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Tests und Erfahrungsberichte
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Der Schein trügt....
23.09.2002, 17:51 Uhr von
Klamotte
Hi ! Ich bin weiblich, 34 Jahre alt, heiße Anja und habe 3 Kinder! Dazu kommt noch ein Hund, ei...5Pro:
super spannend
Kontra:
nichts für zarte Gemüter
Empfehlung:
Nein
Molly Katz ist eine Autorin, die zwar erst drei Bücher veröffentlicht hat, aber trotzdem mit jedem in der Bestsellerliste war. Auf Liebe und Tod ist das zweite Buch von ihr. Es gehört mit zu meinen Lieblingsbüchern, die man bestimmt öfter als einmal liest.
Bei :Auf Liebe und Tod handelt es sich um einen Roman. Es hat 383 Seiten.
Die Autorin:
Molly Katz, geboren und aufgewachsen in New York , besuchte die Boston University, bevor sie als Fernsehjournalistin arbeitete. Nach ettlichen Veröffentlichungen in der New York Times und der Cosmopolitan eroberte ihr erster Roman „Rühr mich nicht an“ auf Anhieb die Spitzenplätze der Bestsellerlisten und wurde in zwanzig Sprachen übersetzt. Molly Katz lebt in Westport, Conneticut, und arbeitet an ihrem nächsten Buch.
Das Buch ist im Blanvalet-Verlag erschienen.
Die ISBN ist 3-442-35065-4
Der Preis für das Buch war 14,90 DM also jetzt zirka um die acht Euro.
Die Chirurgin Dr. Caron Alvarez arbeitet in einem Krankenhaus, als eines Tages der berühmte Schauspieler Harry Kravitz mit seinem Sohn Josh in der Notaufnahme ankommt.
Der Junge hat eine gebrochene Nase und Caron soll sie richten.
Als Dank für ihre gute Arbeit, lädt sie Harry zum Essen ein. Dort kommen sich die beiden näher .
Caron, die schon eine Ehe hinter sich hat, die wegen Kinderlosigkeit geschieden worden ist, freut sich auf eine heile Familie und Josh, den sie wie ihren eigenen Sohn annimmt. Deshalb nimmt sie den Heiratsantrag von Harry gerne an!
Sie leben in perfekter Harmonie und alles scheint gut zu laufen....
Die Frau, die liebt ist blind!
Wenn Harry mal wieder einen seinen Ausraster bekommt, ungerecht ist oder sie anschreit, schiebt Caron, daß auf den Streß, den er bei der Arbeit hat. Er entschuldigt sich auch jedesmal dafür und bringt ihr danach riesige Geschenke.
Aber eines Tages kann sie die Augen nicht mehr verschließen als Josh ihr beichtet, daß Harry es war, der ihm die Nase gebrochen hat, bevor sie zu ihr in das Krankenhaus kamen.
Caron zieht daraus ihre Konsequenzen. Sie bittet Harry abends um ein Gespräch und konforontiert ihn mit den Tatsachen. Sie sagt ihm, daß sie die Scheidung will und das sie Josh mitnehmen wird...
Harry, der schon das Bild in der Zeitung vor sich sieht: Berühmter Star, mißhandelt sein Kind!, flippt völlig aus! Er mißhandelt und vergewaltigt Caron aufs Gröbste. Als er anfängt sie zu würgen und sie schon meint, sie müsse sterben, steht Josh im Zimmer. Sein Vater läßt von seinem Vorhaben ab. Caron nimmt sich den Jungen und flieht!
Ihr erster Weg, als Ärztin weiß sie was zu tun ist, führt sie auf die nächste Polizeistation. Als sie dort den Namen ihres „ach so berühmten Mannes“ erwähnt, glauben ihr die Polizisten kein Wort! So ein netter Mann....
Völlig verzweifelt sucht sie sich ein Hotelzimmer. Dort hat der Portier nichts eiligeres zu tun, als Harry anzurufen um ihn zu verständigen, daß seine Frau dort ist. Schließlich weiß sie sich nur einen Rat. Sie läßt sich in ein Frauenhaus bringen. Genau dorthin hat Harry aber schon einen Killer geschickt. Die Flucht nimmt ihren Lauf.
Mit Josh unterwegs in einem Auto, daß sie einer Frau von der Straße abgekauft hat, hört sie Nachrichten. Dort behauptet ihr Mann, daß sie nicht mehr Herr ihrer Sinne ist und an einem gefährlichen Hirntumor leidet. Jeder, der sie sieht soll ihn benachrichtigen! Damit ist Carons Ehemann fein aus der Sache raus. Niemand wird ihr glauben, denn er ist ja der schillernde Star und der nette Junge von nebenan. Caron hat nur eine Möglichkeit. Sie muss den Beweis bringen, daß sie nicht geisteskrank ist und die Vergangenheit ihres Ehemannes aufdecken. Dazu bleibt ihr nicht viel Zeit, denn Harry hat seine Fans überall!
Hat Caron eine Chance Josh und sich in Sicherheit zu bringen? Oder wird Harry siegen, wie er es gewöhnt ist?
Sind wirklich alle Menschen so verblendet, daß sie nicht zwischen Fernsehen und der Realität unterscheiden können oder sind da doch Menschen, die sich auf Carons Seite stellen, weil sie wissen, was für ein Mensch Harry Kravitz wirklich ist?
Am besten lest ihr das Buch, dann wißt ihr Bescheid. Mehr wird hier nämlich nicht verraten!
Ich kann nur soviel schreiben, daß alle 383 Seiten mit Spannung und Action geschrieben sind. Wenn man das Buch einmal angefangen hat, fällt es sehr schwer wieder aufzuhören. Molly Katz ist eine Meisterin der Intrigen und der Hochspannung!
Lieben Gruß, Anja weiterlesen schließen -
"Das Geschenk der Delphine" Von Kirsten Kuhnert
Pro:
tolle Geschichte
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Nun kommt die Meinung über das zweite Buch, das ich vor kurzem in einem Wühltisch bei Walmart entdeckt habe: „Das Geschenk der Delphine“ von Kirsten Kuhnert. Als ich es zur Kasse geschleppt habe, wusste ich eigentlich noch gar nicht, worum es geht, aber als ich das Cover gesehen habe, musst ich gleich an die Delphin Therapie in Florida denken. Als wir dann im Auto saßen, habe ich schon befürchtet irgendeine Tier Dokumentation gekauft zu haben. Wir hatten es wirklich wahnsinnig eilig, da es ja Samstag war und schon nach Ladenschluss. Aber Gott sei Dank habe ich richtig gelegen, es geht in diesem Buch tatsächlich über die sicher jeden aus dem Fernsehen bekannten Delphintherapie in Key Largo, Florida.
DER INHALT
Als die kleine Kira 4 Monate alt ist, wird sie getauft. Natürlich darf die Feier danach nicht fehlen und so feierte die ganze Familie fröhlich im Golfclub. Kirsten und ihr Mann entfernen sich zur von der Gesellschaft, im Wissen das Kira und ihr großer Bruder sich unter der Aufsicht der restlichen Familie befinden. Doch als sie wieder kommen, ist Tim verschwunden. Panisch suchen alle nach ihm und nach wenigen Minuten werden sie fündig: Tim liegt leblos im Swimmingpool.
Die sofortige Wiederbelebung ist zwar erfolgreich, aber von diesem Moment an, ändert sich das Leben der Familie Kuhnert völlig. Denn der 2jährige Timmy ist schwerst behindert. Er kann sich nicht mehr bewegen, verständigen (an laufen und reden ist gar nicht denken) und kämpft mit heftigen Krampfanfällen. Die Ärzte geben Tim auf, doch seine Mutter Kirsten, will das nicht wahrhaben und kämpft. Sie probiert verschiedene Therapien aus und stößt dabei auf den ein oder anderen angeblichen Wunderheiler. Doch leider alles ohne Erfolg. Doch dann stößt sie auf die Therapeutin Barbara Schweitzer, die genau so an Timmy glaubt wie seine Mutter. Zusammen schaffen es die beiden Frauen zu beweisen, das Timmys Behinderung rein körperlich ist. Er versteht alles was man ihm sagt. Einem ungläubigen Arzt, zeigen sie Timmys (zu diesem Zeitpunkt) einzige Fähigkeit zu reagieren: Er hebt nach Anforderung den Kopf. Das ist der eindeutige Beweis, es muss hart gearbeitet werden, den Timmy hat eine Chance auf ein besseres Leben.
Durch Zufall wird Kirsten auf die Delphintherapie aufmerksam. Da die Familie nicht grade arm ist, besteht kein Zweifel, dass Timmy sobald wie möglich nach Key Largo zu den Delphinen reisen soll. Gesagt, getan, ein paar Wochen später befindet sich die ganze Familie in Florida. Anfangs ist Kirsten noch ein wenig skeptisch, als sie merkt, dass die Delphine neben der Therapie eine recht untergeordnete Rolle spielen. Doch schnell wird ihr klar, dass auch die Delphine keine Wunderheiler sind, sondern dass sie nur eine stark unterstützende Wirkung auf die eigentlich Therapie haben und den Kindern helfen sich zu öffnen.
Und plötzlich geschieht ein kleines Wunder: Timmy lacht. Er lächelt nicht, so wie er es nach seinem Unfall schon hin und wieder getan hat, sondern er lacht laut und aus vollem Herzen. Von diesem Moment an, weiß Kirsten Kuhnert das Tim mit Hilfe der Delphine wieder ins Leben zurück finden kann.
Und Timmys Zustand verbessert sich mit der Zeit wirklich sehr. Er fängt an zu lautieren, was er nicht einmal nach seinem Unfall getan hatte, ist kaum noch verkrampft und lernt letztendlich sogar wieder alleine zu stehen, was nie ein Arzt für möglich gehalten hätte. Ein Wissenschaftler aus den USA findet außerdem durch einen Computer raus, dass Tim sowohl in Deutsch als auch in Englisch jedes Wort versteht. Für Kirsten war das eigentlich klar, doch sämtliche skeptischen Ärzte in Deutschland sind absolut verblüfft und können sich nicht erklären, wie der kleine Junge, den sie für geistig „tot“ gehalten haben, plötzlich solche Fortschritte machen kann.
Kirsten, die mittlerweile von ihrem Mann geschieden ist, macht sich sehr viele Gedanken über andere behinderte Kinder und wie die Delphine ihnen helfen könnten. Doch die meisten könnten sich die Therapie nie leisten, denn mit 2 wöchigem Aufenthalt in den USA, kommt man auf Kosten um die 20 000 DM. Deshalb beschließt Kirsten einen Verein zu gründen, der Kindern die Delphintherapie ermöglicht: Dolphin Aid. Aus dem kleinen Verein, mit den 7 vorgeschrieben Mitgliedern, wird schnell eine große Organisation und viele Kinder können mit den Delphinen zusammen kommen.
MEINE MEINUNG:
Das allererste was ich erwähnen muss ist, dass man mit jeder Seite spüren kann, was für ein außergewöhnlicher kleiner Junge Timmy ist. Die vielen Fotos, zu denen ich gleich noch etwas schreiben werde, zeigen, dass er außerdem sehr hübsch ist. Viele schwer behinderte Kinder haben ein sehr verzerrtes Gesicht und leer Augen. Nicht Timmy, er ist bildschübsch und seine Augen leuchten wie Kristalle. Auf einem Bild lacht er, wie ein ganz normales Kind und er ist sooooooo süß. Im Buch kommt sehr gut rüber, dass er trotz seiner schweren Behinderung ein sehr fröhliches Kind ist und wie sehr er auch seine kleine Schwester liebt.
Als ich mich zu Hause mit dem Buch hingesetzt habe, vielen mir als erstes ein paar Seiten auf, die weißer waren, als die anderen. Oh ja, Fotos!!! Dachte ich mir. Ich freue mich immer sehr, wenn in einem Buch mit einer wahren Geschichte Fotos sind, da man sich so noch viel mehr in die Geschichte hineinversetzen kann. Auf diesem Fotos sind Kira (Tims Schwester), Tim (aber nur von der Seite oder von hinten), Kirsten Kuhnert, Prinz Leopold von Bayern (der Schirmherr von dolphin Aid) und weitere Kinder bei der Delphintherapie zu sehen. Ich habe mich schon sehr gewundert, dass Timmy nur auf drei Fotos zu sehen ist und das auch nur von der Seite oder von hinten. Doch nachdem ich mit dem Lesen angefangen haben, sties ich auf die ersten Fotos. Als erstes sieht man Timmy in seinem Hochstuhl sitzen, am Morgen vor seinem Unfall. Bei diesem Bild sind mir Tränen in die Augen geschossen. Er ist ein Stück Brötchen und grinst dabei so frech wie es nur ein kleiner Frechdachs kann. Dann kommen zwei Fotos, von Kira und Tim. Auf dem ersten ist Tim noch gesund und die 3 Monate alte Kira liegt auf seinem Bauch. Auf dem zweiten ist Tim sechs und die 4jährige Kira liegt auf ihm und gibt ihm einen Kuss. Diese beiden Bilder haben mich auch sehr bewegt. Dann kommen einige Bilder von Timmy bei der Delphintherapie. Auf allen sieht er wahnsinnig glücklich aus! Zuletzt sieht man auch das Team aus Key Largo und Kirsten mit ihrer Mutter und Timmy im Arm.
Wie ist das Buch geschrieben? Naja, da kann man geteilter Meinung sein. Ich finde, dass es sich teilweise etwas aufgesetzt und übertrieben anhört. Kirsten Kuhnert benutzt so einige Worte, die man sonst nur in Schnulzenromanen lesen kann. Am Anfang hat mich das sehr gestört, doch mit der Zeit lässt es entweder nach oder ich habe mich schlicht und einfach daran gewöhnt.
Leichte Kost, kann man das Buch nun wirklich nicht nennen. Ich habe es innerhalb von drei Abenden gelesen und nie konnte ich danach schlafen. Ständig musste ich darüber nachdenken. Ich habe mir den kleinen Timmy vorgestellt, wie er braungebrannt und lachend mit den Delphinen spielt und wie andere Kinder ihm begegnen. Aber es waren schöne Gedanken und einmal habe ich sogar von den Delphinen geträumt.
Was ich sehr bemerkenswert finde, ist wie man merkt, wie Kirsten Kuhnert während der Jahr immer mehr wächst. Anfangs ist sie verunsichert, ängstlich und mit der Situtation einfach total überfordert. Doch als sie beginnt, Timmys Zustand nicht einfach so hinzunehmen sondern für ihn zu kämpfen, wird sie immer stärker, bis sie schließlich auch noch die Kraft hat, eine Organisation wie Dolphin Aid auf die Beine zu stellen. Recht bald ändert sich ihre Einstellung von „Warum Timmy? Wie soll es denn nur weiter gehen?“ in „Ich habe nichts mehr zu verlieren! Wovor soll ich mich denn noch fürchten?“.
In „All unsere Liebe für Kate“ habe ich bemängelt, dass die beiden gesunden Schwestern zu wenig erwähnt wurden. Hier war das ganz anders. Die knapp 2 Jahre alte Kira ist der Sonnenschein der Familie und vieles dreht sich um sie. Kirsten betont immer wieder, wie sehr sie stets darum bemüht war, Kira trotz allem eine unbeschwerte Kindheit bieten zu können. Immer wieder wird der Leser über ihre neuesten Entwicklungen und auch über ihre ganze Art und Lebensfreude informiert.
Das Buch ist folgendermaßen geordnet: Vorwort, Timmys Geschichte, Geschichten von anderen Kindern, denen durch die Delphine geholfen wurde und zuletzt kommen noch viele Informationen über die Delphintherapie und dolphin aid. Ich finde es wahnsinnig toll, dass auch die Geschichten von anderen Kinder erzählt werden. Ein Mädchen ist krebskrank und hat nur noch ein paar Wochen zu leben. Doch die Delphine geben ihr die Kraft zu überleben. Ein weiteres Kind ist spastisch gelähmt und lernt greifen. Davon gibt es noch mehrere Geschichten, alle samt mit einem großen oder kleinem Erfolg.
Auch über Dolphin Aid findet man sehr viele wichtige Informationen. Ein wenig gestört hat mich, dass bereits während der eigentlichen Geschichte so viel über die Struktur und die Organisation des Vereins geschrieben wurde. Das wäre mit Sicherheit im Anhang, bei den weiteren Informationen besser aufgehoben, aber so tragisch fand ich das jetzt auch nicht. Es war nun ein wenig nervig, da ich doch unbedingt wissen wollte wie es mit Timmy weiter ging.
DIE DELPHIN THERAPIE
Zur Zeit findet die Delphin Therapie soweit ich weiß nur in Florida, Key Largo statt. Entwickelt wurde sie von Dr. David Nathanson, der auch heute noch der Leiter ist. Weiter sind dort viele Therapeuten beschäftigt die mit den Kindern arbeiten. Dr. Nathanson hat herausgefunden das die Delphine eine außergewöhnliche Wirkung auf behinderte Kinder haben. Sie lernen sich zu öffnen und machen bei der Therapie viel schneller Fortschritte. Wie schon gesagt, die Delphine sind auch keine Wunderheiler, aber sie unterstützen die angewandten Therapien sehr stark. Vorallem autistischen Kindern kann gut geholfen werden, da es für diese unmöglich ist, etwas zu lernen, wenn sie es nicht schaffen sich zu öffnen.
Am Montag waren wir in Nürnberg im Zoo, das bekannter maßen ja auch ein Delphinarium hat. Vor der eigentlichen Show sah man einen Film über Delphine. Am Schluss wurde über das neue Projekt Lagune im Nürnberger Zoo gesprochen und ich war sehr erstaunt was dann kam: Demnächst soll auch dort die Delphin Therapie statt finden, die sonst nur in Amerika möglich ist. Schaffen es die verantwortlichen eine ebenso effektive Therapie dort aufzubauen wäre es dass ein sehr großer Schritt für in Deutschland lebende behinderte Kinder. Wie ich schon gesagt habe, ist die Therapie wahnsinnig teuer, was größten Teils an der Anreise und Unterkunft liegt, dass sie sich kaum eine Familie für ihr Kind leisten kann. Dolphin Aid bekommt zwar viele Spenden, doch es würde nie reichen, um alle Kinder die die Delphintherapie benötigen dort hin zu schicken. Selbst für Leute, die selber drauf zahlen können, beträgt die Wartedauer circe 2 Jahre. Und wenn man bedenkt, wie viele Fortschritte in dieser Zeit gemacht werden könnte, erscheinen diese 2 Jahre nahezu endlos. Vorallem da Kinder um so besser und schneller lernen, um so jünger sie sind.
DOLPHIN AID
Wurde 1995 von Kirsten Kuhnert gegründet. Der Verein hilft bei der Erstellung und Versand von Infomaterial, der Beratung hilfesuchender Eltern, dem Kontakt zwischen Betroffenen und Therapeuten, der Erlangung von Therapieplätzen, der Betreuung im Ausland, juristischen und steuerlichen Fragen und nach Möglichkeiten unterstützt Dolphin Aid die betroffenen Familien auch finanziell.
Alle aktiven Mitglieder sind ehrenamtlich tätig, weshalb die Spenden fast ausschließlich für die oben genannten Dinge verwendet werden. Der Schirmherr ist übrigens der Rennfahrer Prinz Leopold (auch Poldi genannt) von Bayern. Doch die Medien wurde Dolphin Aid sehr bekannt und nur deshalb konnte der kleine Verein so schnell wachsen und vielen, vielen Kindern helfen.
Wer jetzt spenden will, der soll es auch tun. Ich bin mir jetzt allerdings nicht ganz sicher, ob es erlaubt ist, hier die Bankverbindung des Spendenkontos reinzusetzen. Also, wer etwas spenden will, soll mir lieber seine Email Adresse in die KS stellen und ich schreibe dann die Bankverbindung. Es muss ja auch nicht viel sein, ich zum Beispiel habe einen Dauerauftrag von 5 Euro eingerichtet. 5 Euro kann ich schon noch abdrücken und über einen längeren Zeitraum kommt auch ein kleines Sümmchen zusammen.
FAZIT: Lest das Buch und ihr werdet es nicht so schnell wieder vergessen. Man macht sich danach so einige Gedanken, die man sich zuvor nie gemacht hätte. Die Delphin Therapie ist wissenschaftlich erwiesen sehr effektiv und ich finde, dass so viel wie möglich behinderte Kinder in ihren Genuss kommen sollten.
Das Buch reißt einen einfach wahnsinnig mit und keiner sollte diese Erfahrung verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! weiterlesen schließen -
Keyes, Marian - "Pusteblume"
Pro:
Witzig erzählt, gutes Design
Kontra:
etwas langweiliges ende...
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich „Wassermelone“ und „Sushi für Anfänger“ von Marian Keyes regelrecht verschlungen hatte, kaufte ich mir ohne lange zu zögern auch „Pusteblume“.
Hier nun mein Bericht, nachdem ich noch ganz frisch ausgelesen habe.
Allgemeine Informationen zu dem Buch:
Bei amazon.de habe ich 9,95 EUR für das Taschenbuch bezahlt, ich denke, die Preise werden sich bei anderen Händlern nicht groß unterscheiden.
Erschienen ist das Buch bei Heyne, es hat knapp 550 Seiten.
Der englische Originaltitel lautet „Last Chance Saloon“, die englische Erstausgabe erschien 1999, die deutsche 2000.
Die Autorin:
Marian Keyes wurde 1963 als ältestes von 5 Kindern einer irischen Familie in Cork/Irland geboren. Nachdem sie Jura studiert hat, lebte sie einige Zeit in London, kehrte aber dann nach Irland zurück. Seitdem widmet sie sich der Schriftstellerei.
Weitere Werke von ihr sind zum Beispiel: „Wassermelone“, „Sushi für Anfänger“, „Lucy Sullivan wird heiraten“ und „Rachel im Wunderland“.
Design des Buches:
Der Umschlag ist in orange gehalten. Abgebildet sind ein paar blaue Schmetterline und das Bild einer lachenden, jungen Frau.
Worum geht es in diesem Buch?
Tara Butler, Katherine Casey und der homosexuelle Fintan O’Grady sind seit ihrer Teenagerzeit in Knockavoy/Irland die besten Freunde.
Als Erwachsene ziehen sie nach London und lernen die Schwedin Liv kennen.
Fintan lernt seinen Freund Sandro kennen und lieben und eigentlich könnte alles wunderschön sein.
Allerdings haben alle so ihre Problemchen...
Tara lebt mit ihrem egoistischen Freund zusammen, der krankhaft geizig ist, sie wie Dreck behandelt und dessen Lieblingsfarbe braun ist. Sie mag ihn aber nicht verlassen, denn sie hat Torschlusspanik. Schließlich ist sie schon über 30 und befürchtet, keinen Mann mehr zu finden.
Außerdem rechtfertigt Thomas sein Verhalten dadurch, dass er als Kind von seiner Mutter verlassen wurde – was ausreicht, um Tara immer wieder weich zu kriegen.
So wird Tara aus Kummer immer dicker, was Thomas‘ Zorn noch größer macht – und Tara immer verzweifelter...
Katherine hat zwar einen guten Job – ist aber alleine. Nach einer großen Enttäuschung will sie keine Bindung mehr eingehen. Eigentlich geschieht dies eher unbewusst, denn sie spielt immer die kühle Unnahbare und lässt niemanden an sich heran, was die Männer reizt. Wenn die Männer es dann geschafft haben, Katherine zu erobern, ist dieser Reiz weg – und Katherine wird fallen gelassen.
So lebt sie allein, mit kleinen Unterbrechungen, die nie von Dauer sind, und scheint glücklich dabei zu sein.
Bis sie eines Tages Joe Roth kennen lernt, der ihr Leben völlig durcheinander bringt.
Liv liebt einen Schweden namens Lars, der noch in Schweden wohnt und sie ab uns zu in London besuchen kommt. Allerdings ist er verheiratet und die ständigen Versprechungen, dass er seine Frau bald verlässt, kann selbst Liv nicht mehr für voll nehmen.
Fintan lebt eigentlich sehr glücklich mit Sandro zusammen. Die beiden sind nach langer Zeit immer noch sehr verliebt und verstehen sich wunderbar.
Bis Fintan eines Tages sehr krank wird...
Fintan’s Krankheit schmeißt alles aus der Bahn. Alle Probleme werden unwichtig, alles dreht sich nur darum, wie die Diagnose ausfällt.
Schließlich schafft Fintan es, aus seiner schweren Krankheit Nutzen zu ziehen und Tara und Katherine zu einer entscheidenden Änderung in ihrem Leben zu bewegen...
Zwischendurch taucht noch der Charakter Lorcan Larkin auf, ein Weiberheld und Möchtegern-Schauspieler, mit einer übermäßigen Portion an Narzißmus und einer widerlichen Einstellung, was Frauen angeht.
Er spielt eine sehr wichtige Rolle für die Geschichte, die sich allerdings erst am Ende des Buches dramatisch aufklärt und die ich deswegen nicht näher erläutern werde.
Wie sich die Geschichte der Freunde entwickelt und was alles passiert solltet Ihr selber lesen...
Meine Meinung:
Ich war wie gefesselt von der Geschichte.
Anfangs noch ganz lustig und nett zu lesen, entwickelt sich die Handlung sehr spannend und schockierend, was ich gar nicht erwartet hätte.
Marian Keyes hat den Dreh raus, so zu schreiben, dass man das Buch stets im Kopf behält und nach den nächsten Seiten giert.
Sie schreibt sehr unterhaltsam, trotz dem es manchmal recht ernst wird. Sie weiß, wie man Überraschungseffekte erzielt und die Spannung anheizt, sie koppelt Romantik mit einem gehörigen Schuss Erotik.
In diesem Buch ist wirklich alles enthalten – genauso wie die Freunde in dem Buch alle Stimmungen durchleben, tut es auch der Leser zwangsläufig.
Marian Keyes erzählt als Außenstehende, aber wechselt je nach Kapitel die Hauptperson. So wird es dem Leser nicht langweilig – im Gegenteil. Waren wir eben noch bei Tara und Thomas zu Hause und erlebten Tara’s Wut – so sind wir im nächsten Moment bei Fintan am Krankenbett und fühlen mit ihm – und im nächsten Augenblick freuen wir uns über Katherine, die in Gedanken an Joe schwelgt.
Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, zudem spannend und romantisch und ab und zu auch sehr traurig.
Ich will jetzt versuchen, noch auf den Titel einzugehen, was mir sehr schwer fällt. Denn Marian Keyes verwendet als Titel oft Wörter, die zwar in der Geschichte vorkommen, aber keine große Rolle spielen, so auch bei „Wassermelone“ Und „Sushi für Anfänger“.
Daraus schließe ich nun, dass die Autorin sich auf folgendes Zitat bezieht:
Liv: „Er ist nicht traurig, wenn der Löwenzahn verblüht, sondern er freut sich über die Pusteblume.“
Was so viel heißen soll wie: Versucht, die positiven Dinge zu sehen und nicht nur die negativen, auch wenn auf den ersten Blick das Negative im Vordergrund stehen mag. Irgendwann wird daraus etwas Erfreuliches.
Diese Einstellung finde ich sehr vernünftig und schön, denn als Schwarzseher führt man kein schönes Leben.
Abschließend kann ich sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gerne gelesen habe. Man konnte viel aus dem Verhalten der Charaktere lernen und sich teilweise sogar mit ihnen identifizieren.
Das Buch ist für jeden geeignet, wobei die Zielgruppe wohl eher Frauen sind.
Doch auch für Männer kann ich sagen:
Vollkommen empfehlenswert!!!
Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-10 22:05:29 mit dem Titel "Harmonie wird doch völlig überbewertet, oder?"
Nachdem ich mit Ildiko von Kürthy’s (Journalistin beim „Stern“) erstem Roman „Mondscheintarif“ nicht besonders viel anfangen konnte, hab ich mich anfangs schwer getan, auch noch Versuch Nummer 2, „Herzsprung“, zu lesen.
Allerdings fand ich dann doch, dass sich der Text auf der Rückseite ganz lustig anhört und auch optisch spricht „Herzsprung“ sehr an. Auf dem Cover sieht man eine junge Frau mit ihrem Koffer, die ziemlich traurig den Kopf hängen lässt. Das Wort „Herzsprung“ ist in neon-pink geschrieben.
In diesem Buch geht es um Amelie Sturm, Spitzname „Puppe“, die von sich selbst sagt, sie habe einen guten Charakter und eine schlechte Figur. Wäre es doch bloß umgekehrt... Dann hätte sie nicht den Wunsch, eine Selbsthilfegruppe für Frauen zu gründen, die lieber drohen als handeln. Genau das ist nämlich ihr Problem: Ihr Freund, Anwalt Phillip von Bülow, liebevoll „Bülowbärchen“ genannt, trifft sich für ihren Geschmack zu oft mit seiner Klientin Bente Johannson, die nach Puppe’s Meinung ein bisschen zu blond und ein bisschen zu dünn ist und außerdem vor 3 Jahren mal eine Affaire mit Phillip hatte. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, hört Puppe „zufällig“ Phillips Mailbox ab und hört die eindeutige Nachricht einer ziemlich aufgebrachten Bente.
„Jetzt reicht’s!“ denkt sich Puppe, schnappt sich Phillips Designer-Klamotten, übergießt sie mit dem teuersten Rotwein den sie finden kann und setzt sich zusammen mit Faltenhund „Marple“ in ihr Auto. Und fährt... fährt... fährt...
Unterdessen erfahren wir nach und nach die komplette Geschichte des kleinen Dramas in Puppe’s Leben und begleiten sie auf eine ziemlich aufregende Reise über Deutschlands Straßen. Puppe will Rache. Und sie will vielleicht auch Sex... Ob das alles so klappt, wie sie sich das vorstellt, müsst Ihr schon selber lesen...
Ich finde es erstaunlich, dass mir dieses Buch so gut gefällt, obwohl ich mit Nummer 1 so wenig anfangen konnte. Ildiko von Kürthy überzeugt mit einer enormen Menge Wortwitz und vielen Überraschungen. Das Ende des Buches (dass ich natürlich nicht verraten werde), kommt zwar etwas überraschend, ist aber meiner Meinung nach nicht so kreativ gewählt, da hätte man vielleicht mehr draus machen können...
Das Buch hat etwa 250 Seiten und kostet um die 10 Euro. Es ist im „Wunderlich-Verlag“ erschienen. Die Gestaltung im Buchinneren ist ähnlich der des Vorgängers und gefällt mir ausgesprochen gut. Man sieht nicht nur den Text, sondern es sind ab und zu auch schöne Bilder zu sehen und auch durch ein bisschen Farbe an einigen Stellen wird der Text aufgelockert.
Dieses Buch ist sehr unterhaltsam und daher auch empfehlenswert, für alle, die mal wieder herzhaft lachen wollen! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Stephen King - The Stand - Kings antwort auf "Herr der Ringe"
Pro:
Gute Handlung, authentische Protagonisten
Kontra:
Man hat zu lange auf die ungekuerzte Version warten muessen
Empfehlung:
Nein
In seinem duesteren Endzeitwerk, in dem fast die gesamte Menschheit von einem durch die Armee versehentlich freigesetzten Virus dahingerafft wird, berichtet King von dem Versuch der Ueberlebenden zur Gruendung einer besseren Zivilisation, weswegen "The Stand" durchaus zu einem kritischen Roman gehoert.
Den wenigen Uereblebenden gelingt es, sich durch naechtliche visionaere Traeume zusammenzufinden und sich ihren Weg quer durch die Staaten nach Boulder, Colorado zu Mutter Abagail, einer 108 Jahre alten Schwarzen, zu bahnen.
Doch hat alles zwei Seiten und so herrscht noch die Gefahr des "Dunklen Mannes" Randall Flagg, welcher seinerseits eine neue Bevoelkerungsschicht gruendet und die "Freihe Zone" samt ihrer Bewohner ein fuer alle mal ausloeschen will.
Das Letzte Gefecht zwischen Gut und Boese nimmt seinen Lauf...
Der Leser schliesst die realistisch geschilderten Protagonisten sofort ins Herz - zumindest ging es mir so. Besonders beim tragischen Ableben des taubstummen Nick Andros kam es mir so vor, als haette ich einen guten Freund verloren.
Genauso begeistert war ich vom geistig zurueckgebliebenen Tom Cullen und seiner langen Reise zusammen mit Boulder durch die entvoelkerten Staaten nach Boulder. Ein Taubstummer, der nur schreiben, und ein geistig Zurueckgebliebener, der nicht lesen kann - was fuer eine geniale Kombination!
Die ganzen Geschehnisse waehrend der langen Reise, die sich aufbauende Beziehung zwischen Stu Redman und Fran Goldsmith und der parallel dazu anwachsende Hass des verrueckten Harold Lauder zu Stu mitsamt aller damit verbundenen Intrigen gaben mir manchmal das Gefuehl, als verfolgte ich die Beziehungen im "Big Brother"-Container: Ein Haufen bunt zusammengewuerfelter Menschen, die aufgrund der gegebenen Umstaende einfach zusammenhalten muessen.
Besonders gut gelingt es King, die theoretischen Aussichten zur Schaffung einer neuen Welt dank des alten Soziologen Glen Bateman darzustellen.
"The Stand" ist ein Buch, das man besonders als King-Fan einfach gelesen haben muss. Die Handlung lehnt an seine Kurzgeschichte "Naechtliche Brandung" aus der Kurzgeschichtensammlung "Nachtschicht" an, in der das Schicksal einiger Jugendlicher dargestellt wird, die waehrend der Seuche nicht nach Boulder zu den anderen Ueberlebenden gefunden haben.
Auch Roland, der Held aus "Der Dunkle Turm" landet im dritten Teil dieser Saga ("Tot") in einer Dimension, die der Welt aus "The Stand" entspricht.
Selbst Randall Flagg, der Kings Lieblingsboesewicht ist, kommt noch in anderen Romanen vor: In "Feuerkind" tritt er als Richard Folsom in Erscheinung und ebenso als "Zeitloser Fremder" in "Der Dunkle Turm".
Flagg ist ein uebermenschliches Wesen (genau genommen ein Daemon), das in mehreren Dimensionen und Zeitebenen gleichzeitig Chaos anrichtet. Als Flagg taucht er als Hofzauberer ebenso in "Die Augen des Drachen" auf. Man spekuliert, er koenne mit Leland Gaunt ("In einer kleinen Stadt") verwandt sein.
King selbst sieht sein Werk gleichstehend mit Tolkiens "Herr der Ringe" an. So warfen Kritiker ihm jedoch vor, das Buch sei zu lang fuer die eigentliche Handlung (ich persoenlich finde "The Stand" besser) und selbst der Verlag verlangte von ihm anfangs, den Roman aus Budget-Gruenden um 400 Seiten zu kuerzen.
10 Jahre spaeter jedoch (1990)erschien die ungekuerzte Fassung, die wahrlich fuer die Qualitaet des Buches spricht. weiterlesen schließen -
Das Phantom
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Eine Fortsetzung, die eigentlich vor der ersten Geschichte spielt
Wie ich zu Susan Kay’s „das Phantom" kam, weiß ich nicht mehr. Normalerweise hasse ich es, wenn Klassiker von Fortsetzungen – und wie hier am besten noch von einem ganz anderen Autoren – verschandelt werden. Wobei man aber zu diesem Buch sagen kann, daß es insgesamt gut gelungen ist und auch in den Zusammenhang paßt.
Achso ja der Zusammenhang:
Das Phantom basiert auf den 1939 erschienenen Roman „das Phantom der Oper“ von Gaston Leroux, aufgrund dessen Andrew Loyd Webber auch das gleichnamige Musical „verbrochen“ hat. Das Phantom der Oper, Erik, lebt im Labyrinth-System unterhalb der alten Pariser Oper, es kennt sich hier aus, wie kein anderer, hat ein so häßliches Gesicht, daß er sich hinter einer Maske verbirgt, ist aber nahezu ein Genie:
Ein großer Baumeister,
ein Musiker und Sänger,
Magier/Illusionist
Giftmischer und Heilkundiger
Und man muß zugeben, manchmal fragt man sich, woher Erik all sein Wissen hat. Dies hat sich auch Susan Kay wohl gefragt und kurzerhand die Biographie Erik’s geschrieben. Das Buch erschien anfang der 90er, als das Musical „Phantom der Oper“ gerade richtig „in“ war. Beginnend mit dem Schock seiner Mutter als sie das erste Mal in sein Gesicht sieht und endend – natürlich im Pariser Opernhaus (bei der „klassischen Geschichte“). Am Ende entsteht – unterstellt man hat auch das Vorbild gelesen – ein durchaus „rundes Bild“ des Phantoms, womit der Titel des Romans gut getroffen ist.
Zum Inhalt:
Das Buch beginnt im Jahre 1831 in Frankreich. Erik’s Leben steht schon zum Zeitpunkt seiner Empfängnis unter keinem guten Stern: Während sein Leben entsteht, sterben die Eltern seiner Mutter, kurz vor seiner Geburt segnet sein Vater des Zeitliche. Seine Mutter bricht angesichts des Anblicks Ihres Sohnes (Gesicht wie ein Totenkopf) zusammen. Sie wird ihren Sohn nie akzeptieren, bezeichnet ihn als Ding und zwingt ihn eine Maske zu tragen. Nur einem Priester hat er zu verdanken, daß seine Mutter ihn nicht einfach sterben läßt. Erik ist nun aber das, was man heute als hochbegabt bezeichnen würde: Von seiner Mutter erbt er ein umfassendes musikalisches Talent von seinem Vater und seinem Großvater, ein Talent, das ihn später zum genialen Architekten werden lässt. Erik wird schon von frühester Kindheit an von fürchterlichen Wutausbrüchen beherrscht, seine Mutter wird ihm nie gewachsen sein. Der Priester, der ihn schon bei seiner Geburt rettete, wird derjenige sein der Erik’s Talente fördert. Als seine Mutter sich endlich doch entschließt sich zu ihrem Sohn zu bekennen, nachdem dieser vom Dorfpöbel fast umgebracht wurde, hat Erik sich bereits entschlossen, sein bisheriges „zuhause“ zu verlassen.
Er gerät in die Gefangenschaft von Zigeunern, die ihn als lebenden Leichnam zur Schau stellen, arrangiert sich bald mit ihnen und wird Mitglied der Schaustellergruppe. Hier lernt er die Giftmischerei, beschäftigt sich mit Zauberei und wird das erste Mal – in Notwehr – töten. Erik arbeitet danach für einen alten Baumeister, der ihn fast schon als Sohn annimmt, bis Erik sich in die Tochter des Baumeisters verliebt, was mit ihrem Tod endet – als sie ihn ohne Maske sieht.
Erik treibt sich die folgenden Jahre auf Jahrmärkten herum, und wird zum mysteriösen Magier und Illusionisten. Er umgibt sich mit Luxus. Das Versprechen von Reichtum, Ehre und vor allem Macht führt an den Hof des Schah von Persien, wo er seine Dienste zur Verfügung stellt. Er soll einen Palast bauen, mit allerlei architektonischen und illusorischen Bauweisen, die es möglich machen, durch Geheimgänge, versteckte Türen und Durchgänge hinter allem und jenem herzuspionieren und Feinde zu beseitigen. Er verlernt hier auch ein Menschenleben zu schätzen.
Nachdem Tod seiner Mutter kehrt er nach Frankreich zurück. Mittlerweile hat er begonnen verstärkt zu komponieren. Seine Wutausbrüche, die er schon als Kind hatte, verstärken sich mit dem Alter. Unter Einsatz von einigen Tricks gelangt er auf die Baustelle der alten Pariser Oper, an deren Bau er beteiligt wird, was er zur Gelegenheit nimmt, sich in deren Untergrund ein Heim zu schaffen, daß für niemanden zugänglich ist und mit allerlei Sicherheitsmaßnahmen gegen Eindringlinge gespickt ist. Die Ablehnung der Welt treibt ihn in die Einsamkeit. Da die Menschheit ihn und seine Fähigkeiten nicht akzeptiert, benutzt er sein Können halt gegen sie. Zudem entwickelt er eine ausgeprägte Morphiumsucht.
Im Hintergrund zieht er aber nach Fertigstellung der Oper die Fäden im Opernhaus – indem der Direktor nur ausführt, was Erik will. Erik wird zum Phantom der Oper. Paßt ihm was nicht, spuckt er halt ein wenig herum. Probleme tauchen auf, als der Direktor in den Ruhestand geschickt wird, und die neue Direktion sich nicht von Erik herumkommadieren läßt. Zur gleichen Zeit verliebt er sich in Christine, eine junge Sopranistin, die er gerne fördern möchte. Diese liebt aber Raoul, einen jungen Grafen. Das Phantom rastet aus. Hier entsteht die Verbindung zum alten Roman, der an dieser Stelle etwa erst beginnt.
Die Figur von Erik passt im Großen und Ganzen in die heutigen Medienwelt, ist also durchaus aktuell. Schließlich geht es in jeder zweiten Krimi-Serie mittlerweile um hochintelligente Serienkiller. Auch wenn ich Erik nicht ganz als solchen bezeichnen würde, einen Hannibal Lector könnte er in die Tasche stecken.
Wahrscheinlich werden sich einige Leser darüber aufregen, daß Erik nicht nur mit einer genialen Fähigkeit „geschlagen“ ist, aber diese Tatsache paßt im Fall dieses Buches voll und ganz ins Schema.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 19:39:12 mit dem Titel Desperation
„Bloß ganz normaler Stress“
„Desperation“ wurde 1996 von Stephen King geschrieben und ein Jahr später auch in Deutschland veröffentlicht. Der Roman ist das Gegenstück zu Bachmanns „Regulator“. Dieses Buch erschien zeitgleich, wobei Richard Bachmann ein (eigentlich verstorbenes) Pseudonym von King ist. In beiden Büchern erscheinen die gleichen Hauptfiguren, aber mit anderen Eigenschaften und Lebensläufen. Das zentrale Problem ist das Monster TAK – welches in beiden Fällen gleich böse ist. TAK ist in beiden Geschichten nicht identisch. Ebensowenig wie der Ort des Geschehens. Es bleiben lediglich Paprallelen. Liest man beide Bücher gleichzeitig oder nacheinander kann dies zu einiger Verwirrung führen – man sollte also sein Wissen aus dem jeweils anderem Buch lieber beiseitelassen. King/Bachmann spielt dabei mit der Idee, daß beide Geschichten wohl in verschiedenen Dimensionen spielen. Letztendlich war die Idee sicherlich ein guter Marketinggag.
Die Geschichte „Desperation“ ist dabei nicht sonderlich originell, im Groben leiht King sich einiges aus seinem eigenen Buch „ES“ aus – „Desperation“ ist aber einfacher gestrickt mit weniger Rückblenden, allerdings dabei nicht weniger gut. Für die 600 Seiten brauchte ich etwa 8 Stunden (– fast am Stück).
Was ist Desperation?
Desperation ist ein (ehemals) 200-Seelen-Dorf in Nevada, das auf kaum einer Landkarte zu finden ist. Das Kaff liegt am Highway 50, der ödesten Fernstrasse Amilands. Ehemals existierte um 1860 in der Nähe des Ortes eine Kupfermine, die aber mit damaligen Mitteln schnell ausgebeutet war. Um diese Mine rankt sich eine Legende um 40 Chinesen die dort arbeiteten und bei einem Einsturz begruben wurden. In der Gegenwart sollen die Kupferreste mit neuester Technik aus der Mine herausgeholt werden, wobei man leider ein Monster, das in der alten Legende begruben wurde, wieder auf die Menschheit loslässt. In Desperation bleibt nur noch eine Person am Leben.
Die Geschichte ganz kurz:
In der Mine sitzt also ein Monster, das eine bunt zusammengewürfelte Menschengruppe unschädlich machen soll. Interessant ist, daß dieses Monster diese Gruppe anscheinend selbst dazu ausgesucht hat – so stammt nur einer aus der Stadt „Desperation“ der Rest der Gruppe sind Touris auf der Durchreise.
Die zusammengewürfelte Gruppe:
Mary Jackson: mit ihr und ihrem Mann beginnt das Buch. Auf dem Highway werden die beiden von einem Cop angehalten, der im Kofferraum Drogen findet, die beiden nicht gehören. Trotzdem werden sie vom Cop, der zunehmend seltsamer wird verhaftet und nach Desperation geschafft. Peter lässt dort sein Leben, Mary kommt ins Gefängnis.
Die Familie Carver: ursprünglich waren sie auf Urlaubsreise mit dem Wohnmobil. Unter einem Vorwand wurden sie vom Cop nach Desperation gebracht, wo die sechsjährige Kirsten Carver von ihm beseitigt wird. Der Rest der Familie Carver wartet bereits im Gefängnis als Mary dort eintrifft. Ellen Carver, die Mutter wird als nächstes Opfer des Monsters dienen. Der Vater Ralph Carver wird bis zum Schluss des Buches als Beschützer seines Sohnes David auftreten, wobei David als wichtigste Figur des Buches erscheint.
David Carver: David ist elf und hat durch ein Ereignis in seinem jungen Leben seinen Weg zu Gott gefunden – zu dem er im Laufe des Buches in Kontakt steht. Gott redet zu ihm und führt ihn, wie er es einst mit Propheten in der Bibel trat. Davids Glaube ist dabei – was wichtig ist – nahezu unerschütterlich, selbst als seine halbe Familie stirbt.
Tom Billingsley: der ehemalige Tierarzt Desperations. Er ist der – bei King unvermeidliche – Säufer im Bunde. Als einziger Ortsansässiger liefert er Informationen, die später dazu dienen des Monster zu finden.
Johnny Marinville: der „literarische Platzhirsch“. Ebenso unvermeidlich ist bei King auch, daß eine seine Figuren ein Schriftsteller ist. Johnny hat allerdings seine besten Zeiten hinter sich, und will nun mit der Harley durch Amerika reisen, um neue Geschichten zu sammeln. Johnny wird der Anführer der Gruppe, bewundert David – ist dabei aber nicht der sympathischsten Einer. Er wird mit den gleichen Drogen wie Mary hereingelegt und eingesperrt
Steve Ames: ein ehemaliger Roadie fährt als Aufpasser hinter Johnny her. Aus diesem Grunde gelangt er „freiwillig“ nach Desperation.
Cynthia: eine Anhalterin mit schwachen hellseherischen Fähigkeiten, wie sie behauptet, ist ein Punkmädel in den 20ern, welche zusammen mit Steve ebenfalls „freiwillig“ nach Desperation kommt.
Andere Figuren:
Der Cop:
Er dient dem Monster als Gefäß, weshalb es mehr nicht zu sagen gibt.
Das Monster:
Es heißt TAK und existiert in der alten Mine. TAK ist ein Außenseiter auf der Welt, der zwischen den Dimensionen existiert. TAK kann die Mine nicht selbständig verlassen und braucht dafür ein Gefäß, einen am besten menschlichen Körper. Leider sind diese nicht besonders haltbar, wenn TAK von ihnen Besitz ergriffen hat, was „Nachschub“ erfordert. TAK hat einige Züge, die King sich von alten Vorbildern, wie Dracula abgeguckt hat. So kann TAK Tiere für seine Zwecke benutzen.
TAK hat aber auch die Intelligenz nicht gerade mit Löffeln gegessen. Zu spät erkennt er, daß der Junge David sein größter Feind ist, der durch seine Verbindung zu Gott genauso mächtig ist wie TAK selbst. Des weiteren handelt TAK ohne Sinn und Zweck. Er stiftet Chaos, Mord und Todschlag, aber es wird nicht deutlich welche Absicht er damit verfolgt. TAK lässt sich im Laufe der Geschichte soweit ablenken, daß er sich in eine denkbar schlechte Position bringt – und in die Verlegenheit zu erkennen, daß er ziemlich machtlos ist. Die in dem Buch vertretene These, daß das Böse sich schlussendlich selbst vernichtet, wird über TAK tatsächlich gefestigt.
Gott:
Eigentlich ist er Schuld an der ganzen Geschichte. Im Wesentlichen ist er TAKs stärkster Gegner, die zusammengewürfelte Truppe dient nur der Ausführung. Gott gestattet in der Geschichte die wirklich schlimmen Ereignisse, weil sie zum guten Ziel, der Beseitigung des Monsters führen. Wie im Laufe der Geschichte klar wird, hat so nicht der Cop/TAK die Hauptfiguren ausgewählt (obwohl TAK sich dies einbildet), sondern Gott.
Aufbau:
King erzählt aus des verschiedenen Sichtweisen aller seiner Figuren – selbst aus der Sicht TAKs. Er schildert die Erlebnisse einer Figur, um an der spannendsten Stelle in eine andere Figur an einem anderen Ort/in einem anderen Zimmer umzusteigen, die er wieder an der spannendsten Stelle verlässt. Hier erzählt er dann nicht aus Sicht der ursprünglichen Person aus weiter, sondern möglicherweise aus der Sicht der Figur, die daneben oder gegenübersteht. Man ist so ständig neugierig, was als nächstes passieren mag. Auf die gleiche Art und Weise lernt man die einzelnen Figuren ziemlich gut kennen.
Fazit:
Eines von Kings Büchern, das ich für mich ziemlich weit oben ansiedeln würde, auch wenn es nichts sonderlich Neues liefert. Wenn man davon ausgeht, daß die Spanne des Buches nur einen Nachmittag behandelt und meine Lesezeit etwa 8 Stunden betrug, kann man fast sagen, die Ereignisse sind in Echtzeit aufgeführt – das Buch hat so ein gewisses Tempo. Der Anteil der religiösen Aspekte wirkt sich im übrigen nicht – wie man meinen könnte – störend oder salbadernd auf das Buch aus. Die Angelegenheit ist so in die Geschichte und in die moderne Zeit eingebettet, daß Gott – mit seinen guten und schlechten Seiten - einfach dazugehört (auch wenn man King wohl dafür im Mittelalter als Ketzer verbrannt hätte).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:31:55 mit dem Titel Das Bild
Eine Mischung aus der Feind in meinem Bett, Alice im Wunderland und das Bildnis des Dorian Gray
Im ersten Moment dachte ich, nun schreibt King schon Emanzen-Literatur. So urteilte das Frauenblättchen Für Sie auf dem Umschlag des Romans: „brillanter Psychothriller... zu diesem aktuellen Thema“. Letztendlich habe ich „das Bild“ (engl. Original = Rose Madder) aber doch in einem Rutsch durchgelesen:
Der Inhalt:
Rose Daniels ist mit dem Brutalo-Cop Norman, „wie Norman Bates“ wird sie später im Buch feststellen, verheiratet Norman tut alles, um seine Frau kleinzuhalten, spioniert hinter ihr her, verprügelt und mißhandelt sie auf das Übelste, wann immer er dies für nötig hält. Nach einer Fehlgeburt hat Rose endlich den Mut ihn zu verlassen – klaut also seine Kreditkarte, kauft sich ein Busticket und taucht unter. Es folgt der Klassiker: Flucht mit dem Greyhound-Bus, Ankunft an einer Bahnhofsmission, erste Station im Frauenhaus.
Währenddessen hat Norman begriffen, daß seine Frau nicht mehr da ist. Er nutzt seinen Status als Polizist aus und beginnt zu suchen – worunter Leute zu leiden haben, die auch nur kurz mit Rose (z. B. am Busbahnhof) gesprochen haben. Spätestens jetzt wird dem Leser klar, daß Norman sich nicht nur seiner (Ex-)Frau gegenüber vorzugsweise als ausgemachter Psychopath präsentiert.
Rose gewinnt immer mehr Lebensmut und baut sich eine eigene Identität auf: findet eine Arbeit, eine Wohnung und Freunde. In einer Pfandleihe findet sie nicht nur einen neuen Mann, sondern auch „das Bild“, das für den Verlauf der weiteren Geschichte wichtig sein wird. Das Bild stellt eine Frau da, die Rose erstens ähnlich sieht, und die auch Rose heißt (Rose Madder). Rose hat von Anfang an eine spezielle Beziehung zu diesem Bild, daß sie bis in ihre Träume verfolgt. In ihrem Leben stellt sich langsam Normalität ein und Erfolg, sie erhält einen Job als Sprecherin bei Hörspielen.
Norman hat in der Zwischenzeit eine Prostituierte getötet, die ihn an seine Frau erinnerte. Über einen Informanten kommt er ihr auf die Spur und landet zumindest schon einmal in der Stadt in der sie nun lebt.
Im weiteren Verlauf verfolgt King zwei Handlungsstränge:
1) er beschreibt wie sich Rose’s Leben verändert und entwickelt. Ihre Beziehung zu „Rose Madder“ dem Bild/der Figur intensiviert sich. Der Gedanke an dieses Bild gibt ihr Stärke. Zudem scheint das Bild sich in ihren Augen zu verändern, wie Rose es auch tut.
2) dieser Handlungsstrang verfolgt Norman, wie er seine Frau sucht. Er hängt seinen düsteren Gedanken und Erinnerungen nach, während er auf eine Spur wartet. Sein Image als Anti-Freund-und-Helfer wird immer runder.
Während Norman seine Rose gefunden hat, sie bereits beobachtet und auf ihre Freunde und Bekannte losgeht, öffnet das Bild Rose ein Tor zu einer anderen Welt, dort rettet sie das Baby der anderen Rose, Rose Madder verspricht ihr dafür Vergeltung. Als Norman in Rose’s Wohnung eindringt, gelangt er ebenfalls in die Welt des Bildes – und Rose Madder macht ihr Versprechen war.
Dieses Buch ist wirklich in einem Rutsch zu lesen. Die Geschichte ist abwechslungsreich geschrieben. Auf der einen Seite wird von Rose erzählt. Kings Schreibstil spiegelt hier eher den Charakter seiner Hauptfigur wider. Schreibt King von Norman wechselt der Stil, wird abgehakter, verworrener und die Ausdrucksweise wird zudem auch noch ziemlich unfein. Vom Aufbau erinnert dies an King’s Roman „Stark-The Dark Half“. Die Erzählweise über die gute Figur ist annehmbar, und gut zu lesen, auf der bösen Seite wird es wüst! Bei der Beschreibung der Welt hinter dem Bild wird deutlich, daß King aber auch der Autor von Titeln wie „Tot“, „Drei“ oder „Schwarz“ ist – ich finde King deckt in diesem Buch einen Großteil seines Spektrums als Autor ab. Im Vergleich zu „Dolores“, wo King über ein ähnliches Grundthema schreibt, finde ich es eigentlich schade, daß „das Bild“ nicht verfilmt wurde, da es für mich eindeutig das bessere, spannendere Buch ist – zugegebenermaßen muß man allerdings zugegen, daß die Grundstory (wie oben schon gesagt) doch zu sehr an „der Feind in meinem Bett“ erinnert.
Meine Version ist im Heyne-Verlag als Paperback erschienen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:35:34 mit dem Titel Das Spiel
King’s Hausfrauenzirkel: Teil was weiß ich...
Der gute Stephen King schreibt mit Büchern, wie „Dolores“, „Das Bild“ oder eben „Das Spiel“ immer wieder mal Titel, die in meiner persönlichen Ablage unter „Hausfrauenzirkel“ landen – wörtlich, nicht bildlich, ich habe es nämlich nicht so mit der Ablage.
Der Roman erschien 1992 erstmals unter dem Originaltitel „Gerald’s Game“, hier in Deutschland hat der Heyne-Verlag eine Paperback-Version veröffentlicht.
Geschichte: ehemals braves Eheweib liegt mit Handschellen gefesselt im Bett ihres Sommerhauses (mal wieder in Maine), 5 Meilen fernab von jeder Zivilisation. Ihr ehemaliger Mann, Gerald, liegt tot auf dem Boden, die Schlüssel der Handschellen zu weit weg auf einer Kommode. Dumm gelaufen!
Wie macht man daraus einen Roman? King lässt Jessie, die gefesselte Hauptfigur mehrere Stadien der Courage, der Verzweiflung, der Ohnmacht und Resignation durchlaufen. Darunter gemischt findet man die kingtypische Art mit der sich die Figur an ihre Kindheit erinnert bzw. davon träumt, sich sogar in Alpträume flüchtet, um der schlimmeren Realität zu entgehen.
Pfeffer in die Geschichte bringt ein streunender Köter, der in Jessie’s Haus einen tollen Leckerbissen findet, von dem das hysterische Frauchen ihn kaum fernhalten kann (ich verweise hier mal auf den soeben Verblichenen). Hinzu kommt des nachts eine seltsame Schattengestalt, die Jessie die Panik in die Gebeine treibt, obwohl nicht ganz klar ist, ob die Gestalt nicht nur Jessie’s Halluzinationen entspringt. Letztlich ist diese Gestalt aber der Auslöser der Jessie zur Flucht verhilft. Erst während ihrer Erholungsphase in einer Klinik wird sich die ganze Geschichte klären.
Am Ende zeigt sich eine Parallele zwischen dem streunenden Hund und der Schattengestalt. Eine Parallele der kaputten Art, ich erinnere noch mal, wer der Autor ist... aber auch ein Aspekt, der den Unterschied zwischen Mensch und Tier deutlich macht.
Dieser Roman ist in keinster Weise mit den wirklichen Krachern von King vergleichbar, zu denen ich „ES“, oder „das letzte Gefecht“ zähle. Das Buch ist auf seine Weise gut, aber anstrengend zu lesen, da man meist den verwirrten, sprunghaften Gedankengängen und Träumen einer Figur folgen muss. Interessant ist, wie King den Hund benutzt, um Spannung aufzubauen, so daß der Leser manchmal glaubt, mehr zu wissen als die Frau im Haus. Am Rande der Geschichte hat Stephen King dann noch eine seiner besonders makaberen Ideen in ein Buch umgesetzt. (Das schreibe ich jetzt aber nicht. Ätsch)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 21:22:55 mit dem Titel Regulator
„kein Problem, mann“
Zum „Autor“:
Stephen King hat noch einmal sein Pseudonym Richard Bachmann herausgekramt. Bachmann „wurde“ ursprünglich 1985 an Krebs gestorben. 9 Jahre später entdeckte aber praktischerweise seine Witwe Kartons mit unveröffentlichten Werken Bachmanns, u. a. auch „Regulator“, das vom Herausgeber kurz überarbeitet werden musste und nunmehr veröffentlicht worden ist.
„Regulator“ wurde 1996 geschrieben und ein Jahr später auch in Deutschland veröffentlicht. Der Roman ist das Gegenstück zu Kings „Desparation“. Dieses Buch erschien zeitgleich. In beiden Büchern erscheinen die gleichen Hauptfiguren, aber mit anderen Eigenschaften und Lebensläufen. Das zentrale Problem ist das Monster TAK – welches in beiden Fällen gleich böse ist. TAK ist in beiden Geschichten nicht identisch. Ebenso wenig wie der Ort des Geschehens. Es bleiben lediglich Parallelen. Liest man beide Bücher gleichzeitig oder nacheinander kann dies zu einiger Verwirrung führen – man sollte also sein Wissen aus dem jeweils anderem Buch lieber beiseitelassen. King/Bachmann spielt dabei mit der Idee, daß beide Geschichten wohl in verschiedenen Dimensionen spielen. Letztendlich war die Idee sicherlich ein guter Marketinggag.
Bachmanns Bücher waren gegen die von King immer die einfacheren Versionen, viel geradliniger und weniger verstrickt – dabei schien der Massakeranteil hier aber höher zu sein. Ich habe Bachmann nie sonderlich gerne gelesen und „Regulator“ nur gekauft, weil ich die Idee gut fand. Der Marketinggag hat also gezogen. Nach dem Lesen hat sich aber nur bestätigt, daß (für mich) King der bessere der beiden ist, bzw. daß Bachmann der schlechte King ist.
Die Geschichte:
Der Ort des Geschehens ist ein Straßenblock in nachbarschaftlicher Idylle in Ohio. Dieser Ort wird für den Leser bereits zu Beginn per Landkarte verdeutlicht. Bis etwa zur Hälfte des Buches werden die Bewohner dieser Stätte durch Scharfschützen in Lieferwagen, die anscheinend aus dem Nichts erscheinen, zusammengeschossen. In dem Moment, wo man sich fragt: was soll das jetzt? Und eigentlich keinen Bock mehr hat weiterzulesen, wird man durch Erinnerungen und Tagebucheintragungen von Audrey Wyler aufgeklärt – ein Privileg, daß der Leser den Figuren voraushat.
Audrey hat ihren autistischen Neffen Seth zu sich genommen, dessen Bewusstsein wiederum von dem bösen Wesen TAK teilannektiert wurde. Seth ist nunmehr ein Mischwesen, in dessen Verstand der Junge Seth und das Monster TAK, um die Vorherrschaft kämpfen. Innerhalb seiner Welt versucht Seth sein Umfeld vor TAK zu beschützen. TAK lebt von der Lebensenergie leidender, gequälter Menschen – wird als Vampirwesen dargestellt. Für TAK ist Seth als Autist der ideale Wirt, da Seth kaum einen Bezug nach außen hat. „Normale“ Menschen kann TAK nicht übernehmen. TAK ist nicht ständig in Seth präsent, aber immer in dessen Nähe. Seth/TAK existieren in einer Art Symbiose. TAK schmeichelte sich bei Seth ein, indem er dessen Wünsche erfüllte – bestimmtes Spielzeug. TAK übernimmt aber auch Seths Vorlieben fürs Fernsehen, insbes. der Serie Motokops, Bonanza und dem Western: die Regulatoren.
Was will TAK? Chaos stiften – Spaß haben – Fernsehen!
Seth spielt am liebsten im Sandkasten mit seinen Lieblingsspielzeugen: den Figuren aus Motokops (sollen wohl so eine Art Powerranger sein) und mit einer Cowboyranch. In Seths Fantasie fließen seine Lieblingsfernsehserien zusammen.
TAK fühlt sich dadurch inspiriert. Er schafft eine neue Realität, die sich aufgrund seiner mangelnden Energie auf einen Straßenzug beschränkt. So fallen die Cartwrights aus Bonanza in den Lieferwagen der Powerranger in die „Stadt“ ein. Die Bewohner der Nachbarschaft sind dabei die bösen, die beseitigt werden müssen. (Wenn es TAK wirklich gäbe, sollte man seine Kinder wohl in Zukunft ganz vom Fernseher weghalten.)
TAK hat sich aber darin verkalkuliert, daß Seth der Realität doch näher ist, als sich bei dem Autisten erst vermuten ließ. Seth schlägt sich auf die Seite seiner Nachbarn und bekämpft TAK von innen.
Fazit: eigentlich eine Schwachsinnsgeschichte aus dem Sandkasten. Interessant durch den Bezug zu „Desparation“, aber irgendwie auch ein Buch, daß die Welt nicht braucht. weiterlesen schließen -
Kaminski, André: Nächstes Jahr in Jerusalem - Wie 11 Revolutionäre zum Fußbal
Pro:
flott und amüsant geschrieben, intelligent, super zu lesen
Kontra:
--
Empfehlung:
Nein
Wieso 11 Revolutionäre zum Fußball-Team werden
Bei dem Buch, über welches ich im folgenden berichten möchte, handelt es sich um einen zufälligen Flohmarkt-Fund. Da ich gerne in Sachen Literatur mal etwas neues entdecke und mich überraschen lasse, habe ich nach Klappentext und Titel geurteilt, dass dies ein Buch für mich sein könnte. Damit lag ich keinesfalls daneben. Zudem ist das Buch: „Nächstes Jahr in Jerusalem“ von André Kaminski im Suhrkamp Verlag erschienen, welches für mich meist ein Indiz sowohl für gute Qualität als auch Lesegenuss darstellt.
Als kurze Überschrift könnte man diesen Roman als einen jüdischen Schelmenroman bezeichnen, wobei er als Familienchronik geschrieben wurde. Der Autor André Kaminski beschreibt den Roman so, als würde es sich um die Geschichte seiner Eltern und deren Vorfahren handeln. Im kurzen Schlusswort jedoch weist er auf eine Grabinschrift von einem seiner angeblichen Vorfahren hin, die lautet: „Die Wahrheit ist das kostbarste aller Güter und soll gehandhabt werden mit Sparsamkeit und Zurückhaltung“. Ein kleiner Fingerzeig oder mehr ein Wink mit dem Zaunpfahl ist es wohl, dass in dieser Geschichte wenn überhaupt nur ein ganz kleiner Kern Wahrheit zu finden ist.
Dies tut dem amüsanten Roman jedoch keinen Abbruch. Denn was Kaminski das so flott erzählt und die Fäden, die er zusammenspinnt, sind auch nicht wirklich so beschaffen, dass man meint sie hätten sich derart zugetragen.
Doch jetzt noch mal im Klartext zum Inhalt:
Der Roman spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Zeit des ersten Weltkriegs und die erste Zeit dach. Er endet mit der Geburt des Autors im Jahr 1923 in der Schweiz.
Beginnend mit der Geschichte des Großonkel Henner Rosenbach, der lebenslang bis zu seinem Tod die Farbfotografie erfinden will und dabei lügt, aufschneidet und betrügt, was das Zeug hält über seinen Großvater Leo Rosenbach, ein zwergwüchsiger Fotograf, der nach einer kurzen Hochzeit als Hoffotograf von Ludwig des Zweiten von Bayern, später nur noch mittelmäßig erfolgreich sein wird und sich mit einer Schönheit, nämlich Jana verheiratet, die leider nie ihn sondern viel mehr seinen Bruder lieben wird, geht es weiter zu deren Tochter Malwa – ebenfalls einer Schönheit -, die später Kaminskis Mutter werden wird. Malwas Herz wiederum schlägt nicht für reiche erfolgreiche Männer, sondern für die Revolutionäre mit hehren Idealen. Daneben ist sie intelligent, schlagfertig und wird später einmal als eine der ersten Frauen Pharmazie studieren.
Parallel wird nun die Geschichte der Kaminskis erzählt. Jankl Kaminski, Vater von elf Söhnen und 5 Töchtern und erfolgreicher Textil-Unternehmer, hat das Pech, dass alle seine elf Söhne unter den Aufständischen in Warschau aktiv sind. Als sie festgenommen werden, zahlt er eine horrende Summe, um sie auszulösen. Nachdem aber alle elf wie vorher weitermachen und schließlich wieder festgenommen werden weigert er sich ein zweites Mal zu zahlen, obwohl er weiß, dass sie nach Sibirien in den sicheren Tod geschickt werden sollen.
Durch Glück überleben aber alle elf und landen schließlich in Amerika, wo sie sich an einen reichen Onkel wenden. Dieser, ebenfalls ein gestandener Kapitalist, versucht aus ihnen Kapital zu schlagen, indem er sie zu einer Fußball-Elf umfunktioniert. Zunächst klappt dies auch, doch später zerstreuen sie sich.
Mittlerweile ist die Familie Rosenbach durch Not und Miseren nach Wien verschlagen worden, wo schließlich auch Herschele Kaminski, der sich mittlerweile Henryk nennt, und welcher der schönste und verrückteste der elf Brüder ist, landet.
Nun endlich können Malwa und Herschele sich begegnen, verlieben und schließlich heiraten. Viel später wird in der Nähe von Zürich schließlich André Kaminski geboren, um dessen Vornamen es noch ein großes Spektakel geben soll.
Soviel zum Inhalt:
Hinter dem historischen Hintergrund von verschiedenen europäischen Ländern und Amerika zu Beginn des Jahrhunderts, zunehmendem Antisemitismus und Beginn des ersten Weltkrieges sowie der russischen Revolution, die auch in Polen Einzug hält, gelingt es dem Autoren wunderbar, verschiedene Geschichten und Lebensläufe sowohl amüsant als auch geschickt zu verquicken.
Der ganze Roman ist in einem ausgesprochen flotten Erzählstil geschrieben und die einzelnen Personen sind karikiert überzogen, aber ebenso liebenswert geschildert. Kaminski gelingt es gut auch traurige und erschreckende Dinge wie den Antisemitismus oder den Weltkrieg sowie die bitteren Auswüchse, die die Revolution mit sich bringt, so komisch zu erzählen, dass man immer wieder herzhaft lachen muss. Politischer Idealismus, okkulter Glaube, Religion und Kapitalismus werden wunderbar auf die Schippe genommen und die menschliche Faulheit und Eitelkeit entlarvt. Niemals aber um jemanden bloß zu stellen. Im Gegenteil: Bar dieser Dinge erscheinen sie uns nur menschlicher und sympathischer.
Eine wunderschöne leicht und mit Lust zu lesenden Geschichte, die ein kleines Stück Zeitgeschichte gekonnt mit verarbeitet. Es hat mir viel Spaß bereitet sie zu lesen und ich freue mich im Nachhinein noch über diesen Zufallsfund.
Das Buch hat knapp 400 Seiten. Es ist als Taschenbuch bei Suhrkamp unter der ISBN-Nr. 3-518-38019-2 erschienen und kam erstmalig 1986 heraus. Mein altes Exemplar kostet damals noch 16,00 DM, mittlerweile kostet es 9,50 Euro.
Der Autor André Kaminski wurde 1923 in Genf geboren. Er war Erzähler, Stückeschreiber, Dramaturg und Reporter. Von 1945 bis zu seiner Ausbürgerung 1968 lebte und arbeitete er in Polen, später in Israel, Afrika und zuletzt wieder in der Schweiz, wo er 1991 verstarb. weiterlesen schließen -
*schnief* Wie schon vorbei?
02.08.2002, 15:47 Uhr von
Nachtstern
Ok, über mich.... Ich bin ein kleines Nordlicht aus der schönen Hansestadt Bremen, gerade zur...Pro:
man fiebert mit den Hauptpersonen mit, kann das Buch sehr schwer aus der Hand legen, Magie ist sehr interessant dargestellt, es lebe das Wildvolk! ;)
Kontra:
etwas zu viel Gemetzel, aber das gehört zu so einer Art Welt halt dazu *schulterzuck*
Empfehlung:
Nein
"Viele Tode haben Dich zu dieser Wendung gebracht", sagten sie zu ihr. "Es ist Zeit, den Wyrd in Deine Hand zu nehmen. Tief drinnen gehörst Du dem Dweomer. Wirst Du Dich daran erinnern?"
So beginnt eine der besten keltisch angehauchten Fantasy-Sagen die ich kenne.
Es taucht ein alter Mann auf, dessen Name Nevyn ist, was Niemand bedeutet.
Er ist auf der Suche nach verschiedenen Personen, die er schon viele Leben begleitet hat.
Man erfährt vom harten Schicksal des Mädchens Jill, deren Vater Cullyn ein umherziehender Silberdolch (Söldner) ist, der sie nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1052 mit auf "den langen Weg", wie die Silberdolche ihre niemals endende Reise nennen, nimmt.
Auch trifft man gleich zu Beginn den jungen Prinzen Rhodry, der einem durch sein anständiges Verhalten sogleich ans Herz wächst.
Doch bevor man mehr über ihr Schicksal erfährt, erinnert sich Nevyn and die Anfänge, als sein Name noch Galrion war....
Das erste Buch der Chroniken von Deverry führt einen zurück ins Jahr 643 und erzählt die tragische Geschichte von Prinz Galrion, seiner Verlobten Brangwen, deren Bruder Gerraent und Gerraents bestem Freund Blaern.
Brangwen wird von allen dreien geliebt, auch wenn Galrion sie zwar heiraten will, wegen seinem Verlangen mehr über das Dweomer(Magie) zu lernen aber Zweifel hat. Blaern liebt sie schon seit Jahren und Gaerrant kann den Gedanken seine Schwester mit jemand anderen zu sehen, nicht ertragen, seine "unheilige" Liebe macht ihn fast wahnsinnig.
Zuviel möchte ich jetzt nicht mehr sagen, aber schön traurig wirds in der Zeitspanne...
Galrion wird am Ende wegen seiner Neigung zum Dweomer von seinem Vater verstoßen und trägt seitdem den Namen Nevyn, Niemand. Er schwört nicht eher zu ruhen bis er alles wieder gutgemacht hat.
Ein langes Leben steht ihm bevor....
Im Verlaufe des Buches trifft man Brangwen, Blaern und Gaerrant in verschiedenen Inkarnationen wieder und immer ist auch Nevyn dort, um sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
Doch kann er gegen ihr mächtiges Wyrd (Schicksal) angehen? Oder ist er dazu bestimmt es auszuführen?
Soll ich Euch verraten wer welche Inkarnation ist? ;) Nein, das wäre unfair und würde die Spannung wegnehmen.... Also belaße ich es bei den Grundlagen und überlasse es Euch den Rest selber zu lesen.
@--- Fazit ---@
Keltisch bedeutet in der Literatur Liebe, Verrat, Blut und jede Menge Spannung, und das auf jedenfall wenn das Buch von Katharine Kerr ist. ;)
Ich konnte mich vom Schicksal der Hauptfiguren schwer losreissen und habe bis zum bitteren Ende mit Galrion mitgefiebert, um dann sogleich wieder mit Jill mitzufühlen.
Kerr führt geschickt durch eine lange Zeitspanne, verwebt die Inkarnationen und Nevyn schwere Aufgabe zu einem Geflecht das einen für Stunden von der wirklichen Welt (welche ist das ? ;) ) abschneidet.
Ich habe niemals den Überblick über die Inkarnationen verloren, obwohl manchmal große Sprünge da sind, und für die Leute die das nicht schaffen gibt es am Ende des Buches noch eine Übersicht, wer wann wer war ;)
Zusätzlich hat meine TB Ausgabe ein Glossar das Wörter wie Wyrd und Dweomer erklärt, sowie eine Karte von Deverryn.
Ich würde die Reihe, die bisher 11 Bücher umfasst, jedem Fantasyfan empfehlen der für dramatische Ereignisse etwas übrig hat und nichts dagegen hat sich urplötzlich in einer anderen Welt wieder zu finden. Ich selber lese mittlerweile den 8. Teil ;)
527 Seiten für 9,90 Euro im Taschenbuch finde ich auch angemessen, also auf in den Buchladen!
Viel Spaß beim lesen!
Euer Sternchen
P.S.: Besonders liebe ich das Wildvolk.... wem´s auch so geht schreibe mir *grins*
P.S.S.: Im Orginal heißt das Buch "Daggerspell" was sich von dem Silberdolch ableitet, den jeder der Söldner/Silberdolche bekommt wenn er eben zu diesem wird. Manche von ihnen sind verzaubert, und glühen wenn bestimmte Personen sich nähern.... Ihh, nicht zu viel verraten ;) weiterlesen schließen -
"Wo dein Herz schlägt" - Der Roman zum Film
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Letzten Sommer habe ich ein Buch gelesen, über das ich heute etwas schreiben möchte. Es heißt "Wo dein Herz schlägt" und wurde von Billie Letts geschrieben! Es geht um ein 17-jähriges Mädchen, Novalee. Sie ist im siebten Monat schwanger und bricht mit ihrem Freund Willi nach Tenesee auf, um in Kalifornien zu Leben. Doch bereits in Oklahoma wird sie von Willi sitzen gelassen, nun muss sie sich völlig allein in der fremden Stadt zurecht finden. Aber sie
bekommt Hilfe von netten Menschen, die bald zu ihren besten Freunden und zu ihrer Familie werden. Doch ein paar Jahre später taucht Willi plötzlich wieder auf. Ich finde dieses Buch sehr schön, da es keine frei erfundene Geschichte ist, auf der ganzen Welt passieren solche Dinge; Mädchen werden verfrüht schwanger und von dem Vater des Babys sitzen gelassen, weil dieser noch nicht bereit für das Kind ist, oder einfach keine Lust auf es hat er drückt sich vor der Verantwortung die mit der Erziehung zusammenhängt. Die Mütter sind dann alleine, doch sie finden, wenn sie Glück haben, gute Freunde, die mit ihr das Kind groß ziehen und die mit ihr viel durchmachen. Das hört sich vielleicht eher öde an, aber es gibt auch spannende Stellen im Buch und davon nicht wenige. Ich konnte nicht mehr aufhören mit dem lesen, weil immer wieder etwas neues passierte und ich wissen wollte wie es weiterging, bis es dann nach 366 Seiten zu Ende war. Ich empfehle dieses Buch, da es aus dem Leben gegriffen ist, man kann sich außerdem auch gut in die verschiedenen Situationen hineinversetzen. Und wer nicht so gerne liest kann sich auch den Film zum Roman ansehen. Ich wollte das auch tun, aber in der Videothek gab es ihn nicht, obwohl er letztes Jahr in manchen Kinos zu sehen war. Na ja, vielleicht habt ihr mehr Glück. weiterlesen schließen -
Wenn Engel schweigen von Kristin Hannah
Pro:
s. o.
Kontra:
---
Empfehlung:
Nein
Zum Inhalt:
Sie hört die Stimme ihres Mannes, die leisen, geflüsterten Liebeslaute, die sie in den vergangenen zehn Jahren begleitet haben, und obwohl sie nichts von ihren Kindern hören kann, weiß sie, dass sie hier sind und sie beobachten. Mehr als alles in der Welt wünscht sie sich die Gelegenheit, etwas zu ihnen zu sagen, auch wenn es nur ein Laut ist, ein Seufzer, irgendetwas ..."
Seit vier Wochen liegt Mikaela Campbell im Koma - und keiner der Ärzte rechnet damit, dass die passionierte Reiterin nach dem Sturz vom Pferd jemals wieder aufwachen wird. Nur ihr Ehemann Liam glaubt fest daran, dass seine Liebe dort helfen kann, wo die Medizin versagt. Jede freie Minute verbringt er im Krankenhaus an ihrer Seite - doch Mikaelas Zustand ändert sich nicht. Nur mit Mühe gelingt es Liam, in die Normalität zurückzukehren und sich um die beiden zutiefst verängstigten Kinder, den neunjährigen Bret und die sechzehnjährige Jacey, zu kümmern. Er erinnert sich an ihre erste Begegnung vor mehr als zehn Jahren, ihren ersten Kuss und seine baldige Gewissheit, sein Leben mit Mikaela teilen, mit ihr alt werden zu wollen. Schon damals erkannte er, dass sie ihm etwas verheimlichte, dass sie ihr Herz bereits an einen Anderen verloren hatte. Aber er war sich sicher - seine Liebe würde stark genug sein für beide. Durch Zufall stößt Liam ausgerechnet jetzt auf das lang gehütete Geheimnis seiner Frau. Sie war in erster Ehe mit Julian True, einem der berühmtesten Filmstars der Welt, verheiratet. Und: Sie hat die Trennung nie überwunden. Liam steht vor einer schweren Entscheidung: Soll er Kontakt zu dem begehrten Hollywood-Schauspieler aufnehmen? Julian scheint der Einzige zu sein, der Mikaela retten kann ...
Mein Eindruck von dem Buch:
Die Geschichte beginnt mit dem Sturz von Mikaela vom Pferd, erzählt von der großen Angst der Kinder, ihre Mutter niemals wieder reden zu hören, sie niemals wieder in den Arm nehmen zu können. Ihr Mann leidet mehr wie alle anderen darunter, daß er trotz seiner großen Liebe zu seiner Frau, nicht zu ihr durchdringen kann. Er zeigt unmenschliche Kraft in dem Bemühen die Kinder aufzumuntern, ihnen Mut zuzusprechen, ihnen Hoffnung auf eine baldige Genesung ihrer Mutter zu machen.
(Ich habe mir an dieser Stelle vor Augen gehalten, wie schrecklich es wäre, wenn dies einem selber passieren würde. Ein Familienmitglied würde nach einem schrecklichen Unfall ins Koma fallen und niemand ist in der Lage den lieben Menschen wieder daraus zu befreien!)
Liam muß jedoch resignieren, als er durch Zufall erfährt, daß seine Frau offensichtlich ihren ersten Mann, ihre große Liebe, nicht vergessen kann, da sie ihren Ehering und andere persönliche Sachen vor Liam versteckt hält. Zu diesem Zeitpunkt resigniert er und weiß, daß es nur eine einzige Person gibt, die seiner Mikaela helfen kann - Julian True, Mikaelas erster Ehemann.
(Die große Überwindung von Liam sich an Julian mit der Bitte um Hilfe für seine Frau zu wenden, der Schmerz und die Angst seine Frau an diesen Mann verlieren zu können, falls sie aus ihrem Koma aufwachen sollte, haben mich zutiefst berührt!)
Tatsächlich schafft es Julian Mikaela aus ihrem Tiefschlaf zu erwecken. Doch - Mikaela hat alles vergessen, sie lebt in der Vergangenheit, sieht ihre Tochter immer noch als kleines Mädchen und ihren Sohn kennt sie gar nicht. Auch der Mann namens Liam ist ihr ein Unbekannter, nur Julian, ihre große Liebe bedeutet ihr etwas, nur mit ihm kann sie etwas anfangen.
(was für ein Schock muß das für einen Mann sein, wenn seine eigene Frau ihn nicht mehr wiedererkennt und wie muß erst ein Kind darunter leiden, wenn die eigene Mutter fragt, wer es denn sei?!!!)
Dann muß sie jedoch erkennen, wie oberflächlich Julian ist und wie nahe dran sie ist, ihren Mann Liam und ihre Kinder zu verlieren ...
Eine wunderschöne und sehr gefühlvolle Geschichte, die mich begeistert hat und nachdenklich gestimmt hat!
Preis: 13,70 EUR (über Moments-Club, Online-Bestellungen)
Seiten: 272
Leserschaft: Erwachsene
Typ: gebundener Roman weiterlesen schließen -
Nackte Angst
20.07.2002, 00:06 Uhr von
Fhrink
Ich bin ein sportbegeisterter Typ (Fußball, Tennis, Basketball und mehr), lese gerne Science Fic...Pro:
In richtiger Stimmung gelesen, ein Werk, nach dem man in den nächsten Tagen Dunkelheit und abgelegene Stellen meidet, und sicher kommt niemand mehr danach auf die Idee, sich an ein Bett fesseln zu lassen...
Kontra:
Der übliche King-Touch ins Triviale. Aber wirklich nur marginal störend.
Empfehlung:
Nein
Vor 10 Jahren (leider fiel mir das Werk erst jetzt in die
Hände) veröffentlichte Stephen King "Gerald's Game", deutsch
in "Das Spiel" übersetzt.
In typischer King-Manier versteht er es auch mit dieser
Story Angst zu verbreiten in einer eigentlich banalen Aus-
gangssituation.
So beginnt der Roman mit der Schilderung von Jessie Bur-
lingame's Lage, die sich von ihrem Partner Gerald mit Hand-
schellen ans Bett hat fesseln lassen und das zunehmend be-
reut. Gerald, 17 Jahre älter, kann sich sexuell nur noch
durch derartige Spielchen stimulieren.
Jessie verlangt, wieder befreit zu werden, da ihr bewußt
wird, dass die auf solche Nummern eigentlich keine Lust hat.
Doch die Erregung hat Gerald längst übermannt.
Er belästigt seine Partnerin, die sich schließlich mit kräf-
tigen Tritten in die Eingeweide gegen ihn zur Wehr setzt.
Er kommt nach diesen Attacken zum Sturz...und stirbt.
Von diesem Punkt an läßt King seine Protagonistin immer
massivere Ängste durchstehen, als sei das bis dahin Erlebte
noch nicht heftig genug.
Jessie ist mit Handschellen ans Bett gefesselt, weit ent-
fernt von Menschen, die ihr helfen könnten, mitten im Wald
in ihren gemeinsamen Sommerhaus an einem Wochenende, an den
sie niemand vermissen würde und vor Einbruch der Dunkelheit.
Nach einer ersten Erleichterung darüber, sich der sexuellen
Belästigung entledigt zu haben, wird ihr ihre Situation
immer drastischer bewußt.
Ihr Gatte liegt tot auf dem Boden, sie ist nicht in der Lage,
die Schlüssel für die Handschellen zu erreichen, sie kann
keine Nahrung aufnehmen, sie weiß nicht, ob sich überhaupt
irgendwann jemand in diese Gegend verirren wird.
Doch sie bekommt Besuch...
Ein streunender Köter, hungrig, findet den Weg durch die
offen stehende Tür ins Zimmer von Gerald und Jessie.
Zu deren Entsetzen beginnt das Vieh die Leiche anzufressen.
Jessie's Grauen wächst, dann wächst ihr Durst.
Zugleich beginnt ihr Geist Spiele mit ihr zu treiben.
Sie führt Zwiegespräche mit imaginären Figuren aus ihrem
Leben, je länger sie dort hilflos liegt.
Durch ein improvisatorisches Meisterstück gelingt es ihr
mit einem mit Füßen und Mund gebastelten "Strohhalm" ein
Glas Wasser in ihrer Nähe zu erreichen.
Später stattet ihr der Hund einen weiteren Besuch ab.
Während dieser sich aber damit begnügt, weiter an Gerald
herum zu knabbern, so soll es später für Jessie noch we-
sentlich gespenstischer werden.
Die Nacht bricht herein und es bleibt nicht nur beim Besuch
aus der Tierwelt.
Während sie im Halbschlaf rum träumt und Möglichkeiten
ihrer Befreiung erörtert, fällt ihr Blick auf einmal in
eine Ecke des Zimmers. Sie sieht dort in der nur von Mond-
und Sternenlicht erhellten Nacht einen Mann stehen. Panik
und Hysterie ergreift sie. In der Erwartung des sicheren
Todes wird ihr in einem klaren Moment bewußt, dass das
"Wesen" nichts tut. Es steht reglos in der Ecke. Ist es
überhaupt real? Sie faßt Mut und spricht es an. Doch sie
erhält keine Antwort. Der Mann beobachtet sie nur und
bleibt sonst reglos. Vorerst.
Dann kommt doch Bewegung in die Kreatur. Sie hat einen
Aktenkoffer dabei. Die Gestalt öffnet diesen wortlos.
Es kommen Menschenknochen und Juwelen zum Vorschein!
An dieser Stelle erlöst King sein Opfer zunächst durch
eine gnädige Ohnmacht von ihrem Grauen.
An anderen Tag wacht die von Alpträumen geplagte, sonst
aber unversehrte, Jessie auf. Sie atmet auf, als sie be-
merkt, dass ihr "Gast" nicht mehr im Haus ist und beginnt
nun einen Wettlauf mit der Zeit. Aus fürchterlicher Angst
vor einer weiteren Nacht mit ungebetenen Gästen und aus
der Notwendigkeit heraus, den Körper mit Nahrung zu ver-
sorgen, macht sie sich nun daran, ihre schmerzhafte Be-
freiung in Angriff zu nehmen...
Keine Lektüre für Weichgesottene!
Stephen King verbreitet herrliche Grusel-Atmosphäre (ohne
übersinnliche Phänomene zu bemühen), am besten wirkend,
wenn man das Buch nachts alleine im Haus liest.
Es gibt zwar einige Längen, irgendwie zwangsläufig, denn
ein Mensch, der gefesselt auf einem Bett liegt, gibt
nicht soviel Handlungsspielraum, wie es Storys mit mehr
Hauptdarstellern tun.
So ergießt sich King in der Nebenhandlung mit der Beschrei-
bung eines Kindheitstraumas von Jessie, das sie in den
Momenten ihrer unterbewußten Phantastereien nochmal durch-
lebt. Aber das ist nicht weiter störend im Ablauf der
Horror-Story, in der King am Ende Jessie noch mehrfach
mit ihrem unheimlichen nächtlichen Gast konfrontiert und
zwar mit geradezu sadistischer Freude.
Insgesamt gelingt es ihm einmal mehr, den Leser in die Si-
tuation der Hauptfigur zu versetzen und ihn deren Ängste
erleben, ja beinahe durchleben zu lassen. weiterlesen schließen
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