Pro:
Schaut nett aus
Kontra:
Schaut aus wie eine von den chinesen geklaute Filmkulisse
Empfehlung:
Nein
Hallo Leute!
Vor 8 Wochen war ich das erste mal zu Besuch im eigentlich ganz schönen Prag. Vom damaligen schlechten Wetter (kurz vor dem großen Hochwasser) haben wir uns den Besuch nicht verderben lassen. Von den Folgen des großen Regens konnten wir ja nix wissen...
Eins, was wir in der "goldenen Stadt" besucht haben, ist das goldene Gässchen...
Goldenes Gäßchen
Lage
Das goldene Gäßchen liegt im Prager Burgbezirk Hradschin. Es liegt an der inneren Burgmauer.
Eintritt/Öffnungszeiten
Auf der Prager Burg gibt es 2 verschiedene Besichtigungsrunden. Runde A beinhaltet im Prinzip alles ( Veitsdom, alter Königliche Palast, Daueraustellung "Geschichte Prager Burg", St. Georgs Basilika, Gemäldegalerie der Prager Burg, Pulverturm, Goldenes Gässchen, Rosenberg Palast) Die Runde kostet 350 CKR.
Bei Runde B fehlt die Gemäldegalerie, der Pulverturm und der Rosenberg-Palast. Das kostet dann 250 CKR.
Da wir schon am Nachmittag ankamen, da ziemlich viel los war und wir keine große Lust auf Gemälde hatten, entschieden wir uns für die kleine Runde. Die goldene Gasse alleine anschauen ging leider nicht.
Das goldene Gässchen hat anscheinend den ganzen Tag geöffnet, wobei nachts, wenn die Häuser geschlossen sind, der Eintritt scheinbar frei ist (haben wir nicht probiert). Wir waren in den frühen Nachmittagsstunden dort, da war das ganze extrem voll...
0:00 - 5:00 Freier Eintritt (April - Oktober)
23:00 - 6:00 Freier Eintritt (November - März)
Geschichte
In der im 16. Jahrhundert errichteten Gasse sollen wohl ursprünglich die Burgwächter gelebt haben. Als diese umsiedelten sollen hier die Goldschmiede ihr Werk getan haben (daher stammt der Name). Unter anderem sollen hier auch unter Kaiser Rudolf II. die Alchimisten hier auf der Suche nach dem Stein der Weisen gewesen sein.
Danach verfielen die Häuser zusehends und arme Leute wurden in den Häusern angesiedelt. Unter anderem hat Franz Kafka 2 Jahre in Haus Nr. 22 gearbeitet.
Heute ist die Gasse unbewohnt.
Was gibts zu sehen?
Da zahlt man gut 10€ Eintritt und was bekommt man zu sehen... Ich muss ganz ehrlich sein, als Europäer, der solche Gassen vielleicht kennt, nicht wirklich viel. Mir kam das ganze eher vor wie ein von Amerikanern oder Chinesen nachgemachtes Märchen. Die Häuser sehen aus wie dahin gemalt. In den Häusern selbst sind ausschließlich irgendwelche Souvenirlädchen untergebracht oder irgendwelche Figuren sollen Szenen aus dem Leben im Mittelalter darstellen. Aber alles wirkt so auf kitschig gemacht.
Über eine Treppe kann man dann quasi in die Burgmauer gehen. Hier sind zahlreiche Ritterrüstungen und mittelalterliche Rüstungen untergebracht. Man geht durch einen hölzernen Gang oberhalb der Häuser. Hier ist auch eine Schießbahn für Armbrüste. Wenn man durchgeht, ist unter anderem auch eine Folterkammer, natürlich wieder mal ein Souvenirlädchen und eine Waffenkammer zu sehen.
Fazit
Also gut, die 10€ Eintritt waren ja nicht ausschließlich für das goldene Gäßchen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, das war in Prag für mich eines der größten Touristenfallen, die es gab.
Ich meine, natürlich ist das ganze nett anzuschauen, natürlich sind die Häuser schön, aber sie sind fast schon wie aus einem Disney-Film über das Mittelalter entsprungen. Dementsprechend fliegen die Amerikaner und Chinesen auch auf diese Gasse.
Für mich hat meine Abneigung 2 Gründe:
- Diese Gasse besteht zu 80% aus überteuerten Cafes und Souvenirläden, muss man da auch noch so einen horenden Eintritt verlangen?
- Die Gasse war (OK, es hat geregnet) völlig überfüllt. Und gerade bei Regen ist das ganze sehr unangenehm, vor allem wenn man alle 2 m aufpassen muss, dass man keinen Regenschirm ins Gesicht gerammt bekommt.
Vielleicht habe ich keinen Sinn für Romantik, die Häuser sehen sicherlich auch sehr niedlich aus, aber muss man wirklich alles für Amerikaner und Chinesen herrichten und dann viel Eintritt verlangen. Das ganze schaut aus, wie in eine Filmkulisse aus den 80ern und keineswegs wie das "Tor zur Vergangenheit" als das es verkauft wird. Und dabei sind solche mittelalterlichen Gässchen ja auch nicht einmalig. Wer in Deutschland aufgewachsen ist, wird mindestens eine davon nennen können, für die man - mit hoher Wahrscheinlichkeit - keinen Eintritt zahlen muss.
Man kann die Goldene Gasse mitnehmen, ist ja im Besuch der Burg mit drinnen, aber und das möchte ich nochmal betonen, man hat auch nix verpasst, wenn man das nicht tut. Ich kann keine Empfehlung ausgeben. Es sei denn, man kommt vor 6 Uhr, wenn noch kein Eintritt verlangt wird.
Die Ausstellung wirkt eher wie "Wir müssen den Chinesen was bieten", als das sie ein wirkliches Konzept verfolgt. Oder was genau haben eine Kerzenzieherei und eine Waffenkammer mit Alchemie und Goldschmiedetum zu tun?
In diesem Sinne
Eure Anke weiterlesen schließen
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