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Tests und Erfahrungsberichte
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Bewusstseinserweiternde Droge: Alan Lightman "Und immer wieder die Zeit - Einstein's dreams&quo
5Pro:
ungewöhnlich, spannend, faszinierend, mitreissend, gedankenanregend, bewusstseinserweiternd, schööööön
Kontra:
wenn man sein Bewusstsein nicht erweitern möchte ...
Empfehlung:
Nein
Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie unsere Welt aussehen würde, wenn die Zeit rückwärts laufen würde? Wenn sie sich immer wiederholte? Oder wenn die Zeit gar nicht objektiv existierte und für jeden anders ablaufen würde? – Dann ist dies DEIN Buch!
Alan Lightman: „Und immer wieder die Zeit“ (Einstein’s Dreams)
~ Das Buch: die Dimensionen der Zeit ~
Dieses Buch ist eine Aneinanderreihung von kurzen Gedanken – oder Träumen. Die Idee ist schlicht, doch gerade deshalb so eindrucksvoll: welche Richtungen und Formen könnte der Verlauf der Zeit nehmen, abgesehen von der uns vertrauten Zeit-Vorstellung?
Jede einzelne Geschichte – wenn man sie überhaupt so nennen kann – umfaßt nur wenige Seiten; wenige Seiten voller Faszination. Jedesmal wird ein Bruchstück einer Welt erschaffen, in der die Zeit ihren ganz speziellen Lauf nimmt.
So entsteht eine Vielfältigkeit verschiedener Wirklichkeiten – neu, ungeahnt und gleichzeitig vollkommen glaubwürdig.
Da ist eine Welt, in der die Zeit langsamer fließt, je weiter man sich vom Erdmittelpunkt entfernt, so dass alle Menschen hoch oben in den Bergen leben.
In einer Welt läuft die Zeit im Kreis, alle Geschehnisse wiederholen sich wieder und wieder und wieder.
In einer anderen ist die Vergangenheit veränderlich, beliebig steuerbar allein durch die Gedanken, so dass sich alles im Nachhinein immer wieder wandelt.
Wir betreten eine Welt, in der Ursache und Wirkung vertauschbar sind, in der das Ergebnis vor dem Auslöser geschieht – eine Welt der vollkommenen Verwirrung.
In einer anderen Dimensionen werden Menschen durch die Zeit geweht wie Laub im Wind. Es gibt Welten, da ist die Zeit eine feste Substanz, in anderen wieder ist sie allein vom subjektiven Empfinden abhängig oder ist ein Vogel, den jeder einzufangen sucht. In einer Welt ohne Vergangenheit notieren die Menschen ihr Leben in dicken Büchern.
Jede einzelner der Welten hat eine eigene Realität – oder mehrere oder gar keine – und mit dem Lesen wächst die Faszination der ungeahnten Vielfalt, die die Zeit aufweisen könnte.
~ Die Sprache ~
Kurze Sätze, kleine Worte. Aneinandergereiht malen sie Bilder, erschaffen Welten, scheinbar mühelos.
Die Sprache dieser Geschichten ist so klar, das man sie kaum wahrnimmt – beim Lesen fließen die Worte nur so dahin und tragen einen davon, in die faszinierenden Dimensionen der Zeit, die der Autor wie selbstverständlich kreiert.
Die Geschichten leben von einzelnen Szenen, die schattenhaft umrissen werden, ineinander übergehen und die dargestellten Realitäten greifbar und lebbar erscheine lassen. Immer wieder, wenn ich in dem Buch lese, tauche ich sofort in diese Sprache ein. Sie ist atemberaubend schlicht, in ihrer Klarheit fast perfekt. Man beginnt bald, ebenso reden zu wollen.
In der Tat ist der Stil, gerade weil er so mühelos dahinfließt, fast unmöglich zu beschreiben – und da ich keine besseren Worte dafür finden kann, empfehle ich einfach nur: selber lesen!
~ Ein Buch für ... ~
... jeden, der ungewöhnliche Gedankengänge liebt und der bereit ist, sich auf Möglichkeiten einzulassen, die fern des Wirklichkeitszustands liegen, den wir ‚Realität‘ nennen.
... jeden, der sich gern mit der Relativitätstheorie befasst, sich für Philosophie begeistern kann und sich nach neuer Nahrung für das flackernde Gedankenfeuer sehnt.
... jeden, der mal einen kleinen Blick über den Tellerrand wagen will und dafür einfach einen kleinen, und dennoch genialen, Denkanstoß sucht.
KEIN Buch für Geradeaus-Denker!!!
~ Der Autor ~
Alan Lightman ist nicht nur Schriftsteller, sondern Professor der Astrophysik am Massachusetts Institute of Technology (hört! hört!).
Dies ist sein erstes belletristisches Buch; jedoch habe ich später von ihm auch ein anderen – Der gute Benito – gelesen.
Daneben veröffentlicht er auch wissenschaftliche Essays und Gedichte.
Vielseitiger Mann, oder?
~ Allgemeine Informationen ~
Alan Lightman
„Und immer wieder die Zeit“
Originaltitel: Einstein’s Dreams
Erschienen im Heyne Verlag, 1994.
A5-klein, 207 Seiten.
Kostenpunkt: damals 5 DM,
ISBN 3-453-14403-1
Erschienen ist das Buch auch in anderen Verlagen. Amazon führt es zum Beispiel momentan als gebundene Ausgabe der Droemersche Verlagsanstalt, allerdings für stolze 15 Euro. Guckt euch mal um, sicher kann man es auch billiger erstehen.
~ Fazit ~
Das Buch, das man mindestens zweimal kaufen muss – denn es ist ein wunderbares Geschenk, aber gleichzeitig kann man einfach nicht anders, als es auch selbst zu behalten.
Ein Buch, dass man immer wieder lesen wird, über das man staunt, das einen verwirrt und herausfordert, zum Nachdenken und Philosophieren zwingt, das einem durch Gedanken und Träume spukt, Gänsehaut garantiert. Und die Schreiber unter uns werden nach der Lektüre nicht anders können, als eigene Zeitgeschichten zu erfinden.
Dieses Buch ist tatsächlich mehr als nur eine Aneinanderreihung von buchstabenbedruckten Seiten – es ist eine Droge, die die Wahrnehmung erweitert und die Phantasie in ungeahnte Höhen jagt.
Ich hoffe, dies hat Euch ein wenig neugierig gemacht. :-)
~ PS in eigener Sache ~
Wie immer freue ich mich sehr über Kommentare und Anregungen (ganz besonders hier, weil ich Buchberichte recht schwierig finde, dies ist auch erst mein zweiter dieser Art).
Vor allem aber würde ich mich über Äußerungen von denen freuen, die das Buch selbst gelesen haben, zwecks Gedankenaustauschs.
Die Kategorien unten sind mal wieder völlig unangebracht, achtet also nicht so sehr darauf.
Vielen Dank fürs Lesen und einen spannenden Tag, egal, in welcher Zeitdimension ihr Euch befindet.
Eure RainWoman
Ausserhalb der Bewertung und zum „Anfüttern“ - Leseprobe:
„... In einer Welt ohne Zukunft ist jeder Abschied eines Freundes ein Tod, jedes Lachen das letzte Lachen. In einer Welt ohne Zukunft liegt jenseits der Gegenwart das Nichts, und die Menschen klammern sich an sie, als hingen sie an einer Klippe.
Wer sich die Zukunft nicht vorstellen kann, der kann auch die Folgen seines Handelns nicht abwägen. Das wirkt auf manche lähmend bis zur Untätigkeit. Sie liegen den ganzen Tag im Bett, sind hellwach, haben aber Angst, sich anzuziehen. Sie trinken Kaffee und betrachten Fotos. Andere dagegen springen morgens aus dem Bett, völlig unbekümmert darum, daß jegliches Handeln ins Nichts mündet, unbekümmert darum, daß sie ihr Leben nicht planen können. Sie leben den Augenblick, und jeder davon ist erfüllt ...“ weiterlesen schließen -
Primo Levi - Ist das ein Mensch? - Ein Appell an das Gewissen
Pro:
schwer zu sagen...
Kontra:
schwer zu sagen...
Empfehlung:
Nein
Eigentlich schreibe ich lieber Meinungen, die unterhalten sollen, aber manchmal fällt mir etwas in die Hände, wo ich einfach das Gefühl habe, dass ich ungeachtet dessen, dass es sich um ein sehr ernstes Thema handelt, was keineswegs eigentlich wirklich unterhaltsam ist, dennoch es vorstellen sollte. Das gilt auch für das Buch 'Ist das ein Mensch?' von Primo Levi, einen italienischen Juden, was ich vor kurzer Zeit gelesen habe und bei mir selbst eigentlich einen solchen Eindruck hinterlassen hat, wie kaum ein Buch, was sich mit der düsteren Vergangenheit den 3. Reiches beschäftigt.
Primo Levi wurde am 31.07.1919 in Turin geboren und studierte dort Chemie. Er war im 2. Weltkrieg in der Resistenza tätig und wurde dann im Dezember 1943 verhaftet. Er wurde dann in das Konzentrationslager Ausschwitz deportiert und er überlebte dort auch. Nach der Befreiung kehrte er nach Italien wieder zurück und arbeitete bis 1977 in der chemischen Industrie. Danach wurde er Schriftsteller und schrieb auch zahlreiche Gedichte, die in einer anderen Publikation harausgebracht wurden. Am 11. April 1987 starb er durch Selbstmord.
Das Buch 'Ist das ein Mensch?', was als erstes 1958 in Italien herausgekommen ist und 1961 ins Deutsche übersetzt wurde, beschreibt sein eigenes Schicksal von seiner Verhaftung an bis zu dem Tag, an dem die Rote Armee in das Konzentrationslager stürmte und die verbliebenen Gefangenen befreite. Es ist ein Buch, was an vielen Stellen zeigt, dass obwohl Primo Levi versucht in diesem Buch sein Erlebtes zu verarbeiten, ihn dennoch sehr viele Sachen, die er in dem Jahr erlebt hatte, eigentlich nie verstanden hat, obwohl er durchaus auch es versucht hatte. Hier dazu ein Auszug aus seinem Brief an die Übersetzer, die das Buch ins Deutsche übersetzt haben:
'... Vielleicht haben Sie gemerkt, dass für mich das Lager und vom Lager geschrieben zu haben ein bedeutendes Erlebnis gewesen ist, das mich zu tiefst verändert, mir Reife und ein Lebensziel gegeben hat. Mag es Anmassung sein: aber jetzt kann ich, Nummer 174 517, durch Sie zu den Deutschen sprechen, kann sie an das erinnern, was sie getan haben, und ihnen sagen: >> Ich bin am Leben, und ich möchte euch verstehen, um euch beurteilen zu können <<...'
Es kam mir manchmal vor, als ob Primo Levi zwar versuchte nicht anklägerisch zu wirken, sind dennoch einige Passagen mit einer Art Grell gegenüber seinen Peinigern untermalt, in denen er häufig zu fragen wagte, wie Menschen zu solchen Grausamkeiten überhaupt fähig sind. Er gibt auch Beispiele für die Unmenschlichkeit des Lagers, wo Menschen profane Dinge versuchen, um überhaupt ihre menschliche Würde zu behalten. So beschreibt er einen Mithäftling, der sich täglich ohne Seife 'wäscht', weil er sagt, dass wenn man es nicht tun würde, dann würde man ihn wirklich nicht mehr von Tieren unterscheiden können. Ein anderer Häftling, der beschrieben wird, stellt er wieder als Beispiel vor, für jemandem, der schon längst mit seinem Leben abgeschlossen hat und eigentlich nur noch auf den Tod wartet. Dazu möchte ich mal zitieren:
'...Es ist Null Achtzehn. Nur so heisst er: Null Achtzehn, die letzten drei Ziffern seiner Nummer; als sei sich ein jeder Mensch bewusst geworden, dass nur ein Mensch es verdient, einen Namen zu haben und dass Null Achtzehn kein mehr ist. Ich glaube, er selber hat seinen Namen vergessen, denn so benimmt er sich. Seine Sprache und sein Blick erwecken den Eindruck, als sei sein Inneres leer, als bestehe er nur noch aus der Hülle, wie die Reste mancher Insekten, die man, mit einem Faden an einem Stein hängend, an den Ufern der Teiche finde, und der Wind hat sein Spiel mit ihnen...
Alles ist ihn so gleichgültig, dass er sich gar nicht mehr darum kümmert, Mühen und Schläge zu vermeiden, oder Nahrung zu suchen. Er führt jeden Befehl aus, den er bekommt, und wenn sie ihn in den Tod schicken werden, so wird er wahrscheinlich mit derselben völligen Gleichgültigkeit hingehen...'
Er beschreibt mit einer Art, die einen fast schon das Blut in den Adern gefrieren lässt, den Hunger, den chronischen Hunger, der jeden Häftling in seinem Dasein begleitet und niemals verschwindet. Davon, wie manche Nachts davon träumen, dass sie essen und wie manche noch der letzten Speise vor ihrer Deportation nachtrauern, weil sie sie nicht ganz aufassen. So entstand auch ein reger Handel mit verschiedenen Waren, wobei die Brotration immer die Währung war. Er beschreibt auch hier, wie einige Häftlinge Sachen ins Lager schmuggelten, um diese dann gegen Brot, oder Suppe einzutauschen.
Auffällig ist auch immer Levis Vergleich des Lagers mit dem Babel Turm, denn auch sprachlich gesehen ist das Lager für viele eine Überwindung, denn wie man auch aus der Geschichte weiss, war das Lager in Auschwitz für Menschen aus ganz Europa die Endstation gewesen und so kam es auch dazu, dass entsprechend viele Sprachen gesprochen wurden und manche gar manchmal noch nicht mal ihre Befehle verstanden haben und entsprechend auch manchmal bestraft wurden. Überhaupt erschütternd ist die kühle Art, mit der Levi die Regeln des Lagers beschreibt, wo die kleinsten Verstösse schon zu den schwersten Strafen führen.
Am Ende blieb eigentlich mal wieder nur noch die Fassungslosigkeit zurück, vor allem, weil ich mal vor einigen Jahren dieses Lager besucht hatte und dieses Buch lieferte mir die Bilder zu den Bilder, an die ich immer erinnern werde. So bekommt einfach das Lager für mich ein Gesicht durch die Erlebnisse von Primo Levi, die manchmal einfach so unfassbar sind, dass man sich kaum wirklich vorstellen kann, dass sie wirklich real sind. Darum möchte ich eigentlich wirklich jedem ans Herz legen dieses Buch mal wirklich zu lesen, denn auch wenn viele manchmal sagen, dass zu viel darüber gesprochen wird und man sollte endlich die Vergangenheit ruhen lassen, bin ich der Meinung, dass man gerade über solche dunklen Zeiten in der Vergangenheit sprechen muss, damit niemand von uns je vergisst, zu was für Grausamkeiten Menschen überhaupt fähig sind und das soetwas nie wieder vorkommen darf.
©ewka - 29.10.2002 weiterlesen schließen -
Einfacher Weg zur eigenen Homepage
Pro:
alles
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Frontpage2000 Kompendium von Louis, Dirk
Die eigene Web Präsenz zu verwirklichen und das in einer anspruchsvollen Art und Weise: So ganz einfach ist das nicht.
Wer ein anständiges Layout entwerfen möchte oder nicht nur reinen Text ins Netz stellen möchte, der wird schnell die Grenzen der Microsoft – Bändchen erreichen, die dem Programm beigelegt sind. Und auch die sog. Einsteigerbücher von Microsoft Press stellen in der Regel eine peinliche Unterforderung des Users da, wie ich an anderer Stelle schon dargelegt habe (GO! Das Einsteiger-buch Frontpage 2000).
Schwere Geschütze müssen her und so bestellt ich mir für stattliche 89,95 DM Das Frontpage 2000 Kompendium von Dirk Louis und Oliver Pott.
Das knapp 1100 Seiten dicke Machwerk lässt sich auf den ersten 116 Seiten über die Installation und das WWW im Allgemeinen aus. An sich sicherlich hilfreich für Internetanfänger, frage ich mich, was ein solches Kapitel, rund 10 % des Gesamtwerkes, in einer Darstellung für Frontpage 2000 zu suchen hat. Hätte ich das WWW – Kompendium gekauft – gut, dann wäre das etwas an-ders, aber so ...???
FRONTPAGE 2000
Im Gegensatz zum FP 98, der noch aus diversen Einzelanwendungen bestand, fasst der 2000er alles unter einem Office Dach zusammen, was man zum Gestalten eines Webs benötigt. Die Kompatibi-lität mit allen anderen Office 2000 Komponenten ist – so MICROSOFT ( also lieber selbst nachprü-fen!!!) – gewährleistet, HTML- Seiten aus WORD 2000 sollen / werden auch zu 100% in den FP2000 übertragen.
Kein langes Rumgeklicke mehr zwischen den einzelnen Unterprogrammen, sondern direktes Bear-beiten unter einem Layout – Frontpage gilt ab der Version 2000 als erwachsen.
DAS KOMPENDIUM
Abgesehen von den ersten 116 Seiten entpuppt sich das Buch als gelungenes Handbuch und Nach-schlagewerk für Fortgeschrittene und fortgeschrittne Einsteiger, wenn auch nicht alle Fragen wirk-lich befriedigend tief beantwortet werden können ( vor allem im Bereich GRAFIK, BILDER...) . Für Profis wohl eher eine seichte Bettlektüre, kann der Anfänger mit diesem Buch durchaus ein geeignetes Werkzeug haben, bei Problemen beim Erstellen seines WEBS Hilfen schnell griffbereit zu haben.
Ein Stichwortverzeichnis lässt einen schnell im Buch die richtigen und wichtigen passagen finden, insofern ist die Handhabung entsprechend simpel.
Folgende Schwerpunkte setzt das Buch:
a) Installation
b) Allgemeines zum WWW
c) Einführung FP2000
d) Textgestaltung
e) Tabellen
f) Hyperlinks
g) Farben /Grafische
h) Editor
i) Schnellkurs: 30 Minuten bis zur Internetpräsens
j) Fortgeschr. Textverarbeitung
k) FP Komponenten
l) Formulare
m) Multimedia
n) CSS
o ) Eigene Webseiten
p ) Publizieren
q ) Server / Servererweiterung
r) Webvorlagen
s) FP im Unternehmen
t)Webdesigns
u) Image Composer (wer`s brauch)
v) Prof. Webdesigns
w) HTML - KURS
x) CGI
y) JAVAScript
z)JAVA
aa)Datenbanken
bb) PRAXISFÜHRER
Dem Buch liegt eine CD Rom bei, auf der sich alle Vorlagen, Bilder und Animationen befinden, die im Buch und den einzelnen Teilen besprochen worden sind.
Das Buch ist so geschrieben, dass man mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses bzw. des Stichwortver-zeichnisses das Ganze auch als Nachschlagewerk benutzen kann, denn zunächst beginnt man, sich nach und nach einzuarbeiten und nicht alles auf einmal zu machen. Die meisten von euch werden ohnehin mit JAVA und anderem so kaum etwas zu tun haben, hier erreicht das Buch – inhaltlich – ein Profiniveau.
Leider geht es nicht immer weit genug in die Tiefe, weshalb speziellere Literaturm oder besser noch, Bekannte, die sich schon ein wenig auskennen, hilfreicher sein können.
FAZIT
Ein gutes, aber nicht sehr gutes Kompendium, das mit 89,95 DM auch eine stattlichen Preis erfor-dert. Wer Zeit und Geduld hat, evtl. Freunde, die ihm helfen können, der sollte das Geld nehmen, und letztere zum Dank zum Essen einladen.
Habt ihr sie nicht, dann kann euch das Buch durchaus gute Dienste leisten.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 13:13:53 mit dem Titel Mit Abstand das meschuggenste Buch des Jahrzehnts!
Waschen, schneiden, umlegen / Lindsay, Douglas
....., denn diesen Schluss lässt Douglas Lindsay mit seinem Buch "Waschen, schneiden, umlegen" nahe.
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Barney Thompson ist angesehener, selbstüberzeugter genialer Frisör und ein wenige geistig nicht so großartig ausgestatteter und gesuchter Serienmörder. Sechs Morde werden ihm zur Last gelegt. Der Leser aber wird aus kundiger Hand erfahren, dass es eigentlich nur deren zwei waren. Die anderen vier Morde waren eigentlich ein Missverständnis, denn die hatte seine verstorbenen Mutter um die Ecke gebracht.
Immerhin, Barney bleibt nichts anderes übrig, als unterzutauchen, und das tut er in einem schottischen Kloster mit zu Beginn fast 50 Mönchen. Zu Beginn wohlgemerkt, denn die Zahl der Mönche nimmt aufgrund einiger Mordtaten rasch ab.
Aber auch hier bleibt der Leser im Bilde, der weiß, das Barney, die arme Socke, nun wieder nichts damit zu tun haben kann. Und glücklicherweise erfährt aufgrund der Pressescheue der Mönche auch die Öffentlichkeit und auch die Polizei zunächst nichts von dem Blutrausch im Männerkloster.
Während dessen nimmt Detectiv Chief Inspector Joel Mulholland mit seiner Kollegin Proodfoot die Spur des flüchtenden Frisörs auf. Nach einigen hin und her, gelingt es ihnen dann auch zufällig, den Aufenthaltsort Thompsons aufzuspüren.
Doch ein Wettlauf gegen den Tod beginnt, denn im Koster trifft der angebliche Serienmörder auf einen nun wirklich echten Meister gerade dieser Disziplin.
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Douglas Lindsay lagt mit diesem Buch eine schräge schwarze Komödie vor, die vom Stil sicherlich nicht für alle etwas ist. Die schrägen Gedankengänge seiner oft leicht schizophrenen Figuren aber haben etwas besonderes. Wenn es wirklich so ist, dass ein Schriftsteller sich auch in seinen Büchern wiederfinden lässt,, dann man gute Nacht. Adressen von Leuten, die ihm professionell helfen können, stehen in den Gelben Seiten.
Vor allem der überzogene Humor ist schon recht anstrengend. Dennoch: Wär` hat sich schon Gedanken über den Man gemacht, der sich im 1. Weltkrieg in die Socken gepisst hat, um sich vor dem Giftgas zu retten?
Auf viele wichtigen Fragen bietet Lindsay viele interessante Antworten.
Das Fett weg bekommt auch die Regenbogenpressen, die sich natürlich den Fall Thompson herausfischt: Schnell steht dieser im Verdacht, Schuld an den Länderspielniederlagen der Nationalelf zu sein, Erdbeben, Überschwemmungen usw. zu sein. Thompson wird also zum Sündenbock des gegenwärtigen Pechs der Welt.
Witzig: Die Pressemeldungen der Sportseiten:
/GLASGOW sichert sich für 80 Mill. Pfund die Rechte an holländischen Embryo./
/6-jähriger für 60 Mill. Pfund verpflichtetet/
/Schottland stellt für das Freundschaftsspiel gegen Andorra 9 Verteidiger auf -"Der rechte Verteidiger der Gegner spielt in der 8. Liga Andorras, das macht uns Sorgen, so der Nationaltrainer/
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Spitz, überzogen, gut.
Lindsay reflektiert die Gegenwart mit spitze, schwarze Feder auf eine Art, die mir sehr gefällt, kaum sicher für alle Leser interessant sein wird.
ABER: Jeder wird am Ende des Buches, wenn des Problems Lösung, nämlich die Frage nach den Morden im Kloster aufgelöst wird, dasselbe tun, was der Chief Insp. tut: Sich tüchtig vor die Stirn schlagen.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-13 10:18:52 mit dem Titel Anfang eine epochalen Kreuzzugssage
Der Sohn des Kreuzfahrers / Stephen Lawhead
Von Stephen Lawhead wird noch nicht jeder wirklich viel gehört haben, auch wenn er auf dem deutschen Buchmarkt mit einigen seiner Bücher schon verdrehten ist. Lawhead schreibt vor allem Fantasy – und historische Romane und sein neuester wird sicher dazu führen, dass er auch einem breiteren Leserpublikum bekannt werden dürfte.
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INHALT
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1096 nach Christus, im Norden Schottlands. Ranulf von Hrafnbu, Herrscher über eine kleiner Insel der Orkney – Inseln, hört vom Aufruf Papst Urban, der zum heiligen Kreuzzug gegen die Ungläubigen predigte, die das heilige Land und die heilige Stadt besetzt halten. Als Christ sieht er darin eine Pflicht, die viele Adelige Schottlands auf sich nehmen und gemeinsam mit vielen anderen Adeligen der Region macht er sich auf, das Schwert zu nehmen und mit tausenden anderer Ritter und Soldaten des damaligen Europas nach Jerusalem zu ziehen und die Stadt von den Heiden zu befreien.
Gemeinsam mit seinen drei größten Söhnen bricht er auf und lässt seine Frau Niamh und seinen Jüngsten Murdo zurück, damit diese auf das heimische gut aufpassen sollen.
Aber kurz schon, nachdem die versammelte Ritterschaft der Gegend sich aufgemacht hat das Kreuz zu nehmen, versucht der örtliche Bischof, sich den Besitz der in den krieg gezogenen unter den Nagel zu reißen und als einer der ersten Besitztümer, die er “unter den Schutz der Kirche“ stellt, fällt der von Ranulf.
Verzweifelt versuchen sie, den Bischof zur Rede zur stellen, und als dies schließlich unter Gewalt auch gelingt, erreichen sie nicht mehr als ihren Rauswurf.
Murdo und Niamh können keinen Widerstand leisten und flüchten zu einer bekannten Familie auf eine Nachbarinsel, wo auch der Hausherr in den Krieg gezogen ist. Murdo verliebt sich in die junge Ragna, Tochter der Herrin.
Als die Herrin an einem Fieber stirbt und die Mannen des Bischofs die Insel besetzten, zieht Murdo fest entschlossen los, seinen Vater im heiligen Land zu finden, zurückzuholen und den besitz seiner Familie wiederzuerlangen.
Auf dem Weg dorthin macht er die Bekanntschaft dreier Mönche, die im weiteren Verlauf sein Leben maßgeblich beeinflussen und bestimmen werden.
Murdo reist gemeinsam mit ihnen auf einem Wikingerschiff auf dem Seeweg fast ein Jahr, um seinen Vater schließlich sterbend vor den Mauern Jerusalems wieder zu sehen.
Alle Hoffnung scheint vergebens, doch erst die Gunst der wirklich großen Fürsten des Landes verhilft ihm dazu, das Leben seiner Familie auf eine neue Basis zu stellen, wenn auch anders, als gedacht.............
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MEINUNG
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Mit seinem Buch „Der Sohn des Kreuzfahrers“ beginnt Stephen Lawhead nach einigen Angaben einen Zyklus, der, hat man diesen ersten Band gelesen, sicherlich zu einem der fesselnsten historischen Romanzyklen gehören wird. Das Buch ist vergleichbar von der Qualität her mit den „Säulen der Erde“ oder „Der Medicus“ und ähnlich sollte auch der Erfolg des Buches sein.
Profunde Kenntnisse der damaligen Zeit hat Lawhead schon mit seinen anderen historischen Romane an den tag gelegt, die allesamt in der selben Zeit Spielen.
Dem Leser öffnet Lawhead durch seine Art zu schreiben die Welt der Geschichte der Kreuzzüge, beschreibt die Schrecken und die Verrohung, die die „Gotteskrieger“ vor allem aus Habgier inszenierten, skizziert die Lebenswelt in ihren schönen wie niederschmetternden Schichten.
Nicht nur ein hervorragender Roman, nein, auch ein hervorragender historischer Roman, dessen Personen bisweilen schablonenhaft wirken mögen, die aber vor dem Hintergrund der imposanten Handlungsstränge durchaus glaubwürdig erscheinen.
Zar mag das eine oder andere unglaubwürdig scheinen, doch wird der Leser das dem Buch nachsehen, weil es durch viel mehr entschädigt.
Michael weiterlesen schließen -
Ein Minimonster geht bald in den Kindergarten ;o)
06.10.2002, 15:52 Uhr von
bigmanu
Ein herzlicher Hallo an alle meine Leser!Ich heiße eigentlich Manuela, bin 39 Jahre alt und seit ...Pro:
vermittelt sehr gut die Inhalte, schön illustriert, kindgerechte Textw
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Wie einige vielleicht schon wissen, bin ich Mutter eines Sohnes, der im April 4 Jahre alt wird. Da wir sehr abgelegen wohnen, und es kaum Kinder zum Spielen in der Nachbarschaft gibt, ist für uns wichtig, das unsere Kinder einen Kindergarten besuchen. Zwar werde ich in den nächsten Jahren erst einmal nicht wieder arbeiten können, aber allein um mit anderen Kindern zusammen zu kommen, sollen meine Kinder einen Kindergarten besuchen.
Wie bereitet man nun sein Kind auf den Besuch des Kindergartens vor? Wir haben ihn uns angesehen, sprechen viel davon und machen unserem Sohn das ganz so gut es geht schmackhaft. Doch ob er sich so richtig vorstellen kann, was auf ihn zukommt, ich bezweifelte es ehrlich gesagt.
Doch vor einigen Wochen viel mir dann das Buch aus der Wieso?Weshalb?Warum?- Reihe, „Unser Kindergarten“ in die Hände. Ein schönes Bilderbuch, das für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist, und ein wenig erklärt, wie es in einem Kindergarten zu geht. Genau wie die anderen Bücher dieser Reihe kostet es 12,95 Euro und ist schön illustriert und kindgerecht geschrieben. Die Texte stammen von Patricia Mennen, die Illustrationen von Katrin Lindley. Erschienen ist dieses Buch bei Ravensburger und träg die ISBN-Nr. 3473332771. Nach kurzer Überlegung landete das Buch in meinem Einkaufswagen und am Abend haben wir es uns als gute Nachtbuch dann mit unserem Sohn angesehen und vorgelesen.
Auf den ersten beiden Seiten erfahren die kleinen Leser (und auch die Großen *ggg*) warum Kinder in den Kindergarten gehen, wo sie hin müssen und was sie mitbringen. Dabei sind verschiedene Kinder abgebildet, die sich in Sprechblasen kurz vorstellen und erzählen, wie sie heißen, wie alt sie sind und warum sie in den Kindergarten gehen. Es gibt auch wieder hilfreiche und informative Klappen zum öffnen, hinter denen sich zum Beispiel der Inhalt einen Rucksackes der Kinder verbirgt.
Auf den nächsten beiden Seiten sehen wir dann, was im Kindergarten so gemacht wird. Erst einmal wird das Freispiel erklärt, und wir sehen die Puppenecke des Kindergartens. Dort kann man auch einige Klappen öffnen und zum Beispiel in Puppenhaus hineinsehen. Außerdem sind bastelnde Kinder an einem Tisch zu sehen, was meinen Sohn ganz besonders interessiert hat. Auch eine Bücherecke und eine Bauecke ist zu sehen, genau so wie ein Kind, das auf der Toilette sitzt. Mein Sohn hat auch gleich die streitenden Kinder gesehen, und erklärte mir, das man das nicht macht :o)))
Sehr gut gefallen haben mir die nächsten beiden Seiten, auf denen das ABC abgebildet ist. Jeder Buchstabe ist auch eine Klappe zum Öffnen, hinter der sich ein Gegenstand verbirgt, der mit diesem Buchstaben beginnt. Mein Sohn kennt sie schon alle auswendig, und fängt so an, sich für das ABC zu interessieren. Außerdem gibt es ausgetanzte Buchstaben, die dem kleinen Leser die Blindenschrift erläutern sollen.
Als nächstes sehen wir dann einen Stuhlkreis und erfahren, wie man Fingerpuppen bastelt. Hier gibt es auch den Reim der Zehn kleinen Zappelfinger, einen der Lieblingsverse meines Sohnes und auch meiner Tochter. Auf der nächsten Seite ist dann die Küche des Kindergartens abgebildet, wo die Kinder mithelfen. Auch hier gibt es wieder einig Klappen zum Öffnen.
Auf den beiden folgenden Seiten befinden sich die Kinder dann draußen im Kindergarteneigenen Garten und helfen mit beim Gemüseanbau. Gartengeräte werden hier vorgestellt, und eine Anleitung zum Herstellen eines Regenwurm-Labyrinths. Auch eine Sonnenblume in ihren Wachstumsphasen sehen wir hier, zusammen mit einigen Tieren.
Besonders gut haben meinem Sohn auch die Seiten gefallen, auf denen die Kinder auf dem Spielplatz spielen und sogar raufen. Auch hier finden wir wieder Klappen zum Öffnen wie zum Beispiel einen Eingang zu einem Baumhaus. Auch kann man ganze Kinder als Klappe öffnen, hinter denen sich dann Tiere verbergen, die die Tätigkeiten der Kinder (zum Beispiel hüpfen wie ein Frosch) darstellen.
Ganz besonders schön finde ich persönlich die Seiten, auf denen die Kinder in den Wald gehen. Hier werden verschiedene Früchte des Waldes (Eichel, Buchen usw) vorgestellt und auch einig Waldtiere. Und wir sehen die Kinder des Kindergartens, wie sie durch den Wald gehen und alles aufmerksam beobachten.
Auf den letzten beiden Seiten befindet sich einmal eine Übersicht, was im Kindergarten alles gefeiert wird, wie zum Beispiel im Frühling das Osterfest und im Herbst das Laternelaufen. Auch eine Klappe für den Geburtstages des Kindes gibt es. Auf der letzten Seite befindet sich ein Spiel mit den verschiedenen Monaten des Jahres. Und dann ist das Buch auch leider schon zu Ende.
Mein Sohn ist sehr angetan von diesem Buch, und es hat sein Interesse auf den Besuch des Kindergartens richtig gesteigert. Er findet es interessant, was die Kinder dort so alles unternehmen und ist jetzt richtig heiß darauf, im Sommer auch in unseren Kindergarten zu gehen. Ich hoffe jetzt nur, sie machen dort auch so schöne Sachen wie in unserem Bilderbuch.
Das Buch ist sehr schön illustriert, genau wie alle anderen Bücher aus dieser Reihe, die schon in unserem Bücherregal stehen. Die Texte sind einfach und kindgerecht geschrieben aber trotzdem informativ und einleuchtend. Unser Sohn hat so einen guten Einblick in den Ablauf eines Tages im Kindergarten bekommen, und kann sich jetzt besser vorstellen, was auf ihn zukommt. Interessant dürfte dieses Buch aber nur für Kinder sein, die noch nicht in den Kindergarten gehen, für die anderen wird es eher langweilig sein, weil sie ja schon Bescheid wissen.
Mein Fazit:
Eine gelungene Vorbereitung auf den Kindergarten, die vielleicht auch die Angst davor nehmen kann. Ich bereue den Kauf auf jeden Fall nicht, und bin froh, das mein Sohn jetzt Interesse und Neugierde auf den Besuch des Kindergartens zeigt. Deshalb bekommt auch dieses Buch von mir alle fünf Sterne, und ich empfehle es allen weiter, deren Kinder den Besuch des Kindergartens noch vor sich haben.
Gruss von Eurer BigManu
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-06 13:52:49 mit dem Titel Mama, ist schon Kindergartenzeit...
fragte mich mein 4jähriger Sohn am Freitag, weil er es nicht erwarten konnte, das wir losfuhren um ihn in den Kindergarten zu bringen. Daraufhin schauten wir zusammen zur Uhr, und entschieden, nein, wir haben noch 15 Minuten Zeit :o)
Für die Uhr hat sich mein Sohn bis vor kurzem noch überhaupt nicht interessiert. Doch gut 2 Wochen, bevor er in den Kindergarten kam, schenkte ihm sein Patenonkel eine Armbanduhr, weil er meinte, die müsse er haben, wenn er in den Kindergarten wolle. Daraufhin wurde ich natürlich andauernd gefragt, wie spät es wohl sein. Irgendwann machte ich mich deshalb auf die Suche nach einem Uhrenbuch, um mit meinem Sohn anzufangen, die Uhr zu lernen.
Fündig wurde ich einmal mehr bei www.amazon.de, wo ich ein sehr schönes Buch entdeckte. Es heißt „Felix, wie spät ist es?“ und der bekannte und beliebte Hase Felix erklärt hier den Kindern was es mit den Zeigern und den Zahlen so auf sich hat. Geschrieben und gezeichnet wurde es von Annette Langen und Constanza Droop, und es hat mich 9,95 Euro gekostet. Es ist im Coppenrath Verlag Münster erschienen und trägt die ISBN-Nr. 9783815716007.
Dieses wirklich schöne Bilderbuch ist aus Pappe, wobei in jeder Seite oben rechts ein Loch ausgestanzt wurde, damit man immer die abgebildete Uhr mit den beweglichen Plastikzeigern sehen kann. Insgesamt verfügt es über 18 Seiten und laut Amazon ist es für Kinder ab 5 Jahren geeignet. Mein Sohn ist jetzt 4 1/2 , und er hat schon sehr viel Freude an diesem Buch, auch wenn er noch nicht alles so recht begreift. Doch wir lesen es oft vor, und so langsam erkennt er auch einen Sinn in der Sache bzw. in der Uhr ;o)
Auf den ersten beiden Seiten erfährt der kleine Leser erst einmal, wo es überall Uhren gibt, und wie diese aussehen. So sieht man eine Kirchturmuhr, eine alte Standuhr und eine Kuckucksuhr, sowie einen Wecker und eine Taschenuhr. Mein Sohn fand vor allem die Abbildung der Bahnhofsuhr sehr interessant, weil wir jeden Mittwoch mit dem Zug fahren, und er sie sofort erkannte. Auch die verschiedenen Arten der Zeitangabe einer Uhr wird kurz erläutert wie zum Beispiel bei einer Parkuhr, einem Radiowecker oder sogar einer Sanduhr.
Wie lange die Menschheit schon die Zeit misst, das erfahren wir auf der nächsten Seite, und es gibt auch ein paar Abbildungen von Uhren aus grauer Vorzeit. So zum Beispiel eine Feueruhr aus China oder eine Sonnenuhr aus Babylonien.
Um die Zahlen auf der Uhr geht es auf der nächsten Seite. Hier erfahren wir auch, das der große Zeiger sich schneller als der kleine bewegt. Und, welch Wunder, die Uhren laufen sogar in der Nacht, wenn alle Kinder schlafen *ggg*. Etwas komplizierter wird es bei den Erklärungen von vier, halber und dreiviertel Stunde. Wir lesen es zwar unserem Sohn schon vor, aber er hat da noch so seine Schwierigkeiten. Allerdings wird es sehr schön erklärt, anhand einer Torte, von der unser Hase Felix immer mehr auffuttert, bis nur noch ein viertel übrig ist.
Sehr schön gezeichnet und gestaltet sind die folgenden Zeiten. Hier wird anhand eines normalen Tagesablaufes erklärt, was eine Familie zu welcher Uhrzeit gerade macht. Es fängt an mit dem Aufstehen um 7.00 Uhr, wo wir einen Teil der Familie und natürlich den Hasen Felix im Badezimmer sehen. Auf der nächsten Seite ist es dann 7.03 Uhr, und sie sitzen alle am Frühstückstisch. Dann machen sich die Kinder auf den Weg zur Schule, und wir erfahren, das diese um 8.00 Uhr beginnt. Ganz toll fand mein Sohn das Bild vom Kindergarten, in den der Vater seine Tochter um 8.15 Uhr bringt.
Etwas ertappt fühlte ich mich, als meine Tochter beim nächsten Bild auf die Mutter am Computer zeigte und sagte: „Da, Mama!“, *ggg*. Wenn alle Kinder aus dem Haus sind sitzt die Mutter um 9.00 Uhr mit einer Tasse Kaffee am Computer. Der Vater in diesem Buch geht zuletzt zur Arbeit. Um Viertel vor 10 Uhr erscheint er erst auf der Baustelle mit den Plänen für ein Haus.
Das eines der Kinder in der Schule beim Sport um 11 Uhr zum Schwimmen geht, das erfahren wir auf der nächsten Seite. Und die Mutter hat am Computer die Zeit vergessen und rennt um Viertel vor 12 Uhr schnell auf den Markt um einzukaufen. Um halb 1 Uhr ist die Schule dann aus und wir sehen die Kinder aus dem Klassenzimmer kommen. Und pünktlich um 1 Uhr gibt es dann Mittagessen. Die Mutter hat Spaghetti mit Tomatensoße gekocht, auch ein Lieblingsgericht meiner Kinder (und auch meines Mannes).
Um Viertel nach 3 Uhr fährt eines der Kinder, Sophie, mit Hase Felix zum Reiterhof. Wir sehen wie sie ihr Pferd striegelt, denn um 4 Uhr beginnt die Reitstunde. Und um Viertel nach 6 kommt der Papa der Familie dann endlich nach Hause. Das Abendessen wird leider nicht mehr gezeigt, dafür aber die Mama, wie sie den Kindern und dem Hasen eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Und genau wie bei uns ist auch dort um 8.00 Uhr die Zeit zum Schlafen gekommen.
Mir gefällt dieses Buch sehr gut, vor allem die Darstellung eines Tagesablaufes mit den dazugehörigen Uhrzeiten. So können die Kinder den normalen Tagesablauf mit der Uhrzeit in Verbindung bringen, vor allem wenn man dazu noch den eigenen Tagesablauf mit ins Spiel bringt. Im Buch wird ja kein Abendessen gezeigt, und so füge ich immer beim Vorlesen noch unser Abendessen mit hinein. Wir drehen die Uhr beim Ansehen natürlich immer so, das sie die gerade genannte Uhrzeit zeigt. Und dann drehen wir sie so, wann wir die genannten Sachen im Tagesablauf erledigen. So essen wir schon um 12.00 Uhr, weil mein Sohn um 13.00 Uhr in den Kindergarten muss. Die Uhrzeit für seinen Kindergarten weiß er schon recht gut, nur manchmal muss er noch fragen.
Das Bilderbuch ist wirklich ansprechend illustriert und die Texte sind gut zu lesen und kindgerecht geschrieben. Es wird alles sehr schön erklärt, auch wenn es teilweise noch etwas schwer für meinen Sohn ist. Die Sache mit den Viertel, Halben und Dreiviertelstunden wird er auch noch begreifen. Doch wir wollen es auch langsam angehen, er soll ja auch Spaß an der Sache haben und sich nicht gedrängt fühlen. Außerdem ist er ja auch erst 4 Jahre alt, und die Empfehlung ist ab 5 Jahre. Nett finde ich es auch, das der Hase Felix die Kinder durch das ganze Buch hindurch begleitet. Sicherlich auch ein schönes Buch für kleine Felix Fans. Ich habe es auch noch mal bestellt, um es der Tochter meiner Freundin zu schenken.
Mein Fazit:
Ich kann dieses schöne Bilderbuch nur jedem weiterempfehlen, und das nicht nur für kleine Felix Fans. Es ist sehr gut geschrieben und illustriert, und hilft wirklich, den Kindern die Geheimnisse der Uhr näher zu bringen. Deshalb von mir auch alle fünf Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung. Vielleicht ja noch ein passendes Geschenk für Weihnachten oder Nikolauf?
Gruss von Eurer BigManu weiterlesen schließen -
Auf zwei Planeten / Laßwitz, Kurd: Heute lesen, wie man gestern morgen sah!
01.10.2002, 21:13 Uhr von
leser@tte
Interessen sind vielfältig und sollen es auch bleiben! Mehr von mir auch bei ciao und ecomments. ...Pro:
Nach 105 Jahren immer noch top! Fesselnde Geschichte und Einblick in die damalige Weltsicht zugleich...
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich mich neulich durch drei verschiedene Ausgaben von Kurd Laßwitzs Traumkristalle gelesen habe und von seinen Kurzgeschichten begeistert war, habe ich mir jetzt auch das Vergnügen gegönnt, seinen bekanntesten Roman zu lesen. Hier mein Bericht zu diesem Meilenstein der deutschen Science Fiktion oder Zukunftsromane, wie man wohl damals eher gesagt hätte.
Story:
Eine verunglückte Polarexpedition wird von einer geheimnisvollen Siedlung am Nordpol gerettet. Schnell stellen sie fest, daß es sich bei den Rettern um Martier, also Bewohner des Mars handelt. Die Martier oder Numen, wie sie sich selbst nennen, haben eine der Menscheit weit überlegene Kultur. Das es recht schnell zu einer Kommunikation kommt, liegt daran, daß sie in ihrem Überaschungspacket für die erfolgreiche Expedition u.a. ein Überstzungbuch, deutsch-matisch finden. Zunächst eingroßes Rätsel
Die Numen wollen der Erde Frieden und Wohlstand bringen und ihre Brüder vom Nachbarplaneten Ba, wie sie die Erde nennen, an ihrer Kultur teilhaben lassen. Trotz ihrer hohen Ideale erliegen die Martier aber bald der Verlockung, ihre Macht zu mißbrauchen. Eine Partei der Antibaten gewinnt zunehmend an Macht und drängt darauf die Erde zu unterwerfen.
Über den Autor:
Kurd Laßwitz (1848-1910) gilt als Begründer der deutschen Science-Fiction Literatur. Auf zwei Planeten erschien 1897 und gilt bis heute als Klassiker der deutschen SF. Laßwitz hat Philosophie und Naturwissenschaften studiert. Er promovierte in Physik und lehrte später Mathematik als Gymnasiallehrer in Gotha. 1884 erhielt er den Professorentitel.
Daten:
Kurd Laßwitz
Auf zwei Planeten
2. Auflage 1973
208 Seiten Paperback
Heyne Science Fiction Classics Nr. 3299
Preis 3,80 DM
Der Heyne-Verlag hat meines Wissens auch eine Neuausgabe herausgebracht, welche zusätzlich einen 250 Seiten starken Anhang bietet.
Meine Meinung:
Auch nach 105 Jahren liest sich der Roman noch spannend. Zwar wissen wir mittlerweile, daß es auf unserem Nachbarplaneten wohl kaum so ausschaut, wie Laßwitz den Mars darstellt, aber auch heute halten sich ja noch Gerüchte um UFOs, die ihre Basis am Pol haben. Unter diesem Gesichtpunkt ist Laßwitz bestimmt nicht von gestern.
Alle Science Fiction beiseite gelassen zeichnet er lebhafte Charaktere und kämpft eher mit ethischen Problemen, als daß er große Weltraumschlachten veranstaltet. Ein Roman, der wirklich fesselnd ist.
Faszinierend an den Geschichte von Laßwitz finde ich auch, daß sie immer ein wenig einen Einblick in das damalige Verständnis der Natur geben, auch wenn ich mich mit seinen Äthertheorien nicht so sehr anfreunden kann. Seine Maschine, mit der man in die Vergangenheit blicken kann, indem die überlichtschnellen Gravitationsstrahlen das Licht überholen und dann daran reflektiert werden, finde ich aber eine sehr nette Idee.
Wer das Buch auf dem Flohmarkt findet sollte nach meiner Meinung auf jeden Fall zugreifen. Laßwitz beweist hier wieder einmal, daß er nicht zu Unrecht als der Vater der deutschen Science Fiction gilt.
Fazit:
Was sich nach so langer Zeit noch so gut ließ verdient einfach die beste Wertung, die ich vergeben kann. Eine spannende Geschichte, nicht nur für Freunde der Science Fiction. weiterlesen schließen -
Michael Lesch - Ein Jahr Hölle
Pro:
recht interessant, gute Struktur, einfach und verständlich
Kontra:
übertriebene Selbstdarstellung, Prominenter
Empfehlung:
Nein
Eigentlich bin ich ja kein Fan von solchen „Erfahrungs-Büchern“ und auch nicht von Michael Lesch, aber als ich mal nichts zu lesen hatte, habe ich mir von meiner Mutter dieses Buch ausgeliehen (in der Not frisst der Mensch fliegen *g*).
Der Einband
Auf der Vorderseite des Taschenbuches befindet sich neben dem Buchtitel eine große Abbildung des Autors. Auf der Rückseite ist eine kleine Inhaltsangabe abgedruckt und noch mal eine kleinere Wiederholung der Autorenabbildung der Vorderseite.
Wer ist Michael Lesch?
Michael Lesch, geb. 18.10.1956, ist Schauspieler. Vielen dürfte er bekannt sein aus der Serie „Der Fahnder“, in dem er die Hauptrolle, den Polizisten Martin Riemann, spielte. Oder aber aus der Serie „Freunde fürs Leben“, in der er den Arzt Dr. Junginger gespielt hat. Er ist leidenschaftlicher Golfspieler und seit dem 28.12.2000 verheiratet.
Worum geht es in dem Buch?
Im November 1999 wird bei Michael Lesch Morbus Hodgkin, eine bösartige, tumorhafte Lymphknotenerkrankung (Krebs), diagnostiziert.
In dem Taschenbuch erzählt Michael Lesch in Form eines Tagebuches seinen Leidensweg: vom Tage der Feststellung der Krankheit bis zum Sieg über den Krebs. Die Zeitspanne beläuft sich im Ganzen auf ca. 1 Jahr. Zwischendurch findet man auch immer wieder einen Tagebucheintrag seiner späteren Ehefrau Christiana.
Auszug aus dem Buch:
10. Februar 2000 – Ich will nicht mehr leben
„Ich will nicht mehr. Ich mag diese Scheiße nicht! Jetzt bin ich wirklich nicht mehr ich. Jetzt habe ich keine Möglichkeit mehr, nach draußen zu gehen. Mit diesem Beutel ist mein Leben nicht mehr lebenswert. Ich liege nur apathisch da. Ich habe alles respektiert, alles, alles ertragen, immer versucht, alles positiv zu sehen: die Diagnose. Die Chemotherapie. Das Gift. Den Port in meiner Brust. Aber dieser Beutel an meinem Bauch – meine eigene Scheiße: Nein, das nicht! Christina kam, auch ihr Bruder Jochen. Er brauchte mir eine Eisenskulptur mit, die er selbst gemacht hatte. Aus Nägeln und Schrauben hatte er einen Golfspieler gestaltet. Das sollte bedeuten: „Denk dran, du bist ein Golfer aus Eisen.“ Ich denke nur an diesen verfluchten Beutel. Christina fragt, ob ich Zeitungen wolle. Nein, dieser Beutel da unten … Jochen fragt, ob ich einen Fernseher haben wolle. Nein. Dieser Beutel da unten … Ich will nichts. Ich will nichts lesen, nichts wissen, nichts sehen, nichts hören. Ich will nur noch eines: Ich will, dass dieser Beutel wegkommt! Ich sage zu Christina: „Unter diesen Voraussetzungen habe ich keinen Bock mehr zu leben. Ich gehe in ein anderes Krankenhaus. Heute noch. Wenn die mir hier diesen Beutel nicht wegnehmen, dann lasse ich das woanders machen. Ich will so nicht leben!“
Wie ich das Buch fand
Die Aufmachung des Buches fand ich sehr einfallslos. Wer allerdings Michael Lesch nicht kennt, dem dürfte spätestens nach dem Ansehen der Abbildung auf dem Einband einfallen, um wen es sich dabei handelt.
Den inhaltlichen Aufbau des Buches fand ich sehr gut. Es ist einfach strukturiert. Durch die Wahl der Form von kurzen Tagebucheinträgen kann man sich von Tagebucheintrag zu Tagebucheintrag hangeln und hat dadurch auch das Gefühl, etwas wirklich ganz persönliches dieses Schauspielers zu lesen. Die kurzen Tagebuch-Zwischenspiele seiner Frau geben einem immer mal wieder einen kurzen Einblick in die Sichtweisen von Angehörigen, die mit einem Krebspatienten zu tun haben, mit der Situation umgehen.
An sich fand ich den Inhalt des Buches sehr interessant. Michael Lesch erzählt auf sehr einfache und verständliche Art und Weise, wie er mit dem Krebs umgeht, wie er sich fühlt und welche Auswirkungen die Chemotherapie auf ihn und seinen Körper hat. Interessant fand ich auch zu erfahren, was die Ärzte so alles mit einem Krebspatienten anstellen. Seinen Kämpfergeist gab Michael Lesch in seinem Buch immer wieder besonders zum Ausdruck.
Da Michael Lesch nun mal Prominent ist, kommt diese Besserstellung in dem Buch ebenfalls zur Geltung. „Selbstverständlich“ wird er nur von Professoren behandelt, „selbstverständlich“ geht bei ihm alles besonders schnell, wie z. B. der Beginn der Chemotherapie, und „selbstverständlich“ macht ihm seine Krankenkasse wegen der hohen Behandlungskosten keine Probleme. Von daher hatte dieses Buch schon einen üblen Beigeschmack, da man den Inhalt nicht unbedingt vergleichen kann, mit der zusätzlichen bürokratischen Problematik eines Krebspatienten, der Otto-Normal-Verbraucher ist. Außerdem finde ich, gibt Michael Lesch seinem „Kämpfernaturell“ ein wenig zu viel Ausdruck, so dass es leicht übertrieben wirkt. Die Rolle seiner Frau, die ja angeblich eine so wichtige Rolle in seiner Krebszeit gespielt hat, hält er dagegen recht knapp.
Fazit
Wer sich wirklich für Erfahrungsberichte von Krebspatienten interessiert, der sollte nicht unbedingt zu diesem Buch greifen, da es sich bei dem Buch von Michael Lesch wohl eher nur um einen Selbstdarstellungsversuch eines bekannten Schauspielers handelt, der seinen „Leidensweg“ auf diesem Wege vermarkten will.
Für langweilige Stunden und Fans des Schauspielers allerdings geeignet.
Preis:
7,90 EUR
Verlag:
Bastei Lübbe
www.luebbe.de
ISBN 3-404-61490-9 weiterlesen schließen -
Doris Lessings Katzenbuch: Ein traumhaftes Zusammenspiel
14.09.2002, 21:53 Uhr von
LeaofRafiki
Ich lebe mit acht Katzen (2 blaue Somali-Mädchen, 1 Somali-variant Kastrat, 1 Aby-variant-Mädchen...Pro:
wunderschön geschrieben, wunderschön photographiert
Kontra:
---
Empfehlung:
Nein
Ein traumhaftes Zusammenspiel offenbart sich dem, der Doris Lessings Katzenbuch mit Katzenportaits von Isolde Ohlbaum in den Händen hält, ist es doch eine vom Stuttgarter Klett Cotta Verlag herausgegebene bibliographische Kostbarkeit.
Allein die Namen dieser beiden Frauen bürgen für höchsten Kunstgenuß!
Doris Lessings Katzenbuch wurde das erste Mal 1967 unter dem Titel "Particulary Cats" in London veröffentlicht. In Deutschland erschien es unter dem Titel "Katzenbuch" oder "Doris Lessings Katzenbuch" in verschiedenen Ausgaben, gebunden oder als Taschenbuch, die sogar zweimal ergänzt wurden. 1989 um die Erzählung von "Rufus" (Rufus the Survivor; die Geschichte eines Überlebenskünstlers mit feuerrotem Fell, der sich bei Doris Lessing in Haus und Garten einquartiert) und 1998 durch "El Magnifico am Ende seiner Tage" (The Old Age of El Magnifico; einem würdevollen Kater mit gelben Augen, ein mutiger Kämpen, dem leider ein Vorderbein amputiert werden muß).
Es enthält also eine lose Sammlung von Katzengeschichten, die sie im Laufe ihres Lebens aufgeschrieben hat und beginnt mit einer Erzählung aus ihrer Kindheit, also einer Zeit, da sie noch in Afrika lebte.
Diese Anfangsgeschichte(n) sind nichts für zartbesaitete Gemüter, da Katzen sowohl in dieser Zeit (also schätzungsweise den dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts) als auch in dieser Region nicht die behüteten Haus- und Schmusekatzen waren, wie wir es heute gewöhnt sind. Im Gegenteil, das Leben war hart (und manchmal ungerecht, so zum Beispiel, wenn der Katzenflut mit dem Gewehr ein Ende bereitet wird), aber dafür auch natürlicher, besser gesagt, naturverbundener als heute. Unsentimental aber ehrlich beschreibt sie, wie sie mit der Grausamkeit, aber auch der Schönheit der Natur konfrontiert wurde, gleichwohl erfüllt von hohem Respekt für das Leben, zu Tieren im allgemeinen und Katzen im speziellen.
"Und einmal, als die Familie vor dem Haus Tee trank, waren ein Dutzend Leute Zeuge, wie ein halb ausgewachsenes Kätzchen im Schatten eines Busches von einem herabstoßenden Falken geschlagen wurde. .. [und von diesen Falken gab es Hunderte, Anm. Lea] Also wurden Falken nicht abgeschossen. Außer im Zorn. Ich weiß noch, als das miauende Kätzchen in den Falkenklauen himmelwärts entschwand, ließ meine Mutter das Gewehr hinterdrein knallen. Natürlich vergebens." (S. 9-10)
Diese ersten Geschichten sind nicht nur voller Rückblicke auf Afrika, sondern bergen auch eine Liebeserklärung an ihre Mutter - und an alle Katzen, die sich in Freiheit behaupten konnten, sowie die schmerzliche Erinnerung an ihre allererste eigene Lieblingskatze... .
Jahre später zieht Doris Lessing nach London und noch einmal etliche Jahre später teilt sie auch wieder ihr Leben mit einer Katze. Einer Stadtkatze..., die sich viel mehr an den Menschen anschließt, damit auch viel abhängiger von "ihrem" Menschen ist, als sie es aus ihrer afrikanischen Kindheit gewohnt war.
Zu der einen gesellt sich die nächste - und nie wieder ist sie ohne Katzen (!) im Haus oder ihrem Leben. Später kommt ein Landhaus hinzu und ihre Katzen müssen sich an das Leben mit der Natur gewöhnen.
Dies alles beschreibt Doris Lessing so liebevoll, mit warmherzigem Blick, der aber nie ein Tier vermenschlicht, daß es ein Vergnügen ist, ihren Geschichten zu folgen, zuweilen aber auch recht nachdenklich macht.
Sie erzählt von Geburten und Tod, von Tierarztbesuchen und Landausflügen, von Katerkämpfen und Katzeneifersüchteleien, aber auch wahren Katzenfreundschaften, sie läßt den Leser an einer dramatische Rettungsaktion einer (halb)wilden Katzenmutter mit ihren Kindern in einem Unwetter teilhaben und an dem beharrlich Sich-in-ihr-Leben-Drängen eines alten Katers.
Hier eine längere Leseprobe:
"Später wurde die graue Katze weniger streng, und sie saßen nebeneinander, allerdings ohne sich zu berühren. Sie unterhielten sich nicht, abgesehen von den kleinen Begrüßungslauten. Sie mochten sich, sie wollten beisammensitzen. Wer war der Kater? Wo lebte er? Ich fand es nie heraus. Er war alt, ein Kater, der kein leichtes Leben gehabt hatte, denn wenn man ihn hochnahm, war er wie ein Schatten und sein Fell war stumpf. Aber er war nicht kastriert, er war ein vornehmer alter Kater, grau mit weißen Schnurrhaaren, höflich und wie ein feiner Herr. Er erwartete keine Sonderbehandlung, er erwartete überhaupt nicht viel vom Leben. Er fraß ein wenig von ihrem Futter, trank etwas Milch, wenn sie ihm angeboten wurde, wirkte aber nicht hungrig. Wenn ich nach Hause kam, wartete er oft an der Haustür, miaute ganz zart und blickte zu mir auf. Dann kam er hinter mir ins Haus, folgte mir die Treppe herauf zur Wohnungstür, , miaute noch einmal und kam dann die letzten Stufen hinauf in die Wohnung. Dort ging er geradewegs zu der Grauen, die bei seinem Anblick ihr verdrießliches Miauen hervorstieß, dann jedoch zuließ, daß er sie mit einem Schnurren begrüßte. Er verbrachte lange Abende mit ihr. Sie war verändert, weniger empfindlich und weniger schnell beleidigt. Ich beobachtete die beiden oft, wenn sie beisammensaßen wie zwei alte Menschen, die sich nicht unterhalten müssen." (S.202- 203)
Für mich wurde beim Lesen die Entwicklung von Doris Lessing sehr deutlich, ihr reifer und weiser Werden, ihr schärfer und klarer werdender Blick, gekoppelt mit einer weicher, aber auch durch (schmerzhafte) Erfahrungen geprägte Sprache. Kein Wunder, umfaß dieses Buch doch mehrere Jahrzehnte ihres Lebens.
Zur Autorin:
Doris Lessing wurde am 22.10.1919 in Kermanschah, Persien (heutiges Iran) geboren und kam im Alter von fünf Jahre nach Rhodesien (dem heutigen Simbabwe), wo sie auf einer Farm aufwuchs. Dort verbrachte sie 25 Jahre. 1949 verließ sie Afrika und zog nach England, wo Sie bis heute lebt.
Ihre bekannteste Veröffentlichung ist "Das goldene Notizbuch" aus dem Jahre 1978. Unter dem Pseudonym "Jane Somers" hat sie ebenfalls geschrieben.
Sie zählt heute zu den bedeutendsten englischen und afrikanischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.
Wie gesagt, es gibt verschiedene Ausgaben, von denen sich einige (auch alte, nicht mehr erhältliche) in meinem Fundus befinden. Aber vor einigen Tagen entdeckte ich beim Stöbern bei amazon die, über die ich nun berichte, und die etwas Besonders ist:
Das Zusammenspiel von den wundervollen Geschichten Doris Lessings mit den ebenso wundervollen Katzenportraits von Isolde Ohlbaum.
Ein quadratischer gebundener Band, mit einem Kunstdruck solch hoher Qualität auf dem Einband, daß er nur mit einer 8-fachen Lupe als solcher zu erkennen ist (ich hätte schwören können, daß es sich um ein Originalphoto handelt...) und 28 hervorragenden Schwarz-Weiß- Photographien, die zum Teil schon einmal in ihrem Bildband "Katzen" veröffentlicht wurden.
Leider ist dieser Bildband, ein wahres Prachtstück an Photos und dazu ausgewählten Zitaten aus der Literatur, groß, schwer und gediegen, nicht mehr im Handel erhältlich.
Elke Heidenreich schrieb seinerzeit: "Isolde Ohlbaums Katzen sind nicht allerliebst. Das Niedliche bietet sich an, jeder kann eine niedliche Katze fotografieren. Aber eine Katze in einem besonderen Augenblick des Philosophierens, Innehaltens, des sich Gehenlassens so zu erwischen, daß sie es nicht einmal ahnt - das ist die Zauberkunst." (Klappentext zum Bildband)
Die Bilder von Isolde Ohlbaum passen hervorragend zu den Erzählungen von Doris Lessing. Beide zeigen die gleiche Würde, die gleiche Achtung und den Respekt vor diesen wundervollen Tieren, beide haben ihnen damit ein unnachahmliches Denkmal gesetzt.
Zur Photographin:
Isolde Ohlbaum wurde in Moosburg/Oberbayern geboren und lebt seit ihrer Kindheit in München. Dort besuchte sie von 1970 bis 1972 die „Bayerische Staatslehranstalt für Fotografie".
Begann sie ihr Schaffen im Bereich Photojournalismus, so wechselte sie später ins Portraitfach und hat sich dort eine Namen erarbeitet, der es ihr ermöglicht, nicht nur internationale Literaten und andere Künstler zu portraitieren, sondern wenn ich mich nicht arg täusche, rennen ihr mittlerweile auch Politiker die Türe ein... Ihre Ausstellungen sind gut besucht und ihre Bildbände sehr teuer, wie zum Beispiel
Denn alle Lust will Ewigkeit, München 1992 (über Engelskulpturen auf europäischen Friedhöfen)
Portraits, München 1993
Mädchen, München 1995
Katzen, München 1997
Im Garten der Dichter 1997
Am Ende der Rufus Geschichte resümiert Doris Lessing:
"Die Bekanntschaft mit Katzen, ein Leben mit Katzen hinterläßt ein Leid, das sich sehr von dem Leid unterscheidet, welches man wegen einem Menschen empfindet - eine Mischung aus Schmerz über ihre Hilflosigkeit und über unser aller Schuld."
"Katzenbuch" von Doris Lessing mit Katzenportaits von Isolde Ohlbaum
Klett-Cotta-Verlag Stuttgart 1999
Gebundene Ausgabe - 232 Seiten -ISBN: 3608934626
13,50 Euro
deseweiteren noch erhältlich, die ebenfalls sehr schöne preiswertere Ausgabe
Doris Lessings Katzenbuch
Diana-Taschenbücher, Nr.65, Heyne, München 1999
Broschiert - 155 Seiten - ISBN: 3453155866
7 Euro
sowie diverse älter Ausgaben, die immer mal wieder bei ebay zu ersteigern sind
© LeaofRafiki 14.09.2002
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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo und doch wieder Yopi, ab und an bei talkon, seltener bei Ecomments und Griasdi, und so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin *grins* weiterlesen schließen -
Spannender Jugend-Roman über den berühmten Piraten (Klaus Störtebeker von Boy Lornsen
04.09.2002, 14:43 Uhr von
dreamweb
*Momentan im Home-Office* - Derzeit schreibe ich für Yopi, Ciao, Mymeinung und X-Zine. Liebe Grüß...Pro:
spannend, wirkt realistisch
Kontra:
teilweise sehr hart
Empfehlung:
Nein
Das Taschenbuch Klaus Störtebeker habe ich mir auf Rügen gekauft, wo es in vielen Buchgeschäften erhältlich war. Kein Wunder, denn dieser Seeräuber hat ja tatsächlich gelebt und galt wurde vom einfachen Volk wie ein Held verehrt. Die Piraterie betrieb er auch hauptsächlich in der Ostsee. Kein Wunder, dass es auf Rügen so viele dieser Bücher über den Seeräuber gibt. Und dass diese Klaus Störtebeker sogar ein Festspiel widmen. Denn alljährlich gibt es in der Nähe von Bergen zwischen Juni und August die Klaus Störtebeker Festspiele. Jetzt aber zu dem Taschenbuch "Klaus Störtebeker" .
VORWORT UND HINTERGRUND
Der Roman Klaus Störtebeker wurde vonBoy Lornsen geschrieben, der ein bekannter Kinder bzw. Jugendbuchautor ist. Das Taschenbuch erschien im Omnibus-Verlag, heute wird es als Thienemann Taschenbuch vertrieben. Der Omnibus Verlag ist ebenso ein Verlag, der sich Kinderbüchern widmet. Wenn man das Buch kauft, muss man sich also im Klaren sein, dass es ein Kinder- bzw. Jugendbuch ist.
Jetzt noch etwas zu Klaus Störtebeker. Wie in meiner Einleitung erwähnt hat dieser Seeräuber tatsächlich gelebt. Er gilt als einer der berüchtigsten Piraten des 14. und 15. Jahrhunderts. Um ihn herum ranken sich -auch auf Rügen - sehr viele Legenden. Denn Klaus Störtebeker hielt sich vorwiegend in der Ostsee auf, sehr oft auch in der Nähe von Deutschlands größter Insel - Rügen. Irgendwo soll sogar ein sagenhafter Schatz begraben und verschollen sein. Beim Volk wurde Klaus Störebeker als Held verehrt, da er in Robin-Hood-Manier den Reichen nahm und den Armen gab. Denn einen Teil seiner Beute gab er an das Volk, wahrscheinlich auch um sich dessen Hilfe und Loyalität sicher zu sein. Genau weiß das heute natürlich keiner.
Sehr interessant ist seine Geschichte auch hinsichtlich der Bedeutung um den Krieg zwischen Margarete von Dänemark und Herzog Albrecht II. von Mecklenburg. Beide beanspruchten die Vorherrschaft gegen Schweden. Und so durfte Klaus Störtebeker zusammen mit den anderen Vitalienbrüdern (so nannte sich diese Seeräubergemeinschaft) offiziell die Feinde Albrechts bekämpfen und plündern. Klaus Störebeker leistete dabei einen wesentlichen Beitrag bei dem Kampf um Stockholm, das sich als einzige Stadt damals dem schwedischen Zugriff entziehen konnt und von Margarete von Dänemark belagert wurde.
Während dieser Kriegszeit bekamen die Vitalienbrüder aber mehr und mehr Macht und bereicherten sich auch gerne an den hanseatischen Schiffen. Diese machten zwar die ganze Zeit schon Jagd auf die Seeräuber, aber nach den Kämpfen einigten sich die Händler und man man machte setzte eine Flotte ein, um Klaus Störtebeker und seine Leute zu jagen. 1401 wurde Klaus Störtebeker gefangen genommen und am 21. Oktober 1401 zusammen mit seinen Leuten hingerichtet. Und selbst um diese Hinrichtung drehen sich sehr viele Legenden.
INHALT
Jetzt aber endlich zum Inhalt des Buches. Dieses beschreibt das Leben des Klaus Störtebeker vom einfachen Seeräuber hin zum Anführer einer Flotte, vom unbekannten Gesetzesbrecher hin zum meistgeführchtetsten Piraten seiner Zeit. Hier wird aber auch die Geschichte der Vitalienbrüder beschrieben, es geht also nicht nur um Klaus Störtebeker alleine sondern auch um die Seeräuber, die ihn begleiteten.
In dem Roman Klaus Störebeker geht es neben diesem berühmten Piraten aber auch um einen jungen Mann, der bei einem Überfall Störtebekers Bekanntschaft macht. Es handelt sich um einen jungen, ehrlichen Mann mit einem Schiefhals, der auch im Roman nur als Schiefhals bezeichnet wird. Die Piraten lassen ihn nicht nur am Leben sondern nehmen ihn mit in die Mannschaft auf. Das ist nicht so locker, wie ich es hier schreibe. Denn dem jungen Mann blieb nur die Wahl zwischen dem Tod oder die Seeräuber zu unterstützen.
Und so erfährt man hier, wie sich Schiefhals zu einem richtigen Seeräuber entwickelt, der aber doch noch moralische Grundsätze hat. Und wie es ihm auch an Bord von Störtebeker ergeht bzw. wie sich die Seeräuberei entwickelt und eben sehr viel über Klaus Störtebeker.
MEINUNG
Ich war erstaunt, wie spannend und auch hart hier das Leben und Wirken von Klaus Störtebeker geschildert wird. Von Heldenverehrung ist in diesem Buch nichts zu spüren. Direkt Anfangs wird der Leser mit einem brutalen und hinterhältigen Überfall auf eine Kogge konfrontiert, in der Störtebeker und seine Leute keine Gnade kennen und die friedlichen Menschen alle töten. Bei einem Jugendbuch hätte ich doch etwas anderes erwartet.
Insgesamt bleibt dieser harte und wohl auch realistische Stil der Beschreibung von Klaus Störtebeker und seiner Art bei und so kann man hier zwar auch einige Heldentaten wie den Durchbruch der Belagerung Stockholms miterleben aber auch zahlreiche Morde und Plünderungen ohne heroische Hitnergründe. Im Vordergrund steht eher das, was die Piraterie ausmachte. Das Aufbringen und Plündern von Handelsschiffen um sich selbst zu bereichern.
Natürlich wird auch hier geschildert, wie Klaus Störtebeker dem armen Volk einiges zukommen ließ. Aber auch hier steckt immer die sachliche Betrachtung eines Mannes hinter, der sich bewußt ist, dass er sich Freunde macht, wenn er denen aus dem Volk, die zu ihm halten, auch Geschenke macht.
Das Buch ist sehr spannend und packend, aber teilweise auch sehr hart. Daher wird es wohl jüngere Kinder verschrecken. Aber ältere Jugendliche und Kinder werden wohl fasziniert davon sein. Aber auch ich selbst fand das Buch sehr gut und kann es durchaus auch Erwachsenen empfehlen.
Man muss dabei aber berücksichtigen, dass der Roman für Kinder bzw. Jugendliche geschrieben wurde und man somit auch eine etwas größere Schrift vorfindet. Für diese Altersgruppe finde ich das sogar sehr gut. Oft gibt es auch kleinere schwarz-weiß-Zeichnungen, die die Geschichte an einigen Stellen dann noch mehr untermalen. Auch das gefällt mir sehr gut.
Dass man die Geschichte des großen Seeräubers mit der Geschichte eines jungen Mannes verknüpft, der nicht so ganz freiwillig zum Seeräuber wird, halte ich für einen gelungene Schachzug. Das fesselt doch den Leser noch mehr, wenn ein ganz normaler Mensch in so etwas mit reingezogen wird. Ich jedenfalls habe immer darauf gelauert, wie es mit dem Schiefhals weiter geht.
Am Ende des Buches gibt es noch ein Namensverzeichnis und was sehr gut gemacht ist, auch ein Verzeichnis mit Worterklärungen. Denn im Buch werden schon viele Begriffe aus der Schifffahrt genannt. hier kann man dann nachlesen, was die Wörter bedeuten.
AUTOR
Boy Lornson lebte von 1922 bis 1995. Er war ein echter Sylter, dessen Vater noch Kap Horn umsegelte. Er selbst betrieb das Segeln nur als Hobby und veröffentlichte 1965 sein erstes Kinderbuch. Von diesem Zeitpunkt an veröffentlichte er zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, Gedichte und Erzählungen. Unter anderem erhielt Boy Lornson für seine Kinder- und Jugendbücher den Friedrich-Bödecker-Preis.
DATEN
Titel: Klaus Störtebeker
Autor: Boy Lornsen
Verlag: Thienemann Taschenbuch, Omnibus Verlag
Seiten: 253 in Großschrift
Art: historischer Roman, Abenteuerroman um Klaus Störtebeker
Eignung: Ältere Kinder und Erwachsene
ISBN-Nr. 3.570-26008-9
Preis: 7 Euro
Internet: www.omnibus-verlag.de
FAZIT
Klaus Störtebeker ist ein sehr spannender Roman ohne große Heldenverehrung, in dem es oft realistisch hart zu geht. Das Kinderbuch in Großschrift liest sich unwahrscheinlich gut und ich wollte es nicht mehr nach dem Anfangen aus der Hand legen. Wegen der Härte halte ich es für kleinere Kinder nicht geeignet, aber ich denke so ab 12 oder 14 ist es schon für Kinder geeignet. Vielleicht sollten die Eltern es aber vorher selbst lesen und dann überlegen, wann sie es ihren Kindern in die Hände geben. Denn auch für Erwachsene ist Klaus Störtebeker ein gutes Lesevergnügen.
Ich hoffe, ich konnte euch dieses Buch etwas näher bringen.
Liebe Grüße - Miara weiterlesen schließen -
20 Jahre HipHop in Deutschland von Hannes Loh
03.09.2002, 21:54 Uhr von
DieEine
34 Jahre bin ich alt, Klappe aufreißen ist eines meiner Lieblingshobbys.So richtig viel über mich...Pro:
umfangreich, interessant
Kontra:
teilweise einseitig und zu kritisch
Empfehlung:
Nein
Das Sommersemester ist zu Ende und ich muss mir Gedanken über anstehende Facharbeiten machen. Heute hatte ich mit zwei meiner Dozenten eine Sprechstunde, deren Ergebnis ein tolles Thema für eine Arbeit war.
Ich darf mich endlich auch für die Uni mit meiner großen Liebe auseinandersetzen: HipHop!
Zuerst mal muß ich Zitate von Gedichten in HipHop-Tracks raussuchen und weil das Durchhören meiner Plattensammlung immens lange dauern würde, versuche ich mein Glück erstmal in der HipHop-Literatur, die ich so zu Hause habe.
Zuerst nehme ich mir nochmal das 368 Seiten starke Werk "20 Jahre HipHop in Deutschland" von Hannes Loh aka LJ und Sascha Verlan vor.
Im Jahr 2000 hat HipHop in Deutschland nochmals einen richtigen Boom erlebt. Aber nicht nur das, denn glaubt man Sascha Verlan und Hannes Loh, dann hat HipHop in Deutschland in diesem Jahr auch 20. Geburtstag gefeiert und wie das so ist bei Geburtstagen wird immer ein wenig über das bisherige Leben des Geburtstagskindes reflektiert.
Hannes Loh, Mitglied von Anarchist Academy, war lange Zeit als Rapper aktiv. Sein Co-Autor Sascha Verlan ist eher Theoretiker. Für seine Magisterarbeit "HipHop als schöne Kunst - Lyrische Ausdrucksformen im deutschsprachigen Rap" hat er in der HipHop-Szene recherchiert und so ein fundiertes Wissen über die deutsche Szene erlangt.
Interessant an "20 Jahre HipHop in Deutschland" ist, dass nicht nur HipHops Großstädte betrachtet werden. HipHop fand und findet nicht nur in Hamburg, Stuttgart und Berlin statt. Auch Lüdenscheid zum Beispiel hat eine Oldschool-Vergangenheit, die mit Hilfe von Interviews sehr schön beschrieben wird.
Das Interview mit den Writern Denick, Came und Zoid bleibt leider auch das einzige Interview mit Leuten der deutschen HipHop-Szene.
Die durchaus interessanten Themen wie "HipHop in den Medien", "Die Multikulti-Falle" oder "Der Fanta-4-Konflikt" werden von den beiden Autoren beschrieben und erklärt, was zwar erstaunlicherweise nicht einseitig wird, aber doch irgendwann langweilt.
Auch die Betrachtung der oben erwähnten nicht so typischen Städte und Leute wird irgendwann zu viel, denn dadurch kommen viele für die Entwicklung von HipHop in Deutschland wichtigen Leute und Landstriche zu kurz oder werden gar nicht erwähnt. Unserem Nachbarland Österreich wird aber ein sehr grosses Kapitel mit sehr langem Interview der Formation "Schönheitsfehler" gewidmet. Warum? Weil ein Blick auf andere europäische HipHop-Szenen immer lohnt. Aber hier wird nur auf Österreich und auch nur auf eine Gruppe ein Blick geworfen - und wieder kommen wichtige Regionen und HipHopper zu kurz.
Für meine Recherche sehr nützlich ist die Unterteilung ist die fast schon unzähligen einzelnen Kapiteln. Jedes Kapitel beginnt nämlich mit einem Zitat aus mehr oder weniger bekannten Rap-Stücken. Diese Zitate sind sehr schön ausgewählt und leiten dierkt das in dem Kapitel behandelte Thema auf.
Soviel Positives dieses Buch auch an sich hat, "20 Jahre HipHop in Deutschland" setzt bei den Themen keinerlei Prioritäten. Das gesamte Buch ist sehr unstrukturiert, verschweigt viele Dinge oder handelt sie kurz ab, während vieles, was weniger zur Entwicklung von HipHop in Deutschland beigetragen hat, unnötig in die Länge gezogen wird. Das Oldschoolfeeling kommt trotzdem ganz gut rüber und wer Wert auf so ein wenig Nostalgie legt, der sollte das Buch lesen.
Als der HipHop Boom von Amerika nach Deutschland schwappte war ich zwar gerade erst 5 Jahre alt (so circa), aber ich kann mich auf jeden Fall mit dem Beschriebenen von Früher identifizieren. Auch, wenn ich als kleines Kind natürlich mit Hiphop noch nichts anfangen konnte, so hab ich das doch irgendwie mitbekommen und fühle mich durch diese alten Erzählungen wie in einer Zeitmaschine.
Zu den neuen, aktuellen Themen, die angesprochen werden, habe ich meine eigene Meinung, da ich ja schon seit längerer Zeit das HipHop-Geschehen aktiv verfolge.
Hier muss man dem Buch dann auch einen weiteren Kritikpunkt geben, denn die kritische Betrachtung der heutigen Szene ist meiner Meinung nach etwas zu einseitig und auch etwas zu kritisch. Lernen kann man beim Lesen aber allemal etwas, denn Lesen bildet ja schliesslich. weiterlesen schließen -
Dialoginterpretation Emilia Galotti
Pro:
s.o.
Kontra:
s.o.
Empfehlung:
Nein
Gotthold Ephraim Lessing begann dieses Werk der Aufklärung im Jahre 1752 zu schreiben und vollendete es in den Jahren 1771 bzw 1772.
Der Prinz Hettore Gonzagas begehrt leidenschaftlich Emilia Galotti. Er ist es gewohnt sich seinen Launen und Leidenschaften hinzugeben, doch stehen ihm zwei Hindernisse im Weg. Zum einen die bisherige Mätresse Gräfin Orsina und zum anderen der Verlobte Emilias - Appiani. Mit der Gestalt des Kammerherren Marinellis steht dem Prinzen ein Werkzeug zur Verfügung, um seine Pläne zu verwirklichen. Es scheint leicht sich Gräfin Orsinas zu entledigen, doch erst mit Hilfe Marinellis in Szene gesetzten Schurkenstreiches scheint es möglich Emilia in die Arme des Prinzen zu bringen. Ein Überfall wird vorgetäuscht, bei dem Appiani getötet wird. Die dabei scheinbar gerettete Emilia und ihre Mutter, werden auf das Schloss des Prinzen gebracht. Doch die Gräfin Orsina durchschaut das Geschehen und offenbart es Odoardo Galotti, dem Vater Emilias, der vom Überfall informiert wurde. Die Gräfin übergibt Odoardo einen Dolch um somit ihre persönliche Rache zu fordern. Nach einem Gespräch zwischen dem Prinzen und Odoardo, kommt es zu einer Auseinandersetzung und schließlich zu einer Einsicht zwischen Emilia und ihrem Vater. Der Prinz wendet sich von Marinelli ab, da er nicht bereit ist, seinen Teil der Schuld auf sich zu nehmen. Mit den letzten Atemzügen dankt Emilia ihrem Vater, bevor sie stirbt und das Trauerspiel beendet ist.
1. Aufzug, 6. Auftritt
Dieser Dialog findet zwischen Hettore Gonzaga, dem Prinzen von Guastalla, und seinem Kammerherren namens Marinelli im Kabinett des Prinzen statt. Der Initiator dieses Gesprächs ist der Prinz, da er seinen Kammerherren zu sich bestellt. Nachdem sich Marinelli für dessen Verspätung entschuldigt, fragt der Prinz nach Neuigkeiten. Nach kurzer Überlegung antwortet Marinelli mit der Feststellung, dass die Gräfin Orsina, die Geliebte Gonzagas, in der Stadt wäre. Als Vorwand für die zuletzt distanzierte Haltung zur Gräfin gibt der Prinz an, dass er durch die kurz bevorstehende Vermählung mit der Prinzessin von Massa, den Kontakt zu Gräfin Orsina abbrechen müsse. Gleich in diesen ersten Worten des Prinzen erkennt man seine Skrupellosigkeit, denn der wahre Grund für die besagte Distanz ist eindeutig seine Liebe zu Emilia Galotti. Denn die baldige Hochzeit mit der Prinzessin von Massa, beklagt er jetzt schon und er sieht sich als Opfer elenden Staatsinteresses. Nun erläutert Marinelli den genauen Inhalt, des gestrigen Gesprächs mit der Gräfin. So sei sie sichtbar gekränkt über die bevorstenhende Vermählung des Prinzen, versuche aber dies nicht zu zeigen. Doch Gonzaga meint, dass sie früher oder später eh verrückt geworden wäre und möchte das Thema wechseln. Auch hier handelt er rücksichtslos und sieht die Gräfin lediglich als weggelegtes Spielzeug an. Dabei gebraucht er den Ausspruch: "Und nun genug von ihr. Von etwas anderm!" Vielmehr möchte er von interessanteren Neuigkeiten aus der Stadt hören. Zaghaft spricht der Kammerherr nun die bevorstehende Vermählung des Grafen Appiani mit einer unbedeutenden Bürgerlichen mit wenig Vermögen und geringem Ansehen an. Doch dies weckt die Neugier des Prinzen und er möchte genauer aufgeklärt werden. Als er erfährt, die Braut sei Emilia Galotti, brodelt es in ihm und er ist außer sich. Denn in den vorherigen Szenen schwirrt Emilia bereits in seinem Kopf herum. So unterzeichnet er nur deshalb eine Bittschrift an ihn, weil die Betreffende Emilia mit Vornamen heißt. Nach genauem Nachfragen stellt sich heraus, dass es sich wahrhaftig um die betreffende Emilia Galotti handelt. Nachdem Marinelli den Ort der Hochzeit bekannt gibt, bricht der Prinz sein schweigen und offenbahrt sich seinem Bediensteten. Er gesteht seine Liebe zu Emilia und meint, er sein nun verloren. Aus Verzweiflung bittet er Marinelli um Rat und erhält als Antwort, er solle auf sein Schloss in Dosalo fahren und wälzt damit die Verantwortung auf den Kammerherren selbst. Da der Prinz keinen weiteren Ausweg als passend ansieht, macht er sich augenblicklich auf den Weg zu seinem Schloss. Doch zuvor meint Marinelli, ein Gesandter müsse zur bevorstehenden Vermählung nach Massa geschickt werden und dieser solle der Graf Appiani selbst sein. Mit dieser Vereinbahrung endet zugleich diese Szene.
Beide Gesprächspartner haben eindeutige Ziele ins Visier genommen haben, erkennt man bei genauerer Betrachtung. So erhofft der Prinz zunächst mittels Neuigkeiten unterhalten zu werden und will später genaueres über die Personen Emilia Galotti und Graf Appiani wissen. Der Kammerherr hingegen will den angesprochenen Grafen aus dem Weg schaffen, doch dabei werden die Gründe nicht genauer beleuchtet. Desweiteren ist zu erkennen, dass dieser Bedienstete die einzige Vertrauensperson des Prinzen ist, denn ihm offenbahrt er als erstes die Liebe zu Emilia. Dabei wirft er sich seinem Untertan zu Füßen und sagt: "Liebster, bester Marinelli, denken sie für mich". Doch auch hier zeigt sich erneut, dass Gonzaga in all seiner Verzweiflung, seine egoistischen Ziele dennoch durchsetzen will. Denn eigentlich will er Marinellis Vertrauen gewinnen, um weitere Informationen über die baldige Hochzeit zwischen seiner Liebe und dem Grafen zu erhalten. Somit stellt er sich nur zu seinem eigenen Vorteil auf die Stufe seines Bediensteten. Deshalb lässt sich eine Wendung in diesem Dialog feststellen. Denn zunächst wirkt er eher belanglos und für die weitere Handlung des Stücks unwichtig, da zu Anfang nur unbedeutende Themen wie der Besuch der Gräfin Orsinas angekündigt wird. Doch durch diese Unterredung gerät die Handlung erst ins Rollen und das blutige Ende wird prophezeit. Denn auf diese Szene baut sich das darauffolgende Geschehen des Stücks auf. Ohne den Entschluss Marinellis sich an dem Grafen Appiani zu rächen, hätte das blutige Ende verhindert werden können. Die Aufgewühltheit des Prinzen lässt sich in Aussprüchen wie "Ernsthaft, Marinelli, ernsthaft, oder" erkennen, da er häufig Wörter wiederholt oder nicht flüssig spricht. Diese Nervösität schwappt am Ende auch auf dessen Untertan mit Worten wie "so, denk ich - - doch, doch; ich glaube" über.
Desweiteren erkennt man bei genauerer Betrachtung die Veränderung der Gesprächsanteile. So spricht zu Beginn des Dialogs größtenteils der Prinz und Marinelli wirkt verunsichert und irritiert, was sich in seiner geringen Gesprächsbereitschaft zeigt, doch mit Fortschreiten der Unterredung wechseln diese Rollen und der Prinz wird schweigsamer. Auch der Satzbau ändert sich im Laufe des Gesprächs. So spricht der Prinz zunächst in langen, verschachtelten Sätzen. Doch am Ende fallen die kurzen Sätze bzw. Elipsen Gonzagas ins Auge wie "Henker! Diese? Diese Emilia Galotti wird heute?".
Das besondere weiterhin an diesem Dialog ist die Tatsache, dass ein gewöhnlicher Kammerherr einen so großen Einfluss auf seinen Herrn hat. Denn er ist es schlussendlich, der den Prinzen dazu überredet zum Schloss nach Dosalo zu fahren. Man erfährt außerdem mittels dieses Dialogs sehr viel über die momentane Stimmungslage und Charaktereigenschaften des Prinzen. Denn schon zu Beginn kann er sich nicht so recht auf das Gespräch mit Marinelli konzentrieren, sondern denkt ständig an Emilia. So ergötzt er sich regelrecht an einem Bild dieser Bürgerlichen in seinem Monolog der vorherigen Szene. Er besitzt eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Denn als er bemerkt, dass es keinen Ausweg mehr aus seinem Schweigen gibt, gesteht er seine Liebe zu Emilia und handelt scheinbar unkontrolliert. Außerdem ist es ihm völlig egal, wie sein Kammerherr die scheinbar aussichtslose Situation zugunsten seines Herren retten soll. Ich denke schon, dass der Prinz sowieso versucht hätte den Grafen von Appiani aus dem Weg zu räumen, um Emilia zu besitzen. Doch das Marinelli diese Bluttat ausführen soll, kommt Gonzaga natürlich nur entgegen. Ein weiteres Merkmal für das rücksichtslose Handeln des Prinzen zeigt die Tatsache, dass er von seiner Geliebten der Gräfin Orsina und seiner Verlobten, die Prinzessin von Massa plötzlich nichts mehr wissen will. Er wirft sie wie unbrauchbaren Müll ins Abseits und macht sich keine Gedanken über die Folgen. Doch auch Marinelli handelt nicht viel besser, denn auch er sieht keinen anderen Ausweg als die Ermordung Appianis, und umschreibt diese Mordtat mit den Worten "Ich glaube, er geht in diese Falle gewiss." Beide Charaktere verwenden einen gehobenen Sprachstil und Sietzen sich gegenseitig. Dies deutet auf keine wirkliche Freundschaft, sondern viel eher auf eine Vereinbahrung der beiden zum gegenseitigen Vorteil. Somit würde ich zusammenfassend sagen, dass beide ein bestimmtes Ziel verfolgen und diese Chance zu Realisierung in diesem Moment nutzen wollen. Denn obwohl der Prinz alle Fäden in der Hand hält, wälzt er die Verantwortung lieber von sich ab. weiterlesen schließen
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