Gangs of New York (VHS) Testberichte
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Tests und Erfahrungsberichte
-
Filmkritik und Meinung zu " Gangs of New York "
09.03.2003, 01:46 Uhr von
Tuvok
ich bin Christ, mag keinen Rassismus und halte nicht viel von Pollitik4Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Gangs of New York
New York City, 1863. Die Zeit in der man vom Ausland kam und Amerika aufbaute, um ein glücklicher Bürger zu sein und gehofft hat nicht im Krieg zu landen. Damals zu Beginn war die Stadt ein Moloch von Krieg und Bandenkriminalität auf offener Straße beherrscht. Es war die Zeit wo jeder auf jeden losstürmen konnte, wie er wollte ohne Angst vor dem Gesetz haben zu müssen, wenn man in der richtigen Gang war. Gerade zu der Zeit hat der Bürgerkrieg so richtig begonnen, Erpressungen, Schnapshandel, Glücksspiel, Hurerei, Bordellbetrug, Taschendiebstahl, Mord und Totschlag, Schlägerein, Ausräuberungen und kein Popcorn waren an der Tagesordnung. Armut, Elend und Krankheiten ohne Ende waren einfach da, gang und Gäbe. Der Hass hat gelodert. Ganz jung ist AMSTERDAM VALLON ( Leonardo DiCaprio ) als sein Vater der Priester VALLON ( Liam Neeson ) als Anführer der Dead Rabbits Oberhaupt der eingewanderten Iren in New York gegen die leicht rassistischen Native Americans vorgehen um gegen Ihre Unterdrückung zu kämpfen. Sie wohnen in Slums haben kein Geld und müssten Schutzgeld zahlen. Sein Vater stirbt im Kampf gegen die Bande, und AMSTERDAM sieht das alles an. Er läuft weg, wird gefasst und lande in einem Erziehungsheim. 16 Jahre später, 1846 kam er nach New York zurück, vom Norden aus Hellgate.
An den Ort Five Points, die wichtigsten Straßen laufen hier zusammen in New York, und alles lebt hier, und agiert hier, der Herrscher ist ein König, es ist WILLIAM „ The Butcher „ CUTTING ( Daniel Day Lewis ), der alles beherrscht und mit eiserner gewaltiger brutaler Hand noch immer herrscht. Er ist der brutale Machthaber geworden von der er immer geträumt hat nachdem er seinen Erzrivalen VALLON getötet hat.
Er ist selbst ein Immigrant, und verachtet sie. Es ist die Zeit der Sklavenbefreiung, des Bürgerkrieges, der mehr als gewütet hat, man hat Zwangsrekrutierungen später vorgenommen. Doch in dieser Zeit denkt AMSTERDAM nur an eines, an seinem Vater Rache zu nehmen und BILL zu töten.
Sein Plan ist klar, er agiert als Spion in der Gang von BILL und versucht einfach seine Schwachstellen rauszufinden, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Was schwer für ihn ist, da BILL ihn anfangs misstraut wie jedem, doch nach langer Zeit nach Jahren wird er wie ein Sohn für ihn, immer mit dem Gedanken sein Herz nicht zu hören da er ihn irgendwie gern hat, seinen Ersatzvater der doch seinen richtigen getötet hat. Seine Loyalität zu ihm ist gespielt, und selbst als er die Taschendiebin JENNY EVERDEANE
( Cameron Diaz ) kennen lernt, ist er Ihr nicht untertan, niemanden ist er, und das schätzt BILL so sehr.
Er verliebt sich in sie und weiß nicht das es ein anderer bereits ist. JIMMY SPOILS der ihm damals das Leben gerettet hat. Und dann entdeckt er das sein Ersatzonkel von früher auf der Seite von VALLON, HAPPY JACK ( John C. Reilly ) die Seiten gewechselt hat wie viele. Und dann ist da noch der Kampf gegen den Bürgermeister WILLIAM TWEED ( Jim Broadbent ) der BILL die Stirn bietet und AMSTEDAM wird in alles reingezogen.
Was soll ich dazu noch sagen. Nun nach 165 Min. Kinofilm, mit einer Pause von 11 Min. dazwischen, tut mein Podex ganz schön weh. Ich habe so die Leute beobachtet, und wenn jeder ein Schleifpapier unter seinem Hintern gehabt hätte, dann würde kein einziger Kinosessel mehr existieren weil alles durchgewetzt worden ist. Vorweg muß ich auch gleich bekennen, das es kein Kinofilm für die Familie ist. Eher für Leute die hochanspruchsvolle Filme sehen wollen die eine Art von „ Es war einmal in Amerika „ gemischt mit
„ In einem fernen Land „ trifft „ Heavens Gate „ sehen wollen. Nun irgendwie muss ich mal die negativen Sachen loslassen. Am Ende haben schon einige Leute die es nicht mehr ausgehalten haben, den Kinosaal vorzeitig verlassen, weil der Film einfach zu lange dauert. Nicht das er 165 Min. dauert, und das der Directors Cut wohl um die 4 Stunden geht, nein es ist einfach zu wenig Puste drinnen. Die ganze Romantik, Liebe, und Ehrlichkeit, Freundlichkeit und alles was einen Kinoabend so wertvoll machen, wenn man mit der lieblichen weiblichen Hälfte geht, ist spätestens nach 30 Minuten dahin. Fängt der Film gerade zu melancholisch gewaltig an, und erinnert an eine Zeit die einem irgendwie gefallen könnte, durch diese Armut, und diese rohe Wildheit die so sehr an nicht Hollywood erinnert, sondern an so richtiges Ländliches Leben, du kannst machen was du willst, und wenn du tüchtig bist wirst du Millionär, wird irgendwie hinweggepufft. Es sind gar nicht mal so viele Dialoge drinnen, sondern eher mehr diese Bildgewaltige Rohheit, diese Gnadenlose Detailgetreue, ein Epos das eigentlich 4 Stunden dauern hätte sollen, und nicht in so kurzer Zeit hätte abgehandelt werden sollen. Wenige Filme schaffen es wirklich so bewegend zu sein, oder irgendwie so aufwühlend, aber das ist er nur anfangs und gegen Ende hin, ohne zuviel zu verraten. Ich finde der Regisseur, ein Talent wie eh und je, hat sich bei dem Film etwas verschätzt. Er hat einfach zu viel gemacht und wollte zu viel erreichen, also hat er einen Moloch von Filmwirtschaft und Geschichte einfach da reingeschoben wo es jeder kennt, in das Herz von New York. Einer Stadt die vielleicht wirklich wie in Ghostbusters war, unterirdisch eine Art Mechanisches Herz hat. Kommen wir mal zur Geschichte. Sie stimmt so zur Gänze.
Hier mal einige Fakten über die Stadt wenn man sich für Geschichte interessiert.
· 1800: Die Bevölkerung von New York City zählt 60.000 Einwohner.
· 1825: Fertigstellung des Eriekanal.
· 1830: Frühe Five-Points-Gangs formieren sich - unter ihnen The Dead Rabbits.
· 1834: Gebürtige US-Amerikaner gründen eine politische Partei.
· 1845: Beginn der großen irischen Hungersnot.
· 1847: Die Zahl irischer Einwanderer in New York wächst ins Unermessliche.
· 1855: Die Bevölkerung von New York City zählt 800.000 Einwohner.
· 1857: Erster Aufstand in Five Points.
· 1861: Beginn des Us-amerikanischen Bürgerkriegs.
· 1863: Gewalttätige Aufstände in den Straßen von New York City
Irgendwie ist es schon interessant. Sicher von der kurzen Erläuterung kann man nicht viel mitkriegen, aber dennoch muß ich sagen das alles irgendwie reinpasst, aber nichts desto trotz, er war realistisch grausam, nicht so sehr wie Soldat James Ryan aber irgendwie auf eine andere Art. Vielleicht gibt es den einen oder anderen der sich gerne anspruchsvolle Filme ansieht, noch dazu wenn so viel Gewalt ist, und so viele Dialoge und sonst nicht viel schönes fürs Herz und die Seele spricht, außer die ganze Ausstattung, ich fand ihn übertrieben. Meine Freundin hat sich dauernd herumgewälzt, und Ihr hat er gefallen ja sicher, aber das ganze Gemetzel war Ihr dann doch zuviel, wo ich doch sagen muß, man hat nicht so viel gesehen. Die ganzen Charaktere, waren so vieldeutig, so groß das man sie in einem normalen Film gar nicht beschreiben kann, und gar nicht weiß wo man sie zuordnen soll. Ich hatte 2 Liter Tee mit, einen Esbitkocher, ein paar Krebsscheren, Eine Plastiktüte Jackfruitchips, ein bisschen Popcorn, 0,75 Liter Spiritus für den Gaskocher um meine Frankfurter Würstchen mit Schlagobers zu grillen, dazu Gefüllte Jaguarohrläppchen, Dachszitzen, und garnierte Ameisenaugenbrauen gefüllt mit Gottesanbeterinnenschamlippen am Spieß.
Man hat bei dem Film einfach das Gefühl das er ausufert, das er zu viel ist, das er einfach immer wo raus will wo er hätte nicht hingehört und mir selbst war das auch irgendwie dann zuviel, weil er einfach dialoglastig wurde. Und man wundert sich, was war an dem Film so besonders ? Man kann nicht sagen was, und auch nicht sagen, was nicht, so richtig meine ich.
Nun zum Positiven. Leo wird wohl einigen Teeniegören so richtig ein Marmorblock im Herzen bleiben da er in der Rolle einfach so was von gut passt, wie Tripper zu einer Prostituierten. Er spielt die Rolle nicht nur souverän., und man merkt nicht nur seinen Zwiespalt sondern man sieht ihn auch an das er in einem Film spielt wo er keine 20 Millionen $ bekommt, sondern weitaus weniger. Da er ja in einer lebenden Geschichtstunde mitspielt. Sehr gut war die Musik, die irische Musik, von der ich gerne mehr gehört hätte. Am liebsten wäre mir und dem Rest des Kinos, wenn man Michael Flaherty einfach dahin hätte zirpen lassen wie ne sanft besoffene Grille. Aber egal, die Musik war gut. Sehr gut hat auch sein Gehabe sein Gemüt gepasst, als von Rache getriebener Erzengel, aber das war es auch schon. Früher in Jugendjahren war es als Problemfall besser. Daniel der Schuster, in Italien lebend, alle paar Jahre mal auftauchend, hat für die Rolle nicht nur das Fleischerhandwerk gelernt, sondern er konnte und durfte es auch fast nicht bis auf einigen Sekundenbruchteile zeigen, die sich auf Messer schleifen beschränkt haben, und ein bisschen Schnitzel zerteilen, oder gab es da im Directors Cut mehr ? Wer weiß. Aber er hat einfach gut gespielt, hat den Mann der niemals einen Sohn hatte sehr gut verkörpert. Ein Mann der durch das Schwert groß geworden ist. Und nur durch unselige Gewalt überlebt hat. Wie kann man nur durch Gewalt soviel machen und erleben, der Film zeigt es. Cameron die schöne Diebin, ein Mädchen das wirklich ein Wahnsinn ist. Nicht besonders die hübscheste und intelligenteste aber sie hat ein Handwerk das jeden Adriano Celentano in den Schatten stellt, sie kann einfach das was man sich am meisten wünscht, hin und wieder wenn man in der Nähe eines Multimilliardärs ist und ihm die 2 Millionen € teure Rolex klauen möchte. Schade so ein Handwerk bräuchte man, ein richtiges Hobbymärchen dieses Mädchen. Sie ist die richtige Frau für ihn schon von Anfang an, als er noch gar nicht viel mit Ihr zu tun hatte, und das einzige was fehlt, ist diese romantische wilde Leidenschaft die viele schöne Bildgewaltige Filme ausmachen. Eigentlich schade um sie am Anfang, aber nachher hat sie ja die Bestimmung Ihres Lebens gefunden, aber das seht euch im Kino an. Die Nebenrollen, nicht alle, aber einige sehr prominent besetzt und wirklich sehr gut gespielt, aber auch zuwenig ausgebaut, was auch verständlich ist, wie soll man schon so viel Geschichte in einen Film packen. Die Kamera, Musik, Regie, einfach alles gut, trotzdem hoffe ich das Herr der Ringe – Die zwei Türme gewinnt, und die meisten Oscars davonträgt, obwohl dieser nicht in allen Kategorien bedacht ist.
Nun abschließend, es ist ein Film für Geschichtsbegeisterte nicht gerade aber doch etwas sensationsgeile Juraprofessorenstudentenlehrlinge, und melancholisch realistisch verhangene Gewitterwolken predigende Realismuskühe, die sich zu Hause gerne die Nachrichten und Zdf Sendungen über den 2. Weltkrieg ansehen wollen.
Zu empfehlen einfach Leuten die gerne Filme sehen wollen die außerhalb der Norm sind und anspruchsvoll sind oder Leute die einfach an Gewalt Geschmack finden.
78,10 von 100 weiterlesen schließen -
Gangs of New York - ein unerwarteter Kinobesuch mit positivem Ausgang !
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ehrlich gesagt, die Entscheidung ins Kino zu gehen fiel 15 min vor Beginn des Filmes. Und auch während der Fahrt in ebendieses wussten wir noch nicht welchen Film wir anschauen würden. Die Entscheidung für „Gangs of New York“ fiel somit quasi erst vor dem Kino. Was ich damit sagen will ist, daß ich relativ unvoreingenommen und spontan den Film gesehen habe. Ich wusste nicht was mich erwartet, und hatte mich nicht vorher informiert, ob es sich überhaupt lohnt. Ich ging also mit null Ahnung das Ganze an. Gehört zwar nicht zum Thema, aber 7 €uro für eine kleine Nebenleinwand ist für meinen Geschmack eindeutig zu teuer. Man muß sich nicht wundern, daß man 14 Tage nach dem Kinoanlauf sämtlich Filme schon unter der Hand auf DVD angeboten bekommt...
Aber darum solls nicht gehen, wir wollen ein wenig die guten und die weniger guten Seiten des Filmes beleuchten. Der Anfang des Filmes ist für meinen Geschmack etwas zu brutal. Wir schreiben Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Stadtteil 5 Points wird von 2 Gangs beherrscht. Sie halten sich mit Raub, Betrug, falschen Spiel... über Wasser. Wobei eigentlich nur die großen Bosse gut leben. Die „kleinen Lichter“ der Gang sehen nicht viel von Ihren gegen das Gesetzt verstoßenden Bereicherung. Das Gesetz ist quasi auch nicht vorhanden. Polizei ist, wenn sie überhaupt da ist, bestochen. Auch ein Menschenleben ist nicht viel wert, und es wird großzügig damit umgegangen. In dieser Zeit treffen sich die 2 größten Gangs, die eine wird von einem brutalen New Yorker, die andere von einen irischen Emigranten angeführt. Der New Yorker und seine Gang haben ein grundsätzliches Problem mit Iren und hassen sie alle. Aus diesem Grund soll eine öffentliche Schlacht im New Yorker Winter ausgetragen werden. Die beiden Gangs stehen sich gegenüber, bewaffnet mit Messer, Knüppel, Äxten... Es beginnt eine furchtbare Schlachterei, die für meinen Geschmack zu freizügig dargestellt ist. Etwas weniger hätte gereicht, und die Härte der Kämpfe wäre auch rübergekommen. Am Ende der Schlacht besiegt der Anführer der New Yorker den der Iren, und vollstreckt ihn mit einem Messer. Nach der Schlacht ist der ganze Schnee der „Arena“ hellrosa gefärbt...
Der Sohn des irischen Anführers hat alles mit angesehen, und rennt zu seinem schwer verwundeten Vater. In seinen Armen hält er seinen Sohn, und stirbt. Daraufhin wird der kleine von New York weggebracht, wo er bei einer Pastorfamilie aufwächst. Erst 16 Jahre später ist er selbstständig, und kommt zurück nach New York, und will Rache...
Ich möchte an dieser Stelle nicht weitererzählen, denn der Leser meines Beitrags soll ja auch noch etwas Spannung im Kino erleben. Parallel laufen noch Geschichten wie die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, und man erlebt wie korrupte Politiker sich Stimmen im Wahlkampf erschleichen.
Der Film zeigt einen Einblick in die Geschichte New Yorks, die mir so nie gegenwärtig war. Selbst wenn nur die Hälfte der Zustände damals so waren wie sie im Film gezeigt werden, war es furchtbar. Kaum zu glauben, daß das gerade mal 150 Jahre – sprich zur Geburtszeit unserer Ur Urgroßväter – war.
Das allein finde ich sehr beeindruckend, und auch sehr gut inszeniert. Man fühlt sich richtig in die damalige Zeit hineinversetzt.
Schauspielerische Leistungen sind gut, wenn auch nicht überdurchschnittlich. Sorry, aber ich bin einfach kein wirklicher „Leo“ Fan.
Was für mich noch ein Pluspunkt war, ist die Spannung. Man sitzt mehrmals sprichwörtlich drin wie angenagelt, und starrt mit offenem Mund in Richtung Leinwand. Allein die Szene mit dem Messerwerfen ( mit seine Mädchen ) – für alle die ihn schon gesehen haben. Spannung pur ist also garantiert.
Insgesamt wirkt das Ganze sehr echt und nicht – wie beispielsweise beim „aktuellen“ Bond – zu gekünstelt.
Was mich einfach noch etwas gestört hat ist der freizügige Umgang des Regisseurs mit Blut. Da spritzt das Blut das es eine wahre Pracht ist. In einer Szene steht das Blut regelrecht Wadenhoch. Und das wiederum wirkt dann für meinen Geschmack doch wieder eher unecht. Etwas weniger Blut, und etwas weniger Brutalität hätte den Film meiner Meinung nach noch weiter aufgewertet. Denn es gilt nicht je brutaler desto besser. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt der mir aufgefallen ist. Insgesamt lohnt sich ein Kinobesuch auf jeden Fall – auch für 7 €uro. Ich gebe 8 von 10 Punkten. weiterlesen schließen -
Ein düsteres Sittengemälde [UPDATE]
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Was soll man mit dem neuen monumental angelegten filmischen Epos Martin Scorseses anfangen?
In prachtvollen, opulenten Bilderorgien führt uns der Regisseur in mehr als zweieinhalb Stunden in die Welt des Krieges, des New Yorker Bandenkriegs des 19. Jahrhunderts, in einen Schmelztiegel, in dem ausschließlich Gewalt zu herrschen scheint, nichts als Gewalt. Die opulenten Bilder von Michael Ballhaus fügen sich zu einem bewegten Fresko zusammen, das vom Leben einer Zeit erzählt, die uns so fern zu liegen scheint und in mancher Hinsicht doch näher ist, als wir glauben. Fast scheint es, als wolle Scorsese dem alten Friedrich Engels recht geben, der die Gewalt zu einer Art Katalysator bei der Entstehung sozialer Umbruchprozesse erklärte. Oder wie sein nicht minder berühmter Freund Karl Marx es formulierte: Gewalt sei der „Geburtshelfer jeder alten Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht“. „Geschichte ist immer gewalttätig. Einwanderer kamen in Amerika an und gerieten sofort in Konflikt mit den dort Geborenen. Das war ein permanenter Kampf, und das 19. Jahrhundert war das gewalttätigste der amerikanischen Geschichte“, äußerte der Regisseur in einem Interview mit „Die Welt“. Doch Scorsese wäre nicht Scorsese, wenn die Dinge nur hier zu finden wären. Die heutige Lower East Side, in der „Gangs of New York“ spielt, platzte aus den Nähten – vor Menschen, vor Dreck, vor Kriminalität, vor Gewalt. Die Leinwand scheint manchmal zu zerbersten, die Menschen aus ihr „herauszufallen“, so dicht filmten Scorsese und Ballhaus Five Points, das Zentrum der unzähligen irischen, italienischen und anderen Gangs.
„Gangs of New York“ fügt sich – das sei hier vorweggenommen – in die Darstellung der Geschichte Amerikas bzw. einzelner Epochen ein, wie sie Scorsese sieht: ob in „Goodfellas“ (1990), einer Art (im historischen Sinn) Fortsetzung von „Gangs“ im Mafia-Milieu, oder „Taxi Driver“ (1976). Selbst „Age of Innocence“ (1993), der in der High Society von New York um 1870 spielt, kann als direkte Folge der Geschichte der bürgerkriegsähnlichen Entwicklung im New York der 40er bis 60er Jahre des 19. Jahrhunderts gesehen werden (Daniel Day-Lewis spielt hier den Anwalt Newland, der auf ein Leben mit der Gräfin Olenska aus Gründen der Gesellschaftsfähigkeit verzichtet).
Inhalt
Die großen Hungersnöte der 40er Jahre in Irland treiben einen Strom von Einwanderern nach Amerika. Der Priester Vallon (Liam Neeson) gehört 1846 zu den Wortführern der irischen Immigranten in New York, die es in der Lower East Side von Manhattan schwer haben. Die schon länger dort lebenden Einwohner, die sich als „Natives“ bezeichnen, machen den Iren und anderen Ethnien das Leben zur Hölle. Die „Natives“ hassen die angeblich verkommenen Hungerleider aus dem Ausland, aber auch die „Neger“. „Five Points“ ist das Zentrum der Macht der „Natives“, die von dem Metzger Bill Cutting, genannt Bill the Butcher (Daniel Day-Lewis) angeführt werden. Nicht nur die „Natives“, auch die vor kürzerer Zeit eingewanderten Ethnien, haben sich in Gangs zusammengeschlossen. Selbst die verschiedenen, ethnisch besetzten Feuerwehren, kämpfen miteinander um das Vorrecht, Brände zu löschen. Vallon leitet die irischen „Dead Rabbits“. In einer Schlacht zwischen den beiden verfeindeten Gruppen wird Vallon vor den Augen seines Sohnes (Cian McCormack) getötet – kein geringerer als Bill selbst versetzt Vallon den Todesstoß.
16 Jahre später kommt der in einem Heim aufgewachsene Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) zurück nach Five Points. Er hat nur eines im Sinn: Rache für den Tod seines Vaters zu nehmen. Nach wie vor regiert Bill the Butcher – im Verein mit dem korrupten Anführer einer politischen Gruppierung, der sog. Tammany Hall, William „Boss“ Tweed (Jim Broadbent), der sich Wählerstimmen durch Bestechung kauft; die Polizei ist ebenfalls durch und durch korrupt. Niemand außer Johnny Sirocco (Henry Thomas), der Amsterdam nach dem Tod seines Vaters geholfen hatte, weiß, dass er der Sohn Vallons ist. Amsterdam sucht vorsichtig Kontakt zu dem skrupellos regierenden Bill und gewinnt dessen Vertrauen. Schon bald gehört Amsterdam zu Bills wichtigen Männern. Bill verhält sich gegenüber dem jungen Mann wie eine Art Vater. Die Freundschaft Amsterdams mit Johnny allerdings wird auf eine harte Probe gestellt, als Amsterdam sich in die Betrügerin und Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz) verliebt. Denn auch Johnny ist in Jenny unsterblich verliebt, die mit zwölf Jahren von Bill aufgenommen und groß gezogen wurde.
Aus Rache verrät Johnny Amsterdam und erzählt Bill, dass er der Sohn des Priesters Vallon ist. Ein Kampf um Leben und Tod zwischen Bill und Amsterdam beginnt ...
Inszenierung
Scorsese zeichnet, vor allem durch die enorm aufwendigen Kulissen, die in Cinecitta (Rom) errichtet wurden, und die Bilder von Ballhaus ein intensives Gemälde des Lebens der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts in der Lower East Side. Die vordergründig von den Reichen und Mächtigen der Stadt in der Upper West Side, der 5th Avenue usw. propagierte Demokratie wird von Scorsese mit deutlichem Zynismus bloßgestellt. Tammany Hall war eine korrupte Vereinigung, die heute sicherlich als kriminelle Vereinigung in den Bereich des organisierten Verbrechens eingestuft würde. Stimmen werden nicht nur gekauft, sie werden mehrfach gezählt, potentielle Wähler werden gezwungen, ihre Stimmen mehrmals abzugeben, die Polizei wird bestochen usw. Scorsese führt drei Gruppen vor: die irischen Einwanderer, die „Natives“ und die begüterte New Yorker High Society. Alle zeichnen sich durch Korruption, Gewaltanwendung, sei es direkt, sei es indirekt über Polizei oder ethnische Gruppen, aus.
Scorsese macht dies an den drei Personen – Bill the Butcher, Amsterdam und William „Boss“ Tweed – mehr als deutlich. Bill reagiert in der Hauptsache mit Gewalt und Angst, mit dem Fleischermesser, den Knüppeln, den Fleischerbeilen wird für „Ordnung“, das heißt für den Erhalt der Macht in Five Points gesorgt. Er lehrt Amsterdam an einem hängenden Schwein, wie man einen Mann schnell tötet. Bill, mit hohem Zylinder, einem Glasauge und enormen Schnauzbart, ist ein furchterregender Mann, und Tweed hat über Jahre hinweg mit ihm ein taktisches Übereinkommen, um sich Wählerstimmen zu sichern. Day-Lewis spielt diesen Bill in grandioser Art und Weise, mit einer Portion (Galgen-)Humor hier, dem Funkeln in seinem Auge als Ausdruck des absoluten Machtanspruchs dort.
Scorsese zeigt aber auch, welche Folgen das Regiment der unkontrollierten Gewalt in Five Points hat: in der Person von Amsterdam, der letztlich nur Rache will, gleichzeitig jedoch von der Gerissenheit und Intelligenz Bills fasziniert ist. Er kann Jenny nicht folgen, als die Five Points verlassen will. Er muss sich „reinigen“, indem er Bill tötet.
Die Grundaussage des Films ist klar und wird deutlich und nachvollziehbar geschildert: Amerika ist nicht nur in den Straßen entstanden. Die Gewalt, eine maßlose, fast grenzenlose Gewalt unzähliger in Gangs organisierter ethnischer, religiöser, politisch motivierter Gruppen hat zwischen 1776 und 1865 – übrigens nicht nur in New York, sondern mehr oder weniger auch in allen anderen Großstädten – um die Macht gekämpft. Der Bürgerkrieg blutet auch die New Yorker Armen noch zusätzlich aus, weil immer mehr Soldaten 1863 von Regierungsbeamten rekrutiert werden, was u.a. zum Aufstand führt. Es gibt andererseits in diesen Situationen kein Zentrum der Macht, keine Zentralgewalt, die wirklich höchste und zugleich demokratisch kontrollierbare Macht sein könnte. Bis 1910 ziehen sich noch Bandenkriege hin, und sie sind das Bindeglied zu einer anderen Entwicklung: der Entstehung mafiöser Strukturen im Zuge der Prohibition ab 1920.
Hier liegt die Logik in Scorseses filmischem Werk. Die übliche Gegenüberstellung von Zivilisation und Barbarei wird einer gnadenlosen Kritik unterzogen. Five Points wirkt nicht nur wie, es ist die Hölle auf Erden. Selbst die verschiedenen Feuerwehren sehen ihre Aufgabe nicht in erster Linie im Löschen von Bränden, sondern im Streit und Krieg darum, wer löschen darf. Einziger Gegenpol zu diesem brutalen Schmelztiegel (Scorsese verzichtet übrigens bewusst darauf, das Töten direkt zu zeigen) ist die langsam sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Amsterdam und Jenny Everdeane, einer Frau, die zunächst darauf bedacht ist, in dieser Hölle unabhängig zu existieren und niemanden an sich heran lässt. Die Bekanntschaft mit Amsterdam regt in ihr Zuneigung, weil Amsterdam sich zwar von Rache gegenüber Bill leiten lässt, andererseits aber zeigt er auch Mitgefühl gegenüber anderen.
Das Inferno der Bandenkriege, der Korruption, des Elends, der Gewalt löst sich erst auf, als die reichen Mächtigen der Stadt sich entschließen, dem ein Ende zu setzen. Doch dies darf man nicht verwechseln mit dem Sieg der Guten über die Bösen, der Demokratie über die Barbarei. Korruption und Gewalt bekommen lediglich eine legale Form, und die Schlussfolgerung, dass dieses Amerika nur 50 Jahre später in den mafiösen Strukturen der Prohibitionszeit in anderer Form weiter existiert, was auf die Tradition des gewalttätigen 19. Jahrhunderts zurückgeht, ist kaum von der Hand zu weisen.
Fazit
Das Sittengemälde, das Scorsese hier zeichnet, wirkt nie plakativ. Die opulenten Bilder der Hölle des Lebens in Five Points zeigen eine erschreckend lebendige Gesellschaftsstruktur, die zu einem besseren Verständnis der amerikanischen Geschichte sicherlich beitragen kann. Scorsese gelingt es, die Funktionsweise dieser Lebensweise zwischen amerikanischer Unabhängigkeit und dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts vor allem über die Charaktere seiner Geschichte glaubhaft zu dokumentieren.
Der enorme Aufwand, der für diesen Film betrieben wurde, hat sich meinem Eindruck nach vollauf gelohnt.
Wertung: 10 von 10 Punkten.
Update
Das zweite Sehen eines Films offenbart dann neue Gesichtspunkte und Einblicke, wenn ein Film wirklich etwas zu sagen hat. Ich habe die Originalversion von „Gangs of New York“ – beileibe nicht nur wegen der englischsprachigen Fassung – in mich regelrecht aufgesogen und den Eindruck gewonnen, dass dieses große Meisterwerk bei jedem Sehen neue Türen öffnet und zusehends emotionalisiert. Scorsese hat übrigens in einem Interview darauf hingewiesen, dass die Kino-Version des Films die endgültige Fassung sei; es gebe keinen (längeren) Director's Cut (den Hinweis verdanke ich Thomas Groh und Björn Becher).
Die Werbezeile für „Gangs“, Amerika sei in den Straßen entstanden, bezieht sich – entgegen aller voreiligen Schlüsse – nicht einseitig auf den Krieg von Banden. Scorsese entwickelt den Kontrapunkt zu dieser Brutalität – die Liebesgeschichte zwischen Amsterdam und Jenny Everdeane und die damit verbundene Sehnsucht bzw. das Gespür der beiden Figuren nach einer sozial gerechten und emotional verbindenden Konstituierung von Gesellschaft (also Demokratie und Gerechtigkeit, Liebe, Behutsamkeit und Zärtlichkeit, nicht nur bezogen auf ein Paar) – parallel zur Zuspitzung der Bandenkonflikte.
Man kann dem Film den Vorwurf machen, dass sich Scorsese nicht immer an die historischen Fakten hält, etwa in bezug auf die Figur des William Cutting oder den historisch fragwürdigen, im Film gezeigten Einsatz von Kanonenbooten gegen die Aufständischen, die sich der Einberufung widersetzen. Peanuts. Entscheidend ist die Archäologie der Bilder, das prall gefüllte Bild einer sozialen Szenerie, in der die feinen Unterschiede zwischen den Banden (hier einerseits der von Cutting geführten „Natives“, andererseits der irischen „Dead Rabbits“ und zum Dritten der feinen Bande der Tammany-Begüterten) ebenso heraus zu destillieren sind wie ihre Gemeinsamkeiten.
Bereits die Eingangssequenz – Scorsese verzichtet völlig auf einen Vorspann – wirft den Betrachter „gnadenlos“ in diese kaum intensiver darzustellende Szenerie. Die irischen Einwanderer kamen aus existentieller Not. Die Hungersnöte in Irland, vor allem The Great Famine, brachte ca. einer Million Iren den Tod. Etwa eine weitere Million wanderte aus, unter großen Entbehrungen, vor allem nach Amerika. Die Organisierung der einwandernden Iren in Banden war hier also vor allem Selbstschutz gegenüber den Angriffen der so genannten „Natives“, die die katholischen „Hungerleider“ bis aufs Messer bekämpften. Wiederum anders orientiert waren die Banden der begüterten New Yorker, die sich als feine und pseudolegale Spitzen der Gesellschaft u.a. in Tammany Hall unter „Tweed“ organisiert hatten und v.a. die „leisen“ Mechanismen der Korruption pflegten. In einer Szene des Films wird deren Strategie besonders drastisch sichtbar: Bei Wahlen gehe es nicht um die abgegebenen Stimmen, sondern um die gezählten, soll heißen: man zählt einfach mehr Stimmen für den eigenen Kandidaten, als abgegeben wurden.
Innerhalb dieser Szenerie entwickelt Scorsese nicht nur eine Art „Durchbruch“ der Liebe. Am Schluss bleiben Amsterdam und Jenny als Protagonisten eines zwar nicht „ganz anderen“, aber doch modifizierten Amerika, einer Gesellschaft, in der die Gruppenverbundenheit und der Individualismus in einer letztlich nicht geklärten, aber in Ansätzen vorhandenen Kombination als möglicher Keim einer demokratischen Gesellschaft übrig bleiben. Die Väter liegen erst im Tod friedlich nebeneinander. Am Horizont lässt Scorsese die Skyline von Manhattan in die Gegenwart – mit den Twin Towers – „hinüberwachsen“.
Die Konzeption des archaisch anmutenden, aber dennoch der Zivilisation inhärenten Modells der Bandenkriege als Vorstufe einer befriedeten Gesellschaft, die nur deshalb befriedet werden konnte, weil die Gewalt einer sich herausbildenden zentralen staatlichen Macht im Besitz der Begüterten einen Schlussstrich ziehen musste, um Konsistenz und Kohärenz der Sozialstruktur zu gewährleisten (der Aufstand gegen die Einberufung zur Armee während des Bürgerkrieges wird niedergeschlagen), diese Konzeption hat nur begrenzte zeitliche Dauer, weil alles andere in die Vernichtung geführt hätte. Trotzdem – und ohne dass Scorsese hier direkt Bezüge vermittelt – tradiert sich die Erinnerung an die Bandenkriege nur Jahrzehnte später in der Mafia, die über ihre eigenen Interessen (ebenso verpackt in ein Mäntelchen von Ehrbegriffen und Familiensinn) hinaus keine politischen oder sozialkonstituierenden Bedürfnisse kennt und kennen kann. Die Prohibition lässt die Geister von einst in einem neuen, anderen Licht wieder auferstehen. Und auf Scorseses Gesamtwerk bezogen ergibt sich hier eine Kontinuität, die erschreckend und staunenswert zugleich ist.
Eng verbunden damit ist der Blick Scorseses auf „die Stadt“, die Stadt nicht als bloße Zusammenballung von Menschen, sondern als soziale Größe, in der die Widersprüche der historischen Entwicklung, die Symbolik, die für Schuld, Sühne, Reinigung im Schmelztiegel New York am Reinsten sichtbar wird.
Gangs of New York
(Gangs of New York)
USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Niederlande 2002, 168 Minuten
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Jay Cocks, Steven Zaillian, Kenneth Lonergan, u.a. nach dem Buch von Herbert Asbury („The Gangs of New York“ von 1928)
Musik: Howard Shore
Director of Photography: Michael Ballhaus
Schnitt: Thelma Schoonmaker
Produktionsdesign: Dante Ferretti, Stefano Maria Ortolani, Robert Guerra, Maria Theresa Barbasso, Nazzareno Piana, Alessandro Alberti, Dimitri Capuani
Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio (Amsterdam Vallon), Daniel Day-Lewis (William „Bill the Butcher“ Cutting), Cameron Diaz (Jenny Everdeane), Liam Neeson (Priester Vallon), Jim Broadbent (William „Boss“ Tweed), John C. Reilly (Happy Jack), Henry Thomas (Johnny Sirocco), Brendan Gleeson (Walter „Monk“ McGinn), Gary Lewis (McGloin), Stephen Graham (Shang), Eddie Marsan (Killoran), Alec McCowen (Reverend Raleigh), David Hemmings (Mr. Schermershorn), Larry Gilliard Jr. (Jimmy Spoils), Cara Seymour (Hell-Cat Maggie), Roger Ashton-Griffiths (P. T. Barnum), Peter Hugo Daly (einarmiger Priester), Cian McCormack (der junge Amsterdam)
Offizielle Homepage: http://www.gangsofnewyork.de
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0217505
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/12/122004.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/g/gangs_ny.html
„The New York Times“ (A. O. Scott):
http://www.nytimes.com/2002/12/20/movies/20GANG.html
© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
XXLALF, 30.08.2011, 09:11 Uhr
Bewertung: besonders wertvoll
super bericht, wobei ich mich fürs erste nicht für den film begeistern könnte. da müsst ich mich mit der materie intensiver beschäftigen, dann könnte ich auch gefallen an diesem film finden. bw und ganz liebe grüße
-
-
Ein Stück düstere US Vergangenheit...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
und weil dieser Film so ehrlich mit der eigenen Geschichte umgeht, ist er wohl auch an den US Kinokassen gefloppt. Vielleicht ein bisschen zu viel Ehrlichkeit um in den USA ein Kassenschlager zu werden. Gestern abend habe ich ihn mir angesehen und nun mein Bericht dazu.
~~ Der Film ~~
//Einführung//
Wir schreiben das Jahr 1846, die Stadt New York ist eigentlich noch keine Stadt sondern ein Schmelztigel unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten, Banden und einem ausgeprägten Klassensystem. An den Docks der Stadt kommen jeden Tag neue Schiffe bis zum bersten Gefüllt mit Iren an, die vor der Hungersnot und Elend fliehen. Doch was sie in New York willkommen heisst ist alles andere als das was sie erwartet hatten, die Natives, angeführt von Bill Cutter "The Butcher" (der Schlächter) sehen in den Iren Abschaum, der ihnen ihr Land, ihr Amerika streitig machen und bedrängen die Imigranten mit Gewalt und Hass wo sie nur können. Gegenüber der 'Natives' hat sich unter der Führung von Priest Vallon eine Gruppe von Iren und anderen Einwanderern zusammengeschlossen die 'Dead Rabbits'. Die Dead Rabbits stehen den NAtives in Gewalt in Nichts nach und bringen grosse Opfer um dem Treiben der Natives ein Ende zu setzen und es den neuen Einwanderern leichter zu machen. Kulisse für die Geschehnisse sind die 'Five Points'.
//Geschichte//
Priest Vallon trifft sich mit seinen 'Dead Rabbits' und Cutting inclusive dessen 'Natives' um ein für allemal zu klären, wer die Herrschaft über die Five Points hat. Im Hintergrund lässt Vallon seinen kleinen Sohn Amsterdam zurück. Die zunächst unberührte weisse Winterlandschaft ist schon bald blutgetränkt und der Kampf naht sich dem Ende, da versetzt Cutting Vallon einen tödlichen Hieb. Der kleine Amsterdam läuft verzweifelt zu seinem Vater der von Cutting mit einem weiteren Stich erlöst wird. Vallons Leiche ist die einzige, die Cutting seinen 'Natives' zu verstümmeln verbietet und für eine Beerdigung sorgt, den kleinen Amsterdam schickt er zur guten Erziehung ins Heim. Doch dieser läuft was er kann davon.
16 Jahre später wird Amsterdam aus dem Heim entlassen und findet New York vor, wie er es verlassen hat, korrupt, brutal und kalt. Wahlen stehen an, der Bürgerkrieg tobt und die frisch eingewanderten Iren werden mit drei Mahlzeitenund Sold frisch vom Schiff auf das nächste gelockt, um als Frischfleisch an die Front transportiert zu werden. New York ist uneins, selbst die unterschiedlichen Feuerwehren konkurieren und prügeln sich eher untereinander als einen Brand zu löschen. In diesem Tumult schleicht Amsterdam unerkannt durch die Strassen zur alten Kirche, einzig und allein sein alter Freund Jonny erkennt ihn und führt ihn bei Cutting ein. Dort muss er feststellen, dass einige der alten 'Rabbits' inzwischen zu den Natives abgewandert sind. Einmal im Jahr feiert Cutting den grossen Sieg über die Rabbits und hält dennoch Priest Vallon als einzigen ehrbaren Mann den er getötet hat in Ehren. Amsterdam gewinnt durch Geschick das Vertrauen von Cuttingund avanciert zu dessen Ziehsohn, wäre da nicht immer noch der Rachedurst gegenüber dem Vater. Zusätzlich sorgt auch noch die Taschendiebin Jenny für Verwirrung, in die Jonny verliebt ist, doch all seine Annäherungsversuche werden von ihr abgwiesen, an Amsterdam hingegen, scheint sie mehr als nur interessiert. Und eben diese Dreiecksverwicklung wird zum Auslöser des Endkampfes zwischen Bill und Amsterdam, wärend ein Aufstand durch die untere Bevölkerungsschicht geht und von Streitkräften blutig niedergeschlagen wird.
//Schauspieler//
Priest Vallon -:- Liam Neeson
Bill Cutting -:- Daniel Day- Lewis
Amsterdam -:- Leonardo di Caprio
Jenny -:- Cameron Diaz
Jonny -:- Henry Thomas
~~ Meine Meinung ~~
Zunächst einmal finde ich es äusserst positiv dass einmal ein Stück äusserst dunkler und oftmals gern vergessener US Geschichte aufgegriffen wird und das auf durchaus unterhaltsame Weise. Die schauspielerische Leistung von Daniel Day Lewis fand ich grandios, denn einerseits versteht er es brutal und gefühlskalt zu wirken, andererseits schafft er es augenzwinkernd widerum einige Sympathiepunkte herauszuschlagen, einfach eine grandiose Gradwanderung zwischen der Boshaftigkeit aber auch Ehrbarkeit. Auch Leonardo di Caprio der eigentlich als Milch Bubi verschrien ist, fand ich erstaunlich gut, der es versteht die Rolle des Amsterdam auszufüllen, der einerseits angezogen und abgestossen von der Gruppe der Natives und Bill Cuttings ist. Cameron Diaz spielt die Diebin Jenny ebenfalls überzeugend und geschickt, vielmehr vermag ich dazu eigentlich nicht zu sagen.
Die Geschichte schleicht am Anfang ein wenig, bedeutungsschwangere Aufnahmen nehmen doch einiges an Geschwindigkeit und Spannung aus dem Anfang, nach der Pause allerdings überschlagen sich die Ereignisse hingegen und es wird vermehrt mit Stilmitteln wie Zeitungsverichten und Erzählungen gearbeitet. Alles in allem fand ich die Kulissen und auch die Kameraarbeit recht beeindruckend. Sehr psoitiv ist mir auch die musikalische Untermahlung aufgefallen, besonders am anfänglichen Kampf zwischen Natives und Rabbits, recht unkonventionell und unabhängig von der Zeit in der die Geschichte spielt. Im Verlaufe des Film hingegen sind öfter Irische Melodien zu hören.
~~ Fazit ~~
Ein sehenswerter Film, die FSK 16 ist gerechtfertigt da doch fröhlich drauflos gemetztelt wird, zumindest stellenweise. Der Film vermittelt ein gewisses Mass an historischem Wissen und lässt einen in die Filmwelt eintauchen wenn er auch ein kleinwenig langatmig ist. Die Darsteller sind überzeugend und die Handlung mal eine andere als der Durchschnitts Actionfilm. Einfach Klasse. weiterlesen schließen
Informationen
Die Erfahrungsberichte in den einzelnen Kategorien stellen keine Meinungsäußerung der Yopi GmbH dar, sondern geben ausschließlich die Ansicht des jeweiligen Verfassers wieder. Beachten Sie weiter, dass bei Medikamenten außerdem gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Bewerten / Kommentar schreiben