen sondern glatt auf der Schulter.
Dazu gewöhnt ihr Euch am besten noch an, nach dem Angurten den Beckengurt kurz nachzuziehen. In vielen modernen Autos gibt es neben Airbags zwar auch Gurtstraffer, aber die wirken auch keine Wunder.
Ein zu lockerer Gurt verursacht im Falle eines Unfalles eine sogenannte „Gurtleere“, also eine Strecke, in der der Gurt noch gar nicht greifen kann. Die Folge sind oft schwere Verletzungen, man taucht z.B. nach unten aus dem Gurt weg und knallt voll mit den Beinen in das Armaturenbrett.
Ein straff anliegender Gurt verhindert dieses Submarining genannte Abtauchen oft schon im Vorfeld.
Das man sich auch auf der Rückbank anschnallt, versteht sich ja wohl von selbst.
Und ganz besondere Aufmerksamkeit verdienen mitreisende Kinder, die unbedingt alters- und größengerechte Kindersitze brauchen. Ich weiß, das es vielleicht lästig ist und Zeit kostet, auch für kurze Strecken die Kids korrekt zu sichern.
Aber ihr würdet Eure Kinder auch nicht die Treppe runterwerfen, um Zeit zu sparen. Also tun, auch und gerade, wenn es nur zum Bäcker um die Ecke geht, auf diesen wohlbekannten Strecken passieren die meisten Unfälle.
Beladung des Fahrzeugs
Hier gibt es auch genug, was man falsch machen kann.
Häufigster Fehler ist das falsche Einschätzen des Gewichts. Habt Ihr eine längere Reise vor, informiert Euch zunächst über die maximale Zuladung Eures Autos.
Ist kein Bordbuch zur Hand, tut es auch der Fahrzeugschein. Zulässiges Gesamtgewicht minus Leergewicht ergibt die maximal erlaubte Zuladung.
Wie mißt man das Gewicht?
Dazu reicht eine einfache Personenwaage. Einmal nur sich selbst wiegen, dann mit jedem Koffer in der Hand noch mal... et voilà, Ihr wißt recht sicher, was alles an Gewicht dabei ist.
Worauf sollte man noch achten?
Schweres Gepäck gehört möglichst zwischen die beiden Achsen, sprich vor die Hinterachse und das so tief wie möglich.
Wenn Ihr mit System packt und Euch vorher überlegt, wie man möglichst platzsparend staut, spart Ihr Euch auch Riesenberge an Gepäck, die in einem Kompaktklasse-Auto (oder auch Kombi und Van) ansonsten jede Sicht über den Innenspiegel nach hinten rauben. (Danke für diesen Tip an Sutadur (Detlef)!)
Und nur so nebenbei: Eure LAG vor Antritt einer Brigitte oder Für Ihr (Ruhrgebietsdeutsch, korrekt heißt die Zeitschrift „Für Sie“) Diät solltet Ihr dazurechnen, den eventuellen Nachwuchs oder Eure Haustiere natürlich auch.
Apropos Haustiere:
Auch diese gehören im Auto gescheit gesichert. Heißt: bei kleineren Hunden und Katzen ist eine Transportbox optimal, werden die Tiere größer, gibt es spezielle Geschirre zum Anschnallen.
Große Hunde gehören entweder in einen Kombikofferraum mit einer wirklich stabilen Trennung zum Fahrgastraum, optimal ist eine spezielle, im Auto fest montierte Hundebox aus Metall.
Und für alle Lebensmüden: ein 3 Kilo schwerer Yorkshire-Terrier auf der Hutablage wird bei einem 30 km/h Aufprall zum 300kg schweren Geschoß, das den Insassen gegen die Schädel donnert.
Die Hutablage ist also definitiv kein Aufenthaltsort für Haustiere. Und auch sonst gehört da nichts schweres hin, ein Autoatlas kann so zur veritablen Guillotine werden.
Wir fahren endlich los!
Ausgeruht und entspannt, mit gescheit vorbereiteter Route, sicher verstautem Gepäck und gechecktem Auto begeben wir uns auf die Reise.
Im Vorfeld haben wir uns bereits klar ausgemacht, wie lang die Etappen sein sollen, bis es Pausen gibt.
Ungeübte Fahrer sollten dabei spätestens alle zwei-drei Stunden eine Pause von 30min einplanen.
Ok, wir kommen zur Autobahn.
Und hier gilt es gleich, mal alles zu mobilisieren, was Euer Untersatz an Leistung hergibt.
Heißt: der Beschleunigungsstreifen sollte auch wirklich als solcher genutzt werden, gebt einfach mal Vollgas.
Den Beschleunigungsstreifen nutzt Ihr bitte auch bis zum Ende aus, um möglichst ein an den fließenden Verkehr weitgehend angepaßtes Tempo zu erreichen.
Das Ihr den Blinker nach links setzt, sollte selbstverständlich sein, blinkt z.B. ein LKW Fahrer dann einmal kurz auf, ist das ein Signal für Euch, das er Euch reinläßt.
Sollte es mal keine Lücke geben, bleibt auf KEINEN Fall am Ende des Beschleunigungsstreifen stehen, nutzt noch ein paar Meter die Standspur und beschleunigt weiter, dies ist ausdrücklich erlaubt.
Nur wenn es keine gibt und Euch eine Leitplanke den Weg versperrt, denkt überhaupt nur ans Anhalten. Ansonsten ist das absolut tabu, Ihr seid schon auf der Autobahn.
Dann eine der Autofahrertodsünden: mit niedrigem Tempo gleich von der Beschleunigungsspur auf den mittleren oder gar linken Fahrstreifen wechseln.
Das ist eine der schlimmsten Unarten überhaupt, es besteht höchste Gefahr für Euch und die anderen Verkehrsteilnehmer.
Bleibt lieber zunächst rechts, zur Not auch hinter einem LKW und macht Euch ein Bild vom rückwärtigen Verkehr, erst wenn es eine Lücke gibt, wird geblinkt und zügig überholt.
Für entspanntes Fahren wichtig: fahrt ohne Zeitdruck los!
Egal, wie schnell Euer Auto ist, gerade zur Urlaubszeit wird das Tempo meist von der Verkehrsdichte bestimmt und nicht von der PS-Zahl.
Seht also zu, Euer Tempo zu finden. Am einfachsten ist das, wenn man einfach mit dem Verkehr mitschwimmt.
Ist die Verkehrsdichte nicht zu hoch, fährt es sich auch wunderbar mit Tempomat, sofern im Auto vorhanden.
Für Ungeübte: laßt Euch nicht drängen, aber nutzt auch die rechte Fahrspur!
Diese ist nicht nur für LKWs reserviert, nein, es gilt ein Rechtsfahrgebot in Deutschland. Immer.
Haltet euch dran, es verhindert sehr zuverlässig Knubbeleien auf der mittleren Fahrspur.
Und noch mal für die Ungeübten: der Innenspiegel ist nicht nur zum Aufhängen des Duftbäumchens gedacht. Nutzt ihn bitte!
Nur so, mit sehr häufigen Spiegelblicken bekommt ihr ein „Bild“ von dem, was hinter Euch los ist. Und Ihr erschreckt Euch nicht, wenn „plötzlich“ ein viel schnelleres Auto dicht hinter Euch ist.
Erfahrene Autofahrer haben dieses „Bild“ vom rückwärtigen Verkehr immer im Kopf, wenn sie einen wesentlich schnelleren von hinten ankommen sehen, nutzen sie auch mal rechts eine kleine Lücke, um den Schnelleren vorbei zu lassen, ohne selbst das Tempo herabsetzen zu müssen.
Dieses Verhalten entwickelt man aber nur durch Routine, seid Ihr nur zu Urlaubsfahrten mal auf langer Strecke unterwegs, konzentriert Euch bitte darauf, nicht nur nach vorne zu schauen.
Nach vorne schauen ist ein schönes Stichwort.
Es gibt Fahrer, die auch auf der Autobahn dauernd den Fuß auf der Bremse haben.
Das ist das Dümmste, was man tun kann, es kostet nicht nur Bremsbeläge, sondern auch furchtbar viel Kraftstoff.
Zügiges Fahren geht am besten, wenn man weit vorausschauend unterwegs ist.
Ich bin meist auf Langstrecken unterwegs, in meinen oft sehr schnellen Autos haben die Bremsen trotzdem meistens ein ruhiges Leben und halten Ewigkeiten.
Versucht das auch, orientiert Euch nicht allein an Eurem Vordermann, behaltet die anderen Fahrspuren im Auge. Seht Ihr sechs Autos weiter vorne ein Bremslicht aufleuchten, reicht es in 99% aller Fälle, wenn Ihr selbst nur Gas wegnehmt.
Neben weniger Streß ergibt diese mehr defensive Fahrweise auch ganz automatisch einen geringeren Kraftstoffverbrauch, Ihr schont also nicht nur Eure Nerven und den Geldbeutel, sondern tut nebenbei noch etwas für die Umwelt.
Habt Ihr einen korrekten Sicherheitsabstand?
Zugegeben, manchmal kostet es Nerven durch Kolonnenspringer, den zu halten.
Aber bitte: es ist im Zweifel Euer Leben und das Eurer Lieben, das Ihr schützt.
Die Faustregel Abstand gleich Tachowert solltet Ihr ernst nehmen, je ernster, je schneller Ihr fahrt. Orientieren kann man sich sehr einfach, die Leitpfosten an der Autobahn stehen im Abstand von 50 Metern am Straßenrand.
Und bei Unterschreiten des Mindestabstands (halber Tachowert) kann es wirklich übel teuer werden, selbst wenn Ihr nur in Gedanken unterwegs wart und gar nicht drängeln wolltet.
Kommen wir vom Abstand zum Überholen.
Auch hier gilt wieder: schaut zuerst in den Innenspiegel, dann in den Außenspiegel. Blinken nicht vergessen!
Und bitte: der kurze Blick über die Schulter in den toten Winkel kann Leben retten.
Es passiert oft genug, daß ein Fahrzeug, das von hinten zügig auf der linken Fahrspur ankam in der Sekunde, die nach Eurem Blick in den Außenspiegel vergangen ist, auf die mittlere Spur gewechselt ist.
Spart ihr Euch den Schulterblick, könnt Ihr durch Euren Spurwechsel einen üblen Crash produzieren.
Verlaßt Euch bitte auch nicht auf die Technik, der Außenspiegel ganz ohne toten Winkel ist noch nicht erfunden.
Habt Ihr überholt, dann wechselt wieder nach rechts. Immer.
Ok, jetzt passiert es Euch, ihr seid zügig unterwegs, ein Vordermann blockiert die Spur.
Seht Ihr, das rechts die Spur frei ist, blinkt ihn EINMAL kurz mit der Lichthupe an (ist erlaubt), solange Ihr noch weit genug weg seid.
Und selbst, wenn Ihr wegen des Bummlers bremsen müßt, laßt Euch nicht dazu verleiten, dicht aufzufahren oder die Lichthupe öfter zu benutzen.
Viele Schleicher werden schlicht noch sturer, wenn sie sich gedrängelt fühlen. Schluckt Euren Ärger runter, zeigt ihn im Zweifel an.
Aber laßt Euch NIE zu drängeln oder gar Rechtsüberholen provozieren... dann seid im Zweifel IHR im Unrecht.
Damit kommen wir zum wichtigsten Punkt überhaupt: rechnet bitte IMMER mit den Fehlern anderer.
Ihr selbst werdet auch schon mal einen Fehler gemacht haben, versucht daher immer, auch anderen zuzugestehen, daß sie nicht perfekt sind.
So passiert es halt, das Euch jemand in die Spur fährt. Das ein LKW Fahrer sein Tempo nicht richtig eingeschätzt hat und ewig zum Überholen braucht. Das jemand ohne Blinken die Spur wechselt.
Seid Ihr darauf eingestellt, die Fehler anderer zu kompensieren und beharrt nicht stur auf Eurem Recht, dann ist der gesamte Verkehr viel entspannter.
Versucht nicht, andere im Straßenverkehr zu erziehen. Die Bremse antippen, um einen Drängler zu schocken... das kann einen bösen Unfall geben.
Einem Schleicher mal zeigen zu wollen, wie nah man ran kann... Ihr kennt die Geschichten aus der Presse, was dadurch passieren kann.
Jemand zu schneiden, um Ihm zu zeigen, das es auch eine rechte Spur gibt... das kann böse ins Auge gehen.
Ein bißchen Gas geben, um jemand auf der Überholspur verhungern zu lassen... das kann gleich zehn Leute ärgern, die dahinter hängen.
Denkt also immer an Paragraph eins der Straßenverkehrsordnung, der von allen Verkehrsteilnehmern gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme fordert.
Und bitte: überschätzt nie Eure Fähigkeiten. Egal, ob es um Kondition oder Tempo geht, achtet immer auf Euer Wohlbefinden.
Macht regelmäßig Pausen, bewegt Euch dabei.
Achtet auch auf die Ernährung unterwegs, selbst an Raststätten gibt es mehr als Currywurst mit Pommes.
Wichtig auch im Sommer, selbst wenn Ihr mit Klimaanlage unterwegs seid: trinkt genug! Am besten Dinge mit wenig bis keinem Zucker, Mineralwasser bietet sich an.
Kaffee zum wachhalten ist pures Gift, der gibt nur einen kurzen Kick, nach 30min fällt die Kurve wieder.
Wenn Ihr müde werdet, macht eine lange Pause. Ungeübte sollten lange Nachtfahrten am besten ganz vermeiden, meistens können die kaum einschätzen, wann sie so erschöpft sind, das der sogenannte „Sekundenschlaf“ droht.
Ertappt man sich selbst dabei, dann gibt es nur eins: ab auf den nächsten Parkplatz und eine Runde schlafen, selbst wenn es nur noch 30 km bis nach Hause sind.
Gerade auf vertrauten Strecken passieren die furchtbarsten Unfälle, weil die Leute sich trügerisch sicher fühlen. Das Gegenteil ist die Realität.
Gefahrensituationen
Ich setze mal voraus, daß Ihr Euer Radio auf Verkehrsfunkempfang geschaltet habt. Das geht immer auch dann, wenn Ihr CDs hören wollt.
Dann sollte Euch in aller Regel kein Stau wirklich überraschen.
Und nehmt die Meldungen ernst.
Ist von verlorener Ladung die Rede... Tempo runter im Gefahrenbereich.
Wird vor einem Stauende in einer Kurve gewarnt... Tempo raus.
Ist das Wetter schlecht... Tempo runter.
Bei Nebel sollte man auch regelmäßig die Wischer einschalten, es setzt sich Feuchtigkeit auf die Scheibe. Licht an, natürlich. Nebelscheinwerfer, falls vorhanden.
Und BITTE: die Nebelschlußleuchte schaltet man NUR bei Sichtweite unter 50m ein. Man darf dann sowieso auch nur noch 50 km/h fahren. Seht Ihr mehr und fahrt schneller, macht das Ding AUS. Gerade bei Nässe blenden diese Dinger wie die Hölle. Ginge es nach mir, würden die automatisch über 50 km/h ausgehen und es würde ein Warngong ertönen, der davor warnt, daß dieses Teil noch eingeschaltet ist. Zukunftsmusik.
Und jetzt passiert es: vor Euch leuchten alle Bremslichter auf. Was tun?
VOLL auf die Bremse. Voll meint voll, mit aller Kraft tretet Ihr zu.
Dieses nennt man den Bremsschlag, auf einen Sekundenbruchteil hin wird die volle Bremsleistung aufgebaut.
Wieso sollte man das tun?
Ganz einfach: bremst Ihr zunächst nur sanft an und stellt dann fest, das es nicht mehr paßt, habt Ihr keine Chance, Euren Fehler noch zu korrigieren.
Steigt Ihr aber gleich voll in die Bremse und merkt dann, das noch genug Platz bleibt, habt Ihr eine Reserve, die Ihr dann sanfter bremsen könnt.
Neben der korrekten Sitzposition ist das der häufigste Punkt, den wir bei den Sicherheitstrainings den Leuten beibringen müssen.
Nur ein ganz kleiner Teil der Autofahrer beherrscht echtes volles Bremsen.
Habt Ihr es nie erlebt, dann übt es bitte mal, am besten auf einem abgesperrten Gelände.
Sonntags auf einem großen Supermarktparkplatz kann man so etwas ruhig mal üben, man muß nicht gleich 100 fahren, auch eine Vollbremsung aus 30 will gelernt sein.
Die meisten Massenkarambolagen haben nur zwei Ursachen: zu geringer Sicherheitsabstand und falsches Bremsen. Beides läßt sich ganz leicht vermeiden.
Und jetzt passiert es trotz aller Vorsicht doch: Ihr habt eine Panne oder es hat gekracht.
Die Panne/Der Unfall
Das Allerwichtigste zuerst: versucht Ruhe zu bewahren!
Nur mit einem kühlen Kopf könnt Ihr jetzt sinnvoll handeln, Panik verschlimmert alles nur noch mehr.
Das Auto steht, der Qualm der Airbags verzieht sich langsam (nicht erschrecken, es brennt nicht, das kommt vom Talkumpulver, mit dem der Stoff imprägniert war).
Jetzt das Wichtigste: raus aus dem Auto, aber nicht kopflos.
Habt Ihr noch Strom, schaltet die Warnblinkanlage ein, bevor Ihr aussteigt. Viele moderne Autos machen das auch automatisch, wenn die Airbags ausgelöst haben.
Kommt Ihr nicht aus eigener Kraft aus dem Auto, bleibt ruhig sitzen, Hektik und Panik sind nicht am Platz, es wird so gut wie nie brennen.
Konntet Ihr aussteigen, ist die Sicherung der Unfallstelle erste Priorität.
Bevor ihr also nach Verletzten schaut, ab zum Kofferraum und das Warndreieck holen. Das wird auf der Landstraße mindestens 50mweit weg gestellt, auf der Autobahn mindestens 100m, besser 200m.
Auch jetzt ist Eigensicherung erste Pflicht, Ihr könnt niemand mehr helfen, wenn ihr ein 20m langer Matschteppich mit Knochenstückchen drin geworden seid.
Also, bleibt weg von der Fahrbahn, auch wenn da Teile liegen. Liegenlassen, Ihr habt den nachfolgenden Verkehr ja gewarnt.
Ist der Unfall auf der linken Spur der Autobahn passiert, dann bleibt auch dort! Haltet Euch vor den verunfallten Autos, am besten mindestens 20m davon entfernt an der Mittelleitplanke auf.
Dann der Notruf. Heute hat jeder ein Handy, wählt die 112, das geht selbst ohne Karte im Gerät oder ohne Guthaben.
Nennt Euren Namen, die Autobahn, wo es passiert ist und beantwortet die Fragen Eures Gesprächspartners. Erzählt nichts vom Unfallhergang, daß ist gerade egal.
Sind Verletzte dabei, sagt das. Und spekuliert nicht. Sagt das, was ihr sehen könnt.
Nach dem Notruf kommt die Zeit, in der Ihr Euch um eventuell Verletzte kümmern könnt.
Die Vorgehensweise ist dabei fast immer gleich.
Könnt Ihr die Türen des Fahrzeugs noch öffnen, macht das.
Sprecht die Leute an. Steht jemand unter Schock, hilft es oft schon sehr, wenn derjenige einfach nur eine Stimme hört.
Könnt Ihr den oder die Verletzte aus dem Auto heben, ohne daß dieser wahnsinnige Schmerzen leiden muß, macht dies.
Ist derjenige bewußtlos, schafft Ihr das kaum alleine, bittet andere um Mithilfe.
Jetzt legt ihr den Verletzten auf die Seite, die Lage sichert ihr mit einem Arm des Verletzten (stabile Seitlage). Zieht den Kopf leicht in den Nacken, so bleiben die Atemwege frei.
Sehr wichtig: bei einem Schock sinkt die Körpertemperatur gefährlich ab, der Kreislauf reduziert sich auf das Hirn. Unter Schock stehende kühlen daher extrem schnell aus, hier hilft die Isodecke aus modernen Verbandskästen, ist keine zur Hand, dann tut eine alte Decke aus dem Kofferraum die gleichen Dienste, nehmt zur Not auch nur Eure Jacken.
Ist der Verletzte ansprechbar, redet mit ihm. Es ist jetzt nicht die Zeit, jemand Vorwürfe zu machen, aber eine Stimme und Ansprache helfen zu verhindern, daß der Schock sich vertieft.
Bewahrt die Ruhe, auch wenn es beispielweise offene Wunden gibt, die stark bluten.
Hier müßt Ihr etwas tun. Am besten natürlich, mit Hilfe des Verbandkastens einen Druckverband anlegen. Ist der nicht zur Hand, drückt etwas anderes auf die Wunde, an Sepsis stirbt man weniger schnell als an verbluten. Geht es nicht an, presst zur Not Eure Hände drauf.
Das klingt jetzt alles ganz furchtbar. Aber keine Angst, die allermeisten Unfälle gehen ohne solchen Horror aus.
Ihr könnt nur EINS wirklich falsch machen: nämlich nichts tun.
Ihr müßt auch keine Angst haben, das jemand Euch belangen kann, weil Ihr als Ersthelfer einen Fehler gemacht habt. Da schützt der Gesetzgeber.
Aber hart bestraft wird der, der NICHTS tut oder gar weiterfährt.
Apropos weiterfahren: seht Ihr, daß eine Unfallstelle bereits gesichert ist, das genug Leute dort sind, dann fahrt vorsichtig aber zügig vorbei. Gaffer braucht da überhaupt niemand.
Begegne ich in solch einer Situation jemand, der dann anhält und am besten noch eine Kamera zückt, ohne Hilfe zu leisten, dann zeige ich denjenigen an.
Und noch ein ganz wichtiger Tipp: habt Ihr einen Unfall mit einem Motorradfahrer, dann bleibt dessen Helm auf dem Kopf. Öffnet nur das Visier und sorgt für die stabile Seitlage, den Helm faßt Ihr NIEMALS an.
Fazit
Ich hoffe, das ich den meisten noch ein paar nützliche Tips geben konnte, wie man sicher durch den Straßenverkehr kommt.
Sterne gibt es von mir natürlich keine für dieses Thema, zu werten ist schlicht nichts.
Mein ultimativer Tipp für alle: macht ab und zu ein Sicherheitstraining mit, Ihr lernt Euch und Euer Auto viel besser kennen. Gerade für junge Autofahrer gibt es von allen, die so etwas anbieten, speziell vergünstigste Konditionen... nutzt diese Angebote!
Soderle, wie immer an dieser Stelle sind mir Kritik, Kommentare und besonders Hinweise, was Ihr am Bericht vermißt, sehr willkommen! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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sutadur, 05.06.2005, 01:14 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ich sehe immer wieder Familienkombis und Vans die bis unter den Dachhimmel zugepackt sind. Man nimmt sich damit die gesamte Sicht im Innenrückspiegel ! Mit etwas mehr System beim Packen kann man das verhindern. Ferner können diese Gepäckst&u
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kengi, 19.05.2005, 21:35 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ich hoffe dass dieser Bericht noch von möglichst vielen gelesen wird - dann wäre der Straßenverkehr um einiges sicherer. Danke für die vielen Sicherheitshinweise und Tipps, ich werde mir den Bericht bestimmt nochmals duchlesen, da er m
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Rym2210, 19.05.2005, 15:59 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
klasse Bericht! Das sollten die mal in Tunesien probieren :-)))
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cyberfee, 19.05.2005, 13:17 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
oh man weiß ein bericht... wie lange hast du den an dem gesessen? besser gehts nicht :-) LG sandy
- Lehnenneigung
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Nigrin air freshener - Chemieunfall in meinem Auto!
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Hilfe! Chemieunfall in meinem Auto!
Ich muss es heute tun, ich muss mich hier einfach mal öffentlich dazu bekennen: Ja, ich rauche! (Ich sage nicht wie die attraktive R1-Raucherin: Ich rauche gern) Aber es bleibt dabei: Ich rauche.
Und was noch schlimmer ist und schwerer wiegt, aber ich bekenne auch dies: Ich rauche auch im Auto. Aber nur in meinem. (In dem von meinem Freund nur äußerst selten und ganz heimlich.)
Und: Alle Raucher wissen dies wie ich, wir brauchen da nicht drum herum zu reden: Die kalte Asche im Auto stinkt – und zwar gewaltig. Je häufiger man es tut und je kälter es ist und je seltener man den Aschenbecher ausleert (Und schon wieder an der Tanke gewesen und das doofe Ding vergessen!) – desto schlimmer stinkt es.
Nun ja: Ich könnte aufhören damit – aber das tue ich ja doch nicht. Also musste eine andere Lösung her. Und als ich einmal durch den hiesigen Supermarkt schwirrte leuchtete mich die Lösung geradezu an – und zwar in Form eines in Plastik verschweißten gelben Kunststoff-Blattes, welches an eine Zitrone erinnerte. „Air freshener“ stand dort drauf (zu deutsch: Lufterfrischer) – Frische Zitrone von Nigrin. Es gab auch noch andere Sorten, aber da ich auf den Geruch von Citrusfrüchten stehe schnappte ich mir das Ding und besah es mir näher. Es handelte sich hier also um ein gelbes Blatt aus weichem Kunststoff, verpackt in Cellophan mit einem kleinen Bändsel dran – eigentlich nichts besonders. Der Preis lag irgendwo zwischen 2 Euro und 2,50 Euro. Kein Vermögen, wenn man bedenkt, dass es mir versprach endlich wieder einmal jemanden frohen Mutes mit dem Auto nach Hause bringen zu können – ohne schlechtes Gewissen und Peinlichkeit.
Dieser air freshener von NIGRIN wurde als ein Lufterfrischer für Auto, Haushalt und Büro angepriesen, dazu sollte man die Duftintensität regulieren können. Und zwar in dem man das kleine Blatt erst nach und nach aus dem Plastik schält und immer nur ein kleines Stück. Was bedeutet, dass das Ding natürlich nicht ewig hält sondern irgendwann nicht mehr riecht und dann nachgekauft werden muss – wozu es bei mir nicht mehr kam, aber dazu später.
Angeblich laut Packung mit hochwertigen Parfümölen hergestellt irritierte mich zunächst noch nicht der warnende Aufdruck, auf dem stand, man solle es von Kindern fernhalten und den Kontakt mit Textilien meiden. Schließlich schließe ich mein Parfüm zu Hause auch nicht ein. Na ja trinken sollte man es nicht, aber aufs T.Shirt sprühen kann man es schon einmal.
Ich habe dann jedenfalls zu Hause den air freshener gleich aufgeschnitten, einen Zentimeter aus dem Plastik gepult und im Auto an den Spiegel gehängt. Schon bei der ersten kurzen Fahrt blieb mir geradezu die Luft weg. Schnell drehte ich das Fenster ganz hinunter um wieder freien Atem zu haben. Nun ja, ich dachte dann, vielleicht wäre es nur zu Beginn so intensiv. Aber mit dem Geruch von Zitronen hatte das ganze herzlich wenig zu tun. Pure Chemie geriet da in meine ohnehin geschwächte Lunge, die mir spontan den Eindruck vermitteltet, dass das was ich da tat, meiner Gesundheit keineswegs zuträglich wäre.
Egal, ich wollte den Tabakqualm heraus haben. Also quälte ich mich noch drei weitere Tage mit der Zitrone rum. Schob sie immer weiter ins Plastik zurück – und trotzdem, der Geruch wurde und wurde nicht angenehmer. Bei einer längeren Fahrt schließlich hatte ich am Ende derartige Kopfschmerzen, dass die Zitrone im hohen Bogen zum Fenster rausflog (nein natürlich nicht: Bin ja nicht so ein Umweltsünder. Ich habe sie in die Restmülltonne geworden – aber mit schlechtem Gewissen, denn ich war eigentlich überzeugt, dass man sie als Sondermüll betrachten und entsprechend abgeben müsste.) Den Geruch würde ich als beißend, aggressiv, tief lungenschädigend und extrem Kopfschmerz auslösend beschreiben. Schlauerweise steht auf der Packung nicht, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Ich frage mich aber ernsthaft, ob diese Dinge von irgendeiner Gesundheitsbehörde überprüft werden.
Fazit: Da ist mir der abgestandene Zigarettengeruch noch lieber als diese Chemiebombe im Auto zu haben. Ich kann ernsthaft nur jedem davon abraten sich so etwas in seinen Wagen zu hängen. Der Geruch war so grauenerregend, dass ich ihn noch zwei Wochen später olfaktorisch (habe gerade das Parfum gelesen!) empfinden kann und zwar in übelster Weise.
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