Allgemeines über Weltliteratur Testberichte
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Pro & Kontra
Vorteile
- bildlicher Schreibstil, Kriegsschilderung
- Toller Thriller gut geschrieben
Nachteile / Kritik
- nichts für schwache nerven
- zu teuer
Tests und Erfahrungsberichte
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Charakterikstik von Julia (Romeo und Julia)
5Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Julia
Julia ist eine der beiden Hauptpersonen in dem Drama „Romeo und Julia“. Sie gehört zu dem Geschlecht der Capulets, welches als übermütiges, hochfahrendes, reizbares und ganz auf den sinnlichen Genuss des Lebens gerichtetes Geschlecht herüberkommt.
Julia tritt in allen fünf Akten auf. Im ersten Akt (Szene 1, 3 und 5) wird sie sehr ausführlich dargestellt. Sie ist noch keine vierzehn Jahre alt, schön und intelligent, wie die Amme schon früh erkannt hat. Sie wird entsprechend ihres Alters noch nicht in Gespräche der Erwachsenen einbezogen. Deshalb bleibt sie stumm und unentschlossen, während ihre Mutter und die Amme verschiedene Ansichten zur Vermählung mit Paris haben.
Doch als das Fest im Hause der Capulets stattfindet, ist sie ganz präsent und schnell erfasst von Romeos Liebesflamme. An diesem Punkt beginnt Julias Entwicklung. Im Dunkel und in der Stille der Nacht löst sich ihr Empfinden in einem überschwänglichen Monolog, der von Romeo belauscht wird. Julia ist verstört von dem Paradox, dass sie ihren „Feind“ liebt.
In Folge meistert sie die ersten Belastungen des Doppelspiels und der Unsicherheit trotz ihrer Ängste und Trauer mit Entschlossenheit und Intelligenz. Es folgt die Hochzeit mit Romeo.
Doch der Konflikt verstärk sich. Obwohl die Nachricht vom Tode Tybalts zuerst das Gefühl der Empörung hervorruft, bricht ihre Liebe um so mehr hervor und treibt sie selbst zum starrsinnigen Trotz gegen den Plan ihrer Eltern, sich mit Paris zu vermählen. Die geforderte Anpassung an den Willen der Eltern verstärkt ihre Verzweiflung und Einsamkeit. Doch Julia will „des süßen Gatten reines Weib bleiben“ und somit nimmt sie mit liebender Entschlossenheit Lorenzos Trank, der ihr den (Schein-)Tod bringen wird. Von dem langen Monolog in dieser Szene (Akt 4, Szene 3) bis zu ihrem Selbstmord in Einsamkeit und Verzweiflung (Akt 5, Szene 3) wächst Julias Kraft, Romeo unter allen Umständen Begleiterin im Leben und im Tod zu sein.
Ihre Entwicklung von der Folgsamen Tochter zur leidenschaftlichen und opferbereiten Persönlichkeit ist vollzogen. weiterlesen schließen -
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Das Tagebuch der Anne Frank
12.01.2003, 19:08 Uhr von
Juliane18
Salut!Ich bin Juliane und ich spiele Theater aus Leidenschaft. Außerdem interessiere ich mich für...Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Tagebuch der Anne Frank war das erste Stück, dass ich mit meiner Theatergruppe gespielt habe. Obwohl ich nicht viel über Anne wusste hat mich das Stück gleich angesprochen.
Inhalt:
Das jüdische Mädchen, Anne Frank, schrieb von 1942-1944 ein Tagebuch.
Dieses Tagebuch beschreibt ein Leben von sieben, später acht untergetauchten Juden in einem Amsterdamer Hinterhaus.
Anne Franks Vater, Otto Frank, gehört die Mameladenfabrik "Opekta", in der sich ein Hinterhaus befindet. Weil die Nationalsozialisten seit Mai 1940 die Niederlande besetzten, war das Leben der Juden schon bald nicht mehr auszuhalten. Deshalb beschließt Otto Frank am 6. August 1942, seine Familie sowie die Fam. van Daan und -später- Alfred Dussel im besagten Hinterhaus zu verstecken.
Das Leben des aufgeweckten und lebenslustigen Mädchen Anne Frank sollte sich von diesem Zeitpunkt an drastisch ändern. Zu ihrem 13. Geburtstag erhielt Anne ein Tagebuch , welches sie personifizierte und welchem sie den Namen "Kitty" gab. Anne berichtet Kitty nun alle ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse...
Natürlich hatten die 9 Untergetauchten auch Freunde bzw. Helfer darunter die Sekritärin Miep Gies und der Teilhaber Hr. Kraler.
1944 wurde das Versteck jedoch verraten und die Juden wurden in KZs verfrachtet. Hr. Frank war der einzige Überlebene und beschloss das Tagebuch seiner Tochter zu veröffentlichen.
Theaterstück:
1955 hat das erfolgreiche Theaterstück "The Diary of Anne Frank" Premiere.
Es besteht aus 2 Akten mit jeweils 5Szenen.
Die 1. Szene spielt im Jahre 1945 als Hr. Frank sich wieder das Versteckt anguckt,
in dem er zwei Jahre gelebt hat. Miep gibt ihm das Tagebuch und er fängt an darin zu lesen....
In der 2. Szene ist es dann 1942 als die Familien Frank und van Daan einziehen. In Szene 3 zieht dann A. Dussel ein. Man kann nun in den folgenden Szenen sehen wie eingeengt, mit welchen Konflikten und mit welcher Angst die Untertauchten leben mussten, bis sie schließlich entdeckt wurden.......
Auffällig am Stück ist auch die Beziehung zwischen Anne und Peter (Sohn der van Daans), die sich im laufe des Stückes immer näher kommen und sich später in einander verlieben.
Jede Person ist ein Individium und das macht das Stück noch interessanter.
Man kann deutlich die Spannungen zwischen z.B. Hr. van Daan und Dussel spüren.
Auch Anne kommt zuerst nicht gut mit ihrer Mutter aus, was man auch in einigen Szenen sehen kann. Besonders am Stück ist außerdem noch das Fest in Akt 1 Szene 5 und die Invasion in Akt 2 Szene 3.
Das "Tagebuch der Anne Frank" ist ein Stück aus Liebe, Hoffnung und Verzweifelung...und auf jedern Fall sehenswert!
Es ist meiner Meinung nach das ergreifenste Stück, was wir gespielt haben. Das Schicksal von Anne Frank hat mich so berührt, dass ich Kontakt mit Miep Gies aufgenommen habe.
(Ich spielte Miep übrigens auch.)
Ein Jahr nach unserer Aufführung haben wir das Buch nochmal in der Schule gelesen und dort konnte ich mit meinen Erfahrungen glänzen.
Eigentlich ist das Tagebuch der Anne Frank jedem ein Begriff, doch ich finde es schlimm, dass einige Jugendlich noch nie den Namen „Anne Frank“ gehört haben. Mein jetziger Ex-Freund wusste nämlich nicht wer Anne Frank war, da war ich ganz schön enttäuscht. Ich habe ihm das Buch daraufhin gekauft......
Ich finde jeder sollte es mal gelesen haben, es lohnt sich!
Eure Juliane weiterlesen schließen -
Steven King: "Das Mädchen"
Pro:
Toller Thriller gut geschrieben
Kontra:
zu teuer
Empfehlung:
Nein
Steven King Das Mädchen
... ist ein spannender und faszinierender Roman, ein Thriller der jedermann mitfühlen lässt. Es handelt von einem 7 jährigen Mädchen, welches sich nach einem Ausflug mit ihrer Familie im Wald der Route 66 verirrt und vielen Gefahren begegnet. Dieses Buch ist vom König der Gruselgeschichten verfasst: Steven King. Er hat schon viele berühmte Werke geschrieben. Es ist ein „Muss“ für Gruselfans.
Ich kann es nur weiter empfehlen. Dennoch ist der Roman nicht sehr preiswert. TIP: Ich hab ihn bei ebay billig ersteigert. -
Im Westen nichts Neues / Remarque, Erich M.
Pro:
bildlicher Schreibstil, Kriegsschilderung
Kontra:
nichts für schwache nerven
Empfehlung:
Nein
dieses Buch
empfohlen. Das mich ein Buch so fesseln könnte hätte ich nie gedacht...!
Zum Buch:
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1. Biographie und Werkverzeichnis
Erich Maria Remarque, der eigentlich Erich Paul Remark hiess, wurde am
22.6.1898 in Osnabrück geboren. Nach dem Besuch des Lehrerseminars,
wurde er 1916 als Soldat eingezogen. Nach dem Krieg war er in
verschiedenen Berufen tätig, unter anderem als Lehrer, Grabsteinverkäufer
und Journalist in Berlin. Mit dem Roman "Im Westen nichts Neues", der in
über 30 Sprachen übersetzt wurde, errang Remarque Welterfolg. Der
Weltkriegsroman wurde noch im Erscheinungsjahr 1929 verfilmt. Seit April
1932 lebte Remarque in der Schweiz. Seine beiden Bücher "Im Westen
nichts Neues" und " Der Weg zurück " wurden 1933 von den
Nationalsozialisten verboten und verbrannt. Als Folge davon übersiedelte
er 1939 in die USA. Ab 1947 war er amerikanischer Staatsbürger. 1948
kehrte Remarque nach Europa zurück. Mit seinen häufig verfilmten
Erzählungen und Romanen war er einer der erfolgreichsten Autore des 20.
Jahrhunderts. Remarque starb am 25.9.1970 in Locarno.
Remarque wurde von den Schiftstellern London, Hemingwaz und Hamsun
beeinflusst. Seine grössten Erfolge nebst "Im Westen nichts Neues" waren
"Der Weg zurück", "Drei Kameraden" und "Ar de Triomphe". Remarque
schaffte es als einer der wenigen, in den USA als hochgeschätzter
Erfolgsautor gehandelt zu werden, während sich die Kritik in Europa stets
eher verhalten zu seinem Werk äusserte. Seine Romane und Erzählungen
verzichten auf die künstlerische Attitüde, seine Helden siedelt Remarque
vorzugsweise in den existenziellen Not- und Konfliktsituationen seiner Zeit
an, im Krieg, auf der Flucht, in der Emigration.
Werkverzeichnis
1920 Die Traumbude
1929 Im Westen nichts Neues
1930/31 Der Feind
1931 Der Weg zurück
1938 Drei Kameraden
1941 Liebe deinen Nächsten
1946 Ar de Triomphe
1952 Der Funke Leben
1954 Zeit zu leben und Zeit zu sterben
1956 Die letzte Station
1961 Der Himmel kennt keine Günstlinge
1962 Die Nacht von Lissabon
1971 Schatten im Paradies
Zusammenfassung von Remarques Roman "Im Westen nichts Neues"
Remarque schreibt in Vorwort: "Dieses Buch soll weder eine Anklage noch
ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation
zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie seinen
Granaten entkam. 'Im Westen nichts Neues' war eines der sensationellsten
Erfolgsbücher der deutschen Literatur überhaupt. Es wurde in 45 Sprachen
übersetzt und hatte bereits vier Jahre nach Erscheinen eine Auflage von
eineinhalb Millionen erreicht. 1933 verboten, erlebte das Buch nach dem 2.
Weltkrieg eine Renaissance, denn die Schrecken des 1. Weltkrieges sind
die Schrecken aller Kriege. Der Roman ist lebendig, in der schonungslosen
Sprache der Jugend geschrieben. Bei Erscheinung des Romanes kam es zu
ungewöhnlich kontroversen Diskussionen. "Im Westen nichts Neues" wird
nicht nur als Bericht, sondern eben doch auch als Anklage gegen den Krieg
und vor allem auch gegen die Eltern und Lehrer, die diese "eiserne Jugend"
in den Krieg trieben, verstanden. Durch den von Remarque gewählten
kargen, beschreibenden Ton ist die bittere Resignation der Soldaten
spürbar. Wie auch bei "Hemingway" fällt das Wort der "verlorenen
Generation", die nach dem Krieg nicht mehr in der Gesellschaft Fuss fassen
kann, weil sie im Alter von 18 bis 20 Jahre schon zuviel Grauen erlebt hat
und dem Tod zu oft ins Auge sehen musste, um vergessen zu können.
Kindlers Literatur Lexikon
Remarque schildert den 1.Weltkrieg "aus der Perspektive des einfachen
Soldaten, den gemeinsam mit seinen Klassenkamaraden von der Schule
direkt aufs Schlachtfeld geschickten Paul Bäumer". Im Laufe der
Geschichte erfährt man einige Einzelheiten aus seinem Leben und dem
seiner Familie, so zum Beispiel vom Krebsleiden seiner Mutter und den
Kommunikationsschwierigkeiten mit seinem Vater, dessen
Bertachtungsweise des Krieges nicht mit derjenigen von Paul
übereinstimmt. Auch Paul und seine Kollegen sind anfangs Rekruten, die
voller Begeisterung in den Krieg zogen. Die ganze Klasse wird von dieser
Euphorie angesteckt und förmlich an die Front getrieben. Es soll für Ehre
und Vaterland gekämpft werden. Auch der Tod als Soldat gilt als
ehrenhaft. Für die 19-Jährigen lockt das Leben als Held. Doch schon durch
die Schikanen bei der Ausbildung wird ihnen diese Begeisterung
ausgetrieben. Durch den Kasernenhoftyrannen Himmelstoss werden sie
gedrillt, doch dieser Drill nützt ihnen für das Überleben in wirklicher Gefahr
nichts. Auch auf dem Schlachtfeld sieht es ganz anders aus als sie es sind
vorgestellt haben. Die Soldaten sind keine Helden, und dort kämpft man
nicht um Ehre, sondern ums nackte Überleben. Bäumer wird klar, dass er
vorher nie recht wusste, was Krieg wirklich bedeutet. Bäumer und seine
Freunde "schlagen sich dann durch das Leben als Frontsoldaten, das sich
zwischen Trommelfeuer, Verzweiflung und Mannschaftsbordells abspielt
und sie zu Menschentieren macht". Ausser Angst existiert hier kaum
etwas. Diese Angst verleiht Paul einen fast tierischen Überlebensinstinkt
und lässt ihn nicht untergehen. Das anfängliche Entsetzen durch die
ständige Konfrontation mit dem Tod wandelt sich in Gleichgültigkeit. Alle
Soldaten werden gegen das Schreckliche abgestumpft. Man denkt nicht
mehr darüber nach, da man sonst daran zugrunde gehen würde. Als das
einzige Positive erscheint die an der Front entstehende Kameradschaft
quer durch alle Dienstgrade. Besonders durch die Freundschaft mit
Katczinsky wird Pauls Wille zum Überleben gestärkt. Seine Kameraden
verstehen ihn besser als alle anderen, da sie das Gleiche durchmachen wie
er. Vor ihnen muss er sich nicht entschuldigen, wenn er über den Tod
eines Kameraden Witze macht. Durch sie, die später älteren Soldaten
lernen die noch jüngeren Neuankömmlinge, wie sie sich an der Front
verhalten müssen. Es darf keine verräterische Lichtquelle angemacht
werden, die Soldaten lernen, sich innerhalb kürzester Zeit in Deckung zu
bringen und die verschiedenen Geschosse am Geräusch zu erkennen. An
der Front muss man sich aufeinander verlassen können. Jeder hilft jedem.
Beim Anblick von Toten und Verletzten, wie zum Beispiel Kemmerichs Tod,
muss man eine Menge aushalten können. An der Front besitzt man eine
Geschwindigkeit der Sinne, der ganze Körper ist dauernd in Bereitschaft.
Oftmals kommt das Essen nicht in die Frontstellung der Soldaten. Für
solche Fälle gibt es Stanislaus Katczinsky, das erfahrene und gerissene
Frontschwein, das sich auch gerne mal unterhält. Dazu ein Zitat aus dem
Buch:
"Kat ist nicht zu entbehren, weil er einen sechsten Sinn hat. Es gibt
überall solche Leute, aber Katczinsky ist der gerissenste. Ich bin
überzeugt, wenn man ihn in der Wüste aussetzten würden, könnte er in
einer Stunde ein Abendessen aus Datteln, Braten und Wein
zusammenfinden." Katczinsky ist stets da, wenn man ihn braucht. Er
organisiert überall Nahrung, findet in der kältesten Nacht Stroh, in der
dunkelsten Nacht den Weg - er hilft den jungen Soldaten sich
zurechtzufinden und lässt sich nur schwer aus der Ruhe bringen. Die
Kompanie von Bäumer, Katczinsky und den anderen gerät in ein
Trommelfeuer, welches tagelang zahlreiche Tote und Verletzte fordert.
Einigen Rekruten gehen die Nerven durch, da sie durch den ewigen
Granatenhagel auf engstem Raum in den Schützengräben und in durch
Granateneinschläge entstandenen Löchern sitzen müssen. Nicht nur die
Platzangst, sondern auch der Hunger nagen an ihren Nerven. Durch Ratten
ist nur noch knapp die Hälfte des Essbaren vorhanden. Ausserdem
überleben viele junge Rekruten das Hagelfeuer aufgrund ihrer
Unerfahrenheit nicht. Die meisten Verletzten müssen einige Tage mit
schwersten Verletzungen auf dem Schlachtfeld liegen. Entweder sterben
sie oder sind ihr ganzes Leben lang vom Krieg gekennzeichnet. Nur gerade
32 von 150 Mann haben das Trommelfeuer überlebt. Die mörderischen
Kämpfe, den Stellungskrieg, die Materialschlachten, die Gasangriffe, die
nächtlichen Patrouillen durch zerschossene Wälder, das hundertfache
Sterben wiederholen sich mit fast stereotyper Gleichförmigkeit. "Nur ein
einziges Mal entspringt zwischen den Soldaten eine Diskussion über die
Ursache von Kriegen. Diese Fragen bleiben bis zum Ende des Romans
ungelöst für den Ich-Erzähler.
Der Krieg wird für Paul zu einer anderen Welt, die er mit der normalen
Welt, seinen Eltern und seiner Heimat nicht mehr vereinbaren kann. Auf
einem Heimaturlaub merkt Paul, dass das Familienleben für ihn zur Qual
wird. Er sieht den Krieg mit ganz anderen Augen als sein Vater und die
anderen Herren am Stammtisch, die immer noch an den ganz grossen Sieg
glauben. Er kommt nicht mit der Naivität der Bevölkerung zurecht, mit der
sie dem Krieg gegenübersteht. Seine Erfahrungen im Krieg haben ihn so
sehr verändert, dass er sich eine Welt ohne ihn nicht mehr vorstellen
kann. In der Schule wird immer noch mit derselben Methode Werbung für
die Armee betrieben. Immer jüngere Soldaten werden an die Front
geschickt, müssen sich vom Unteroffizier Himmelstoss quälen lassen und
ziehen als Kanonenfutter in den Krieg. Doch auch Himmelstoss wird später
an die Front geschickt, wo er dann erfährt, wie hart der Kampf ums
Überleben wirklich ist. Bei seinem Besuch in der Heimat hat Paul zum
letzten Mal seine Eltern gesehen. Er ist fast erleichtert, wieder "zu Hause"
an der Front zu sein. Trotzdem sieht er den Krieg schon lange als sinnloses
Massaker an, das nicht mehr mit dem Kämpfen fürs Vaterland zu tun hat.
Bäumer wird verletzt und kommt ins Lazarett. Sie werden gut verpflegt
von Nonnen und freiwilligen Helferinnen. Doch auch hier begegnen die
Anwesenden Verletzten dauernd dem Tod. Die Sterbezimmer sind überfüllt,
lieb gewonnene Kollegen werden tot abtransportiert, Verwundete
versuchen sich selber umzubringen, es mangelt an Verbandsmaterial. Die
Wunden werden mit Crepp-Papier notdürftig verbunden. Alle diejenigen,
die noch irgendwie gehen können, werden wieder für den Fronteinsatz
aufgeboten. So kommt auch Paul zurück auf das Schlachtfeld. Auch seine
letzten Kameraden fallen oder versuchen abzuhauen. Gegen die englischen
Tanks sind die deutschen Truppen chancenlos, doch ihr Überlebenswille ist
gross. Keiner von ihnen will jetzt, wo Frieden in Sicht ist, noch sterben.
Doch einen nach dem andern erwischt es. Einer will einen Meldehund
retten. Er wird durch einen Beckenschuss getötet. Einem anderen wird aus
nächster Nähe eine Leuchtkugeln in den Magen geschossen. Er lebte noch
eine halbe Stunde bei vollem Verstande und furchtbaren Schmerzen. Der
Kompanieführer hat einen Brustschuss, Leer wird die Hüfte aufgerissen, er
verblutet rasch, niemand kann ihm helfen. Es ist nur noch ein sinnloses
Abschlachten von unschuldigen Menschen, von Rekruten ohne Erfahrung,
die fast noch Kinder sind, die ohne Grundausbildung lediglich mit einer
kurzen Lektion im Schiessen mit dem Gewehr aufs Schalchtfeld an die
Front getrieben werden. Das Leben kurz vor Ende des Krieges ist für Paul
schier unerträglich. Hin und her gerissen zwischen Tod und dem sich
nähernden Frieden ist Kat Pauls einzige Stütze. Zu zweit halten sie durch.
Doch dann geschieht das Unfassbare. Kat wird von einem Granatensplitter
getroffen. Kat und Paul versprechen sich, sich nach dem Krieg zu treffen.
Doch dazu kommt es nicht mehr. Paul trägt mit letzten Kräften seinen
Freund zum nächsten Sanitätsposten, wo jedoch nur noch dessen Tod
festgestellt wird. Von Paul unbemerkt wurde Kat unterwegs von einem
weiteren kleinen Splitter am Kopf getroffen. Für Paul stirbt damit auch der
letzte Rest Menschlichkeit und Überlebenswille. Pauls Ende ist
voraussehbar:
Er fällt im Oktober 1918, an einem Tag, der so ruhig und still ist, dass der
Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkt; Im Westen nichts Neues.
Man sah Paul an, dass er nicht lange leiden musste; sein Gesicht hat einen
so gefassten Ausdruck, als wäre er beinahe zufrieden damit, dass es so
gekommen ist.
Die wichtigen Personen
Paul Bäumer
- Hauptperson, Ich-Erzähler
- Remarque identifiziert sich mit der Figur Bäumers
- 20-jährig
- Fällt als letzter seiner Klasse
Stanislaus Katczinsky (Kat)
- 40-jährig
- Verheiratet, hat einen Sohn
- Schuster von Beruf
- Haupt der Gruppe, "altes Frontschwein", zäh, schlau
- Besitzt einen "sechsten Sinn"
- Wird am Schluss von einem Splitter am Kopf getroffen
Haie Westhus
- 19-jährig
- Torfstecher von Beruf
- Einfacher Soldat
- Gehilfe von Katczinsky
Kemmerich
- Wird verletzt, ein Bein muss amputiert werden
- Stirbt weinend im Lazarett
Himmelstoss
- Unteroffizier, bildet Rekruten aus
- Nutzt Machtposition aus, Schinder
- Bescheidener Briefträger von Beruf
- Muss später selbst an die Front
- Kleiner, zierlicher Mann
Interpretation / Aufbau
Paul Bäumer, die Hauptperson des Romans ist eine rein fiktive Person. Nie
hat ein Mensch dieses Namens gelebt oder auch ein Tagebuch dieses
Inhalts geschrieben. Remarque selbst hat allerdings ähnliche Erfahrungen
gemacht und identifiziert sich mit der Person Paul Bäumers
Klassenkameraden Pauls: (Kropp, Leer, Kemmerich, Müller, etc.)
Remarque führt diese Personen ein, um die Dramatik zu erhöhen. Einer
nach dem anderen stirbt, bis nur noch Paul übrig ist, und auch er muß
dran glauben. Die Funktion dieser Personen im Buch ähnelt der der
Schuhe, die ehemals von Kemmerich an Müller, von diesem an Paul und
schließlich an Tjaden übergeben wurden.
Der Klassenlehrer steht symbolisch für alle Erziehungsberechtigten, die bei
der Erziehung der Jugend versagt haben und so einen solchen Krieg erst
möglich gemacht haben.
Meine Meinung:
Im Westen nichts Neues beeindruckt mich sehr. Ich finde die
Schilderungen des Kriegselends äußerst erschreckend. Im Themenkreis
Grausamkeit und Blutrünstigkeit kann es dieses Buch noch mit dem
härtesten Horrorfilm aufnehmen, mit einer Ausnahme: Das, was in diesem
Buch geschildert wird, ist wirklich geschehen und geschieht mit
abgewandelten Spielregeln und perfektionierten Waffen auch heute noch.
Während in Splatterfilmen kranke Fantasien gestörter Regisseure gezeigt
werden, sind Handlung und Thematik in Remarques Roman auch jetzt noch
realistisch und zeitgemäß. Im Zeitalter des Vietnamkrieges, des
Golfkrieges, der kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen
Jugoslawien, der Kriege in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, in
Afghanistan ... sollte dieses Buch bzw. seine Verfilmung viel weiter
verbreitet sein.
Fazit:
Ein Muss für jeden!!!
Hoffe mein Bericht gefällt euch.
Besten Dank für das Bewerten und Kommentieren :-)
Gruss DaliM weiterlesen schließen -
Ein Bauernjunge wird Roms größter Dichter!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Es war im Oktober des Jahres 70 v. Chr., als Publius Vergilius Maro als Sohn eines Bauern in Pietola bei Mantua geboren wurde. Zu jener Zeit befand sich Rom in einer innenpolitisch schweren Krise. Gnaeus Pompeius und Licinius Crassus standen mit ihren Heeren vor den Toren Roms und begehrten für sich das Konsulat. Unzufriedenheit über die ungelösten sozialen und wirtschaftlichen Probleme ließen Unruhe aufkommen. Man fürchtete einen politischen Umschwung, als die Männer der Volkspartei ihre Häupter wieder erhoben.
Vergil verbrachte die ersten Lebensjahre auf dem Hof seines Vaters. Sorgfältig war seine Ausbildung, die er in Cremona begann. Im Alter von 15 Jahren setze er seine Ausbildung in Mailand fort. Sein Vater hatte die Absicht, ihn zum Redner oder Politiker ausbilden zu lassen. Doch Vergil zog weiter nach Rom, um sich vom Epikureer Siron und Terentius Varro gründlich in Philosophie und Rhetorik unterrichten zu lassen.
Doch als Anwalt blieb Vergil erfolglos. Liebe zur Wissenschaft und Poesie und die Vorliebe zu friedlichem Landleben ließen ihn wieder in seine Heimat zurückkehren. Einerseits bewirtschaftete er dort sein Gut, widmete sich aber auch dem Studium griechischer Dichter, vor allem des Idyllendichters Theokrit. „Zu Hause“ schuf Vergil auch seine bukolische Dichtung. Sie brachte ihm Anerkennung und Freundschaft des Statthalters von Gallia cisalpina, Asinius Pollio. Später stellt sich heraus, daß Vergil diese Freundschaft noch sehr hilfreich wurde.
Im Jahr 40 v. Chr. hat sich viel verändert. Pompeius, Cäsar und Cicero sind bereits tot und die Cäsarenmörder besiegt. In Folge der Abrüstung muß für 200.000 Veteranen aus 34 Legionen Ackerland als Abfindung beschafft werden. Viele landbesitzende Bürger wurden dabei vertrieben. Auch Mantua wurde nicht verschont, so daß auch Vergil seine Güter verlor. Durch die Intervention von Asinius Pollio bekam er es aber kurzfristig zurück und wurde später durch ein anderes Gut vollkommen entschädigt. In Rom wurde Vergil die Rückkehr durch Octavian ausgeredet und durch ihn großzügig entschädigt. Durch die Entschädigung war Vergil in der Lage, ein Haus am Esquilin und ein Landsitz bei Neapel zu erwerben.
Obwohl er lieber auf dem Land wohnte, gewann Vergil in Rom viele Freunde, darunter Cornelius Gallus, Aemilius Macer, Properz, Horaz, Varius und Plotius Tucca. Vor seinem Tod übergab Vergil die „Aeneis“ an Varius und Tucca. Sie erhielten den Auftrag, das unvollendete Werk zu vernichten oder es unverändert zu veröffentlichen.
Das Volk liebte Vergil wegen seiner Erfolge als Dichter und wegen seines bescheidenen Wesens.
Selbst Caesar Octavian machte Vergil zum Freund. Octavian wollte zu einer dauernden Ordnung zurückkehren und förderte Literatur und Kunst. Die Dichter ließ er während dieser Zeit ziemlich unabhängig schaffen.
Vergils Werke, wie z. B. Catalepton, Bucolica und Georgica sind ein schöner Spiegel der Stimmung dieser Zeit. Octavians Sieg über Antonius und Cleopatra (29 v. Chr.) verwirklicht Vergil seinen lange gehegten Plan, ein großes Epos zu dichten. Nach zehn Jahren Arbeit an der „Aeneis“ macht sich Vergil auf den Weg nach Griechenland und Asien, um sie zu vollenden und sich der Philosophie zu widmen. Diese Reise sollte drei Jahre dauern. In Athen trifft er auf Augustus, der ihn zur Rückkehr bewegt. Doch nach einem Hitzschlag verschlechtert sich Vergils Gesundheitszustand. Nach der Landung in Brindisi stirbt Vergil am 21. 09 19 v. Chr.
Nur einige Gedichte des „Catalepton“ (Poetische Tändeleien) sind wirklich von Vergil, alle anderen stammen aus seiner Umgebung.
Die Jahre 42 – 39 v. Chr. nutzte Vergil, an der „Bucolica“ zu arbeiten. Es sind zehn Hirtengedichte im Stile des von ihm verehrten Theokrit. Darin flüchtet Vergil in das Traumland "Arkadien". Angeblich war die Ankündigung des „Goldenen Zeitalters“ eine messianische Weissagung.
Auf seinem Landgut schrieb Vergil in der Zeit von 37 – 30 v. Chr. ein Lehrgedicht über den Landbau, die „Georgica“. Beschrieben werden in vier Bänden Ackerbau, Weinkultur, Vieh- und Bienenzucht und Baumpflege. Ferner besingt Vergil darin die friedliche Stille des Landlebens, vor allem aber das reale Italien und nicht das ideale Arkadien.
Vergils zentrales Werk, die „Aeneis“, ist ein patriotisches und religiös – politisches Epos und kein Heldengedicht. Vergil will darin den Ursprung Roms und des römischen Volkes, das julische Geschlecht und die Sendung Roms mythisch begründen. Gewissenhaft betrieb er Vorstudien an hellenistischen Epikern wie z. B. Homer und Rhodios. Doch auch Naevius, Ennius, Cato und Lukrez wurden von ihm studiert. Das, was Augustus reformierte, politisch wahrte und erneuerte, leistete Vergil in der Dichtkunst. Selbst das Volk erkannte, das hier ein Nationalepos entstanden ist. Die „Aeneis“ wurde bald zum Lehrbuch in den Rhetorenschulen und sogar ins griechische übersetzt. Allein aus den Zitaten, die von vielen Dichtern benutzt wurde, läßt sich die „Aeneis“ fast vollständig rekonstruieren.
Ohne die „Aeneis“ wäre das „Waltharilied“ des Mönches Ekkehart nie geschrieben worden, Dante ließ sich durch Vergil in seiner „Göttlichen Kommödie“ durch das Inferno führen und Wolfram von Eschenbach machte Vergil zum Ahnherrn seines Zauberers Klingsor.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-21 18:24:40 mit dem Titel Cicero - Roms größter Redner!
Am 03. 01. 106 v. Chr. wurde Cicero in der Kleinstadt Arpinum geboren. Heute heißt die Stadt übrigens Civitavecchia. Obwohl sein Vater nicht dem römischen Amtsadel angehörte, war er ein wohlhabender Ritter. Seinem Stand entsprechend, ergriff Marcus eine politische und rhetorische Laufbahn, nachdem er in Rom eine gründliche Erziehung genoß. Er vertiefte seine Bildung, indem er in den Jahren 79 – 77 v. Chr. Griechenland und Kleinasien bereiste. Pomponius Atticus, ein reicher und feingebildeter Römer, wurde in Athen sein Freund. Seinen Ruhm als Redner begründete Cicero nach seiner Rückkehr nach Rom. Im Jahr 63 v. Chr. wurde er Konsul, obwohl er nicht dem Amtsadel angehörte, dem diese wichtigen Ämter eigentlich vorbehalten waren.
Als Konsul deckte er die Verschwörung des Catilina auf. Politisch war dies sein größter Erfolg. Die Hinrichtung der Verschwörer ohne Urteil wurde ihm später zum Verhängnis. 58 v. Chr. wurde durch seine Gegner die Verbannung und Einziehung seines Vermögens erwirkt. Allerdings wurde er 57 v. Chr. rehabilitiert und kehrte nach Rom zurück.
Den Ehrentitel „Imperator“ wurde ihm verliehen, nachdem er als Proconsul Ciliciens durch seine Rechtschaffenheit und militärischen Erfolge ausgezeichnet hatte.
Als der Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompeius ausbrach, schloß er sich nach einigem zögern Pompeius an. Seine Rolle als aussichtsreicher Politiker war erst einmal zu Ende, obwohl er von Cäsar nach Pompeius‘ Niederlage begnadigt wurde.
Die politische Bühne bestieg er wieder, als Cäsar an den Iden des März 44 v. Chr. ermordet wurde. Er trat dabei als Idealist für die römische Freiheit ein. In Marcus Antonius sah er einen Nachfolger Cäsars und bekämpfte ihn in seinen „14 phillipischen Reden“. Auf Cicero wurde ein Kopfgeld ausgesetzt, nachdem Antonius sich mit Octavian und Lepidus zu einem Triumvirat zusammengeschossen hatte. Cicero versuchte daraufhin die Flucht, wurde aber am 07. 03. 43 v. Chr. auf seinem Gut bei Formia ermordet.
Cicero konnte nur zwischen Cäsar und Pompeius, Octavian und Antonius bestehen. Als Freund des Friedens war er zu weich und unentschlossen. Sein Ruhm besteht darin, der größte Redner der Römer gewesen zu sein. Dabei half ihm seine Schlagfertigkeit, sein vielschichtiges Wissen und Beherrschung der Sprache und sein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Trost suchte Cicero in der griechischen Philosophie. Seine Tätigkeit als Rechtsanwalt gab ihm Gelegenheit für glänzende Gerichtsreden. Er wurde Schöpfer der lateinischen philosophischen Sprache, da er sowohl Latein als auch griechisch exzellent beherrschte. Die Philosophie war sein ein und alles.
Ciceros Briefe sind aufschlußreiche Dokumente. Sie geben einen sehr guten Überblick über die damalige Zeit. Sie lassen aber auch auf eine vielseitig interessierte und bewundernswerte Persönlichkeit schließen. In einer Zeit, wo nur die Selbstsucht regiert, tritt Cicero als Idealist und Humanist heraus.
Die Iden sind im römischen Kalender der 13. oder 15. Tag eines Monats.
Lucius Sergius Catilina war ein Verschwörer gegen den römischen Senat, der 62 v. Chr. auf der Flucht nach Gallien ermordet wurde.
Octavian war der 44 v. Chr. adoptierte Großneffe Cäsars. Besser bekannt ist er als Kaiser Augustus.
Gnaeus Pompeius lebte von 106 – 48 v. Chr. Als römischer Staatsmann und Feldherr bekämpfte er den Sklavenaufstand des Spartacus (71), Mithridates (66 – 63) und die Seeräuber(63). 60 v. Chr. bildete er mit Cäsar und Crassus ein Triumvirat. Von Cäsar wurde er bei Pharsalus besiegt (48) und auf der Flucht nach Ägypten ermordet.
Über Ciceros Reden
Insgesamt sind 57 Reden erhalten, die Cicero als Verteidiger und als Staatsmann hielt. Davon sind die 1. – 3. Rede gegen Catilina, die er als Konsul im Jahre 63 v. Chr. hielt, und die vierte und siebente gegen Antonius, als er 44 v. Chr. nach der Ermordung Cäsars wieder in die Politik eingriff, die berühmtesten. Bekannt sind auch seine „Reden gegen Verres“ und sein Werk „De re publica“.
Lucius Catilina hoffte, auf legalem Weg Konsul zu werden. Er unterlag aber Cicero bei der Wahl. Catilina versuchte einen gewaltsamen Umsturz, nachdem Attentate auf Cicero fehlschlugen, der durch einen Mittelsmann über Catilinas Pläne informiert war. Begünstigt wurde Catilinas Untergrundbewegung durch Schäden im privaten und öffentlichen Leben. Dazu gehören u. a. politisches Strebertum, Bestechlichkeit der Beamten, bittere Not bei der Mehrheit des Volkes.
Auf einer Senatssitzung spielte Catilina den Unschuldigen, bekam aber in der ersten Rede Ciceros sein Sündenregister zu hören. Darauf verließ er Rom und begab sich zu den aufständischen Streitkräften. Die zweite und dritte Rede richtete Cicero an das Volk, um über Catilinas Pläne und Motive aufzuklären und die Rädelsführer der Verschwörung zu überführen.
Vor dem Senat hielt Cicero seine vierte Rede. In ihr verlangte er für die verhafteten Rädelsführer die Todesstrafe, welche auch beschlossen wurde.
Catilina selbst starb in der Schlacht bei Pistoria, nachdem seinen Truppen der Weg nach Gallien verlegt war.
Cicero wurde wenige Jahre später verbannt, angeblich wegen nicht legaler Hinrichtung der Catilinarier.
Nach der Ermordung Cäsars hofften die Republikaner, die freiheitliche Verfassung neu errichten zu können. Doch durch die Unentschlossenheit der Verschworenen konnte Marcus Antonius die Gewalt an sich reißen. In vierzehn Philippischen Reden vor Volk und Senat trat Cicero als Wortführer der Gegner Antonius auf. Doch der Kampf scheiterte an der Schwäche des Senats, so daß Antonius mit Octavian und Lepidus ein Triumvirat bilden konnte.
Ciceros Briefe
Von den vielen Briefen, die Cicero schrieb, sind etwa 1000 erhalten geblieben. Sie stammen aus der Zeit von 68 – 43 v. Chr., also aus der Zeit, in der Cicero auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt war. Die Briefe werden in vier Sammlungen eingeteilt:
1. an Atticus,
2. an die Familiaren (Angehörige seiner Familie und seines Haushalts),
3. an Bruder Quintus und
4. an Brutus.
Jede Sammlung ist in mehrere Bücher unterteilt.
Einmalig ist die Tatsache, daß sich die Geschehnisse von 20 Jahren fast Tag für Tag verfolgen lassen. Auch Ciceros Wesen kennt man dadurch bis tief in sein Innerstes. Viele seiner Briefe haben rein menschlichen Charakter, vor allem die an Atticus und an seine Frau Terentia. In ihnen sucht er Rat und Trost, um in der Not nicht zu verzweifeln. Aber es geht ihm nicht nur um persönliche Existenz, sondern auch um Volk und Vaterland.
Das Urteil der Nachwelt war ihm wichtiger als alles andere. Seinem Freund gesteht er: „Was wird die Geschichte nach 1000 Jahren wohl von mir sagen? Ihr Urteil fürchte ich mehr als das kleinliche Geraune meiner Zeitgenossen“. weiterlesen schließen
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