Pro:
damals: brauchbare Qualität
Kontra:
etliches....siehe Text
Empfehlung:
Nein
....eine Zeit, in der ich meinen ersten Komplett-PC bekam. Dieser kostete stolze 2600 DM und beinhaltete auch gleich Monitor und Drucker. Um letzteren gehts heute.
***Canon BJC 4300***
Zuvor am Commodore kannte ich ja nur Nadeldrucker, immerhin schon mit 24 Nadeln! Nun also sollte der erste Tintendrucker seinen Dienst antreten und das auch noch in Farbe. Boah! Was ein Fortschritt!
**Installation**
Früher, liebe Kinder, musste man Drucker mit großen, klobigen Steckern, genannt Parallel-Anschluss anschliessen und festschrauben und eine Diskette (!) in die Floppy stopfen, um den passenden Druckertreiber zu installieren. Vorher tat da nämlich gar nichts. (Ich bin sehr dankbar für die USB Erfindung.) Das ging unter Windows 95 (brüll!) auch relativ einfach, nach der Treiberinstallation reagierte dann auch der Drucker ordnungsgemäß.
**Aufbau**
Der BJC 4300 war ein A4 Drucker mit Einzelblatteinzug von oben, den man ausziehen musste. Platz für Papiervorrat war nicht sehr viel, es handelte sich dabei um vielleicht 20 Blatt. Auch die Auffangklappe musste man zweimal nach vorn ausziehen, damit das bedruckte Papier nicht auf dem Boden landete. Vorteil: alles zusammengeschoben liess sich der Drucker platzsparend in die Ecke schieben, nur leider blieb der Einzug oben trotzdem offen, es konnte sich also fröhlich Staub sammeln. Das sah man dann auch entsprechend bei den Ausdrucken.
Farbe lieferten zwei klobige Patronen, diese 3er-Farbpatronen störten mich damals schon. War eine Farbe leer, musste man den Rest der anderen mit wegwerfen. Alternativ gab es eine komplett schwarze mitsamt Druckkopf und sogar eine Fotopatrone. Die Preise hierfür waren exorbitant, aber daran hat sich nichts geändert.
Auf der Oberseite fanden sich zwei Knöpfchen - einen für Power und einer für den Einzug, wenn man Papier nachlegen musste. Darunter eine LED, die grün (alles prima, ich mach, was ich soll) leuchtete oder orange blinkte (hilfe, ich hab ein Problem).
**Leistung**
Also von Tempo konnte keine Rede sein, aber damals war das eben so. Woran ich mich mit Grausen erinnere, war die immense Geräuschkulisse des Druckers, noch dazu versetzte er gleich den gesamten Tisch in Bewegung. Und mit Vorliebe zog der Drucker das Papier schief ein. Andere Medien, wie kleineres Papier oder Umschläge, gingen grundsätzlich schief. Der Drucker zog ein, verzog das Medium, es verhedderte sich in der Transportrolle, war verschmiert und zerknüllt - gute Nacht. Da halfen auch die vornehmbare Einstellung der Papierstärke am Schacht und das rüberschieben der seitlichen Führung (damit kleinere Medien gerade eingelegt werden konnten) nichts.
**Druckqualität**
Ja, nun gut, damals war es das absolut Beste, was man finden konnte. Selbst mit normalen Patronen war eingeschränkt ein brauchbarer Fotodruck möglich. Allerdings sah man hierauf deutlich die einzelnen Farbpigmente und Punkte - heute gar nicht mehr vorstellbar. Details? Fehlanzeige!
Was mich am reinen Textdruck immer gestört hat: der Drucker schaffte es nicht, grade zu drucken. Die Buchstaben waren verzogen, kippten, zeigten Schlieren und Streifen. Da ich damals relativ wenig druckte, konnte ich damit leben, zumal die Produkte damals am Markt kaum was besseres boten - es sei denn, man investierte einen Monatslohn in einen Laserdrucker.
**FAZIT**
Damals war ich zufrieden. Als der Drucker nach ca 3 Jahren den Geist aufgab, kaufte ich einen neuen. Der Druckkopf war hinüber und die Reparatur hätte nicht gelohnt, denn die Druckerpreise waren in den Keller gerutscht und so hielt ich dies für die bessere Wahl.
Aus heutiger Sicht ist der Drucker nicht mehr empfehlenswert, auch dann nicht, wenn man irgendwo einen fabrikneuen finden sollte. Die Druckqualität ist heute einfach zu schlecht. Damals war er okay und tat erstmal seinen Dienst. Heute gibts für weniger Geld viel bessere Qualität, und vor allem haltbarere Geräte. Mein aktueller Canon ist über 4 Jahre alt, hat noch keine Probleme gemacht und druckt erstklassige Fotos und das ruckzuck und supileise.
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