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Der Duden - oder das gewisse Quäntchen oder doch Quentchen
30.09.2002, 19:13 Uhr von
mackz
Heute habe ich mich endlich wieder zurückgemeldet. Lange genug habe ich geschmollt, dass meine al...5Pro:
Eines der wichtigsten Nachschlagewerke überhaupt
Kontra:
leider viel zu selten genutzt
Empfehlung:
Nein
Auch wenn es den Duden mit der neuen Rechtschreibung schon eine ganze Weile gibt, sich die Gemüter wieder beruhigt nur noch hin und wieder ein Bericht zu diesem Thema geschrieben wird (anfänglich waren es mehrere pro Tag) – möchte ich dieses Thema noch einmal aufgreifen. Unter dieser Rubrik steht er nicht nur, weil es noch keine Rubrik für Den Duden gibt, sondern vor allem weil Herr Duden selbst Urheber dieses Nachshlagewerks ist.
Für die Formalisten jedoch vorweg einige Informationen zum Werk selbst bevor ich mich in die Diskussion stürze. Dabei beziehe ich mich auf die 21. Auflage des Dudens mit dem 1. August 1998 als Stichtag für dessen amtliche Gültigkeit:
>>> Der alte Aufbau mit neuen Details: <<<
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Im Grund sind die drei Teile des Dudens erhalten geblieben:
1. der Regelteil mit Erläuterungen
2. das Wörterverzeichnis
3. der amtliche Regelteil
Diese Dreiteilung ist im Inhaltsverzeichnis nicht gleich zu erkennen, ergibt sich jedoch aus den Inhalten. Zu den wichtigste im einzelnen:
S. 11-14 und S. 16 Das Kapitel „Zeichen von besonderer Bedeutung“ und „Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen“ sind neben dem Wörterverzeichnis die wichtigsten zwei Seiten im Duden. Die wenigsten sind sich dessen bewusst, und geben sich einfach damit zufrieden ein Wort im Wörterverzeichnis zu finden. Was dann noch daneben steht ist zweitrangig oder gar unwichtig. Dabei geben die vielen kleinen Zeichen, Abkürzungen und Angaben neben dem Worteintrag im Wörterverzeichnis doch wichtigen Aufschluss über die Gründe, warum das Wort so geschrieben wird und nicht anders. Wichtige grammatische Flexionsformen werden angegeben und nicht zuletzt der Hinweis auf die neuen Regeln der Rechtschreibung. Ohne die Kenntnis dieser Zeichen und Spezifika der Stichwörter wird ein wichtiger Teil des Dudens dem Leser immer verschlossen bleiben.
S. 15 Die Angaben zur „Aussprache“ der Wörter werden uns Muttersprachler kaum interessieren mag man meinen. Aber auch dem ist nicht so. In der neuen Dudenauflage sind mehr denn in jeder anderen Auflage ehemalige Fremdwörter in den deutschen Sprachschatz mitaufgenommen worden. Viele von diesen Wörtern werden dennoch nicht so gesprochen, wie sie geschrieben werden. Also wie dann? Aufschluss darüber geben die Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) die eben auf der Seite 15 erklärt werden. Nun kann man von einem durchschnittlichen Benutzer des Dudens kaum erwarten, dass er diese Zeichen auswendig lernt – dennoch ist es gut zu wissen, wo diese Zeichen stehen und erklärt werden, um im Zweifelsfalle Auskunft über die korrekte Aussprache zu erhalten. „Wissen heißt: Wissen wo was steht.“
S.19-65 Da haben wir sie, die „Richtlinien zur Rechtschreibung, Zeichensetzung und Formenlehre in alphabetischer Reihenfolge“. Es ist für mich das beste Nachschlagewerk zur neuen deutschen Rechtschreibung – nicht zu den einzelnen Wörtern. Will man z.B. wissen was bei der Kommasetzung neu bzw. anders geworden ist, schlägt man hier einfach unter „Komma“ nach. Die neuen Regeln sind wie im gesamten Duden rot gekennzeichnet. Über diesen Teil erregen sich die Gemüter unter den Germanisten weitaus mehr als über das Wörterverzeichnis. Denn die Regeln sind Grundlage für die Schreibung der Wörter im Wörterverzeichnis geworden (früher gab es Regeln und jede Menge Ausnahmen – heute gibt es Regeln und jede Menge Regeln für die Ausnahmen).
Die folgenden fünf Kapitel sind für meine Begriffe nicht von außerordentlicher Bedeutung: „Das griechische Alphabet“, „Richtlinien für den Schriftsatz“, „Hinweise für das Maschineschreiben“ usw. sind Themen, die sich an spezielle Benutzer des Dudens wenden, und nicht zuletzt aus der Tradition des Aufbaus im Duden noch enthalten sind. Ich erlaube mir, diese zu überspringen – bin auf Anfrage auch hier gerne für einen Nachtrag zu erreichen.
S. 18-78 Hier findet sich noch einmal ein Pralinchen. Eine „Vergleichende Gegenüberstellung alter und neuer Schreibungen“ ist die beste Grundlage für eine Diskussion zum Thema Neue Deutsche Rechtschreibung. Hier werden die Veränderungen sichtbar wie an keiner anderen Stelle im Duden. In der Kürze wurden hier leider keine Hinweise gegeben, auf welche Regeln sich die neue Schreibung des jeweiligen aufgeführten Wortes beruft. Das würde diesem Kapitel eine wirkliche Krone aufsetzen. Denn es lohnt nicht, sich über die neue Schreibung aufzuregen, wenn man die Regel, die hinter dieser Schreibung steht, nicht kennt. Dennoch, hier kann man stöbern und lernen, dass „in betreff“ künftig „in Betreff“ geschrieben wird usw. Im Grunde sind hier alle rot geschriebenen Wörter des Wörterverzeichnisses auf 60 Seiten zusammengefasst. (Mehr Wörter sind es übrigens wirklich nicht, die wir neu schreiben müssen :-))
Ab der Seite 78 findet sich denn das, was die meisten als Duden bezeichnen: das „Wörterverzeichnis“. Ich hoffe, dass meine Ausführungen gezeigt haben, dass eine ganze Menge mehr zum Duden gehört außer diesen knapp 800 Seiten Wörterverzeichnis. Zu diesem Verzeichnis selbst möchte ich wenig sagen, denn die Erklärungen dazu finden sich in den vorangestellten Kapiteln. Nennenswert erscheint mir, dass die neue Schreibung rot gekennzeichnet ist, Verweise auf die Regeln generell durch Pfeile und R + Regelnummer gekennzeichnet sind und das optionale bzw. alternative Schreibungen angegeben werden.
>>> Kann man noch Diskutieren? <<<
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Damit wären wir auch mitten in der Diskussion, der ich einige wichtige Informationen voranstellen möchte.
1. Die neue Rechtschreibung zeichnet sich durch mehr Freiräume bei der Schreibung der Wörter aus. Statt „darf nicht mehr so geschrieben werden“, heißt es fast immer „Kann jetzt auch so geschrieben werden“
2. Viele neue Schreibungen berufen sich auf bereits vorhandene Regeln, die jetzt nur konsequent durchgesetzt werden. Somit ist die Regel nichts neues nur die Abschaffung einer unbegründeten Ausnahme (z.B. schreiben wir jetzt „Rad fahren“ statt „radfahren“ weil wir schon immer „Auto fahren“ geschrieben haben.
3. Der Duden hat sich das programmatische Ziel gestellt eine Einheitsschreibung zu schaffen. Das ist ein Ziel, das man unterstützen und befürworten kann, aber immer ein Abstraktum bleibt, da es sich aus einer Einheitssprache nicht ableiten läßt.
Zu einigen Dudenkritikern bei Yopi schrieb ich diesbezüglich:
“Das Hauptproblem ist, dass man von dem Duden erwartet er sei ein Präskriptives Kompendium - also etwas, das mir vorschreibt wie die Deutsche Sprache auszusehen hat . Dabei ist die Deutsche Rechtschreibung zu einem hohem Grade deskriptiv - also nur beschreibend. Sie beschreibt also zu einem großen Teil nur das, was sie vorfindet und ist somit immer der aktuellen Schreib- ,Sprech- und Lesesituation hinterher.“
Was meine ich damit:
Erst einmal vielen Dank für die vielen Nachfragen zu diesem Kommentar: Alles was er sagen sollte ist....
...dass die Sorgen und Probleme der Deutschen mit ihrem Duden und der (neuen) deutschen Rechtschreibung kein unbedingt gewolltes Problem der Dudenmacher und der "Germanistiker" ist, sondern jede Beschäftigung und jeder Umgang mit Sprache mit sich bringt.
Zum einen sprechen und schreiben wir nun schon einige Hunderte Jahre länger als wir uns mit Regeln der Schreibung beschäftigen. Da gibt es eine Menge aufzuholen
Zum anderen liegt es in der Natur der Sache, das wir immer eine Diskrepanz zwischen Sprechen und Schreiben finden werden. Wenn wir sprechen verstehen wir uns zumeist ausgezeichnet, können Mehrdeutigkeiten und Ungenauigkeiten korrigieren, weil der Gesprächspartner uns entsprechendes Unverständnis signalisieren kann. Sobald ich Sprache jedoch verschriftliche, lege ich sie fest. Ich habe keine Garantie dafür, dass der Empfänger bzw. Leser meines Textes das Lesen kann, was ich schreibe, wenn ich mich nicht an eine Schreibnorm halte. Doch woher nehme ich diese Norm? Gibt es diese überhaupt oder ist es ein künstliches Produkt, das erst bei der Frage nach einer Norm entsteht?
>>> Die Drei Prinzipien der Rechtschreibung: <<<
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Ein großer Teil der Normierung ergibt sich aus der Lautung – ich schreibe wie ich es höre. Aber auch da fangen die Probleme schon an. Für „Hexe“ könnte ich auch „Hekse“ oder „Heckse“ schreiben (Sowie ich Makz und nicht Max heiße :-)). Wer sagt mir hier wie ich zu schreiben habe – die Aussprache jedenfalls nicht.
Hier bedient man sich eines zweiten Prinzips, der Beziehung von Wörtern untereinander. Stark vereinfacht heißt das: Wenn ich mir bei der Schreibung eines Wortes nicht sicher bin schaue ich nach einem ähnlichen Wort, oder nach seiner Herkunft. Jahrelang haben wir darum „Fhede“ und nicht „Fede“ geschrieben weil wir auch „Thron“ schreiben und nicht „Tron“. Diesen Wörtern wurde z.B. ursprünglich ein „h“ eingeschoben, um ihre Zugehörigkeit zu einer höheren gesellschaftlichen Schicht zuzuschreiben, nämlich dem Adel und dem Königshaus. Interessanterweise schreiben wir auch noch nach der neuen Rechtschreibung „Fhede“ doch ich wage zu behaupten, dass diese Schreibung nach dem Wortbeziehungsprinzip (Morphologisches Prinzip) bald von der Schreibung nach Lautung verdrängt wird, weil wir diese gesellschaftliche Schicht Adel usw. nicht mehr haben und somit diese Bedeutung in den Hintergrund gedrängt wird.
Ein drittes Prinzip, nach der sich z.B. der gesamte Doppelkonsonantismus erklären lässt (also warum ich „hatte“ mit zwei „t“ und „hat“ nur mit einem „t“ schreibe) erklärt sich aus der Wortstruktur. Es nennt sich das Silbische Prinzip und zielt auf die Zerlegung von Wörtern in einzelne Silben, aus denen sich unsere deutschen Wörter nun einmal strukturieren. Vereinfacht erklärt bewirkt dieses Prinzip, dass Konsonanten, die (auch beim Sprechen) über Silbengrenzen hinaus gehen, beim schreiben gedoppelt werden. Also „sam-meln“ statt „sam-eln“. Bei diesem Beispiel wird deutlich das zwei Prinzipien ineinander greifen können, denn nach dem Silbischen Prinzip müsste es dann „Sam-lung“ statt „Sam-mlung“ heißen. Wir schreiben aber richtig „Sammlung“. Warum? Das Wortbeziehungsprinzip – das morphologische Prinzip legt hier nahe, die Verwandtschaft von Sammlung zu sammeln zu markieren. Nicht zuletzt ist „Sammlung“ auch eine Substantivierung von „sammeln“ – und keiner weiß was eher da war.
Zusammenfassend möchte ich sagen. Die Rechtschreibung versucht auf unsere Sprache zu hören, und daraus Regeln zu formulieren. Bei Fällen wo das Hören aber mehrere Schreibungen zulässt, muss sich die Rechtschreibung mit anderen Prinzipien abhelfen um eine Eindeutigkeit zu schaffen. Diese Prinzipien sind eine Entdeckung der letzten Jahrzehnte und werden dem deutschen Sprecher, der nun schon einige Jahrhunderte spricht immer etwas neu und ungewohnt anmuten – eben weil sie sich nicht allein aus dem Sprechen begründen.
So weit so gut. Ich ergänze gerne und geh auf Nachfragen ein – falls jemand durch den Artikel bis hier her gekommen ist :-).
Euer Mackz ! und nicht Max. weiterlesen schließen -
Daschkowa, Polina: Die leichten Schritte des Wahnsinns - 5-Sterne Krimi aus Russland
Pro:
super spannend, athmosphärisch gut, Personen gut gezeichnet
Kontra:
--
Empfehlung:
Nein
5-Sterne Krimi aus Russland
Zum Spitzenpreis von 2,50 Euro hatte der Bücherclub eine sehr schön aufgemachte gebundene Ausgabe des Buches in der Schnäppchen-Kiste, von dem ich hier gleich berichten möchte.
Ehrlich gesagt, ich war so begeistert von diesem Buch, dass ich überhaupt nicht begreifen konnte wie man so etwas verramschen kann. Nun gut, ich jedenfalls konnte mich darüber freuen.
Es geht um den Roman „Die leichten Schritte des Wahnsinns“ der Moskauerin Polina Daschkowa. Von einer Frauenzeitung wurde sie bereits einmal als die „Königin des russischen Kriminalromans“ bezeichnet. Das vorliegende Buch würde ich eher als Thriller bezeichnen. Polina Daschkowa wurde 1960 in Moskau geboren und ist, so der Klappentext, tatsächlich auch die erfolgreichste Kriminalautorin Russlands. Sie hat Literatur studiert, lange als Journalistin und Übersetzerin gearbeitet, ihre Bücher haben Millionen-Auflagen.
Leider kann ich hier nur die Ausgabe des Bertelsmann-Buchclubs beschreiben und möchte kurz auf den in meinen Augen sehr gelungenen Einband eingehen: Das Cover zeigt eine verschwommene Fotografie, die hauptsächlich in grün-blau-Tönen gehalten ist. Auf der Fotografie sieht man eine zart gebaute Frau, die auf einem Stuhl sitzend an einer Wand lehnt und ihren Blick zur Kamera gewandt hat. Im Hintergrund ist ein verhangenes Fenster. Alles ist wie gesagt verschwommen. Mich hat dieses Cover sehr angesprochen, weil es automatisch die Fragen aufwirft: Wer ist diese Frau? Warum schaut sie so bedrückt und verängstigt? Wer hat sie fotografiert?
Ursprünglich ist dieses Buch übrigens im Jahr 2001 in Deutschland im Aufbau-Verlag erschienen.
Doch nun zur Story:
Die Geschichte spielt im Jahr 1996 in Moskau und Sibirien. Es gibt im Verlauf Rückblenden in die 80er Jahre – doch dazu später.
Hauptfigur ist u. a. Lena, eine freiberuflich tätige Journalistin, die für eine Literaturzeitschrift schreibt. Hauptsächlich arbeitet sie zu Hause und nachts, denn sie hat auch noch eine kleine 2jährige Tochter, um die sie sich kümmern muss. Lenas Mann ist Polizist und häufiger auf Dienstreisen. So hält er sich auch zu der Zeit, in der es in Lenas Leben besonders turbulent und gefährlich zugeht, gerade in London auf.
Lenas Freundin Olga erscheint eines abends bei ihr und erzählt vom Selbstmord ihres Bruders Mitja. Diesen kennt auch Lena gut, haben doch alle drei in ihrer Jugend einmal eine gemeinsame Reise nach Tobolsk, Sibirien unternommen, um dort als Praktikanten des Journalismus zu arbeiten. Mitja selbst schien niemanden ernsthaft suizidgefährdet. Allerdings hatte er eine drogenabhängige Frau und schnell liegt die Vermutung nahe, dass er, relativ erfolgloser Liedermacher, möglicherweise selbst Drogen genommen und sich im Drogenrausch in seiner Wohnung erhängt hat.
Lediglich seine Frau schwört darauf, dass Mitja mit Drogen nichts zu tun gehabt hat und im Gegenteil darum gekämpft hat, dass auch seine Frau der Sucht irgendwann entkommen könnte. So hat er z. B. eine teure und erfolgreiche Psychotherapeutin aufgetrieben, die u. a. mit Hypnose arbeitet und seine Frau von den Drogen erretten sollte: Regina Gradskaja.
Schnell liegt der Verdacht nahe, dass Mitja sich nicht selbst erhängt hat, sondern ein Killer seine Finger im Spiel hatte. Von diesen gibt es in Russland genug. Viele geschäftliche und persönliche Probleme werden mit Hilfe bezahlter Killer gelöst. Doch wer sollte einen Grund dafür gehabt haben, Mitja zu beseitigen?
Lena lässt die Geschichte nicht mehr los und nachdem auch Mitjas Frau einige Tage später stirbt (sie ist verbrannt, nachdem sie mit Drogen vollgepumpt und brennender Zigarette eingeschlafen ist), verhärten sich Lenas Befürchtungen, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht.
So geht sie gedanklich in die Zeit des Sibirien-Aufenthaltes zurück und versucht Anknüpfungspunkte zu finden. Nachdem sie eines Tages von einer angeblichen Kinderärztin aufgesucht wird, die vorgibt eine Reihen-Untersuchung durchzuführen und dann wenige Tage später im Kinderwagen ihrer Tochter ein Brandsatz explodiert (glücklichweise saß diese zu diesem Zeitpunkt nicht drin) sucht sie Unterstützung bei den Kollegen ihres Mannes. Bald schon gibt es einen Verdacht, wer die Frau gewesen sein könnte: Regina Gradskaja, die Therapeutin. Doch was will diese Frau von Lena?
Erst als sie erfährt, dass Regina die Ehefrau von einem gewissen Wolkow ist, heute absolut erfolgreich im Showgeschäft tätig, kommt der erste Zusammenhang zustande. Denn dieser Wolkow hatte Lena, Olga und Mitja auf ihrer damaligen Sibirien-Reise als Begleiter zur Seite gestanden und sich dabei in Lena verliebt.
Lena beginnt sich an diese Zeit zurückzuerinnern. Sie erinnert sich an Wolkows Nachstellungen, seine Bemühungen es allen Recht zu machen – aber auch daran, dass zu dieser Zeit mehrere junge Mädchen in der Gegend ermordet aufgefunden wurden. Dass Wolkow damit etwas zu tun hatte, scheint ihr unwahrscheinlich.
Als ein befreundeter Amerikaner sie als Dolmetscherin für eine geplante Forschungsreise in die Gegend engagieren möchte, sagt Lena spontan zu ....
So, hier nun mache ich mal Schluss mit der Inhaltsangabe.
Wie man vielleicht schon herauslesen kann, werden recht viele Personen eingeführt – aber auch hinlänglich dargestellt, so dass man sich diese gut merken und sie mit Leben füllen kann. So kommt es nicht zu Irritationen beim Lesen darüber, wer nun eigentlich wer ist.
Die Personen sind ausgezeichnet dargestellt. Interessant, echt, nachvollziehbar. Alltäglichkeiten unterstützen die realistische Darstellung der Personen mit ihren Gedanken und Gefühlen.
Die Szenerie ist gut und spannend gezeichnet. Typische russische Eigenarten wie z. B. die erwähnten „Killer“ werden erklärt. Langsam bekommt man ein Bild davon, wie schwer es ist jemandem zu trauen. Denn jeder ist in irgendwas verstrickt, hat vielleicht Dreck am Stecken. Gehört der Wagen, der gerade jemanden verfolgt zur Mafia, einem Killer oder ist es ein verdeckter Ermittler der Polizei? Jeder verfolgt und beobachtet hier jeden. Mit wem kann man offen reden und mit wem nicht? In dieser Atmosphäre spielt sich der Roman ab, was viel Spannung und Zittern mit sich bringt.
Die Personen und die Geschichte selbst sind psychologisch äußerst interessant aufgebaut und scheinbar gut recherchiert.
Daneben erfahren wir etwa über die Menschen in Russland, deren Probleme und Geschichte. Hauptsächlich aber über die aktuelle Zeit.
Das Buch bietet 450 Seiten intelligente und wundervoll inszenierte Spannung. Daneben zwei charaktervolle Frauenfiguren, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen und schätze, dass ich eine neue Lieblingsautorin gefunden habe.
Gerade im Genre Krimi/Thriller, welches ja doch zumeist von den Briten beherrscht wird, bietet dieses Buch – auch und gerade weil es in Osteuropa spielt – eine interessante Abwechslung.
Das Buch gibt es auch als Taschenbuch unter der ISBN-Nr.: 3746618843 . Es ist erschienen im Aufbau-Verlag und kostet 8,95 Euro. weiterlesen schließen -
Fast schon UNHEIMLICH gut! - "The Bone Collector!"
Pro:
Spannung, gute Story
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Inhalt des Berichts: „Der Knochenjäger“ [Thriller]
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***Einleitung***
Wie so oft in meinem Leben, schenkte mir meine Tante zu meinem Geburtstag wieder mal ein Buch – so ist es ja fast schon Tradition [siehe meine anderen Bücherberichte bei ciao!]! :-) Diesmal erzählte sie mir, dass sie sich extra in der Buchhandlung von einer fachkundigen Frau beraten lassen hat. Die nette Frau drückte ihr dann das Buch „Der Knochenjäger“ in die Hand, wenige Tage nach meinem Geburtstag begann ich es dann auch zu lesen...
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***Inhalt***
Der Ex-Detective Lincoln Rhyme hatte vor wenigen Jahren einen Arbeitsunfall und ist seit diesem Vorfall querschnittsgelähmt. Da er aufgrund der Lähmung nur seinen Kopf und einen Finger bewegen kann, braucht er für jede Kleinigkeit Hilfe von seinem Assistenten. Mit seinem Leben ist er todunglücklich, sein sehnlichster Wunsch ist der Tod mit Hilfe einer Sterbeorganisation.
Amelia Sachs, eine gewöhnliche Streifenpolizistin, macht einen grausamen Fund: sie findet zufällig eine – lebend begrabene – Männerleiche, deren Hand aus der Erde ragt. Ex-Detective Rhyme wird auf den Fall aufmerksam und er schöpft dadurch wieder neuen Lebensmut, endlich wieder eine Aufgabe für ihn. Sein Spezialgebiet war früher die Tatortarbeit. Diese kann er natürlich nicht mehr machen, sondern Fräulein Sachs macht das, wobei beide ständig in Funkkontakt miteinander stehen. Die junge Streifenpolizistin hat bisher überhaupt keine Erfahrung mit Tatortarbeit, doch Rhyme’s Wahl fiel eben deswegen auf sie, da er keinen Experten wollte, der ihm möglicherweise widerspricht oder seinen – manchmal merkwürdigen – Anweisungen nicht befolgt.
Der Killer hinterlässt an seinen Tatorten Hinweise, die zu seinem nächsten Tatort führen und somit spielt er regelrecht mit Rhyme und dem ganzem FBI. Wenn Rhyme die Hinweise schnell genug entschlüsselt, haben sie eine Chance die Opfer rechtzeitig zu finden [bevor sie z.B. von Ratten gefressen oder auf andere schreckliche Arten gefoltert werden]. Der querschnittsgelähmte Detective erstellt nach und nach ein Täterprofil und ihm schwant mit der Zeit böses – er muss den Täter kennen. Er kriegt nach einiger Zeit raus, dass das Vorbild des Serienkillers einer der schrecklichsten Mörder der amerikanischen Geschichte ist: James Schneider. Dieser war ein perverser Knochenfetischist, dem seine Opfer eigentlich egal sind, er will nur deren Knochen sehen bzw. fühlen.
Mehr möchte ich euch an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten, sonst würde das Lesen für euch ja langweilig werden!;-)
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***Autor***
Der Autor Jefferey Deaver ist ein Amerikaner. Er lebt und arbeitet derzeit abwechselnd in Washington D.C., New York und Kalifornien. Vor seiner Karriere als Autor, arbeitete Deaver als Folksänger und Rechtsanwalt.
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***Meine Meinung***
Das Buch ist wirklich sehr spannend geschrieben, ab Mitte des Buches kann man einfach nicht mehr aufhören zu lesen und so muss das bei einem guten Buch auch sein.
Der Schreibstil von Autor Deaver gefällt mir sehr gut, manches wird mir fast schon zu detailliert beschrieben!;) Man kann sich sehr gut in die Story hineinversetzen und fühlt mit den Charakteren mit. Sehr gut empfinde ich auch das „Hin- und Herspringen“ zwischen den verschiedenen Handlungssträngen. Bis zum Ende tappt man bezüglich des Täters und des Motivs im Dunkeln, doch dann wird einem schnell einiges klar. Alles erscheint logisch und viele Dinge klären sich erst am Ende des Buches.
Auf den letzten 6 Seiten des Buches steht einem ein kleines Lexikon zur Verfügung, in dem Fachbegriffe [vor allem die der Tatortarbeit] detailliert erklärt werden. Leider werden die erklärten Wörter im Text nicht gekennzeichnet, so dass ich das [durchaus] nützliche Lexikon erst nach dem Lesen des Thrillers entdeckt habe.
Kinder sollten das Buch lieber noch nicht lesen, da manche Stellen in dem Buch schon recht grausam und hart sind. Jugendliche im Alter von 14 oder 15 Jahren gefällt das Buch sicher ganz gut, doch auch als Erwachsener sollte man der Kriminalistik nicht abgeneigt sein.
___________
***Daten***
- Jeffery Deaver – „Der Knochenjäger“
- Genre: Thriller
- Seiten: 511
- ISBN 3442434599
- Verlag: Club Taschenbuch
- Preis: 8 €
__________
***Fazit***
Den Roman „Der Knochenjäger“ von Jeffery Deaver kann ich nur wärmstens empfehlen. Allerdings sollte der Leser nicht allzu zimperlich sein und auch mitreißende sowie spannende Thriller mögen. Das Buch kriegt von mir gute 4 Sterne und natürlich ein „Empfehlenswert“.
Greetz keule
PS: Danke fürs Zeit nehmen, Lesen, Bewerten und eure zahlreichen Kommentare!;-)
PSS: Bericht auch bei ciao und talk-on!;-) weiterlesen schließen -
Nomadentochter, Dirie Waris
Pro:
sehr ergreifend geschreiben
Kontra:
??????
Empfehlung:
Nein
Liebe Leserinnen und Leser!
~~~~~Vorwort~~~~~
Mein heutiger Bericht dreht sich um das Buch „Nomadentochter“ von Waris Dirie.
Bereits im Jahre 1998 brachte Waris Dirie ihr Buch „Wüstenblume“ auf den Markt. Schon nach kurzer Zeit wurde dieses Buch eines der meistgelesenen Biografien und wurde somit zu einem absoluten Besteller weltweit.
Das erste Buch von Waris Dirie habe ich bereits vor längerer Zeit gelesen und war absolut begeistert über die offene Art, den Schreibstil und dem Inhalt des Buches.
Als ich dann erfahren habe, dass es ein neues Buch von Waris Dirie gibt, habe ich es mir sofort bestellt und gelesen.
Wie auch von dem ersten Band, bin ich von diesem Buch absolut begeistert und möchte euch deshalb heute einmal etwas über das Buch erzählen.
~~~~~Inhalt~~~~~
Der Inhalt des Buches „Nomadentochter“ ist eine Fortsetzung des ersten Buches „Wüstenblume“. Wenn man bereits das erste Buch gelesen hat, wird das zweite Buch sicherlich eine gelungene Fortsetzung des Lebens von Waris Dirie darstellen. Aber auch die, die den ersten Band nicht gelesen haben, finden sehr schnell Anschluss und brauchen den ersten Band nicht extra zu lesen.
Das Buch „Wüstenblume“ beschreibt den Weg von Waris Dirie. Es beschreibt ihre Kindheit, ihren Lebensweg und die Flucht aus ihrem Heimatland Somalia.
Dies wird allerdings auch im zweiten Teil noch einmal kurz erwähnt.
Das Buch „Nomadentochter“ beginnt damit, dass Waris zusammen mit ihrem Sohn in New York lebt. Durch die Geburt ihres Sohnes steht die Karriere als Top-Model für Waris nun nicht mehr im Mittelpunkt.
Aber New York ist nicht die richtige Stadt für sie. Sie fühlt sich nicht richtig zu Hause, da das Leben und die ganze Kultur sehr viel anders ist, als ihre Heimat Somalia.
Sie will in ihre Heimat zurück.
Waris will die Wurzeln ihrer Herkunft erkunden und macht sich daher auf den Weg in ihre Heimat Somalia.
Dieser Weg ist leider um einiges schwerer, als sie gedacht hatte, da ihre Heimat von den ganzen Kriegen schwer zerstört wurde und zu einem der gefährlichsten Länder der Welt gehört.
Sie findet keinen Flug, der sie nach Somalia bringt und sie will schon fast aufgeben.
Dann aber wird sie früh morgens von ihrem Bruder, den sie allerdings noch nie gesehen hat, angerufen, der mittlerweile in den Niederlanden lebt und ebenfalls aus Somalia geflohen ist.
Er erzählt ihr von ihrer Familie und dann beschließen die beiden, zusammen nach Somalia zu fliegen um ihre Mutter und ihren Vater zu suchen.
Welche Qualen sie auf dem Weg nach Somalia alle durchstehen muss, möchte ich allerdings hier nicht alle beschreiben. Ich will ja schließlich nicht alles verraten.
In Somalia angekommen hat Waris nur eine Woche Zeit. Natürlich will sie diese Woche vollkommen ausnutzen um möglichst viele Familienangehörige wieder zu sehen.
Sie findet ihre Mutter, die sie über alles liebt und ihren Vater. Waris weiß, dass ihr Vater schuld daran ist, dass sie geflohen ist aber trotzdem ist dessen Anerkennung noch heute wichtig für sie.
Als sie noch ein Kind war, hat er verhindert, dass sie zur Schule gehen kann und er war es, der sie für ein paar Kamele verkaufen wollte.
Doch dieser Mann ist mittlerweile ein alter, kranker Mann, der fast blind ist und in einem Krankenhaus liegt.
20 Jahre nach ihrer Flucht trifft sie nun all ihre Familienangehörige und Freunde wieder. Das Wiedersehen ist bewegend. Waris wird von ihrem Volk mit offenen Armen aufgenommen. Aber sie merkt schnell, dass sich etwas verändert hat. Aber was hat sich verändert. Es war Krieg, Hungersnot und die Menschen haben gelitten. Aber das ist es nicht. Waris hat sich verändert.
Die westliche Kultur hat sie geprägt. Ihr fällt es schwer, sich wieder in diese Kultur einzuleben und sich der Traditionellen Rollenverteilung unterzuordnen, wie es von ihr erwartet wird.
Sie spürt, dass sie nie wieder in Somalia leben kann.
Ihre Welt hat sich zu sehr verändert. Für immer!
~~~~~Der Autor~~~~~
Waris Dirie wuchs in einer Nomadenfamilie in der somalischen Wüste auf.
Mit fünf Jahren musste sie die Qualen der Beschneidung über sich ergehen lassen.
Mit 14 Jahren floh Waris zu Verwandten nach Mogadischu. Mit ihren Verwandten ging sie dann nach London und arbeitete dann für 4 Jahre als Hausmädchen für ihren Onkel in London.
Mit 18 Jahren wurde Waris als Model entdeckt.
Zu dieser Zeit war es ihr noch nicht möglich über all das zu sprechen, was sie in ihrer Kindheit erlebt hat.
Doch auch Waris wurde älter und reifer und wusste, dass nicht nur sie diese Qualen durchstehen musste. Sie will andere Mädchen davor bewahren beschnitten zu werden und beschließt deshalt das Thema weibliche Beschneidung an die Öffentlichkeit zu bringen, indem sie ihr erstes Buch „Wüstenblume“ verfasst und veröffentlicht.
Durch dieses Buch machte Waris vielen Frauen Mut, sich gegen dieses Ritual zu wehren und sie gegen die Beschneidung auszusprechen.
Heute lebt Waris mit ihrem Sohn in New York, ist Top-Model und Sonderbotschafterin der UNO gegen die Beschneidung von Frauen, die immer noch in ca. 28 Ländern praktiziert wird.
Die Nomadin, die erst als Model Kariere machte wurde dadurch zur Anwälten von Millionen schweigender Opfer.
~~~~~Fazit~~~~
Das zweite Buch von Waris Dirie kostet bei Amazon.de 21,90€. Dieser Preis ist aber absolut gerechtfertigt.
Das Buch ist wirklich sehr emotional und offen geschrieben. Was mir beim lesen aufgefallen ist, ist, dass ich mir die Situation von Waris richtig vorstellen konnte. Ich konnte alles sehen, weil sie alles so genau beschrieben hat.
Obwohl ich noch nie in Somalia war, weiß ich, wie es dort aussieht und welche Sitten und Bräuche dort herrschen. Nur durch das lesen der zwei Bücher.
Man bekommt einen sehr guten Eindruck von ihrem Leben. Meiner Meinung nach ist diese Buch eine wirklich ergreifende Autobiografie von einer bewundernswerten Frau.
Das Buch hat 287 Seiten, die man allerdings sehr schnell gelesen hat, weil dieses Buch wirklich fesselnd ist und man immer weiter wissen will, was Waris in ihrer Heimat erlebt.
Ich kann also nur jedem empfehlen, sich dieses Buch zu kaufen oder auszuleihen. Es lohnt sich wirklich.
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Bericht etwas helfen und wünsche euch noch eine schönes Wochenende.
Bis zum nächsten mal,
Andrea weiterlesen schließen -
Die Kirche der Toten Mädchen von Stephen Dobyns
Pro:
liest sich gut
Kontra:
am Anfang etwas langweilig
Empfehlung:
Nein
Im Urlaub hatte ich mal wieder richtig Zeit einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen, nämlich lesen.
Der Autor
Stephen Dobyns lebt mit seiner Familie in Boston. Er unterrichtet Literatur am Warren Wilson College. Zahlreiche Romane und Lyrikbände wurden von ihm veröffentlicht. In Amerika ist er mit der Krimiserie um den Privatdetektiv Charlie Bradshaw bekannt geworden.
Das Buch
Das Buch ist beim Bertelsmannclub als Taschenbuchausgabe zum Preis von 7,60 Euro erschienen und verfügt über 462 Seiten.
Es handelt sich um einen Roman über drei junge Mädchen, die über längere Zeit verschwunden sind und deren Leichen dann nach und nach gefunden werden. Die Geschichte spielt sich im Staate New York und der Stadt Aurelius ab.
Beim Verschwinden des ersten Mädchens richtet sich der Verdacht der Einwohner zunächst auf einige Außenseiter der Stadt. Beim Verschwinden des zweiten Mädchens, nehmen Angst und Misstrauen zu und jeder verdächtigt jeden. Vom Chefredakteur bis hin zum Apotheker, auch der Biologielehrer – er wird dabei beobachtet, wie er mit einem Mädchen Plätzchen backt – alle stehen unter Verdacht. Einer von Ihnen, ein Perverser, der die Stadt mit seinen Taten in Atem hält – ist der Mörder.
Die Kleinstadt lebt in der ständigen Angst, einen wahnsinnigen Mörder in ihrer Mitte zu haben.
Mein Eindruck
Am Anfang benötigt man über ca. die ersten 100 Seiten etwas Geduld um sich in das Buch einzulesen. Lang und breit werden die einzelnen Charaktere von verschiedenen Menschen beschrieben.
Als der Autor jedoch dann dazu kommt, als das erste Mädchen verschwindet und man sich durch die vorherige Beschreibung eigene Gedanken machen kann, wer der Mörder sein könnte, wird das Buch dann doch noch recht spannend.
Am Ende steigert sich das Buch in dramatische Spannung, die von einem überraschenden Ende begleitet wird.
Fazit
Das Buch ist flüssig und inhaltlich nachvollziehbar geschrieben. Am Anfang würde man es zwar gerne wieder aus der Hand legen, aber es lohnt sich durchaus es bis zu Ende zu lesen. Durchaus meiner Meinung nach Wert sich das Taschenbuch zu besorgen, wenn man gerne Krimis o.ä. liest. weiterlesen schließen -
Charles Dickens - Oliver Twist (ab 10)
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
.
Die Helden meiner Kindheit heissen Pippi Langstrumpf, Tom Sawayer und Huckleberry Finn, die rote Zora und - Oliver Twist.
Ein Junge der soviel aushalten musste als Kind, was aber nichts ungewöhnliches zu schien in der Zeit, in welcher die Geschichte spielt, ich schätze mal 19. Jahrhundert, den geschrieben hat Charles Dickens das Buch im Jahre 1838.
Die Geschichte beginnt mit der Geburt Olivers, welche unter widrigen Umständen vonstatten ging, nicht zuletzt deswegen dass diese Geburt ihn auch gleich zum Waisen machte, seine Mutter starb nachdem sie das Neugeborene mit leichenblassen Lippen geküsst hatte.
Da seine Mutter ihn in einem Armenhaus zur Welt brachte wurde Oliver Twist ins Waisenhaus gebracht. Von dort ging seine Reise bald weiter zu einer Frau welche sich darauf spezialisiert hatte 20-30 Kinder bei sich aufzunehmen, das Kostgeld einzustreichen und die Kinder immer kurz vor dem Hungertod zu bewahren, obwohl das Geld ausgereicht hätte um die Kinder ausreichend zu ernähren. Oliver überlebte diese hinngebungsvole Aufzucht nur weil er ein kräftiges Bürschchen war. Als er 9 Jahre alt war kam der Gemeindediener um Oliver Twist mitzunehmen. Dieser war im übrigen auch für Olivers Vor -und Zunamen verantwortlich worauf er sehr stolz war. [....]" "Wie kommt es aber, daß er überhaupt einen Namen hat?" fragte Frau Mann. Der Gemeindediener warf sich in die Brust und entgegnete: "Den habe ich erfunden!" "Sie, Herr Bumble?" "Jawohl. Wir geben unsern Findlingen Namen nach dem Alphabet. Der letzte war ein S - ich taufte ihn Swubble. Dieser war ein T - ich benannte ihn Twist." "Sie sind ja ein wahrer Gelehrter, Herr Bumble." "Vielleicht", sagte der Gemeindediener geschmeichelt, "kann sein, Frau Mann. - Oliver ist nun zu alt für dieses Haus, der Vorstand hat beschlossen, ihn wieder zurückzunehmen,.und ich soll ihn abholen. Bringen Sie ihn mal her." "Ich werde ihn sofort holen", sagte Frau Mann und verließ das Zimmer. Oliver war inzwischen von dem Schmutz, der sein Gesicht und seine Hände bedeckte, so weit gereinigt worden, als es durch eine einmalige Wäsche geschehen konnte. An der Hand seiner wohlwollenden Beschützerin betrat er nun das Zimmer. "Mach einen Diener vor dem Herrn, Oliver", sagte Frau Mann. Oliver machte eine tiefe Verbeugung sowohl vor Herrn Bumble auf dem Stuhl, als auch vor dem Dreispitz auf dem Tische. "Willst du mit mir gehen, Oliver?" fragte Herr Bumble mit hoheitsvoller Stimme. Oliver wollte gerade sagen, daß er gern mit jedem fortgehen würde, als er bemerkte, daß ihm Frau Mann, die hinter den Stuhl des Gemeindedieners getreten war, mit wütender Miene die Faust zeigte. Er verstand diese Zeichensprache. "Wird sie auch mitgehen?" fragte der arme Junge. "Nein, aber sie wird dich hin und wieder besuchen", sagte Herr Bumble. Das war kein sonderlicher Trost für Oliver. Trotz seiner Jugend war er jedoch klug genug, sich so zu gehaben, als verließe er Frau Mann nur ungern. " [....](S 8).
Oliver Twist kam zurück ins Armenhaus wo er, für ebenso karges Brot wie schon die 9 Jahre zuvor, arbeiten musste. Als er es wagte den Koch nach einer weiteren Portion für einen Leidensgenossen zu fragen war man derart empört und von der kriminellen Neigung des Jungen überzeugt dass man beschloss ihn loszuwerden und demjenigen 5 Pfund bot der bereit war ihn mitzunehmen.
Oliver sollte einem Kaminkehrer übergeben werden der die 5 Pfund gut gebrachen konnte und überdies immer wieder unterernährte Jungen benötigte welche in die schmalen Kamine klettern mussten. Was diese Kinder in dem einen oder anderen Fall das Leben kostete durch Rauchvergiftung. Dieses Los blieb Oliver erspart, ein Friedensrichter der dem "Lehrbrief" hätte zustimmen müssen, verweigertete dies.
Also wurde Oliver wieder angeboten und landete beim Leichenbestatter wo er unterm Ladentisch schlief und zu essen bekam was der Hund übrig liess. Wie man sich denken kann war das Leben für Oliver wieder sehr schwer und geprägt von Lieblosigkeit und fehlender Fürsorge. Oliver läuft bald davon, nachdem er eine heftige Tracht Prügel bezogen hatte.
Oliver geht nach London und trifft dort Fagin. Dieser, ein Jude, ist das Oberhaupt einer Diebesbande, bestehend aus jugendlichen Taschendieben. Oliver begleitet seine neuen "Freunde" bei einer Diebestour und wird prompt geschnappt obwohl er sich an der Dieberei gar nicht beteiligt hatte, sein Pech war lediglich nicht schnell genug laufen zu können. Dies aber sollte sich zum Guten wenden, denn der bestohlene Herr nahm den kleinen mageren Jungen mit nach Hause und kümmerte sich liebevoll um ihn, das war das erste Mal in Olivers Leben dass es ihm gut ging. Nur leider war dies nicht von Dauer, Fagin wurde seiner wieder habhaft, entführte ihn und Oliver fand sich in der Gesellschaft von Gannoven und Betrügern wieder.
Oliver Twist musste noch manche Widrigkeit überstehen bis sich die Geschichte endlich zum Guten wendete. Und wie so oft in diesen Büchern, wo es um das Schicksal von Waisenkindern ging stellte sich auch in Olivers Fall heraus welcher Herkunft er war und das sein Platz keineswegs im Armenhaus gewesen wäre.
Diese Geschichte empfand ich als Kind unheimlich spannend und ich litt mit Oliver und zitterte mit ihm um sein Leben, schluchzte wenn er weinte und war letzendlich glücklich als sich alles zum Guten wendete. Und obwohl es aus heutiger Sicht ungeheuerlich ist was Oliver alles passierte und wie traurig sein Leben jahrelang war, so gut war ich als Kind offenbar imstande das zu verarbeiten, wahrscheinlich eben deswegen weil "das Gute" siegte, weil das Buch ein glückliches Ende hat. Vielleicht ist das das wichtigste bei einem Kinder- und Jugendbuch.
Immerhin wird der Lesestoff ab 10 Jahren empfohlen. Ob die Kinder heute an solchen Stoff noch gefallen finden kann ich nicht sagen.
Charles Dickens hat hier ein Buch geschrieben welches sich stark mit der Realität der damaligen Zeit auseinander setzt. Nachzuvollziehen wie es Kindern aus armen Verhältnissen ging ist sehr schwer, lässt sich vielleicht vergleichen mit der heutigen Situation von Kindern in der sogenannten dritten Welt. Wenn ich da an Strassenkinder denke in brasilien oder anderswo so ist deren Leben nicht so unterschiedlich von dem Oliver Twist's. Dies ist übrigens nicht der einzige Roman Dickens, welcher in diese Kerbe schlägt, David Copperfield ist ebenfalls eine geschichte um einen armen Jungen..... 16 jahre später geschrieben.
Es scheint als spiegelt sich Dickens' eigene harte Jugend in einigen seiner Büchern wieder. Zitat: "Dickens ist der trotz aller gelegentlichen Rührsamkeit königlichste englische Erzähler mit seinem gütigen Herzen und seiner prachtvollen Laune, von ihm müssen wir mindestens die Pichwickier und den Copperfield haben." (Bibliothek der Weltliteratur)".
Charles Dickens (1812 - 1870)
Mein Buch ist etwa 30 Jahre alt, arg zerfleddert und beinhaltet Zeichnungen, skizzenhafte Proträts der wichtigsten Personen und Begebenheiten. Ich denke nicht dass diese Ausgabe noch erhältlich ist: Tosa Verlag, Wien. Eine andere Ausgabe, neu aufgelegt 1997 vom Arena- Verlag, Würzburg, 204 Seiten kostet EUR 7,57. ISBN: 340104785X
Das Buch gibts auch online:
http://www.gutenberg.aol.de/dickens/oliver/twist.htm
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Normannin und Angelsachse - Handwerk im Mittelalter
22.08.2002, 12:21 Uhr von
bigmanu
Ein herzlicher Hallo an alle meine Leser!Ich heiße eigentlich Manuela, bin 39 Jahre alt und seit ...Pro:
schön illustriert, kindgerechte Texte, sehr informativ
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Heute möchte ich euch einem meiner Lieblingsbücher der Schriftstellerin Dinah Dean vorstellen. Es ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, und es hat mir so gut gefallen, das ich auch alle anderen Bücher gekauft habe, deren ich habhaft werden konnte.
Der Titel dieses Buches ist „Seide und Stein“, ich besitze die Taschenbuchausgabe. Bei amazon.de ist das Taschenbuch für 7,00 Euro unter der ISBN-Nr. 3548601766 käuflich zu erwerben. Mein Exemplar ist schön gestaltet und hat 507 Seiten.
Erzählt wird die Geschichte von Lady Elys, der Tochter einer normannischen Adelsfamilie. Sie entführt uns nach England ins 12.Jahrhundert, als dort ein Bürgerkrieg um die Thronfolge zwischen der Kaiserin Mathilde und König Stephen entbrannt war. Doch das ist nur Nebensache in diesem Roman, hauptsächlich geht es um Lady Elys und ihre Rebellion gegen ihre Familie.
Die Geschichte beginnt während einer Pilgerreise die Lady Elys zusammen mit ihrer Mutter nach Rom unternimmt. Begleitet werden sie vom Bruder, ihrer Mutter, Sir Richard. Dieser gehört dem Orden der Templer an und hat in Rom Geschäfte zu erledigen. Elys und ihre Mutter beten um die Benessung ihres Bruders Matthew, der mit dem sogenannten griechischen Feuer in Berührung gekommen ist, das sich jetzt immer weiter in seinen Fuß frisst. Da es zu dieser Zeit verboten war, Körperteile zu amputieren, stirbt er langsam an dieser Verletzung. Lady Elys und ihre Mutter ziehen deshalb von einem Schrein zum nächsten, um für seine Genesung zu beten.
Sehr zum Entsetzen von Elys hat ihre Mutter Gott gelobt, das sie und Elys nach der Genesung ihres Bruders in ein Kloster eintreten werden. Elys Schwester hält sich bereits als Nonne dort auf, und Elys Mitgift wurde bereits dem Kloster übergeben. Doch Elys weigert sich ins Kloster zu gehen. Ihr Wunsch ist es Ehefrau und Mutter zu sein, und nicht ihr Leben eingesperrt hinter Klostermauern zu verbringen.
Auf dem Rückweg von ihrer Wallfahrt nach Rom lernt sie den adeligen Ritter Fulk und den angelsächsischen Steinmetz Aylwin von Winchester kennen. Die beiden schließen sich ihrer Reisegruppe an, und Sir Fulk zeigt Interesse an Elys. Doch als er erfährt, das sie keine Mitgift erhält, endet sein Interesse schnell. Aylwin macht Elys Mut und gibt ihr den Rat, das sie mit Sticken ihren Lebensunterhalt verdienen könnte. Das wäre ein Ausweg aus ihrer Situation, da sie bei einer Weigerung ins Kloster zu gegen auf sich allein gestellt wäre.
Zurück in England trennt sich die Reisegruppe und Elys begibt sich mit ihrer Mutter nach Waltham. Dort hält sich ihr Bruder Matthew zusammen mit seinem Bruder Crispin, ein Priester, auf. Doch leider müssen sie feststellen, das ihre Gebete wieder nicht erhört wurden. Matthew geht es von Tag zu Tag schlechter, und es ist abzusehen, das er bald sterben wird. In Watlham trifft Elys auch Aylwin wieder. Dieser arbeitet als Steinmetz für Henry von Blois, den päpstlichen Gesandten von England und Bischof von Winchester. Aylwin hat den Auftrag ein neues Taufbecken für die Kirche von Waltham herzustellen. Genau wie vorher Elys wird er herzliche in Waltham aufgenommen.
Elys treibt derweil ihre Selbständigkeit voran, indem sie in der Verwaltung der Kirche vorspricht und dort einen Probeauftrag als Stickerin bekommt. Obwohl sie gegen den Willen ihrer Familie handelt und die Missbilligung ihrer Mutter und ihres Onkels spürt, lässt sie sich nicht von ihrem Plan abbringen. Der Gesundheitszustand ihres Bruders verschlechtert sich indessen so sehr, das mit seinem baldigen Tod zu rechnen ist. Deshalb treffen Elys Schwester, die Nonne, und ihr Onkel Sir Richard in Waltham ein. Doch durch ein Wunder wird Matthew gerettet. Es scheint das Jesus selber erschienen ist um ihm den kranken Fuß zu nehmen und die Gesundheit wieder zu geben. Doch Elys bemerkt, das Aylwin und ein jüdischer Zimmermann nicht ganz unschuldig an diesem Wunder sind. Doch sie schweigt, da Aylwin ihr die Strafe, die den jüdischen Zimmermann treffen würde, bewusst macht.
Nach der Genesung ihres Bruders macht sie Elys Mutter bereit, in das Kloster einzutreten. Es kommt nochmals zu einer Diskussion bezüglich Elys Weigerung, aber sie bleibt dabei. Außerdem ist Matthew auf ihrer Seite, und sie kann bei ihren Brüdern wohnen bleiben. Inzwischen hat sie auch ihre Stickkünste unter Beweis gestellt und bekommt weitere Aufträge von der Kirche. Außerdem wird deutlich, das Aylwin sehr an ihr interessiert ist, und auch Elys hegt mehr als freundschaftliche Gefühle für ihn. Er wissen möchte, wie es mit den beiden weiter geht, der sollte sich jetzt das Buch kaufen :o)))
Wie oben schon erwähnt, hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Hier spielen einmal nicht die Adeligen die Hauptrolle, sondern einfache Handwerker und Priester. Die Autorin beschreibt sehr genau und ausführlich, wie sich das Leben in der Gemeinde Walthams abspielt, man könnte glauben, sie wäre dabei gewesen. Zwar gibt es keine großen Ereignisse in diesem Roman, und auch die kleinen Probleme werden gleich gelöst, aber das hat mich nicht gestört. „Seide und Stein“ ist ein Buch, das mich immer beim Lesen in eine ruhige Stimmung versetzt und mich nach Beendigung der Lektüre heiter und gelassen zurück lässt.
Der geschichtliche Hintergrund ist sehr interessant, auch wenn er nur am Rande eine Rolle spielt. Doch sieht man hier gut, was ein Bürgerkrieg bei den einfachen Leuten so anrichten kann. Und Aylwin gerät auch noch zwischen die Fronten und wird gefangen genommen, weil er für einen wichtigen Mann, für Henry von Blois, den päpstlichen Gesandten von England und Bischof von Winchester, arbeitet. Dieser ist der Bruder des Königs Stephen, und deshalb wird Aylwin von Kaiserin Mathildes Leuten gefangen genommen, um ein Lösegeld zu erpressen. Dies scheint in dieser Zeit so üblich gewesen zu sein
Lady Elys ist eine sehr sympathische Figur, und auch Aylwin mochte ich von Anfang an. Alle Figuren sind liebevoll dargestellt, mit allen ihren kleinen Macken, das gefällt mir an einem guten Roman. So erfährt man viel über die Personen, und hat das Gefühl, sie wären real gewesen. Der Schreibstil von Denah Dean gefällt mir sehr gut. Er ist irgendwie liebevoll und läßt einen richtig mit den Figuren ihres Romanes mitfühlen.
Mein Fazit:
Wer sich entspannen will, und keine große Spannung erwartet, dem kann ich diesen Roman nur wärmstens weiterempfehlen. Mir hat er sehr gut gefallen, und ich habe ich schon einige Male gelesen. Gerade die genaue Beschreibung des täglichen Lebens von einfachen Leuten im Mittelalter hat mich fasziniert. Und dazu noch eine Liebesgeschichte und ein wenig Spannung, was will man mehr. Ich kann das Buch nur zu hundert Prozent weiterempfehlen und vergebe deshalb auch alle fünf Sterne.
Gruss von Eurer BigManu
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 14:20:02 mit dem Titel Darum gelingt es bei Manu immer ;o)))
Eines meiner Hobbys ist, manchmal zum Leidwesen meiner Figur, das Backen und Kochen. Außerdem sammle ich auch Koch- und Backbücher, um mir dort Anregungen und neue Ideen zu holen. Von Dr. Oetker besitze ich sehr viele verschiedene Back- und Kochbücher, und ein Ende ist noch nicht abzusehen :o)
Heute möchte ich euch einmal eines meiner älteren Backbücher vorstellen, ich habe es jetzt schon gut 4 Jahre lang. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich damals so um die 30,00 DM, also jetzt gut 15,00 Euro, für dieses Buch bezahlt. So weit ich weiß, ist es auch nicht mehr im Buchhandel erhältlich. Allerdings kann man es bei Interesse bestimmt irgendwo ersteigern. Man kann ja so gut wie alles irgendwo, meist bei eBay *ggg*, ersteigern. Das Buch heißt „Dr. Oetker – Backen mit Geling- Garantie und hat die ISBN-Nr. 3-8122-3726-1. Ich könnte mir gut vorstellen, das es irgendwann auch wieder neu aufgelegt wird.
Was mir an diesem Backbuch sehr gut gefällt, ist die Einteilung. Hier werden die verschiedenen Rezepte einmal nach Jahreszeiten geordnet. So gibt es die Kategorie „Backen im Frühling“, „Backen im Sommer“, „Backen im Herbst“ und „Backen im Winter“. Außerdem noch die Kategorien „Pikant Backen“ und zum Schluss noch einen Ratgeber. Das heißt natürlich nicht, das man die vorgeschlagenen Rezepte nur zu der bestimmten Jahreszeit backen kann. Aber die vorgeschlagenen Rezepte passen einfach gut, auch wegen der Zutaten (z. B. frisches Obst) in die jeweilige Jahreszeit.
Mit der Kategorie „Backen im Frühling“ fängt das Buch sinnigerweise an, wo auch sehr viele leckere Rezepte zu finden sind. Natürlich gibt es hier viele Rezepte mit Obst, wie zum Beispiel Obsttörtchen oder Windbeutel mit Ananas (sehr lecker *hmmm*). Aber auch ein Rezept für ein Osterlamm oder für italienische Quarkschnitten ist hier zu finden. Das Rezept für das Osterlamm habe ich schon mehrmals zu Ostern ausprobiert, es kommt bei den Kindern sehr gut an. Und so eine Form bekommt man ja auch in jedem besseren Haushaltswarenladen. Natürlich sind hier auch einige Erdbeerrezepte zu finden, und auch einige Rezepte für leckere Pralinen und Petits Fours. Mir persönlich gefällt hier am besten das Rezept für die Französische Schokoladentorte. Es ist zwar etwas aufwendiger, aber das Ergebnis ist so was von lecker, da nehme selbst ich oft noch ein zweites Stück.
In „Backen im Sommer“ ist dann wirklich in den meisten Rezepten Obst enthalten. Und es gibt wirklich eine große Auswahl an verschiedenen Obstsorten, mit denen man einen leckeren Kuchen oder eine leckere Torte zubereiten kann. Hier habe ich auch schon einiges ausprobiert, und am besten hat mir bisher die Himmelstorte geschmeckt. Diese Torte wird mit Johannisbeeren zubereitet, und es werden ganze 4 Böden dafür gebacken. Das ist zwar etwas aufwendiger, aber das Ergebnis ist diese Mühe auf jeden Fall wert. Aber auch solch ein Klassiker wie die Schwarzwälderkirschtorte ist hier zu finden. Wer einmal was besonderes ausprobieren möchte, der kann sich auch am Texanischem Erdnusskonfekt versuchen oder an den Ananas-Krokant-Pralinen. Auch die Fürst-Pückler-Eisschnitten kann ich nur empfehlen.
Da ich im Herbst Geburtstag habe, bin ich natürlich immer auf der Suche, nach leckeren Rezepten die zu dieser Jahreszeit passen. Im Herbst bietet sich da immer Apfelkuchen an. In diesem Backbuch habe ich schon einige leckere Rezepte dazu gefunden, wie zum Beispiel den Apfel-Mohn-Kuchen. Aber auch ein leckerer Zwetschkenkuchen mit Quark ist nur zu empfehlen. Auch im Herbst gibt es wieder leckere Rezepte für Pralinen oder Plätzchen. Recht dekorativ ist auch die Bismarckeiche, eine Biskuit-Rolle mit einer Schokoladenpudding-Füllung. Sehr sehr lecker, das muss ich schon sagen.
In der Kategorie „Backen im Winter“ gibt es natürlich einige Weihnachtsrezepte, aber nicht ausschließlich. Ausprobiert habe ich hier schon den Quarkstollen und den Apfelkuchen mit Pudding. Und auch die Schokoladentorte und die Muzenmandeln kann ich nur empfehlen. Es gibt hier auch einige leckere Rezepte für Plätzchen, die sicherlich nicht nur zu Weihnachten schmecken.
Ganz zum Schluss findet man dann unter der Kategorie „Pikant Backen“, einiges, was man auch gut seinen Gästen vorsetzten kann. Ob es die leckere Spinatpizza, das Speckbrot oder die Geflügelpizza ist, hier gibt es wirklich so einiges was sehr lecker schmeckt. Empfehlen möchte ich hier den Tomatenkuchen, der schmeckt nicht nur, wenn man Gäste erwartet. Auch kleine Snacks wie Teigtaschen sind hier zu finden. Oder die leckere Sauerkrautrolle, ich es bei uns im Winter auch oft mal zu Mittag gibt. Es gibt in dieser Kategorie auch einige Rezepte für ausgefallene Brotsorten oder Kleingebäck.
Ganz am Ende dieses Buchen gibt es dann noch einen Ratgeber. Hier gibt es Hinweise und Tipps zu den Mengenangaben, zu den Geräten die man beim Backen benutzen kann und auch zu den Mehltypen. Auch Hinweise, wie man zum Beispiel einen Hefezopf flicht, oder ein Hörnchen faltet fehlen hier nicht. Und es wird sogar gezeigt, wie man aus Marzipan eine Rose herstellt oder wie man Glasuren aufträgt. Es lohnt sich wirklich, sich diese Kategorie einmal genauer durchzulesen.
Ich habe jetzt schon einige Rezepte aus diesem Buch ausprobiert, und bisher sind sie auch alle gelungen und haben hervorragend geschmeckt. Die Rezepte sind sehr gut beschrieben, und es ist für jeden, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, etwas dabei. Die meisten Rezepte sind mit Bildern versehen, aber nicht alle. Aber auch ohne Bild ist es kein Problem, die Rezepte nachzubacken.
Schade das man dieses Backbuch nicht mehr im Laden kaufen kann, und es auch nicht mehr zu bestellen ist. Es wäre auch ein schönes Geschenk, zum Beispiel zum Einzug in eine eigene Wohnung oder für einen Backanfänger. So ein Buch ist meiner Meinung nach auch etwas zur Konfirmation. Es muss ja nicht immer das obligatorische Handtuch für die Aussteuer sein :o)
Mein Fazit:
Ich kann dieses Backbuch nur zu hundert Prozent an euch weiterempfehlen. Es bietet sehr viele gute Rezepte, die einfach nachzubacken sind, und meist auch recht schnell gehen. Aber auch die etwas aufwendigeren Rezepte sind zu nachzubacken und gelingen, mir jedenfalls, immer. Deshalb auch von mir alle fünf Sterne für dieses Backbuch. Bei Interesse kann man ja auch mal bei eBay vorbeischauen, vielleicht kann man es dort noch gebraucht erwerben.
Gruss von Eurer BigManu
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-22 10:21:30 mit dem Titel Wer macht muh, was macht mäh, wir wissen es ;o)))
Meine 2 1/2 Jahre alte Tochter Elaine ist ein richtiger Tierliebhaber. Sie interessiert sich für alles, was vier Beine hat, und spielt, nach ihren Puppen, am liebsten mit ihrem Bauernhof von Playmobil 123. Wir wohnen ja auf dem Lande, und so haben wir oft Gelegenheit, die Tiere auch aus der Nähe anzusehen. Leider kommen wir auch des öfteren in den „Genuss“ den Duft eines Bauernhofes zu schnuppern, weil wir von Wiesen und Feldern umgeben sind, und natürlich oft auch Mist oder Gülle gefahren wird.
Vor ein paar Wochen habe ich dann zufällig ein schönes Bilderbuch entdeckt, das ich meiner Tochter als Entschädigung dafür, das sie jetzt nachmittags alleine ist (mein Sohn geht seit August in den Kindergarten) gekauft habe. Sie war auch gleich begeistert, und wir sehen uns das Buch jetzt jeden Tag ein paar mal an.
Es handelt sich hier mal wieder um ein Buch aus der Wieso?Weshalb?Warum?-Reihe, die ich ja des öfteren hier schon beschrieben habe. Auch das Buch „Auf dem Bauernhof“ von Constanza Droop ist sehr schön geschrieben und illustriert, und es gefällt uns genau so gut, wie alle anderen Bücher aus dieser Reihe, die schon in den Regalen meiner Kinder stehen. Unter der ISBN-Nr.3473332704 ist es für 12,95 Euro in jeden Buchladen zu bestellen. Herausgegeben wurde es vom Ravensburger Buchverlag als Hardcoverausgabe, mit festen Seiten und in einer Ringbuchbindung. Genau wie alle anderen Bücher dieser Reihe hat es auch wieder Klappen zum öffnen, was bei den Kindern ganz besonders gut ankommt.
Gleich auf den ersten beiden Seiten erfahren wir erst einmal, wer den so alles auf einem Bauernhof lebt. Man sieht hier ein großes Bauernhofgebäude und ein paar Nebengebäude. Teilweise kann man hier die Türen als Klappen öffnen und entdeckt so den Kuhstall, den Heuboden oder die Garage mit dem Traktor. Besonders gut gefallen meiner Tochter mal wieder die Katzen, die sich auf dem Hof tummeln :o)
Die nächsten beiden Seiten sind dann den Kühen und der Milch gewidmet. Erst mal bekommen wir zu sehen, wo die Kühe leben, nämlich in ihrem Kuhstall. Wir sehen, sie sie gefüttert werden und wie sie schön bequem auf ihren scheinbar sauberen Stroh liegen. Das entspricht zwar nicht unbedingt der Wirklichkeit, sieht aber sehr schön aus. Meine Tochter war übrigens schon in einen echten Kuhstall hier im Dorf, und dort fand sie es, trotz der Fliegen, des Gestankes und der vielen Kühe, echt toll *ggg*. Auch wie die Kühe gemolken werden bekommt man in dem Buch zu sehen, und wie die Milch dann von einem Auto der Molkerei abgeholt wird. Es ist schön, das alles im Buch nachzulesen, wenn man es auch aus der Realität kennt.
Um Schweine und Schafe geht es dann auf den folgenden beiden Seiten, die auch sehr interessant sind. Meine Tochter fand die niedlichen Schweinchen unter der Rotlichtlampe so niedlich, und die sehen wirklich sehr süß aus. Ich persönlich halte mich nicht so gerne in einem Schweinestall auf, wir haben uns aber im Dorf ebenfalls schon einen angesehen. Etwas entrüstet war meine Tochter, als sie sehen musste, wie ein Schaf seiner Wolle beraubt wird. Das arme nackte Schaf hat ihr eindeutig leid getan.
Da wir alle sehr gerne Eier essen, war die nächste Seite echt interessant für uns, genau so wie die Seite, auf der die Werkstatt des Bauernhofes gezeigt wird. Man sieht hier einmal einen Hühnerstall mit freilaufenden Hühnern, und auch Hühner in Legebatterien. Wir essen übrigens nur Eier von nachweislich freilaufenden Hühnern. Die Oma meines Mannes versorgt uns mit Eiern, und diese Hühner haben ein rießiges Grundstück, um dort frei herum zu laufen. Das schmeckt und sieht man auch an den Eiern. Auch auf diesen Seiten gibt es wieder Klappen zum Öffnen, und man kann hier zum Beispiel das Innere eines Eies bestaunen, kurz bevor es ausschlüpft :o)
Die beiden folgenden Seiten, auf denen es um die Feldarbeit geht, findet meine Tochter dann noch nicht als so unterhaltsam. Es interessiert sie noch nicht, dafür aber unseren Sohn um so mehr. Man kann hier sehen, wie verschiedene Fahrzeuge verschiedene Felder bearbeiten, und erfährt auch gleich noch die Namen und die Funktionen der Fahrzeuge.
Auch die auf verschiedenen Getreidesorten, und die Erklärung, wie das Getreide geerntet wird, war mehr etwas für unseren 4jährigen Sohn. Meine Tochter findet es eher uninteressant, aber das Interesse wird mit Sicherheit noch kommen. Man kann auf diesen Seiten zum Beispiel sehen, wie Kartoffeln wachsen, und wie aus einem kleinen Samenkorn das Getreide wächst. Da bei uns rund um das Haus gerade geerntet wird, war vor allem die abgebildete Rundballenpresse für meinen Sohn von Interesse, vor allem da man sie aufklappen kann. So sieht man sehr schön, wie so ein Rundballen entsteht.
Auf den nächsten beiden Seiten erfahren wir dann, wie Viehfutter gemacht wird, und woher die Kartoffeln kommen. Kartoffeln sind ja das Lieblingsgemüse meiner Kinder, und so fanden wir diese Erklärung echt nützlich und lehrreich. Und wie Mais vom Maishecksler zerkleinert wird, haben wir natürlich auch schon oft in Natura bewundern können, genau so wie das mähen von Gras. Das ist einer der Vorteile, wenn man auf dem Lande wohnt.
Zum Abschluss des Buches sehen wir auf den letzten beiden Seiten eine große Übersicht, auf der gezeigt wird, was auf einem Bauernhof rund um das Jahr so zu tun ist. Das ist ebenfalls sehr schön dargestellt und hat mir persönlich sehr gut gefallen. Wir sehen hier die Tiere auf der Weide, die Erntezeit, das Pflügen, Eggen, Säen und Pflanzen, genau so wie die Buchhaltung, die im Winter erledigt wird. Ein gelungener Abschluss für ein sehr schönes Buch, wie ich finde.
Mir, genau wie meinen Kindern und auch meinem Mann, hat dieses Buch sehr gut gefallen. Man kann es den Kindern sehr schön am Abend vorlesen, sollte sich aber genügend Zeit dafür nehmen. Er fordert nämlich sehr viele Fragen heraus, und manchmal sitzen wir recht lange über diesem Buch, bis alle beantwortet sind. Die Bilder sind wieder mal sehr schön gezeichnet, und die Texte kindgerechte geschrieben aber informativ und nützlich. Ein Buch, das sich ein Kind immer wieder ansehen wird.
Meiner Meinung nach ist es auch sehr schön für Kinder geeignet, die in der Stadt wohnen und so gut wie nie einen Bauernhof in Natura zu sehen bekommen. So lernen auch Stadtkinder, wo das Essen herkommt, und wie es auf einem Bauernhof so zugeht. Ich finde das wichtig, den Kinder sollten wissen, das die Milch nicht einfach aus dem Laden kommt, sondern auch, wie sie produziert wird. Für uns Landeier ist dieses Buch eine gute Ergänzung für die Erfahrungen, die wir auf den nachbarlichen Höfen gemacht haben.
Mein Fazit:
Wieder einmal ein sehr gelungenes und informatives Buch aus dieser Reihe. Die Bilder sind sehr gut gelungen, auch wenn sie das Leben auf dem Bauernhof etwas beschönigen. Die Texte sind zum Vorlesen gut geeignet und für Kinder auch verständlich. Den Preis von 12,95 Euro empfinde ich für solch ein schönes Buch als nicht zu hoch. Deshalb auch von mir eine hundertprozentige Weiterempfehlung an euch, und natürlich alle fünf Sterne. Dieses Buch eignet sich mit Sicherheit auch gut als Geschenk, vielleicht zu Weihnachten oder Nikolaus? Ich kann es euch nur wärmstens ans Herz legen.
Gruss von Eurer BigManu weiterlesen schließen -
Danzer Georg; \
09.08.2002, 21:40 Uhr von
danisoel
Hallo! Was gibts über mich zu erzählen? Ich bin Kindergärtnerin und bin derzeit noch in Ausbil...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
TEXTINTERPRETATION
Georg Danzer: Eckige Kinder
Ich beschäftige mich heute mit dem Text „Eckige Kinder“ von Georg Danzer, welcher 1982 im „Liedermacher – Lesebuch“ erschienen ist. Das Buch, dessen Herausgeber Heinz Seger ist, wurde in Würzburg veröffentlicht, und beinhaltet Prosa, Cartoons und Lieder. Der Text ist eine Mischung zwischen Satire, Erzählung und Kurzgeschichte, und gehört der modernen Literaturepoche an.
Georg Danzer behandelt in „ Eckige Kinder“ die umfangreiche Thematik „Kinder unserer Zeit“. In der Form eines Vortrags, berichtet jemand, dessen Namen unbekannt ist, er hätte endlich eine optimale Lösung für die Probleme mit Kindern in unserer Gesellschaft gefunden Eckige Kinder, die nicht wie runde, ovale oder flache junge Menschen viel Platz benötigen, unkontrolliert wachsen und überall herunterfallen, sollten unsere Zukunft beherrschen.
Sie seien rationell, pflegeleicht, verpackungsfreundlich und vor allem anständig. Er meine, dass in letzter Zeit die Zahl der Kinder, die aufgrund ihrer Kurven und Krümmungen für Aufsässigkeit und Widerstand sorgen, wieder in erschreckende Weise gestiegen sei.
Kaum hat man ein „rundes Kind“ irgendwo hingelegt und sich für ein paar Sekunden umgedreht, fällt es auch schon aus der Rolle. Eckige Kinder seien eine unabdingbare Notwendigkeit, denn nur sie würden sich später einmal als „zackige Staatsbürger“ einordnen können.
Nur eckige Kinder, die man viel leichter stapeln könnte, wären ein Garant für eine bessere Zukunft.
Auf ironische Art und Weise versucht Georg Danzer die aktuelle Situation zwischen Erwachsenen und Kindern klar darzustellen. Viele Erwachsene kommen mit Kindern und Jugendlichen nicht zurecht, und würde sie gerne gegen pflegeleichte und sparsame Menschen umtauschen. Kinder die Respekt haben und nicht andauernd anecken und nerven, wären manchmal sicherlich angenehm.
Im Allgemeinen betrachtet, beinhaltet der Text kurze und leicht verständliche Sätze, die dem Leser in seinem Verständnis keine Probleme bereiten. Auch die Sprache weist auf keinerlei Auffälligkeiten hin. Eine Textstelle, die mir jedoch aufgefallen ist, möchte ich aber gerne erwähnen. Während man im gesamten Bericht das Kind als Tyrann und Unruhestifter beschreibt, wird einmal plötzlich erwähnt: „Kinder sind ja auch Menschen. Und außerdem: unser höchstes Gut!“ Diese Passage klingt sehr ironisch, und passt meiner Ansicht nach, nicht zum übrigen Text. Ansonsten wirft die Kurzgeschichte keine Probleme oder Fragen auf.
Der Vortrag „Eckige Kinder“ regt sehr zum Nachdenken an. In diesem Zusammenhang
versuche ich eine Interpretationshypothese des Textes aufzustellen. Wie schon oben erwähnt bearbeitet Georg Danzer die Beziehung zwischen Erwachsener und Kinder. Ein Kind zu haben ist sicherlich schön, aber ist auch mit großer Verantwortung verbunden. Außerdem sollte man auch wissen, dass Kinder einen Willen, eigene Einstellungen und Eigenschaften haben. Sie sind eine eigene Persönlichkeit, die man beachten sollte. Viele Eltern haben ihre eigene Vorstellung über eine „optimale Erziehung“, und rechnen nicht mit Problemen die im Laufe der Zeit auftauchen könnten.
Der Lösungsansatz, dass man alle Kinder in „eckige Staatsbürger“ verwandelt ist nicht in die Realität umsetzbar, darum sollte man sich einen anderen Ausweg suchen. Gegenseitige Akzeptanz, Verständnis und Aufmerksamkeit wären sicher eine gute Lösung um die Beziehungen zwischen Kinder und Erwachsenen zu verbessern.
Georg Danzer’s mögliche Aussage könnte sein, dass viele Eltern keine Geduld für ihre Kinder mehr haben, und sie am liebsten umtauschen würden. Auf spöttische Art und Weise repräsentiert Danzer auch alte Erziehungsziele und Werte. „Nur eckige Kinder ergeben später einmal zackige Staatsbürger!“ Vielleicht will er uns damit auch zeigen, dass viele Erwachsene eingeschränkte Sichtweisen haben, und die Individualität des Kindes oft vernachlässigen.
Die Schlussbemerkung, dass Kinder ein Garant für absolute Sicherheit bedeuten, ist auf reale und aktuelle Situationen zurückzuführen. Ich glaube, dass viele Menschen wollen das ihre Kinder in späteren Zeiten für sie sorgen.
Zum Text selber ist zu sagen, dass dieser aus relativ kurzen und leicht verständlichen Sätzen besteht. Sie führen zu keinerlei Schwierigkeiten. Es kommen keine konkreten Figuren oder Zeitangaben vor, die man beschreiben könnte. Nur die Tatsache, dass jemand einen Vortag hält, lässt annehmen, dass die Satire in einem Hörsaal oder Versammlungsraum gespielt wird.
Der Vortragende wird als - Erzähler dargestellt. Die einfache Wortwahl ist sehr gut ausgewählt, und erleichtert dem Leser den Text zu verstehen. Auch der Titel „Eckige Kinder“ ist passend. Er ist einfach und fasst die Kurzgeschichte in zwei Wörter zusammen.
Die persönliche Anrede „Meine Damen und Herrn!“, zu Beginn des Textes, macht den Leser neugierig und regt ihm zum Weiterlesen an. Georg Danzer erfasst den Bericht in Form eines Monologs. Es kommt kein Dialog oder Dialekt vor. Dennoch versucht man im Text immerwieder an Einstellungen der Erwachsenen anzuknüpfen. Somit fühlen sich Eltern, die diese Kurzgeschichte gelesen haben miteinbezogen, und können sich dessen Aussagen sicherlich teils anschließen.
Zum Abschluss möchte ich noch gerne meine persönliche Meinung zum Text „Eckige Kinder“ anführen. Ich finde, dass Georg Danzer sehr gut zeigt, dass sich Erwachsene und Kinder nicht immer perfekt verstehen müssen. Eckige Kinder wären für manche Eltern sicherlich eine Lösung, aber Gott sei Dank ist dieser Wunsch nicht in die Realität umsetzbar. Jeder Mensch sollte eine Einmaligkeit bleiben. Mir gefällt die Kurzgeschichte sehr gut, da mich manche Sätze wirklich zum Schmunzeln brachten.
817 Wörter weiterlesen schließen -
Denfeld, Rene: The New Victorians : A Young Woman\'s Challenge to the Old Feminist Order
02.08.2002, 10:25 Uhr von
xeniaII
Hallo.. ich lebe mit meinem 2,5 Jahre alten Sohn als alleinerziehende Mama im schönen Spandau (Be...Pro:
sehr interessant
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Im deutschen ist das Buch im Knauer Verlag unter dem Titel: Frech, Emanzipiert und Unwiderstehlich - Die Töchter des Feminismus, erschienen!
Rene Denfeld ist freie Publizistin. Ihre Artikel über neue Trends in der Frauenbewegung sind in allen großen Zeitschriften in den USA erschienen. Die Amateurboxerin lebt in Portland / Oregon.
Zum Inhalt:
Mit diesem Buch rechnet die Autorin mit der feministischen Theorie und Praxis ab und die Müttergeneration macht dabei keine gute Figur. Aber die Autorin will mehr: Es geht um Gleichberechtigung, darum, die eigenen Möglichkeiten beruflich wie privat leben und durchsetzten zu können. Mit diesem sehr realistischen, lebensnahen Ansatz wird die junge selbstbewußte Frauengeneration die festgefahrenen Beziehungen zwischen Mann und Frau aufbrechen.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der nicht so genau weiß, was die Frauenbewegung eigentlich bedeutet, bisher geleistet hat und leider auch, was mittlerweile aus ihr geworden ist.
Wer kann sich schon noch daran erinnern, daß erst 1973 die Abtreibung legalisiert wurde und es den langen Kampf zur Durchsetzung des ERA (Equal Rights Amendment; Verfassungszusatz zur rechtlichen Gleichstellung der Geschlechter) gab. Die Frauenbewegung hat viel für die Frauen erreicht, nicht nur in Amerika.
Leider zeigt das Buch aber auch sehr deutlich, daß von den einstigen Idealen nicht mehr viel übrig ist. Führende Persönlichkeiten sind abgedankt und die Bewegung hat eine Richtung eingeschlagen, die für den Großteil der Frauen nicht mehr mit ihren persönlichen Verhältnissen zu vereinbaren ist.
So ist z. B. Catharine MacKinnon (führende femminstische Rechtanwältin) der Meinung, daß es im Geschlechtsverkehr niemals ein Miteinander zwischen Frau und Mann geben kann und man um dies zu beweisen, sich nur einmal die Aussagen von Vergewaltigungsopfern ansehen muß. Andrea Dworkin (Aktivistin der Anti-Pornographie-Bewegung) ist der Meinung, daß jeder Geschlechtsverkehr eine Vergewaltigung ist und daß alle Männer potentielle Vergewaltiger sind. Die heutigen Feministinnen haben eine allumfassende Theorie geschaffen, daß die männliche Sexualität für alles Leid der Welt verantwortlich ist. Kurzum sie glauben, daß der heterosexuelle Geschlechtsverkehr - als ein von Natur aus in Besitz nehmender und unterdrückender Akt - die Wurzel aller Unterdrückung ist.
Studierende der Universität von Utah zum Beispiel erfahren in Einführungsseminaren zum Femminismus, daß es eine Schande sei, Sex zu genießen: „Selbsteintwertung wird auf grundlegende Weise verinnerlicht, wenn Frau selber die Gebumste (sorry für diese Ausdrucksweise, aber so wird es an der Uni gelehrt), die Schlampe, die Hure ist und sich dessen ohne die geringste Auflehnung rühmt. Weibliche Komplizenschaft hat dann nicht einmal mehr die Würde oder den Durchblick von Weltklasse-Frauenfeindlichkeit. Jawohl, wir befinden uns im 20. Jahrhundert und die Autorin ist die maßgebende Feministin Andrea Dworkin. Und wieder einmal wird behauptet, daß Frauen, die es wagen, Sex zu genießen, nicht weiter als mitschuldige Huren und Schlampen sind.
Der moderne Feminismus geht davon aus, daß eine Frau nur mit einer Frau glücklich werden kann, da Männer nichts weiter als minderwertige, moralisch verkrüppelte Bösewichte sind. Doch an der gegenwärtigen feministischen Darstellung von Männern und Frauen ist nichts neu oder radikal. Es ist lediglich das alte Lied, Männer seien schreckliche Dämonen mit nichts als Sex im Kopf, Frauen dagegen hilflose, züchtige, unschuldige und schutzbedürftige Wesen.
Eine neue erschreckende Richtung ist nicht nur die Tatsache, daß in der heutigen Frauenbewegung nur Lesben anerkannt werden, nein man betreibt nun auch noch Magische Rituale! Wobei ich dagegen nicht mal was habe, nur kann ich nicht nachvollziehen, was das mit den Rechten von Frauen zu tun hat.
Das Buch zeigt sehr deutlich, daß die meisten Frauen sich vom modernen Feminismus (d. h. die Organisationen, die glauben ihn zu vertreten) nur abgestoßen fühlen. Wir sind keine unschuldigen und hilflosen Wesen sicherlich haben wir kein Verständnis dafür, daß auf den Männern, die wir lieben nur rumgehackt wird. Wie wollen Sie auch einer Mutter begreiflich machen, daß ihr Sohn und auch Ihr Ehemann nichts weiter als Monster sind, die sie tagtäglich mißbrauchen.
Auch sind die führenden Organisationen mittlerweile schon der Meinung, daß schon der Pfiff auf der Straße eine Vergewaltigung ist. Also bei aller Liebe und Verständnis für die Frauenbewegung, irgendwann ist einfach mal Schluß. Am bedenklichsten finde ich jedoch, daß die Frauenbewegung nun dafür kämpft, daß Abtreibungen nicht mehr legal sind, weil eine Frau damit angeblich ihre ständige Verfügbarkeit für den Mann verbessert. Diesen Schwachsinn können aus meiner Sicht wirklich nur ein Haufen Lesben von sich geben, da sie in diese Situation wohl niemals kommen werden.
Ich denke, daß ich eine selbstbewußte Frau bin, aber unter diesen Umständen und den Maßgaben, die die Frauenbewegung heutzutage vorschreibt, würde ich mich schämen, mich als Feministin zu bezeichnen. Männer sind nicht besser und nicht schlechter als Frauen, wenn überhaupt sind sie anders, aber gerade das macht die ganze Sache ja auch so spannend.
Ich kann jedem nur raten, dieses Buch zu lesen. Man erfährt, welche guten Dinge von der Frauenbewegung in den früheren Zeiten durchgesetzt wurden und auch, zu welch einem schwachsinnigen Haufen von männerhassenden Lesben sie mittlerweile mutiert sind. Solange der moderne Feminismus sich dadurch auszeichnet, daß Männer diskriminiert und beschimpft werden (sie lassen sie ja nicht mal an ihren Sitzungen teilnehmen) ist er aus meiner Sicht für Frauen einfach uninteressant und man kann auch keine Veränderungen mehr zum Thema „Frauenrechte“ erwarten. Was eigentlich traurig ist, da sicherlich noch einiges getan werden könnte. weiterlesen schließen -
Dirie, Warris – „Wüstenblume“
29.07.2002, 14:01 Uhr von
Wurzelchen2
Meine Hobbies sind Lesen, Homepage, radeln, Fitness und Sonnenbaden. Ich tanze gern, interessiere...Pro:
man wird wachgerüttelt und weiß endlich was genau dahinter steht.
Kontra:
Sehr krausam beschrieben und somit nichts für zart beseitete.
Empfehlung:
Nein
Den Beitrag möchte ich mit dem Klappentext beginnen:
Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt. – ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten.
In „Wüstenblume“ bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte.
Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmlung, die täglich 6000 Mädchen erleiden müssen.
Dabei fängt ihr Leben so relativ unbeschwert an. Sie hat ihre Eltern und ihre Geschwister, erledigt ihre Aufgaben und fiebert ihrer Beschneidung entgegen. Niemand sagt ihr wirklich was da vor sich geht. Und sie muss die krausame Realität erst erfahren, als die Rasierklinge schon bei der Arbeit ist und es kein Zurück mehr gibt.
Die körperlichen Wunden verheilen, aber nicht die seelischen.
Dann soll sie verheiratet werden. Mit dieser Entscheidung ihres Vaters beginnt die Rebellin. Sie reist aus. Hofft auf ihren Onkel. Doch der versteht sie nicht. Also geht die Flucht weiter.
Als Dienstmädchen kann sie dann endlich das Land verlassen. Die Arbeit ist erträglich und verheiratet werden soll sie auch nicht.
Ihre Dienstzeit geht zu Ende und sie soll zurück nach Somalia. Durch eine List gelingt es ihr, dieses abzuwenden. Von nun an geht es bergauf. Und sie macht einiges durch.
Ich will nicht alles erzählen. Wer liest denn sonst das Buch noch. Schon allein der schlichte cover überzeugt von der Realität. Man sieht eine Samalie. Von ihr aber nur den Kopf. Darunter findet man den Namen der Autorin und den Titel des Buches.
Auch geschrieben ist es sehr einfach und gut lesbar. Man fühlt mit der Autorin, die gleichzeitig auch die Hauptperson ist. Man verschwindet förmlich in der Handlung und weint und lacht mit den Personen.
8 Euro sind nicht so unerschwinglich. Ein Grund mehr dieses Buch zu lesen. Und damit die Bestellung leichter wir, hier die ISBN: 3-426-61948-2.
Vielleicht kann man ja auch ihrem Aufruf am Ende des Buches folgen. Wobei man den genannten Organisationen auch betreten kann, statt nur eine Geldspende zu leisten. Auch ohne Geld kann man schon helfen. Klärt die Leute auf und kämpft auf eigenen Beinen gegen diese Krausamkeiten. weiterlesen schließen
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