Pro:
-
Kontra:
Krieg darf es niemals mehr geben !!!
Empfehlung:
Nein
Angeregt durch die Umfrage in der Yopi.de-Community, hab ich mich entschlossen einen kleinen Essay, also einen "Gedankenspaziergang" über das heikelste politische Thema der letzten Wochen und Monate zu schreiben. Ich bin Grundwehrdienstleistender in der Bundeswehr und trotzdem eigentlich komplett gegen Krieg im Allgemeinen. Krieg ist gefährlich, tödlich und darf es einfach nicht geben in unserer Welt. Warum bringen wir Menschen uns denn immer gegenseitig um?
Warum wollen die USA einen Krieg gegen den Irak?
Krieg ist die letzte Konsequenz in einer politischen Auseinandersetzung. Krieg darf es nicht geben. Das Waffenpotential in unserer Welt ist einfach viel zu groß. Natürlich darf ein totalitärer Diktator wie Saddam Hussein nicht ungestraft die UN-Resolution übergehen und dennoch Massenvernichtungswaffen produzieren, doch hat der Irak überhaupt solche Waffen? Gab es denn wirklich schon einen echten Beweis für diese Behauptung? Mich haben die USA noch nicht überzeugt. Ich weiß auch gar nicht, ob die USA wirklich aus diesem Grund gegen den Irak Krieg führen wollen oder ob es nicht um etwas vollkommen anderes geht. Benutzen die USA nicht ihren Kampf gegen den internationalen Terrorismus nach der Katastrophe vom 11. September 2001 in New York nur als Vorwand? Wollen sie nicht in Wirklichkeit nur ihre Macht im Persischen Golf ausbauen um an den wichtigsten Rohstoff der Welt heranzukommen? Die USA besitzen selbst viel Erdöl in ihrem Land, doch sie fördern so gut wie nichts davon zu Tage. Sie heben sich ihre Ressourcen auf, obwohl die USA 1/5 des gesamten verbrauchten Erdöls für sich nutzen. Die USA sind der größte Energieverschwender der Welt. Sie müssen ihre Macht im Nahen Osten einfach erweitern.
Doch dürfen die USA ihre Verbündeten und die ganze Welt so an der Nase herumführen. Müssen sie nicht eigentlich ihre wirklichen Absichten offen und ehrlich erklären.
Betrügen sie nicht damit auch die Hinterbliebenen der Opfer der Terroranschläge. Trampeln sie nicht auch auf den Gräbern derer herum, die von Terroristen umgebracht wurden.
George W. Bush erklärte, dass der Irak-Krieg ein Teil des Kampfes gegen den Terror sein werde. Dieser Krieg, der als „Rache“ für alle Opfer des Terrorismus erklärt wurde, wird nun benutzt, um die imperialistischen Machtbestrebungen des Präsidenten der USA zu decken.
Ist dies fair? Ist dies fair den Opfern gegenüber? Ist dies fair den Verbündeten der USA gegenüber? Ist dies fair dem armen, unterdrückten Volk des Iraks gegenüber?
Sie hoffen auf eine Besserung ihrer Lage. Sie hoffen auf die Erlösung und nicht auf eine Übermacht, die mit aller Kraft versucht das Land zu unterwerfen. Ja, die USA wollen den Irak eher unterwerfen als befreien. Sie wollen und werden auch das Hussein-Regime zerschlagen, in dem sie Bomben auf den Irak werfen und das sowieso schon zerstörte Land noch mehr zerstören. Danach wird die Staatengemeinschaft versuchen, das Land wieder aufzubauen, doch die USA wird das dann schon nicht mehr interessieren. Hauptsache sie haben mal wieder ihre Macht bewiesen und ein paar neue militärische Anlagen im Nahen Osten installiert.
Muss Deutschland seinem Verbündeten folgen?
Diese Frage ist die schwierigste und ich bin froh, dass ich diese nicht entscheiden muss. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und das Taliban-Regime in Afghanistan haben wir uns beteiligt. Damals fand ich das auch gut und ich finde es heute noch gut. Mit Hilfe der NATO-Staaten wurde die Taliban entmachtet und Afghanistan bereit. Die Installation der ISAF-Truppen macht deutlich, dass man nun versucht in Afghanistan ein freiheitliches System und damit ständigen Frieden aufzubauen und zu sichern. Doch viele Pannen und Probleme, zum Beispiel dem Raketeneinschlag beim Besuch von Verteidigungsminister Struck im deutschen ISAF-Lager, machen deutlich, dass ein solcher Friedensplan gut durchdacht sein muss.
Einen solchen Plan gibt es auch für den Irak noch nicht. Man kann nicht erst einmal losschlagen und sich danach Gedanken über die Zukunft des Iraks machen. Auch kann man nicht ohne strikten Beweis einfach so ein Land „überfallen“.
Ein Krieg gegen den Irak hat im UN-Sicherheitsrat keine Chance. Wenn die USA ihren Krieg wollen, dann müssen sie ihn zusammen mit Großbritannien wohl auf eigene Faust riskieren. Doch ohne UN-Mandat käme dieser einem Überfall gleich, wie ihn Hitler-Deutschland 1939 auf Polen ausübte. Ich schäme mich noch heute für das, was zwischen 1933 und 1945 in Deutschland, meiner Heimat, passierte. Deswegen bin ich auch davon überzeugt, dass sich Deutschland an keinem bewaffneten Konflikt mehr beteiligen darf, außer es ist zur Landesverteidigung.
Deutschland ist in der NATO und damit Bündnispartner der USA. Doch der Nordatlantik Pakt ist ganz klar ein VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS und ein Verteidigungsfall liegt doch gar nicht vor. Saddam Hussein hat weder ein Nato-Mitglied angegriffen, noch mit Krieg gedroht. Dies ist ein Präventiv-Krieg (vorbeugender Krieg) und dieser ist völkerrechtlich verboten.
Die USA wollen ihn trotzdem und Deutschland wird sich, so hoffe ich, nicht an diesem Völkerrechtsbruch beteiligen.
Doch gibt das dem US-Verteidigungsminister Rumsfeld das Recht unseren Staat zu verhöhnen und ihn mit Staaten wie Kuba oder Libyen auf eine Stufe zu stellen? Was ist das denn für ein Bündnis, wo man nicht mal mehr frei seine Meinung sagen darf und nur noch mit dem Kopf nicken darf und den USA Beifall klatschen soll für jedes Verbrechen, das sie begehen? Haben wir nicht als Bündnispartner das Recht unseren Verbündeten zu widersprechen? Müssen wir zu allem „Ja“ und „Amen“ sagen? Ich denke nein. Wir haben ein Recht auf unsere eigene Meinung. Und wir stehen ja auch nicht allein mit unserer Auffassung da. Unser Nachbar und ständiges UN-Sicherheitsrat-Mitglied Frankreich steht auf unserer Seite.
Ich bin dafür, dass die Waffen-Kontrollen weiter gehen müssen und ein Abrüsten des Iraks unausweichlich ist. Doch dieses Abrüsten muss mit friedlichen Mitteln geschehen. Es muss auch ein Friedensplan für den Irak entstehen. Erst danach kann man mit Sicherheit sagen, dass der Frideen in das Land zurückkehren kann.
Der Nahe Osten – Das größte Krisengebiet der Welt
Zwei große Probleme und Konfliktherde gibt es im Nahen Osten, das Erdöl und der Glauben. Beide sind gefährlich. Ich will nicht über den Palästinenser-Konflikt in Israel schreiben und auch über die Macht des Erdöls hab ich schon viel erzählt. Wichtig ist nur, dass im Nahen Osten ein gewaltiges Macht- und Konfliktpotential vorhanden ist. Ein neuer Krieg (wie der gegen den Irak) würde alle Friedensbemühungen der letzten Jahrzehnte zurückwerfen. Die ganze Region würde wieder in Unruhe ausbrechen und an Frieden könnte man wieder nicht denken. Der Krieg würde den Friedensprozess, an dem auch der Bush-Vorgänger Bill Clinton hart gearbeitet hatte, wieder auf Null zurückdrängen und mehr kaputt machen als er gewinnen könnte.
Auch der internationale Terrorismus, angeführt von Osama Bin Laden würde weiter eskalieren. Die ganze Islamische Welt würde in der Not zusammen halten, davon bin ich überzeugt und einen Krieg gegen den Islam könnten die USA nicht gewinnen. Denn nicht nur der Irak und Saudi-Arabien gehören zu diesen Staaten, auch Indonesien, Ägypten, Libyen und die Atom-Macht Pakistan sind muslimisch. Und ein ständiger Kampf gegen islamische Staaten könnte auch bald diese Staaten auf die Bühne des Hasses gegen die USA und die ganze freie westliche Welt bringen. Ein eskalieren des Konfliktes im Nahen Osten könnte in einen neuen Weltkrieg führen, welcher wohl das Ende allen zivilisierten Leben auf diesem Planeten wäre.
Ich sage NEIN zum Krieg gegen den Irak !!!
Ich bitte alle, die diesen Beitrag lesen, ihn NICHT zu bewerten. Ich bitte um Solidarität im Kampf gegen den Krieg.
Ich wollte aus diesem Beitrag kein Kapital oder so etwas schlagen, sondern euch nur meine Meinung zu diesem höchstbrisanten Thema mitteilen.
Danke
Kevin Reichenbach (Futzi99) weiterlesen schließen
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