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Tests und Erfahrungsberichte
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Fielding, Joy: Lauf, Jane Lauf!
5Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Buchinhalt
"An einem Nachmittag im Frühsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und vergaß, wer sie war..."
So beginnt der atemberaubende Psychothriller. Jane Whittaker findet sich auf der Straße wieder, das Kleid blutbefleckt und die Taschen voller Geld. Doch wie das alles passiert ist, weiß sie nicht, sie leidet an Amnesie. Man findet ihren Mann, der sie mit nach Hause nimmt und fürsorglich behandelt. Er erzählt ihr, dass ein Jahr zuvor Ihre Tochter in Ihren Armen bei einem Unfall gestorben ist und sie seitdem unter dem Verlust leidet.
Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen, denn ihr Mann hält sie unter starken Beruhigungsmitteln und hält Jane von Freunden fern. Jane versinkt in einer Traumwelt, aus der sie manchmal aufwacht und lichte Momente hat, doch bevor sie diese fassen kann, gibt ihr Mann ihr schon wieder Tabletten.
Doch in ihrem „Koma“ stellt sie alles in Frage und hinterfragt was wirklich passiert ist. Erinnerungsstücke tauchen auf, die mit der Geschichte ihres Mannes nicht übereinstimmen. Nach und nach wird die Wirkung der Tabletten schwächer und Jane stellt Nachforschungen an. Sie erkennt die Lüge, mit der sie bisher gelebt hat und entdeckt ein grausames Geheimnis.
Schriftstellerin
Seit frühester Kindheit wollte Joy Fielding Schriftstellerin werden, aber 2 Versuche zur Veröffentlichung von Kurzgeschichten scheiterten. Dennoch gab sie ihren Wunsch erst im Studium auf und versuchte sich als Schauspielerin. An der Universität Toronto arbeitete sie an verschiedenen Produktionen mit und spielte auch kleinere Rollen. Denn Sprung nach Hollywood schaffte sie jedoch nicht. Nach dem Studium entdeckte sie wieder ihre Liebe für das Schreiben und begann ihren ersten Roman.
Inzwischen ist Joy Fielding eine der begehrtesten Autorinnen der heutigen Zeit. Insgesamt brachte sie 9 Bücher auf den Markt, wovon „Lauf, Jane Lauf“ wohl das bekannteste Buch ist und der absolute Bestseller.
Heute lebt Joy Fieldíng zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern teils in Toronto und teils in Palm Beach.
Buchfazit
Als ich das Buch vor ein paar Jahren gelesen habe, konnte ich es nicht aus der Hand legen und es ist bis heute mein absolutes Lieblingsbuch. Ich habe noch keinen Autor erlebt, der so spannend und lebendig schreiben kann, wie Joy Fielding. Man kann sich während des Lesens richtig in die Hauptperson hineinversetzen, man sieht im Geiste, was diese sieht und denkt, was sie denkt. Man fiebert mit, man trauert mit und kann vor Spannung kaum essen.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Ich selbst habe es nun auch schon drei Mal gelesen. weiterlesen schließen -
wenn Hippies zu Erpressern werden
18.02.2003, 06:13 Uhr von
rider-of-apocalypse
ich hätet gerne einen Dodge, nen neuen Rechner, ein neues Notebook, eine Eigentumswohnung oder ei...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Nach dem ich nun alle Romane des Autors Philip Kerr gelesen habe (jedenfalls all jene, die als Taschenbuch erhältlich sind), musste ich nun eine Alternative suchen.
Dabei entschied ich mich für KEN FOLLETT, von dem ich bereits die Romane DIE SÄULEN DER ERDE (hervorragend) und DER DRITTE ZWILLING (gut) kannte und so kaufte ich den Roman DIE KINDER VON EDEN.
DER INHALT
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Seit den 60er Jahren lebt eine Hippie-Kommune in einem Tal in Kalifornien, die unter anderem aus Priest, dem inoffiziellen Oberhaupt der Kommune (und ehemalige Gangster-Größe), Star sowie Melanie (Seismologin, die erst vor kurzer Zeit aufgenommen wurde) besteht.
Doch nun soll das Tal einem Stausee, der zu einem Kernkraftwerk gehören soll weichen und der Kommune wird der Pachtvertrag für ihr Grundstück gekündigt.
Um dieses Grundstück behalten zu können, erdenken die Mitglieder einen abenteuerlich anmutenden Plan.
Priest nimmt einen Job bei einem Ölbohrungsunternehmen an und stielt dort einen seismologischen Vibrator. Diesen benötigt die Kommune, um den Staat Kalifornien mit der Androhung eines künstlich erzeugten Erdbebens zu erpressen. Um nicht sofort ins Visier der Ermittler zu geraten, fordert die Kommune einen Stop aller Kernkraftwerke.
Ein erstes Ultimatum verstreicht und die Kommune löst tatsächlich ein leichtes Erdbeben in einem unbewohnten Gebiet aus, worauf die Drohungen nun ernster genommen werden und das FBI in Gestalt der Agentin Judy Maddox die Ermittlungen auf.
Unterstützt wird Judy Maddox vom Seismologen Michael Quercus, dem Exmann des Kommunenmitglieds Melanie.
Durch dessen seismologischen Fachkenntnisse gelingt es dem FBI mögliche Orte für ein weiteres künstliches Erdbeben herauszufinden und als die Kommune ein zweites Erdbeben auslöst (dieses mal in einem dünn besiedelten Gebiet) gelingt es Judy Maddox fast, diese zu stellen.
Nachdem auch nach dem zweiten Erdbeben die Forderungen der Kommune nicht erfüllt werden, droht diese nun mit einem weitern Erdbeben mitten in San Francisco.
An dieser Stelle breche ich meine Darstellung des Inhalts ab, um nicht zu viel des Gesamten Inhalts zu verraten und so die Spannung beim Lesen zu zerstören.
ANMERKUNGEN ZUM INHALT
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So grotesk und unrealistisch der Plan der Kommune auch scheint, schafft es KEN FOLLETT dennoch, die gesamte Geschichte glaubhaft zu erzählen, wobei er sie durch gelegentliche seismologische Erläuterungen untermauert (in wie weit die Möglichkeit eines auf diese Weise erzeugten Erdbebens real ist, vermag ich selbstverständlich nicht zu sagen).
Darüber hinaus baut FOLLETT von der ersten Seite an gekonnt Spannung auf, die bis zum (recht dramatischen Ende) erhalten bleibt.
Hervorzuheben sind auch die präzisen Darstellungen der handelnden Personen, mit denen es KEN FOLLETT schafft, dass der Leser sowohl für die Kommunenmitglieder als auch für die FBI-Ermittler Symphatien zu entwickeln.
Unterschlägt man Prolog und Epilog, ist das Buch in drei Kapitel, die jeweils zeitliche Abfolgen (vier Wochen, sieben Tage, 48 Stunden) der jeweilig geplanten/ausgelösten Erdbeben darstellen – ein nicht ungeschicktes Stilmittel.
Zwar erreicht DIE KINDER VON EDEN nicht die Tiefe der Bücher Philip Kerrs, dennoch bietet der Roman durch die Kombination aus reizvoller Story und flüssigem, spannenden Stil hervorragende Unterhaltung, und dies über seinen gesamten Umfang von etwa 530 Seiten.
SONSTIGES
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DIE KINDER VON EDEN schrieb KEN FOLLETT im Jahre 1998, die deutsche Erstveröffentlichung datiert aus dem Jahre 1999.
Als Taschenbuch ist der Titel im Bastei-Verlag erschienen (ISBN 3-404-14535-6) und sollte nahezu überall im Buchhandel für 9,95 Euro erhältlich sein.
SCHLUSSWORTE
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Ich habe DIE KINDER VON EDEN von KEN FOLLETT sehr gerne (und innerhalb kürzester Zeit) gelesen, so dass ich das Buch hier uneingeschränkt empfehlen kann und mit SEHR GUT bewerte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-02 05:14:32 mit dem Titel wie beschafft man Uran ?
Nach SÄULEN DER ERDE, DER DRITTE ZWILLING und DIE KINDER VON EDEN kaufte ich mir nun ein weiteres Buch aus der Feder des mit dem Roman DIE NADEL bekannt gewordenen Autors KEN FOLLETT : DREIFACH.
DER INHALT
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1947
mehrere Studenten treffen sich zu einer Sherry-Party bei ihrem Professor. Zu den Gästen gehören unter anderem Nat Dickstein, David Rostov und Yasif Hassam.
1968
Nat Dickstein lebt in der Zwischenzeit in Israel und arbeitet als Agent für den Mossad. Da Ägypten kurz davor steht, eine Atombombe zu entwickeln bekommt er den Auftrag, mehrere 100 kg Uran zu stehlen.
Um diesen Auftrag auszuführen begibt er sich nach Europa, wo er die Aktion plant und durchzuführen beabsichtigt. Nat Dickstein beschließt, ein Schiff, auf dem Yellow Cake transportiert werden soll zu überfallen, wozu er unter anderem ein Schwesternschiff dieses Schiffes kauft, das er gegen das zu überfallende Schiff auszutauschen beabsichtigt.
In einem Hotel trifft er auf Yasif Hassam, der ihn wiedererkennt und der für die Feddajin arbeitet und auch der KGB in Gestalt des Oberst David Rostov ist ihm bereits auf der Spur.
David Rostov und Yasif Hassan arbeiten zwar gemeinsam, haben jedoch unterschiedliche Pläne mit Dickstein und dem gestohlenen Uran.
ANMERKUNGEN ZUM BUCH
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Meine Angabe des Inhalts mag zweifellos etwas kurz und unvollständig sein, eine exaktere Inhaltsangabe des vielschichtigen, aber immer nachvollziehbaren Thrillers würde meines Erachtens hier jedoch den Rahmen sprengen und auch auf eine Darstellung des Ausgangs der Geschichte verzichte ich bewusst.
KEN FOLLETT vermag es, mit seiner Rückblende dem Leser einen guten Überblick über die Hauptpersonen und ihre Hintergründe (bzw. deren Motivation) zu vermitteln, so dass der Einstieg in die eigentliche Story vereinfacht wird.
Diese erzählt er in seinem gewohnt spannenden und kurzweiligen Stil, so dass über die gesamte Länge des Buchs von etwa 460 Seiten nie Langeweile aufkommt. Orte Personen und Handlungen werden präzise beschrieben und die Geschichte wirkt zu keinem Zeitunkt unglaubwürdig oder unlogisch.
Neben Spannung mangelt es dem Buch auch nicht an Romantik, vielmehr verpackt FOLLETT in seinen Agententhriller auch eine (in sich zwar recht kurze, für das Buch aber nicht unwichtige) Romanze.
Die Handlung mag Fiktion sein, der Kern der Handlung (also der Urandiebstahl) ist jedoch (möglicherweise) Realität.
ALLGEMEINES
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KEN FOLLETT schrieb DREIFACH im Jahre1979 (zwei jahre nach Erscheinen eines Artikels im Londoner Daily Telegraph, der sich mit dem 9 Jahre zurückliegenden Verschwinden von 200 Tonnen Uranerz befasst).
Die deutsche Erstausgabe datiert aus dem Jahre 1980.
In der Zwischenzeit ist DREIFACH als Taschenbuch in der 26. Auflabe im Bastei Lübbe Verlag erhältlich (ISBN 3-404-10321-1) und kostet 7,45 Euro.
SCHLUSSWORTE
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Zwar gefielen mir die Titel DIE KINDER VON EDEN und DIE SÄULEN DER ERDE des gleichen Autors besser (inhaltlich vergleichbar sind diese Titel ohnehin nicht), dennoch bietet DREIFACH hervorragende Unterhaltung aus der Welt der geheimen Nachrichtendienste.
Ich kann DREIFACH von KEN FOLLETT hier uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-15 07:50:49 mit dem Titel ein Krimi aus der Welt der Kunst
Nachdem ich nun vier Bücher des Autoren KEN FOLLETT ( Die Säulen der Erde, Der dritte Zwilling, Dreifach, Die Kinder von Eden) gelesen hatte und mir diese insgesamt auch durchaus sehr gut gefallen haben (sieht man einmal von kleineren Schwächen bei „Der dritte Zwilling“ ab), kaufte ich nun einen weiteren Roman aus der Feder dieses Autoren, DER MODIGLIANI SKANDAL.
INHALT
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Die Kunstabsolventin Dee Sleign arbeitet an ihrer Doktorarbeit über Drogen und Kunst, als sie von einem bisher unbekannten Bild des italienischen Malers Modigliani erfährt, das dieser im Haschisch-Rausch gemalt habe soll.
Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten begibt sie sich nun nach Italien, um dieses Bild aufzuspüren.
Cardwell, Dees Onkel erfährt ebenfalls von dem potentiellen fund und engagiert einen Privatdetektiv, der dieses Bild ebenfalls finden soll und mit Julian Black, der sich nach seinem scheitern als Maler nun als Galerist versuchen will, ist eine weitere Person auf der Suche nach dem Bild.
Währenddessen fälschen zwei unbekannte Londoner Maler (Usher und Mitchell) Werke großer Maler, versehen diese mit ebenfalls gefälschten Echtheitszertifikaten und verkaufen sie an die wichtigsten Londoner Galeristen um diese (nachdem diese die Fälschungen bemerken) dazu zu zwingen, jungen Maler preiswert Ateliers und Ausstellungsmöglichkeiten zu bieten.
Auf eine Darstellung des Ausgangs der Geschichte verzichte ich hier, um potentiellen Interessenten nicht die Spannung nehmen.
ANMERKUNGEN
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Nachdem ich bereits mehrere Andere Romane KEN FOLLETTS gelesen habe, scheint mir DER MODIGLIANI SKANDAL eher untypisch für diesen Autoren, der in seinem Vorwort das Buch als gescheitertes Experiment bezeichnet.
Die einzelnen Handlungsstränge erzählt FOLLETT mehr in Episoden als in Form einer zusammenhängenden Geschichte, erst gegen Ende des Buches werden diese zu einem Gesamtwerk vereint. Dies mag anfangs noch verwirren, nach einigen Seiten stellt man jedoch fest, dass dieses Stilmittel sehr gut dazu beiträgt, sich an die Namen und Eigenschaften der zahlreichen agierenden Personen zu gewöhnen.
Mit DER MODIGLIANI SKANDAL schrieb FOLLETT nicht (wie sonst so häufig) einen Thriller (auch wenn das Buch auf dem Titel als ein solcher bezeichnet wird), sondern vielmehr einen Krimi, der aber dennoch sehr unterhaltsam geschrieben ist.
Mit der Londoner Kunstszene wählte FOLLETT einen interessanten Hintergrund und schafft es, dass der Leser für viele der handelnden Personen mit Ausnahme von Cardwell und Julian Black Sympathien entwickelt.
Auch in diesem Roman beschreibt FOLLETT Personen, Örtlichkeiten und Handlungen wieder sehr präzise und bleibt auch seinem gewohnten recht sachlichen Stil weitestgehend treu.
Auch wenn der Inhalt sicher Möglichkeiten für Interpretationen bietet, werde ich hier auf dergleichen verzichten, schließlich ist Ciao ein Meinungsforum und kein Sammelbecken für Hobby-Deutsch-LKler (auch wenn der ein oder andere hier sicher wieder anderer Meinung ist).
Insgesamt überzeugt DER MODIGLIANI SKANDAL weniger durch Anspruch, als durch hervorragende Unterhaltung der leichteren Art, die über den gesamten Umfang von etwa 270 Seiten geboten wird.
SONSTIGES
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Der im Jahre 1949 geborene KEN FOLLETT schrieb DER MODIGLIANI SKANDAL im Jahre 1976, womit das Buch seinen „Frühwerken“ zuzurechnen ist.
Die deutsche Erstausgabe datiert aus dem Jahre 1988, zur Zeit ist der Roman als Taschenbuch in der 15. Auflage (2001) im Bastei Verlag erhältlich und kostet 6,45 Euro.
Die ISBN Nr. lautet 3-404-11675-5.
SCHLUSSWORTE
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DER MODIGLIANI SKANDAL zählt meines Erachtens nicht zu den besten Romanen KEN FOLLETTS, bietet aber dennoch hervorragende Unterhaltung vor einem interessanten und etwas ungewohnten Hintergrund.
Ich spreche diesem Roman hier eine Empfehlung aus und urteile mit (noch) SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-18 05:19:12 mit dem Titel ein Tag in London
Die Wartezeit bis zum Erscheinen der Taschenbuchausgabe des aktuellen Romans aus der Feder Philip Kerrs (DER TAG X – in der Zwischenzeit erschienen) überbrückte ich mit einigen Romanen KEN FOLLETTS.
Einer der Romane, die ich gelesen habe war DIE SPUR DER FÜCHSE.
Um potentiellen Lesern nicht zu viel des Inhaltes zu verraten, stelle ich den Inhalt hier in zwei unterschiedlichen Varianten dar, so dass jeder selbst entscheiden kann, wie viel des Inhaltes er erfahren möchte.
KURZINHALT
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London, einige Tage nach dem Verkehr mit einer Prostituierten begeht der Abgeordnete Tim Fitzpeterson einen Selbstmordversuch, der jedoch scheitert. Nahezu zeitgleich überfallen „Angestellte“ der Londoner Unterweltgröße Tony Cox erfolgreich einen Geldtransporter und lagern das erbeutete Geld in einer Bank, an der der Geschäftsmann Felix Laski beteiligt ist. Dieser beabsichtigt, das in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Unternehmen des Derek Hamilton zu kaufen.
Ein Reporter einer Londoner Tageszeitung entdeckt Zusammenhänge, doch niemand scheint interessiert, diese abzudrucken.
INHALT
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Das Firmenimperium des Unternehmers Derek Hamilton ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und kann nur durch den Erhalt von Bohrrechten gerettet werden, über deren Vergabe unter anderem der Abgeordnete Tim Fitzpeterson entscheidet und auch in der Ehe Hamilton kriselt es, da dieser seine Frau zu Gunsten seiner Unternehmensgruppe vernachlässigt.
Der Geschäftsmann Felix Laski trifft ein Übereinkommen mit der Londoner Unterweltgröße Tony Cox, der eine Prostituierte auf Tim Fitzpeterson ansetzt um in Erfahrung zu bringen, an wen die Bohrrechte, die das Unternehmen Hamiltons retten könnten, vergeben werden, woraufhin Fitzpeterson einen erfolglosen Selbstmordversuch verübt.
Im Gegenzug erhält Tony Cox von Felix Laski Informationen über die Route eines Geldtransportes, den Cox auch erfolgreich überfällt.
Im Wissen, dass Hamilton die Bohrrechte erhalten wird, bemüht sich Laski, der mit Hamiltons Frau schläft, um die Übernahme des Unternehmens, doch kann er die erforderliche Summe mangels Bargeldreserven nicht aufbringen.
Beim Überfall auf den Geldtransport durch Tony Cox kommt es zu mehreren Toten und so benötigt Cox ein geeignetes Versteck für das erbeutete Geld. So gelangt das Geld auf eine Bank Laskis, so dass es Laski möglich wird den erforderlichen Betrag für die Übernahme des Unternehmens Hamiltons zu übernehmen.
Der Reporter einer Londoner Tageszeitung deckt die Zusammenhänge all dieser Vorgänge auf, doch niemand scheint an seiner Geschichte interessiert und so wird sie nie veröffentlicht – der Verlag gehört Laski.
ANMEKUNGEN
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KEN FOLLETT beginnt den Roman DIE SPUR DER FÜCHSE mit der Einführung der Personen und ihrer Hintergründe. Erst im weiteren Verlauf des Romans erkennt der Leser die Zusammenhänge zwischen den Personen und den Handlungen, bis letztendlich alle Handlungsstränge miteinander verknüpft sind.
Nicht zuletzt auch aufgrund FOLLETTS ausführlichem und leicht (und angenehm) zu lesenden Stils kann der Leser der vielschichtigen Handlung zu jedem Zeitpunkt problemlos folgen. Auch ermöglichen es die detaillierten Beschreibungen dem Leser, sich ein präzises Bild von den handelnden Personen zu machen, wobei die Verteilung der Sympathien nicht ganz einfach ist, da FOLLETT jedem Akteur auch sehr menschliche Züge verleiht.
Die Geschichte in sich schlüssig und logisch aufgebaut und so scheinen die geschilderten Zusammenhänge zwischen Unternehmertum, Verbrechen, Politik und Finanz auch auf die Realität durchaus übertragbar.
KEN FOLLETT erzählt die Story spannend und unterhaltsam, so dass der Roman auf keiner der nicht ganz 300 Seiten langweilt.
SONSTIGES
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Der 1949 in Wales geborene Journalist und Autor KEN FOLLETT schrieb DIE SPUR DER FÜCHSE im Jahre 1976 und veröffentlichte den Roman unter dem Pseudonym Zachary Stone.
Die deutsche Taschenbuchausgabe datiert aus dem Jahr 1996 und erschien in der Verlagsgruppe Lübbe (Bastei Lübbe). Seit dem letzten Jahr ist der Roman in der 8. Auflage erhältlich (ISBN 3-404-12585-1).
Der Roman sollte nahezu überall im Buchhandel erhältlich sein, wo das Taschenbuch 6,45 € kostet.
SCHLUSSWORTE
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Ich habe DIE SPUR DER FÜCHSE von KEN FOLLETT mit Begeisterung gelesen, so dass ich hier eine uneingeschränkte Empfehlung ausspreche und diese mit dem Urteil SEHR GUT verbinde.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-24 10:41:04 mit dem Titel Riders Bücher - Teil 1
Hin und wieder lohnt es sich, in den Kaufhäusern und Buchhandlungen auch die Tische mit den Mängelexemplaren von Taschenbüchern durchzusehen, wo ich durchaus schon das ein oder andere interessante Taschenbuch gefunden habe.
Ein Taschenbuch, das ich auf diese Weise entdeckte war DIE AKTE ODESSA von FREDERIK FORSYTH.
INHALT
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Deutschland im Jahre 1963.
Der in Hamburg lebende Journalist Peter Miller gerät durch Zufall an das Tagebuch eines Selbstmörders. Diesem entnimmt er, dass der jüdische Verfasser Salomon Tauber lange Zeit im KZ in Riga gelebt hat und das die Motivation für seinen Suizid darin lag, dass er den Kommandanten dieses KZ, Eduard Roschmann, vor kurzer Zeit lebend gesehen hat.
Sowohl aus persönlicher Betroffenheit, als auch aus journalistischer Neugier versuch Peter Miller nun seinerseits, Eduard Roschmann zu finden, wobei er jedoch kaum Unterstützung von Behörden oder Privatpersonen erhält und im Laufe seiner Nachforschungen gerät er gar in Lebensgefahr.
Schließlich erfährt er von einer Organisation namens ODESSA (Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ehemaligen SS-Angehörigen zu helfen und darüber hinaus Ägypten im Kampf gegen Israel zu unterstützen.
Mit Hilfe des israelischen Geheimdienstes gelingt es Peter Miller in der Identität als ehemaliger SS-Angehöriger im Range eines Unteroffiziers Mitglied der ODESSA zu werden.
Hier erfährt er, dass Eduard Roschmann mit einer neuen Identität als Inhaber einer Fabrik für Radiogeräte daran arbeitet, ein Fernlenksystem für Raketen zu entwickeln, mit dem Ägypten Israel vernichten will.
Durch einen Fälscher, der mit der ODESSA zusammenarbeitet, gelangt Peter Miller auch an eine Liste aller Angehörigen der ODESSA, die sowohl die ursprünglichen Name, als auch die neuen Identitäten enthält.
Auf eine weitergehende Darstellung des Inhalts verzichte ich an dieser Stelle, da ich interessierten Lesern nicht zu viel der Spannung nehmen möchte.
ANMERKUNGEN
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FREDERICK FORSYTH vermag es in DIE AKTE ODESSA Vorgänge, Personen und ähnliches ohne unnötige Ausschweifungen präzise darzustellen und die gesamte Geschichte glaubhaft zu vermitteln. Dabei bietet die Geschichte ein enormes Maß an Spannung, wirkt aber durchaus auch aufgrund ihrer Realitätsnähe und dem Bezug zu realen Personen und Ereignissen auch beklemmend.
Der Stil des Autors ermöglicht ein problemloses Zurechtfinden in der Story und ist angenehm zu lesen. Von der ersten Seite an bietet das Buch eine Spannung, die bis zur letzten Seite erhalten bleibt und mich dazu veranlaßte, den Roman in einer Etappe durchzulesen.
AUTOR
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FREDERICK FORSYTH wurde im Jahre 1938 in der Grafschaft Kent geboren und war nach Abschluß seiner Dienstzeit als Pilot der britischen Royal Air Force zunächst als Journalist tätig, bevor er 1965 Reporter der BBC und anschließend als freier Autor arbeitete.
Sein erster Roman DER SCHAKAL, dürfte wohl bis heute auch sein erfolgreichster, bzw. bekanntester Roman sein.
ALLGEMEINES
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DIE AKTE ODESSA wurde im Jahre 1972 erstveröffentlicht und ist heute als Taschenbuch im Piper Verlag erhältlich (ISBN 3-492-15522-7). Der Preis für das Taschenbuch lag zum Zeitpunkt, zu dem ich es kaufte bei 9,80 DM (2,95 DM als Mängelexemplar) und dürfte heute 6,65 € betragen.
Der Roman wurde bereits (recht gut) verfilmt und des öfteren auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.
SCHLUSSWORTE
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DIE AKTE ODESSA bietet über etwa 270 Seiten sowohl spannende, als auch beklemmende Unterhaltung, so dass ich diesen Roman hier uneingeschränkt empfehle und mit SEHR GUT bewerte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-16 06:23:05 mit dem Titel Verschwörungen, Goldreserven und Gedankenlesen
Wiedereinmal war es für mich an der Zeit, mir einige Bücher zu kaufen und so führte mich mein Weg unter anderem auch in die Bahnhofsbuchhandlung i n Düren, wo ich einen Roman mit dem Titel DAS CIA KOMPLOTT entdeckte (und auch kaufte), der von dem mir bis dato unbekannten Autoren JOSEPH FINDER geschrieben wurde.
INHALT
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Nach einer schweren Wirtschaftskrise droht ein nationalsozialistischer Politiker zum nächsten Bundeskanzler gewählt zu werden, doch als dieser einem Attentat zum Opfer fällt, wird der Christdemokrat Wilhelm Vogel zum neuen Regierungschef Deutschlands gewählt.
In der zerfallenden Sowjetunion bemühen sich ehemalige KGB-Offiziere nicht nur der Verfolgung durch die neue Regierung zu entziehen, sondern darüber hinaus auch Gelder des geheimen Nachrichtendienstes der KPdSU außer Landes zu schaffen.
In den USA kommt der CIA-Direktor Harrison Sinclair, der unter anderem auch gegen den so genannten „Rat der Weisen“, eine Gruppe von hohen CIA-Mitarbeitern, die große Summen Geld horten, ermittelt hatte, bei einem Autounfall ums Leben. Sein Schwiegersohn, Ben Ellison, war viele Jahre als Agent für die CIA tätig und arbeitet nun als Patentanwalt in einer örtlichen Anwaltskanzlei.
Da Harrison Sinclair verdächtigt wird, zu Lebzeiten gemeinsam mit dem ehemaligen Chef des KGB, Oberst Wladimir Orlow, Gold im Wert von mehreren Milliarden Dollar in seinen Besitz gebracht zu haben, tritt Alex Truslow, Harrison Sinclairs Nachfolger bei der CIA, an Ben Ellison heran und bittet ihn, wieder für die CIA zu arbeiten um das verschwundene Gold sowie Beweise für Harrison Sinclairs Unschuld zu finden.
Nach anfänglichem Zögern stimmt Ben Ellison zu und unterzieht sich zunächst einigen Untersuchungen und Tests. Dabei wird er auch mit einem modifizierten Kernspinntomographen behandelt, der dazu führt, dass er plötzlich in der Lage ist, die Gedanken anderer Menschen zu lesen.
Schnell erfährt Ben Ellison, dass sein Schwiegervater nicht bei einem Autounfall starb, sondern ermordet wurde, wobei der „Rat der Weisen“ als wahrscheinliche Täter in Frage kommen.
Im Rahmen seiner Nachforschungen trifft Ben Ellison auch mit Wladimir Orlow zusammen, der jedoch kurze Zeit später ebenfalls ermordet wird
Vorher erfährt er jedoch von einem Nummernkonto bei einer Schweizer Bank, bei der er das verschwundene Gold gelagert sei und da seine Frau die legitime Erbin von Harrison Sinclair ist, verschafft er sich auch Zugang zu diesem Konto. Allerdings können Ben Ellison und seine Frau nicht über das Gold verfügen, da es einen Mitinhaber des Nummernkontos gibt, der bei allen Transaktionen beteiligt werden muß.
Im Zuge seiner weiteren Ermittlungen erfährt Ben Ellison auch die wahren Pläne des neuen deutschen Bundeskanzlers Wilhelm Vogel, der gemeinsam mit dem Industriellen Schössel die Macht über Europa übernehmen will, wobei er diese mittels Mitteln der wirtschaftlichen Macht zu erreichen plant, während der mit Vogel kooperierende „Rat der Weisen“ die selben Ziele in den USA verfolgt.
Um diese Pläne zu realisieren, ist es jedoch zuvor notwendig, einen unbekannten Zeugen zu töten, der die Machenschaften des „Rat der Weisen“ vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuß offenlegen will.
Durch einige Fotos, die Ben Ellison und seine Frau finden, gelangen sie zu einer Hütte in Kanada, wo sie auf Harrison Sinclair treffen, der ihnen erklärt, er habe seinen Tod vorgetäuscht, da er mit Alex Truslow einem Mitglied des „Rat der Weisen“ vertraut hätte. Als Harrison Sinclair am nächsten Morgen plötzlich verschwunden ist, erkennen Ben Ellison und seine Frau, dass er der ominöse Zeuge ist, auf den ein Attentat geplant ist und so gilt es nun also, dieses Attentat zu verhindern.
ANMERKUNGEN
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Insgesamt hat JOSEPH FINDER die recht verworrene Story durchaus recht unterhaltsam und spannen erzählt und auch der recht ausführliche Stil (alle wichtigen Details, Begebenheiten und Personen werden sehr präzise dargestellt) ermöglichen es dem Leser, der Geschichte weitestgehend problemlos zu jedem Zeitpunkt zu folgen.
Allerdings ist auch die Geschichte um eine Verschwörergruppe innerhalb der CIA nicht unbedingt originell und der Aspekt des Gedankenlesens macht die Geschichte überflüssig unglaubwürdig und auch die geschilderten Verhältnisse in Deutschland (insbesondere die Ansiedlung in der Regierung) scheinen mir nicht wirklich glaubwürdig, wobei insbesondere ersteres auch für die Geschichte weitestgehend verzichtbar gewesen wäre.
Damit hat der Autor meines Erachtens die Chance verspielt, einen real wirkenden und vor allem glaubwürdigen Thriller um das Verschwinden von Teilen der russischen Goldreserven (und in der Realität sind scheinbar tatsächlich große Mengen Gold verschwunden) zu schreiben.
Auch wenn die Geschichte vergleichsweise vielschichtig ist, so schienen mir fast alle der Wendungen innerhalb der Geschichte ein wenig zu vorhersehbar und selbst das Finale der Story barg für mich keine wirkliche Überraschung.
Viele der Kapitel des Buches werden von Zeitungsartikeln eingeleitet, die beispielsweise die politischen Verhältnisse in Deutschland erläutern und auch die näheren Folgen des Ausgangs der Geschichte wird abschließend in Form von Zeitungsartikeln dargestellt.
ALLGEMEINES
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JOSEPH FINDER, der als freier Journalist für mehrere bekannte amerikanische Zeitungen arbeitet und als Spezialist für Politik und Geschichte der Sowjetunion gilt, schrieb DAS CIA KOMPLOTT unter dem Originaltitel EXTRAORDINARY POWERS im Jahre 1994.
Als Taschenbuch ist der Roman im Pavillon Verlag erschienen, der Preis für das etwa 600 Seiten umfassende Buch (ISBN 3-453-21301-7) beträgt preiswerte 4,00 €.
SCHLUSSWORTE
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Wie man aus meinen bisherigen Worten bereits schließen konnte, kann ich DAS CIA KOMPLOTT von JOSEPH FINDER hier nicht guten Gewissens empfehlen, da ich dem Roman einen Gewissen Unterhaltungswert nicht ganz absprechen kann und das Taschenbuch darüber hinaus auch recht preiswert ist, lautet mein Urteil hier MITTEL.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-18 05:13:49 mit dem Titel Großkonzerne & Naturkatastrophen
Wieder einmal war es für mich an der Zeit, einige Bücher zu kaufen und so erwarb ich neben anderen auch den Roman HEXENKESSEL von COLIN FORBES, auf den ich in erster Linie durch die Kurzinhaltsangabe auf der Rückseite des Buches aufmerksam wurde.
In der Zwischenzeit sind einige Tage vergangen und ich habe den Roman durchgelesen, so dass ich ihn heute hier vorstellen kann.
INHALT
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Der Belgier Vincent Bernard Moloch ging in die USA und gründete dort ein kleines aber erfolgreich laufendes Unternehmen, dass jedoch von seinen Konkurrenten mit unlauteren Mitteln schnell in den Bankrott getrieben wurde. Daraufhin gründete er erneut ein Unternehmen, dem er den Namen AMBECO gab und das in der Zwischenzeit ein weltweit operierender Multikonzern mit Hauptquartieren in den USA, England und im Nahen Osten geworden ist.
Ein derart mächtiger Konzern weckt allerdings auch das Mißtrauen den Nachrichtendienste und so ist auch ein Team des britischen SIS damit beschäftigt, Informationen über V.B. Moloch zu sammeln.
Im Rahmen dieser Ermittlungen stößt das Agententeam nicht nur auf rabiate Geschäftspraktiken und einige verschwundene Geliebte des Konzernchefs, sondern auch auf Hinweise, die die Agenten vermuten lässt, Moloch plane ein Erdbeben auszulösen, um so Rache an den Firmen zu nehmen, die ihn einst in den Bankrott trieben.
Die Hinweise auf diesen Plan verdichten sich immer mehr und als Moloch Vorbereitungen trifft, die USA zu verlassen, gerät das SIS-Team unter Zeitdruck.
Wie in (fast) allen meinen Beiträgen über Romane, so verzichte ich auch hier auf eine Offenlegung des Ausgangs der Geschichte und beschränke mich auf eine grobe Darstellung der Story.
Übrigens deckt sich meine Darstellung des Inhalts in keinster weise mit der, die auf dem Einband des Buches abgedruckt ist und die lediglich auf einen Nebenaspekt der Story hindeutet.
ANMERKUNGEN
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Obwohl COLIN FORBES seinen Roman mit dem auftauchen zweier identisch aussehneder Leichen beginnen lässt und die Hinweise auf die Beabsichtigte Auslösung eines Erdbebens nur sehr dezent andeutet und diesen auch lange Zeit nicht konkret nennt, erkannte ich die wirkliche Story bereits nach wenigen Seiten.
Der Grund dafür ist sehr einfach, denn die Idee eines solchen Erdbebens ist nicht neu und so fühlte ich mich schnell an den James Bond Film DER HAUCH DES TODES erinnert, dem COLIN FORBES nicht nur die Idee des künstlich erzeugten Erdbebens und der Aufdeckung durch britische Agenten entnahm, sondern auch mit Silicon Valley einen identischen Schauplatz wählte. Der Ausgang der Geschichte weicht dann aber doch stark von dem offensichtlichen Vorbild ab und konnte mich durchaus überraschen.
Obwohl ich einen derartigen „Ideendiebstahl“ schon fast als dreist empfinde, fühlte ich mich beim Lesen des Buches dennoch sehr gut unterhalten. COLIN FORBES schafft es, trotz der wenigen Überraschungen, die der Roman bietet, die Story seines Romans sehr spannend zu erzählen und sie dabei auch weitestgehend glaubwürdig erscheinen zu lassen. Dabei schreibt COLIN FORBES sehr detailliert und stellt Orte, Personen und Handlungen immer sehr präzise und ausführlich dar, ohne sich dabei jedoch in Nebensächlichkeiten zu verlieren oder gar zu langweilen.
So erschien mir HEXENKESSEL von der ersten Seite an als spannend und obwohl mir viele Begebenheiten als vorhersehbar erschienen, überraschte mich das Ende des Romans dann doch deutlich.
ALLGEMEINES
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Der in Hampstead (GB) geborene Autor COLIN FORBES schrieb den Roman HEXENKESSEL im Jahre 1997 unter dem Originaltitel THE CAULDRON, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahre 1999.
Zur Zeit ist HEXENKESSEL als Taschenbuch in der 6. Auflage aus dem Heyne Verlag erhältlich, wobei der Preis für den etwa 550 Seiten starken Roman (ISBN 3-453-21339-4) zur Zeit preiswerte 5,00 € beträgt.
SCHLUSSWORTE
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Mir hat der Roman HEXENKESSEL von COLIN FORBES trotz der starken Ähnlichkeiten mit dem besagten James Bond Film sehr gut gefallen und so kann ich hier auch guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen.
Mein Urteil lautet SEHR GUT ! weiterlesen schließen -
Fielding,Helen: Bridget Jones-Am Rande des Wahnsinns
07.02.2003, 18:30 Uhr von
StarlightII
+++ ... von der Messe erholt - nun geht die Uni wieder los ... +++Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Sind wir nicht alle einmal am Rande des Wahnsinns?!
Hallöchen liebe Leser!
Ich möchte euch heute ein weiteres Buch vorstellen, in diesem Fall Helen Fieldings „Bridget Jones- Am Rande des Wahnsinns“.
Wie ich zu dem Buch gekommen bin?! Es war ein Geschenk meiner Mutter zu meinem Geburtstag. Neugierig wagte ich erste Blicke auf meinen toll dekorierten Frühstückstisch und fand neben ganz vielen tollen Geschenken dieses Buch! Sofort las ich den Buchrücken, um mir ein Bild von der Story zu machen, die mir auf Anhieb gefiel. Da ich am Nachmittag mit Freunden ins Schwimmbad wollte, landete mein neues Buch gleich mit in meiner Tasche.
*Äußerliches*
Die Bridget Jones-Romane sind (Teil 1: Schokolade zum Frühstück – auch als Film sehr bekannt!)im Taschenbuchformat von 18,2*11,5 cm im Goldmann Verlag erhältlich. Das Cover ist die liebe Bridget, wie sie auf dem Bett (?) liegt, super gestylt und nachdenklich an ihrem Daumen nuckelt. Natürlich darf der scharfsinnige Blick nicht fehlen. Da der Buchumschlag sehr dünn ist, sieht das Buch sehr leicht etwas schmuddelig aus, da die Ecken leicht einklicken bzw. aufstauchen.
*Zur Geschichte*
Da dies die Fortsetzung von „Schokolade zum Frühstück“ ist, ist es ratsam, zuerst diesen Roman zu lesen, um die Verhältnisse besser zu verstehen. Allerdings hab ich auch zuerst Teil 2 gelesen. *g*
Bridget Jones hat es geschafft: Ihre Beziehung zu ihrem Traummann Mark Darcy hält bereits 4 Wochen und 5 Tage. Hinzu plant ihre sehr nervige Mutter einen längeren Urlaub im Ausland, sodass sie Bridget einige Zeit nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. – Welch Unglück für Bridget! Die Zukunft scheint nur gutes für Bridget zu bringen. Leider währt ihr Glück nur sehr kurz, denn erstens ist der Pass ihrer Mutter abgelaufen, und zweitens wird Mark von einer „Langbeinigen Schönheit“ namens Rebecca bezirzt, die keine Tricks und Mühen scheut. Allerdings scheint Bridget nun in ihrem Beruf endlich einmal mehr Erfolg zu haben: ein viel versprechendes Interview mit dem Schauspieler Colin Firth soll den Grundstein für eine Karriere als freie Journalistin bilden. Leider wird sie wieder vom Pech verfolgt, ein Handwerker verwandelt ihre Wohnung in ein Schlachtfeld und zu allem Übel verbreitet ihre Mutter auch noch Aufruhr in dem so gesitteten Familienleben. Ein geplanter Thailand-Aufenthalt wird zur vollkommenen Katastrophe. Bridget ist mehr denn je auf ihren „Krisenstab“, ihre Freundinnen Jude und Shazzer, angewiesen, sowie auf die Heilwirkung von Chardonnay und Zigaretten. Trotz der ganzen Missgeschicke lässt sich unsere Bridget nicht unterkriegen, ganz egal, wie sehr das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung macht.
*Über die Autorin*
Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren und lebt heute in London. 1997 erschien ihr Roman „Schokolade zum Frühstück“, in dem die Heldin Bridget Jones in originellen und urkomischen Tagebucheintragungen ihr chaotisches Single-Dasein schildert. Das Buch eroberte erst England im Sturm, bevor es sich zu einem weltweiten Beststeller und in der Verfilmung mit Renée Zellweger, Colin Firth und Hugh Grant auch zum Kultfilm entwickelte. Nie zuvor hatte jemand mit so viel Witz und Selbstironie die alltäglichen Nöte und Sorgen eines Singles beschrieben.
*Was macht das Buch so besonders*
Bei diesem Buch handelt es sich keinesfalls um eine erzählte Story, sondern um Tagebucheinträge der Bridget Jones. Jeder Abschnitt ist folglich mit Datum und teilweise die jeweiligen Abschnitte zeitlich unterteilt. Jedes neue Kapitel beginnt mit der Auflistung diverser Problemchen der Geplagten. Die Gewichtszunahme ist nachzuvollziehen, wobei sie auch den Grund nennt- es ist meistens der Alkohol.*g* Der Zigarettenkonsum wird notiert, ebenso die zu sich genommenen Kalorien. Anschließend folgt eine kurze Beschreibung ihrer Gefühlslage, verschwendete Gedanken bzw. mit auf Anrufe warten verbrachte Zeit und weitere wirklich lustige Informationen.
Ein Beispiel hierzu:
„58,5kg (warum ausgerechnet heute, am Bikinikauf-Tag?); wirre Gedanken wg. Daniel: viel zu viele; passende Bikini-Unterteile:1; passende Bikini-Oberteile:0,5; unartige Gedanken betr. Prinz William:22; „Prinz William uns seine bezaubernde Begleiterin Miss Bridget Jones in Ascot“ auf Zeitschrift Hello! Geschrieben: 7mal“
*Meine Meinung*
Ein tolles Geschenk hab ich da von meinen Eltern bekommen! Suchtfaktor dieses Buches ist sehr hoch, sodass ich 3 Nächte zum Durchlesen des Buchen nutzte, obwohl ich eigentlich schlafen sollte, damit ich in der Schule nicht immer so müde bin! *g*
Die Art, wie Helen Fielding ihren Roman verfasst, ist einfach klasse. Von Lachanfällen bis zu leichten Tränchen wurden meine Gefühle stark ausgereizt. Bridget Verhalten ist so schön nachvollziehbar und man entdeckt sich teilweise doch selbst in dieser Person. Wer war denn nicht schon mal in der Situation, dass wirklich alles schief läuft?! Ihre Liebebeziehungen zu den verschiedenen Männern werden so charmant und amüsant erzählt, dass es wahnsinnig Spaß macht, dieses Buch zu lesen. Der Roman ist leichte Kost und sehr für einen langweiligen Abend zu Hause oder als Lektüre für Zwischendurch geeignet. Ich habe schon lange nicht mehr so herzhaft über eine Story lachen können, wie bei „Am Rande des Wahnsinns“.
Es ist aber wirklich ratsam, Teil 1 zuerst zu lesen, da sonst die leichte „Spannung“ genommen wird, und einem der 1. Teil zu langatmig vorkommt. Teil 2 ist absolute spitze und nur weiterzuempfehlen!!
Viel Spaß beim Lesen, StarlightII o6.o2.2oo3 für yopi und ciao weiterlesen schließen -
Frey, Stephen: "Der Bonus" / Mit Speck fängt man Mäuse
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Langsam wurde es Zeit, dass ich in der Welt der Wirtschaftskrimis neben Michael Ridpath (u.a. „Tödliche Aktien“ u. „Der Spekulant“) auch mal die andere Schreiber-Größe, nämlich Stephen Frey, literarisch kennen lernte. Meine Wahl zum Einstieg fiel auf eben dieses Buch mit dem Originaltitel „The Insider“, das in die deutsche Fassung mit „Der Bonus“ übersetzt wurde.
Inhalt:
Jay West, 28, ein mittlerer Angestellter einer kleinen Bank in New York City schwebt auf Wolke Sieben. Grund dafür ist ein Angebot des großen Investmenthauses M&L (= McCarthy & Lloyd) für die er fortan arbeiten soll. Sein Einsatzgebiet ist im einem speziellen Segment des Aktienhandels, nämlich die Abteilung für potentielle Übernahmekandidaten (für Nicht-Insider: Firma A kauft Firma B – dieses gilt es rechtzeitig zu erkennen). Bei guter und solider Arbeit winkt ihm ein Bonus (neudeutsch: variabler Gehaltsteil) von einer Million Dollar. Klar, das $-Zeichen trübt den Blick und er steigt auch sofort ein, sehr zum Verdruss des Personalchefs und dem Boss der Firma. Aber Oliver Mason, Leiter dieses speziellen Handels-Desk ist sein großer Fürsprecher boxt seine Einstellung durch und stellt Jay unter seinen persönlichen Schutz.
In den nächsten Wochen tat Jay sein Bestes, aber ein „großer Wurf“ wollte ihm einfach nicht gelingen. Damit vergrößerte sich natürlich der Unmut der hohen Herren. Zudem wurde noch die attraktive Sally Lane eingestellt und er wusste nicht mehr, woran er war und sah in ihr in erster Linie eine Person, die ihn aus der Firma kegeln sollte. Um den Anschluss nicht zu verpassen, befolgte er brav die Anweisungen seines Fürsprechers. Und genau darin lauert die Falle.....
Denn was Jay nicht ahnt ist, dass M&L aufgrund ihrer immensen Erfolge im Aktienhandel ins Visier der Börsenaufsicht geraten ist. Bill McCarthy, oberster Boss des Unternehmens, hält wegen seiner erworbenen wirtschaftlichen Stellung Verbindungen zu höchsten Regierungskreisen in Washington. Einwandfrei steht fest, dass M&L sich nur deswegen so emporgearbeitet hat, weil die Firma verbotenerweise Insiderwissen für ihre Handelsentscheidungen nutzte. Gegen hohe Parteispenden lässt McCarthy sich auf einen Deal ein – er und seine Firma werden verschont, wenn ein „Opferlamm“ der Öffentlichkeit präsentiert wird. Diese Rolle scheint Jay durch seinen Gehorsam gegenüber der Vorgesetzten auf den Leib geschrieben zu sein.
Allerdings, so dumm ist Jay nun auch wieder nicht. Er ahnt was sich über ihn zusammenbraut und beginnt Beweise für seine Unschuld zu sammeln. Er erkennt, dass er niemanden mehr vertrauen kann und verstrickt sich mit seinen Recherchen immer tiefer in einen Sumpf von Machtmissbrauch und Korruption. Mysteriös ist auch eine Überweisung von M&L an ein Reisebüro in Boston über 5 Millionen Dollar. Er bekommt heraus, dass dieses Reisebüro ein Tarnunternehmen der IRA-Splittergruppe „Donegal Volunteers“ ist.
Und wie das jetzt alles zusammenpasst, welche Rolle Sally Lane spielt und ob Jay sich seiner kostbaren Haut erwehren kann, müsst Ihr aber bitte selbst nachlesen. Es lohnt sich wirklich.
Meinung:
Ich kenne die anderen Romane von Frey (noch) nicht – in diesem wird der Leser mit der Finanzwelt aber nur kurz, dafür heftig, in Berührung gebracht. Keine Sorge, Verständnisschwierigkeiten bei Unkundigen sollten nicht auftreten, denn Frey erklärt die Zusammenhänge wirklich gut. Ab und an sind im Manuskript Gedankensprünge, aber es formt sich alles perfekt zu einem spannenden Finale. Die Figur „Jay West“ kommt äußerst sympathisch rüber und als Leser leidet man schon etwas mit. Ausschmückende Handlungs- und Personenbeschreibungen lässt er zu Gunsten der Spannung weg, die auch durchgehend auf einem sehr hohen Level gehalten wird. Zudem kann diese Geschichte durchaus auch in der realen Welt spielen. Aufgrund diesen Tatsachen habe ich das Buch in einem Zug gelesen und bin am nächsten Morgen dementsprechend etwas zerknittert beim Frühstück erschienen.
Autor:
Informationen zu Stephen Frey sind rar gesät und widersprüchlich. Einige behaupten, dass er noch als Investmentbanker tätig ist, andere gehen davon aus, dass er diesen Beruf schon an den sprichwörtlichen Nagel gehangen hat. Zumindest weiß Frey ganz genau, worüber er schreibt. „Der Bonus“ ist sein insgesamt fünftes Werk und wurde im Original im Jahre 1999 veröffentlicht. Inzwischen sind zwei weitere Bücher von ihm erschienen.
Das Buch:
Als Taschenbuch hat der Ullstein-Verlag dieses Werk 2001 aufgelegt und ist mittlerweile in der 2. Auflage erhältlich (ISBN 3-548-25035-1). Das Lesevergnügen ist 396 Seiten stark und zum Preis von 7,45 Euro neuwertig zu erstehen.
Fazit:
Für das Lesevergnügen ist der Kaufpreis gut angelegtes Geld. Wer die Welt der Wirtschaftskrimis noch nicht kennt, ist (zumindest gilt das für dieses Buch) bei Stephen Frey gut aufgehoben. Für meinen Teil werde ich mich demnächst auch mal seine anderen Werke arbeiten, um zu sehen ob Er im „Dauertest“ wie sein Kollege Ridpath in seiner Leistung nachlässt.
Viele Grüße
denali weiterlesen schließen -
Melancholie
30.01.2003, 17:40 Uhr von
Anachronistin
Weltoffene Realistin mit gelegentlichen Tendenzen zum Negativdenken - was immer das bedeuten mag.Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Melancholie
An dieses Buch bin ich durch Zufall gelangt, als ich meinen Stammbuchladen besuchte.
Ich wurde auf „Melancholie“ zunächst durch die schöne Umschlaggestaltung aufmerksam, dann natürlich durch den Titel. Noch interessierter wurde ich, weil der Autor, Jon Fosse, aus Skandinavien stammt.
Hauptfigur des Romans ist Lars Hertervig, der in Hattarvâg in Norwegen geboren wurde, und der nun als Student an die Kunstakademie in Düsseldorf geschickt wurde. Aufgrund seiner herausragenden künstlerischen Begabungen erhielt er ein Stipendium, um das Studium der Landschaftsmalerei in Deutschland finanzieren zu können. Er stammt aus einfachen Verhältnissen, das heißt, dass seine Eltern ihm dieses Studium nicht hätten ermöglichen können.
Der Roman setzt an im Jahre 1853, als Lars Hertervig seit geraumer Zeit an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Zu Beginn wird beschrieben, wie aufgeregt Lars Hertervig ist, weil an diesem Tage zum ersten Mal sein Lehrer, Hans Gude, sein Bild beurteilen soll. Er ist hin- und hergerissen, ob er im Bett liegen bleiben sollte, oder ob er sich tatsächlich der Kritik seines Lehrers stellen soll. Deutlich wird hier seine starke Verunsicherung. An anderer Stelle denkt er darüber nach, dass er im Grunde einer der wenigen ist, die wirklich malen können. Mit gewissem Abscheu denkt er an jene, die nicht gut malen können, sich aber für gute Landschaftsmaler halten.
Lars Hertervig hat in Düsseldorf bei Frau Winckelmann ein Zimmer gemietet, um preiswert in der Nähe der Kunstakademie wohnen zu können. Frau Winckelmann ist Witwe und lebt mit ihrem Bruder, Herrn Winckelmann, und ihrer Tochter Helene in Düsseldorf. Helene ist 15 Jahre alt und begeistert den jungen Hertervig so sehr, dass er sich in sie verliebt. Auch Helene ist dem Maler gegenüber nicht abgeneigt.
Hertervig schwärmt nicht nur für das Mädchen, er vergöttert sie geradezu. Er möchte sie nur betrachten und ihr schönes langes Haar berühren. An einer körperlichen Beziehung zu ihr scheint er nicht interessiert zu sein.
Frau Winckelmann und ihrem Bruder ist die zarte Liebe zwischen Helene und Lars Hertervig ein Dorn im Auge. Herr Winckelmann schreitet zur Tat, indem er Lars Hertervig das Zimmer kündigt.
Hertervig will aber nicht mehr ohne Helene sein. Er akzeptiert zunächst einmal nicht, dass er nicht mehr im Hause der Winckelmanns wohnen darf. Zum ersten Mal besucht er den „Malkasten“, eine Kneipe, in der sich alle Maler treffen, um einfach zusammenzusitzen, sich zu unterhalten und ein Bier zu trinken.
Als er zurückkehrt zu seinem Zimmer bei den Winckelmanns findet er seine gepackten Koffer vor.
Sowohl den Winckelmanns als auch den Kommilitonen des Malers Lars Hertervig fällt sein eigenartiges Verhalten auf. Zeitweise ist er nicht ansprechbar oder reagiert seltsam auf ihre Versuche zur Kontaktaufnahme. Manchmal scheint er mit unsichtbaren Personen zu sprechen.
Der Roman macht mehrmalige Zeitsprünge. Nach Hertervigs Leben und Studium in Düsseldorf springt die Geschichte ins Jahr 1856 in die Irrenanstalt Gaustadt in Christiania. So, wie Hertervig hier geschildert wird, erscheint er in anderem Licht bezüglich seiner geliebten Helene bzw. gegenüber Frauen im Allgemeinen.
Das folgende Kapitel spielt im Jahre 1991, und erzählt von einem jungen Schriftsteller, der auf den Spuren von Lars Hertervig ist.
Im letzten Kapitel spielt der Roman im Jahre 1902 in Stavanger. Hier lebt die Schwester von Lars Hertervig, inzwischen eine alte Frau.
Der Roman „Melancholie“ ist, obwohl in einfacher Sprache gehalten, durchaus keine leichte Kost. Es fiel schwer, konzentriert der Handlung zu folgen, da über viele Seiten hinweg recht langatmig die Gedanken des Lars Hertervig beschrieben werden. Erst nach dem Zeitsprung ins Jahr 1856 ändert sich der Schreibstil des Autors merklich, das Leseerlebnis wird spannender.
Insgesamt betrachtet ist „Melancholie“ ein besonderer und stilvoller Roman.
Fosse, Jon (2002): Melancholie
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Preis: 9,90 €
ISBN: 3-499-23218-9
Die Anachronistin dankt für die Lesung.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-30 16:40:39 mit dem Titel Brief an ein nie geborenes Kind
Brief an ein nie geborenes Kind
Wie schon so oft sorgte der Zufall dafür, dass mir das Buch „Brief an ein nie geborenes Kind“ von Oriana Fallaci in die Hände kam. Ich sah in einer Zeitschrift eine Reklame, die für das genannte Buch warb. Ich war neugierig und auch hin und hergerissen. – Ich wusste, dass die Autorin in diesem Buch „Schwangerschaft“ aus verschiedenen Blickwinkeln thematisiert hatte. – Ich fürchtete eine allzu streng feministische Darstellungsweise a la „Männer sind feige Schweine“ oder ähnlich plakative Plumpheiten. – Ich war also voller Vorurteile.
„Brief an ein nie geborenes Kind“ stellt eine Frau als Ich-Erzählerin vor, die sehr schnell nach der Befruchtung bemerkt, dass sie schwanger ist. – Die Autorin lässt uns an allen Gefühlsregungen und Gedanken der Schwangeren teilhaben. Oriana Fallaci ist dabei weder rücksichtsvoll noch zimperlich. Der Leser nimmt Anteil an den Überlegungen der Hauptfigur, wenn sie voller Sachlichkeit das Pro und Kontra der Schwangerschaft und der nachfolgenden Mutterschaft abwägt.
Oriana Fallaci legt einen beeindruckenden Schreibstil an den Tag. Es gelingt ihr, stets sachlich und rational Worte zu wählen, die gleichzeitig gnadenlos ehrlich, aber auch ergreifend gefühlvoll sind. – Ich vermute allerdings, dass insbesondere weibliche Leserinnen sehr geteilter Meinung sein dürften, je nach dem, wie sie selbst jeweils zum Thema stehen.
Das Buch besteht quasi vorrangig aus einem „halben“ Dialog. (Dafür gibt es garantiert einen treffenderen Ausdruck, der mir jetzt nicht einfällt. Wer es also besser weiß, soll mich ruhig belehren!) Die zukünftige Mutter befindet sich stets im Zwiegespräch mit dem Ungeborenen. Sie spricht zu ihm direkt als „mein Kind“, erklärt die großen und die kleinsten Zusammenhänge der Welt. – Es erscheint ganz so, als müsse sie so zu dem ungeborenen Kind sprechen, um sich ihrer Gedanken und Empfindungen wegen zu rechtfertigen.
Die Schwangere ist von Gefühlen hin und hergerissen, mal voll Freude, dann wieder überwiegen die Ängste. Sie stellt sich ihrer Furcht vor der Verantwortung für ein eigenes Kind, ist dann wieder hoffnungsfroh und doch begleiten sie ständig Zweifel.
Der Kindsvater kommt zu Beginn nicht besonders gut weg. Im Laufe der Handlungen färbt sich sein Bild jedoch noch einmal anders.
Wie bereits der Titel des Buches verrät, wird dieses Kind nicht zur Welt kommen. Es stirbt im Bauch der Mutter und wird tot geboren. – Auch dieser Abschnitt wird sehr sachlich und , meines Erachtens, fast schon zu nüchtern abgehandelt. Wer an dieser Stelle tränentreibende Zeilen vermutet, wird erstaunt sein. Ich war dennoch erschüttert.
Oriana Fallaci hat tatsächlich nichts ausgelassen. Ihr ist mit diesem Buch ein besonderes Werk gelungen, das nicht nur Frauen zur Lektüre empfohlen sei.
Oriana Fallaci
Fischer Taschenbuch
Reihe: Die Frau in der Gesellschaft
ISBN 3-596-23706-8
Preis: € 7,90 weiterlesen schließen -
Max Frisch * Homo Faber *
29.01.2003, 21:03 Uhr von
Fantaghiro
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentlich ist für die Augen unsichtbar.Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
In der Schule haben wir vor kurzem Homo Faber gelesen . Zuerst war ich von dem Gedanken dies zu lesen nicht gerade begeistert und meine Schulkameraden , die es schon angefangen hatten zu lesen sagten nichts gutes voraus. Nichts desto trotz musste ich es ja lesen , um zu wissen worum es geht und die richtige Vorraussetzung für die Klausur über das Buch zu haben. Also setzte ich mich an einem Nachmittag ran um wenigstens den Anfang des Buches hinter mich zu bringen.
---INHALT---
Der Techniker Walter Faber , der aus der Schweiz stammt, fliegt mit dem Flugzeug von New York nach Südamerika. Im Flugzeug begegnet ihm ein Mann aus Deutschland, der in ziemlich auf die Nerven fällt , weil er viel redet. Als die Maschine dann in der Wüste notlanden muss , stellt sich heraus das der Mann aus dem Flugzeug der Bruder seines alten Freundes Johannes ist , den er seit vielen Jahren nicht gesehen hat. Er erfährt , das Johannes seine Jugendfreundin Hanna geheiratet hat . Sie aber mittlerweile getrennt leben.
Walter Faber denkt an die Vergangenheit Hanna hatte ein Kind von ihm erwartet , sie wollten heiraten , aber dazu ist es nie gekommen und das Kind wollte Hanna wegmachen lassen, denn es war kurz vorm Krieg und Hanna war Halbjüdin. Er trennt sich per Brief von seiner Freundin Ivy und beschließt nach langem hin und her mit dem Bruder seines Freundes , diesen im Urwald , wo dieser eine Tabakplantage hat zu besuchen. Sie finden Johannes tot vor , er hat sich erhängt.
Walter Faber ist ein Techniker und hat Frauen nur um seinen Spaß zu haben. Er heiratet grundsätzlich nicht und ihn interessiert Kunst und Kultur nicht. Um nach seiner Rückkehr nach New York Ivy nicht ertragen zu müssen fährt mit dem Schiff nach Europa , wo eine Tagung stattfindet. Dort lernt er Sabbeth kennen und mit dieser Begegnung ändert sich sein bisheriges Leben. Alles was bisher wichtig war wird unwichtig , er macht Sabbeth sogar einen Heiratsantrag , er liebt sie und macht nach der Schiffsreise eine Reise mit ihr durch Italien .
Erst zu spät erfährt er das Hanna die Mutter von Sabbeth ist und nun gerät er ins Grübeln ist Sabbeth seine Tochter ? Denn vom Alter würde es passen.......
So hier endet die Inhaltsangabe es soll sich ja noch lohnen es selber zu lesen.
---AUFBAU---
Das Buch Homo Faber ist ein Bericht . Faber berichtet von seinen Reisen angefangen mit dem Flug nach Südamerika , über die Schiffsreise , bis zum Ende in Griechenland. Das Buch ist in zwei Teile geteilt. Der erste geht bis zur Ankunft in Europa und der Reise bis Griechenland und der zweite beschreibt die Abläufe danach. Das Buch ist in der Ich Form geschrieben , denn Walter Faber erzählt seine Geschichte selber. Der zweite Teil ist wie ein Tagebuch geschrieben. Das Buch bleibt bei einer Zeit , allerdings gibt es Einschübe aus Fabers Vergangenheit.
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Nachdem ich also das Buch zu lesen begonnen hatte , wusste ich gar nicht warum die anderen so schlecht darüber gesprochen hatten. Mir gefiel das Buch , ich hätte es mir wahrscheinlich nicht gekauft , wenn ich es nicht für die schule gebraucht hätte aber es hat mir gefallen. Der Stil des Buches ist einfach geschrieben und man liest sich schnell ein , so dass man mir wenig Mühe das Buch durchlesen kann.
Teilweise ist es etwas verwirrend seine Gedankengängen zu folgen , aber mit der Zeit weiß man schon wie es gemeint ist . Am Anfang wird ein bisschen rumphilosophiert , was den Anfang nicht so einfach zu lesen macht , aber im weiteren Teil des Buches treten solche Schwierigkeiten nicht mehr auf. Der Schreibstil von Max Frisch ist nicht schwierig zu lesen .
---FAZIT---
Ich kann nicht direkt sagen das ich das Buch empfehlen würde aber ich würde keinem abraten es zu lesen.
Es ist mit knapp 200 Seiten kein dickes Buch und ist als Taschenbuch erhältlich. Der Zeitaufwand ist bei normalem Lesen auch nicht besonders hoch. Es lohnt ich das Buch zu lesen , aber es ist nicht ein Buch was ich freiwillig in meiner Freizeit lesen würde. Mir hat das Buch gefallen aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Es gibt auch eine Verfilmung zu dem Buch die meiner Meinung ganz ok ist aber von der Handlung des Buches etwas abweicht.
Am besten er entscheidet selber ob es euch interessiert oder nicht und wenn dann wünsche ich euch viel Spass beim selber lesen.
Gruß Fanta :o)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-28 19:03:09 mit dem Titel Allan Folsom "Des Teufels Kardinal"
Hallo,
heute habe ich mal wieder in meinem Schrank gekramt und bin auf ein Buch gestossen von dem ich euch unbedingt berichtne muss. Ich habe es vor einiger Zeit mal vom Nikolaus namens Mama geschenkt bekommen. Aufgrund des Titels war ich ein bißchen skeptisch , weil es sich sehr nach Kirche und Co. anhört, aber dennoch habe ich das Buch verschlungen und meine Skepsis schnell an acta gelegt. Denn trotz des Titels und auch des kirchlichen Themas hat es mir sehr gut gefallen. Doch lest selber meine Beurteilung zu diesem Buch:
***Inhalt***
Im Vatikan wird ein Kardinal erschossen , die Polizei ermittelt doch findet sie keine direkte Spuren. Ein paar Tage später hört Harry Addison , ein Anwalt aus Los Angeles, die angstvolle Stimme seines Bruders Daniel , der Priester im Vatikan ist , auf dem Anrufbeantworter. Er bittet Harry um Hilfe. Harry versucht vergebens ihn zu erreichen und einen Tag später ist Daniel tot. Harry bricht sofort nach Italien auf um die Sterblichen Übereste seines Bruders nach Hause zu holen.
In Rom erwartet ihn bereits die Polizei , die Daniel des Mordes an dem Kardinal bezichtigt und Harry der Mitwisserschaft.
Als Harry dann die Leiche seines Bruders sieht , weiß er sofort das das nicht Daniel ist , doch keiner glaubt ihm. Die Ermittlungen sollen soagr auf Drängen des Vatikans eingestellt werden.
So macht Harry sich auf eígene Faust auf die Suche nahc den Antworten zu den Rätseln. Wer ist der Tote? Und wo ist Daniel wenn er nicht tot ist , sollte er doch noch am Leben sein? Er fragt immer weiter nach und deckt dabei dunkele Machenschaften auf und ist auf der Flucht vor der Polizei.
Der ganze Fall wird immer geheimnisvoller und immer mehr Dinge gelangen ans Tageslicht , Dinge geschehen mit denen keiner gerechnet hat und die Situation spitzt sich zu.
Mehr soll hier auch nicht verraten werden und ich denke als Inhaltsangabe sollte das auch reichen.
***Meine Meinung***
Der Autor: Allan Folmson arbeitete als Drehbuchautor
bis ihm mit dem Roman "Übermorgen" ein
Bestseller gelungen ist. Seitdem schreibt
er Romane. Ins deutsche übersetzt hat den
Roman Wulf Bergner.
Des Teufels Kardinal ein Titel , der nicht jedem zusagen dürfte, und wenn man dann noch den Klappentext liest kann man leicht der Meinung sein hier geht es mir zuviel um Kirche und Papst und all sowas ne das ist nichts für mich. Auch ich war anfangs ein wenig skeptisch , da die Kirche nicht gerade mein Lieblingsthema für Romane ist. Doch dennoch habe ich mich rangemacht und begonne das Buch zu lesen und meine Meinúng änderte sich schlagartig. Schon nach wenigen Seiten war ich gefesslet von dem Buch und wollte wissen was hinter den Rätselhaften Dingen steckt.
Allan Folsom ist es gelungen einen Roman zu schreiben , der von Kirche und dem Papst handelt ohne aber die Leute abzuschrecken mit dem Thema , denn die eigentliche Geschichte ist so gut in die Kirchliche Umgebung eingabaut das man sich agr nicht direkt mit der Kirche in Verbindung fühlt , es ist soetwas wie eine Nebensache wie ein Flughafen ,wenn es um die Entführung eines Flugzeuges geht.
Das eigentliche Thema des Buches ist vielmehr die Beziehung der Brüder Harry und Daniel . Was steckt hinter der Botschaft auf dem Anrufbeantworter , wer ist der Tote ,wenn es nicht Daniel ist ? Lebt Daniel vielleicht doch noch? Fragen über Fragen die das eigentliche Thema des Buches formen.
Allan Folsom schreibt in 163 Kapiteln , einem Prolog und einem Epiulog auf 473 Seiten einen Roman der trotz eines nicht gerade beliebten Themas seine Leser fesselt und zum Detektiv werden läßt der selber harausfinden will was nun wirklich geschehen ist.
Man fiebert mit den Figuren und ist manchmal etwas verwirrt von den Ereignissen. Doch der Autor gibt Hilfestellung , da er die kapitel oft mit Ort , Datum und oder Uhrzeit überschreibt , um die Umstände klar werden zu lassen , da oft an mehreren Orten zur gleichen Zeit wichtige Dinge passieren.Zum besseren Verständniss ist auch eine Liste der wichtigsten Charaktere und ihrer Aufegaben beigefügt. Außerdem eien Karte des Vatikans die gegen Ende des Buches sehr nützlich ist. Der Schreibstil des Autors ist einfach zu durch schauen und das Lesen des Romans von daher nicht anstrengend , man sollte sich aber dennoch Zeit nehmen um die Zusammenhänge zu verstehen.
Meiner Meinung nach ist das ein sehr gelungenes Buch , was mir beim Lesen sehr viel Freude bereitet hat. Ein anderes Thema als das was ich sondt so lese , aber dennoch eine gute Bereicherung. Mich hat das Buch gefesselt und ich habe dem Ende entgegen gefiebert und mochte das Buch nicht aus der Hand legen und das ist immer schon ein gutes Zeichen dafür das mir ein Buch gefällt und das es auch an der nötigen Spannung oder Unterhaltsamkeit nicht fehlt.
Man sollte sich vom Thema nicht täuschen lassen , denn es ist mehr ein Roman als eine kirchliche Geschichte , die Kirche spielt nur eine entscheidende Nebenrolle. Man will keinen bekehren , es ist nur der Ort des Geschehens.
***Fazit***
Ich kann diese Buch nur weiter empfehlen und einen Lesegenuss garantieren. Ich denke die jenigen die meine Bisherigen Beiträge gelesen haben können mich ja einschätzen und somit meinen Geschmack einschätzen.
Einfach selber lesen und sich überzeugen , aber ich denke ihr werdet nicht enttäuscht sein. Ein super Buch was seinen Preis auf jeden Fall wert ist und sich eine Investition lohnt.
***Autor und Co.***
Allan Folsom
Des Teufels Kardinal
Blanvalet
ISBN 3-442-35379-3
Preis: ca. 8,45 € (16,90DM)
Danke fürs Lesen man liest sich :o)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-29 20:03:07 mit dem Titel Keine Schwesternliebe ohne Intrige...(Glücksspieler, Amelie Fried)
Hallo,
nun mit meinem Kakao gestärkt möchte ich euch wieder einen neuen Bericht zum lesen geben. Ich habe gesehen das es der erste Bericht der Kategorie ist und hoffe das er diesem Status auch gerecht wird. Aber bevor der Bericht nicht geschrieben ist kann das wohl niemand beurteilen. Also werde ich nun mal beginnen und euch nicht länger auf die Folter spannen. Hiermit wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen....
***Die Aufmachung***
Es ist ein Taschenbuch, der Deckel ist in hellblau gehalten. Eine bunte Lichterkette liegt in Herzform um den Namen der Autorin und den Titel. Die Autorin ist größer gedruckt als der Titel. der Titel dafür in Rot.
***Die Autorin***
Amelie Fried wurde 1958 geboren. Sie ist ein bekannte TV-Moderatorin(ich kann sie aber nicht einordnen*gg*).
Für ihre Arbeit als TV-Moderatorin hat sie Grimme-Preis, den Bambi und den Telestar Föderpreis gewonnen.
Für ihr erstes Kinderbuch "Hat Opa einen Anzug an?" gewann sie den Jugendliteraturpreis. Viele ihrer Werke wurden zu Bestsellern und wurden erfolgreich verfilmt. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie in einem Dorf bei München.
***Der Inhalt***
Monas Vater ist gestorben, doch kommt irgentwie keine Trauer auf. Auf der Beerdigung trifft sie auf ihre Schwester Kim, welche das totale Gegenteil von ihr ist.
Mona ist verheiratet und wohlhabend, sie lebt mit ihrem Mann in einer Villa. Sie haben einen Sohn , Tommy , der in England ins Internat geht. Mona kann den ganzen Tag tun und lassen was sie will da ihr Mann Manfred genug verdient.
Kim dagegen lebt in einer billigen Wohnung, hat Zwillinge, zwei Mädchen Lilli und Lola und arbeitet in einem Cafe am Flughafen wenn die Mädchen im Kindergarten sind. Der Vater der Kinder kümmert sich kaum um diese. Als Kindermädchen für die Miezen wie sie ihre Kinder nennt hat sie einen Nachbarn, der trinkt und meist zugekifft ist, aber zu den Miezen immer gut.
Nebenbei schläft Kim für Geld mit Männern, um über die Runden zu kommen. Dabei trifft sie Gregor, einen attraktiven Mann, der viel Geld zu haben scheint.
Eines Abends besucht er Kim und sie haben Spaß miteinander bis Grgor einen Schwächeanfall erleidet. Kim weiß sich nicht zu helfen und ruft in ihrer Not Mona ihre Schwester an,die wie immer sofort kommt. Mona hat angefangen Medizin zu studieren bevor sie Manfred heiratete.
Von Mona erfährt Kim das es Grgor von Ohlsen ist ein, der sehr reich ist. Daraufhin versucht Kim ihn bzw. seine Frau zu erpressen was ihr aber nicht gelingt.
Mona und Gregor kommen sich näher, nachdem sie erst nur per E-mail Kontakt haben, treffen sie sich später in einem Ferienhaus am See. Mona blüht dabei so richtig auf. Gregor der von seiner Frau abhängig ist was das Geld angeht beschließt eine Entführung vorzutäuschen und somit unabhängig von seiner Frau zu sein und damit die Beziehung zu ihr zu retten.
Mona ist seine Komplizin und Kim, die durch Zufall etwas mitbekommen hat.
Alle sind angespannt, ob die Entführung auffliegt? Sie sind gereizt und dadurch treten Spannungen auf. Auch weil Kim es nicht lassen kann, obwohl sie von Monas Affäre zu Grgor weiß, mit diesem zu schlafen. Und wer beobachtet Kim heimlich....?
Mehr soll nun nicht verraten werden, denn es soll sich ja noch lohnen das Buch selber zu lesen.
***Meine Meinung***
Nun wieder ein neues Buch was mir zum Opfer gefallen ist und von mir nun kritisch bewertet werden soll, aber wie fast immer habe ich auch zu diesem Buch nur positives zu sagen. Ich weiß nicht wie die Leute es machen die mir Bücher schenken, aber sie greifen fast immer zu den richtigen, dieses war ein Geschenk meiner Patentante. Aber nun mal zu meiner eigentlichen Meinung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es schildert die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und immer wieder in Streitigkeiten kommen. Dann sind sie auch noch hinter demselben Mann her, was das Verhältnis nicht gerade verbessert. So kommt es das viel Humor in die Geschichte kommt. Doch neben diesem wird auch Spannung aufgebaut und jede Menge Intrigen spielen eine Rolle. Man kann am Anfang nicht sagen wie die Geschichte wohl enden wird, denn man denkt manchmal nun ist alles geklärt, aber schon wird man in neue Dinge verwickelt und neue Probleme wollen gelöst werden. Leidenschaft und kühle Berechnung stehen in Zusammenhang und führen in Situationen die man so nicht geahnt hätte. Und wenn man glaubt das Glück zu haben rutscht es einem durch die Finger.
Eine interessante Geschichte, die meiner Meinung nach sehr realitätsnah ist. Da sie in Bezug auf die Schwestern eine Rivalität darstellt die wirklich gegeben sein könnte.
Das Buch hat eine fesselnde Art und man legt es ungern aus der Hand, nur wenn es wirklich sein muß. Ein Zusammenspiel aus Krimi und Psycholgie, was aber sicherlich nicht abschrecken soll, denn man merkt es kaum da man in der Geschichte versinkt. Die Geschichte an sich macht Sprünge, da über die einzelnen Personen immer in neuen Abschnitten berichtet wird. So kommt es zu einer Übersichtlichkeit in der sonst teilweise konfusen Geschichte. Zu dem gibt es auch Kapitel, die aber nicht nummeriert sind.
Ein sehr schöner Roman, der mir viel Spaß gemacht hat. Ich habe ihn gerne gelesen. Die Autorin kannte ich vorher nicht, schließe es aber nicht aus weiteres von dieser lesen zu wollen, da mir die Art des Schreibens durchaus gefällt. Er ist leicht lesbar und von daher überalle lesbar.
***Fazit***
Ein schöner Roman ,der eine Menge Spass bringt und verschiedene Aspekte anspricht. So,dass er viele verschiedene Menschen anspricht. Ich kann diesen Roman durchaus nur jedem empfehlen, da er wirklich gut ist.
***weiter Romane der Autorin***
Traumfrau mit Nebenwirkungen,Am Anfang war der Seitensprung (01/10996)
Der Mann von Nebenan (01/13194)
Geheime Leidenschaften (01/13361)
***Autor&Co.***
Autor: Amelie Fried
Titel: Glücksspieler
Verlag: Heyne
ISBN 3-453-86414-X
Best.-Nr. 01/13657
Preis: 8,95 €
Seitenzahl: 383
Danke fürs Lesen und Bewerten. Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare. Gruß Fantaghiro :o)>. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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schnekuesschen, 09.04.2006, 14:40 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Der Bericht ist einfach sh.... LG Sandy :-))))
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Gefährliche Welt der Erinnerung
06.01.2003, 20:59 Uhr von
Volker111
Leben und leben lassen! Musik, Literatur und Lebensfreude ist es, was ich liebe. Engagiere mich h...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Der Glaspavillon Nicci French (1997 Memory Game)
::::::::Vorbemerkungen::::::::::
Da mir mein erstes Buch von Nicci French, Höhenangst, so ausgezeichnet gefallen hatte, suchte und fand ich weitere Romane der Schriftstellerin. Dabei stieß ich auch auf ihr Erstlingswerk 'Der Glaspavillon' und auf den Roman 'Ein sicheres Haus', welches ich als vorläufig letztes der Nicci French Reihe besprechen werde.
Schade, dass treffende Originaltitel der englischen Ausgaben so selten angemessen wenigstens sinngemäß ins Deutsche übertragen werden. Denn Memory Game hat einen wesentlich entscheidenderen Bezug zur Story mit dem Wendepunkt als der deutsche Titel 'Glaspavillon'.
Ansonsten aber erscheint wenigstens diesmal die Inhaltsangabe auf dem Cover bzw. dem Innenblatt des Taschenbuches relativ zutreffend und genau, was man heutzutage schon lobenswert hervorheben muss.
Ich werde und kann daher einen größeren Teil dieser inhaltlichen Einführung guten Gewissens zitieren.
Die Klammerangaben sind Ergänzungen von mir.
**** Inhaltsanriss ****
' Immer an einem Wochenende im Spätherbst treffen sich die Mitglieder der Martello-Familie (seit Jahrzehnten) auf ihrem feudalen Landsitz zur Pilzsuche. Es ist jedes Jahr ein fröhliches Zusammenkommen, der Auftakt für die noch folgenden gesellschaftlichen Ereignisse. Doch diesmal wird (beim Ausheben der Baugrube für den Glaspavillon) im Park des Anwesens ein Skelett gefunden und mit einem Schlag stürzt eine scheinbar wohlgeordnete Welt zusammen. Denn bei der Toten handelt es sich um Natalie, die seit 25 Jahren verschwundene Tochter des Hauses. - ...'
Den Rest der inhaltlichen Einführung gebe ich lieber wieder mit eigenen Worten wieder, da ich hier etwas anderer Auffassung bin.
Die offenkundig ermordete, damals von niemand bemerkt, schwangere Natalie erweist sich in rückblickender Erinnerung trotz verschiedener Beschönigungsversuche vieler beteiligten Personen als eine sehr schillernde Persönlichkeit. Schnell wird klar, dass ein Mitglied dieser Superfamilie der Täter sein muss.
Doch Jane, beste und damals gleichaltrige Freundin Natalies, die sich gerade nach langjähriger Ehe von Claud, dem ältesten Sohn der Familie trennt, scheint auf der Suche nach sich selbst im Rahmen einer Psychotherapie dem Täter durch Bewältigung ihrer Erinnerungen auf der Spur zu sein. Die Ereignisse spitzen sich zu und nehmen während ihrer eigenen kritischen Überprüfung dieser Aufarbeitung eine unerwartete Wendung.
:::::::: Resümee und Ausblick ::::::::
Spannung und psychologische Ausleuchtung der Personen, insbesondere der weiblichen Heldin Jane, kann man Nicci French nicht absprechen. Doch an die Intensität der Darstellung durchlebter Gefühle und ihrer inneren Widersprüche wie in 'Höhenangst' kommt sie in diesem Erstlingswerk noch nicht heran.
Ein Hauptmotiv, welches genauer zu benennen leider zu viel von der Spannung wegnehmen würde, ist in beiden Romanen sehr ähnlich bzw. gleich und hat auch mich schon immer fasziniert, vielleicht ein Grund, weshalb ich auch diesen Roman trotz der für mich persönlich nicht sehr überraschenden Wendung im Geschehen, sehr gerne gelesen habe.
Ach ja, ein mögliches Vorurteil meinerseits, allerdings aus der Erfahrung verschiedener Personen meines Umfeldes heraus des öfteren bestätigt, zeigt der Roman eindrucksvoll: VORSICHT mit Psychiatern! Auch hier ist blindes Vertrauen völlig fehl am Platz!
In meinen Augen verdient der Roman durchaus eine Empfehlung. Er erscheint mir aber eben noch nicht so gelungen wie ihr Werk 'Höhenangst'. Das Taschenbuch im Goldmann-Verlag kostete bei amazon.de 14,90 DM und umfasst 382 Seiten.
Mal sehen, ob ihr Roman 'Ein sicheres Haus' das gleiche Hauptmotiv enthält und wo dieser in der Qualität liegt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-04 13:16:26 mit dem Titel Hemmungslose Liebe zu einem Psychopathen?
Nicci French "Höhenangst" (Killing Me Softly) Taschenbuchausgabe Mai 2001 Goldmann-Verlag
Lady of Crime wird in GB die in London lebende Journalistin Nicci French nach ihren ersten zwei Romanen angeblich genannt.
Nun, in ihrem Psychothriller Höhenangst steht meiner Meinung nach die Schilderung einer hemmungslosen, leidenschaftlichen Liebe ohne jegliche sexuellen Tabus im Vordergrund.
Erschreckend und doch gleichzeitig faszinierend, wie die Liebe völlig unvorbereitet die Heldin, Alice, 30 Jahre alt und in einer eigentlich eher konventionellen Beziehung lebend, völlig aus der Bahn wirft.
Ein einziger Blick und sie verfällt dem Bergsteiger Adam. Klingt unwahrscheinlich, doch aus eigener Erfahrung muss ich sagen, so etwas gibt es. Man kennt den anderen (die andere) nicht, die Augen sehen einander, man geht aufeinander zu, durch Tausende von Zuschauern zunächst voneinander getrennt. Man spricht miteinander und fühlt sich vertraut, als wäre man seit ewigen Zeiten, quasi schon in einem früheren Leben, irgendwie eins gewesen.
Eine unglaubliche körperliche Zuneigung erzeugt eine zugleich zärtliche und auch wieder spannungsgeladene Atmosphäre. Doch zurück zum Roman.
In der Mittagspause wartet Adam bereits auf Alice und sie folgt ihm in eine fast leere Wohnung. Ohne sich namentlich oder sonstig zu kennen, lässt sie sich auf eine unglaublich intensive, sexuelle Beziehung ein.
Im Buch heißt es: (S.33)"..Es hatte in meinem Leben mittelmäßigen Sex gegeben, guten Sex, großartigen Sex. Das hier hatte mehr von vernichtendem Sex. Wir krachten ineinander, versuchten die trennende Barriere aus Haut und Fleisch zu überwinden. Wir klammerten uns aneinander, als würden wir ertrinken. Wir kosteten einander, als wären wir völlig ausgehungert. Und die ganze Zeit sah er mich an. Er sah mich an, als wäre ich das Schönste, was er je gesehen hätte, und während ich auf dem harten, staubigen Boden lag, fühlte ich mich tatsächlich schön, - schön, schamlos und ziemlich am Ende."
Ich würde ja gerne weiter zitieren, doch soll mein Beitrag jugendfrei bleiben. Daher muss ich leider darauf verzichten, auch noch den nächsten Absatz zur Verdeutlichung wieder zu geben.
Nach dem ersten Ansturm der Gefühle versucht Alice, diese von ihr nicht zu kontrollierende Beziehung wieder zu beenden. Für eine kurze Zeit scheint ihr das zu gelingen, doch schließlich ergibt sie sich ihrer Leidenschaft.
Natürlich wird das Hin und Her, der Widerstreit von Verstand, Gefühl, abhängiger Sexualität ausführlichst beschrieben, mit all den sozialen Konsequenzen einer solchen Beziehung.
Trotz einer weiteren Eskalation dieser ambivalenten Gefühle beginnt aber unsere Heldin ihre intellektuelle Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Von diesem Moment an beginnt eigentlich der packende Psychokrimi, immer noch stark verwoben mit dieser erschreckenden Totalität einer sexuellen und psychischen Abhängigkeit.
Inhaltlich möchte ich hier nichts weiter vorwegnehmen, nur so viel, Intellekt und vor allem Selbsterhaltungstrieb führen unsere Heldin in ein äußerst dramatisches Finale.
Dieser Roman fesselte mich so stark, dass ich ihn an zwei Tagen hintereinander auslas, weil ich es nicht erwarten konnte, die Lösung bzw. das Ende dieses Psychodramas zu erfahren.
Gleich anschließend besorgte ich mir über amazon.de die zwei Vorgängerromane, "Der Glaspavillon" und "Ein sicheres Haus", in der Erwartung, ähnlich spannend dramatische Psychothriller als Lektüre zu erhalten.
Sollten meine Erwartungen mich nicht getrogen haben, werde ich natürlich hier von diesen Romanen berichten.
Den Roman HÖHENANGST versehe ich mit dem Prädikat "unbedingt lesen". Natürlich gilt diese Empfehlung nur für Erwachsene. Fast hätte ich den Preis vergessen, 14,90 DM sind hier wirklich gut angelegt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-20 19:39:54 mit dem Titel Hemmungslose Liebe zu einem Psychopathen?
Nicci French "Höhenangst" (Killing Me Softly) Taschenbuchausgabe Mai 2001 Goldmann-Verlag
Lady of Crime wird in GB die in London lebende Journalistin Nicci French nach ihren ersten zwei Romanen angeblich genannt.
Nun, in ihrem Psychothriller Höhenangst steht meiner Meinung nach die Schilderung einer hemmungslosen, leidenschaftlichen Liebe ohne jegliche sexuellen Tabus im Vordergrund.
Erschreckend und doch gleichzeitig faszinierend, wie die Liebe völlig unvorbereitet die Heldin, Alice, 30 Jahre alt und in einer eigentlich eher konventionellen Beziehung lebend, völlig aus der Bahn wirft.
Ein einziger Blick und sie verfällt dem Bergsteiger Adam. Klingt unwahrscheinlich, doch aus eigener Erfahrung muss ich sagen, so etwas gibt es. Man kennt den anderen (die andere) nicht, die Augen sehen einander, man geht aufeinander zu, durch Tausende von Zuschauern zunächst voneinander getrennt. Man spricht miteinander und fühlt sich vertraut, als wäre man seit ewigen Zeiten, quasi schon in einem früheren Leben, irgendwie eins gewesen.
Eine unglaubliche körperliche Zuneigung erzeugt eine zugleich zärtliche und auch wieder spannungsgeladene Atmosphäre. Doch zurück zum Roman.
In der Mittagspause wartet Adam bereits auf Alice und sie folgt ihm in eine fast leere Wohnung. Ohne sich namentlich oder sonstig zu kennen, lässt sie sich auf eine unglaublich intensive, sexuelle Beziehung ein.
Im Buch heißt es: (S.33)"..Es hatte in meinem Leben mittelmäßigen Sex gegeben, guten Sex, großartigen Sex. Das hier hatte mehr von vernichtendem Sex. Wir krachten ineinander, versuchten die trennende Barriere aus Haut und Fleisch zu überwinden. Wir klammerten uns aneinander, als würden wir ertrinken. Wir kosteten einander, als wären wir völlig ausgehungert. Und die ganze Zeit sah er mich an. Er sah mich an, als wäre ich das Schönste, was er je gesehen hätte, und während ich auf dem harten, staubigen Boden lag, fühlte ich mich tatsächlich schön, - schön, schamlos und ziemlich am Ende."
Ich würde ja gerne weiter zitieren, doch soll mein Beitrag jugendfrei bleiben. Daher muss ich leider darauf verzichten, auch noch den nächsten Absatz zur Verdeutlichung wieder zu geben.
Nach dem ersten Ansturm der Gefühle versucht Alice, diese von ihr nicht zu kontrollierende Beziehung wieder zu beenden. Für eine kurze Zeit scheint ihr das zu gelingen, doch schließlich ergibt sie sich ihrer Leidenschaft.
Natürlich wird das Hin und Her, der Widerstreit von Verstand, Gefühl, abhängiger Sexualität ausführlichst beschrieben, mit all den sozialen Konsequenzen einer solchen Beziehung.
Trotz einer weiteren Eskalation dieser ambivalenten Gefühle beginnt aber unsere Heldin ihre intellektuelle Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Von diesem Moment an beginnt eigentlich der packende Psychokrimi, immer noch stark verwoben mit dieser erschreckenden Totalität einer sexuellen und psychischen Abhängigkeit.
Inhaltlich möchte ich hier nichts weiter vorwegnehmen, nur so viel, Intellekt und vor allem Selbsterhaltungstrieb führen unsere Heldin in ein äußerst dramatisches Finale.
Dieser Roman fesselte mich so stark, dass ich ihn an zwei Tagen hintereinander auslas, weil ich es nicht erwarten konnte, die Lösung bzw. das Ende dieses Psychodramas zu erfahren.
Gleich anschließend besorgte ich mir über amazon.de die zwei Vorgängerromane, "Der Glaspavillon" und "Ein sicheres Haus", in der Erwartung, ähnlich spannend dramatische Psychothriller als Lektüre zu erhalten.
Sollten meine Erwartungen mich nicht getrogen haben, werde ich natürlich hier von diesen Romanen berichten.
Den Roman HÖHENANGST versehe ich mit dem Prädikat "unbedingt lesen". Natürlich gilt diese Empfehlung nur für Erwachsene. Fast hätte ich den Preis vergessen, 14,90 DM waren hier wirklich gut angelegt. Aktuell kostet das Buch 8 €.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-02 19:44:11 mit dem Titel Zeitreise als romantischer Liebesroman
Die Prophetin von Luxor Suzanne Frank
• • • Vorwort • • •
Bei diesem Roman war ich hin und her gerissen.
Einerseits faszinierte mich das Feuerwerk der Einfälle und Ideen dieser Schriftstellerin, die sich ihre historische Inspiration für diesen dem Wesen nach eher romantisch überzogenen Liebesroman auf ihren zahlreichen Reisen durch Ägypten holte, wo sie laut Covertext als Journalistin für Tageszeitungen und Zeitschriften arbeitete.
Andererseits regten mich innerlich beim Lesen ständig ihre zahlreichen jegliche Logik oder Psychologie vermissenden Wendungen und Abläufe auf.
Nichts gegen phantastische Züge, nichts gegen Wunder nebst Magie oder Zauberei, doch sollten diese nicht mit pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden werden.
Fiktion sollte deutlich als Fiktion gekennzeichnet sein.
°°°° Kurzer Inhaltsabriss °°°°
Wie üblich nur ein relativ kurzer Inhaltsabriss, um nicht zu viel von der aus meiner Sicht doch nicht unerheblich nachlassenden Spannung gegen Ende des Romans vorwegzunehmen.
Chloe Kingsley aus Dallas, die ihre Schwester bei archäologischen Ausgrabungen in Ägypten besucht, wird im Tempel von Karnak ins Jahr 1452 vor Christus "gewirbelt" und findet sich dort im Körper einer ägyptischen Hohen Priesterin wieder (Bilden Körper und Seele bzw. Psyche nicht eine Einheit?).
Hier muss sie sich der Rache verschiedener Personen erwehren, einer Rache, die von ihrer "Vorkörperbesitzerin" ausgelöst wurden.
(Warum und wie ausgerechnet sie diese Zeitreise antrat, wird später ansatzweise geklärt, doch ob jemand anderes ohne Zutun "ausgetauscht" werden kann und dies scheinbar ohne den ansonsten wohl tödlichen Kulturschock überlebt, bleibt offen!)
Relativ rasch gelingt es unserer Heldin, sich auch der zahlreichen Intrigen am Hofe des weiblichen Pharaos Hatschepsut halbwegs erfolgreich zu erwehren.
Gleichzeitig stößt sie auf die Liebe ihres Lebens, auf Cheftu, den bedeutendsten Arzt am Hofe.
Langsam erkennt sie die Berufung ihrer göttlichen Mission, hin und her gerissen zwischen leidenschaftlichem Liebesverlangen und Pflichterfüllung.
Zum Inhalt soll ´s damit genug sein, obwohl die Umstände des Auszugs der Israeliten unter Moses aus Ägypten eine doch sehr bedeutsame inhaltliche Rolle spielen.
• • • Persönlicher Eindruck und Wertung • • •
Die Beschreibung ägyptischer Kultur (zwar aus dem Blickwinkel der Oberschicht), Örtlichkeiten etc. wirken recht farbig und sehr interessant.
Mit dem göttlichen Missionsgedanken und sämtlichen Eingriffen, Fügungen, Wundern eines völlig Unschuldige für die Fehlentscheidungen ihrer nicht gewählten Herrschaftsschicht grausam quälenden Gottes konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden.
Sicher kann und will ich bereits auch nicht akzeptieren, dass es EIN auserwähltes, besonderes Volk geben könnte, um dass sich der jüdische Gott besonders kümmert. Hier wäre Stoff für wochen- oder monatelange Diskussionen.
Die Schilderungen der Liebesszenen wirken zunächst durchaus "anregend", beginnen sich dann jedoch in ihrer Art stark schablonisiert zu wiederholen und hätten für meinen Geschmack im späteren Verlauf ruhig gestrafft werden können
Wer Romantik, Mystik, softerotisch artige Beschreibungen von Liebesszenen, religiöse Determinationsgedanken ergänzt durch recht gute Beschreibungen historischer Plätze und Orte liebt, der wird sich für diese Art von Roman durchaus begeistern können, ist er doch trotz der zu Beginn ungewohnten ägyptischen Namen insgesamt eher leicht zu lesen.
Zielgruppe dürfte hier eher die Leserinnen sein.
Für meine Person bereue ich zwar durchaus nicht, diesen Zeitreise-Liebesroman gelesen zu haben, brachte er mir doch zahlreiche Anregungen bestimmte historische Aspekte zu recherchieren, doch die weiteren Romane wie "Die Seherin von Knossos" und "Die Hüterin von Jericho" werde ich sicher nicht lesen.
Meine Empfehlung zu diesem Buch ist diesmal also recht personenspezifisch, wenn man so will, eine bedingte Empfehlung. Als Urlaubslektüre lohnen sich die 8,10 Euro für dieses Taschenbuch im Bertelsmannverlag aber durchaus.
Mein nächstes Buch mit Besprechung wird zu meiner Erholung mal wieder ein Stephen King Buch, Duddits - Dreamcatcher sein. Brauche nur noch genügend Urlaubstage zum Lesen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-09-21 11:21:20 mit dem Titel Auf der Suche nach dem Warum
Die Frau mit den Regenhänden Fleischhauer, Wolfram
Vorbemerkung: Diesen Bericht veröffentlichte ich erstmalig am 29.04.2001 auf CIAO, später auf YOPI, wo er dem Datencrash zum Opfer fiel. Auch das zweite Einstellen szand unter keinem guten Stern, da YOPI zu diesem Zeitpunkt mal wieder nicht erreichbar war. Da jedoch der Schriftsteller eine echte Empfehlung wert ist, versuche ich nochmals, dieses Buch ein paar Lesern mehr näher zu bringen.
Im Osterurlaub 2001 auf Madeira begann ich den Roman zu lesen. Nur anderthalb Tage später legte ich das gelesene Buch innerlich mehrfach traurig gestimmt beiseite, um gleich danach nochmals einige der schönsten Stellen nachzulesen.
Wie bei meinen sonstigen Buchbesprechungen auch, werde ich nur sehr wenig vom Inhalt verraten, um weder Spannung noch Überraschungsmomente vorwegzunehmen.
Kurzer Inhaltsanriss
Daher zum Inhalt nur so viel: Zwei Geschichten, die Untersuchung eines mutmaßlichen Kindermordes während der Zeit des letzten französischen Kaiserreiches unter Napoleon III zum Zeitpunkt der bevorstehenden Weltausstellung in Paris und die Liebesbeziehung eines deutschen Studenten zu einer Französin zu Beginn der Neunziger Jahre unseres 20. Jahrhunderts sind kunstvoll und doch schlüssig miteinander verbunden.
Die Schilderung der Aufklärung des damaligen Kriminalfalles, der Kampf des Pflichtverteidigers, um die angeklagte Mutter noch rechtzeitig zu entlasten und einen Justizmord zu verhindern, dient letztlich jedoch nur dazu, die zweite Geschichte, die Liebesgeschichte mit ihrem Ausgang verständlich werden zu lassen.
Bedeutung
Gleichzeitig macht der historisch orientierte Schicksals- Kriminalroman deutlich, wie wenig sich doch in der Vorgehensweise politisch Verantwortlicher von der Monarchie Napoleon III bis hin zur französischen Republik um 1990 geändert hat.
Das menschliche, individuelle Schicksal wurde und wird nach wie vor dem Macht- und Gewinnstreben der Herrschenden untergeordnet mit häufig schrecklichen Folgen für Tausende von Einzelschicksalen.
Trotz der enthaltenen politischen Aussagen wirkt dieser Roman nicht nur wunderschön durch die Sprache, aktuell und doch gleichzeitig historisches Hintergrundwissen vermittelnd, auffrischend, sondern vor allem auch wegen der ergreifenden Liebesgeschichte.
Die Lösung des vermuteten Kindermordes allein wäre schon des Lesens wert. Antriebsfeder, die Unschuld der angeklagten Mutter zu beweisen, ist zunächst weniger der Pflichtverteidiger sondern eine für damalige Verhältnisse erstaunlich emanzipatorische Exilfranzösin, aus England herbeigereist zur besseren medizinischen Versorgung ihres einem Überfall zum Opfer gefallenen Bruders.
Die gelungene Verknüpfung des Kriminalfalles jedoch mit der tragischen, intensiven Liebesbeziehung des deutschen Studenten mit der den damaligen Kriminalfall recherchierenden Französin, der Frau mit den Regenhänden, macht den Roman zu einem Meisterwerk.
FAZIT
Ich selber empfand diesen Roman als kunstvoll, spannend, dramatisch, erschütternd und doch voll positiver Lebensbejahung mit der romantischen Idee einer unsterblichen Liebe.
Jeder Leserin, jedem Leser mit Niveau und Anspruch kann ich diesen gleichzeitig hochspannenden als auch erotisch freizügigen Roman nur empfehlen.
Es gab ihn als Taschenbuch zu 18,90 oder gebunden zu 39,90 DM.
Zur Zeit gibt es bei amazon.de nur noch die Taschenbuchausgabe zu 9,90 Euro oder eine gebrauchte für 6 Euro
Bei Amazon.de erhielt der Titel 4 ½ Sterne von 5. Ich meine, ein Halber zu wenig. Bin gespannt auf eure Kommentare.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-03 18:36:50 mit dem Titel Nicht von Rache leiten lassen
Das rote Zimmer Nicci French
••• Vorwort / Einführung •••
Mein erstes Buch der Autorin Nicci French, eigentlich wohl eher des Autorenteams Nicci Gerrard und Sean French, Höhenangst (Killing me softly), hatte mich völlig begeistert, wie ich ja auch in einer Romanrezension hier deutlich machte.
Der Glaspavillon (The Memory Game) wusste in meinen Augen (siehe ebenfalls Bericht) auch zu überzeugen, so dass ich mich schon auf den Psychokrimi "Das rote Zimmer" freute.
Doch soviel vorweg, die sicher sehr hoch geschraubten eigenen Erwartungen konnte dieser Roman bei mir nicht ganz erfüllen.
Wer mehr über den Background dieses Schriftstellerteams erfahren möchte, besuche am besten deren eigene relativ gut gemachte Homepage, die allerdings nur in Englisch oder Französisch zur Verfügung steht: http://www.figuresdestyle.com/french/
Hier kann man sich sehr gut über sämtliche Werke des Autorenteams informieren wie da wären: The Memory Game, The Safe House, Killing me softly, Beneath The Skin, The Red Room. (Der Glaspavillon, Ein sicheres Haus, Höhenangst, Der Sommermörder, Das rote Zimmer)
Wer sich lieber auf Deutsch informiert, findet unter
http://www.krimi-couch.de/krimis/nicci-french.html
alles Wesentliche, unter anderem auch meinen Kommentar zu den bisherigen dortigen Rezensionen und Kommentaren.
Denn die Rezension z.B. zu "Das rote Zimmer" ist eine ungenaue, eher irreführende Inhaltsangabe sehr ähnlich der des Klappentextes. Doch dies ist leider bei vielen Verlagen der Fall, scheinbar um einen stärkeren Kaufanreiz zu bieten.
••• Kurzer Inhaltsanriss •••
Im Rahmen ihrer psychiatrischen Tätigkeit an einer Nervenklinik soll die noch sehr junge Ärztin Dr. Katherine Quinn, zumeist Kit genannt, bei der Polizei ein Gefälligkeitsgutachten über einen festgenommenen Stadtstreicher, Michael Doll, abgeben, der von besorgten Eltern der sexuellen Belästigung ihrer Kinder verdächtigt wird, da er sich unbefugt auf dem Gelände der Grundschule aufgehalten hatte.
Während, bzw. am Ende des Gutachtergesprächs kommt es durch die Provokation des Detectives Inspector Furth zu einem unkontrollierten Wutausbruch des Stadtstreichers.
Michael Doll fügt dabei der Ärztin mit einer Scherbe seiner zerbrochenen Tasse eine erhebliche Schnittwunde mitten im Gesicht zu, eine klare Affekthandlung.
(in den meisten Inhaltsangaben fehlt leider diese wichtige Vorhandlung und damit auch der verständliche innere Zwiespalt der jungen, im Gesicht leicht entstellten Psychiaterin)
Erst drei Monate später wird Kit von der Polizei gebeten ausgerechnet zu diesem Michael Doll, inzwischen eines Mordes verdächtigt, ihr Gutachten abzugeben. Ihr fallen Unstimmigkeiten auf. Außerdem stellt sie durch ihre trotz persönlicher Betroffenheit unvoreingenommene Sichtweise Parallelen zu einem weiteren Mordfall fest.
Doch die Polizei möchte weiterhin höchst ungern von ihrem Lieblingsverdächtigen ablassen.
Mehr möchte ich vom Handlungsablauf her hier nicht verraten, nur soviel, alle Klischeevorstellungen der äußerst einseitig ermittelnden Polizei müssen revidiert werden, allerdings nicht für alle Beteiligten rechtzeitig genug.
Ein paar Worte noch zum Titel Das rote Zimmer.
Der rote Raum ist Bestandteil eines Alptraumes, von dem Kit jedoch nicht schon immer sondern erst nach dem Unfall, wie sie selbst ihre erlittenen Verletzungen nennt, immer wieder heimgesucht wird.
In die Aufklärungsarbeit hinein, eigentlich ist ja nur die Erfassung des psychologischen Umfeldes der Tat ihre Aufgabe, spielt in nicht unerheblichem Umfang ihre persönliche Liebesbeziehung zu einem der Verdächtigen eine Rolle.
••• Wertung und Empfehlung •••
Der Roman ist spannend geschrieben, leicht zu lesen (nicht unbedingt leicht zum verstehen), zeigt wie ihre Vorgängerromane seelische Abgründe verschiedener Personen auf, besitzt aber nicht die Leidenschaft und Intensität der Gefühlsbeschreibungen der Vorgängerromane.
Bis auf die Heldin selbst bleiben diesmal doch, einschließlich der Opfer und Täter, die Personen in der seelischen Tiefe weniger gründlich wie sonst beschrieben.
Trotzdem handelt es sich um einen leicht überdurchschnittlichen, spannenden Psycho-Krimi, den ich durchaus empfehlen kann.
Zu der Behauptung, eine speziell weibliche Betrachtungsweise der Heldin hätte letztlich zur Aufklärung geführt, mein Kommentar auf folgender Internetseite: http://www.krimi-couch.de/krimis/nicci-french-das-rote-zimmer.html
"Es ist gerade die vorurteilsfreie Sichtweise, weder Vorverurteilung noch der Ausschluss des scheinbar Unwahrscheinlichen, welche gegen alle konventionellen Widerstände zum Erfolg führt. Gewiss aber nicht eine speziell weibliche oder gar mütterliche Sichtweise. Die Absicht, negative UND positive Vorurteile deutlich zu machen scheint dem Autorenteam (Mann UND Frau) French NICHT gelungen zu sein, wenn man hier die Kommentare und Rezensionen liest!!"
Tja, den spannenden Roman, 416 Seiten, Bertelsmann-Verlag, 1. Auflage 2001 z.B. über amazon.de zu 22,90 Euro gebunden oder gebraucht ab 10 Euro kaufen, lesen und eine eigene Meinung bilden. Bei amazon.de erhielt der Roman 4 Sterne durch die bisherigen Leser, was durchaus auch meiner Einschätzung entspricht. Ich freue mich wie immer über jeden konstruktiv-kritischen Kommentar.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-06 19:59:53 mit dem Titel Der (Un)Wert psychiatrischer Erklärungsmuster
Ein sicheres Haus (A Safe House) Nicci French
••• Vorworte •••
Nicci French, besser das Autorenteam French, siehe vorherigen Bericht, wird immer häufiger in einer Reihe genannt mit Minette Walters und Patricia Cornwell.
In dem vorliegenden Roman übertrifft das Autorenpaar zwar an Spannung, Dramaturgie, psychologischer Tiefe die Heldin betreffend (im letzten Punkt wirklich in der Tradition genannter Top-Autorinnen) die Konkurrenz, doch an einigen Bruchstellen der Geschichte habe ich wehmütig die überragende Kompetenz einer Kay Scarpetta von Patricia Cornwell vermisst.
Genug der Vorworte, eigentlich hätte ich das Buch schon vor geraumer Zeit als drittes nach "Höhenangst" und "Der Glaspavillon" lesen wollen. Einige unvorhersehbare Ereignisse lenkten mich so stark ab, dass ich erst vor wenigen Tagen, nach Lesen des dritten Romans "Das rote Zimmer" diesen Roman bei Überprüfung meiner Nicci French Bestände wieder entdeckte. Dann aber gab es kein Halten mehr. Das Buch wurde geradezu innerhalb zweier Tage verschlungen.
••• Kurzer Inhaltsanriss •••
Wieder einmal ist eine junge Ärztin der Fachrichtung Psychiatrie Heldin des Romans.
Samantha Laschen, kurz Sam, sucht und findet fernab des hektischen Londons ihr Wunschhaus Elm House in Essex, schön abseits, ruhig, auf dem Lande gelegen.
Hier will sie sowohl beruflich ihre Spezialkenntnisse in posttraumatischer Medizin als ärztliche Leiterin einer entsprechenden Klinik auch finanziell verwerten, als auch ihre Beziehung zum zeitweiligen Lebenspartner Danny klären, zu ihrer kleinen Tochter Elsie verbessern.
In ihrer Nachbarschaft wird das wohlhabende (18 Millionen) ältere Ehepaar Mackenzie auf grausame Art und Weise (Kehlen durchschnitten) umgebracht.
Fiona, die neunzehnjährige Tochter, überlebt relativ glimpflich, körperlich ziemlich unbeschadet, den Schnitt durch ihre Kehle.
Für dieses "posttraumatisierte Opfer" bietet sich aus Sicht ihres Hausarztes, der Polizei, vor allem aber auch Sams künftigen Klinikchefs Sams Haus als ideale Zuflucht- und Sicherungsstätte an.
Trotz eigener Bedenken kann Sam diesem Druck nicht standhalten. Sie nimmt Fiona auf.
Es entwickelt sich eine erstaunlich selbstbewusst agierende "Opferpersönlichkeit", von Tochter Elsie liebevoll Finn genannt.
Mehr möchte ich vom sich ständig dramatisch ändernden Ablauf nicht verraten, nur so viel, dass zu den zwei bekannten Leichen noch weitere drei hinzukommen werden.
••• Bewertung •••
Als Kay Scarpetta bzw. Patricia Cornwell Fan sträubten sich mir in diesem Roman leider sehr häufig die Haare. Auch nur halbwegs gründliche forensische Untersuchungen hätten die Polizei von Anfang an von der plump gelegten falschen Fährte abbringen müssen.
Selbst vom unbestritten überdurchschnittlich intelligenten Täter ausgehend darf bezweifelt werden, ob diese zahlreichen eklatanten kriminologischen Fehlleistungen in Spurensicherung, unvoreingenommener Beweissicherung, Ermittlung und vor allem in der Pathologie hätten eingeplant werden können und dürfen. Hier liegt meines Erachtens nach die größte Schwäche der Geschichte. Dumm, dümmer, Polizei scheint zuweilen Frenchs Lebensauffassung zu sein.
Genug jetzt der notwendigen Kritik, kommen wir zu den vorhandenen positiven Aspekten.
Hier beeindruckten mich die emotionalen Schilderungen, die erotischen Abschnitte wie auch die durchgehende Dramatik des Geschehens.
Positiv sehe ich die Vielzahl der originellen Ideen, so auch der Gedanke des sicheren Hauses.
Das Cover zum Buch täuscht. Es handelt sich um kein Haus aus festem Material. Es ist ein gedankliches Haus, in dem man Gegenstände (zu merkende Begriffe) an verschiedenen Stellen ablegt und sich so zum einen diese merkt, aber auch auf subtile Weise Botschaften über eine dritte Person ideal verschlüsselt austauschen kann.
Dieses Haus ist tatsächlich sicher, obwohl ich zunächst beim Buchtitel dachte: Übertrieben, absolut sichere Häuser gibt es nicht.
Wer die Mischung aus Sex, Crime und Psychothriller unter Vernachlässigung der Realität polizeilicher Ermittlungsarbeit schätzt, wird diesen Roman uneingeschränkt genießen.
Von mir allerdings gibt ´s 4 von 5 Sternen, denn trotz einiger hervorragender Qualitätsmerkmale stören mich einige unrealistische Annahmen, die zu stark konstruiert wurden, um dramatische Effekte möglich werden zu lassen.
Daher brauche ich geradezu zum Ausgleich als nächsten Roman Patricia Cornwells "Vergebliche Entwarnung". Eine klare Empfehlung spreche ich aber für den Thriller "Ein sicheres Haus" allemal aus.
Als Taschenbuch im Goldmann-Verlag, 349 Seiten, kostet es 8,45 Euro. Gebraucht wird es bei amazon.de schon ab 0,99 Euro, wie neu ab 1,90 Euro angeboten.
Ach ja, anderthalb Tage, den letzten Tag bis zwei Uhr nachts, brauchte ich zum Lesen. Ich mochte es einfach nicht aus der Hand legen, denn an Spannung lässt es bis zur letzten Seite nicht zu wünschen übrig, gerade weil der Schluss offen bleibt, im Kino es sicher eine Fortsetzung gäbe.
Ich freue mich wie üblich über Kommentare oder konstruktive Kritik. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Der Alltag von Lämmchen und Pinneberg
30.12.2002, 01:10 Uhr von
Itbabe
Ich bin eine Anwendungsentwicklerin und ziemlich oft im Net unterwegs. Das nutze ich auch um mein...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
das ist es was ich kurz gesagt mit dem Buch "Kleiner Mann - was nun?" von Hans Fallada verbinde.
In dem Buch wird die Geschichte des kleinen Angestellten Johannes Pinneberg und seiner Freundin Emma Mörschel, von ihm Lämmchen genannt, erzählt. Als die beiden einen Frauenarzt wegen Verhütungsmitteln konsultieren, erfahren sie, dass es für Verhüten etwas zu spät ist. Lämmchen ist schwanger. Pinneberg ist klar, dass er Lämmchen in dieser Situation auf keinen Fall allein lässt und sie heiratet. So entsteht die Familie Pinneberg. Pinneberg hat jetzt Verantwortung. Dadurch spielt das Geld jetzt immer mehr eine Rolle, da Pinneberg weder für zwei noch für drei ausreichend verdient und seine Familie trotzdem irgendwie über Wasser halten muss. Aber irgendwie wird man es schon schaffen...
Ich verzichte bewusst auf eine komplette Wiedergabe der gesamten Erlebnisse der Familie Pinneberg, da ich das nicht als existenziell für die Meinung über das Buch ansehe. Das Buch hat eine Aussage, die auch ohne komplette Wiedergabe der Handlung greifbar wird.
Das Buch erzählt vom Leben einer normalen Familie zu Zeiten der Wirtschaftsnot. Der tägliche Kampf ums Überleben wird geschildert, aber auch wie man Zeiten der Not mit Hilfe der Familie durchstehen kann ohne die Hoffnung, den Mut zu verlieren.
Fallada hat all den Namenlosen, die lediglich in einer Arbeitslosenstatistik als Nummer auftauchten mit Pinneberg ein Gesicht und einen Namen verliehen. Pinneberg steht stellvertretend für alle die um ihr täglich Brot kämpfen müssen.
Geschrieben ist das Buch eher in der Umgangssprache. Fallada, der Volksschriftsteller, verwendet die Sprache des Alltags und bringt einem dadurch die einzelnen Schicksale noch näher. In dem Buch werden auch nicht die großen Dramen geschildert, sondern ganz real der Alltag mit all seinen Dramen, allem Glück und Leid. Gerade das hat mich als Leser sehr berührt, da das was geschildert wird jederzeit auch für einen persönlich real werden kann.
Abschliessend kann ich sagen, dass dieses Buch absolut empfehlenswert ist. Man schließt Lämmchen und Pinneberg sofort ins Herz und dürstet förmlich danach zu erfahren was als nächstes mit ihnen geschieht. Fallada hat mit diesem Buch etwas geschaffen das gerade in der heutigen Zeit wieder mehr und mehr an Aktualität gewinnt. Stellenweise fühlte ich mich sogar in das Hier und Jetzt versetzt. Ich gebe dem Buch die volle Punktzahl.
Hintergrundinfo:
Durch "Kleiner Mann - was nun?" erreichte Hans Fallada Weltruhm. Das Buch wurde in 20 Sprachen übersetzt und zweimal verfilmt. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Bin ich das in dem Buch?!
Pro:
absolut lustig, realitätsnah, \
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Hallo Ihr Lieben!
Heute möchte ich euch von einem Buch vorschwärmen, das ich vor kurzem regelrecht verschlungen habe:
> Schokolade zum Frühstück, Das Tagebuch der Bridget Jones !
Einige von euch kennen vielleicht den Kinofilm zum Buch, ich hab ihn auch gesehen bevor ich das Buch gelesen habe und lag teilweise fast unter dem Kinositz vor lachen. Wie das bei Büchern so ist, ist die Handlung in dem Buch ausführlicher dargestellt. Buch und Film sind sich aber trotzdem ziemlich ähnlich.
Infos:
>>>>
Dieser Roman wurde von der Autorin Helen Fielding geschrieben. Er ist als Taschenbuch erhältlich, im Goldmann-Verlag erschienen und bietet 345 Seiten lang gnadenlosen, wirklich lustigen Lesespaß!
Er kostet 7,50 Euro.
Inhaltliches:
>>>>>>>>>
Der Roman ist in Tagebuch-Form geschrieben, also in der Ich-Form. Alles geschieht aus Bridget´s Sicht der Dinge. Man erlebt genau 1 Jahr von Bridgets aufregendem und amüsanten Lebens mit. Die liebe Bridget schreibt sehr genau Tagebuch: So ziemlich jeden Tag notiert sie die Anzahl ihrer Alkoholeinheiten, ihr Gewicht, Oberschenkelumfang ;o) Zigarettenkonsum etc.
Bridget hat viele Sorgen:
MÄNNER, MUTTER UND GEWICHT
sind so die gravierenden Problemchen, mit denen sie sich rumschlägt, das kommt mir irgendwie verdächtig bekannt vor *grins* überhaupt habe ich mich in vielen Situationen wiedergesehen, muss ich ja gestehen.
Man erlebt ihren Tagesablauf, ihre Überlegungen und Vorsätze sooo belustigend mit, das man am liebsten weiterlesen möchte, in einem durch und das Buch gar nicht zur Seite legen möchte.
Bridget hat die Begabung in allerlei Fettnäpfchen zu treten. Sie muss sich mit ihrer Mutter rumschlagen, die es ja sooo gut mit ihrem Töchterchen meint, und ihr damit gewaltig auf die Nerven geht, sie wird von den bösen, bösen Männern ;o)) enttäuscht und macht sich auch sonst das Leben nicht gerade leicht, obwohl sie richtig tolle Vorsätze hatte zu Beginn des Tagebuches...
Die letzte Seite des Romans besteht aus einer Art Bestandsaufnahme des vergangenen Jahres. Da läßt sie das vergangene Jahr vor ihrem geistigen Auge ablaufen. Dinge wie:
Gewichtszunahme: 32,5 kg
Gewichtsabnahme: 33 kg
Katerfreie Tage: 114
sind nur 2 der zum schmunzeln-einladenden Dinge *lach*
Fazit:
>>>>
Zu dem Buch gibt es nicht mehr zu sagen, ich will ja auch nicht alle Brüller verraten. Das Tagebuch der Bridget Jones ist der absolute Knaller! Unbedingt lesen!!! Ich würde sagen, es ist ein typischer Frauenroman. Selten habe ich ein Buch mit sooo großer Freude gelesen und bin danach abends seelig schmunzelnd eingeschlummert (ich lese wenn, immer vor dem Heia-machen). Das Leben der Bridget Jones ist einmalig, genau wie ihr Schreibstil und die Art wie sie über Dinge denkt und wie sie sich ´nen Kopf macht...
Absolut empfehlenswert!!!
Sollte man unbedingt lesen, daher eine klare 1!!!
Liebe Grüße
schnuckeljulchen weiterlesen schließen -
Nicci French: *Der Sommermörder*:Psychologischer Thriller vom Feinsten
Pro:
enorm spannend & actionreich, humorvoll, sinnlich, kenntnisreich; gut gelesen
Kontra:
zu gewalttätige Szenen
Empfehlung:
Nein
Drei Frauen, zwei Opfer - wird die dritte überleben? Ein einfacher Plot, jedoch kunstvoll erzählt und mit Überraschungen gespickt.
"Der Sommermörder" von Nicci French ist nicht nur ein feiner britischer Psychothriller, sondern auch das einfühlsame Porträt dreier völlig unterschiedlicher Frauen.
Die Autorin
Nicci French ist britische Journalistin und lebt mit ihrer Familie auf dem land im Süden von London. Sie kennt sich dennoch in Nord-London sehr gut aus. "Der Sommermörder" ist ihr vierter Roman. "Der Glaspavillon" war ihr Debüt und erster Bestseller. Danach folgten "Ein sicheres Haus" und "Höhenangst". Die Kritiker schreiben, sie schreibe in der Tradition von Minette Walters. Ich finde, sie schreibt weitaus einfühlsamer, als es Walters je können wird. "Der Sommermörder" wird vollständig aus der Sicht der Opfer erzählt.
Handlung
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Es ist ein ungewöhnlicher heißer Sommer in der schmutzigen Großstadt London. Während alle unter der Hitze und der Abgasglocke stöhnen, genießt nur eine die gute Seite der Situation: Er beobachtet die zunehmend entblößten Frauen und sucht sich seine Opfer. Jedem schickt er seine Liebesbriefe, die zugleich Todesdrohungen sind.
Das erste Opfer ist Zoe, die junge, etwas naive Grundschullehrerin. Ihre Schwäche ist nicht nur, dass sie aus der Provinz in die City gezogen ist und sich erst eingewöhnen muss. Folglich hat sie auch keine festen Bindungen, sondern vielmehr häufig wechselnde Männerbekanntschaften.
Warum Zoe? Sie ist nicht nur relativ wehrlos, sondern zudem auch bekannt. Denn sie hat mit einer Wassermelone einen Handtaschendieb außer Gefecht gesetzt. Das stand in allen Gazetten. Für die Polizei ist sie eine Heldin. Doch unter allen merkwürdigen Fanzuschriften erhält Zoe auch die Briefe des Sommermörders. In ihrer Furcht vor dem Unsichtbaren verfällt ihr Leben zusehends. Ihr Ende scheint beinahe unausweichlich.
Da ist das zweite Opfer schon ein ganz anderes Kaliber. Jennifer ist die langjährige Gattin eines erfolgreichen Anwalts und versucht gerade, den Komplettumbau des gerade gekauften viktorianischen Altbaus zu managen. Auch ihre drei Söhne hat sie im Griff. Sie hat keine Zeit, über ihr Leben oder gar ihre hohle Ehe nachzudenken, doch die Brief des Sommermörders, besonders die mit den Rasierklingen darin, zwingen sie, ein Fazit zu ziehen, und das fällt nicht besonders gut aus.
Jennifers Fassade aus teurem Make-up - sie war früher Model - verfällt zusehends und zum Vorschein kommt die wahre, die schwache, die betrogene Jenny, die ihrer Lebenslüge (ihre sinnleere Ehe ohen Liebe) ins Gesicht sehen muss. Hier erhält der Originaltitel "Beneath the skin" augenfällige Bedeutung. Mit seiner Strategie der unsichtbaren Bedrohung und Beobachtung hat der Mörder Erfolg. Es ist wie mit einer tödlichen Krankheit: Erst der Schock und die Demütigung, dann die Wut, dann das Entsetzen und die Angst, schließlich folgen Akzeptanz und Resignation. Dann ist es bereits zu spät für das Opfer. Nachdem ihre Seele bereits zerstört ist, muss nur noch der Tod des Körpers folgen...
Bei den ersten beiden Opfern hatte der Mörder relativ leichtes Spiel, trotz der Polizeibewachung. Doch an Nummer drei, Nadia, wird er sich die Zähne ausbeißen. Trotz des üblichen Psychoterrors erstarrt die etwas chaotische und sehr liebenswerte Kinder-Entertainerin nicht wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern ergreift die Initiative.
Sie macht nämlich keineswegs den Fehler, die Lügen, die ihr die Polizei auftischt, zu glauben. Oder auch nur zu glauben, dass die Bewachung etwas nützen könnte. Vielmehr setzt sie die Inspektoren für ihre Zwecke ein, auch mit Hilfe von Sex. Mit äußerster Energie gelingt es ihr herauszufinden, wer ihre beiden Vorgängerinnen waren und was sie mit ihnen gemeinsam hat. Schon bald betrachtet sie Zoe und Jenny als ihre Schwestern.
Als ein erster furchtbarer Verdacht sich verdichtet, kann der potenzielle Mörder, der sich ganz in ihrer Nähe befindet, zwar ein Alibi vorweisen, doch Nadia lässt sich nur kurz täuschen. Es kommt zu einem Showdown zwischen Opfer und Killer.
Mein Eindruck
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Drei Opfer, drei Porträts
Man liest in Thrillern nicht oft solche genau gezeichneten Frauenporträts. Schon gar nicht von Frauen, die derartig voneinander verschieden sind wie Zoe, Jenny und Nadia.
Mir ist aufgefallen, wie subtil und durchgängig Nicci French die Rolle von Erotik und Sex in den drei Leben einflicht: Zoe ist stets nur ausgebeutete Sexempfängerin, Jenny hat überhaupt keinen, und nur die quicklebendige Nadia ergreift sexuell die Initiative (mit durchschlagendem Erfolg).
Sie ist auch die einzige, die kein Gewicht verliert. Sehr deutlich lässt sich das Leid der Opfer an ihrer körperlichen Verfassung ablesen - beneath the skin. Zoe kann kurz vor ihrem Ende ein T-Shirt für elfjährige Kinder tragen... Die körperliche Verfassung spiegelt die psychische exakt wider. Das erspart der Autorin ellenlange, tiefsinnige Seelenschilderungen, die uns nur langweilen würden.
Das Umfeld
Jedes Opfer ist in ein komplexes und stimmig gezeichnetes soziales Umfeld eingebunden. Zoes kleine Großstadtwohnung; Jennys herrschaftliches, aber unfertiges Haus, schließlich Nadias Chaotenbude. Hier treffen sich die Lebenslinien der einzelnen Frauen mit ihren Bekannten, Freunden, Kindern - ihrem Mörder. Denn alle Opfer kennen ihren Mörder schon lange vor ihrem Ende, empfangen ihn, necken ihn, vertrauem ihm sogar. Das ist das eigentlich Erschütternde an diesen drei Erzählungen: Der Killer ist immer dein Nächster, und er sieht sehr sympathisch aus.
Und die Polizei?
Obwohl sie nicht im Vordergrund steht, ist doch die Polizei natürlich ein zentraler Faktor im Fortgang der Handlung, das verbindende Element zwischen den drei Episoden. Die Bewacherinnen haben nichts zu sagen und wissen nichts. Die beratende Psychologin darf oder will nicht sagen, was los ist. Und die leitenden Inspektoren Stadler und Links führen die Untersuchung, wie es ihnen passt.
Alle lassen die Opfer im Dunkeln über das, was vorgeht, und vermitteln ihnen umso mehr das Gefühl, der Bedrohung hilflos ausgesetzt zu sein - ein gravierender Fehler, wie Nadia findet. Sie setzt dem Spuk ein Ende und erzwingt mit einem Trick die Einsicht in die Untersuchungsakten - der heilige Gral! Nur so kann sie die Initiative an sich reißen und dem Mörder auf die Spur kommen. Da sehen die Bullen ganz schön alt aus.
Unterm Strich
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"Der Sommermörder" ist in erster Linie ein psychologischer Thriller, der seine Spannung aus dem umfangreichen Vorwissen über die Opfer, den Mörder und die Polizei bezieht, aber die Frage offenlässt, wann und wie der Killer zuschlägt sowie was sein wahres Motiv ist. Der Täter genießt die zunehmende Wehrlosigkeit und Entblößung seiner Auserkorenen, was ihm ein Machtgefühl verschafft.
Sehnt sich nicht so mancher Mann nach der Entblößung der Frauen, die leicht bekleidet im sommerlichen Park flanieren (gerade jetzt, an diesen heißen Tagen)? Vielleicht kann mann sich nach der Lektüre des "Sommermörders" vorstellen, wie sich so manche Frau dabei fühlen muss.
Daraus folgt auch, dass Actionfreunde bei diesem langsamen dreifachen Tanz um das jeweilige Opfer nicht auf ihre Kosten kommen.
Zur Übersetzung
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Anfängerfehler: Auf Seite 277 und nochmal auf Seite 346 überträgt Moosmüller englisch-amerikanische "billions" eins zu eins ins Deutsche und macht daraus "Billionen", also 1000 Milliarden. Dass aber selbst in Indien nicht "Billionen" Menschen, sondern etwas über eine "Milliarde" leben, sollte sich inzwischen auch am Wohnort der Übersetzerin herumgesprochen haben. Diese Gleichsetzung ist ein typischer Anfängerfehler, den Englischlernende machen. Umso mehr verblüfft er in einer ansonsten professionellen und fehlerfreien Arbeit. (Ich stelle mir vor, wie die Übersetzerin eine Mars-Mission leiten würde: Der Aufschlag der Sonde aufgrund verwechselter Maße und Maßeinheiten dürfte bis zum Mond zu hören sein...)
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Beneath the skin, 2000; C. Bertelsmann 8/2001***, München; 412 Seiten, EU xx,00, aus dem Englischen übertragen von Brigitte Moosmüller; ISBN 3-570-00304-3
***: Der Roman soll als Goldmann-Taschenbuch im Februar 2003 erscheinen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-28 21:14:42 mit dem Titel Kinky Friedman: *Ohrensausen*: Sherlock-Holmes-Parodie in New York
Ein jüdischer Countrymusiker aus Texas stellt Kriminalermittlungen in New York City an, die Sherlock Holmes alle Ehre machen würden: Wer will Kinky ans Leder? Oder ist er gar nicht selbst gemeint und alles ein großer Irrtum?
Mit Hilfe seiner verqueren Logik, seines sarkastischen Humors und noch mehr Rauschmitteln stößt Kinky endlich auf des Rätsels Lösung. Man wundert sich, dass er noch logisch denken kann, wenn er andauernd entweder high oder besoffen ist.
Der Autor
Kinky Friedman, obwohl er in diesem Roman als Ich-Erzähler auftaucht, gibt es wirklich. Der 1945 geborene jüdische (and proud of it) Schriftsteller gründete die "berüchtigte" Country-Band "Kinky Friedman and The Texas Jewboys". Seine Kriminalromane wurden in 14 Sprachen übersetzt und erschienen u.a. im Taschenbuch bei Heyne. "Ohrensausen" ist nach Verlagsangaben "Kinkys elftes Abenteuer".
Handlung
Der Roman zerfällt in eine Rahmen- und eine Binnenhandlung. Die Rahmenhandlung dient praktisch nur als Vorwand, um die Haupthandlung, die in New York City spielt, so erzählen zu können, als wäre sie Kinkys Traumerinnerung. Als Kinky wieder aufwacht, ergibt sich eine hübsche Schlusspointe.
Auf dem Weg hoch ins Apartment seiner schönen Nachbarin Stephanie DuPont, Porschefahrerin und Hundebesitzerin, bekommt Kinky eins über die Rübe. Von wem, ist erst einmal völlig unwichtig. Hauptsache, er fühlt sich plötzlich ins Jahr 1979 zurückversetzt, also um gut 20 Jahre.
In New York City, genauer: im Künstlerviertel Greenwich Village, trifft er zum erstenmal seine Village Irergulars, einen bunten Haufen von schrägen Typen, die die bars und Clubs des Village unsicher machen. Da ist neben dem Musiker Kinky ("der Kinkster" oder "Kinkstah") noch Larry "Ratso" Sloman: Kinkys Vorstellung von Dr. Watson. Ratso macht ihm den Vorschlag, er solle Privatdetektiv werden. Sein etwas wirrer Kopf würde ihn für die Rolle prädestinieren.
Doch Ratso ist alles zuzutrauen, sogar eine höchst indiskutable Vorstellung von Privatsphäre. So muss Kinky mit seiner neuen "beischalaftechnischen Assistentin" (= BTA) Judy auf Ratsos ramponiertem Sofa des Liebesspiels pflegen, während Ratso daneben dumme Bemerkungen macht. Wie soll man sich da konzentrieren können?
Das Detektivspiel beginnt in dem Augenblick, als der meistgesuchte Revoluzzer der vereinigten Staaten Zutritt zu ratsos Wohnung erhält: Abbie Hoffman war in den seligen Sechzigern der Schrecken des Polit-Establishments gewesen, nun suchen ihn FBI und werweißnochalles. Abbie behauptet, er werde verfolgt. Tatsächlich wird schon wenig später auf ihn und sogar Kinky geschossen.
Die Dinge laufen schwer aus dem Ruder, findet Kinky, als Judy ihren toten Gatten Tim Petzel**, der in Vietnam abgestürzt war, in New York sieht - und als wenig später Kinkys Loft in die Luft fliegt. Kinky hat seinen ersten Fall. Von seinen Kumpels und ein wenig "peruanischer Marschverpflegung" (sprich: Kokain) unterstützt, klaut Kinky Hoffmans Anwaltakten und entdeckt merkwürdigerweise keinerlei Zusammenhänge. Auch Petzel wurde definitiv für tot erklärt.
Da greift er schließlich zur ultima ratio: Er wird Judy heiraten! Ob das wohl gutgehen kann? Eine Herausforderung des Schicksals...
Mein Eindruck
Diese Krimihandlung ist natürlich nur das dünnen Destillat aus einer weitaus umfassenderen Geschichte. Sie dient auch lediglich dazu, die Anfänge von Kinkys Karriere als Privatdetektiv zu illustrieren, sozusagen als Prequel.
Die "umfassendere Geschichte" ist nicht so sehr ein weiterer Handlungsstrang. Nein, das war's schon an Handlung. Vielmehr dient dieser rote Faden dem Autor dazu, die Zeit nach dem Ausklang der Sixties und am Ende der drögen, drogenvernebelten Seventies vor unserem geistigen Auge auferstehen zu lassen. Beide Jahrzehnte waren gekennzeichnet durch extrem hohen Drogenkonsum: Kokain, Hasch, Whiskey - all dies wird von Kinky und seinen Mannen in hohen und höchsten Dosen konsumiert. Immerhin geht's dabei in der Regel lustig zu.
Der "Blast from the past" des Originaltitels entspricht jedoch dem Schatten, den der Vietnamkrieg über die fröhliche Village-Szenerie wirft: Kinkys Loft fliegt durch eine militärische Handgranate in die Luft. Hier findet also eine Art der Abrechnung mit den vorhergehenden 20 Jahren statt, eigentlich aus dem Blickwinkel von 1999 (das ist der Zeitpunkt des Erzählers aus der Rahmenhandlung; siehe oben).
Sicherlich ist dieses Thema nicht jedermanns Sache - warum sollte es auch? Was man also für die lektüre mitbringen sollte: gutes Wissen über die amerikanischen Sixties und die Seventies, die damaligen Künstler (Janis Joplin & Co.) und Politiker (wer war noch gleich Senator McGovern?). Außerdem wären viel Toleranz in Sachen Drogenkonsum und viel Humor hilfreich.
Das Beste an Friedmans Roman ist jedoch sein ausgeprägtes und witziges Sprachgefühl. Er legt schon von der ersten Zeile weg ein Vergnügen an Sprachspielen und neuen Wortprägungen an den Tag, das heutzutage seinesgleichen sucht. "Autos" sind nicht profane Vehiekl, sondern "Penisse auf Rädern", und Kokain wird zur "peruanischen Marschverpflegung" geadelt (nicht ohne realen Hintergrund!). Auch sein Judentum ist Kinky etliche Witze und Anspielungen wert.
Kein Wunder, dass Friedman auf Charles Bukowski und William Burroughs steht! Dass zu dieser Lust an der Sprachkreation auch gehört, kein Blatt bezüglich Sex vor den Mund zu nehmen, dürfte nur Priester und Kastraten verwundern. Doch keine Angst: Es gibt nur eine Sexszene im Buch, aber es gibt kaum eine Zeit, zu der dem Kinkster nicht der Sinn danach, ähem, steht- etwa dann, wenn er Stephanie DuPont zu besuchen gedenkt.
Unterm Strich
"Ohrensausen" - woher stammt nur dieser blödsinnige Titel? - ist einer der ungewöhnlicheren Kriminalromane, eigentlich eher eine Travestie auf die Sherlock-Holmes-Romane. Kinky parodiert Sherlock (der ja auch kokste) für seine Leben gern, und Ratso spielt mit Hingabe den verblödeten Dr. Watson. Ein Wunder, dass die beiden Überflieger überhaupt etwas zustandebringen. Aber wie heißt es so schön: "Ich klär den Fall auf jeden Fall."
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Blast from the past, 1998; Heyne 2001, München; 240 Seiten, EU 16,90, aus dem US-Englischen übertragen von Ulrich Blumenbach; ISBN 3-453-19804-2
**: Petzel, so erklärt der Autor im Nachwort, ist das jiddische Wort für "kleiner Penis". Ein typisches Beispiel für Friedmans anzügliche Sprache.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-10 13:40:13 mit dem Titel E. Friesner: *Men in Black II*: nette Alienjagd in New Yorks Straßen
Zwei Men in Black schauen uns an, metallisch schimmernde Riesenwummen in der Hand, und sitzen in zwei Eiern. Die Botschaft des Titelbildes ist klar: Diese Männer kennen keine Gnade, wenn sie uns vergackeiern.
Dieser Roman ist die Buchfassung des Drehbuchs von Robert Gordon und Barry Fanaro. Die Autorin Esther M. Friesner macht einen guten Job, die Filmstory angemessen im literarischen genre zu erzählen. Und sie bringt eine weitere Hauptfigur ein: New York City!
Die Autorin
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Die 1951 geborene Esther Mona Friesner-Stutzman gehört zur gut verdienenden, weil fleißig schreibenden mittleren Riege des Fantasy-Genres. Sie hat seit Mitte der 80er Jahre über ein Dutzend Romane veröffentlicht, die meistens Motive und Figuren der Fantasy auf die Schippe nehmen. Am bekanntesten ist sie mit ihren amüsanten Anthologien über Amazonen geworden, von denen die erste mit dem provokanten Titel "Chicks in Chainmail" (wörtlich: Miezen im Kettenhemd) bereits 1995 erschien.
Bei uns ist Friesner bislang mit den Titeln "Druidenblut" (eine gelungene Sherlock & Watson-Parodie) und "Gestern sahen wir noch Meerjungfrauen" (eine nostalgische Fantasy um die Entdeckung Amerikas) vom Bastei-Lübbe-Verlag verlegt worden.
Mehr als eine der zahlreichen Trilogien Friesners spielt in New York City, der Stadt, in der sie sich wie in ihrer Westentasche auszukennen scheint. In "New York by Knight", "Elf Defence" und "Sphynxes High" (1986-89) treten Ritter und Drachen sowie etliche Gestalten vom Elfenpack auf, die mal wieder Schabernack treiben. Der Unterschied zu den Gestalten in "Men in Black II" ist also kaum der Rede wert.
Handlung
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Agent Jay (für Filmbesucher: Will Smith), der immer in feinem schwarzen Anzug und dunkler Sonnenbrille herumläuft, gehört einem speziellen US-Geheimdienst an: MIB, sprich: Men in Black (der Name ist irgendwie selbsterklärend). Seine patriotische Aufgabe besteht darin, Lebensformen von fremden Welten, die auf der guten alten Terra heimisch werden wollen, zu überwachen.
Doch seit Agent Kay (für Filmbesucher: Tommy Lee Jones) nicht mehr besonnen an seiner Seite steht und die Aliens überwacht, hat Agent Jay wenig Erfolg in der Eindämmung des Alien-Gesocks. Agent Tee, sein neuer Partner, lässt irgendwie die richtige Motivation vermissen. Und er kennt sich nicht aus. Bereits zum Auftakt der Geschichte macht Tee eine ganz schlechte Figur, als eine Art Moloch die U-Bahn angreift und Agent Jay den Zähnen des Monsters nur mit knapper Not und einigen Tricks entkommt. Eins schwört er sich: Er wird die Aufenthaltsgenehmigung des Aliens einziehen lassen! Doch das Monster Jeff wird noch eine wichtige Rolle spielen...
nach dieser schmachvollen Niederlage sieht Agent Jay keine Alternative als Agent Kay aus dem verdienten Ruhestand zurückzuholen. Kay arbeitet irgendwo im ländlichen Neuengland als Vorstand einer Filiale der US Mail. Und Leuten, die saudumme Fragen stellen wie Jay, verkauft er keine Briefmarken, sorry! Obwohl man Kays Erinenrung an seinen Dienst bei den MIB gelöscht hat (er wurde "geblitzdingst", aber im Buch heißt das etwas vornehmer "neuralisiert"), tummeln sich in seinem Hinterzimmer immer noch emsige Aliens.
Im MIB-Hauptquartier soll Kays Erinnerung wiederhergestellt werden. Gerade noch in letzter Sekunde, denn mit der feschen Serleena (für Filmbesucher: Lara Flynn Boyle) ist in Wahrheit ein kylothianisches Wurzelwesen auf die Erde gekommen und nichts anderes will, als einen teuflischen Zerstörungsplan verwirklichen. Um ihre Nachbarzivilisation vernichten zu können, braucht sie die Energiequelle, die als "Licht von Zartha" bekannt ist und auf der Erde versteckt wurde.
Gleich in ihrer ersten Nacht auf der Erde zeigt Serleena einem Räuber im Central Park, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist. Außerdem legt sich die Gestaltwandlerin nach einem Blick in ein bekanntes Männermagazin eine unauffällige Verkleidung zu: als Dessousmodel. Natürlich besucht sie als nächstes ihren eigenen Agenten: ein Doppelkopfwesen namens Scrad/Charlie, das sich selten einig ist. Schon wenig später sucht sie den Hüter des "Lichtes" in seinem Restaurant heim und hinterlässt für Agent Jay deutliche Spuren.
Doch während sich Jay in die bildhübsche Kellnerin Laura verliebt, erobert Serleena die Zentrale der Men in Black durch einen Hinterhalt. Dort gedenkt sie noch ein Hühnchen zu rupfen mit einem Agenten namens Kay. Es sieht nicht gut aus für Kay und Jay: Der Feind hat die eigene Festung im Sturm genommen und sie haben keine Ahnung, um was es eigentlich geht. Da kann ihnen eigentlich nur ein weiterer Alien helfen: Frank, der Mops. Schließlich kommt es zum großen Showdown über den Dächern dieser wunderbaren und wunder-vollen Metropole.
Mein Eindruck
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Auch Esther M. Friesner (EMF) trägt wahrscheinlich ein "I ??NY"-T-Shirt. Jedenfalls verrät die Art und Weise, wie sie über die Stadt und deren Bewohner - "Jeder Bewohner von New York City ist ein Auswärtiger; ist er's nicht, dann war er mal einer" - nicht nur Sympathie für die Heimat, sondern auch eine kritische Beobachtungsgabe. Sie kennt sich in Chinatown, Little Italy genauso gut aus wie am Times Square (vom World Trade Center ist natürlich keine Rede mehr!) und den dunkleren Gassen, wo schmuddelige, wenn nicht sogar schräge Videoläden ihre "Kostbarkeiten" feilbieten.
In einer dieser Videotheken stoßen Kay und Jay natürlich auf des Rätsels Lösung: der Ladenbesitzer ist ein paranoider UFOloge und Oliver-Stone-Verehrer, wie er im Buche steht. Offensichtlich sind dies für Undercover-Agenten wie die MIB die nützlichsten Leute in der Metropole der Auswärtigen...
...zu denen natürlich auch die unerkannt unter uns weilenden Aliens zählen. Die Autorin bringt es amüsant und glaubwürdig rüber, dass Aliens nicht allzu sehr auffallen würden. Schließlich dürfen sogar Aliens wie Michael Jackson, der hier einen Gastauftritt hat, im Land der Freiheit ihren, ähm, Neigungen nachgehen. Wenn es ums Singen geht, sind auch Aliens wie Mops Frank gleichberechtigt: Auf der Fahrt zum Einsatzort grölt er "I will survive".
Insgesamt ist dieses Buch nicht nur eine Prosa-Wiedergabe des Drehbuchs, sondern viel mehr. Neben der Action und der Komödie liefert es auch eine Schilderung einer der liebenswertesten Städte der Welt und ihrer bemerkenswerten Bewohner.
Zu denen auch Jeff aus der U-Bahn zählt: Auch das Monster von den Abmessungen eines mittleren T-Rex und dem gleichen Appetit muss in diesem Drama seine Rolle bis zum Schluss spielen. Es wird Serleenas letzte Ruhestätte (wenn ich mich recht entsinne; vielleicht wurde ich aber auch geblitzdingst - ich kann für alles, was ich hier erzählt habe, also keine Gewähr übernehmen).
Unterm Strich
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Eine kurzweilige und hintergründige Umsetzung der Filmhandlung, garniert mit einigen persönlichen Zutaten der amüsanten Erzählerin.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Men in Black II. The Official Novelization by Esther M. Friesner, based on the Screenplay by Robert Gordon & Barry Fanaro,2002; Goldmann 2002, Nr. 45426, München; 253 Seiten, EU 8,00, aus dem US-Englischen übertragen von Frauke Meier; ISBN 3-442-45426-3
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-21 18:40:16 mit dem Titel J. Finder: *High Crimes. Im Netz der Lügen*: Der Killer in meinem Bett
Wie gut kennt man den Menschen, mit dem man verheiratet ist? Ist der Mann der berühmten Anwältin ein psychopathischer Killer oder unschuldiges Opfer einer teuflischen Intrige?
Joseph Finders Roman ist eine spannende Kombination aus Militärintrige und Gerichtsdrama und zudem das Buch zum Film.
Der Film
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Regisseur Carl Franklin verfilmte den Kriminalroman von Joseph Finder mit den Stars Ashley Judd, Morgan Freeman und Jim Caviezel in den Hauptrollen.
Handlung
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Es fängt ganz harmlos an. Wie üblich. Tom Chapman (nicht sein richtiger Name; gespielt von Jim Caviezel) ist schon seit drei Jahren glücklich mit der erfolgreichen Staranwältin und Jura-Professorin Claire Heller (gespielt von der bildhübschen, aber für die Rolle viel zu jungen Ashley Judd) verheiratet. Claire hat ein Töchterlein namens Annie, in das beide ganz vernarrt sind.
Nach einem gepflegten Diner in Bostons Innenstadt schlendert die Familie noch durch eine Einkaufspassage, als sich unangenehm aussehende Typen in dunklen Anzügen an sie heranmachen, um Tom festzunehmen. Doch statt sich verknacken zu lassen, nimmt Tom Reißaus, während Claire nur fassungslos dem folgenden Geschehen zu folgen versucht. Als sei er ein Klon von Arnold Schwarzenegger setzt Tom mehrere bewaffnete Angreifer außer Gefecht und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.
Claire kann es nicht fassen, als ihr ein US Marshal eröffnet, dass ihr lieber Gatte ein gewisser Ronald Kubik sei und seit 13 Jahren von der Armee wegen Fahnenflucht gesucht werde. Da könnte einem doch glatt das Abendessen hochkommen.
Nach einigen Wochen, in denen Tom untergetaucht ist und sich die Aufregung etwas legt, wagt es Claire, Tom zu treffen. Sie glaubt ihm, an einem Massaker an 87 salvadorianischen Zivilisten unschuldig zu sein, und liebt ihn immer noch. Tom ein Massenmörder? Niemals, doch andererseits ist seine Vergangenheit tatsächlich erfunden oder gefälscht, wie ihr ein Privatdetektiv eröffnet. Doch wer ist Tom wirklich?
Um das herauszufinden, trifft sie ihn und glaubt dabei der ständigen Überwachung durch FBI und Marshals zu entgehen. Falscher Irrtum! Da ihr Auto verwanzt war, sind die beiden leicht aufzuspüren. Ihnen bleiben nur wenige Minuten, um sich wiederzusehen und die wichtigsten Infos auszutauschen: Ron Kubik gehörte 1985 einer Spezialeinheit der Armee in El Salvador an (Reagans dreckiger, geheimer Krieg in Mittelamerika). Man wirft ihm vor, 87 Zivilisten niedergemäht zu haben, doch er beteuert sein Unschuld erneut. Zu spät: Nervengas setzt beide außer Gefecht.
Um den nun folgenden Militärprozess vor einem Kriegsgericht gewinnen zu können, heuert Claire einen Experten dafür an: Charlie Grimes (gespielt von Morgan Freeman), der aber auch schon bessere Tage gesehen hat. Ihnen wird als Toms Pflichtverteidiger ein gewisser Terry Embry(o) zur Seite gestellt.
Die Chancen des Trios könnten nicht schlechter stehen. Die Anklage führt ein knallharter und erfahrener Profi an. Seine dunklen Hintermänner sitzen natürlich im Pentagon, aber es scheinen auch Leute aus dem CIA mitzuspielen. Der Hauptzeuge ist obendrein ein über jeden Verdacht erhabener General, der mittlerweile, nach 13 Jahren, Stabschef der Army ist. Wer würde den schon angreifen?
Claire traut sich. In der gesamten zweiten Hälfte des Buches, die der Prozess einnimmt, scheint ihre Familie zu zerbrechen und sie ihren Job zu verlieren - man kämpft mit harten bandagen und fährt schweres Geschütz auf. Sie entkommt um Haaresbreite einem Mordanschlag.
Und die ganze Zeit über ist nicht sicher, ob Ron Kubik alias Tom Chapman wirklich unschuldig ist. Bei seiner Spezialeinheit hat er schließlich gelernt, nicht nur Dokumente zu fälschen, sondern sogar Lügendetektoren auszutricksen. Und wie sich zeigt, ist er außerdem ein ausgezeichneter Schauspieler.
Mein Eindruck
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Militärs, Agenten, FBI, Privatdetektive und mittendrin ein paar aufrechte Anwälte, die versuchen, einen offenbar unschuldigen Ehemann wieder rauszuhauen. Würde man den Plot so zusammenfassen, wäre das allerdings zu kurz gegriffen. Denn Claire Heller versucht - zumindest im Buch - nicht nur, ihre Ehe und das Leben ihres Mannes (er würde im Gefängnis garantiert als lästiger zeuge umgebracht) zu retten. Sie kämpft auch gegen das gesamte Systems des amerikanischen Militärs. Sicherlich nie eine einfache Aufgabe, und noch dazu auf dem unvertrauten Boden des Militärrechts und der Militärjustiz. Ob es ihr wohl gelingt?
Natürlich erinnert das Thema "Militärgerichtsdrama" an den Film "Eine Frage der Ehere, in der Tom Cruise und Demi Moore den alten Colonel Jack Nicholson verknacken wollen (und können). Wie aus dem Handlungsabriss abzulesen ist, gibt es ein paar Unterschiede. Die Wahrheitsfindung findet nicht ausschließlich vor den Schranken des Gerichts statt, und eine große Bedeutung erhält die emotionale Bindung zwischen dem Angeklagten und seiner Verteidigerin (vor einem Zivilgericht wäre sie sicherlich als befangen ausgeschlossen worden).
Die Frage ist deshalb natürlich, ob eine Anwältin, die sich auf die Stimme ihres Herzens (und die Beteuerungen ihres Gatenn) verlässt, auch der Sache der Wahrheit dient. Das könnte eine böse Überraschung geben. Tut es dann auch. Dieser Verlauf ist schon recht spannend, allerdings neigt dieser Aspekt ein wenig unterzugehen in dem turbulenten Geschehen, zu dem sich der Prozess vor dem Kriegsgericht entwickelt. Man will stets wissen, wie die nächste Überraschung aussieht.
Das Buch hat jedoch ein paar Probleme: Alle "Guten" sind viel zu gut, die Story zu konventionell und der Verlauf zu vorhersehbar. Intelligente, versierte Krimileser wissen schon nach 50 Seiten, wie das Buch wohl ausgehen wird. Und auch die unausweichliche Pointe dürfte sie kaum vom Stuhl hauen. Was daher als Gesamteindruck bleibt, ist ein kompetent erzählter Durchschnittskrimi im Pentagonmilieu, in dessen Mittelpunkt eine heroisch kämpfende Zivilanwältin steht. So weit, so gut. Wer mehr Kick und Schmackes haben will, sollte zu Krimis von Dennis Lehane oder James Patterson greifen.
Unterm Strich
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Kompetent erzählter Durchschnittskrimi im Pentagonmilieu, in dem eine Anwältin ihren offenbar zu Unrecht beschuldigten Mann vor dem Gefängnis retten will. Zunächst halbwegs spannend, sich ab der Mitte langsam steigernd. Ziemlich gewaltfrei und daher gut für spannende Familienunterhaltung geeignet - das dürfte auch auf die Verfilmung zutreffen.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: High crimes, 1998; Heyne 1999/2002, München; 364 Seiten, EU 8,95, ISBN 3-453-19783-6
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-16 18:59:15 mit dem Titel Nicci French: *Das rote Zimmer*: Ein Zimmer voller Blut: Thriller, der Geduld lehrt
Ein Thriller um einen Frauenmörder, der uns lehrt, der einfachen und schnellen Lösung zu misstrauen und unter die gefällige Oberfläche zu graben, um in der unangenehmen Realität der menschlichen Beziehungen am Rande der Gesellschaft die Wahrheit zu entdecken.
Die "Autorin"
"Nicci French" ist der nom de plume eines britischen Autorengespanns, das sich zusammengetan hat, um folgende Thriller zu schreiben: "Der Glaspavillon", "Höhenangst", "Ein sicheres Haus", Der Sommermörder". Die Spezialität: Die Ermittlerin ist meist eine Psychologin oder Psychiaterin, die mit anderen Methoden als die Kriminaler arbeitet.
Handlung
Auch Dr. Kit (die Kurzform von Katherine) Quinn ist eine solche erfahrene Psychiaterin. Eines Abends erhält sie Besuch von der Londoner Mordkommission. Zum Glück hat sie nichts ausgefressen, sondern soll lediglich helfen, den Mord an einem jungen Mädchen aufzuklären, das an einem Kanal gefunden wurde. Die Leiche der Unbekannten ist übel zugerichtet: zahlreiche Stichwunden.
Inspektor Gil Furth hat bereits einen Verdächtigen: den vorbestraften Arbeitslosen Michael Doll. Kit kennt den Mann: Er hat sie drei Monate zuvor bei einer Routinebefragung angegriffen und schwer im Gesicht verletzt. Doll hat die Leiche gefunden und wurde gleich verknackt. Am liebsten würden die Polizisten den verhaltensgestörten Doll einsperren und den Schlüssel wegwerfen.
Doch Kit, die zwischen Mitleid und Angst hin und her gerissen ist, zwingt die Polizei, ihr vorschnelles Urteil zu überdenken und Doll freizulassen. Die Beweise sind einfach zu fadenscheinig. Kit stößt am letzten Aufenthaltsort der Ermordeten auf eine weitere zwielichtige gestalt: Will Pavic ist der Leiter des Jugendhauses, in dem jugendliche Ausreißer wie die ermordete Lianne ein- ausgehen. Pavic sieht gut aus, doch warum hat er seine Karriere als Börsenmakler und Investmentbanker aufgegeben, um in diesem Dreckloch zu schuften?
Nachdem Kit den Tatort eines weiteren Frauenmordes in Hampstead begutachtet hat, zieht sie eine verblüffende Verbindung zwischen den beiden Toten. Obwohl die Polizisten an ihrem Verstand zweifeln, veranlassen sie einen Fasernvergleich: Volltreffer! Und wer wird Held des Tages? Natürlich Oberinspektor Oban und nicht etwa Kit Quinn.
Bei ihren Nachforschungen beginnt Kit eine heiße Liebesaffäre mit Will Pavic, und uns schwant schon Übles. Als eine weitere Frau überfallen wird, aber lebend davon kommt, taucht nun wieder der unheimliche Michael Doll auf. Wenig später erfüllt sich Kits Schreckensvision von einem roten Zimmer: Die Wohnung Dolls ist voller Blut...
Wer ist der Frauenmörder wirklich? Und wird Kit sein nächstes Opfer?
Mein Eindruck
Nach dem extrem dichten und spannenden "Sommermörder" wurde ich mit "Das rote Zimmer" leicht enttäuscht. Ich hatte eine spannendere, schnellere Handlung erwartet. Aber French macht es dem Leser nie leicht. Es dauert eine ganze Weile, bis ihre Heldin das vielschichtige Puzzle aus Indizien zusammengesetzt hat. Im vorliegenden Buch dauert es bis fast zur letzten Seite. Man sollte also Geduld aufbringen.
Quinn ist selbst frühzeitig eine Waise geworden, als sie ihre Mutter verlor. Wohl deswegen verspürt sie ein hohes Maß an Mitgefühl für jene jungen Menschen, die, wie die tote Lianne, auf der Schattenseite des Lebens stehen und keinen Fuß auf die Erde kriegen. Die im Gegenteil sogar noch dafür verachtet und an den Rand verbannt werden.
Für Kit wird die Suche nach dem Frauenmörder nicht nur ein gewöhnlicher Kreuzzug gegen das Verbrechen, sondern eine persönliche Suche nach Erlösung von dem Trauma des Verlassenwerdens, des Ungeliebtseins. Daher auch die Alpträume vom roten Zimmer: Dort warten die schlimmsten Ängste. Man sollte die Tür stets fest geschlossen halten. Manchmal geht das aber nicht.
In den Gesprächen mit den jugendlichen Ausreißern, aber auch mit den Hinterbliebenen der getöteten Frau eines wohlhabenden Mannes stößt Kit immer wieder auf die eigene Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit. Daher lässt sie sich auf einen Mann wie Will Pavic ein: "the comfort of strangers".
Die Aufklärung des Falls erschien mir keineswegs zwingend. Vielleicht ist die Lösung nur für eine Frau, namentlich eine Mutter offensichtlich und nachvollziehbar. Daher erschien mir der Handlungsverlauf relativ willkürlich, wenn er auch stets überschaubar bleibt: Das Personal ist nur ein kleiner Kreis aus Verdächtigen. Immerhin gibt es gegen Schluss einen gefährlichen Showdown, der der zu einer Lösung aus einer völlig unerwarten Richtung führt.
Unterm Strich
Ein psychologischer Thriller der Mittelklasse, der es zwar nicht mit Größen wie Jeffrey Deaver, Michael Connelly und Dennis Lehane aufnehmen kann, aber dafür mit einer spezifisch weiblichen Sichtweise aufwartet und so die Ermittlungen aus einem völlig anderen Blickwinkel als sonst angeht - vielleicht ähnlich wie bei Minette Walters und Patricia Cornwell.
Die Übersetzung
... ist in Ordnung, aber mich haben zahlreiche Tippfehler gestört. Da wird aus einem "n" ein "m" und aus einem "h" ein "b". So wird etwa auf Seite 335 aus "Ausgeben" ein "Ausgehen". Zum Glück ergibt beides im Kontext einen Sinn.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: The red room, 2002; Bertelsmann 8/2002, München; 416 Seiten, EU 22,90, aus dem Englischen übertragen von Birgit Moosmüller; ISBN 3-570-00589-5
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-17 19:17:50 mit dem Titel J. Fisher: *Der Herr der Ringe - Die Zwei Türme. Das offizielle Begleitbuch*: Fehlerhaft!
Die Verfilmung des 2. Teils des "Herrn der Ringe" kommt in wenigen Wochen in unsere Kinos - Zeit also auch für Runde 2 bei den Begleitbüchern. Dieser "visuelle Begleiter" besticht wie schon seit Vorgänger durch die Qualität der Fotos und weniger die der Begleittexte. Wer nur Fotos haben möchte, greift lieber zum preisgünstigeren Band "Fotos aus Mittelerde": Er kostet nur 9,90 EU statt 15,00.
Die Autorin
Jude Fisher ist mehr für ihre unter dem Pseudonym Gabriel King geschriebenen Katzenromane bekannt. Sie hat 20 Jahre lang als Buchhändlerin und Verlegerin gearbeitet. Die Skandinavistin interessiert sich speziell für altisländische Texte - da liegt sie mit Viggo Mortensen auf der gleichen Wellenlänge. Von ihr stammt das "Offizielle Begleitbuch" zum 1. Herr der Ringe-Film "Die Gefährten".
Inhalte
Das Vorwort stammt von Viggo Mortensen, der den "Aragorn" mit großer Überzeugung und Ernsthaftigkeit spielt (die Special Extended Edition belegt dies erneut). Der Familienvater, Musiker und Lyriker Mortensen entpuppt sich hier als Philosoph, der durchaus so illustre Geister wie Schopenhauer, Gandhi und Chief Seattle zu zitieren weiß. Er erklärt uns, was das Buch "Der Herr der Ringe" mit uns zu tun haben könnte. Insbesondere geht er auf die Handlung des 2. Teils ein, der bald in unsere Kinos kommt.
Hier treffen Sarumans Truppen und König Théodens Reiterarmee (unter der Leitung von Gandalf dem Weißen und Aragaorns) aufeinander. Aber auch der Wald von Fangorn speilte eine unerwartete Rolle. Mortensen setzt alle Elemente zueinander in Beziehung und bietet eine Erklärung an, die sich sowohl politisch als auch ökologisch verstehen lässt. Jedenfalls ein interessanter Beitrag.-
Die Gefährten haben sich getrennt. Dementsprechend ist auch die Darstellung aufgeteilt. Frodo und Sam folgen der "Ring-Quest", treffen auf den zweilichtigen Gollum und den Gondor-Hauptmann Faramir, Boromirs Bruder. Sie durchqueren die Totensümpfe und gelangen ins umkämpfte und von Faramirs Männern bewachte Ithilien. Von hier aus werden sie nach Osgiliath und weiter nach Minas Morgul weiterreisen.
Der andere Handlungsstrang - "Die Reise der Gefangenen" - ist wiederum gespalten. Einerseits gelangen Merry und Pippin, die von den Uruk-hai gefangengenommen wurden, in die Freiheit und landen im urigen Fangornwald, wo sie Baumbart kennenlernen. Zum anderen stoßen die ihnen folgenden Gefährten Aragorn, Legolas und Gimli ihren Spuren, stoßen auf Rohankrieger und gelangen ebenfalls nach Fangorn. Dort schließt sich ihnen der "zurückgesandte" Gandalf der Weiße an.
Am Hofe Rohans in Edoras kommt das Quartett gerade rechtzeitig an, um König Théoden vor einer verhängnisvollen Entscheidung und seinem Untergang zu bewahren. Sarumans Spion Gríma Schlangenzunge (Brad Dourif aus David Lynchs DUNE) will den König stürzen, das Königreich Saruman in die Hände spielen und als Lohn die schöne Eowyn gewinnen. Da hat er sich geschnitten!
Nachdem das Quartett die Lage bereinigt hat, bietet Théoden seine Truppen auf und schickt alle Zivilisten in die Festung Helms Klamm. Dorthin ziehen sich angesichts eines Ork- und Uruk-hai-Heeres auch die Kämpfer zurück. Es kommt zur Entscheidungsschlacht.
Unterdessen fällt Arwen Abendstern (Liv Tyler) in Elronds Haus eine folgenschwere Entscheidung: Sie entsagt ihrer Unsterblichkeit, um Aragorn lieben und heiraten zu können. Der Geliebte kämpft derweil in strömendem Regen gegen eine Übermacht stinkender Orks...
Diese Schlacht ist nicht nur mit Filmfotos dokumentiert. Wenn man die Doppelseite auseinanderklappt, erhält man auf vier Seiten einen schematischen Überblick über den Verlauf der entscheidenden Schlacht. Die einzelnen Angriffe und Truppenbewegungen sind chronologisch nummeriert und aufgelistet. Hier verliert also niemand den Überblick. Filmfotos sind in die Karte eingeklinkt.
Soviel ist schon mal klar: Diese Schlacht wird der absolute Höhepunkt des zweiten Teils der Trilogie. Dafür steht, anders als im 1. Teil, nicht mehr der Ringträger im Zentrum der Handlung.
Mein Eindruck
Hauptaufgabe dieses 2. "offiziellen Begleitbuchs" ist es laut Untertitel, die "Figuren, Landschaften und Orte Mittelerdes" vorzustellen. So soll auch ein Zuschauer, der das Buch nicht kennt, mit dem Film von Peter Jackson zurechtkommen. Das Vorhaben gelingt auch auf weiten Strecken, aber nicht immer.
Wer sich an den Text (und nicht an das Tolkien-Buch) hält, stößt unvermutet auf eine Erklärungslücke. Gerade noch wurden Aragorn und Co. von Rohankämpfern gefangengenommen. Doch bei ihrem nächsten Auftauchen sind die drei Gefährten schon wieder frei und dringen in Fangorn ein, wo sie Gandalf treffen. Was ist zwischen Szene A und B passiert? Gelten Gefangennahmen nichts mehr? "Kleiner Scherz am Rande"?
Genauso in Ithilien: Frodo und Sam werden von Faramirs Männern geschnappt, später aber wieder freigelassen, um nach Mordor (ausgerechnet) weiterziehen zu können. Wir erhalten herzlich wenig Erklärungen für Faramirs Entscheidung. Unter der Überschrift "Ithilien" findet sich auf S. 14 ein offensichtlicher Fehler. Das Morannon, das Tor nach Mordor, vor dem Frodo und Sam verzweifeln, wird als das "Dunkle Tor Morias" bezeichnet (zu sehen sind Truppen der Ostlinge). Das ist nur fast richtig, auch wenn's gut klingt. Moria liegt schon lange hinter den Gefährten.
Gar kurios ist die "komplett neue Karte Rohans", die am Buchanfang abgedruckt ist. Die linke Seite wurde ins Deutsche übersetzt, doch alles was auf die rechte Seite hinausragt (Mordor etc), steht da in spanischer Sprache. Hmmm! Wer will, kann sich also für die "Montanas de la Sombra" statt für die Schattenberge begeistern. Sei's drum! Lustig wird es aber, wenn auf der linken Seite von Wegmeilen und rechts von Leguas die Rede ist....
Die Erklärung für diesen Druckfehler dürfte in der Hintergrundillustration der rechten Seite zu finden sein. Dafür gab es offenbar keine deutsche Druckvorlage. Der Text wiederum ist - natürlich oder Gottseidank? - in deutsch.
Unterm Strich
Eine schön bebilderte Einführung in die Handlung der Verfilmung - nicht in die der Buchvorlage (im 2. Teil kommt Arwen leider überhaupt nicht vor). Zahlreiche Völkerschaften, neue Ungeheuer (Warge, Ents, Gollum) und Personen werden hier eingeführt, über die man Bescheid wissen sollte. Der Schlachtplan ist sicher sehr hilfreich für die Orientierung: Der Überblick über eine Schlacht, die im Regen gefochten wird, ist in aller Regel recht begrenzt.
Über die Fehler des Buches sollte man Bescheid wissen, aber der Autorin daraus keinen Strick drehen. Sie hat als Ausgleich ein nachdenkenswertes Vorwort eines Hauptdarstellers aufgenommen. Ich gebe daher eine bedingte Empfehlung ab.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: The Lord of the Rings: The Two Towers. Visual Companion, 2002; Klett-Cotta, Stuttgart, und Burgschmiet Verlag, Nürnberg; 11/2002; 72 Seiten, EU 15,00, ISBN 3-608-93505-3, aus dem Englischen von Hans J. Schütz
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-19 17:31:07 mit dem Titel Fr. Forsyth: *Der Lotse*: Spannende Weihnachtsgeschichte
Der bekannte Thrillerautor Forsyth war in jungen Jahren Jetpilot der Royal Air Force. Er erzählt hier eine Weihnachtsgeschichte, die sich in seiner Karriere hätte zutragen können. Mit dem Unterschied, dass der Lotse, der darin vorkommt, gar nicht existieren kann.
Der Autor
Frederick Forsyth, geboren am 25. August 1938 in der Grafschaft Kent, war mit 19 Jahren der jüngste jetpilot der Royal Air Force. Nach seinem Ausscheiden 1958 wurde er Journalist und war als Auslandskorrespondent tätig. Ab 1965 arbeitete er als Fernsehreporter der BBC und berichtete aus Krisen- und Kriegsgebieten. Heute lebt er als freier Autor in London. Bereits mit seinem ersten Roman "Der Schakal", der zweimal verfilmt wurde, erreichte er weltweit Bekanntheit. Wichtig sind auch seine Romane "Die Akte ODESSA" und "Das vierte Protokoll".
Der Sprecher
Joachim Höppner, bekannter Synchron- und Radiosprecher, lebt in München. Er leiht seine Stimme Stars wie Jean Reno, Paul Newman und Donald Sutherland. Die vorliegende Fassung des Hessischen Rundfunks ist ungekürzt.
Handlung
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Am Heiligabend 1957 fliegt der Ich-Erzähler von einem Flughafen der Britischen Besatzungszone in Celle nach Hause. Er ist ein junger Jetpilot in einem einsitzigen Düsenjäger vom Typ Vampire, der mit 830 Kilometern pro Stunde über die Nordsee gen Heimat donnert, um dort die Weihnachstage zu verbringen.
In 9 km Höhe über dem Meer fällt die Elektronik aus, also Kompass und Funkgerät. Er kann keine Hilfe rufen, und der Sprit geht bald zur Neige. Bei Nacht kann er sich nicht an Landmarken orientieren, und da über Ostengland dichter Nebel herrscht, kann er nicht einmal nach Sicht landen. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen, der Sprit reicht nicht.
Als unser Pilot bereits mit dem Leben abgeschlossen hat - im eisigen Wasser der Nordsee dürfte er nur wenige Minuten überleben -, taucht plötzlich eine uralte Propellermaschine aus dem 2. Weltkrieg auf, ein längst außer Dienst gestellter Jagdbomber vom Typ Mosquito. Doch der Pilot bietet ihm Lotsendienste an, die der in Bedrängnis geratene Jetpilot gerne annimmt.
Nach einer wackeligen Landung im Blindflug verschwindet der Lotse, doch als unser Pilot sich auf diesem stillgelegten RAF-Flugplatz nach seinem Lebensretter erkundigt, erlebt er eine handfeste Überraschung nach der anderen. Vielleicht gibt es doch einen dort oben, der uns schützt.
Mein Eindruck
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Die Geschichte ist von A bis Z erzählt, als wäre sie direkt aus dem Leben gegriffen. Aufgrund der Lebenserfahrung des Autors stimmen alle Einzelheiten aufs genaueste. Und so können wir genau nachvollziehen, in welcher Bedrängnis der junge Jetpilot steckt und welches Wunder seine Rettung darstellt. Dies ist sehr spannend erzählt.
Doch der unausweichliche Schluss, zu dem der Leser kommen muss, wenn er den Fakten glaubt, ist so schwer zu akzeptieren, dass man einen "leap of faith" machen muss. Aber genau deswegen ist dies eine schöne, passende Weihnachtsgeschichte und kein Fliegerlatein.
Unterm Strich
Forsyth hat sein handwerk bei der Luftwaffe und im Journalismus gelernt. Voll Authentizität erzählt er eine ebenso spannende wie unglaublich klingende Geschichte, die gut zu Weihnachten passt.
Der Preis
Obwohl die Übersetzung ausgezeichnet gelungen ist, verstehe ich nicht, warum der Verlag für eine einzige Music Cassette (oder wahlweise 2 CDs) rund 38 Mark verlangt, also 19 Euro. Das muss wohl etwas mit dem großen Namen des Autors zu tun haben.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: 1975; Heyne/Hamburger Hörbuchverlag 10/2002, München; 85 Minuten, aus dem Englischen von Rolf und Hedda Soellner; EU 19,00, ISBN 3-89903-067-2 (MC)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-29 17:06:06 mit dem Titel Ken Follett: *Die Leopardin*: Follett vom Feinsten!
In seinem neuesten Roman kehrt Ken Follett zu den Szenarien von "Die Nadel" und "Das zweite Gedächtnis" zurück, zwei seiner kommerziell erfolgreichsten Romane: der Zweite Weltkrieg und die Agenten, die in dieser Ära ums Überleben kämpfen. Diesmal geht's um die Vorbereitung der alliierten Invasion in der Normandie 1944. Die Handlung ist enorm spannend und actionreich.
Der Autor
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Ken Follett, geboren 1949, war 27 Jahre alt, als er den Thriller "Die Nadel" schrieb, in dessen Mittelpunkt ein deutscher Spion im englischsprachigen Ausland stand (großartig verfilmt mit Donald Sutherland in der Titelrolle). Folletts größte Bucherfolge waren "Die Säulen der Erde", "Die Pfeiler der Macht" und "Das zweite Gedächtnis", welches ebenfalls Geheimagenten zu tun hat. Follett lebt abwechselnd in London und auf dem Land.
Der Sprecher
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Joachim Kerzel ist deutsche Stimme von Dustin Hoffman, Jack Nicholson und fast allen Stephen-King-Hörbüchern. Kerzel spricht die Szenen mit Major Dieter Frank. Seltsamerweise erschien mir die Tonaufnahme seiner Szenen als gedämpft und von geringer Präsenz. Möglicherweise lag es an der Aussteuerung seiner bassbetonten Stimme.
Die Sprecherin
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Franziska Pigulla spricht die Szenen mit Felicity Clairet, der "Leopardin" und Anführerin der "Dohlen". Ihre Tonaufnahme ist von erstaunlicher Präsenz und sehr klar. Ganz gleich, ob sie sanft und weich Liebeserklärungen haucht oder mit größter Lautstärke Befehle oder Flüche brüllt, so kommt sie stets völlig glaubwürdig und lebendig herüber.
Die Handlung
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Frankreich/England. Wir schreiben das Jahr 1944. Die Invasion der Alliierten in der Normandie soll in Kürze, am 6. Juni, stattfinden. Im von den Deutschen besetzten Frankreich kämpfen die Frauen und Männer der Résistance für die Freiheit ihres Landes, sabotieren Versorgungseinrichtungen und Eisenbahnlinien. Die Reaktion der Wehrmacht auf die Invasion muss um jeden Preis verzögert werden.
Felicity Clairet, genannt "Flic(k)" und "Die Leopardin", ist eine britische geheimagentin, die undercover in die Résistance mitarbeitet. Gleich in der ersten Szene des Hörbuches "sehen" wir sie in waghalsigem Einsatz bei einem Angriff der Résistance auf eine deutsche Nachrichtenzentrale im Schloss von Sainte Cécile. Der Angriff geht aufgrund falscher Geheimdienstinfos völlig daneben: Mehrere Angreifer sterben drei geraten in Gefangenschaft, und Flic kann ihren verwundeten Mann Michel gerade noch aus der Kampfzone schleppen.
Seitenwechsel (nun spricht J. Kerzel). Bei dem Angriff war gerade der persönliche Abgesandte Felmarschall Rommels, Major Dieter Frank, vor Ort, um die Sicherheitsvorkehrungen der Nachrichtenzentrale zu inspizieren. Die Laxheit der Maßnahmen, die sein früherer Kollege Weber veranlasst hatte, treibt ihn zur Weißglut und hätte ihn fast das Leben gekostet. Erwin Rommel gewährt ihm freie Hand, die drei Gefangenen zu "verhören". Darunter versteht Frank psychische, aber auch brutalste physische Folter. (Dies sind keine Szenen für Zimperliche!) Durch die erzwungenen Aussagen kommt Major Frank der Geheimagentin Felicity Clairet auf die Spur. Bald kennt er die gesamte Résistance-Struktur. Dem Widerstand steht ein schwarzer Tag bevor.
Szenenwechsel (zu Pigulla). Flic hat nur noch zehn tage Zeit, um einen tollkühnen Plan in die Tat umzusetzen, der dem Krieg in Europa die entscheidende Wende geben soll. Um in die strategisch wichtige Nachrichtenzentrale der deutschen Truppen in der Normandie (die Telefonleitungen sind abhörsicher; nach ihrer Zerstörung muss die Wehrmacht auf abhörbaren Funk umsteigen) einzudringen, will sie deren Putzkolonne infiltrieren. Die besteht nur aus Frauen, momentan aus Französinnen.
Doch woher solche wagemutigen, um nicht zu sagen: todesmutigen Frauen nehmen? Sie schaut sich bei Todeskandidatinnen in Gefängnissen um, bei abgelehnten Möchtegernagentinnen, ja sogar unter gelangweilten Adelstöchtern wird sie fündig ("Die Männer dürfen kämpfen - und wir?"). Diese Szenen sind von ungewöhnlicher Komik und warten zudem mit Überraschungen auf: Denise ist eine Schwätzerin, Ruby eine liebestolle Zigeunerin, Maude und Diana ein lesbisches Paar und "Greta" schließlich ein deutschstämmiger Transvestit. Flic selbst verliebt sich in den Soldaten Paul Chancellor, der daher noch später eine Rolle spielen wird.
Und nachdem sie ihren zusammengewürfelten Haufen unter dem Codenamen "Die Dohlen" beisammen hat, bleiben ihr noch neun Tage, um sie zu Sprengstoffexpertinnen und Nachrichtenhandwerken auszubilden. Prost Mahlzeit! Doch sobald sie Frankreich abgesetzt worden sind - die Invasion drängt schon --, wird dort bereits ein bestens informierter Feind auf sie warten: Major Dieter Frank und die Gestapo.
Mein Eindruck
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Das Buch beginnt, wie angedeutet, mit Action und endet mit einem actionreichen Showdown, dazwischen findet der Autor noch Zeit für ebenso humorvolle wie erotische Episoden. Fortwährend wird die Spannung aufrechterhalten durch die Versuche der Deutschen, in die Résistance einzubrechen sowie den Funk der Briten mit den Widerstandskämpfern abzuhören - bis man ihnen auf die Schliche kommt.
---Gute Charakterzeichnung---
Die Figuren sind ausgewöhnlich klar gezeichnet. Das trifft natürlich besonders für die zwei Kontrahenten Felicity Claret und Dieter Frank zu: Beide haben Liebesinteressen, können aber auch knallhart sein und Menschen töten. Dazwischen liegen alle möglichen Zwischentöne.
Aber auch die Mitglieder des Dohlen-Teams werden vom Autor liebevoll gezeichnet - siehe oben - mit den bekannten Effekten. Und sie zeigen daher auch allzu menschliche Schwächen. Kaum in Paris angekommen, vertagt sich das Liebespaar Diana und Maude bereits ins Hotel Ritz, um dort "einmal anständig zu essen". Dummerweise essen dort auch SS, Gestapo und Wehrmacht...
So zeigt der Autor die Agenten und Agentinnen der Briten, wie sie als ganz normale Menschen Kopf und Kragen riskieren, nicht wie James Bond als Superman mit "Gadgets, Guns und Girls" (Lee Tamahori, Regisseur des aktuellen Bondfilms). Und er zeigt, welchen Preis die einheimische französische Bevölkerung zahlen muss, um diesen Agenten zu helfen: ständige Verfolgung und Unterdrückung. Allzuoft ist der Preis der Freiheit das eigene Leben. Jeden Abend gehen von Paris und Reims die Viehwaggons zu den KZs ab...
---Schnelle Action, dubiose Gewalt---
Wenn die Action losgeht, heißt es, sich zu konzentrieren und gut zuzuhören. Die Szene wandelt sich rasend schnell, die Aktionen folgen Schlag auf Schlag. Auf dem Höhepunkt wechseln sich die Sprecher in Szenen ab, die nur jeweils zwei bis Minuten dauern. Beinahe schon ein Stakkato. Erst wenn alles überstanden ist, wechselt der Rhythmus: Ruhe kehrt ein, wenn jeder der Hauptakteure sein persönliches Schicksal findet, sei es das der Sieger oder das der Verlierer.
Was mich sehr erstaunt und gestört hat, ist der unerwartet hohe Gehalt an gewalttätigen Szenen im Buch. Das gilt insbesondere für die Folterszenen Dieter Franks und der Gestapo - hier nimmt Follett kein Blatt vor den Mund. Überhand nimmt das aber während des Finales im Schloss von Sainte Cécile. Man kann sich die Szenen geradezu als Horrorshow vorstellen, veranstaltet von Felicity Clairet. Ich würde solche Szenen keinem Jugendlichen unter 16 Jahren zumuten.
---Die Leistung der Sprecher---
Wie gesagt, hat mit Franziska Pigulla sehr gut gefallen. Ich habe mich auf jede ihrer Szenen gefreut. Merkwürdig war die gedämpfte Tonqualität von Kerzels Szenen; sie hätte besser sein können. Dennoch erweckt er seinen "Dieter Frank" ebenso lustvoll und engagiert zum Leben, wie es Pigulla mit Felicity und ihren "Dohlen" tut.
Unterm Strich
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Dieses Hörbuch bietet eine gekürzte Romanfassung. Die Kürzungen haben dazu geführt, dass die Action ein Übergewicht bekommen hat: Die Handlung schreitet äußerst rasch und zielgerichtet voran. Lediglich in der Mitte der Geschichte ist dem Zuhörer eine gewisse Entspannung gegönnt, bevor es mit voller Power wieder losgeht.
Ich weiß nicht, ob diese Geschwindigkeit und Spannung, die hohe Konzentration erfordern, gut oder schlecht für Autofahrer ist. Es sorgt sicherlich nicht für Langeweile. (Hörbücher sind bei Fernfahrern und anderen Langstreckenfahrern wie etwa Vertretern und Außendienstler recht beliebt, wie ich hörte.)
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Jackdaws, 2001; LübbeAudio 10/2002, Bergisch Gladbach; 6 CDs mit 444 Minuten Laufzeit, ISBN 3-7857-1213-8, Preis: EU 29,90. Bei Amazon.de kostet das Hörbuch nur noch EUR 23,90, gebraucht ab EUR 19,00.
Wenn ich richtig informiert bin, so soll dieser Roman verfilmt werden. Die Rechte hat Dino de Laurentiis. weiterlesen schließen
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