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Pro & Kontra
Vorteile
- unterhaltend, spannend, informativ
- spannend, unterhaltsam, detailliert, man lernt etwas über das Leben in New York Ende des 19. Jahrhunderts
- Spannend bis zum Ende, realistisches Szenario
- kurzweiliger Roman, amüsant geschrieben
- unterhaltsamer Krimi
Nachteile / Kritik
- nichts
- selten aber dennoch manchmal etwas langatmig
- eigentlich nichts
- der Schluß ist etwas chaotisch und unglaubwürdig
- stellenweise sehr zäh zu lesen
Tests und Erfahrungsberichte
-
Truman Capote: Musik für Chamäleons
04.07.2003, 23:16 Uhr von
sugips
Ich bin Wiener und Wahlneusiedler im Burgenland. Hier lebe ich mit meinem Liebstling, 1 bis drei ...3Pro:
Stil, Inhalt, Sprache, Gefühl
Kontra:
?
Empfehlung:
Ja
Diesmal ein Erzählband eines bekannt-unbekannten Autors, Truman Capote, doch dazu später mehr. Zuerst wie immer –
Die Fakten;
Capote, Truman: Musik für Chamäleons. München Mai 2000. Knaur Taschenbuch. 287 Seiten mit einem Vorwort. Euro 8,50. Gewidmet Tennesee Williams. Aus dem Amerikanischen von Gisela Stege. Copyright der deutschen Ausgabe 1981 bei Droemersche Verlagsanstalt. Die Originalausgabe – Music für Chameleons - erschien 1980 bei Random House, New York.
Vor-Vor-Bemerkung:
Diesmal wird es weniger um den Inhalt gehen, zum einem, weil es sich um einen Erzählband handelt und ich nicht alles verraten will, zumal einige davon sehr kurz sind, zum anderen, weil der Mittelteil eine lange Kriminalgeschichte ist, deren Auflösung hier zu nennen ziemlich gemein wäre. Aber keine Angst, eine kürzere Zusammenfassung wird es schon geben und als Ausgleich eine Vorbemerkung persönlichster Art über manche amerikanische Autoren und ihre Literatur.
Vorbemerkung:
Vielleicht gibt es das ja überall, aber in der US-amerikanischen Literatur ist es mir besonders aufgefallen. Habe dann in einem sehr guten Essay nachgelesen und in der Literaturgeschichte und fühlte mich dann nicht ganz unbestätigt. Machs nicht so spannend, buhsi. Also, was ich meine, ist die sehr starke Verschmelzung von Literatur und Journalismus. Und das Phänomen, dass es eine reihe sehr bekannter Literaten in den USA gibt, die ihren Rum meist nur einem werk verdanken, dass zur rechten Zeit am rechten Ort erschien. Truman Capote? Kaltblütig, ja klar und sonst? Norman Mailer? Die Nackten und die Toten. Und sonst? Jack Kerouac? Unterwegs und? Mario Puzo? Der Pate und Mamma mia oder so und?
Und ich glaube auch, dass kaum wo so viel, so glatte Gebrauchsliteratur geschrieben wird, wie in den USA. Da leben die Kings, Grishams oder Chritons sehr gut davon.
Und irgendwie ist Truman Capote der Prototyp der Literatur der USA der 40er und 50er Jahre. Jeder kennt ihn irgendwie, irgendwie hat er immer geschrieben, mal sogar geschauspielert. Er hatte eine Liaison mit Marilyn Monroe und manchmal kann man sich des Gedankens nicht erwehren, ja wovon hat er denn gelebt? Eine Geschichte im New Yorker Magazin, eine Geschichte dort, eine Geschichte da. Dann der Megaerfolg mit KALTBLÜTIG, das war es. Dann sollten die Tantiemen reichen. Aber ich mag ihn, er war mutig genug, sich als homosexuell zu outen, er schenkte uns einen der schönsten Kinofilme aller Zeiten mit meiner geliebten Audrey Hepburn „Frühstück bei Tiffanys“, was will ich mehr.
Und er war begabt, keine Frage, kein Faulkner, kein Hemingway, aber begabt – und erfolgreich und jüdisch und beliebt, das reicht doch.
Der Inhalt:
Das Buch gliedert sich nach einem zehnseitigen Vorwort über die Schreiblust des Autors in drei große Teile. Zuerst den für den Gesamtband namensgebenden Musik für Chamäleons mit der gleichnamigen Erzählung und fünf weiteren (Mr. Jones, Ein Licht im Fenster, Mojave, Gastfreundschaft, geblendet). Dann die 85 Seiten lange Kriminalerzählung als Tatsachenbericht über ein Verbrechen in Amerika Handgeschnitzte Särge. Und zuletzt ein Teil genannt Konversationsporträts mit den Teilen Ein Tagewerk; Hallo, Fremder; Verborgene Gärten; Mutprobe; Und dann ist eben alles passiert; Ein wunderschönes Kind; Nächtliche Unruhe oder; Wie siamesische Zwillinge Sex machen.
Was erzählt er in diesen Geschichten, in denen er als Autor immer im Mittelpunkt steht? Jugend- und Kindheitserinnerungen, ein berührendes Treffen mit Marilyn Monroe, ein Interview mit sich selbst (Siamesische Zwillinge); er begleitet eine Putzfrau einen tag durch New York und raucht Shit mit ihr; er trifft alte Schulfreunde etc. etc. meist gut geschrieben, kein wunder Capote ist vor allem Journalist, noch öfters aber auch einfach belanglos. Der Krimi in der Mitte ist wunderbar und spannend. Den Rest überlasse ich vorerst eurem Urteil.
Ganz kann ich mich doch nicht enthalten: für heiße Sommertage genau das richtige, mehr nicht. Das ganze wirkt bis auf wenige Ausnahmen einfach schnell hingeschrieben, kaum redigiert, kaum ausformuliert. Trotz der Dreiteilung mit Titelung hängen die einzelnen Erzählungen kaum zusammen, auch der Gag des Buchtitels wird nicht aufgelöst. Ich würde fast zu sagen wagen, dass da ein Autor nach langer Schaffenspause Geld brauchte und schnell was aus der Schublade holte und zusammenschrieb und daraus einen Erzählband machte.
Kostprobe gefällig?
„TC: Mist! Hellwach. Herrgottsdonner, ich hab’ ja kaum ‚ne Minute gepennt. Wie lange ham wir denn jetzt gepennt, Schätzchen?
TC: jetzt ist es zwei. Gegen Mitternacht haben wir einzuschlafen versucht, aber wir waren zu nervös. Darum hast du gesagt, komm, holen wir uns einen runter, und ich habe gesagt, ja, das müsste uns entspannen, das tut es sonst auch immer, also haben wir uns einen runtergeholt und sind sofort eingeschlafen. Manchmal frage ich mich: was täten wir ohne Mutter Faust und ihre fünf Töchter? Die sind uns weiß Gott gute Freunde gewesen in all den Jahren. Richtige Tröster.“
Ich gebe zu, dass war eine der für mich schlechtesten und nun noch eine gute –
„Der Weg war schmal, von kahlen Bäumen gesäumt und bis auf wenige glitzernde Tieraugen zwischen den Silhouetten der äste dunkel. Wir kamen über eine Holzbrücke, die unter unserem gewicht dröhnte; ich hörte das Geräusch von Wasser, ein tiefes, fließendes rauschen, und wusste, dass das der Blue River sein musste, aber ich konnte ihn nicht sehen, denn er war hinter Bäumen und Schneewehen versteckt; als wir den weg weiter entlangfuhren, folgte uns das Geräusch, denn der Fluß lief neben uns her, zuweilen unheimlich still, dann unvermittelt aufschäumend mit der gebrochenen Musik von Wasserfällen, Kaskaden.“
Also mit einem Satz: Freuen wir uns an KALTBLÜTIG und an FRÜHSTÜCK BEI TIFFANYS und wenn’s denn sein soll an DIE GRASHARFE. Wer aber das Alterswerk Capotes entdecken will und bei der Temperatur (wir haben jetzt 35 Grad Celsius) nichts anderes mehr verdauen mag, kann getrost zu diesem Buch greifen.
Der Autor
Truman Capote
Eigentlicher Name: Truman Streckfus Persons
Schriftsteller, geboren: 30.09.1924 (New Orleans (Bundesstaat Louisiana)),gestorben: 25.08.1984 (Los Angeles (Bundesstaat California))
Mit In Cold Blood (1966, Kaltblütig) schuf er die neue Romanform der von ihm so genannten non-fiction-novel, die Fiktives mit journalistisch recherchiertem Tatsachenmaterial zu vermischen sucht. Capote besuchte die Trinity School und Saint John's Academy. Er arbeitete auch sehr viel journalistisch, vor allem für die Zeitschrift The New Yorker. Mit 18 schloss Truman Capote sich in ein Zimmer ein, und schrieb die Kurzgeschichte "Miriam" für die er den O.-Henry-Preis erhielt. Sein Romandebüt Other Voices, Other Rooms (1948, Andere Stimmen, andere Räume) über die Identitätssuche eines Jungen aus den Südstaaten veröffentlichte Capote im Alter von 23 Jahren. Danach erschienen die Erzählungen A Tree of Night and Other Stories (1949, Baum der Nacht).
Capote ging nach Italien, wo er André Gide kennenlernt. Er schrieb über ihn, "Ein uralter Mann mit mongolischen Gesichtszügen. Er trug einen schwarzsamtenen Borsalino und einen schwarzen Umhang. Wir saßen auf einer Kaimauer. Ich murrte über Kritiker. Da hob der große französische Meister die Schultern, ließ sie wieder sinken wie ein weiser alter Bussard und meinte, "Denken Sie an das arabische Sprichwort: Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter"."
In den folgenden Jahren erschienen die Romane The Grass Harp (1951, dramatisiert 1952, Die Grasharfe), The Muses Are Heard (1956) und Breakfast at Tiffany's (1958, Frühstück bei Tiffany), die zumeist Jugendliche und Außenseiter zum Thema hatten. Breakfast at Tiffany's wurde 1960 von Blake Edwards mit Audrey Hepburn verfilmt. Der Band Music for Chameleons (1980, Musik für Chamäleons) enthält Erzählungen und Essays. Capote schrieb das Drehbuch für das Musical House of Flowers (Uraufführung 1954, Das Blumenhaus) und war Mitautor des Drehbuchs für John Hustons Schach dem Teufel (1953). Weitere Werke Capotes sind der Roman Answered Prayers (1975) sowie die Prosasammlungen The Thanksgiving Visitor (1967, Chrysanthemen sind wie Löwen), The Dogs Bark (1973, Wenn Hunde bellen) und One Christmas (1983, Eine Weihnacht). In der Kult-Kriminalkomödie Eine Leiche zum Dessert stand er 1976 neben Alec Guinness, Peter Falk, David Niven und Peter Sellers als Schauspieler vor der Kamera.
Truman Capote hingegen wurde fast immer von den Kritiker verwöhnt, der Roman "Die Grasharfe" wurde als "poetische Prosa" gerühmt, das Moskau-Buch "Die Musen sprechen" als eine "ironische Reportage" gelobt. Die Erzählung "Frühstück bei Tiffany" wurde als ein "filigranes Meisterwerk" gefeiert und der Tatsachen-Roman "Kaltblütig" ist bis heute ein Lehrbuch von Recherche und Literatur.
Neben Truman Capotes ausgelebter Homosexualität, war seine wahre Neigung der Tratsch und Klatsch, und vor seinem Spott war kaum jemand sicher. Er bekannte sich selbst "Ich bin schwul, Alkoholiker und ein Genie." Greta Garbo bezeichnete er als "unsäglich selbstsüchtig" und Elizabeth Taylor war für ihn "unschuldig ungebildet". Unvergessen ist Truman Capotes Porträt über Marilyn Monroe, "Die Monroe? Im Grunde genommen eine Schlampe, eine Art unordentliche Gottheit etwa in dem Sinn, wie ein Eisbecher mit Früchten unordentlich, aber himmlisch ist. Ein rhythmisches Beben unruhigen Fleisches, das in einem zu engen Décolleté um Platz kämpft."
Quellen: www.aphorismen-archiv.de, www.daszitat.de; Microsoft Encarta Enzyklopädie
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-04 21:16:30 mit dem Titel Paul Celan: gedichte: Gras, Gras, auseinandergeschrieben.
Heute habe ich recht hoch in meinem Bücherregal gekramt. Ihr wisst ja, sie sind in der Belletristikabteilung alphabetisch von rechts oben nach links oben in ihren bereich geordnet. Dabei stieß ich auf drei Lyrikbände desselben Autors. Darüber wie schon gewohnt, zuerts
Die Fakten:
Paul Celan: Ausgewählte Gedichte. Zwei Reden. Nachwort von Beda Allemann (Herausgeber) Edition Suhrkamp 1968. Broschiert. Euro 7,50, 182 Seiten.
Paul Celan: Gedichte in zwei Bänden Bibliothek Suhrkamp 1975. Gebundene Ausgabe. Editorisches Nachwort und Lebensdaten von Beda Allemann. Euro 16,80 310 und 450 Seiten
Und bei Lyrik sehr zu empfehlen zuerst ein Lesebeispiel:
SPRICH AUCH DU
Sprich auch du,/sprich als letzter,/sag deinen Spruch./Sprich -/Doch scheide das Nein nicht vom Ja./Gib deinem Spruch auch den Sinn:/gib ihm den Schatten./Gib ihm Schatten genug,/gib ihm so viel,/als du um dich verteilt weißt zwischen/Mittnacht und Mittag und Mittnacht./Blicke umher:/sieh, wie's lebendig wird rings -/Beim Tode! Lebendig!/Wahr spricht, wer Schatten spricht./Nun aber schrumpft der Ort, wo du stehst:/Wohin jetzt, Schattenentblößter, wohin?/Steige. Taste empor./Dünner wirst du, unkenntlicher, feiner!/Feiner: ein Faden,/an dem er herabwill, der/um unten zu schwimmen, unten,/wo er sich schimmern sieht: in der Dünung/wandernder Worte.
Weniger erstaunlich, doch aber sehr traurig, dass es gerade drei Berichte darüber bei Ciao gibt. Lyrik und breite Leserschaft passt scheinbar noch immer nicht zusammen. Selbst wenn es sich um einen der größten Lyriker des 20. Jahrhunderts handelt. Darum sollte – fast – jedes Mittel recht sein, um mehr Lyrik unters Volk zu bringen.
Wen wundert es aber, wenn Lyrik so wenig gelesen wird und noch weniger verstanden, so lange in der Sekundärliteratur Absätze zu finden sind wie:
‚In der geboten Kürze etwas Allgemeines über die Dichtung Paul Celans zu sagen, scheint mir kaum möglich. Dazu fehlt es an einer einschlägigen literaturkritischen Terminologie, deren die Verallgemeinerung sich bedienen kann. Ich benutze deshalb im folgenden als Leitfaden ein bestimmtes Gedicht Celans, eines der wenigen aus dem bisher vorliegenden Gesamtwerk, die sich im Sinne einer unmittelbaren poetologischen-programmatischen Selbstanweisung auffassen lassen.’ ((Beda Allemann aus dem Nachwort zu Ausgewählte Gedichte über SPRICH AUCH DU). Versteht ihr, was er meinen könnte. Ich nur kaum.
Dabei könnte er den Dichter gemeint haben (vielleicht auch sich selbst), der schwankt zwischen Ja und Nein, seinen Worten Sinn geben will, so tief, aber auch so verständlich wie der eigene Schatten. Der Schatten wird feiner und zarter, je mehr man der Sonne entgegensteigt. Kennen wir doch. Bis er unkenntlich wird, nur noch ein Schimmer, nur noch ein Wort. Gib deinen Worten Sinn, aber pass auf, dass vor lauter Erklärung das Wort nicht verloren geht, würde ich Allemann ins Stammbuch schreiben.
Celan war ein Meister der Worte, aber ein Meister des Mystischen, des Gefühls. Worte mussten für ihn immer irgendwohin führen. Das war sein Sinn der Worte. Darum spielte er auch immer mit Begriffen wie Faden, Gespinst, Netz, Gitter etc.
So auch in meinem Lieblingsgedicht nach TODESFUGE, die jedoch in den anderen Berichten schon ausführlich nachzulesen ist.
SPRACHGITTER
Augenrund zwischen den Stäben./Flimmertier Lid/rudert nach oben,/gibt einen Blick frei./Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb:/der Himmel, herzgrau, muß nah sein./Schräg, in der eisernen Tülle,/der blakende Span./Am Lichtsinn/errätst du die Seele./(Wär ich wie du. Wärst du wie ich./Standen wir nicht/unter einem Passat?/Wir sind Fremde.)/Die Fliesen. Darauf,/dicht beieinander, die beiden/herzgrauen Lachen:/zwei/Mundvoll Schweigen.
Wie schön. Das Auge hervorragend erklärt. Am Lichtsinn errätst du die Seele, aber alles grau. Verzweiflung und Hoffnung liegt in der Sprache, in der man aber auch eingeschlossen ist, wie in einer Zelle. Wenn aber alles grau bleibt, verstummt auch die Sprache. Sehen alleine genügt nicht, wenn man nicht ausdrücken kann, was man sieht. Man bleibt sich und einander fremd.
Viel Verständnis für die Lyrik Celans kann man natürlich auch aus seiner jüdischen Vergangenheit, der Erfahrung des Holocausts samt Verlust seiner Eltern in einem Vernichtungslager, des Gefühls der doppelten Minderheit – der jüdischen und der deutschen in Rumänien – der Heimatlosigkeit – er pendelte nahezu stetig zwischen Bukarest, Wien, Genf und Paris, und einem gewissen Hang zur Depression ziehen. Ein gutes Beispiel für die Verschränkung all dieser Faktoren bietet das folgende Gedicht:
DIE SILBE SCHMERZ
Es gab sich Dir in die Hand:/ein Du, todlos,/an dem alles Ich zu sich kam. Es fuhren/wortfreie Stimmen rings, Leerformen, alles/ging in sie ein, gemischt/und entmischt/und wieder/gemischt./Und Zahlen waren/mitverwoben in das/Unzählbare. Eins und Tausend und was/davor und dahinter/größer war als es selbst, kleiner, aus-/gereift und/rück- und fort-/verwandelt in/keimendes Niemals./Vergessenes griff/nach Zu -Vergessendem, Erdteile, Herzteile/schwammen,/sanken und schwammen. Kolumbus,/die Zeit-/lose im Aug, die Mutter-/Blume,/mordete Masten und Segel. Alles fuhr aus,/frei,/entdeckerisch,/blühte die Windrose ab, blätterte/ab, ein Weltmeer/blühte zuhauf und zutag, im Schwarzlicht/der Wildsteuerstriche. In Särgen,/Urnen, Kanopen/erwachten die Kindlein/Jaspis, Achat, Amethyst,Völker,/Stämme und Sippen, ein blindes/E s s e i /knüpfte sich in die schlangenköpfigen Frei-/Taue : ein/Knoten/( und Wider- und Gegen- und Aber- und Zwillings- und Tausendknoten ),/an dem/die fastnachtsäugige Brut/der Mardersterne im Abgrund/buch-, buch-, buch-/stabierte,/stabierte.
Zum Weinen schön, oder seht ihr das anders?
Celan selbst hat einmal einem ratlosen Leser gesagt: "Lesen Sie nur, lesen sie immerzu, das Verständnis kommt dann von selbst."
Oder wie die Literaturkritikerin Daniela Strigl meinte: „Den letzten Schlüssel zu dieser Lyrik wird und soll man gar nicht finden. Ich glaube, dass es möglich bleiben muss, verschiedene Zugänge zu finden. Andererseits hat Celan die Metapher oft als Lüge bezeichnet. Bei der Deutung der Metaphern muss man vorsichtig sein, denn zum Beispiel "das Grab in der Luft" in der Todesfuge wollte er wörtlich und nicht als Metapher verstanden wissen.“
Uff, da habe ich es mir aber schwer gemacht. Lyrik ist doch nicht so einfach. Aber ich hoffe, ich konnte eine kleinen Spalt zu Paul Celans Werk öffnen.
Der Autor:
23. November 1920:
Geburt von Paul Antschel, einziger Sohn von Friederike und Leo Antschel (Baumeister im Holzhandel) im damals rumänischen Czernowitz./Schulausbildung an deutsch- und hebräischsprachigen Grundschulen und rumänischsprachigen Gymnasien.
1938:
Abitur. Medizinisches Vorstudium in Tours (Frankreich). /Nach Kriegsbeginn Studium in Czernowitz: Romanistik, 1940/41 unter sowjetischer Besatzung mit Russisch als Pflichtfach, 1944/45 Anglistik.
Juni 1942:
Deportation der Eltern. Tod des Vaters an Typhus (Herbst) und Erschießung der Mutter (Winter) in einem deutschen KZ jenseits des Dnestr (Transnistrien).
Juli 1942 - Februar 1944:
Zwangsarbeit in rumänischen Lagern in der Moldau und Oltenien. Danach Arbeitseinsatz in Czernowitz.
April 1945 - November 1947:
In Bukarest: Lektor und Übersetzer, Publikation erster Gedichte als Paul Celan. /Flucht über Ungarn nach Wien.
Dezember 1947 – Juli 1948:
In Wien: erste Publikationen in deutschsprachigen Zeitschriften, erste öffentliche Lesung.
Juli 1948:
Ankunft in Paris, lebt dort bis an sein Lebensende, zunächst mit Flüchtlingsstatus, ab 1955 als französischer Staatsbürger./September: Publikation von »Der Sand aus den Urnen« (Wien). Studium mit dem Abschluß Licence ès lettres (1950)
Etwa am 7. November 1951:
erste Begegnung mit seiner künftigen Frau, der Malerin und Graphikerin Gisèle de Lestrange.
Mai 1952:
auf der Tagung der Gruppe 47 in Niendorf erste öffentliche Lesung in Deutschland. /23. Dezember: Heirat./Ende Dezember: erster Gedichtband in Deutschland, »Mohn und Gedächtnis«. Fünf weitere folgen zu Lebzeiten.
August 1953:
erste private Plagiat-Anschuldigungen durch Claire Goll.
7. Oktober: Geburt des ersten Kindes, François, das 30 Stunden nach der Geburt stirbt.
1955:
Am 6. Juni Geburt des zweiten Kindes, Eric./Publikation von »Von Schwelle zu Schwelle«.
Januar-April 1956:
Zeitvertrag als Übersetzer beim Bureau International du Travail, Genf; erneut im Herbst 1962.
Studienjahr 1956/57:
Vertretungsstelle an der École Normale Supérieure Saint Cloud.
1957:
Literaturpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie für 1956.
1958:
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen.
Publikation der ersten Gedicht-Übertragungen in Buchform: Arthur Rimbaud, »Das trunkene Schiff«, und Alexander Block, »Die Zwölf«. Es folgen: Ossip Mandelstamm, »Gedichte» (1959), Paul Valéry, »Die junge Parze« (1960), Sergej Jessenin, »Gedichte« (1961), William Shakespeare, »Einundzwanzig Sonette« (1967), Giuseppe Ungaretti, »Das verheißene Land – Das Merkbuch des Alten« (1968) und André Du Bouchet, »Vakante Glut« (1968).
1959: Publikation von »Sprachgitter«./Oktober 1959 – April 1970: Deutschlektor an der École Normale Supérieure in Paris (Rue d’Ulm).
April 1960: Publikation der ersten öffentlichen Plagiat-Anschuldigung durch Claire Goll.
Oktober: Verleihung des Georg-Büchner-Preises. Die Preisrede »Der Meridian« erscheint 1961.
1963:
Publikation von »Die Niemandsrose«.
1964:
Lesungen in Rom und Mailand. Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
September 1965: Publikation der bibliophilen Edition »Atemkristall« (mit acht Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange).
1967:
Publikation von »Atemwende«./April: Entscheidung der Eheleute, in Zukunft getrennt zu leben.
1968:
Publikation von »Fadensonnen«.
Sommer: Eintritt in das Redaktionskollegium der französischen Literaturzeitschrift 'L’Éphémère'.
1969:
Publikation der bibliophilen Edition von »Schwarzmaut« (mit fünfzehn Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange).
Oktober: Aufenthalt in Israel, Rede vor dem Hebräischen Schriftstellerverband.
März 1970:
letzter Aufenthalt in Deutschland./Nacht vom 19. zum 20. April: Selbstmord in der Seine./
Und für alle, die bis jetzt durchgehalten haben, ein letztes Gedicht:
IN ÄGYPTEN
Du sollst zum Aug der Fremden sagen: Sei das Wasser./Du sollst, die du im Wasser weißt, im Aug der Fremden suchen./Du sollst sie rufen aus dem Wasser: Ruth! Noëmi! Mirjam!/Du sollst sie schmücken, wenn du bei der Fremden liegst./Du sollst sie schmücken mit dem Wolkenhaar der Fremden./Du sollst zu Ruth und Mirjam und Noëmi sagen:/Seht, ich schlaf bei ihr!/Du sollst die Fremde neben dir am schönsten schmücken./Du sollst sie schmücken mit dem Schmerz um Ruth, um Mirjam und Noëmi./Du sollst zur Fremden sagen:/Sieh, ich schlief bei diesen!
LINKS zu interessanten Seiten über Paul Celan im www (Quelle:www.onlinekunst.de)
Zur Spirale in der Literatur. Dargestellt am Beispiel der Todesfuge von Paul Celan Ein hervorragender Artikel von Lech Kolago, Warszawa in einer Ausgabe der philologischen Zeitschrift "Orbis Linguarum" (Orbis Linguarum Vol. 20/2002). Mit Bibliographie. Auch als PDF Datei.
http://www.ifg.uni.wroc.pl/orbis/2002/20_02/kolagot.html
Voice of Paul Celan Paul Celan liest die Todesfuge selbst außerdem die Texte: Corona, In Ägypten, Zähle die Mandeln, Was geschah. http://www.geocities.com/Athens/Chariot/3474/voice.htm
Eine Paul Celan Web - Site/http://polyglot.lss.wisc.edu/german/celan/
Projekt Literatur Pädagogisches Konzept für den Literaturunterricht: Die Todesfuge von Paul Celan http://www2.vol.at/borgschoren/lh/lh5.htm#fuge
Sämtliche Werke von Paul Celan/http://paulcelan.de/intro.htm
Celanesque Art Gallery / Art inspired by Paul Celan Werke von Lakner und Anselm Kiefer/http://polyglot.lss.wisc.edu/german/celan/gallery.html
Todesfuge Gymnasium Johanneum Lüneburg / Minou Narkus / Dr. Dörte Haftendorn http://rzserv2.fh-lueneburg.de/u1/gym03/homepage/faecher/deutsch/todesfug.htm
Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin Linksammlung zu Paul Celan: Umfassendes, Bibliographien und Verzeichnisse, Kurzbiographien, Spezialthemen , Rundfunk- und Zeitungstexte, Rezensionen.
http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_cde/celan.html weiterlesen schließen -
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Agatha Christie - Das unvollendete Bildnis
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Da schreibe ich nun seit langer Zeit endlich mal nicht über einen Fantasyroman, denn obwohl ich, was das Genre anbelangt, relativ festgefahren bin, so gibt es doch hin und wieder Ausnahmen, die mich dazu veranlassen, "fremd zu gehen". Agatha Christie gehörte von jeher zu diesen Ausnahmen, denn die Queen of Crime verstand es wie fast kein anderer, ihre Krimis so zu schreiben, daß nicht nur Spannung aufkommt, sondern daß man in Gedanken schon fast selbst zu Miss Marple oder Hercules Poirot "mutiert". Man beginnt, Spuren zu sammeln und Zeugenaussagen zu deuten. Jede Aussage wird auf die Goldwaage gelegt, jede Tat erscheint verdächtig. Doch was passiert, wenn man keine Beweisstücke mehr sammeln kann und den Tathergang nur noch durch Zeugenaussagen nachvollziehen kann? Was, wenn der aufzuklärende Mord bereits vor 16 Jahren begangen wurde? Dann müssen wohl oder übel die kleinen grauen Zellen ran...
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Inhalt
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Die junge Carla Lemarchant bietet Hercules Poirot einen etwas ungewöhnlichen Auftrag an: Er soll beweisen, daß ihre Mutter nicht die Mörderin ihres Vaters war. Da der Mord bereits vor 16 Jahren geschah, hilft nur noch Recherche, und auf diesem Gebiet ist Poirot selbstverständlich unschlagbar. Poirot, der sich von Carla schnell überreden läßt, verschafft sich zuerst einen Überblick über den Fall:
Carlas Vater, der berühmte Maler Amyas Crale, wird vergiftet aufgefunden. Alles deutet darauf hin, daß die Mörderin seine Ehefrau Caroline ist, die dann auch verhaftet und schließlich verurteilt wird. Kurz nach dem Urteil begeht Caroline Selbstmord, was ihre Schuld nur noch zu bestätigen scheint.
Poirot will nun von jedem, der damals anwesend war, wissen, was vorgefallen war. Zu diesem Zweck sucht er jeden persönlich auf:
- den erfolgreichen Börsenmakler Philip Blake, der Crales bester Freund war,
- Philips Bruder Meredith, der zu der Zeit leidenschaftlich gerne "Gift" mischte und aus dessen Labor die Mordwaffe - Koniin - entwendet worden war,
- Elsa Greer, Crales Freundin, wegen der er sich von Caroline laut Zeugenaussagen scheiden lassen wollte,
- Angela Warren, Carolines Halbschwester, die damals noch ein Kind war und von Caroline über die Maßen verwöhnt wurde, und letztendlich
- Miss Williams, die ältliche Gouvernante Angelas, die bis zuletzt auf der Seite Carolines stand.
Im Großen und Ganzen sagen alle Verdächtigen dasselbe aus: Amyas Crale malte wieder einmal an einem Bild (eben jenem "unvollendeten Bildnis"). Als Vorlage diente ihm die junge Elsa Greer, die er kurzerhand zu sich nach Hause einlud. Crale war schon immer als Weiberheld bekannt und es wunderte keinen, daß er auch mit Elsa eine Affaire begann. Caroline machte ihm deswegen Vorwürfe, doch zu einer ernsthaften Auseinandersetzung kam es erst, als Elsa vor allen Anwesenden erklärte, Amyas würde sich von Caroline scheiden lassen, um sie zu heiraten. Das konnte Caroline natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und als dann kurz darauf Amyas vergiftet aufgefunden wurde, war die rasende Ehefrau die Tatverdächtige Nummer 1. Daß ihre Fingerabdrücke auf der Bierflasche gefunden wurden und Caroline zudem noch diejenige war, die die Leiche entdeckte, erleichtert Poirot nun, nach so vielen Jahren, seine Arbeit auch nicht gerade. War Carlas Mutter vielleicht doch schuldig? Oder gab es damals noch mehr, das man womöglich verschwiegen hatte? Nun, vor Poirot war noch nie ein Geheimnis sicher und soviel kann ich verraten: Es bleibt ihm auch diesmal nichts verborgen.
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Das Besondere an diesem Buch
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Wenn man Agatha Christies Bücher kennt, wird man bald feststellen, daß "Das unvollendete Bildnis" ein wenig aus der Rolle fällt. In einem typischen Christie-Krimi passiert normalerweise immer gerade dann ein Mord, wenn der Detektiv gerade in der Nähe ist. Hier aber ist es so, daß das Ereignis selbst schon viele Jahre her ist und nur noch durch Zeugenaussagen rekonstruiert werden kann. Es müßte also eigentlich der ideale Fall für Poirots "kleine, graue Zellen" sein. Doch leider hält sich der Meisterdetektiv diesmal sehr zurück.
Der Roman ist in drei Bücher unterteilt: Im ersten befragt Poirot die Zeugen persönlich, bzw. läßt sie erzählen und bittet sie, alles schriftlich nieder zu legen. Im zweiten kann man sich dann genau diese Niederschriften durchlesen, und im dritten kommt die Aufklärung, die in typischer Christie-Manier verläuft, d.h. es werden alle Beteiligten zusammengerufen und Poirot deckt den Fall vor versammelter Mannschaft Stück für Stück auf.
Ich hatte gehofft, mehr von Poirots Gedankengängen zu finden, oder wenigstens eine engagiertere Recherche, aber der Detektiv tat eigentlich das ganze Buch über nichts anderes, als sich Zeugenaussagen anzuhören und dann am Ende in ein paar kurzen Sätzen seine Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. Ein wenig seltsam war es auch, das Geschehen immer und immer wieder durch zu gehen, im Endeffekt mindestens zehnmal. Verblüffend daran war allerdings, daß es keineswegs zehnmal identische Beschreibungen waren, sondern jedesmal völlig verschiedene Sichtweisen. Man kann sich gut vorstellen, wie der Charakter des Zeugen beschaffen ist, wenn man seine Aussage liest. Und letztendlich ist der Schluß, zu dem Poirot kommt, durchaus logisch und kann anhand der Zeugenaussagen problemlos nachvollzogen werden. Trotzdem schaffte es Agatha Christie auch diesmal wieder, mich völlig in die Irre zu führen...
Tatsächlich hatte ich auf jemand anderen getippt und war mir auch vollkommen sicher - zu sicher, wie meist bei den Christie-Romanen. Das Ende war also auch diesmal wieder eine Überraschung, die eigentlich voraus zu sehen war. Ich hoffe, ich verrate jetzt nicht zuviel, wenn ich sage, daß mich das Ende trotzdem enttäuscht hat, weil es einfach ZU simpel war...
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Zum Buch
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Also, zum Preis kann ich leider nichts sagen, denn die Ausgabe, die ich besitze, ist ein uralter, gebundener Doppelband (+ "Das fahle Pferd") und hat weder ISBN noch eine Jahreszahl vermerkt. Da das Buch "mit Genehmigung des Scherz Verlages" erschienen ist, nehme ich aber mal an, daß es bei Scherz selbst eine Taschenbuchausgabe des Krimis gibt. Andernfalls kriegt man es meist recht billig über alle möglichen Online-Auktionen (ebay ist hierbei ausnahmsweise mal die teureste Möglichkeit).
Der Originaltitel lautet "Five Little Pigs", darauf sollte man achten, denn es gibt, ebenfalls von Agatha Christie (alias Mary Westmacott) einen Roman mit dem Titel "The Unfinished Portrait", welches im Deutschen idealerweise ebenfalls mit "Das unvollendete Bildnis/Portrait" übersetzt wurde. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen Krimi, weswegen der Roman zuerst auch unter Pseudonym erschien.
"Five Little Pigs" (das sich hier auf die fünf Zeugen bezieht) zeigt übrigens eine Vorliebe von Agatha Christie: das Verwenden von Kinderliedern oder -abzählversen. Haramis. Bei den Deutschen Titeln wurde dies leider so gut wie nie übernommen, aber die Originaltitel sind recht aufschlußreich. Das Berühmteste dürfte hier wohl "Zehn kleine Negerlein" sein. Auch die bekannte "Mausefalle" (das am längsten aufgeführte Theaterstück der Welt, wie ich mal gelesen habe) hieß im Original nicht etwa "The Mousetrap", sondern eigentlich "Three Blind Mice" (Ja, ja, genau die drei blinden Mäuse, die bei "Shrek" über den Tisch trapsen...).
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FAZIT
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So ganz schlüssig bin ich mir nun nicht mehr, was ich von dem Buch halten soll. Aber im Grunde war ich eher enttäuscht als begeistert. Meiner Meinung nach hätte man da noch einiges mehr daraus machen können. Ich schätze mal, daß Hercules Poirot noch nie so zurückhaltend war, wie in diesem Buch. Genau genommen spielt er nur eine Nebenrolle - er ist das erste Puzzlestück und das letzte, aber alles dazwischen erledigen die Zeugenaussagen völlig alleine. Fast hat man das Gefühl, daß man als Leser mehr dabei mitdenkt, als der Meisterdetektiv selbst.
Das Buch verleitet durchaus zum Mitraten, wie eigentlich jeder Christie-Roman. Und obwohl ich bis zum Schluß nicht rausgefunden habe, wer der Mörder war, war ich am Ende mehr oder weniger enttäuscht. Die Auflösung war mir schlichtweg zu wenig dramatisch, zu "vorhersehbar" (obwohl ich es nicht vorhergesehen habe - aber so im Nachhinein dachte ich mir immer wieder, eigentlich HÄTTE ich es wissen müssen...).
Kann ich es empfehlen? Keine Ahnung. Es war interessant zu Lesen, aber wenn ich es empfehle, dann hauptsächlich für Christie- und vor allem Poirot-Kenner. Weiß jemand zufällig, ob es zu diesem Buch eine Verfilmung gibt? Dafür würde es sich nämlich großartig eignen. Während des ganzen Romans konnte ich mir alles sehr bildlich vorstellen, wie Poirot mit den Zeugen spazieren geht und diese dann in Rückblenden immer wieder versuchen, sich an die Vergangenheit zu erinnern. Und jedesmal kommen neue Details ans Licht...
Danke für's Lesen und Viel Spaß bei der Mördersuche!
Eure Haramis. weiterlesen schließen -
Schatzinsel-Update fürs 21. Jahrhundert
10.11.2002, 20:02 Uhr von
Hindenbook
Das wär's 'dank' der neuen AGB für mich bei Yopi.de. Mit der Einstellung der 'Zahlungen' kann ich...Pro:
Turbulenter Action-Kracher ...
Kontra:
... mit vielen Fehlzündungen & Leerlauf.
Empfehlung:
Nein
1696: Der gefürchtete Pirat Edward "Red Ned" Ockham überfällt ein spanisches Schatzschiff, das auf den Weg zu den amerikanischen Kolonien ist. An Bord befindet sich der geniale Architekt Sir William Macallan, der seine englische Heimat verlassen musste und nun im Dienste des Königs von Spanien steht. Ockham metzelt die Besat zung nieder, verschont aber Macallan - er soll ihm ein Versteck für die Schätze bauen, die der Pirat auf seinen Raubzügen zusammengerafft hat. Vor der Küste von Maine beginnt Macallan auf der kleinen Insel Ragged Island sein Werk. Der geniale Baumei ster ersinnt eine gut gesicherte, mit Fallen gespickte Schatzgrube, die ohne Kenntnis des Schlüssels nicht betreten werden kann. Freilich ahnt Macallan, dass Ockham nach Beendigung des Werks keine Mitwisser dulden wird, und er rächt sich an seinem Peini ger, indem er sich heimlich einige ganz besondere Fallstricke einfallen lässt ...
1971: Seit zwei Jahrhunderten bemühen sich Schatzsucher aus der ganzen Welt, das Rätsel von Ragged Island zu lösen. Die Insel ist inzwischen von Tunneln durchbohrt wie ein Schweizer Käse. Viele haben Hab und Gut oder gar ihr Leben verloren. Niemandem ist es jedoch gelungen, Macallans Grube zu ergraben. Insel und Schatz gelten längst als verflucht.
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Ragged Island im Besitz der Familie Hatch. Auch sie hat den Fluch zu spüren bekommen; der Grossvater ruinierte sich, sein Sohn trägt noch immer an den Schulden. Da schleichen sich die Brüder Johnny und Malin Hatch zur Insel. Sie finden einen bisher unbekannten Zugang zur Schatzgrube, doch Johnny fällt einer von Macallans Todesfallen zum Opfer. Die Familie kommt über die Tragödie nicht hinweg; der Vater stirbt kurz darauf auf Ragged Island, und seine Frau verlässt mit dem überlebenden Sohn die Küste.
Heute: Malin Hatch ist ein anerkannter Mediziner geworden, der sich in der Forschung einen Namen zu machen beginnt. Den Verlust seines Bruders hat er nie verwunden und weitere Schatzsuchen auf Ragged Island verboten. Da stellt sich ihm Kapitän Neidelman vor, dessen Lebenstraum es ist, Ockhams Schatz zu heben. Er verfügt über die Mittel, die Ausrüstung und die Leute, es zu versuchen - und er hat das geheime Tagebuch William Macallans gefunden, das dieser als Ockhams Gefangener geführt hat.
Nach anfänglichem Widerstreben schliesst Hatch sich Neidelman und seinen Bergungs spezialisten an. Nach anfänglichen Rückschlägen macht die Suche gute Fortschritte - bis sich zeigt, dass der schon dreihundert Jahre tote Macallan noch einige Asse im Är mel versteckt hält ... Im bizarren Labyrinth der Schatzgrube gibt es bald die ersten To ten. Hatch rät zum Rückzug, doch Neidelman und seine Crew hat das Goldfieber ge packt. Allen Warnungen zum Trotz graben sie weiter, bis sich der Fluch schliesslich erfüllt: Macallans letzte Falle schliesst sich über dem Schatz und allen, die ihre Gier nicht zügeln konnten. Nur Malin Hatch und die junge Archäologin Bonterre können dem Inferno entkommen.
"Riptide" lehnt sich eng an eine reale Geschichte an. Auf der kleinen Insel Oak Island vor der Küste Neuschottlands in Kanada fanden drei Jugendliche, die hier Enten jagen wollten, im Jahre 1795 eine zugeschüttete Grube und zurückgelassenes Werkzeug, dessen Alter man auf etwa ein Jahrhundert schätzte. In den folgenden Jahren setzten aufwändige, letztlich aber ergebnislose Versuche ein, den vermuteten Schatz in der Erde zu bergen. Der Prolog, mit dem Preston und Child ihren Roman einleiten, ist fak tisch eine Zusammenfassung tatsächlicher Ereignisse. Dann wird die Geschichte aller dings fiktiv, denn bis heute ist es niemandem gelungen, auch nur in die Nähe des sa genhaften Schatzes zu kommen. Auch die Historiker tappen noch völlig im Dunkeln, was den wahren Erfinder der genialen Gruben-Konstruktion angeht.
Piraten, vergrabene Schätze, Labyrinthe voller Todesfallen, Skelette, uralte Flüche - kann man sich eine Ansammlung abgedroschenerer Klischees vorstellen? Wohl kaum! Gibt es etwas Spannenderes? Oh, nein! "Riptide" (das Wort bezeichnet eine gefähr liche Rückströmung auf dem Meer) ist ein Garn, gesponnen von zwei ausgefuchsten Meistern dieses Metiers (u. a."Das Relikt", eine Geschichte um ein Monster in einem Museum, sowie "Attic", die Fortsetzung, und "Mount Dragon", ein Medizin-Thriller, alle erschienen bei Droemer Knaur). Wie das häufig so ist, fragt man sich, nachdem man das Buch gelesen hat , wieso vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist, das Rätsel von Oak Island als Aufhänger für eine Geschichte zu wählen, denn ein idea leres Fundament lässt sich schwer vorstellen.
Preston und Child bringen das ehrwürdige Genre des Abenteuer-Romans auf den neuesten Stand. Ihre Schatzgräber rücken der verfluchten Insel mit allen Wundermitteln zu Leibe, die Wissenschaft und Technik zu Beginn des 21. Jahrhunderts aufbieten kön nen. Die Autoren gelingt es, Geheimnis und High-Tech in Einklang zu bringen. Die entstandene Geschichte erinnert an Werke zweier weiterer Meister des modernen Wissenschafts-Thrillers: Michael Crichton (hier besonders "Congo") und Philip Kerr ("Esau").
Bei aller Hochspannung weist "Riptide" leider einige blinde Flecken auf. Wieso ver wandelt sich Kapitän Neidelman, den die Autoren als besonnenen Bergungsfachmann mit jahrzehntelanger Erfahrung einführen, praktisch von einem Moment zum anderen in einen schäumenden, mordlustigen Irren? Ist es eigentlich eine unumstössliche Regel, dass, sobald irgendwo ein Schatz gehoben werden soll, ein fanatischer Priester auf der Bildfläche erscheint, der einen Feldzug gegen solches aus immer unerfindlich bleiben den Gründen sündhafte Tun anzettelt? Wie kommt Dr. Hatch zu seinem Ruf als Medi ziner, wenn selbst der dümmste Leser schon hundert Seiten vor ihm weiss, dass radio aktive Vergiftung die Schatzsuchern mattsetzt?
Ein wenig übel stösst einem schliesslich die allzu gefällige Auflösung des Abenteuers auf. In der zusammenstürzenden Grube kämpfen die "Guten" mit den "Bösen" und um ihr Leben, während unter ihnen Ockhams Schatz in einem gähnenden Abgrund versinkt und über ihren Köpfen ein Gewittersturm wütet. Auf der Leinwand wird das später sicher toll aussehen, aber eine Überraschung ist dieser Schluss nicht.
Doch von solchen Einschränkungen abgesehen, verfliegt die Zeit bei der Lektüre dieses Romans wie im Fluge. "Riptide" raubt seinen Lesern die Nachtruhe, weil es schwer ist, sich loszureissen, sobald einen die Geschichte erst einmal in ihren Bann gezogen hat.
Originaltitel: Riptide (1998)
Droemer Verlag
Übersetzung: Thomas H. Merk
Titelbild: Fred Hazelhoff
508 Seiten
ISBN 3-426-19442-2
Taschenbuchausgabe: Knaur Verlag Nr. 61914
508 S.
EUR 9,90
ISBN 3-426-61914-8
(Copyright 10.11.2002/Dr. Michael Drewniok) weiterlesen schließen -
Cartland Barbara - Nur dem Namen nach
Pro:
liest sich leicht und flüssig
Kontra:
eine etwas seichte Geschichte.
Empfehlung:
Nein
Die Autorin
Barbara Cartland ist die Stiefgroßmutter von Prinzessin Diana. Sie begann ihre Schriftstellerkariere im Alter von 21 Jahren. Sie hat bis heute über 600 Bücher verfasst, was ihr kaum jemand anderes nachmacht. Die Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von rund 600 Millionen Exemplaren.
Das Buch
Das Buch ist beim Nebelroman-Verlag erschienen und kostet normalerweise 25 Euro. Über Moments – eine Sonderaktion – war es jedoch für 12,50 Euro zu bekommen und verfügt über 335 Seiten.
Der Inhalt
Es handelt sich um eine junge Frau – Vivian Milfield – die einwilligt, die Verlobte von Jan Blakewell, Sohn eines reichen Fabrikbesitzers zu spielen. Er will damit verhindert, dass er mit der Tochter eines Geschäftspartners verheiratet wird. Vivian lernt jedoch einen reichen Franzosen kennen, der sie vergöttert und sie nicht mehr aus den Augen lässt. Dadurch entstehen einige Verwicklungen und Verwirrungen. Am Schluß verliebt sie sich in einen der beiden. Verraten in wen will ich an dieser Stelle jedoch nicht.
Meine Meinung
Wenn jemand gerne Geschichten über reiche, vornehme oder adelige Menschen liest, die in einer anderen Welt leben, so ist das Buch ganz unterhaltsam. Da zu dieser Sorte Leser ich jedoch nicht gehöre, hat mir der Inhalt des Buches nicht gefallen. Eine einfache Liebesgeschichte, die lediglich durch die Entscheidung zwischen zwei Männern etwas aufgepeppt wird.
Fazit
Das Buch liest sich flüssig und man ist schnell damit fertig. Jedoch für meinen Geschmack eine zu seichte, einfache Liebesgeschichte, die im Milieu der Reichen und Schönen stattfindet. weiterlesen schließen -
Cook, Robin: Todesengel
Pro:
Interessanter Hintergrund, der zum Nachdenken anregt
Kontra:
Es will keine rechte Spannung aufkommen
Empfehlung:
Nein
Konsequente Kosteneinsparung im Gesundheitswesen
David und Angela Wilson suchen nach ihrer Facharztausbildung nach einem Job. Da ihre Tochter unter Mukoviszidose (einer Lungenkrankheit) leidet, fällt die Wahl auf das beschauliche, ländliche Städtchen Bartlett, weit abgelegen von der Großstadt.
Angela arbeitet als Pathologin im städtischen Krankenhaus, während David als Internist für die CMV in einer Praxis arbeitet.
Durch aggressive Werbung und Kosteneinsparung ist die CMV die einzige Krankenversicherung in der Gegend, und sie setzt die gesetzlich vorgegebenen Kosteneinsparungsmaßnahmen radikal um. Daher fehlen dem Krankenhaus die finanziellen Mittel, um wirtschaftlich zu funktionieren. Allen CMV-Ärzten wird nahegelegt, möglichst viele Patienten in kürzester Zeit zu behandeln, ohne zu großen diagnostischen Aufwand zu betreiben. Krankenhauseinweisungen werden fast schon als Todsünde angesehen. Dazu wurden alle anderen Kliniken in der Umgebung geschlossen, so daß das städtische Krankenhaus in Bartlett nun alleine für die Versorgung herhalten muß. (c)w-w
Der Vorgänger von David hat sich selbst umgebracht, nachdem mehrere seiner Patienten im Krankenhaus an einer quasi- Lungenentzündung gestorben sind. Nach einigen Monaten muß auch David den Tod seiner ersten Patientin, Marjorie Kleber, im Krankenhaus verkraften. Sie wurde wegen einer Venenentzündung eingeliefert und stirbt an etwas, das wie eine Lungenentzündung aussieht, aber nicht mit Antibiotika behandelt werden kann. Alle Laborwerte geben keine Hinweise auf eine Entzündung.
Dann wird in dem Haus von Angela und David auch noch die Leiche des seit 8 Monaten vermißten Krankenhausleiters a.D. gefunden.
Bei Nachforschungen über Dr. Hodges Tod und über die Verstorbenen im Krankenhaus, stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens und der Einschüchterung.
Dann engagieren sie einen Privatdetektiv, der die Ermittlungen übernehmen soll, da die örtliche Polizei nichts unternimmt und den Fall verschleppt. (c)w-w
In diesem Buch beschreibt ein Insider (Robin Cook ist Mediziner) die möglichen Auswirkungen einer strengen Sparpolitik. Einsparungen im Gesundheitswesen werden von den Krankenkassen gegenüber den Ärzten und Institutionen gnadenlos durchgedrückt. Der Patient bleibt dabei auf der Strecke.
Die Spannung und die Story kommen nicht an die neueren Werke (z.B. Chromosom 6 oder Anthrax) heran.
Die Gründe für die Todesfälle habe ich nach ca. 2/3 des Buches durchschaut, wenn ich auch den Übeltäter nicht identifizieren konnte. Das Buch ist auf seinen 640 Seiten zwar einigermaßen logisch aufgebaut, jedoch sind auch viele Längen enthalten. Es gibt zu viele Themen, die angeschnitten werden, sich aber nie zu einem ansprechenden Handlungsstrang entwickeln und eher ein Schattendasein führen. (c)w-w weiterlesen schließen -
VERSEUCHT! "Fieber", Robin Cook
02.04.2002, 23:18 Uhr von
2nd_Starlight
Hallöle ihr Lieben! Nun fangen wir alle also von vorn an...auch gut! Ich bin Nadine, die wohl...Pro:
verdammt realistisch
Kontra:
verbreitet evtl. noch mehr Angst
Empfehlung:
Nein
Einleitung
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Ich weiß ja nicht, wie du dir ein Buch aussuchst, aber ich gehe nach Autor und der Kurzbeschreibung auf der Rückseite. Und so war es auch, als ich in der Bibliothek stand und den 1982 erschienenen Roman 'Fieber' von Robin Cook in der Hand hatte...was dort stand, machte mich neugierig und hörte sich auch spannend an:
"Als der Krebsforscher Dr. Charles Martel ein neues Krebsmittel untersucht, stellt er fest, dass es nicht nur wirkungslos ist, sondern - unter Umständen - sogar lebensgefährlich. Sein Bericht hält aber die Herstellerfirma, der Umsätze wichtiger sind als Menschenleben, nicht davon ab, ein Werbekampagne für das Medikament zu starten. Mutig wendet sich der Arzt gegen solche Bedenkenlosigkeit, obwohl ihm bewußt ist, dass er damit seine Karriere aufs Spiel setzt. Er ahnt nicht, dass eines Tages auch sein Leben gefährdet ist..."
Hört sich doch echt vielversprechend an, oder? Aber als ich dann mit lesen begann, fragte ich mich wirklich, welches Buch der Mensch gelesen hat, der diese Kurzbeschreibung geschrieben hat.
Vielmehr geht es um einen Vater, der das Leben seines Kindes retten möchte...
Inhalt
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Charles Martel ist Krebsforscher am Weinburg Institut...er hat sich der Forschung verschrieben, als seine Frau Elisabeth an Krebs gestorben ist und er zum Zuschauen verdammt gewesen war, aber er glaubt nicht an die herkömmliche Methode - der Chemotherapie...seit 9 Jahren versucht er einen Weg zu finden den Krebs über das eigene Immunsystem zu besiegen. Als er sich kurz vor dem Durchbruch sieht, gerät eine Lawine von unangenehmen Vorkommnissen ins Wallen...
Da ein Forscher, der an einem neuen Krebsheilmittel (Canceran) arbeitet, sämtliche Protokolle der Versuche gefälscht hat, auffliegt und entlassen wird, ist es Charles, der dieses Projekt weiterführen soll.
Das Mittel ist für den Konzern enorm wichtig, denn es hat schon Millionen an Forschungsgeldern gekostet. Charles ist gezwungen diese Studie zu übernehmen, da er seit 9 Jahren keine echten Erfolge vorweisen konnte.
Als dann aber seine neue Frau Cathryn im Institut anruft und ihn ganz aufgelöst ins Krankenhaus bestellt, gerät er in eine Zwickmühle...
bei seiner Tochter Michelle wurde eine extreme Form der myeblastischer Leukemie festgestellt. Als Krebsforscher weiß er genau, was das bedeutet, auch wenn durch die Chemotherapie erhöhte Erfolge erzielt wurden, so doch aber nicht bei dieser Form! Michelles Chancen liegen geradezu bei null. Charles sieht sich hilflos - er kann für seine Tochter nichts tun und sieht die Bilder seiner ersten Frau vor sich, die sich monatelang gequält hatte und die starken Medikamente mit den verhehrenden Nebenwirkungen nicht halfen.
Bestürzt fährt er nach Hause und setzt sich in Michelles Spielhaus am Teich vor ihrem Haus...es ist bitterkalt, als ihm ein bekannter süßlicher Geruch auffällt. Draußen wird dieser noch stärker und ihm fällt die ungefrorene Stelle im Teich wieder auf, auf die ihn sein jüngster Sohn am Morgen aufmerksam gemacht hatte, obwohl die Temperatur weit unter null liegt. Benzol! Schießt es ihm durch den Kopf...in der Nähe lag eine Recycle Fabrik an einem Fluß, der auch diesen kleinen Teich speist und plötzlich kommt ihm noch ein weiterer Gedanke: Benzol verursacht Leukemie!
Um das Gefühl zu haben etwas zu tun, setzt er es sich in den Kopf Recycle Ltd. zu melden, doch er scheitert immer wieder am Verwaltungssystem Amerikas. Nebenbei führt er seine Arbeit am Institut fort, doch widmet er sich mehr seiner eigenen Forschung, als dem Canceran, bei dem er schon herausgefunden hatte, dass es hochgiftig ist und wirklich sämtliche Versuchsreihen gefälscht sein müssen und er nicht bereit ist, noch einmal von vorn zu beginnen.
Die Leitung findet das gar nicht lustig ermahnt ihn immer wieder und setzt sogar seine Assistentin als Spitzel ein. Dazu kommt, dass Recycle Ltd. und das Weinburg Institut zu einem Großunternehmen gehört und der Leitung Charles' Nachforschungen langsam lästig werden - er wird entlassen.
Währenddessen gerät die Familie unter Charles Verhalten immer mehr auseinander und Michelles Zustand wird eher schlechter als besser. Da fasst Charles einen Plan...er will Michelle entführen und ist für ihre Rettung sogar bereit, an sich selbst herumzu experimentieren...
Kritik
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Wirklich spannend ist dieses Buch nicht...wenn man am Anfang noch denkt, es könnte echt heiß hergehen, der sei gewarnt. Eigentlich gibt es nur zwei Stellen, bei denen man ein wenig den Atem anhällt, aber das war es auch schon.
Robin Cook gilt als Meister des Medizinthrillers, auch wenn dieses Buch mehr unter die Rubrik Drama fällt. Es ist ziemlich leicht zu lesen, auch wenn medizinische Begriffe auftauchen. Das meiste wird auch plausibel erklärt und wenn etwas unklar ist, ist das für das Verständnis unerheblich und somit für eine breite Masse geeignet - besonders für Anhänger von Gefühl und Tragödie.
Zum Ende hin wird das Buch vielleicht ein wenig zu utopisch, denn ich wage zu bezweifeln, dass das so alles möglich ist, aber ich möchte nun nicht alles verraten, denn das Buch ist wirklich lesenswert.
Es übt Kritik am Verwaltungssystem, bei dem der eine vom anderen nichts weiß und es anscheinend für jedes Vorkommnis eine Extraansprechstelle gibt...weicht der vorgestellte Fall auch nur im geringsten von der Norm ab, wird man weitergereicht und das auch mehr auf gut Glück, denn eigentlich heißt das nicht, dort auch richtig zu sein.
Dazu kommt die kuriose Arbeit der Chemiekonzerne, die einerseits ein Krebsforschungsinstitut leiten bei dem es auch schon Zweifel gibt, ob auch wirklich alles mit rechten Dingen vorgeht und andererseits auch eine Anlage betreiben, die hochgiftige Stoffe wie Benzol in Flüssen entsorgen.
Natürlich ist dies ein rein fiktiver Roman, trotzdem lohnt es sich, einmal über solche Sachen nachzudenken, den so ganz aus der Luft gegriffen ist dieses Thema mit Sicherheit nicht!
Wer interesse hat hier noch schnell ein paar Daten:
Robin Cook
"Fieber"
Goldmann
DM 12,90
ISBN: 3-442-42448-8
(C) 2nd_Starlight
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-02 21:18:27 mit dem Titel ANTHRAXANSCHLAG in NEW YORK "Anthrax", Robin Cook
Story
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Als der Gerichtsmediziener Jack Stapleton einen seltenen Fall von Anthrax* (Milzbrand) untersucht und später noch eine Tote zu Gesicht bekommt, die, wie sich später heraustellt mit Botulinustoxin (=lähmendes Gift) vergiftet wurde, ahnt er nicht, dass es sich hier um unfreiwillige Testpersonen für einen Bio-Waffenhanschlag handelt...
Der Russe Yuri Davydov, aus Russland nach New York geflohen, arbeitet früher als Techniker in der Mikrobiologie in einem Geheimprojekt der ehemaligen Sowjetunion, zur Herrstellung von Bio-Waffen.
Von den Amerikanern fühlt er sich verraten und sinnt auf Rache. Er schließt sich einer rechten Terrorgruppe an, wodurch er auf die Idee eines großangelegten Anschlag mit Anthrax- und Botulinustoxinerregern gebracht wird, bei dem Millionen von Menschen umkommen sollen.
Um die Wirksamkeit seiner Bakterien zu testen infiziert er per Post einen Teppich- und Tierfellhändler und später auch seine eigene Frau, die er nur geheiratet hat, um eine Aufenthalsgenehmigung zu bekommen.
Durch ihren Tod, trifft er auf Dr. Stapleton, der eigentlich überhaupt nicht an einen Anschlag denkt, sich aber durch seine Ermittlungen eine Menge Ärger einhandelt und dann auch noch auf der Abschussliste der rechten Terrortruppe steht, die ihre 'Operation Wolverine' in Gefahr sieht...
Meinung
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Der Charakter des Jack Stapleton taucht in diesem Buch nicht zum ersten Mal auf. Schon im Roman 'Das Labor' ist der unkonventionelle, sympathische Arzt die Hauptperson (--> Kritik) mit der der Leser gerne fiebert und zittert.
Das Buch liest sich sehr angenehm und ist wirklich interessant, trotz medizienischer Fachbegriffe, die man meistens aber getrost überlesen kann, zumal wir diesmal eine Begriffserklärung im Anhang finden, was ich persönlich sehr gut finde, denn Cook - selbst Arzt - verfällt anscheinend gern in die Fachsprache, wenn es sich anbietet.
Das Thema des Bioterrorismus wird eindrucksvoll beschrieben und stützt sich auf einen authentischen Vorfall aus dem Jahre 1979 mit Anthraxsporen im ehemaligen Swerdlovsk in der ehemaligen Sowjetunion, bei dem fast 80 Menschen umkamen, als ein Fehler mit einem Filter auftrat und die Milzbrandsporen in die Umwelt gelangten und der KGB die Welt an der Nase herumführte und das Geschehen vertuschte.
Biowaffen sind nach Cook ein sehr ernstzunehmendes Thema, denn die Frage hierzu lautet nicht, ob es einen großen Anschlag in diese Richtung geben wird, sondern WANN!
Im Nachwort erfährt der Leser noch so einiges über dieses Problem, welches eindeutig existiert, denn einige Anschläge gab es schon:
1984 - in Oregon wurden in zahlreichen Restaurants die Salattheken verseucht - 751 Mensche erkrankten. Und an den Anschlag von 1995 in einer Tokioer U-Bahn mit dem Nervengas Sarin kann sich bestimmt noch jeder erinnern.
Erschreckend ist auch festzustellen, das Biowaffen immer aktueller werden. Sie sind unheimlich einfach und billig herzustellen, denn das nötige Material lässt sich ohne weiteres beschaffen und die Informationen kann man sich problemlos aus dem Internet besorgen...und wieviel Angst und Schrecken diese kleinen Sporen verbreiten, war eindrucksvoll zu beobachten, denn nach den Ereignissen des 11.9.01 in New York und dem darauffolgenden Vergeltungsschlag der Amerikaner in Afghanistan, gerieten viele Menschen angesichts verdächtiger Briefe in Panik (auch in Deutschland, was sich Gott sei Dank, aber als falscher Alarm herausstellt hatte)- eine neuerliche Rache der Taliban oder erlaubten sich hier Trittbrettfahrer einen 'Scherz'? Diese Frage mussten sich einige Leute öfter stellen in den damaligen tagen. Jedenfalls beweisen allein die Vermutungen, dass irgendwelche Verrückten diese tödlichen Erreger verschicken, dass es nicht allzu schwierig sein kann, sich diese Sporen zu besorgen...
Fazit:
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Ein absolut spannender Medizinthriller, der gerade in diesen Tagen realistischer denn jeh erscheint.
Absolut empfehlenswert!
Viel Spaß beim schmökern...2nd_Starlight..:)
Infos für Interessierte
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Robin Cook
Der Experte/ Anthrax
Originaltitel: Vector
erschienen: 1998
Verlag Blanvalet
17,90DM
Euro 8,95
(c) 2nd_Starlight
Begriffserklärung:
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Anthrax/Milzbrand:
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Mit dem Begriff Milzbrand oder auch Anthrax wird eine Erkrankung bezeichnet, die hauptsächlich bei Tieren auftritt und demzufolge als Zoonose bezeichnet wird. Die Bezeichnung ergab sich aus der Beobachtung, dass die Milz bei erkrankten Tieren vergrößert, so wie Schwarzbrot verfärbt ist und wie "verbrannt" aussieht.
Die Erkrankung tritt bevorzugt in warmen Ländern auf. Besonders häufig sind Huftiere, wie Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde betroffen. Eine Übertragung des Milzbrandes auf den Menschen kommt bei Berufsgruppen vor, die engen Kontakt zu diesen Tieren haben oder mit Produkten dieser Tiere, wie Tierhäuten, Fleisch oder Milch in Berührung kommen. In den meisten Fällen ist der Milzbrand daher eine Berufskrankheit. In Deutschland ist diese Erkrankung beim Menschen selten.
(Quelle: http://www.medicine-worldwide.de/krankheiten/infektionskrankheiten/milzbrand.html) weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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susperia, 25.07.2002, 22:33 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Bin ein absoluter Cook Fan. Warte aber mit dem veröffentlichen meiner Berichte über seine Bücher, bis Yopi sich endlich mal um eine eigene Rubrik für den Autor bequemt. Hab schon 6 mal hingeschrieben. Schöner Bericht, das Buch war
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Malwina, 03.04.2002, 23:54 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
hmmm, ich such eh noch ein gutes Buch für den Sommer....
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Informationen
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