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Pro & Kontra
Vorteile
- das gedicht
- wie aus dem realen Leben
Nachteile / Kritik
- eigntlich nix, leider nur ne drei
- ein bißchen kurz?!
Tests und Erfahrungsberichte
-
Riders Bücher - Teil II
11.08.2003, 14:16 Uhr von
rider-of-apocalypse
ich hätet gerne einen Dodge, nen neuen Rechner, ein neues Notebook, eine Eigentumswohnung oder ei...4Pro:
s. Text
Kontra:
s. Text
Empfehlung:
Ja
Auf der Suche nach neuem Lesestoff stieß ich vor wenigen Tagen auf ein Buch des Autoren ROBERT LUDLUM (der mir bis dato unbekannt war), das den Titel DIE LENNOX-FALLE trug und dessen Deckeltext mich neugierig machte. Also kaufte ich das Buch und drei Tage später hatte ich es durchgelesen und sah mich in der Lage, hier einen Beitrag über diesen Roman zu verfassen.
INHALT
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Nach mehreren Jahren intensiver Ermittlungen ist es dem CIA-Agenten Harry Lennox gelungen, in das nahe Umfeld der Nazirganisation "Bruderschaft der Wacht" zu gelangen und sogar eins deren geheimes Quartiere zu besuchen. Doch er wird enttarnt und ihm wird ein Mikrochip operativ in das Gehirn eingesetzt, der es den Nazis ermöglicht, Harry Lennox zu manipulieren. Leider ist diese Technik noch nicht 100%ig ausgereift und die Lebenserwartung derer, die einen solchen Mikrochip implementiert bekommen liegt nicht höher als 12 Tage.
Mit einer Liste, die angeblich die Mitglieder der Bruderschaft in führenden Funktionen in Wirtschaft und Politik enthält (in Wirklichkeit jedoch ist die Liste jedoch fast vollständig falsch) und manipulierten Erinnerungen läßt die Bruderschaft Harry Lennox zur CIA zurückkehren.
Da die Bruderschaft eine Obduktion Harry Lennox befürchtet, nach dem dieser an den Folgen der operativen Implementierung stirbt beschließen die Nazis ihn vorher zu töten.
Ein Anschlag auf Harry Lennox gelingt auch, doch die Geheimdienste geben
vor, Harry Lennox hätte überlebt. In der Realität übernimmt dessen Bruder Drew Lennox, Angehöriger der Consular Operations, die Rolle von Harry Lennox und beginnt gegen die Bruderschaft zu ermitteln, während diese weiter Jagd auf den vermeintlichen Harry Lennox macht.
Im Rahmen seiner Ermittlungen, bei denen er unter anderem von Karin DeVries unterstützt wird, gelingt es ihm trotz der Unterwanderung der
Nachrichtendienste durch die Bruderschaft, die Ziele der Nazis zu erkunden.
Diese beabsichtigt, die Wasserversorgung von mehreren Metropolen in den
USA, Frankreich und England zu vergiften um dann als "Retter" in
Erscheinung zu treten und die Macht zu übernehmen und ein viertes Reich zu verwirklichen. Da Drew Lennox mit seinen Ermittlungen immer weiter fortschreitet, beschließt die Bruderschaft, ihren Plan vorzeitig in die Tat umzusetzen und so beginnt für Drew Lennox und die Geheimdienste der westlichen Welt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Wie in allen meinen Beiträgen über Romane, so verzichte ich auch hier auf die Offenlegung des Ausgangs der Geschichte um potentiellen Lesern nicht die Spannung zu nehmen, versichere an dieser Stelle aber auch, dass die Geschichte im weiteren Verlauf noch einige Überraschungen enthält.
ANMERKUNGEN
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Die Story des Romans ist recht vielschichtig (so beinhaltet sie neben dem dargestellten Inhalt auch eine Romanze) und enthält einige überraschende Wendungen. Allerdings wirkt die Geschichte in einigen Punkte auch nicht immer ganz glaubwürdig und ein wenig konstruiert, was der Spannung aber nicht wesentlich schadet.
Insgesamt schreibt ROBERT LUDLUM in einer Form, die es dem Leser jederzeit ermöglicht, der Geschichte zu folgen, allerdings führt sein sehr detaillierter Stil in einigen Fällen auch zu gelegentlichen unnötigen "Längen".
Das Grundthema um eine verdeckte Bruderschaft aus Alt- und Neonazis, die
nach einem vierten Reich strebt ist sicher weder neu, noch besonders
originell, allerdings wurde in diesem Roman das meines Erachtens etwas
"ausgelutschte" Thema durchaus spannend und kurzweilig umgesetzt, ohne
dabei jedoch wirkliche Akzente setzen zu können.
ALLGEMEINES
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DIE LENNOX-FALLE von ROBERT LUDLUM erschien erstmalig im Jahre 1995, die
deutsche Erstveröffentlichung erfolgte ein Jahr später.
Zur Zeit ist der Roman in der Taschenbuchausgabe 6/2002 aus dem Wilhelm
Heyne Verlag erhältlich (ISBN 3-453-21337-8) erhältlich und kostet trotz
des recht beachtlichen Umfangs von knapp über 700 Seiten lediglich 5,00 ?.
SCHLUSSWORTE
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Insgesamt handelt es sich bei DIE LENNOX-FALLE von ROBERT LUDLUM sicher um einen soliden, kurzweiligen und recht spannenden Roman, allerdings habe ich auch schon zahlreiche Bücher gelesen, die mir besser gefallen haben. Somit kann ich hier zwar eine Empfehlung aussprechen, verbinde diese allerdings "nur" mit dem Urteil GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-29 05:25:25 mit dem Titel subtiler Horror
Ein Klassiker des Horrorfilms (Horror, nicht Splatter) ist der unter der Regie von Roman Polanski gedrehte Film ROESEMARIES BABY, der auf dem gleichnamigen Roman von IRA LEVIN basiert und da die Romanvorlagen in aller Regel weit besser sind als die Verfilmungen (obwohl hier bereits die Verfilmung hervorragend gelungen ist), beschloss ich, auch das Buch zu lesen.
ALLGEMEINES
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IRA LEVINE schrieb ROSEMARIES BABY bereits im Jahre 1967, das Copyright der deutschen Ausgabe datiert aus dem Jahre 1968.
Als Taschenbuch ist dieser Roman mit der ISBN 3-453-05317-6 zum Preis von 7,00 € auch heute noch problemlos erhältlich.
INHALT
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Der Schauspieler Guy Woodhouse und seine Frau Rosemarie beziehen ein Appartement dem im viktorianischen Stil errichteten Bramford-Haus in der 7th Avenue in New York, in dem es in der Vergangenheit des öfteren zu mysteriösen Unglücksfällen gekommen ist.
Kurz nachdem Einzug lernt Rosemarie bereits eine erste Nachbarin, eine junge Frau namens Terry kennen, die sich aber nur kurze Zeit später aus dem Fenster stürzt.
Weitere Nachbarn, mit denen sich Guy anfreundet sind das ältere Ehepaar Roman und Minnie Castevet und man stattet sich gegenseitig immer häufiger Besuche ab.
Eines Nachts träumt Rosemarie, die sich Kinder wünscht, sie würde von einer Bestie vergewaltigt werden und am nächsten Morgen stellt sie Kratzspuren an ihrem Körper fest, die Guy ihr dadurch erklärt, es habe ihn „überkommen“ während sie schlief.
Rosemarie ist schwanger und insbesondere Minnie Castevet kümmert sich rührend um sie. Sie schenkt Rosemarie nicht nur ein Amulett (das Rosemarie bereits an der toten Terry gesehen hat) und bringt ihr allmorgendlich ein selbst zubereitetes Getränk aus verschiedenen Kräutern, sondern verschafft ihr auch einen Termin bei einem prominenten Frauenarzt, Dr. Sapirstein.
Von starken Schmerzen geplagt fallen Rosemarie immer mehr sonderbare Begebenheiten in ihrer näheren Umgebung auf (Warum hängen die Castevets offensichtlich ihre Bilder ab, bevor Rosemarie deren Wohnung betritt? Wie konnte ein Schauspieler, der Guys Konkurrent um eine Rolle war, plötzlich erblinden? Was sind das für seltsame Geräusche, die sie Nachts aus der Wohnung der Castevets hört ? ...).
Als ein Freund, der Rosemarie bereits vor dem Einzug in das Bramford-Haus gewarnt hatte, ihr eine wichtige Mitteilung machen will und kurz vorher aus unerklärlichen Gründen ins Koma fällt, wird Rosemarie endgültig misstrauisch, beginnt damit, den von Minnie nach wie vor täglich zubereiteten Kräuterdrink in den Ausguss zu kippen und beginnt mit Nachforschungen über ihre Nachbarn.
Dabei erfährt sie, dass Roman Castevet möglicherweise in Wirklichkeit Steven Marcato (die Buchstaben innerhalb der beiden Namen sind identisch), den Sohn eines ehemals gefürchteten Hexenmeister handelt, doch Guy verharmlost diese Erkenntnis und auch Minnie Castevet gibt sofort zu, dass diese Erkenntnis zutreffend ist und man den Namen aufgrund des Vaters geändert habe.
Schließlich wird sie kurz vor der Geburt ihres Kindes bewußtlos und als sie wieder zu sich kommt, sieht sie sich umgeben von Guy, den Castevets, Dr. Sapirstein und andern Nachbarn, die ihr versichern, ihr Kind wäre gesund, sich aber zieren, ihr das Kind auch auszuhändigen.
Schließlich übergibt man ihr das Kind, Rosemarie blickt in dessen gelbe Augen und beschließt, ihren Sohn groß zu ziehen.
ANMERKUNGEN
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IRA LEVIN erzählt mit ROESMARIES BABY eine spannende Geschichte voll subtilem Horror und langweilt auf keiner der etwa 220 Seiten.
Dabei hat der vermeintlich fürsorgliche und freundschaftliche Umgang des „Bösen“ in Gestalt der Castevets mit ihrem „Opfer“ einen erheblichen Anteil am schleichenden Horror der Geschichte. Es wird dem Leser schwer gemacht, eine Antipathie gegen die Castevets zu entwickeln und bis zum Schluss nimmt man sie nur schwer als das wahr, was sie eigentlich verkörpern.
IRA LEVINE beschreibt alle Personen, Örtlichkeiten und Vorgänge sehr detailliert, wodurch sich der Leser nicht nur sehr gut in die Geschehnisse hinein versetzen kann, sondern auch eine präzise Vorstellung von den agierenden Personen entwickelt.
Allerdings können weder der sprachliche Stil, noch einige Details innerhalb der Geschichte das hohe Alter des Romans verleugnen. 1967 sagte man offensichtlich noch Neger und nicht Farbige oder Afroamerikaner und die teilweise im Buch herauslesbare Rollenverteilung zwischen Mann und Frau wird heute auch eher auf Unverständnis stossen.
Insgesamt macht der flüssige und angenehme Schreibstil dem Leser das Lesen jedoch sehr leicht.
SCHLUSSWORTE
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Ich kann den Roman ROSEMARIES BABY von IRA LEVINE, der längst ein Klassiker des Genres ist, hier uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-06 07:14:35 mit dem Titel Herbst 1977
Im Jahre 1977 war weniger mein Dasein als achtjähriger Hannoveraner eins der beherrschenden Themen in den Medien, sondern vielmehr die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und die anschließende Entführung des Lufthansa-Fluges LH181.
20 Jahre später liessen sich die Ereignisse dann in Form eines Buches von HEINRICH BRELOER nachlesen, das den Titel TODESSPIEL trägt.
INHALT
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September 1977
Im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Stammheim sind die führenden RAF- (Rote Armee Fraktion) Mitglieder Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe inhaftiert.
Das Kommando „Siegfried Hausner“ der RAF, bestehend aus Sieglinde Hofmann, Peter-Jürgen Boock, Stefan Wisniewski und Willy Peter Stoll, entführt den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer mit dem Ziel, ihre inhaftierte Führungsriege freizupressen.
Die Entführung, bei der sowohl der Fahrer, als auch der Leibwächter von Hanns-Martin Schleyer ums Leben kommen findet in unmittelbarer Nähe zu dessen Wohnung statt und Hanns-Martin Schleyer wird in einer konspirativen Wohnung in Köln, dem von der RAF als Volksgefängnis bezeichnet, versteckt gehalten.
Der amtierende Bundeskanzler entscheidet, dass man sich als Staat nicht erpressen lassen darf und dass ein Handel mit der RAF nicht in Frage kommt und so beginnen die Strafverfolgungsbehörden unter Führung des BKA-Chefs Herold mit der Suche nach Hanns-Martin Schleyer.
Unter anderem mit Hilfe der so genannten Rasterfahndung kommt man den Entführern auch bedrohlich nahe, lediglich Pannen in der Koordination der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Polizeibehörden verhindern, dass das „Volksgefängnis“ gefunden wird.
Um Zeit für die Suche nach den Entführern zu gewinnen werden die (ohnehin nur zum Schein geführten) Verhandlungen mit der RAF verschleppt.
Mit fortschreitender Dauer der Entführung Hanns-Martin Schleyers und nach mehreren Wechseln des Verstecks der Entführer werden auch die Haftbedingungen für die in Stammheim inhaftierte Führungsriege der RAF verschärft, als plötzlich im Oktober das aus Palästinensern bestehende Kommando Martyr Halimeh den von Mallorca kommenden Lufthansaflug LH 181 entführt und neben die Freilassung der RAF-Führung und deren Ausreise in ein Land nach Wahl, die Freilassung anderer inhaftierter Terroristen sowie 15 Millionen US $ Lösegeld fordert.
Doch auch hier bleibt die Bundesregierung ihrem Grundsatz treu, dass Terroristen keine Verhandlungspartner seien treu und geht nur zum Schein auf die Forderungen ein.
Man lässt die inhaftierten Terroristen separat befragen um möglichst unterschiedliche Länder für die Ausreise zu bekommen und Staatsminister Wischnewski reist derweil in die entsprechenden Länder um von diesen die gewünschte Verweigerung der Aufnahme zu bekommen.
Unterdessen befindet sich die Lufthansa-Maschine Landshut auf einem Irrflug, da sie nirgendwo eine Landeerlaubnis erhält.
Schließlich landet die Maschine in Mogadischu (Somalia), wo die Bundesregierung die Erlaubnis erhält, die Maschine zu stürmen.
Die Grenzschutzeinheit GSG9 stürmt die Maschine, wobei unter anderem der Führer des Kommandos Martyr Halimeh ums leben kommt, die Geiseln jedoch befreit werden können.
Kurze Zeit später erschießt die RAF Hanns-Martin Schleyer und die inhaftierten RAF-Angehörigen werden tot in ihren Zellen aufgefunden.
Selbstverständlich ist es nicht möglich, die präzisen Ereignisse (die ja schließlich den Inhalt des Buches bilden) hier in kurzer Form zu schildern, ich denke aber, dass ich dennoch einen recht guten Überblick über das Geschehen vermitteln konnte und vielen dürfte dieses auch noch in Erinnerung geblieben sein.
ANMERKUNGEN
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TODESSPIEL von HEINRICH BRELOER ist kein Roman, sondern bezeichnet sich selbst als dokumentarische Erzählung. Diese basiert auf über 50 mit Beteiligten (sowohl von Seiten der RAF, als auch mit Helmut Schmidt, Angehörigen Hanns-Martin Schleyers und anderen) geführten Interviews.
In seiner Darstellung der Geschehnisse beschränkt sich HEINRICH BRELOER nicht nur auf den blossen Ablauf der Entführungen, sondern berücksichtigt auch die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden, die Beratungen der Staatsführung und die sonstigen Aktionen der RAF.
Trotz des dokumentarischen Charakters des Buches schafft es HEINRICH BRELOER zu demonstrieren, dass auch Dokumentationen durchaus spannend sein können.
Auch wer sich nicht an diese Zeit erinnern kann (obwohl ich damals erst 8 Jahre alt war, kann ich mich an viel des im Buch beschriebenen erinnern), dürfte keinerlei Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen.
Auch vermittelt das Buch eindrucksvoll die Verhältnisse in der Bundesrepublik des Jahres 1977 und zeigt auch, von was für aus heutiger Sicht grotesken/naiven Vorstellungen sich die RAF hat leiten lassen.
Die knapp über 300 seiten des Buches sind in die zwei Hauptabschnitte „Die Entführung“ und „Die Befreiung“ aufgeteilt, die jeweils in weitere 15 Kapitel unterteilt sind. Die Überschrift „Die Befreiung“ scheint mir hier nicht ganz eindeutig, da sich dieser Abschnitt zu einem großen Teil mit der Entführung der Landshut befasst.
Jeder der beiden Abschnitte bildete dabei übrigens einen Teil des Fernesehfilms.
In den Nachbemerkungen am Ende des Buches informiert der Autor abschließend noch über das weitere Leben der namhaftesten RAF-Angehörigen.
SONSTIGES
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TODESSPIEL von HEINRICH BRELOER erschien im Jahre 1997 im Verlag Kiepenhäuer & Witsch (ISBN 3-462-02597-X) und kostete zum Zeitpunkt des Erscheinens 19,80 DM. Der aktuelle Preis liegt bei 10,12 €, ist aber eher ein theoretischer Wert, da dieses Buch vergriffen und eine Neuauflage nicht geplant ist.
So ist dieses Buch heute wohl leider nur noch gebraucht erhältlich.
TODESSPIEL wurde auch als zweiteiliger Fernsehfilm in der ARD gezeigt und seit dem bereits des öfteren wiederholt.
Der Titel des Buches zeigt die zerschossenen Fahrzeuge Hanns-Martin Schleyers und seines Begleitschutzes und ist in schwarzweiss gehalten und kann meines Erachtens als angemessen bezeichnet werden..
SCHLUSSWORTE
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Ich kann TODESSPIEL von HEINRICH BRELOER hier (sowohl als Buch, als auch als Fernsehfilm) uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-15 19:30:40 mit dem Titel DIE LETZTEN TAGE DER ERDE - Teil 4
Nach einer längeren Pause setze ich nun auch meine DIE LETZTEN TAGE DER ERDE-Reihe fort und so ist der Roman DIE ERNTE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS, also Band 4 der Serie DIE LETZTEN TAGE DER ERDE das Thema meines heutigen Beitrages.
INHALT
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Nachdem plötzlich ein großer Teil der Weltbevölkerung spurlos verschwunden ist und der rumänische Politiker Nicolai Carpathia zum Generalsekretär der Vereinten Nationen, die er daraufhin in Weltgemeinschaft umbenannt hat, geworden ist, ist er faktisch zum Herrscher der Welt geworden.
In dieser Eigenschaft verlegte unter anderem er den Hauptsitz der UN/Weltgemeinschaft nach Neu-Babylon, setzte durch, dass alle Länder 90% ihrer Waffen an die Weltgemeinschaft übergeben und führte mit dem Enigma-Babylon Einheitsglauben eine gemeinsame Religion ein, der sich mit Ausnahme einer kleinen Gemeinde von Christen und die orthodoxen Juden alle Religionen anschlossen.
Eine kleine, aber stetig wachsende Gemeinde von Christen, deren Führungsriege sich Tribulation Force nennt, sieht in dem Massenverschwinden die Entrückung der Gemeinde Christi und in dem sonst überall als Wohltäter und Pazifist gefeierten Nicolai Carpathia den Antichristen und so bereitet sie sich auf die in der Bibel prophezeite siebenjährige Trübsalszeit vor.
Tatsächlich scheint eine Art Trübsalszeit angebrochen zu sein, denn nach einem dritten Weltkrieg regnete es plötzlich brennende Meteoriten vom Himmel und es ereignete sich ein weltweites Erdbeben (was eigentlich eine seismologische Unmöglichkeit darstellt).
Diese Worte sollen lediglich als kurze Zusammenfassung der ersten drei Bände der Reihe (FINALE, DIE HEIMSUCHUNG, DAS NICOLAI-KOMPLOTT) dienen und einen kurzen Überblick über die Rahmenbedingungen der Handlung in DIE ERNTE liefern (und erhebt natürlich nicht annähernd Anspruch auf Vollständigkeit).
Nach dem Massenverschwinden, dem Weltkrieg, dem Meteoritenregen und dem Erdbeben liegt nahezu die ganze Erde in Trümmern und die Weltbevölkerung wurde weiter deutlich dezimiert.
Während die Weltgemeinschaft ihr Hauptquartier in Neu-Babylon wiederaufbaut, suchen die führenden Mitglieder der Tribulation Force nach Angehörigen ihrer Gemeinde, die ebenfalls nicht von Opfern verschont blieb und gleichzeitig verbreiten sie auch ihren Glauben über das Internet.
Dabei kommt den führenden Mitgliedern der Verdacht, dass sich in ihrer Mitte ein Mitarbeiter der Weltgemeinschaft befindet, der Informationen über die Tribulation Force an Nicolai Carpathia und seine Führungsriege übermittelt.
Plötzlich machen die Mitglieder der Tribulation Force eine seltsame Entdeckung, es scheint als würden alle gläubigen Christen ein kreuzförmiges Zeichen auf ihrer Stirn tragen, das nur von anderen Gläubigen gesehen werden kann.
Als die Mitglieder der Tribulation Force eine Kundgebung, bei der Tsion Ben Juda, der geistige Führer der Christen, in Israel vor über 100.000 Gläubigen sprechen soll, vorbereiten, erfährt die Weltgemeinschaft von einem riesigen Meteoriten, der sich auf die Erde zu bewegt und plötzlich ergießt sich ein Hagelschauer über die Erde, dessen Hagelkörner aus Blut bestehen.
Auch hier halte ich meine Darstellung des Inhalts sehr knapp, da 8ch zum einen lediglich beabsichtige, interessierten Lesern einen groben Überblick über den Inhalt des Buches zu vermitteln, zum anderen aber auch, da eine detailliertere Darstellung des Inhalts nur für all jene wirklich von Nutzen wäre, die die ersten drei Bände der Reihe kennen. Dabei ist die Handlung auch sehr vielschichtig ist, so dass mir ausführlichere Ausführungen schlicht unzweckmäßig erschienen.
ANMERKUNGEN
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TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS beginnen ihren Roman DIE ERNTE mit einem Prolog, in dem sie die Handlung der ersten drei Bände kurz zusammenfassen und trotz dieser Zusammenfassung dürfte es all jenen schwer fallen der Handlung zu folgen, die diese ersten drei Bände nicht gelesen haben.
Mit der Kenntnis der Handlung der ersten drei Bände stellt man jedoch schnell fest, dass die beiden Autoren ihre Geschichte um die Ankunft des Antichristen und die damit verbundene Erfüllung biblischer Prophezeiungen konsequent weiter und gleichzeitig entwickeln sie auch die bekannten Charaktere der Hauptakteure immer weiter.
Auch die Vielschichtigkeit der Handlung (meist verlaufen mehrere Handlungsstränge parallel) macht Kenntnisse der ersten drei Bände zweckmäßig – zwingend erforderlich ist sie aber nicht.
Trotz des wenig realen Szenarios bewegen sich TIM LAHYE und JERRY B. JENKINS immer im Bereich des Nachvollziehbaren und im Rahmen dessen, was bei einer derartigen Story überhaupt möglich ist, auch im Rahmen des Glaubwürdigen. Dabei gleiten die beiden Autoren erfreulicherweise auch zu keinem Zeitpunkt in den Bereich übertriebener SiFi ab.
In jedem Fall aber schreiben die beiden Autoren die etwa 410 Seiten des Romans DIE ERNTE überaus spannend und kurzweilig.
Da DIE ERNTE ein Band aus einer laufenden Reihe ist, krankt das Buch auch an der typischen Mehrteiler-Eigenschaft, dass sowohl eine richtige Einleitung fehlt, als auch ein wirkliches Ende. Letzes schien mir hier sehr abrupt und so fühlte ich mich fast schon zum Kauf der folgenden Bände genötigt.
Den ein oder anderen könnte es möglicherweise auch irritieren, dass die Autoren das Christentum als einzig wahren Glauben zu glorifizieren scheinen, allerdings wäre die Story anders kaum denkbar und vor allem ändert die auch nichts an der Faszination der Geschichte.
SONSTIGES
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TIM LAHAYE arbeitete als Pfarrer und JERRY B. JENKINS als enger Mitarbeiter von Billy Graham, einem bekannten amerikanischen Fernsehprediger, bevor sie sich dem Verfassen von Romanen widmeten.
DIE ERNTE schrieben TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS als vierten Teil der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE im Jahre 1998 unter dem Originaltitel SOUL HARVEST, in Deutschland erschien der Roman erstmalig im Jahre 1999.
Zur Zeit ist DIE ERNTE als Taschenbuch aus dem Verlag Blanvalet (Goldmann) mit der ISBN 3-442-35540-0 für 8,90 € erhältlich.
SCHLUSSWORTE
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Wie auch die ersten drei Bände der Reihe, so kann ich DIE ERNTE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS hier uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !
... Fortsetzungen (Bände 5 – 10) folgen
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-24 11:57:39 mit dem Titel Die letzten Tage der Erde
Wiedereinmal war es für mich an der Zeit, mich mit neuem Lesestoff einzudecken und beim stöbern in einer Dürener Buchhandlung stieß ich dabei auf einen Roman, dessen Titel, und vor allem dessen Inhaltsangabe auf der Rückseite mich neugierig machten und veranlaßten, dass ich mir dieses Buch kaufte.
Bei diesem Buch handelt es sich um den Roman APOLLYON – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS.
INHALT
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Irgendwann in der Zukunft
Der dritte Weltkrieg ist vorbei und dieser sowie weitere Ereignisse haben die Weltbevölkerung drastisch reduziert. Die UN ist unter ihrer neuen Bezeichnung Weltgemeinschaft zum Herrscher der Welt aufgestiegen und der einstige UN-Generalsekretär, der Rumäne Nicolai Carpathia, ist nun Oberhaupt der Weltgemeinschaft und somit der mächtigste Mann der Erde.
Die Weltgemeinschaft hat dafür gesorgt, dass sich alle Religionen zu einem Enigma-Babylon-Einheitsglauben bekennen und einen von Nicolai Carpathia eingesetzten Papst als gemeinsames Oberhaupt anerkennen.
Einzig der christliche Gelehrte Tsion Ben-Judah führt eine andere Glaubensgemeinschaft an, die immer mehr Zulauf bekommt und die in der Person des Nicolai Carpathia den Antichristen sieht.
Bei einer Kundgebung von Tsion Ben-Judah vor über 100000 Anhängern, verkündet er baldige alttestamentarische Katastrophen und während Nicolai Carpathia und seine Tribulation Force (einer Garde der Weltgemeinschaft) Jagd auf Tsion Ben-Judah und seine Anhänger macht, bewahrheiten sich seine Prophezeiungen und ein Heuschreckenschwärme fallen über die gesamte Erde her. Allerdings erinnern diese Heuschrecken, die sich nicht töten lassen, aus der nähe Betrachtet den apokalyptischen Reitern und sind Schergen des Dämonen Apollyon.
Die Handlung des Buches hier präzise darzustellen ist aufgrund der Vielschichtigkeit und Komplexität des Romans nahezu unmöglich. So habe ich hier lediglich versucht, einen groben Überblick über die Storyline zu geben, ohne dabei durch zu präzise Darstellungen interessierten Lesern zu viel der Spannung zu nehmen (der „Deckeltext“ ist übrigens wesentlich unpräziser und letztlich ist Ciao ja auch keine Plauderecke für Deutsch-LKler).
ANMERKUNGEN
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Was ich zum Zeitpunkt des Kaufs nicht wußte, war der Umstand, dass es sich bei APOLLYON – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE nur teilweise um einen eigenständigen Roman handelt, als vielmehr um den fünften Teil einer Reihe von Büchern (DIE LETZTEN TAGE DER ERDE) und so dauerte es eine ganze Zeit, bis ich mich in der Story zurechtgefunden und mit den handelnden Personen und den Begebenheiten vertraut gemacht hatte.
Der sehr ausführliche Stil der Autoren und die zahlreichen und sehr präzisen Beschreibungen und Darstellungen ermöglichten es mir dann aber doch nach mehreren Seiten der Handlung auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Romane zu folgen. Ein sehr aufmerksames Lesen schien mir dabei aber zwingend erforderlich.
Die Handlung schien mir nach der Einarbeitungsphase im Rahmen dessen, was bei einem derartigen Szenario möglich ist, zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar, logisch und durchdacht.
Als etwas gewöhnungsbedürftig empfand ich den Beginn des Romans, der ohne nennenswerte Einleitung direkt mit den Vorbereitungen zur Kundgebung des Tsion Ben-Judah und auch das Ende ließ einige Fragen offen. Dies scheint mir aber weniger eine Schwäche der Geschichte zu sein, als vielmehr eine Folge der Konzeption als Reihe von Romanen.
ALLGEMEINES
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TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS waren vor ihrer Tätigkeit als Autoren beide im Bereich der Religion tätig. So war TIM LA HAYE als Pfarrer und JERRY B. JENKINS als Mitarbeiter eines bekannten amerikanischen Predigers tätig.
Die Titel ihrer vorhergehenden Romane aus der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE lauten:
- FINALE
- DIE HEIMSUCHUNG
- DAS NICOLAI-KOMPLOTT
- DIE ERNTE
Den Roman APOLLYON schrieben TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS im Jahre 1999, das Copyright der deutschen Ausgabe datiert aus dem Jahr 2000.
Als Taschenbuch ist APOLLYON – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS im Verlag Blanvalet erschienen, die ISBN lautet 3-442-35541-9.
Der Preis für das fast 400 Seiten starke Taschenbuch beträgt 7,90 €.
Die Aufmachung des Taschenbuchs paßt mit der Abbildung eines nächtlichen Gewitters in den Farben rot/orange und schwarz hervorragend zur apokalyptischen Story des Romans und hat mir sehr gut gefallen (sonst wäre ich möglicherweise auch gar nicht erst auf das Buch aufmerksam geworden).
SCHLUSSWORTE
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Auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Romane aus der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE hat mir der Roman APOLLYON – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS gut gefallen, so dass ich ihn hier guten Gewissens empfehlen kann und mit GUT beurteile.
Ich werde mir aber nun auch die vorhergehenden Romane kaufen und diesen Beitrag dann mit erweitertem Kenntnisstand updaten, wobei ich vermute, dass sich mein Urteil dann auf SEHR GUT verbessern wird.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-02 05:19:07 mit dem Titel DIE LETZTEN TAGE DER ERDE
Weihnachten ist für mich immer auch mit einem Besuch bei meinen Eltern in Hannover verbunden und da ich diese Strecke meist mit dem Zug zurücklege, benötigte ich hierfür neuen Lesestoff.
Meine Wahl fiel dabei auf einen Roman von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS, der den Titel FINALE – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE trägt.
INHALT
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In einer nahen Zukunft.
Auf der Welt existieren nur noch einige wenige Währungen (Mark, Dollar, Yen) und durch eine Formel, die es ermöglicht, nahezu jedes Land in fruchtbaren Boden zu verwandeln, hat Israel zu einem der Reichsten Länder der Erde aufsteigen lassen.
Ein Großangriff Rußlands und einiger anderer Länder auf Israel wird durch unerklärliche Umstände die gesamte Invasionsarmee zerstört, ohne dass ein einziger Israeli ums Leben gekommen ist oder auch nur ein einziges israelisches Gebäude zerstört wurde.
Der Pilot Rayford Steele befindet sich mit über 100 Passagieren, zu denen auch der erfolgreiche Reporter Buck Williams gehört und seiner Crew auf einem Transatlantikflug, als plötzlich Teile der Passagiere und seiner Crew spurlos verschwinden. Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass überall auf der Welt Menschen verschwunden sind.
Rayford Steele stellt fest, dass von seiner Familie lediglich seine Tochter Chloe übrig geblieben ist und im Rahmen einiger Erkundungen stößt er auf eine Kirchengemeinde, der seine Frau angehörte und die das Verschwinden der Menschen als Entrückung wertet, bei der Jesus seine Gemeinde in den Himmel geholt hat.
Diese Entrückung kündigt aber nicht nur die Wiederkehr des Messias, sondern auch das Auftauchen des Antichristen, den viele Gläubige in der Gestalt des charismatischen Nicolai Carpathia sehen.
Nicolai Carpathia ist urplötzlich vom unbedeutenden rumänischen Parlamentarier zum Präsidenten Rumäniens aufgestiegen und beeindruckt nun die gesamte Weltöffentlichkeit mit seinen Auftritten.
Während sich Rayford Steele und seine Tochter der Gemeinde anschließen und auch Buck Williams dem Glauben dieser Gemeinde immer näher kommt, tauchen an der Klagemauer in Israel zwei Prediger auf, die sich Moishe und Eli nennen und die die Rückkehr des Messias verkünden. Mit diesen Verkündungen stoßen sie natürlich im jüdischen Israel nur auf wenig Verständnis, doch Angriffe auf die beiden unbewaffneten Prediger endeten bisher auf wundersame Weise immer tödlich für die Angreifer.
Währenddessen wird Nicolai Carpathia der Posten als Generalsekretär der Vereinten Nationen angeboten, doch er stellt als Bedingungen für die Annahme dieses Postens eine weltweite Abrüstung von 90% aller Waffensysteme und Übergabe der verbleibenden 10% der Waffen an die Vereinten Nationen, die Einführung einer weltweit einheitlichen Währung und die Verlegung des Hauptsitzes der Vereinten Nationen nach Neu-Babylon.
Wieder Erwarten werden diese Bedingungen erfüllt und die Gemeinde sieht sich in ihrer Auffassung, Nicolai Carpathia sei der Antichrist weiter bestätigt. Da biblische Prophezeiungen für die Ankunft des Antichristen eine lange „Trübsalszeit“ vorhersehen (7 Siegel, 7 Posaunengerichte, ...), gründet sie als Vorbereitung auf diese Zeit einen inneren Zirkel, die Tribulation Force.
Nicolai Carpathia wird dagegen aufgrund seines bescheidenen Auftretens als Pazifist, der nur eine Einigung der Welt als Ziel kennt, überall in der Welt immer populärer.
Wie immer habe ich mich auch hier bemüht, nicht zu viel der Story des Romans zu verraten und lediglich Interesse zu wecken ohne dabei Spannung zu zerstören. So sind meine Ausführungen hier auch lückenhaft und nicht annähernd vollständig, vermitteln meines Erachtens aber einen guten Überblick über die Storyline des Buches.
ANMERKUNGEN
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Auch wenn ich seit über 15 Jahren nicht mehr Mitglied irgendeiner Kirche (ich bin gewissermaßen ausgetretener Evangele) bin, so faszinierte mich die Thematik des Buches von der ersten Zeile an und obwohl mein Wissen über Details der Bibel oder auch Religion im allgemeinen eher gering ist, konnte ich der Story auch ohne jegliche Schwierigkeit folgen.
TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS schafften es, biblische Prophezeiungen in ein realistisches Zukunftsszenario zu übertragen, ohne dabei (im Rahmen dessen, was bei einer derartigen Thematik möglich ist) an Glaubwürdigkeit zu verlieren (lediglich die beiden Figuren von Moishe und Eli, (bzw. das Ableben ihrer Angreifer) wirken meines Erachtens etwas übertrieben dargestellt).
Bei der Umsetzung der Thematik des Buches kommen TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS sicher auch ihre Kenntnisse aus ihren vorherigen Berufen zu gute, doch hierzu später mehr (s. Abschnitt ALLGEMEINES).
Nicht verleugnen können die beiden Autoren ihre Herkunft als Amerikaner. So scheint mir die Darstellung Rußlands als Aggressor zu Beginn des Buches ebenso typisch amerikanisch wie die Auswahl der verbleibenden Währungen, sehen die Amerikaner doch Japan und Deutschland vielfach als die größten wirtschaftlichen Rivalen der USA (allerdings war der Euro zum Zeitpunkt des Erscheinens des Romans längst beschlossen – sahen die Autoren also ein scheitern dieser europäischen Währung voraus und wählten deshalb die gute alte Deutsche Mark ?).
Die beiden Autoren stellen ihre Hauptakteure ebenso detailliert dar wie Handlungen und Orte des Geschehens, ohne sich dabei in Nebensächlichkeiten zu verlieren und so baut das Buch von Beginn an eine Spannung auf, die bis zum Ende nach etwa 350 Seiten erhalten bleibt.
Allerdings empfand ich den Ausgang der Geschichte (sofern man überhaupt von einem Ausgang sprechen kann) als ein wenig enttäuschend. Hier fordert der Umstand, dass FINALE – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von Beginn an als Serie von mehreren Romanen konzipiert wurde seinen Tribut. Für mich hatte dies zur Folge, dass ich innerhalb kürzester Zeit nicht nur die folgenden Romane gekauft, sondern auch gelesen habe.
ALLGEMEINES
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TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS haben beide einen religiösen Hintergrund. So war der eine selbst als Pfarrer (oder Pastor – in diesem Punkt bin ich mir nicht ganz sicher) tätig, während der andere Mitarbeiter eines Fernsehpredigers war.
Ihren Roman FINALE – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE veröffentlichten die beiden Autoren im Jahre 1995 unter dem (meines Erachtens zutreffenden) Titel LEFT BEHIND, in Deutschland ist der Roman seit 1996 erhältlich.
Die deutsche Taschenbuchausgabe (ISBN 3-89490-139-X) erschien im Projektion J Verlag (seit 2002 in der 8. Auflage) und kostet zur Zeit 15,95 €. Einige der weiteren Romane dieser Serie habe ich übrigens au einem anderen Verlag bestellt und hatte jeweils 9,00 € zu zahlen.
SCHLUSSWORTE
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FINALE – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS zählt zu den Büchern, die ich von Beginn an mit Begeisterung gelesen habe und innerhalb von 24 Stunden nachdem ich diesen Roman gelesen hatte, waren bereits weitere Bände aus der Reihe bestellt.
So kann ich hier auch eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen und verbinde diese mit dem Urteil SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-22 05:15:57 mit dem Titel DIE LETZTEN TAGE DER ERDE - Teil 2
Vor einiger Zeit schrieb ich einen Beitrag über den Roman FINALE – DIE LETZTEN TAG DER ERDE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS und in diesem Beitrag wies ich unter anderem darauf hin, dass es sich dabein um den ersten Band einer ganzen Reihe von Romanen handelt und so ist es nur logische Konsequenz, dass ich auch den folgenden Bänden dieser Reihe Beiträge widmen würde.
Ciao hat nun meinen Produktvorschlag angenommen und la voilà, mein Beitrag über DIE HEIMSUCHUNG – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LA HAYE und JERRY b. JENKINS :
INHALT
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In einer nicht allzu fernen Zukunft verschwinden eines Tages plötzlich zahlreiche Menschen. Während viele Menschen versuchen, eine wissenschaftliche Erklärng für das Massenverschwinden zu finden, sind der Geistliche einer kleinen Kirchengemeinde und einige andere davon überzeugt, dass Jesus die Gläubigen in den Himmel geholt hat.
In dem allgemeinen Chaos steigt der rumänische Politiker Nicolai Carpathia erst zum rumänischen Staatsoberhaupt und dann zum Generalsekretär der Vereinten Nationen auf.
Der Geistliche und seine Anhänger halten Carpathia für den Antichristen und im Rahmen ihrer Vorbereitungen auf die in der Bibel angekündigte 7jährige Trübsalszeit und den Kampf gegen den Antichristen gründen die Gemeindemitglieder einen inneren Kreis, die Tribulation Force.
An der Klagemauer in Jerusalem tauchen mit Moishe und Eli zwei Prediger auf, die nicht nur jeden Angreifer zu töten scheinen, sondern auch unentwegt die Wiederkehr Christi und des Antichristen predigen.
Dies waren die wesentlichen Züge des ersten Bandes der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE und sollen es hier ermöglichen, meiner Inhaltsangabe des Bandes DIE HEIMSUCHUNG zu folgen.
Nicolai Carpathia benennt die Vereinten Nationen, deren Oberhaupt er ist, in Weltgemeinschaft um und gibt sich selbst den Titel eines Potentaten.
Gleichzeitig vereint er auch die unterschiedlichen Religionen der Erde zu einem gemeinsamen Glauben, der die Bezeichnung Enigma-Babylon Einheitsglaube trägt und als dessen Oberhaupt er Peter Mathews einsetzt. Einzig die orthodoxen Juden und die Gemeinde um die Tribulation Force schließen sich diesem Einheitsglauben nicht an.
Unterdessen verkündet der Rabbi Tsion Ben Juda, dass Ergebnis ener drejährigen Studie aller religiösen Schriften aller Religionen und verkündet öffentlich, der überall angekündigte Messias sei niemand anders als Jesus Christus. Mit dieser Aussage verärgert er nicht nur die orthodoxen Juden, sondern auch Weltgemeinschaft, die Tribulation Force erklären den Rabbi dagegen zu ihrem geistigen Führer.
Während die Tribulation Force versucht, neue Anhänger für ihren Glauben zu finden, engagiert Nicolai Carpathia Rayford Steele, eins der Gründungsmitglieder der Tribulation Force, als seinen persönlichen Piloten und da dieser darin die Chance sieht, von innen heraus gegen den Antichristen vorzugehen, nimmt er das Engagement an.
Buck Williams, ein weiteres Mitglied der Tribulation Force, wird von Carpathia, der in der Zwischenzeit auch die Medien beherrscht, als Herausgeber einer Zeitung eingesetzt und so hat die Tribulation Force mehr oder weniger zufällig zwei ihrer Mitglieder in den Reihen des Feindes untergebracht.
Während Nicolai Carpathia dabei ist, die Welt neu zu ordnen und so scheinbar für eine friedliche Weltgemeinschaft zu arbeiten, greifen plötzlich Truppen von Amerikanern und Ägyptern die Weltgemeinschaft an.
Es scheint sich das erste der 7 Siegel zu öffnen und ein dritter Weltkrieg bricht aus.
Selbstverständlich ist die Handlung des Romans weit komplexer, als ich es in meiner Inhaltsangabe zu vermitteln mag, aber letztlich dient diese auch lediglich dazu, interessierten Lesern einen groben Überblick über den Handlungsverlauf zu geben, ohne dabei zuviel Spannung durch Verrat von Details zu nehmen.
ANMERKUNGEN
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Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich bei dem Roman DIE HEIMSUCHUNG – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS um eine Fortsetzung des Romans FINALE – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE und so fällt es all jenen, die den ersten Band der Reihe nicht kennen, wahrscheinlich sehr schwer, der Handlung des Buches zu folgen und so erklärt sich auch meine möglicherweise unspektakulär und konfus wirkende Inhaltsangabe.
Tatsächlich setzen die beiden Autoren die in FINALE – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE begonnene Story konsequent fort und der Leser erfährt immer mehr über die Tribulation Force und ihre wachsende Zahl an Mitgliedern sowie über die Figur des Nicolai Carpathia, der seine Macht zusehends mehrt.
Dabei führen sie auch ihre Übertragung der biblischen Prophezeiungen auf die Gegenwart (bzw. nahe Zukunft) fort, wobei sie sich durchaus immer (im Rahmen dessen, was bei einer derartigen Story möglich ist) erfolgreich bemühen, ihre Geschichte realistisch und Glaubwürdig zu erzählen.
Obwohl die Story keinerlei wirklich spektakulären Ereignisse enthält, sind dennoch alle beschriebenen Geschehnisse des etwa 415 Seiten starken Romans für den Fortgang der Geschichte wichtig und nicht nur detailliert, sondern auch spannend geschrieben.
TIM JENKINS und JERRY B. JENKINS bauen die Charaktere ihrer Geschichte konsequent weiter aus und machen es dem Leser recht leicht, sich mit den Mitgliedern der Tribulation Force zu identifizieren, auch wenn man der Religion im Allgemeinen eher skeptisch oder ablehnend gegenübersteht.
Da auch diesem Band weitere Bände folgen, wird das Ende niemanden wirklich befriedigen (streng genommen, hört der Roman eigentlich mitten in der Story auf), allerdings schaffen es die Autoren, Leser auch zum Kauf des fortsetzenden dritten Bandes zu bewegen.
ALLGEMEINES
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Die religiöse Thematik des Romans DIE HEIMSUCHUNG – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE verwundert nur wenig, wenn man berücksichtigt, dass TIM LAHAYE ehemals Pfarrer und JERRY B. JENKINS Mitarbeiter eines Fernsehpredigers war.
Diesen Roman schrieben die beiden Autoren im Jahre 1996 unter dem Titel TRIBULATION FORCE, das Copyright der deutschen Ausgabe datiert aus dem Jahr 1997.
Als Taschenbuch erschien der Roman mit der ISBN 3-442-35538-9 im Blanvalet Verlag und kostet zur Zeit 9,00 €.
SCHLUSSWORTE
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Ich habe DIE HEIMSUCHUNG – DIE LETZTEN TAGE DER ERDE mit Begeisterung innerhalb eines Tages gelesen und so kann ich den Roman hier uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-06 05:15:45 mit dem Titel DIE LETZTEN TAGE DER ERDE - Teil 3
Nach den Romanen FINALE und DIE HEIMSUCHUNG aus der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS kaufte ich mir, nachdem ich von diesen Roman begeistert war, selbstverständlich auch den dritten Teil der Reihe, der den Titel DAS NICOLAI-KOMPLOTT trägt.
INHALT
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Nachdem ein großer Teil der Menschen auf unerklärliche Weise verschwunden ist wird der rumänische Politiker Nicolai Carpathia zum Generalsekretär der Vereinten Nationen. Diese benennt er in Weltgemeinschaft um und aufgrund einiger weiterer Änderungen wir er faktisch zum Herrscher der Welt.
Ebenfalls vereint er alle Religionen zu einem neuen Enigma-Babylon Einheitsglauben, dem sich nur die orthodoxen Juden und eine kleine Gemeinde von Christen, die Tribulation Force nicht angeschlossen hat.
Die Mitglieder der Tribulation Force, deren geistiges Oberhaupt der ehemalige Rabbi Tsion Ben Juda ist und die davon überzeugt sind, dass das Massenverschwinden die Entrückung der Gemeinde Christi war, dass Nicolai Carpathia der Antichrist ist und daß nun eine siebenjährige Trübsalszeit bevorsteht.
Nicolai Carpathia hat durchgesetzt, dass alle Länder 90% ihrer Waffen an die Weltgemeinschaft übergeben, doch plötzlich greifen einige Truppen die Weltgemeinschaft an und der dritte Weltkrieg bricht aus.
Dies sollte zur Vorgeschichte aus den beiden vorhergehenden Romanen an dieser Stelle ausreichen.
Während der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist, von dem nur Israel nicht betroffen zu sein scheint, erlebt Rayford Steele, der nicht nur Pilot von Nicolai Carpathia, sondern auch Mitglied der Tribulation Force ist, mit, wie der Weltregent Nicolai Carpathia, der in der Öffentlichkeit als bescheidener Pazifist auftritt, die Vernichtung Chicagos befiehlt.
Als es den Truppen der Weltgemeinschaft gelingt, die Angreifer zu besiegen, bleibt jedoch nur wenig Zeit zum Wiederaufbau der Zerstörten Gebiete, der sich aufgrund des nach dem Massenverschwinden erneuten Reduzierung der Weltbevölkerung, schwierig gestaltet, denn es scheint sich das nächste biblische Siegel zu öffnen, denn plötzlich „regnet“ es glühende Meteoriten vom Himmel und ein weltweites Erdbeben erschüttert die Erde, bei dem auch das Hauptquartier der Weltgemeinschaft in Neu-Babylon einstürzt.
Das meine Darstellung des Inhalts sehr knapp geraten ist, liegt nicht daran, dass das Buch zu wenig Inhalt hat, sondern vielmehr daran, dass die Handlung sehr vielschichtig it und sich auf mehrere Handlungsstränge verteilt, so dass es mir am zweckmäßigsten erschien, hier lediglich die Rahmenhandlung, bzw. die Hintergründe darzustellen, vor denen die Akteure des Romans agieren, zumal diese auch den roten Faden darstellen, der sich durch alle Bände der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE zieht.
ANMERKUNGEN
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TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS erzählen auch hier ihre in FINALE begonnene und in DIE HEIMSUCHUNG weitergeführte Geschichte um das Erscheinen von Antichrist und Messias weiter, wobei sie nicht nur die Geschichte um die Erfüllung biblischer Prophezeiungen weiterführen, sondern auch die Entwicklung der Hauptcharaktere darstellen.
Zwar leitet eine Zusammenfassung der Geschehnisse der ersten beiden Bände den Roman ein, aber dennoch erscheint es mir schwierig, der Handlung in DAS NICOLAI-KOMPLOTT von Beginn an zu folgen, ohne auch die beiden vorherigen Romane gelesen zu haben. Da TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS ihren Roman aber sehr präzise und detailliert ist es zumindest nicht gänzlich ausgeschlossen.
All jenen, die auch die ersten beiden Bände der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE gelesen haben, bereiten auch die häufig wechselnden Schauplätze und Akteure (schließlich agieren die Mitglieder der Tribulation Force an unterschiedlichsten Orten) keinerlei Schwierigkeiten, da es die Autoren verstanden haben, derart spannend zu schreiben, dass man automatisch sehr konzentriert und aufmerksam liest (jedenfalls ging es mir so).
Im Rahmen dessen, was bei einer derartigen Story möglich ist, bleibt der Roman auch immer im Rahmen des Nachvollziehbaren und Glaubwürdigen und gleitet zu keinem Zeitpunkt in Kitsch oder übertriebene SiFi ab.
Als ein wenig ärgerlich empfand ich aber auch hier wiedereinmal das Ende des Romans, da dieses mehr oder weniger offen ist und schon fast zum Kauf des vierten Bandes (DIE ERNTE) nötigt.
Ein wenig irritieren könnte auch der Umstand, dass TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS in der gesamten Reihe den christlichen Glauben als einzig richtigen darstellen, was aber zumindest teilweise an deren vorherigen Berufen (Pfarrer und Mitarbeiter eines Fernsehpredigers) liegen dürfte. Mich als unreligiösem Mensch störte dies übrigens zu keinem Zeitpunkt.
ALLGEMEINES
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TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS schrieben den Roman DAS NICOLAI-KOMPLOTT im Jahre 1997 unter dem Titel NICOLAE, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahr 1998.
Zur Zeit ist der Roman als Taschenbuchausgabe (ISBN 3-442-35539-7) aus dem Verlag Blanvalet erhältlich.
Der Preis für das knapp über 400 Seiten starke Taschenbuch beträgt zur Zeit 9,00 €.
SCHLUSSWORTE
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Ich habe DAS NICOLAI-KOMPLOTT von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS begeistert innerhalb von zwei Abenden gelesen und die Käufe der folgenden Bände (bis Band 9 (band 10 erscheint im März diesen Jahres) folgten nur kurze Zeit später.
So kann ich diesen Roman hier uneingeschränkt empfehlen (gleichzeitig empfehle ich allerdings auch, zunächst die vorhergehenden Romane zu lesen) und urteile mit SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-10 05:18:48 mit dem Titel naja
Auch wenn ich von dem letzten Buch (DIE LENNOX FALLE), das ich von dem amerikanischen Autoren ROBERT LUDLUM gelesen hatte nicht unbedingt begeistert war (ganz schlecht war es allerdings auch nicht), gab ich diesem Autoren eine neue Chance und kaufte mir den Roman DER HADES-FAKTOR.
INHALT
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In den USA sterben drei Menschen an verschiedenen Orten innerhalb kürzester Zeit an einer bis dato unbekannten Viruserkrankung, bei der die Viren die Lunge aufzulösen scheinen.
Die Biologin Dr. Sophie Russel, die nun beginnt den Virus zu erforschen, erinnert sich daran, ähnliche Krankheitssymptome bei einer Forschungsreise nach Peru gesehen zu haben und so setzt sie sich mit Tremont, einem Wissenschaftler, der ebenfalls zu dieser Zeit in Peru war und nun ein Pharmaunternehmen leitet, in Verbindung, ohne dabei jedoch neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Dr. Russel wendet sich im Rahmen ihrer Arbeit auch an zahlreiche andere Institute in der ganzen Welt wendet, doch plötzlich stirbt auch sie an dieser Viruserkrankung.
Colonel Jon Smith, Arzt der amerikanischen Armee und Lebensgefährte von Dr. Russel, glaubt nicht an eine zufällige Infektion der Biologin und beginnt nun selbst, Nachforschungen anzustellen.
Dabei stellt Jon Smith nicht nur fest, dass alle bisherigen Forschungsergebnisse seiner Lebensgefährtin verschwunden sind, sondern überlebt auch nur knapp einige Mordanschläge auf ihn.
Als Jon Smith erfährt, dass auch einige Teilnehmer des Golfkriegs mit diesem Virus infiziert waren und dass die Hälfte dieser Infizierten überlebten, reist er in den Irak..
Es verdichten sich die Hinweise, dass dieser Virus mehr oder weniger künstlich geschaffen wurde und von Tremont künstlich geschaffen und „ausprobiert“ wurde, als plötzlich die Viruserkrankung in der ganzen Welt ausbricht und sich über 500000 Menschen infiziert haben.
Als Tremont dem Präsidenten der USA ein noch nicht freigegebenes Heilmittel anbietet bleibt Jon Smith nur noch wenig Zeit, die Hintergründe um Herkunft und Verbreitung des Virus offenzulegen.
Wie üblich beabsichtige ich mit meiner kurzen Darstellung des Inhalt lediglich, interessierten Lesern einen groben Überblick über die Storyline des Romans zu bieten, ohne dabei durch Nennung zu vieler Details die Spannung beim Lesen zu nehmen.
ANMERKUNGEN
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Der Grundgedanke der Story dieses Romans scheint mir durchaus reizvoll, allerdings halte ich die Umsetzung nicht für optimal. Für mein Empfinden leidet die Glaubwürdigkeit der Handlung an mehreren Stellen und wirkt gelegentlich arg konstruiert. Bereits der Bekannten-/Freundeskreis des Hauptakteurs, der sich aus einem ehemaligen FBI-Agenten, einem Computergenie, einem SAS-Offizier und einer CIA-Agentin zusammensetzt, scheint mir bereits unglaubwürdig und auch der Gedanke, dass ein Unternehmer Millionen von Menschen (direkt) opfert um sich persönlich zu bereichern, scheint mir etwas weit hergeholt. Diese Reihe kleinerer und größerer Ungereimtheiten ließe sich auch noch weiter fortsetzen.
Auch ist mir nicht ganz klar geworden, warum ROBERT LUDLUM einen nicht unerheblichen Teil der Geschichte im Irak spielen lässt. Für die Story an sich ist der Schauplatz Irak völlig unerheblich und die klischeehafte Darstellung schon fast ärgerlich. Scheinbar greift ROBERT LUDLUM in seinen Romanen gerne auf allgemeine Feindbilder (Irak), oder zumindest Länder zurück, die vielen Amerikanern noch immer etwas suspekt sind (zum Beispiel Deutschland in DIE LENNOX-FALLE).
Trotz dieser Kritik konnte ich dem Roman DER HADES-FAKTOR durchaus auch einige positive Aspekte abgewinnen. So gleicht der von Beginn an recht spannende und flüssige, also angenehm zu lesende Stil des Autors einige Schwächen aus und auch schafft es ROBERT LUDLUM, dass der Roman trotz seiner sehr detaillierten Darstellungen (allerdings verzichtet er auf wissenschaftliche Details) auf keiner seiner immerhin rund 480 Seiten zu langweilen.
SONSTIGES
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Der im Jahre 1927 in New York geborene Autor ROBERT LUDLUM schrieb seinen Roman DER HADES-FAKTOR im Jahre 2000 mit Unterstützung einer Co-Autorin namens GAYLE LYNDS, die auch bereits einen eigenen Roman veröffentlicht hat.
Das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahre 2001, zur Zeit ist der Roman als Taschenbuchausgabe in der zweiten Auflage aus dem Heyne Verlag (ISBN 3-453-17816-5) für 8,95 € erhältlich.
SCHLUSSWORTE
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Insgesamt fällt es mir hier nicht ganz leicht, ein Urteil über den Roman DER HADES-FAKTOR von ROBERT LUDLUM zu fällen, da ich mich beim Lesen zwar durchaus recht gut unterhalten fühlte, mir die Story aber etwas zu unglaubwürdig und der Roman häufig etwas klischeehaft scheint.
So kann ich hier gerade noch eine Empfehlung aussprechen, urteile aber nur mit MITTEL.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-30 20:02:03 mit dem Titel DIE LETZTEN TAGE DER ERDE - Teil 6
Die Bücherreihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS habe ich bisher bis einschließlich Band 5 behandelt und so ist es nun an der Zeit, auch Band 6, der den Titel DIE VERSCHWÖRUNG trägt zu behandeln.
INHALT
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Nachdem ein großer Teil der Weltbevölkerung plötzlich verschwunden ist, stieg der eher unbedeutende rumänische Präsident Nicolai Carpathia in unglaublich kurzer Zeit zum Generalsekretär der Vereinten Nationen auf, die er schnell in Weltgemeinschaft umbenannt hat und die zur Regierung der gesamten geeinten Erde geworden ist. Auch hat Nicolai Carpathia alle Religionen der Erde zum Enigma Babylon Einheitsglauben zusammengeführt, dessen Oberhaupt sein Stellvertreter Leon Fortunato ist.
Einzig einige orthodoxe Juden sowie eine stetig wachsende Christengemeinde um Tsion Ben-Judah schließt sich der neuen Einheitsreligion nicht an, sieht in Nicolai Carpathia gar den Antichristen, den es zu bekämpfen gilt.
Durch ein weltweites Erdbeben, dämonische Heuschreckenschwärme, einen dritten Weltkrieg und einige Ereignisse mehr, wird die Weltbevölkerung immer weiter dezimiert.
Während Nicolai Carpathia vom Hauptquartier der Weltgemeinschaft in Neu-Babylon aus nicht nur die Erde regiert, sondern auch Jagd auf Tsion Ben-Judah macht, stehen an der Klagemauer in Jerusalem mit Moishe und Eli zwei Prediger, denen bisher kein Anhänger der Weltgemeinschaft etwas antun konnte und der innere Kern der Gemeinde, die Tribulation Force ist weiter bemüht, Nicolai Carpathia zu entkommen und gleichzeitig weitere Anhänger zu gewinnen.
Das Oberhaupt des Enigma Babylon Einheitsglaubens, Leon Fortunato, kommt ums Leben und wird kurze Zeit später von Nicolai Carpathia wiederbelebt. Leon Fortunato verkündet bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Umstände seiner Wiederbelebung und so erreicht Nicolai Carpathia fast das Ansehen eines Gottes.
Auch die beiden Prediger, Moishe und Eli, die bisher unsterblich schienen werden von Nicolai Carpathia nun problemlos getötet.
Die Mitglieder der Tribulation Force, denen es gelungen ist, Mitglieder im Führungsbereich der Weltgemeinschaft zu gewinnen, werde unterdessen immer mehr in den Untergrund gedrängt, als plötzlich das Unfaßbare geschieht – Nicolai Carpathia fällt einem Anschlag zum Opfer.
Meine Kurzdarstellung beinhaltet auch eine Zusammenfassung der sich aus den Bänden 1 bis 5, da es sonst schlicht unmöglich ist, einer Inhaltsdarstellung zu folgen.
ANMERKUNGEN
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Wie man bereits aus meiner kurzen Darstellung des Inhalts ersehen kann, fiel mir diese sehr schwer. Dies liegt allerdings nicht daran, dass DIE VERSCHÖRUNG keine nennenswerten Handlungsstränge aufweisen kann, sondern viel mehr daran, dass die Handlung zwar sehr vielschichtig ist, aber nur wenige Ereignisse enthält, die ohne genaue Kenntnisse der vorherigen Bände verständlich sind.
So setzten TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS mit DIE VERSCHWÖRUNG konsequent die Storyline der ersten 5 Bände fort, wobei hier allerdings die Schwerpunkte auf die Schilderung der Lebens- und Arbeitsumstände der Tribulation Force und den stetigen Machtgewinn von Nicolai Carpathia gelegt worden, wobei hier alle Umstände, Ereignisse und Personen sehr detailliert beschrieben werden.
Wie auch in den anderen Bänden, so lehnen auch hier die beiden Autoren ihre Handlung an biblischen Prophezeiungen an, ohne dabei jedoch pseudoreligiös oder zu abgehoben zu wirken. Dennoch merkt man den beiden Autoren ihren religiösen Hintergrund (der eine war Mitarbeiter eines TV-Predigers, der andre Pfarrer)
Auch wirkt die Story im Rahmen dessen, was bei einem derartigen Szenario möglich ist, immer weitestgehend glaubwürdig.
Über den gesamten Umfang des Buches von fast 400 Seiten fühlte ich mich von DIE VERSCHWÖRUNG sehr gut unterhalten, mußte aber auch erkennen, das sehr aufmerksames lesen notwendig ist und dass der Roman ohne Kenntnis der Vorgeschichte vermutlich langweilen wird (zumal er dann auch weitestgehend unverständlich ist).
In Kenntnis der folgenden Bände konnte ich aber auch feststellen, dass dieser Band für den weiteren Verlauf der Reihe sehr wichtig ist.
ALLGEMEINES
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TIM LA HAYE und JERRY B. JENKINS schrieben den Roman DIE VERSCHWÖRUNG als Band 6 der Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE im Jahre 1999 unter dem Originaltitel ASSASSINS, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahr 2000.
Als Taschenbuch ist DIE VERSCHWÖRUNG im Projektion Verlag erschienen (ISBN 3-89490-329-5) und kostet zur Zeit 15,95 €.
Die Titel der ersten 5 Bände der Reihe lauten:
- FINALE
- DIE HEIMSUCHUNG
- DAS NICOLAI-KOMPLOTT
- DIE ERNTE
- APOLLYON.
SCHLUSSWORTE
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Auch wenn ich den Eindruck habe, als würde die Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE ein wenig nachlassen, so hat mir DIE VERSCHWÖRUNG von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS dennoch sehr gut gefallen. Mein Urteil lautet auch hier (noch) SEHR GUT und ist selbstverständlich mit einer Empfehlung verbunden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-11 12:16:09 mit dem Titel DIE LETZTEN TAGE DER ERDE - Teil 7
Nach bisher sechs Beiträgen über die Romanserie DIE LETZTEN TAGE DER ERDE von TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS widme ich mich heute dem 7. Teil dieser Reihe, der den Titel DIE RÜCKKEHR trägt.
INHALT
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Nach dem von einer Sekunde zur anderen überall auf der Welt Menschen spurlos verschwunden sind, wird der charismatische rumänische Präsident Nicolai Carpathia zum Generalsekretär der Vereinten Nationen, benennt diese in Weltgemeinschaft um und verlegt den Hauptsitz nach Neu Babylon. Schnell schafft er es, dass sich die Länder in ihrer bekannten Form auflösen und sich in sieben Königreiche umgliedern, wobei die Weltgemeinschaft, also letztlich Nicolai Carpathia, zum Herrscher der Erde wird.
Auch fasst er alle Religionen der Welt zum Enigma-Babylon-Einheitsglauben zusammen und setzt seinen Adjutanten Leon Fortunato, der Nicolai Carpathia als Gott verehrt, als religiösem Führer ein.
Nur eine kleine, aber stetig wachsende Gemeinde von Christen, deren innerer Zirkel sich als Tribulation Force bezeichnet und deren Mitglieder sich durch ein nur für andere Mitglieder sichtbares Zeichen auf der Stirn erkennen, schließt sich dem Einheitsglauben nicht an und sieht in Nicolai Carpathia gar den Antichristen.
Tatsächlich scheinen sich auch zahlreiche biblische Prophezeiungen zu erfüllen und die Erde wird von einem Erdbeben erschüttert, von dämonischen Heuschrecken befallen, ...
Bei einer Großveranstaltung wird plötzlich ein Anschlag auf Nicolai Carpathia verübt und der Regent stirbt.
Während der Leichnam Nicolai Carpathias aufgebahrt wird, übernimmt Leon Fortunato kommissarisch die Führung der Weltgemeinschaft. In Gedenken an Nicolai Carpathia lässt Leon Fortunato eine riesige Statue aufstellen und bereitet eine Art Trauergottesdienst vor.
Während der Durchführung des Trauergottesdienstes vor zig tausend Anhängern beginnt sich dann plötzlich der Leichnam zu bewegen und schließlich steht Nicolai Carpathia von den Toten auf.
Aufgrund der Vielschichtigkeit der Handlung des Romans und den Geschehnissen der ersten 6 Bände der Reihe ist es nahezu unmöglich, den Inhalt von DIE RÜCKKEHR präzise und umfassend darzustellen und so habe ich mich hier bemüht, die Thematik in groben Zügen zu beschreiben, ohne dabei durch zu viele Details in den Bereich des Unverständlichen abzugleiten. So war es auch erforderlich, die Rahmenbedingungen aus den ersten 6 Bänden mit in die Kurzdarstellung des Inhalts aufzunehmen.
ANMERKUNGEN
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Wie erwartet setzen TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS ihre Reihe um die Rückkehr des Antichristen auch mit DIE RÜCKKEHR konsequent fort, wobei sie die Story in zwei Handlungskomplexen (jeweils die Aktivitäten der Tribulation Force und der Weltgemeinschaft), die immer wieder ineinander übergreifen, darstellen.
Obwohl der Tod der Hauptfigur eigentlich der Kern der Story ist, so kommt in DIE RÜCKKEHR der Tribulation Force und der Entwicklung ihrer Mitglieder ein sehr großer Anteil der Story zu, was letztlich auch dazu führt, dass DIE RÜCKKEHR ohne Kenntnisse der vorhergehenden Bänder der Reihe schlicht unverständlich ist. Hier ist auch die zu Beginn des Buches abgedruckte Kurzvorstellung der wichtigsten Personen und der Rückblick auf die vorhergehenden Bände keine wirkliche Hilfe.
Wer dagegen auch die ersten sechs Bände der Reihe gelesen hat, dürfte die Handlung aber als jederzeit nachvollziehbar und (im Rahmen des bei diesem Szenario möglichen) glaubwürdig empfinden und da die Figur des Nicolai Carpathia nach den in den Romanen angeführten Prophezeiungen erst mit seiner Auferstehung tatsächlich zu Antichristen wird, ist dieser Band auch für die gesamte Reihe von großer Wichtigkeit.
Viel vom Reiz der Geschichte macht der Umstand aus, dass viele Handlungsteile durch Bibelstellen belegt zu sein scheinen und selbst auf mich, der ich nahezu keine Beziehung zu irgendeiner Religion/Kirche habe, übt der Bezug der Story auf biblische Prophezeiungen einen ungeheuren Reiz aus.
Der Stil der beiden Autoren ist sehr angenehm zu lesen und obwohl die Autoren sehr detailliert beschreiben, verlieren sie sich dabei nie in Belanglosigkeiten. Insbesondere auf agierende Personen gehen die beiden Autoren dabei sehr präzise ein.
Über den gesamten Umfang von knapp unter 300 Seiten fühlte ich mich von DIE RÜCKKEHR gut, spannend und intelligent unterhalten.
SONSTIGES
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Nach FINALE, DIE HEIMSUCHUNG, DAS NICOLAI-KOMPLOTT, DIE ERNTE, APOLLYON und DIE VERSCHWÖRUNG setzten die beiden Autoren TIM LAHAYE und JERRY B. JENKINS mit DIE RÜCKKEHR als 7. Band ihrer Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE fort.
Die beiden Autoren, die auch in ihren vorherigen Berufen im Bereich der Religion tätig waren, schrieben DIE RÜCKKEHR im Jahre 2000 unter dem Originaltitel THE INDWELLING, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahr 2001.
Als Taschenbuch ist DIE RÜCKKEHR im Verlag Projektion J erschienen (ISBN 3-89480-354-6) und kostet zur Zeit 15,95 €.
FAZIT
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Vom ersten Band an hat mich die Reihe DIE LETZTEN TAGE DER ERDE fasziniert und auch mit dem 7. Band der Reihe hält meine Faszination weiter an.
Ich kann also auch DIE RÜCKKEHR von TIM LAHAYE und JERRY B. JEN weiterlesen schließen -
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LENZ, Anita *** Wer liebt, hat Recht ***Hier kann Frau sich wiedererkennen!
05.05.2003, 13:04 Uhr von
Prisca
Ich schreibe z.Z. unter anderen Sean Astin Film (-und Co) Berichte, um euch diesen tollen Schausp...Pro:
wie aus dem realen Leben
Kontra:
ein bißchen kurz?!
Empfehlung:
Ja
Neulich war es mal wieder soweit – von meinem Bertelmann Club flatterte mir eine Kaufaufforderung ins Haus. Wenn sie nicht bis zum … gekauft haben, schicken wir ihnen unseren Vorschlagsband zu. Hilfe! Nein, den kann ich doch überhaupt nicht gebrauchen. Na ja, um ehrlich zu sein – seit ich Ebay entdeckt habe und meine Bücher meist billig ersteigere, brauche ich eigentlich überhaupt keine Bücher mehr aus dem Bertelmann Club. Vielleicht sollte ich endlich mal meine Kündigung schreiben.
Aber ich schweife ab. Jedenfalls habe ich schnell die Clubseite aufgerufen und ein wenig gestöbert. Es muss doch irgendein günstiges Buch geben, das mich vielleicht interessieren könnte und das mich vor dem Hauptvorschlagsband retten würde.
Stöber – Such. Was ist das???
WER LIEBT, HAT RECHT
von Anita Lenz. Da habe ich doch schon mal was vor gehört. War bestimmt bei Ciao, oder Dooyoo oder so. Jedenfalls meine ich mich zu erinnern, das mir der Bericht über dieses Buch zugesagt hatte. Und mit knapp 8,-- Euro zählt das Buch ja auch nicht zu den Luxusausgaben des Clubs. Also, das bestellen wir uns.
Einige Tage später liegt das Buch vor mir – ich bin enttäuscht. Das ist ja nur ein dünnes Taschenbuch, gerade mal 185 Seiten hat es. Und die Aufmachung – na ja, ansprechend finde ich die auch nicht gerade. Eine weibliche Hand ist auf dem Titelbild zu sehen, die eine Gardine ein wenig zur Seite hält. Muss ich das jetzt lesen?
Nein, natürlich nicht. Das Buch landet also erst mal in meinem Bücherregal und wird vergessen. Aber letzte Woche – ich bin gerade auf Buchsuche. Was lesen wir denn jetzt mal – es soll mal etwas ganz anderes sein - kein Thriller – kein Historienroman. Wie wäre es mit einem Liebesroman? Ja, das ist eine gute Idee.
Keine Angst, ich komme jetzt endlich zum Thema (wurde ja auch Zeit – sollst du denn immer so abschweifende Einleitung schreiben? Schäm … aber nun ist es eben passiert). Um es kurz zu machen, ich griff also nach dem Buch
WER LIEBT HAT RECHT
Und begann zu schmökern. Um euch das Buch jetzt etwas näher vorzustellen, werde ich, wie meist in meinen Buchberichten, mit dem Inhalt des Buches beginnen.
Maja Irgendwer (ich weiß den Nachnamen wirklich nicht mehr, bin mir aber auch gar nicht sicher, ob er im Buch überhaupt erwähnt wurde – bleiben wir also bei den Vornamen) ist bereits 28 Jahre verheiratet, mit einem Literaturprofessor – Helmut, auch Hemu genannt. Sie haben einen fast erwachsenen Sohn – der mit seiner ebenfalls fast erwachsenen Freundin etwas ungewollt Vater wird – Maja und Hemu sind also auf dem besten Wege, Großeltern zu werden.
Führen die beiden eine glückliche Ehe? Schwer zu entscheiden – Maja lebt in ihrem geliebten Berlin, Hemu in Tübingen, sie sehen sich also nur am Wochenende. Zuneigung, Zärtlichkeiten gibt es dann genug – echten Sex weniger. Maja braucht das nicht, ihr genügt die Gewissheit, mit ihrem Hemu glücklich verheiratet zu sein.
Anders Hemu. Er fühlt sich schon lange vernachlässigt, leidet unter dem „Sexentzug“ – und es kommt, wie es kommen muss – er sucht sich eine Geliebte. Ob er schon häufiger eine hatte, heimlich und unerkannt, bleibt im Roman offen. Fest steht jedenfalls – eines Tages gehen Maja die Augen auf:
Da muss es eine andere geben. An dieser Stelle setzt der Roman ein. Alles andere, was ich euch bisher geschildert habe, die Vorgeschichte also, erfahren wir im Laufe des Romans durch Majas Gedanken und Erinnerungen. Denn es ist nicht einfach so, wie Maja sich das vorstellt – irgendwo im fernen Tübingen sitzt eine Rivalin. Ja, sie sitzt schon da – aber sie wartet nicht allein auf Hemu – sie hat ein Kind von ihm bekommen. Erst wenige Monate alt ist dieses Zeugnis seines Fehltritts.
Hemu – ehrlich wie er nun mal ist – meint, das einfach aus der Welt schaffen zu können ( Männer – pah!) . Er beichtet Maja von seinem „Unglück“ – natürlich wird er sich sofort von Mutter und Kind trennen, aber natürlich wird er die Vaterschaft anerkennen und wenigstens „Zahlvater“ werden – sonst wäre er ja ein Schwein.
Maja ist hin- und hergerissen von ihren Gefühlen. Wut auf die fremde Frau, noch mehr Zorn auf das unschuldige Kind und ihre Gefühle gegenüber Hemu?! Sie schwankt zwischen Liebe und Hass, zwischen Hoffnung und Eifersucht. Sie möchte ihm glauben, vertrauen, aber es gelingt ihr nicht. Die Situation spitzt sich zu, als sie beginnt, in Hemus Sachen zu stöbern, Briefe der Frau entdeckt, Bilder von dem Kind.
Es ist ja alles nicht so, wie Hemu vorgibt. Er will sich ja gar nicht wirklich von der Geliebten trennen – doch, er ist schon bereit, sie als Geliebte aufzugeben – aber sie ist und bleibt die Mutter seines Kindes, seiner Sohnes, Michael heißt er und gewinnt für Maja immer mehr an Gestalt. Er sieht Hemu ähnlich – und Hemu ist so stolz auf ihn, auch wenn er anderes behauptet. Nur „Zahlvater“?! Nichts da – Hemu will da sein für dieses Kind – will ihn auf seinem Lebensweg begleiten – und damit wird er auch die Mutter begleiten……
Das soll´s mit dem Inhalt gewesen sein, wie gesagt, das Buch hat nur 184 Seiten, wenn ich jetzt weiterschreibe, habe ich euch bald das ganze Buch verraten. Obwohl das Buch inhaltsmäßig gar nicht mehr bietet – aufgeschrieben findet der Leser hier Gedanken und Gefühle von Maja. Nicht mehr und nicht weniger.
Langweilig, werden jetzt manche von euch stöhnen. Habe ich zuerst auch gedacht, zumal der Stil, in dem dieses Buch geschrieben ist, ein sehr seltsamer ist. Es scheint eine Mischung zu sein aus Tagebuch und Briefen – in der Ich-Form geschrieben (natürlich aus der Sicht von Maja). Die Sprache ist spontan und offen, so, wie einem Gedanken kommen – nicht wie ein durchdachter geschriebener text. Gleiches gilt für den Inhalt, Gedankensprünge sind vorhanden – was aber den Lesefluss nicht weiter stört, weil es in dieses Buch passt. Nicht eine einzige wörtliche Rede wird man in diesem Buch finden. Man muss sich wirklich erst mal einlesen – aber das ist einem entweder nach spätestens zwei, drei Seiten gelungen und dann will nur noch mehr von Majas Gefühlen erfahren – oder man legt das Buch als „ unlesbar“ wieder ins Regal zurück.
Wie ihr an diesem Bericht erkennen könnt, ich habe mich eingelesen und fand es dann so toll, das ich es nicht mehr aus der Hand gelegt habe, bis ich es zwei Stunden später durchgelesen hatte. In vielen Gedanken und Gefühlen dürfte „Frau“ sich wieder erkennen, in vielen Handlungen von Hemu dürfte „Frau“ ihren Mann, Freund wieder erkennen. An diesem Satz dürftet ihr, liebe Leser, nun auch erkennen, für wen dieses Buch meiner Ansicht nach geschrieben wurde.
Es ist ein Buch von einer Frau für alle anderen Frauen auf der Welt – Männer werden mit diesem Buch nichts anfangen können.
Um euch den Schreibstil dieses Buches etwas näher zu bringen, möchte ich euch wieder mal eine kurze Leseprobe aus dem Buch hinterlassen.
Maja hat gerade in den Briefen von Hemu gestöbert, Bilder von dem Kind entdeckt.
„Ich dumme, dumme Kuh, warum habe ich bloß in diesen verfluchten Briefen herumgewühlt, warum habe ich mir obendrein den Anblick der beigelegten Kinderfotos angetan. Ganz schnell, aber immerhin lang genug….. Das habe ich befürchtet. Das Kind sieht ihm ähnlich, ohne Zweifel, mein Mann hat sich verewigt. Das habe ich immer befürchtet und jetzt sehe ich es. In 13x18, bunt mit gezacktem Rand. Die gleiche Stirn, die gleich Kopfform, nur die Augen sind schwarz, die Lippen schmaler. Was soll ich jetzt nur machen? ….. Wie soll ich noch mit einem Mann schlafen, von dem ich genau weiß, dass er in Tübingen ein Doppelleben führen wird. Der seinem Kind nicht wie x-mal versprochen ferner Onkel sein will, sondern ein von der Mutter geschiedener Vater … der dabei ein ganz besonderes Gefühlsleben entwickeln wird, das ich nicht teilen kann….. Der seine Heimlichkeiten fortsetzen will, fortsetzen muss, weil er das Kind ja schon liebt. Wie lange wird es brauchen, bis Helmut mir vorwerfen wird, eine verabscheuungswürdige Egoistin zu sein? Die einem unschuldigen Kind den Vater stehlen und ihn zum Schwein machen will?“
Ich denke, das sollte ausreichen, um einen kleinen Eindruck des Schreibstils in diesem Buch zu vermitteln – jetzt müsst ihr entscheiden, ob es euch vielleicht interessiert.
Mein Fazit lautet jedenfalls:
Ein nettes kleines Büchlein für die Frau von heute, leicht und schnell zu lesen, Unterhaltung für einen verregneten Sonntagnachmittag. Ich glaube, das „Frau“ sich in ihren Gedanken und Gefühlen in diesem Buch wieder erkennen wird, weil sie selbst ähnliches erlebt hat, weil sie eine Freundin kennt, die ähnliches erlebt hat… es ist eben ein Buch voll aus dem Leben.
@ Prisca - ich schreibe auch bei Ciao und Dooyoo weiterlesen schließen -
Venezianisches Finale
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die letzten zwei Abende hab ich gemütlich mit (allein ) mit Wein und Buch auf meinem Sofa verbracht. Diesmal hatte es mir der erste Teil einer Krimireihe angetan von der ich in der letzten Zeit sehr viel positives gehört hatte.
Der erste Teil von der Autorin Donna Leon
VENEZIANISCHES FINALE / Commissario Brunettis erster Fall
erschien 1992 und wurde 1993 zum ersten mal ins deutsche übersetzt. Donna Leon wurde 1942 in New Jersey geboren und lebt seit 1981 in Venedig. Soweit mir bekannt sind mittlerweile 10 Fälle des Commissario Brunetti erschienen ( wenn ich da falsch informiert bin , gebt mir bitte Bescheid)
ISBN:3-257-22780-9
344 Seiten
9,90€
DIE STORY
Zunächst mal möchte ich anmerken das es sich hier um einen Krimi handelt, der ein bisschen in die Agatha Christie Richtung geht und ich deswegen die Story nur in ganz groben Zügen beschrieben möchte und kann, weil ich sonst wahrscheinlich einfach zuviel vorweg nehmen würde.
Die Geschichte beginnt bei einer Premierenaufführung von „la Traviata“ im venezianischem Opernhaus „La Fenice“. Nach der Pause zum letzten Akt wird der Stardirigent Helmut Wellauer tot in seiner Garderobe aufgefunden. Allem Anschein nach ist er mit Zyankali vergiftet worden.
An dieser Stelle lernen wir dann Protagonisten Guido Brunetti kennen. Liebevoller Ehemann und Vater, aber auch ein ehrgeiziger Commissario. Auf ihm lastet ein wahnsinniger Druck als er mit diesem Fall beauftragt wird. Die Ehre der Stadt und ein Wahnsinniger Verlust der Musikwelt muss aufgeklärt werden , und zwar schleunigst.
Zunächst beginnt er die üblichen Verdächtigen zu verhören, Leute aus dem näheren Umkreis, die junge hübsche Ehefrau, Kollegen und und und. Nach und nach muss er aber gezwungener Maßen tief in der Vergangenheit wühlen und in Wellauers Privatleben eintauchen und kommt so des Rätsels Lösung auf die Spur.
NIKOLINA UND KRIMIS
Ich muss sagen das ich generell nicht so ein Krimifetischist bin. Deswegen fand ich den Anfang auch ehr langweilig und schleppend. Ein Toter, vergiftet, eine 37 Jahre jüngere Frau mit Erwartungen auf ein Millionenerbe, weitere Verdächtige im näheren Bekanntenkreis, das ganze allerdings in Venedig einen vielleicht dann doch ein bisschen anderen Schauplatz. Alles in allen ehr zum gäääähnen....Spekulativ hätte ich bis Seite 100 bestimmt behauptetet das der Mörder der Gärtner sei, wenn sich nicht doch noch eine gewisse Spannung in der Story aufgebaut hätte.
NIKOLINA UND HERR BRUNETTI
Dies ist ja nun Teil 1 der Reihe und schon hier wird einem Herr Brunetti samt Frau und Schwiegereltern im Detail nahegebracht. Obwohl Herr Brunetti auch hier mit jedem typischen Serien Commissario mithalten kann finde ich das im großen und ganzen nicht weiter schlimm. Ich meine, Serienhelden MÜSSEN schließlich eine intakte Familie, mitteldurchschnittlich gutaussehend aber 100 % sympathisch sein, sonst wäre das ja auch dumm. Allerdings ist auch hier ist es mir wieder ein Stück zuviel typisch und oberflächlich.
NIKOLINA UND VENEDIG
Sehr beeindrucken ist die wahnsinnig detailgetreue Beschreibung Venedigs. Frau Leon hat schon eine irre Art und weise die Gegend, die Situationen und die Charaktere der einzelnen zu beschreiben. Vielleicht rührt das auch daher das ich schon mal in Venedig war aber auch für den der es noch nicht war hinterlassen ihre Beschreibungen sicherlich einen ordentlichen Eindruck.
ALLES IN ALLEM
Am Anfang war ich wirklich enttäuscht, da alles so klischeehaft und in jede X-beliebige Mittelklassige Krimireihe passte. Das hat sich ein wenig gelegt, und ich merkte das Frau Leon sich doch mehr Gedanken gemacht hat als angenommen. Zum Ende hin wird die Geschichte sogar richtig spannend. Allerdings behaupte ich mal ganz kühn dass das einzige was ihr wirklich perfekt gelungen ist, ist der Einblick in Commissarios Leben, ihn als Menschen und seine Umgebung Venedig. Alles andere ist scharf an der Grenze zum Durchschnitt.
STERNCHENVERTEILUNG
Ich weigere mich strickt das Buch als Perfekt hinzustellen aber möchte eigentlich auch nur ein Sternchen abziehen, weil es trotz aller kleinen Mängel spannend im späteren Verlauf, überaus schlüssig, und unterhaltsam ist. Eine Empfehlung spreche ich nur bedingt aus, und zwar nur für Krimiliebhaber oder Venedigfetischisten. Sicherlich werde ich nach den weiteren Werken von ihr schauen , vielleicht überzeugt mich eines von denen einfach mehr.
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Udo Lindenberg: *Zeitreise*: Der deutsche David Bowie? Starporträt in Bildern
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
David Bowie war bekanntlich ein Chamäleon der Musikszene - und ist es vielleicht heute noch. Ständig schlüpfte er in neue Rollen: eine seine Masken war Ziggy Stardust, und das ist die Stelle, an der er sich mit Udo Lindenberg trifft.
Eines der Fotos, die Udos Leib- und Magenfotograf Michael von Gimbut gemacht und in diesem Band abgedruckt hat, zeigt uns Udo als "Siggi Stardust", sozusagen als Außerirdischen, der uns den Spiegel vorhält. Das war wohl in den verspielten Siebzigern.
Noch in viele andere Rollen schlüpfte Showman Lindenberg, seit er sich anno 1973 für die Rockmusik entschied, die deutschsprachige zumal. Er ist Jonny Gigolo, Detektiv Coolman, Panik Panther, Votan Wahnwitz und sowieso der Käptn der 'Andrea Doria'. Schon die alten Lateiner wussten: Abwechslung ist die Essenz der Unterhaltung ("varietas delectat").
Und so zeigen uns die Fotos nicht nur das stets 'wohlbehütete' Chamäleon je nach Tourmotto ("Catch as catch can", "Sonderzug nach Pankow", "Belcanto-Tour"), sondern auch im Spiegel der Zeit.
Da sind die diversen Künstler zu sehen: Otto Waalkes, Marius Müller-Westernhagen, Harry Belafonte, Nina Hagen und andere.
Auffallend ist auch, dass sich Udo hier mit zahlreichen Vertretern der sozialdemokratischen Internationale - Gerhard Schröder, Olof Palme - bzw. der sozialistischen zeigt: Honnecker, Gorbatschow... Udo, der die Völker (und Genossen) verbindet.
Diese Reise durch die Zeit scheint auch die relevanten Ereignisse zu touchieren: Berlin vor und nach dem Mauerfall; 1987 das einzige Konzert in der DDR, im "Palazzo Prozzo", um die gleiche Zeit in Moskau (ach ja: Perestroika!) und schließlich der Wald der Kräne über der Friedrichsstraße und dem Potsdamer Platz.
Rosige Aussichten? Wie Udo im Vorwort sagt: Wir sind in der "Bunten Republik Deutschland" angelangt. Sollten wir zumindest, wenn da nicht die alte Rechte wäre, die ewig unverbesserliche. Der Kampf geht weiter, oder, wie es im Lied heißt: La lotta continua.
Folgende Liedtexte sind abgedruckt:
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Alles klar auf der Andrea Doria
Leider nur ein Vakuum
Radiosong
Das kann man ja auch mal so seh'n
Rudi Ratlos
Udo on the Rocks
Körper
Wo ich meinen Hut hinhäng'
Votan Wahnwitz
Elli Pyrelli
(Du spieltest) Cello
Baby, wenn ich down bin
Detektiv Coolman
Rock 'n' Roller
I love me selber
Wozu sind Kriege da?
Sonderzug nach Pankow
Bunte Republik Deutschland
Mister Nobody
Panik Panther
Phönix (von Heiner Müller, s.u.)
Romeo und Juliaaah
Wie'n alter Freund
Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr
Horizont
Wenn du mein Kind wärst
Jonny Gigolo
Seid willkommen in Berlin
No future?
Kleine Zockerin
Illusions (im Bildhintergrund: Marlene Dietrich)
Piratenfreundin
(Ko-Texter: Anete Humpe, Ulla Meinecke, Charlotte Groenewold, Bea Reszat; Friedrich Hollaender.
Folgende Prominente sind mit Udo zu sehen:
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Romy Haag (Transvestit)
Ulla Meinecke (Sängerin, Texterin)
Otto Waalkes (komödiantischer Performer und Liedermacher)
Marius Müller-Westernhagen (Rocksänger)
Peter Zadek (Regisseur für die Erste Rock-Theater-Revue "Dröhnland-Symphonie" 1978)
Leata Galloway (1979)
Fritz Rau, "Die Raue Eminenz" (Veranstalter, 1979)
Joan Baez (Ikone der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung, Liedermacherin)
Erich Honnecker, Johannes Rau (ca. 1987)
Alla Pugatschowa (russische Sängerin, 1987)
Gerhard Schröder (SPD, 1987)
Joseph Beuys (Künstler)
Olof Palme (Schwed. Ministerpräsident, ermordet)
Willy Brandt
Heiner Müller (Dichter aus der Ex-DDR)
Harry Belafonte (Ex-Sänger/Schauspieler und Bürgerrechtsaktivist)
Nina Hagen (Sängerin)
Die Prinzen (Ex-DDR-Gesangsgruppe, 1991)
Helge Schneider (Performer, Sänger, Schauspieler)
Burkard Driest (Autor, 1998)
Eddy Kante (1998)
Michael Gorbatschow (Letzter Chef der Sowjetunion)
Hermjo Klein
Tine Acke (2002)
Mein Eindruck
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Andere Künstler produzieren eine Best-of-CD, wenn sie wissen, dass sie von der Zeit überholt wurden und man nicht mehr auf sie hört. Soweit ich weiß, hat Udo keine solche LP, aber dafür dieses Fotoalbum produziert...
Immerhin gibt es von den wenigsten deutschen Künstlern - von Ausnahmen wie Marlene Dietrich mal abgesehen - einen Bildband, der 30 Jahre ihres Lebens und ihres Schaffens dokumentiert. "Zeitreise" ist auch eine dokumentarische Reise durchs Ende des 20. Jahrhunderts, eine Chronik. Der Chronist ist der Fotograf, und die Akteure auf der Weltbühne jene Gestirne, die die Sonne Lindenberg umkreisen.
Es ist auffallend, dass es kein einziges Foto in Farbe zu sehen gibt: alles schwarz, weiß, grau. Erinnerungen an Fotomeister wie Helmut Newton oder Georges Brassai kommen auf, auch an alte Wochenschaufilme aus den Dreißigern und Vierzigern. Und so sieht selbst die gestellteste Pose, die nackteste Schönheit wie ein Akteur im Zeitgeschehen aus: wie Fliegen in Bernstein, konserviert für die Nachwelt. Muss Udo jetzt den ewig schwarzen Hut abgeben? Ich hoffe nicht.
Unterm Strich
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Ein Gesamtkunstwerk aus Foto, Liedtext, O-Ton Udo - fehlt eigentlich nur die CD zum Zeitdokument. Angenehm dabei: Lindenberg, obwohl auf jedem Bild im Mittelpunkt stehend, stellt sich selbst textmäßig an den Rand: ins Vorwort, in die Credits - angenehm zurückhaltend. Ein Bild sagt sowieso mehr als 1000 Worte. Wozu also viel sagen.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Goldmann 9/2002, München; ca. 170 Seiten, EU 24,90, ISBN 3-442-30997-2
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-25 17:51:28 mit dem Titel Dennis Lehane: *Streng vertraulich!* : Harte Action, coole Sprüche
Brisante Fotos bringen das Privatschnüfflerteam Kenzie und Gennaro schwer in die Bredouille: Sie geraten zwischen die Fronten eines Straßenbandenkrieges, und ihre Auftraggeber, zwei korrupte Politiker, wollen sie ebenfalls aufs Kreuz legen. Überlebens-Motto: Augen auf und durch!
Der Autor
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Seit 1994 veröffentlicht der Bostoner Autor Dennis Lehane einen exzellenten Krimi nach dem anderen. "Streng vertraulich!" war sein erster. Sein jüngster trägt den Titel "Spur der Wölfe" (Bericht folgt demnächst). Alle deutschen Übersetzungen erscheinen bei Ullstein, das zum Springer-Verlagsimperium gehört.
Seine Helden
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Bis auf den jüngsten Roman stehen in allen Romanen die zwei Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro im Mittelpunkt. (Gennaro hieß auch John McClanes Gattin in den Bruce-Willis-Actionkrachern "Stirb langsam I + II", und genau wie Bonnie Bedelia stelle ich sie mir auch vor. Allerdings hat Angela den fiesen Charakter und die freche Klappe von Linda Fiorentino.) Angie hat 12 Jahre Ehe-Hölle hinter sich, als sie ihren Mann verlässt, um bei Kenzie einzuziehen: eine taffe Frau. Sie kennt Kenzie noch aus dem Sandkasten.
Patrick Kenzie hingegen stammt aus der rein irisch-katholischen Arbeiterklasse von Boston (die Lehane eingehend in "Spur der Wölfe" untersucht). Er hat seine Lehre bei einer der feinsten Privatdetekteien von Boston gemacht, wie wir in "In tiefer Trauer" erfahren. Er zögert nicht, kräftig hinzulangen, wenn ihm einer blöd kommt, und trägt ständig eine Wumme bei sich. Beide Partner wissen ihre Knarren auch einzusetzen, wenn's drauf ankommt.
Handlung
°°°°°°°°
Kenzie und Gennaro werden von zwei hochrangigen Bostoner Senatoren beauftragt, ihre verschwundene Putzfrau Jenna wiederzufinden, die vertrauliche Dokumente entwendet haben soll. Als Kenzie/Gennaro Jenna endlich bei deren Schwester auf dem Lande aufgestöbert haben, geht Kenzie mit Jenna zu einem Bankschließfach, woraufhin sie ihm einen Umschlag mit einem brisanten Foto übergibt: Es zeigt einen der obigen Senatoren mit einem schwarzen Straßenbandenführer namens Socia. Pikant: Der Senator will Straßenbanden verbieten; über den Gesetzesvorschlag soll in Kürze abgestimmt werden. Noch pikanter: Socia ist Jennas Ehemann. Und wie Jenna sagt, gibt es noch 22 weitere Bilder von diesem Treffen.
Wenige Sekunden später wird Jenna vor der Bank auf offener Straße mit einer Uzi-Maschinenpistole niedergemäht. Kenzie gelingt es, den Angreifer, einen von Socias "Soldaten", niederzuschießen. Doch nun ist natürlich jeder hinter dem Foto und dem Leben seines derzeitigen Besitzers her.
Socia, einer der Drogenbosse der Bostoner Unterwelt, hat einen Gegenspieler, seinen Sohn Roland, der ihm den Krieg erklärt, als Jenna, Rolands Mutter, zu Grabe getragen wird. Damit er Socia schaden kann, will natürlich auch Roland an das Foto herankommen: Kenzie /Gennaro stehen genau zwischen den Fronten. Weil die Polizei sehr ungern einen Krieg in ihrer Stadt duldet, will sie natürlich auch das Foto, das zum Zankapfel geworden ist. Und die Senatoren sowieso.
Doch das Foto ist Kenzies Lebensversicherung. Erst versucht er, in mehreren nervenaufreibenden Aktionen seine nackte Haut zu retten. Sein psychopathischer Freund Bubba Rogowski, ein Beirut-geschädigter Ex-Marine, hilft ihm mit diverser Artillerie. Als Kenzie auch an die übrigen Fotos herankommt, packt ihn die kalte Wut: Die Bilder zeigen den Senator, wie er es im Beisein Socia mit dessen Sohn Roland treibt. Purer Sprengstoff!
Der Showdown lässt nicht lange auf sich warten...
Mein Eindruck
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Der Originaltitel des Romans lautet "A drink before the war". Mit dem Krieg ist natürlich den stattfindende Bandenkrieg gemeint. Und den Drink nehmen Kenzie/Gennaro mit einem abgetakelten Polizisten namens Devine in einer Kneipe ein, der einzigen weißen in einem schwarzen Viertel. Natürlich kommt es dort zu einer recht hässlichen Szene mit den anderen Kneipenbesuchern.
Heiße Eisen
Der Autor packt mit dem Thema "Rassismus" ein heißes Eisen an. Aber als sei das noch nicht genug, kritisiert er die korrupten Politiker einen nach dem anderen, wobei sich einer von denen als Pädophiler und Unterweltfreund herausstellt. Der Autor stellt sich jedoch nicht auf eine bestimmte Seite: sowohl Schwarze wie Weiße, Arbeiterklasse wie auch herrschende Klasse haben gleichermaßen Dreck am Stecken. Keiner kommt ungeschoren davon, nicht einmal Kenzie selbst. Und auch Gennaro, seine berufliche Partnerin, hat kein blütenreines Gewissen: Im Zorn bringt sie beinahe ihren gewalttätigen Ehemann Phil um.
Eine Stadt am Abgrund
Neben der actionreichen Handlung bleibt den abgehetzten Hauptfiguren noch genügend Zeit, sich über den Niedergang ihrer Stadt Gedanken zu machen. Im Grunde ist Boston noch wesentlich besser dran als etwa Washington, L.A. oder New York City, doch was seinen gesellschaftlichen Niedergang angeht, so ist auch dieser offenbar unabwendbar. Die wichtigsten Werte wie etwa Kinder- und Mutterliebe wurden bereits verraten, von Werten wie Schutz des Eigentums und des Lebens ganz abgesehen. Verlautbarungen von Politikern vergleicht der Autor mit Weihnachtsmärchen: Die Wähler wollen ja unbedingt daran glauben, um die deprimierende Realität, die das Märchen widerlegt, aushalten zu können.
"Fear is the mother of violence" (Peter Gabriel)
Dieser Roman spielt auf keinen Empfängen oder Parties - Kenzie/Gennaro halten das für etwas unangebracht, wenn sie mitten in einem Straßenkrieg versuchen, ihre nackte haut zu retten. Schauplätze sind in der Regel das heiße Pflaster, ausgebrannte Straßenzüge, irgendwelche Kneipen, Polizeireviere usw. Nicht gerade Beverly Hills.
Und doch: Als Kenzie seine Auftraggeber trifft, so findet das Gespräch in einer feinen Hotel-Lobby statt, aber was dort geredet wird, möchte man nicht in einer Klatschkolumne lesen. Hier wird mit harten Bandagen gekämpft. Kaum wieder daheim, reißt sich Kenzie den elenden Anzug vom Leib und schlüpft in seine Jeans. Ist eben kein James Bond.
Cooler Humor
Ich musste beim Lesen mehrmals laut auflachen: Unsere beiden Helden lassen sich erstens von absolut gar nichts beeindrucken und führen zweitens ein geschliffenes Mundwerk, für das sie einen Waffenschein beantragen müssten. Selten so coole, harte Sprüche gelesen! Und das gilt auch für Miss Gennaro.
Unterm Strich
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Ein kleiner, aber feiner Hard-boiled-Krimi, der jedem Raymond Chandler oder Ross MacDonald Ehre gemacht hätte. (Stephen King brauchte diese Krimis angeblich zum Überleben - nun ja.) Für jeden Krimifan sind Lehanes Bücher Pflicht, auch wenn man bei Amazon.de anderes lesen kann. Leute mit zartem Gemüt sollen sich das neueste Schneewittchenabenteuer besorgen. (Obwohl Schneewittchen in der Urfassung auch ganz schön brutal ist!)
Film-Tipp: Lehanes neuester Roman "Spur der Wölfe" wird von Clint Eastwood verfilmt.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: A drink before the war, 1994; Ullstein 317 Seiten, EU 7,95; ISBN 3-548-25200-1
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-27 09:50:49 mit dem Titel D. Lehane: *In tiefer Trauer*: Spannender Thriller, mit Slapstick-Einlagen
Das Privatschnüfflerteam Kenzie/Gennaro soll die verschwundene Tochter eines Milliardärs aufspüren. Ihre Spur führt zu einer Sekte, die es auf die Finanzen ihrer neuen Mitglieder abgesehen hat - Scientology lässt grüßen. Leider entpuppen sich für unsere Helden die erhaltenen Informationen als das Gegenteil der Wahrheit. Und das ist meist ganz schlecht für Geschäft und Gesundheit.
Der Autor
Seit 1994 veröffentlicht der Bostoner Autor einen exzellenten Krimi nach dem anderen. "Streng vertraulich!" war sein erster. Sein jüngster trägt den Titel "Spur der Wölfe" (Bericht folgt demnächst). Alle deutschen Übersetzungen erscheinen bei Ullstein, das zum Springer-Verlagsimperium gehört.
Seine Helden
Bis auf den jüngsten Roman stehen in allen Romanen die zwei Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro im Mittelpunkt. (Gennaro hieß auch John McClanes Gattin in den Bruce-Willis-Actionkrachern "Stirb langsam I + II", und genau wie Bonnie Bedelia stelle ich sie mir auch vor. Allerdings hat Angela den fiesen Charakter und die freche Klappe von Linda Fiorentino.) Angie hat 12 Jahre Ehe-Hölle hinter sich, als sie ihren Mann verlässt, um bei Kenzie einzuziehen: eine taffe Frau. Sie kennt Kenzie noch aus dem Sandkasten.
Patrick Kenzie hingegen stammt aus der rein irisch-katholischen Arbeiterklasse von Boston (die Lehane eingehend in "Spur der Wölfe" untersucht). Er hat seine Lehre bei einer der feinsten Privatdetekteien von Boston gemacht, wie wir in "In tiefer Trauer" erfahren. Er zögert nicht, kräftig hinzulangen, wenn ihm einer blöd kommt, und trägt ständig eine Wumme bei sich. Beide Partner wissen ihre Knarren auch einzusetzen, wenn's drauf ankommt.
Eigentlich sollte ich ja meine Lektüre nach "Streng vertraulich!" mit dem 2. Roman "Absender unbekannt" fortsetzen, aber ich fand, dass mir dieser Roman zu dick war und griff daher zu "In tiefer Trauer", dem 3. Roman in der Kenzie/Gennaro-Sequenz. In letzterem wird zu Anfang mehrmals auf Figuren und Ereignisse aus "Absender unbekannt" verwiesen, aber das hält sich in Grenzen. Es ist also sinnvoll und berechtigt, mit "In tiefer Trauer" fortzufahren.
Handlung
Trevor Stone, ein angeblich todkranker Milliardär aus Bostoner, beauftragt unsere beiden Helden Kenzie/Gennaro mit der Suche nach seiner verschwundenen Tochter Desiree. Ihre Mutter wurde bei einem Autounfall getötet, in dem er selbst, Stone, schwer im Gesicht verwundet wurde. Angela Gennaro, die selbst kürzlich ihren Ex-Gatten Phil verloren hat, fühlt Mitleid mit dem alten Mann und übernimmt den Auftrag, obwohl sie sich nicht besonders gern entführen lässt, um ihren Auftraggeber zu treffen. Kenzie hat gemischte Gefühle, kann aber Gennaro verstehen.
Die beiden Privatdetektive lesen die Berichte, die der erste Schnüffler geschrieben hat, den Stone auf Desirees Spur gesetzt hatte: Jay Becker war einst Kenzies Lehrer und Mentor bei einer der größten Detekteien Bostons. Jay war Desirees Spur bis zu einer Seelsorger-Gesellschaft namens Trauer & Trost AG gefolgt, die eng mit einer Sekte namens Die Botschafter verbunden war. Beide geben vor, ihre "Klienten" zu therapieren, dienen aber nur dem zweck, ihre Neumitglieder zu schröpfen. Parallelen zu Scientology kann jeder ziehen, wenn er mag.
Wie es scheint, verschwand Desiree zur gleichen Zeit Richtung Florida wie ein gewisser Jeff Price, seines Zeichens Verwalter von Trauer & trost bzw. Den Botschaftern. Price ließ 2 Mio. Dollar mitgehen. Doch seltsam: kaum hatte Jay Becker diese Details über die junge Frau und die verschwundenen Gelder herausgefunden, verschwand auch er - irgendwo zwischen Boston und Stones feudalem Anwesen.
Kenzie und Gennaro stehen vor einem Rätsel. Es lässt sich nur in Florida aufklären, soviel steht fest. Mit Stones Privatjet werden sie aus dem kühlen Norden in den sonnigen Süden geflogen, zu ihren reservierten Hotelzimmern chauffiert und mit einem komfortablen Mietautos ausgestattet: Klarer Fall - bei so viel Sonderbehandlung ist etwas oberfaul. In Nullkommanix büchsen sie aus, lachen sich einen schrottigen Toyota an und futtern in einer heruntergekommen Cantina am Straßenrand (wo sie ihren Krabbencocktail gegen einen gierigen Reiher namens Sandra verteidigen müssen). Hier sehen sie zu ihrem Erstaunen ein bekanntes Gesicht in der Zeitung...
Als sie Jay Becker gegen Kaution aus dem Gefängnis befreit haben, erzählt er ihnen die blutigen Details einer gar wundersamen Story, von dem sie wiederum nur den geringsten Teil glauben. Desiree sei tot, behauptet Jay. Jeff Price sei ebenfalls tot. Na toll: Bleibt also nur die Heimreise. Leider kommt Jay Becker nicht einmal über die Distriktsgrenze, weil Stones Leute ihn killen. Kenzie/Gennaro werden mit Freuden wegen Mordes von der lokalen Polizei eingebuchtet - Ende des Falls?
Noch lange nicht. Vielmehr führt die Handlung wieder direkt nach Boston, wo es in Stones Anwesen zu einem genialen Finalen mit zahlreichen Überraschungen kommt.
Mein Eindruck
Wie Kenzie selbst andeutet, ändert sich die Wahrheit hinter den Geschichten, die Kenzie/Gennaro erzählt bekommen, je nachdem, welchen Standpunkt der jeweilige Erzähler gerade vertritt. Diese ist der Plot von Akira Kursosawas ausgezeichnetem Filmklassiker "Rashomon". Darin ändert sich die Wahrheit hinter einem Fall von Vergewaltigung und Mord je nachdem, wer die Geschichte erzählt.
Folglich dreht sich der Fall in Lehanes Buch dreimal: Zuerst glauben sie Stones Fassung, dann der von Becker und schließlich der von Desiree (die sich als recht lebendig erweist). Doch ist dies der Weisheit letzter Schluss? Natürlich nicht. Und je nach Fassung ändert sich, wer nun schuldiger Täter und wer unschuldiges Opfer ist, in einem fort. Der Leser hat alle Hände voll zu tun, diesen drei Fassungen zu folgen: "Schwarz ist weiß, oben ist unten, Norden ist Süden" sagt Gennaro einmal. Genauso ist es. Und darum steckt der Plot voller Überraschungen.
Schönheit, Wahrheit, Unschuld - alles Lüge?
Die Stellung von Stone und seiner Tochter ändert sich sukzessive mit jeder neuen Fassung. Der Milliardär scheint ein menschenverachtender Ausbeuter zu sein, der seine Frau im Alter von 14 Jahren gekauft hatte und seine Tochter vergewaltigte, als diese selbst 14 war. Aber ist das wahr?
Zunächst scheint Desiree als das unschuldige Opfer einer Entführung durch eine Sekte und eines Sektenführers (Jeff Price), bis sie ihr Ende in Florida findet. Ihre überirdische Schönheit scheint ihre Unschuld zu belegen. Die wirkliche Wahrheit ist natürlich das genaue Gegenteil dieses Anscheins. Und dies wiederum lässt trevor Stone wie eines ihrer Opfer aussehen, das sich lediglich wehrt, indem es sie von Detektiven jagen lässt.
Was Desiree so gefährlich macht (besonders für Kenzie), ist der geradezu magische Bann, den ihre äußere Schönheit auf die Männer ausübt, so dass sie ihr zu Willen sind. Die junge Frau lernt schon früh, diese Macht zu ihrem Vorteil auszunützen, und zwar ohne Skrupel. Beinahe wird dies auch Kenzie zum Verhängnis.
Erst sehr spät begreift er, worin Schönheit wirklich liegt. Sie liegt nicht in einem perfekten Äußeren, sondern in der charakterlichen Stärke und Güte von Angela Gennaro (oder einer ähnlich großartigen Frau). Angie mag ja nicht umwerfend aussehen, aber sie liebt Kenzie, bangt um ihn, braucht ihn. Ohne sie wäre er wiederum völlig aufgeschmissen, "ein Nichts", wie er bekennt. Kenzie findet Schönheit in der Innenwelt eines Menschen. Diese Schönheit ist ihm "heilig" - das drückt der Originaltitel des Buches aus. Und der Schluss des Buches setzt diese Erkenntnis angemessen um.
Unterm Strich
Auf den ersten Blick scheint der Handlungsverlauf von einer allzu unwahrscheinlichen Zahl von Zufällen getrieben zu sein. Aber man muss wie Kenzie/Gennaro lediglich seinen eigene Sichtweise der präsentierten Fakten um 180 Grad drehen (schwierig genug!), um zu einer völlig anderen Interpretation der Geschehnisse zu gelangen - und die sogar einen Sinn ergibt.
"In tiefer Trauer" ist also nicht nur ein äußerst spannender und actiongeladener Krimi, sondern hat auch die Relativität der Wahrheit und anderer "ewiger Werte" zum Thema. Außerdem stieß ich hier auf einige der komischsten Dialoge, die ich seit langem gelesen habe. Lehane ist offenbar ein großer Fan der Marx Brothers - Kenzie überlegt einmal, wie sich Groucho und Harpo aus einer bestimmten misslichen Lage (Kenzie ist gerade von Kopf bis Fuß gefesselt und soll gleich über den Jordan geschickt werden) befreit hätten. Manche Kabbeleien zwischen unserem dynamischen Heldenduo erinnern an Slapstick. Aber es ist genialer Slapstick.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Sacred, 1997; Ullstein, Berlin, 2001; 367 Seiten, EU 7,95; ISBN 3-548-25265-6.
P.S.: "Spur der Wölfe" wird zur Zeit von Client Eastwood verfilmt.
Wörter: 1296
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-27 10:40:10 mit dem Titel D. Lehane: *Die Spur der Wölfe*: Spannender Thriller, gute Milieustudie
Als Kinder waren sie Freunde - bis einer von ihnen von Unbekannten entführt wurde. Als er zurückkehrte, war er verändert. Nun, ein Vierteljahrhundert später, sind alle drei in einen schrecklichen Mordfall verwickelt: Nun erweist sich, wie sie zu Männern geworden sind, welche Werte sie haben - und ob einer von ihnen sterben wird.
Der Autor
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Seit 1994 veröffentlicht der Bostoner Autor Dennis Lehane einen exzellenten Krimi nach dem anderen. "Streng vertraulich!" war sein erster (siehe meinen Bericht). Sein jüngster trägt den Titel "Spur der Wölfe" und wird zur Zeit von Clint Eastwood verfilmt. Dies ist der erste Lehane-Roman, in dem sein Team von Privatdetektiven, Patrick Kenzie und Angela Gennaro, nicht auftritt. Alle deutschen Übersetzungen erscheinen bei Ullstein, das zum Springer-Verlagsimperium gehört.
Handlung
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Die Geschichte entwickelt sich zielgerichtet wie ein abgeschossener Pfeil, mit unerbittlicher Konsequenz bis zu ihrem logischen Ende.
Im Mittelpunkt stehen drei Jungen, doch der Ort, wo sie aufwachsen, ist die vierte Hauptfigur. Dieser Ort ist die Grenzlinie zwischen dem Bostoner Arbeiter- und Proletenviertel "The Flats", das direkt an einem Kanal, dem Penitentiary Channel, liegt, und dem Viertel der "besseren Leute", The Point, liegt. Die Grenzlinie wird von der Buckingham Avenue bezeichnet, kurz Bucky genannt. Diese Örtlichkeiten werden mit höchster Detailgenauigkeit gezeichnet; sie spielen eine wichtige Rolle, auf welcher Seite jemand steht.
Jimmy Marcus und Dave Boyle stammen aus The Flats, doch Sean Devines Elternhaus steht im Point - er soll später das College besuchen. Doch ihre Väter sind Freunde und Kollegen in der Schokoladenfabrik, und so kommt es, dass die ungleichen Kinder zusammen spielen und etwas unternehmen. Jimmy Marcus hat ein tollkühnes Naturell, ist ein notorischer Lügner und Dieb. Dave Boyle ist ein blasser Junge, eine Waise, der bei seiner verbitterten Mutter unter ihrer Fuchtel leben muss. Er ist stets froh, wenn er sich an Sean und Jimmy dranhängen kann, und Jimmy duldet ihn gewissermaßen.
Es ist 1975, als etwas Entscheidendes passiert, das alle drei verändern wird. Sie spielen gerade mitten auf der Straße, als sich ein Auto nähert, aus dem ein Mann steigt, der wie ein Polizist auftritt. Er will sie alle drei mit auf die Wache nehmen, doch Kimmy und Sean weigern sich. Nur Dave steigt tränenüberströmt in den Wagen und verschwindet. Es ist kein Polizeiauto, und der Polizist und sein Fahrer keine Bullen. Dave redet nie darüber, was sie mit ihm gemacht haben, als er vier Tage später seinen Peinigern entkommen kann und wieder in seine Nachbarschaft zurückkehrt. Von nun an ist er wie gebrandmarkt.
Im Jahr 2000 wird die blutüberströmte Leiche von Jimmy Marcus' 19-jähriger Tochter Katie mit eingeschlagenem Schädel und durchschossener Schulter im Park gefunden. Sie wurde nicht vergewaltigt, lediglich ihr Auto weist Gewalteinwirkung auf. Jimmy Marcus, inzwischen Ladenbesitzer in The Flats, ist wenig später kurz vor dem Ausrasten, durchbricht sämtliche Polizeiabsperrungen und identifiziert sein Ein und Alles: Ihr Körper ist bereits schwarzviolett angelaufen.
Sean Devine leitet die Ermittlungen in diesem Mordfall, muss aber bei jedem Fehler seine Suspendierung befürchten. Man hat ihn auf dem Kieker. Schon bald findet er heraus, dass Katie, ein ausnehmend hübsches Mädchen, am Abend vor ihrem Tod mit zwei Freundinnen eine wilde Zechtour durchs Viertel unternommen hatte. Sie wollte nämlich am nächsten Morgen nicht zurück in Papis Laden zur Arbeit, sondern mit ihrem Freund nach Las Vegas durchbrennen, um zu heiraten.
Dieser Freund, Brendan Harris, erweist sich als unschuldig, das heißt, er hat ein Alibi. Und sein Bruder Ron ist von Geburt an stumm. Doch auch Jimmy Marcus stellt Ermittlungen an, und seine hammerharten Schwäger von der Seite seiner Gattin unterstützen ihn nach Kräften. Es gibt nämlich zweierlei Arten von Justiz in The Flats: die lokale und die offizielle der Bullen.
Wenige Tage später trifft er Dave Boyles Gattin Celeste. Sie erzählt ihm, wie Dave am Morgen nach Katies Verschwinden in ihre Wohnung gekommen sei, blutüberströmt und mit einer verletzten Hand. Ein schwerer Verdacht fällt auf Dave - Celeste muss verrückt gewesen sein, als sie ihn belastete. Oder von Jimmys männlichem Charme betört, wie er gerne denkt.
Jimmy war einst ein schwerer Junge gewesen, ein Einbrecher, Dieb und wahrscheinlich sogar ein Mörder (er tötete Brendan Harris' Vater). Er leitete eine Bande und saß mehrere Jahre ab. Nun leitet er immer noch insgeheim eine Bande, scheint aber eine reine Weste zu haben. Bis er Informationen erhält, die Dave weiter belasten. Doch ist Dave wirklich schuldig? Wer ist Dave wirklich, der schizophrene Dave, der zurückgezogene Dave, der so gern dem Alkohol zuspricht, um - was? - zu vergessen?
Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit, wer zuerst die Wahrheit herausfindet und Justiz an Dave Boyle übt, sei sie nun gerecht oder nicht: Jimmy Marcus oder Sean Devine.
Mein Eindruck
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Es ist ein geradezu ein klassisches Drama, das der Autor in seinem Roman sich entfalten lässt. Alte Feindschaften zwischen Ex-Freunden und Ressentiments zwischen unterschiedlichen Klassen brechen auf. Althergebrachte Auffassungen über die Ausübung von Gerechtigkeit prallen aufeinander: The Flats gegen The Point, mit der Buckingham Avenue als Demarkationslinie.
Diese soziale Geographie, die mit so vielen Werten einhergeht, ist wie gesagt äußerst genau und einfühlsam geschildert. Die Figuren scheinen daher manchmal nicht aus eigenem Antrieb zu agieren, als hätten sie keinen freien Willen, sondern als würden der griechische Chor mitsamt Götterriege auftreten, um sie zu ihren jeweiligen verhängnisvollen Taten zu treiben. Das gilt ganz bestimmt für Dave Boyle und Jimmy Marcus. Dave trifft sogar das Fatum, die Schicksalsgöttin persönlich - natürlich in seinen schizophrenen Alpträumen - und sie scheint es nicht gut mit ihm zu meinen.
Die Bedeutung des Mileus stellt allerdings auch ein gewisses Problem dar: Denn welcher Leser kann schon Sympathie oder gar Bewunderung für einen "Helden" empfinden, der von den beschriebenen Mächten angetrieben wird, aber kaum eigenen Willen besitzt, der ihn aus der Masse heraushebt?
Daher ist es die wichtigste Aufgabe des Autors, die spezifische Psychologie seiner Hauptfiguren herauszuarbeiten, ihre unverwechselbaren Erfahrungen zu schildern (etwa Jimmys finstere Vergangenheit) und sie so als Herren ihres Schicksals darzustellen. Das gelingt ihm hervorragend. Erst daraus kann der Höhepunkt des Dramas tragische Größe erreichen. Erst dann kann der Wettlauf mit der Zeit eine spannende Rolle spielen, denn dann ist die Welt kein Uhrwerk.
Unterm Strich
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Ich habe das Buch im Original in wenigen Tagen gelesen. Die handlung schreitet rasch voran, und eine wichtige Enthüllung folgt der nächsten. Wer hat die arme Katie so bestialisch zugerichtet - war es ein Psychopath, ein Betrunkener oder war es Mutwillen und Willkür?
"Spur der Wölfe", so hat die amerikanische kritik erkannt, ist Dennis Lehanes Annäherung an die Great American Novel à la Philip Roth oder John Updike; allerdings wird hier eine ganz andere Art von Bürgern untersucht - keine Mittelständler aus Suburbia, sondern Arbeiterklassenangehörige, die eine verschworene Gemeinschaft bilden.
Zuweilen erinnern bestimmte Auseinandersetzungen, aber auch die exakte Milieustudie an das Sachbuch "Die Gangs von New York" von Herbert Asbury, das von Martin Scorsese verfilmt wurde (und das möglicherweise im Januar in unsere Kinos kommt). Auf jeden Fall ist es ein besonderer Thriller mit bemerkenswerten Hauptfiguren - ich kann mich noch Wochen nach der Lektüre an Jimmy Marcus erinnern: an seine Trauer, seine Wut und seinen Rachedurst.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Mystic River, 2001; Ullstein, Berlin 2002; 480 Seiten, EU 22,00; ISBN 3550083629. (Original: 0-06-009310-2)
Grundlage dieses Berichts bildet die Originalausgabe.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-30 12:32:54 mit dem Titel U. Le Guin: *Das Wunschtal*: Hand in Hand durch Wunderland
"Wunschtal" ist ein relativ früher Fantasyroman der Autorin aus dem Jahr 1980, doch auch hier findet man die gleiche hohe Qualität des Erzählens wie in den Erdsee-Romanen. Allerdings ist die Geschichte selbst wenig bewegend.
Heyne hat den Roman im Zuge seines Le-Guin-Revivals wiederaufgelegt, wohl in der Hoffnung, ein Abglanz des Ruhmes der Autorin würde auch dieses kleine Werk für Heranwachsende verkaufen helfen.
Handlung
Die Geschichte beginnt in der amerikanischen Gegenwart, tritt dann über in ein Fantasyland und kehrt wieder zurück. Ganz einfach, denkt man.
Es geht um zwei junge Heranwachsende. Der schüchterne Hugh fühlt sich bei seiner Arbeit im Supermarkt und in seinem freudlosen Heim, wo er mit seiner Mutter in einer anonymen Straße einer anonymen Betonstadt lebt, nicht wohl und sucht etwas Neues: das Abenteuer.
Er stößt auf einen noch nicht einbetonierten Bachlauf, den ein Auwald säumt. Er erkundet das geheimnisvolle Zwielicht, das den Übergang in ein anderes Land bietet - bis er eines Tages auf einen anderen Gast dieser Randzone stößt: Irene.
Zunächst will natürlich der eine den anderen von seinem vermeintlich angestammten Platz vertreiben, doch dann raufen sie sich zusammen, als Irene ihr Geheimnis preisgibt: Sie hat einen Weg in eine andere Dimension gefunden. Jenes Land Ain betreten sie gemeinsam. Und wie es scheint, wartet dort eine schwierige Aufgabe auf sie. Denn Ain, das Land der klaren Flüsse und unberührten Wälder, stirbt.
Sie gelangen nach einem mühevollen Aufstieg in die Stadt Tembreabrezi, die auf dem Gipfel eines breiten Berges liegt. Dies scheint ein Ort des Friedens zu sein, an dem sie sich niederlassen können. Doch der Schein trügt: Ein unheimliches Wesen (über das ich nicht mehr verraten möchte) sucht die Menschen Ains heim und verwüstet das Land.
Die Bewohner Tembreabrezis übertragen den beiden "Ausländern" eine Aufgabe, die diese erschreckt: Die Wahl zwischen der gefahrvollen Rettung des perfekten Landes und der Aufgabe ihres eigenen bisherigen Lebens, ja vielleicht sogar ihres Lebens an sich, erfüllt Hugh und Irene mit Furcht und Entsetzen.
Doch natürlich tun sie, was getan werden muss. Alles andere würde den Verrat ihrer eigenen Träume und Sehnsüchte bedeuten. Und schließlich gibt es so etwas wie Verantwortung. Und diese gilt nicht nur dem Land Ain, sondern auch ihnen beiden: Sie sind jetzt ein Team, und vielleicht sogar mehr...
Mein Eindruck
"Wunschtal" (The beginning place) ist eine Mischung aus ökologischem Gedankengut, dem klassischen Übergang ins Feenland und der klassischen Heldentat - nur dass diesmal die Helden ganz gewöhnliche Jugendliche aus unserer Zeit sind und nicht irgendein heroischer König Artus. Le Guin machte damit vor, was Barbara Hambly, Marion Zimmer Bradley und Legionen von AutorInnen nach ihnen nachahmten: Der Übergang vom Hier und jetzt in eine andere Dimension, wo es gilt, sich zu bewähren, zu transformieren und möglichst viele Abenteuer zu bestehen.
Hugh und Irene bestehen nur ein Abenteuer, und auch das nur mit knapper Not. Zurückgekehrt in die hiesige Dimension sind sie zu etwas anderem verwandelt: Nicht mehr Einzelwesen, sondern ein Paar. Helden zwar, doch nicht in unserer Welt. Eine beglückende Erfahrung: Sie habe nicht nur ihre Träume und Wünsche verteidigt, sondern dabei etwas ganz Neues und Unerwartetes hinzugewonnen: Liebe zueinander und Wertschätzung. Das Land Ain ist also wirklich ein "beginning place": Ein Ort des Anfangs.
Auf die Ökologie übertragen bedeutet dies: Wer das perfekte Land der klaren Flüsse und unberührten Wälder (Gaia) erhalten und retten will, muss auch bereit sein, Opfer dafür zu bringen, bis hin zum letzten, größten Opfer: dem eigenen Leben. Dann aber erwirbt man auch das Recht, dort zu leben.
Unterm Strich
Jeder Heranwachsende zwischen 10 und 15 Jahren dürfte dieses schön erzählte Abenteuer gerne lesen. Die Autorin legt dabei weitaus mehr Gewicht auf die Schilderung, wie sich die Beziehung zwischen den Hauptfiguren verändert, als auf die Darstellung des anderen Landes. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, blieb Ain seltsam blass in meiner Erinnerung, und selbst an den Höhepunkt kann ich mich kaum noch erinnern.
Großartige Heldenaction darf man hier jedenfalls nicht erwarten, und Ströme von Blut schon gleich gar nicht. Le Guin, so mein Verdacht, war noch nie ein Fan von Jump-and-Run-Games. Nicht von ungefähr steht dem Buch ein Zitat des großen argentinischen Phantasten Jorge Luis Borges voran.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: The beginning place, 1980; Heyne 2002, München; 206 Seiten, EU 6,95, aus dem US-Englischen übertragen von Hilde Linnert; ISBN 3-453-21385-8; das Buch erschien zuerst zuerst auf deutsch im Jahr 1984.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-31 15:38:11 mit dem Titel St. Lem: *Science Fiction: Ein hoffnungsloser Fall mit Ausnahmen*: Stoff für Widerspruch
Mit diesem Buch veröffentlichte der polnische Schriftsteller Stanislaw Lem den 3. Band seiner Essays. Wie schon in Band 1, "Sade und die Spieltheorie" (st 1304), versammelt das Buch Lems Nach- und Vorworte zu diversen Werken der phantastischen Literatur, die diesmal v.a. aus Polen stammt. Rezensionen von populärwissenschaftlichen oder spekulativen Sachbüchern und von Romanen beschließen den band. Eine Lebensbeschreibung und eine "Art Credo" den Reigen der Essays eröffnet.
Die Huren der Verleger
Zu deren Kernstücken gehört zweifellos jener, der dem Buch seinen Titel geliehen hat. In dieser Streitschrift aus dem Jahr 1972 (das ist zu beachten) setzt sich Lem kritisch mit dem von ihm verachteten Genre der "science-fiction" auseinander. Da für ihn unter dem Etikett Science Fiction nur die wissenschaftliche Phantastik, wie sie v.a. in Osteuropa gepflegt wurde, literarische Gültigkeit besitzt, d.h. einem Erkenntnisinteresse dient, besteht Science Fiction anglo-amerikanischer Provenienz zuallererst aus Kitsch - zumal sie einen Massenkonsumartikel darstellt, an den man die Maßstäbe, die für eine Kritik der Werke des "oberen Reiches" der Literatur gelten, besser gar nicht anlegt.
Science Fiction sei zumeist schwachsinnige Spielerei, und darin stehe ihr die amateurhafte Kritik nicht nach. Die Science Fiction-Autoren seien die Huren ihrer Verleger, nur bemäntelten sie dieses Verhältnis mit höheren Ansprüchen.
Die Ausnahmen
Doch wie der Titel sagt, gibt es laut Lem auch Ausnahmen. Diese werden am Werk Philip K. Dicks exemplarisch dargestellt. Lem charakterisiert die Romane dieses herausragenden Autors dahingehend, dass Dick unter einer trivialen, Science Fiction-gerechten Oberfläche zumeist gekonnt philosophische (z.B. erekenntistheoretische) etc. Problemstellungen darzustellen vermag, wenn er auch viel Zweitrangiges geschrieben habe.
AutorInnen wie Ursula K. Le Guin kennt Lem offenbar nicht (sie fing damals gerade erst zu publizieren an). Daher kann es nicht verwundern, dass ihn von seinem verdammenden Urteil über die Science Fiction auch die These Darko Suvins (in "Poetik der Science Fiction", 1977) nicht abbringen konnte, die lautet, dass gute Science Fiction erkenntnisbezogene Verfremdung der Wirklichkeit betreibe und daher positiv zu bewerten sei. Leider umfasst auch die so definierte Science Fiction nur ein bis zwei Prozent des gesamten Ausstoßes der relevanten Verlage (in den letzten jahren wohl noch weniger).
Meine Meinung
Die Kritik Lems an der Science Fiction als Kitsch-Literatur ist überspitzt. Lem beachtet nicht, dass vieles in dieser Unterhaltungsliteratur dem (Gedanken-) Spiel und dem zeitvertreib dient und daher politisch nicht anders als affirmativ, also konservativ wirken kann.
Er missachtet, dass die Grenzen zwischen Kunst und Kitsch, die er so rigide zieht, fließend verlaufen, wie dies auch schon 1971 Schulte-Sasse in "Die Kritik der Trivialliteratur seit der Aufklärung" dargelegt hat. Lem stellt sich also quasi als bester Science Fiction-Schreiber und (!) -Kritiker auf die Spitze eines Berges und fordert die totale Umorientierung von Science Fiction-Autoren und der Kritik.
Ich wage zu behaupten, dass Lem damit auf verlorenem Posten stand und noch steht; das hat die Entwicklung des Genres inzwischen gezeigt. Doch für jeden Autoren und jeden Kritiker sind seine Ergebnisse und Forderungen äußerst bedenkenswert.
Unterm Strich
Nicht nur aufgrund dieses einen Aufsatzes, sondern wegen der vielen Einblicke in Lems Denken und Arbeiten ist dieses Buch jedem zu empfehlen, der sich kritisch mit der Science Fiction als Kulturphänomen auseinandersetzt.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Suhrkamp 1987, Nr. st 1439, Frankfurt/M.; 223 Seiten, DM 12,00, aus dem Polnischen übertragen von verschiedenen Übersetzern
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-28 16:51:42 mit dem Titel U. K. Le Guin: *Planet der Habenichtse*: Preisgekrönte SF-Utopie
Gesellschaftliche Utopien sind ja sowas von OUT. Denkt man. Aber dann läuft einem ein Buch über den Weg, das den Blick für solche Ideen öffnet und von überzeugender Wirkung ist. Ein solches Buch ist das schon knapp 30 Jahre alte "The Dispossessed", zu deutsch "Planet der Habenichtse".
Das Buch wurde mit den wichtigsten Preisen des Science Fiction-Genres ausgezeichnet: mit dem Nebula und dem Hugo Gernsback Award. Ursula LeGuin wurde v.a. für ihre Erdsee-Saga bekannt, hat aber auch einige der besten SF-Romane überhaupt geschrieben, so etwa "Die linke Hand der Dunkelheit".
Handlung
Der recht wichtige Hintergrund für diese Geschichte ist der gleiche wie für das ebenfalls ausgezeichnete Buch "Die linke Hand der Dunkelheit" (Heyne, 2000). Vor Urzeiten wurden verschiedene Welten von einer Spezies namens Hainish besiedelt, darunter auch die Erde, obwohl uns dies nicht bewusst ist. Einer dieser Planeten ist Urras, der um die Sonne Tau Ceti kreist.
Die Geschichte ereignet sich Hunderte von Jahren in der Zukunft, wenn die Hainish wieder Kontakt mit ihren früheren Kolonien aufnehmen. Sie sind dabei, eine friedvolle Gemeinschaft von Welten aufzubauen, aus der sich die sogenannte "Ekumen" entwickelt, auf die wir schon in "Die linke Hand der Dunkelheit" gestoßen sind. Dieser Hintergrund ist insofern von Bedeutung, weil dadurch erklärt wird, dass die Aliens auf diesen Fremden so sehr wie Menschen wirken, so dass wir uns mit ihnen identifizieren können.
160 Jahre vor dem Beginn der Handlung gab es in einem kapitalistischen Staat auf Urras, dem reichen, fruchtbaren Planeten von Tau Ceti, einen Aufstand von Anarchisten. Er war zu umfangreich, als dass man ihn hätte niederschlagen können, aber zu schwach, um die Revolution herbeizuführen. Man fand einen Kompromiss: Es wurde den Odoniern, wie sich die Rebellen nach ihrer Anführerin Odo nannten, gestattet, zum Schwesterplaneten Anarres auszuwandern, einer kargen, knochentrockenen, menschenfeindlichen Welt: Hier konnten sie eine freie, klassenlose Gesellschaft gründen.
Die Habenichtse des Titels sind also ohne Heimatplanet, aber auch ohne den Begriff von Besitz und Eigentum: Alles wird mit allen geteilt. Das geht so weit, dass besitzanzeigende Fürwörter in der Anarres-Sprache Pravic komplett ausgemerzt wurden: Nun heißt es nicht "Das ist mein Stuhl, und das ist dein Tisch", sondern "ich benutze den Stuhl, und du benutzt den Tisch". Das anarchistische Utopia geht so weit, dass Anarres ohne Regierung, ohne Geld und ohne Gefängnisse auskommt, aber auch keine Ehe kennt, denn niemand kann einen anderen sein Eigen nennen. Jeder tut das, wozu er oder sie sich am besten eignet.
Dieses Utopia ist sehr detailliert geschildert, denn die Autorin hat die entsprechenden Philosophen wie etwa Bakunin genau gelesen und analysiert. Wir glauben ihr, dass dieses Utopia funktioniert. Nach 160 Jahren existiert diese Gesellschaft allen Voraussagen zum Trotz noch immer. Aber lebt sie noch gemäß ihren alten Idealen?
Als Shevek, der geniale Physiker und Mathematiker, sich entschließt, seiner Heimat Anarres den Rücken zu kehren und nach Urras zu gehen, gilt er für seine Genossen natürlich als Verräter, obwohl er fest an die Lehrsätze Odos glaubt. Er hat ein Werk mit Titel "Prinzipien der Simultaneität" geschrieben. Er kommt zwar mit leeren Händen nach Urras, doch er hat eine Idee im Kopf, die den Durchbruch in der interstellaren Raumfahrt bedeuten würde und von der die Kapitalisten profitieren würden. Daher bereitet man ihm auf Urras einen begeisterten Empfang. Allerdings ist er nicht in der Lage, die Klassenstruktur der Gesellschaft von Urras zu akzeptieren.
Doch einen Odonier, einen Habenichts, kann man nicht kaufen, denn die grundlegende Idee seines Daseins ist: stets alles mit allen zu teilen. In einer kapitalistischen Gesellschaft bedeutet dies freilich, in einer Munitionsfabrik ein Streichholz anzuzünden. Er wird in eine Arbeiterrevolte verwickelt und muss in der terranischen Botschaft um Asyl bitten. Von dort kann er sichere passage zurück nach Anarres erlangen.
Inzwischen hat er seine Allgemeine Zeittheorie aufgestellt, die zur Entwicklung augenblicklicher Kommunikation zwischen den Welten führen wird, zu einem Gerät, das die Ekumen unter der Bezeichnung "Ansible" einsetzen wird. Durch den terranischen Botschafter gibt er seine Zeittheorie an die gesamte Menschheit weiter, statt sie nur seinen urranischen Zahlmeistern zur profitablen Verwertung zu überlassen.
Mein Eindruck
Diese sozialutopische Science Fiction ist ein ehrgeiziges Buch, aber auch ein zutiefst humaner Roman. Dies ist Ideen-Science Fiction und es bleibt dem Leser überlassen, welche Idee er für sich akzeptiert.
Mag sich das Buch notgedrungen - Utopien sind so didaktisch - etwas trocken lesen, so berührt einen doch das Schicksal des Helden der Erzählung, eines anarchistischen Wissenschaftlers, der sich entscheiden muss, wem bzw. welcher Gesellschaftsform er seine Entdeckung anvertraut.
"Planet der Habenichtse" ist der bis zum Jahr 1974 ehrgeizigste und wohl auch gelungenste utopische Roman der Autorin, in der Politik und Zukunftsroman aufeinandertreffen. Diese Utopie steht in der Tradition von H.G. Wells ("Menschen, Göttern gleich" etc.) und Olaf Stapledon ("Der Sternenschöpfer"), von George Orwell ("Animal Farm", "1984") und Aldous Huxley ("Brave new world"). Das Buch stellt unter Beweis, was die beste Science Fiction sein und was sie leisten kann, um zum Selbstverständnis des Menschen und der Gesellschaft beizutragen. Le Guin verbindet hier Intellekt und Feinfühligkeit.
Jeder Leser dürfte davon beeindruckt sein, doch hat das Buch auch einen Mangel - wie könnte es anders sein. Es liest sich wie ein philosophisches Werk aus dem 19. Jahrhundert. Das liegt nach Meinung von David Pringle zum teil an dem Umstand, dass Anarres seine Utopie auf Armut gegründet hat.
"Es wäre", so Pringle, "für Le Guin ein weitaus eindrucksvolleres Kunststück gewesen, ein Utopia des Überflusses zu schildern, zu der Urras oder die Erde hätten werden können, wären sie ebenfals durch die Odonische Revolution transformiert worden." Man kann eben nicht alles haben.
Michael Matzer (c) 2003ff
Info: The Dispossessed, 1974; Heyne 1979, München; 351 Seiten, DM 5,80, aus dem US-Englischen übertragen von Gisela Stege; ISBN 3-453-30395-4; Ausgabe des Argument-Verlags, Hamburg: 300 Seiten - April 2002; 2. Auflage; ISBN: 3886199436. weiterlesen schließen -
Einfacher Weg zur eigenen Homepage
Pro:
alles
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Frontpage2000 Kompendium von Louis, Dirk
Die eigene Web Präsenz zu verwirklichen und das in einer anspruchsvollen Art und Weise: So ganz einfach ist das nicht.
Wer ein anständiges Layout entwerfen möchte oder nicht nur reinen Text ins Netz stellen möchte, der wird schnell die Grenzen der Microsoft – Bändchen erreichen, die dem Programm beigelegt sind. Und auch die sog. Einsteigerbücher von Microsoft Press stellen in der Regel eine peinliche Unterforderung des Users da, wie ich an anderer Stelle schon dargelegt habe (GO! Das Einsteiger-buch Frontpage 2000).
Schwere Geschütze müssen her und so bestellt ich mir für stattliche 89,95 DM Das Frontpage 2000 Kompendium von Dirk Louis und Oliver Pott.
Das knapp 1100 Seiten dicke Machwerk lässt sich auf den ersten 116 Seiten über die Installation und das WWW im Allgemeinen aus. An sich sicherlich hilfreich für Internetanfänger, frage ich mich, was ein solches Kapitel, rund 10 % des Gesamtwerkes, in einer Darstellung für Frontpage 2000 zu suchen hat. Hätte ich das WWW – Kompendium gekauft – gut, dann wäre das etwas an-ders, aber so ...???
FRONTPAGE 2000
Im Gegensatz zum FP 98, der noch aus diversen Einzelanwendungen bestand, fasst der 2000er alles unter einem Office Dach zusammen, was man zum Gestalten eines Webs benötigt. Die Kompatibi-lität mit allen anderen Office 2000 Komponenten ist – so MICROSOFT ( also lieber selbst nachprü-fen!!!) – gewährleistet, HTML- Seiten aus WORD 2000 sollen / werden auch zu 100% in den FP2000 übertragen.
Kein langes Rumgeklicke mehr zwischen den einzelnen Unterprogrammen, sondern direktes Bear-beiten unter einem Layout – Frontpage gilt ab der Version 2000 als erwachsen.
DAS KOMPENDIUM
Abgesehen von den ersten 116 Seiten entpuppt sich das Buch als gelungenes Handbuch und Nach-schlagewerk für Fortgeschrittene und fortgeschrittne Einsteiger, wenn auch nicht alle Fragen wirk-lich befriedigend tief beantwortet werden können ( vor allem im Bereich GRAFIK, BILDER...) . Für Profis wohl eher eine seichte Bettlektüre, kann der Anfänger mit diesem Buch durchaus ein geeignetes Werkzeug haben, bei Problemen beim Erstellen seines WEBS Hilfen schnell griffbereit zu haben.
Ein Stichwortverzeichnis lässt einen schnell im Buch die richtigen und wichtigen passagen finden, insofern ist die Handhabung entsprechend simpel.
Folgende Schwerpunkte setzt das Buch:
a) Installation
b) Allgemeines zum WWW
c) Einführung FP2000
d) Textgestaltung
e) Tabellen
f) Hyperlinks
g) Farben /Grafische
h) Editor
i) Schnellkurs: 30 Minuten bis zur Internetpräsens
j) Fortgeschr. Textverarbeitung
k) FP Komponenten
l) Formulare
m) Multimedia
n) CSS
o ) Eigene Webseiten
p ) Publizieren
q ) Server / Servererweiterung
r) Webvorlagen
s) FP im Unternehmen
t)Webdesigns
u) Image Composer (wer`s brauch)
v) Prof. Webdesigns
w) HTML - KURS
x) CGI
y) JAVAScript
z)JAVA
aa)Datenbanken
bb) PRAXISFÜHRER
Dem Buch liegt eine CD Rom bei, auf der sich alle Vorlagen, Bilder und Animationen befinden, die im Buch und den einzelnen Teilen besprochen worden sind.
Das Buch ist so geschrieben, dass man mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses bzw. des Stichwortver-zeichnisses das Ganze auch als Nachschlagewerk benutzen kann, denn zunächst beginnt man, sich nach und nach einzuarbeiten und nicht alles auf einmal zu machen. Die meisten von euch werden ohnehin mit JAVA und anderem so kaum etwas zu tun haben, hier erreicht das Buch – inhaltlich – ein Profiniveau.
Leider geht es nicht immer weit genug in die Tiefe, weshalb speziellere Literaturm oder besser noch, Bekannte, die sich schon ein wenig auskennen, hilfreicher sein können.
FAZIT
Ein gutes, aber nicht sehr gutes Kompendium, das mit 89,95 DM auch eine stattlichen Preis erfor-dert. Wer Zeit und Geduld hat, evtl. Freunde, die ihm helfen können, der sollte das Geld nehmen, und letztere zum Dank zum Essen einladen.
Habt ihr sie nicht, dann kann euch das Buch durchaus gute Dienste leisten.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 13:13:53 mit dem Titel Mit Abstand das meschuggenste Buch des Jahrzehnts!
Waschen, schneiden, umlegen / Lindsay, Douglas
....., denn diesen Schluss lässt Douglas Lindsay mit seinem Buch "Waschen, schneiden, umlegen" nahe.
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Barney Thompson ist angesehener, selbstüberzeugter genialer Frisör und ein wenige geistig nicht so großartig ausgestatteter und gesuchter Serienmörder. Sechs Morde werden ihm zur Last gelegt. Der Leser aber wird aus kundiger Hand erfahren, dass es eigentlich nur deren zwei waren. Die anderen vier Morde waren eigentlich ein Missverständnis, denn die hatte seine verstorbenen Mutter um die Ecke gebracht.
Immerhin, Barney bleibt nichts anderes übrig, als unterzutauchen, und das tut er in einem schottischen Kloster mit zu Beginn fast 50 Mönchen. Zu Beginn wohlgemerkt, denn die Zahl der Mönche nimmt aufgrund einiger Mordtaten rasch ab.
Aber auch hier bleibt der Leser im Bilde, der weiß, das Barney, die arme Socke, nun wieder nichts damit zu tun haben kann. Und glücklicherweise erfährt aufgrund der Pressescheue der Mönche auch die Öffentlichkeit und auch die Polizei zunächst nichts von dem Blutrausch im Männerkloster.
Während dessen nimmt Detectiv Chief Inspector Joel Mulholland mit seiner Kollegin Proodfoot die Spur des flüchtenden Frisörs auf. Nach einigen hin und her, gelingt es ihnen dann auch zufällig, den Aufenthaltsort Thompsons aufzuspüren.
Doch ein Wettlauf gegen den Tod beginnt, denn im Koster trifft der angebliche Serienmörder auf einen nun wirklich echten Meister gerade dieser Disziplin.
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Douglas Lindsay lagt mit diesem Buch eine schräge schwarze Komödie vor, die vom Stil sicherlich nicht für alle etwas ist. Die schrägen Gedankengänge seiner oft leicht schizophrenen Figuren aber haben etwas besonderes. Wenn es wirklich so ist, dass ein Schriftsteller sich auch in seinen Büchern wiederfinden lässt,, dann man gute Nacht. Adressen von Leuten, die ihm professionell helfen können, stehen in den Gelben Seiten.
Vor allem der überzogene Humor ist schon recht anstrengend. Dennoch: Wär` hat sich schon Gedanken über den Man gemacht, der sich im 1. Weltkrieg in die Socken gepisst hat, um sich vor dem Giftgas zu retten?
Auf viele wichtigen Fragen bietet Lindsay viele interessante Antworten.
Das Fett weg bekommt auch die Regenbogenpressen, die sich natürlich den Fall Thompson herausfischt: Schnell steht dieser im Verdacht, Schuld an den Länderspielniederlagen der Nationalelf zu sein, Erdbeben, Überschwemmungen usw. zu sein. Thompson wird also zum Sündenbock des gegenwärtigen Pechs der Welt.
Witzig: Die Pressemeldungen der Sportseiten:
/GLASGOW sichert sich für 80 Mill. Pfund die Rechte an holländischen Embryo./
/6-jähriger für 60 Mill. Pfund verpflichtetet/
/Schottland stellt für das Freundschaftsspiel gegen Andorra 9 Verteidiger auf -"Der rechte Verteidiger der Gegner spielt in der 8. Liga Andorras, das macht uns Sorgen, so der Nationaltrainer/
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Spitz, überzogen, gut.
Lindsay reflektiert die Gegenwart mit spitze, schwarze Feder auf eine Art, die mir sehr gefällt, kaum sicher für alle Leser interessant sein wird.
ABER: Jeder wird am Ende des Buches, wenn des Problems Lösung, nämlich die Frage nach den Morden im Kloster aufgelöst wird, dasselbe tun, was der Chief Insp. tut: Sich tüchtig vor die Stirn schlagen.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-13 10:18:52 mit dem Titel Anfang eine epochalen Kreuzzugssage
Der Sohn des Kreuzfahrers / Stephen Lawhead
Von Stephen Lawhead wird noch nicht jeder wirklich viel gehört haben, auch wenn er auf dem deutschen Buchmarkt mit einigen seiner Bücher schon verdrehten ist. Lawhead schreibt vor allem Fantasy – und historische Romane und sein neuester wird sicher dazu führen, dass er auch einem breiteren Leserpublikum bekannt werden dürfte.
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INHALT
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1096 nach Christus, im Norden Schottlands. Ranulf von Hrafnbu, Herrscher über eine kleiner Insel der Orkney – Inseln, hört vom Aufruf Papst Urban, der zum heiligen Kreuzzug gegen die Ungläubigen predigte, die das heilige Land und die heilige Stadt besetzt halten. Als Christ sieht er darin eine Pflicht, die viele Adelige Schottlands auf sich nehmen und gemeinsam mit vielen anderen Adeligen der Region macht er sich auf, das Schwert zu nehmen und mit tausenden anderer Ritter und Soldaten des damaligen Europas nach Jerusalem zu ziehen und die Stadt von den Heiden zu befreien.
Gemeinsam mit seinen drei größten Söhnen bricht er auf und lässt seine Frau Niamh und seinen Jüngsten Murdo zurück, damit diese auf das heimische gut aufpassen sollen.
Aber kurz schon, nachdem die versammelte Ritterschaft der Gegend sich aufgemacht hat das Kreuz zu nehmen, versucht der örtliche Bischof, sich den Besitz der in den krieg gezogenen unter den Nagel zu reißen und als einer der ersten Besitztümer, die er “unter den Schutz der Kirche“ stellt, fällt der von Ranulf.
Verzweifelt versuchen sie, den Bischof zur Rede zur stellen, und als dies schließlich unter Gewalt auch gelingt, erreichen sie nicht mehr als ihren Rauswurf.
Murdo und Niamh können keinen Widerstand leisten und flüchten zu einer bekannten Familie auf eine Nachbarinsel, wo auch der Hausherr in den Krieg gezogen ist. Murdo verliebt sich in die junge Ragna, Tochter der Herrin.
Als die Herrin an einem Fieber stirbt und die Mannen des Bischofs die Insel besetzten, zieht Murdo fest entschlossen los, seinen Vater im heiligen Land zu finden, zurückzuholen und den besitz seiner Familie wiederzuerlangen.
Auf dem Weg dorthin macht er die Bekanntschaft dreier Mönche, die im weiteren Verlauf sein Leben maßgeblich beeinflussen und bestimmen werden.
Murdo reist gemeinsam mit ihnen auf einem Wikingerschiff auf dem Seeweg fast ein Jahr, um seinen Vater schließlich sterbend vor den Mauern Jerusalems wieder zu sehen.
Alle Hoffnung scheint vergebens, doch erst die Gunst der wirklich großen Fürsten des Landes verhilft ihm dazu, das Leben seiner Familie auf eine neue Basis zu stellen, wenn auch anders, als gedacht.............
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MEINUNG
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Mit seinem Buch „Der Sohn des Kreuzfahrers“ beginnt Stephen Lawhead nach einigen Angaben einen Zyklus, der, hat man diesen ersten Band gelesen, sicherlich zu einem der fesselnsten historischen Romanzyklen gehören wird. Das Buch ist vergleichbar von der Qualität her mit den „Säulen der Erde“ oder „Der Medicus“ und ähnlich sollte auch der Erfolg des Buches sein.
Profunde Kenntnisse der damaligen Zeit hat Lawhead schon mit seinen anderen historischen Romane an den tag gelegt, die allesamt in der selben Zeit Spielen.
Dem Leser öffnet Lawhead durch seine Art zu schreiben die Welt der Geschichte der Kreuzzüge, beschreibt die Schrecken und die Verrohung, die die „Gotteskrieger“ vor allem aus Habgier inszenierten, skizziert die Lebenswelt in ihren schönen wie niederschmetternden Schichten.
Nicht nur ein hervorragender Roman, nein, auch ein hervorragender historischer Roman, dessen Personen bisweilen schablonenhaft wirken mögen, die aber vor dem Hintergrund der imposanten Handlungsstränge durchaus glaubwürdig erscheinen.
Zar mag das eine oder andere unglaubwürdig scheinen, doch wird der Leser das dem Buch nachsehen, weil es durch viel mehr entschädigt.
Michael weiterlesen schließen -
Dialoginterpretation Emilia Galotti
Pro:
s.o.
Kontra:
s.o.
Empfehlung:
Nein
Gotthold Ephraim Lessing begann dieses Werk der Aufklärung im Jahre 1752 zu schreiben und vollendete es in den Jahren 1771 bzw 1772.
Der Prinz Hettore Gonzagas begehrt leidenschaftlich Emilia Galotti. Er ist es gewohnt sich seinen Launen und Leidenschaften hinzugeben, doch stehen ihm zwei Hindernisse im Weg. Zum einen die bisherige Mätresse Gräfin Orsina und zum anderen der Verlobte Emilias - Appiani. Mit der Gestalt des Kammerherren Marinellis steht dem Prinzen ein Werkzeug zur Verfügung, um seine Pläne zu verwirklichen. Es scheint leicht sich Gräfin Orsinas zu entledigen, doch erst mit Hilfe Marinellis in Szene gesetzten Schurkenstreiches scheint es möglich Emilia in die Arme des Prinzen zu bringen. Ein Überfall wird vorgetäuscht, bei dem Appiani getötet wird. Die dabei scheinbar gerettete Emilia und ihre Mutter, werden auf das Schloss des Prinzen gebracht. Doch die Gräfin Orsina durchschaut das Geschehen und offenbart es Odoardo Galotti, dem Vater Emilias, der vom Überfall informiert wurde. Die Gräfin übergibt Odoardo einen Dolch um somit ihre persönliche Rache zu fordern. Nach einem Gespräch zwischen dem Prinzen und Odoardo, kommt es zu einer Auseinandersetzung und schließlich zu einer Einsicht zwischen Emilia und ihrem Vater. Der Prinz wendet sich von Marinelli ab, da er nicht bereit ist, seinen Teil der Schuld auf sich zu nehmen. Mit den letzten Atemzügen dankt Emilia ihrem Vater, bevor sie stirbt und das Trauerspiel beendet ist.
1. Aufzug, 6. Auftritt
Dieser Dialog findet zwischen Hettore Gonzaga, dem Prinzen von Guastalla, und seinem Kammerherren namens Marinelli im Kabinett des Prinzen statt. Der Initiator dieses Gesprächs ist der Prinz, da er seinen Kammerherren zu sich bestellt. Nachdem sich Marinelli für dessen Verspätung entschuldigt, fragt der Prinz nach Neuigkeiten. Nach kurzer Überlegung antwortet Marinelli mit der Feststellung, dass die Gräfin Orsina, die Geliebte Gonzagas, in der Stadt wäre. Als Vorwand für die zuletzt distanzierte Haltung zur Gräfin gibt der Prinz an, dass er durch die kurz bevorstehende Vermählung mit der Prinzessin von Massa, den Kontakt zu Gräfin Orsina abbrechen müsse. Gleich in diesen ersten Worten des Prinzen erkennt man seine Skrupellosigkeit, denn der wahre Grund für die besagte Distanz ist eindeutig seine Liebe zu Emilia Galotti. Denn die baldige Hochzeit mit der Prinzessin von Massa, beklagt er jetzt schon und er sieht sich als Opfer elenden Staatsinteresses. Nun erläutert Marinelli den genauen Inhalt, des gestrigen Gesprächs mit der Gräfin. So sei sie sichtbar gekränkt über die bevorstenhende Vermählung des Prinzen, versuche aber dies nicht zu zeigen. Doch Gonzaga meint, dass sie früher oder später eh verrückt geworden wäre und möchte das Thema wechseln. Auch hier handelt er rücksichtslos und sieht die Gräfin lediglich als weggelegtes Spielzeug an. Dabei gebraucht er den Ausspruch: "Und nun genug von ihr. Von etwas anderm!" Vielmehr möchte er von interessanteren Neuigkeiten aus der Stadt hören. Zaghaft spricht der Kammerherr nun die bevorstehende Vermählung des Grafen Appiani mit einer unbedeutenden Bürgerlichen mit wenig Vermögen und geringem Ansehen an. Doch dies weckt die Neugier des Prinzen und er möchte genauer aufgeklärt werden. Als er erfährt, die Braut sei Emilia Galotti, brodelt es in ihm und er ist außer sich. Denn in den vorherigen Szenen schwirrt Emilia bereits in seinem Kopf herum. So unterzeichnet er nur deshalb eine Bittschrift an ihn, weil die Betreffende Emilia mit Vornamen heißt. Nach genauem Nachfragen stellt sich heraus, dass es sich wahrhaftig um die betreffende Emilia Galotti handelt. Nachdem Marinelli den Ort der Hochzeit bekannt gibt, bricht der Prinz sein schweigen und offenbahrt sich seinem Bediensteten. Er gesteht seine Liebe zu Emilia und meint, er sein nun verloren. Aus Verzweiflung bittet er Marinelli um Rat und erhält als Antwort, er solle auf sein Schloss in Dosalo fahren und wälzt damit die Verantwortung auf den Kammerherren selbst. Da der Prinz keinen weiteren Ausweg als passend ansieht, macht er sich augenblicklich auf den Weg zu seinem Schloss. Doch zuvor meint Marinelli, ein Gesandter müsse zur bevorstehenden Vermählung nach Massa geschickt werden und dieser solle der Graf Appiani selbst sein. Mit dieser Vereinbahrung endet zugleich diese Szene.
Beide Gesprächspartner haben eindeutige Ziele ins Visier genommen haben, erkennt man bei genauerer Betrachtung. So erhofft der Prinz zunächst mittels Neuigkeiten unterhalten zu werden und will später genaueres über die Personen Emilia Galotti und Graf Appiani wissen. Der Kammerherr hingegen will den angesprochenen Grafen aus dem Weg schaffen, doch dabei werden die Gründe nicht genauer beleuchtet. Desweiteren ist zu erkennen, dass dieser Bedienstete die einzige Vertrauensperson des Prinzen ist, denn ihm offenbahrt er als erstes die Liebe zu Emilia. Dabei wirft er sich seinem Untertan zu Füßen und sagt: "Liebster, bester Marinelli, denken sie für mich". Doch auch hier zeigt sich erneut, dass Gonzaga in all seiner Verzweiflung, seine egoistischen Ziele dennoch durchsetzen will. Denn eigentlich will er Marinellis Vertrauen gewinnen, um weitere Informationen über die baldige Hochzeit zwischen seiner Liebe und dem Grafen zu erhalten. Somit stellt er sich nur zu seinem eigenen Vorteil auf die Stufe seines Bediensteten. Deshalb lässt sich eine Wendung in diesem Dialog feststellen. Denn zunächst wirkt er eher belanglos und für die weitere Handlung des Stücks unwichtig, da zu Anfang nur unbedeutende Themen wie der Besuch der Gräfin Orsinas angekündigt wird. Doch durch diese Unterredung gerät die Handlung erst ins Rollen und das blutige Ende wird prophezeit. Denn auf diese Szene baut sich das darauffolgende Geschehen des Stücks auf. Ohne den Entschluss Marinellis sich an dem Grafen Appiani zu rächen, hätte das blutige Ende verhindert werden können. Die Aufgewühltheit des Prinzen lässt sich in Aussprüchen wie "Ernsthaft, Marinelli, ernsthaft, oder" erkennen, da er häufig Wörter wiederholt oder nicht flüssig spricht. Diese Nervösität schwappt am Ende auch auf dessen Untertan mit Worten wie "so, denk ich - - doch, doch; ich glaube" über.
Desweiteren erkennt man bei genauerer Betrachtung die Veränderung der Gesprächsanteile. So spricht zu Beginn des Dialogs größtenteils der Prinz und Marinelli wirkt verunsichert und irritiert, was sich in seiner geringen Gesprächsbereitschaft zeigt, doch mit Fortschreiten der Unterredung wechseln diese Rollen und der Prinz wird schweigsamer. Auch der Satzbau ändert sich im Laufe des Gesprächs. So spricht der Prinz zunächst in langen, verschachtelten Sätzen. Doch am Ende fallen die kurzen Sätze bzw. Elipsen Gonzagas ins Auge wie "Henker! Diese? Diese Emilia Galotti wird heute?".
Das besondere weiterhin an diesem Dialog ist die Tatsache, dass ein gewöhnlicher Kammerherr einen so großen Einfluss auf seinen Herrn hat. Denn er ist es schlussendlich, der den Prinzen dazu überredet zum Schloss nach Dosalo zu fahren. Man erfährt außerdem mittels dieses Dialogs sehr viel über die momentane Stimmungslage und Charaktereigenschaften des Prinzen. Denn schon zu Beginn kann er sich nicht so recht auf das Gespräch mit Marinelli konzentrieren, sondern denkt ständig an Emilia. So ergötzt er sich regelrecht an einem Bild dieser Bürgerlichen in seinem Monolog der vorherigen Szene. Er besitzt eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Denn als er bemerkt, dass es keinen Ausweg mehr aus seinem Schweigen gibt, gesteht er seine Liebe zu Emilia und handelt scheinbar unkontrolliert. Außerdem ist es ihm völlig egal, wie sein Kammerherr die scheinbar aussichtslose Situation zugunsten seines Herren retten soll. Ich denke schon, dass der Prinz sowieso versucht hätte den Grafen von Appiani aus dem Weg zu räumen, um Emilia zu besitzen. Doch das Marinelli diese Bluttat ausführen soll, kommt Gonzaga natürlich nur entgegen. Ein weiteres Merkmal für das rücksichtslose Handeln des Prinzen zeigt die Tatsache, dass er von seiner Geliebten der Gräfin Orsina und seiner Verlobten, die Prinzessin von Massa plötzlich nichts mehr wissen will. Er wirft sie wie unbrauchbaren Müll ins Abseits und macht sich keine Gedanken über die Folgen. Doch auch Marinelli handelt nicht viel besser, denn auch er sieht keinen anderen Ausweg als die Ermordung Appianis, und umschreibt diese Mordtat mit den Worten "Ich glaube, er geht in diese Falle gewiss." Beide Charaktere verwenden einen gehobenen Sprachstil und Sietzen sich gegenseitig. Dies deutet auf keine wirkliche Freundschaft, sondern viel eher auf eine Vereinbahrung der beiden zum gegenseitigen Vorteil. Somit würde ich zusammenfassend sagen, dass beide ein bestimmtes Ziel verfolgen und diese Chance zu Realisierung in diesem Moment nutzen wollen. Denn obwohl der Prinz alle Fäden in der Hand hält, wälzt er die Verantwortung lieber von sich ab. weiterlesen schließen -
Necroscope I
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Endlich durfte auch ich als Teil der deutschen Leser an einer der „erfolgreichsten Horror-Serien der Welt“ teilnehmen – um mal mit dem Klappentext zu beginnen. Der erste Teil der Serie Necroscope hat den Titel „das Erwachen“ und ist 2001 im Festa-Verlag erschienen. Das englische Original erschien bereits 1986 unter dem sinnigen Titel „Necroscope 1“. Brian Lumley gilt als Bestseller-Autor. Das Buch besteht aus nur 173 Seiten, ist aber recht klein gedruckt und kostet gegenwärtig DM 19,90. Dieser Preis gilt auch für die Folgetitel, momentan ist die Serie auf sechs Teile angewachsen – Preis jeweils wie gehabt.
Um noch einmal auf den Klappentext zurückzugreifen, handelt es sich bei dieser Buch-Serie um die „ultimative Vampirsaga“ – nur (zumindest in Teil 1) erstmal ohne Vampire. Häh?? Ich las und las und las, aber keiner unserer possierlichen kleinen Freunde mit den spitzen Zähnen ließ sich blicken. Die erste Hälfte des Buchs lag hinter mir, als endlich dann der gute alte Dracula sich teils quengelnd, teils mit unheilschwangeren Andeutungen aus seiner Gruft heraus meldete, um zumindest mit seinem „Sohn“ zu sprechen.
Warum ich das Buch nicht einfach in die Ecke geschmissen habe? Ganz einfach: es war zu interessant. Trotz der geringen Seitenzahl verfolgt der Autor mehrer verschiedene Handlungsstränge, die in verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten spielen. Diese Stränge scheinen zunächst völlig ohne Zusammenhang, und fügen sich nur langsam zu einem Bild zusammen – aber keineswegs zu einem vollständigen. Schon allein, weil der Leser mehr zu wissen glaubt, als die Hauptfiguren, die sich gar nicht kennen – wobei ich aber wieder nicht sicher bin, ob der Leser wirklich mehr weiß. Alles klar, keiner weiß Bescheid...
Man kann dieses Buch nicht einfach als Buch betrachten, es ist wirklich nur der Auftakt zu einer Serie, auf die der Leser so richtig neugierig gemacht wird – Mysterien werden aufgeworfen und bleiben zum Ende ungeklärt, einen richtigen Abschluß gibt es nicht. Gefällt einem das Buch bleibt nur eines: Weiterlesen! Teil 2 besorgen! Ach so besorgen: kann etwas schwierig werden, denn der eine oder andere Händler vermag die Bücher nicht aufzutreiben. Amazon liefert gegenwärtig zumindest vier Bände, lt. Info im Buch kann man die Reihe aber auch unter www.romantruhe.de versandkostenfrei beziehen. Man sollte sich aber bewußt sein, daß es sich um eine Serie, nicht aber um abgeschlossene Teile handelt.
Zum Inhalt:
Die Rahmenhandlung hat mir zunächst die Schuhe ausgezogen, denn was haben wir da? Eine englische Geheimorganisation, die sich mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigt. Wie sollte es auch anders sein, ist ja nahezu Trend heutzutage (vgl. Akte X, Highlander – die Serie, Poltergeist – die Serie, Anne Rice und ihre Talamasca undundund...).ohne derartige Läden geht’s anscheinend gar nicht mehr (grummelz). Nun ist der Obremotz dieser Organisation verstorben und sein Nachfolger Alec Kyle, der leichte hellseherische Fähigkeiten besitzt, hat Muffensausen ob der neuen Aufgabe, zumal er befürchtet, daß die Organisation wegrationalisiert wird. Es begibt sich so, daß er von einer Akte Harry Keogh „träumt“, die zum Erhalt der Organisation führen wird. Angesichts der Akte, die er tatsächlich auch im Büro vorfindet, erscheint ein geisterhaftes Wesen, welches einiges zu erzählen hat:
Harry Keogh: der Waise ist schon als Kind seltsam, was ihm auch jeder bestätigt. Er wird verfolgt von einem Traum, der ein Familiengeheimnis andeutet, ist offensichtlich verträumt, schwach und dumm. Mit beginnender Pubertät wird deutlich, daß Harry ein Genie (und ziemlich frühreifes Früchtchen) ist, was er einer speziellen Fähigkeit zu verdanken hat. Harry hört den Toten zu, die nach dem Tod in Ruhe das zu Ende denken (wollen), wozu sie zu Lebzeiten keine Zeit hatten, die aber nun froh sind, wenn wenigstens einer noch ihnen zuhört. So versteht er auf einmal Mathmatik, schreibt in jungen Jahren, Romane und Geschichten unter verschiedenen Pseudonymen und kommt dem alten Geheimnis auf die Spur. Harry bezeichnet sich inoffiziell als Necroscope. „Ein Denker, dessen Gedanken, wenn sie auch gegen den Strom der Allgemeinheit schwammen, nichtsdestotrotz wahr waren“.
Währenddessen lernt der werte Leser Harry’s Gegenpart kennen: Dragosani, aha Drago – Drache – Dracula! Genau - Dracula betrachtet Dragosani als seinen Sohn, da er einen gewissen Anteil an dessen Zeugung hatte. Dragosanis Eltern sind rumänische Zigeuner – die Mutter setzte den Kleinen aus. So wuchs auch Dragosani ohne Eltern auf. Papa Dracula nahm von seiner Gruft aus Kontakt zu Dragosani auf, um ihn eine Fähigkeit zu lehren, die der Harry’s nahekommt, aber in der Praxis „geringfügig“ ekliger ausfällt – was Dragosani wiederum zu einer reichen und hochgestellten Figur in einer russischen Geheimorganisation werden lässt. Dragosani ist der einzige geistig und körperlich gesunde Nekromant des Ostblocks – und abgesehen davon, wohl die Figur die Dracula zu seiner Rechten zu sehen wünscht.
Gerade die letzten beiden Handlungsstränge wurden so gut und so dicht erzählt, daß ich die Rahmenhandlung um Alec Kyle völlig vergessen habe. Zum Ende des Buches gibt es einen Einschub über Kyle und seinen Besuch und ich mußte – trotz der geringen Seitenzahl – zurückblättern, um überhaupt zu wissen, was noch mal los war. Auf der anderen Seite gibt die Rahmenhandlung auch nicht viel interessantes her – zumindest noch nicht, doch die Andeutungen lassen tief blicken.
Ich bin nun gespannt, wie sich die Fragen, die das Buch aufwirft, geklärt werden. Ich möchte wissen, ob die beiden (Harry und Dragosani) Freund oder Feind werden, ob der olle Graf sich noch einmal der Erde erhebt, und was mit den beiden Geheimclubs wird, also keine langen Texte mehr jetzt, ich gehe weiterlesen, Teil 2 bis 5 liegen schon bereit und warten.
Noch ein Wort zur Aufmachung: ganz klassisch rote Schrift auf schwarzem Grund, daß Cover geschmückt durch eine Fratze, die mich an einen wildgewordenen Kampf-Piranha erinnert (ebenfalls in Rottönen).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 19:14:08 mit dem Titel Gefährliche Liebschaften
Intrigen über Intrigen:
„Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos erschien 1782 unter dem französischen Titel „Les Liaisons dangereuses“. Der Diogenes Taschenbuchverlag veröffentlichte 1985 eine deutsche Ausgabe auf dessen Cover das Bild „L’Odalisque brune“ von Francois Boucher (1745) abgebildet ist: eine dickliche Frau in zerwühltem Bett mit nacktem Hintern. Echt nicht mein Fall, obwohl die Szene zu einem Abschnitt im Buch passt!
Gelesen habe ich den alten Schinken, nachdem ich eine der Filmversionen des Buches gesehen hatte. Verfilmt wurde der Roman meines Wissens nach dreimal:
Mit „Buffy“-Blondchen unter dem Titel „Eiskalte Engel“. Hier wurde das Thema ins heutige Amerika transferiert.
Von Milos Forman unter dem Titel „Valmont“, mit Colin Firth und Annette Benning, als Kostümfilm.
Und von Stephen Frears unter dem Buchtitel, mit Glenn Close, John Malkovic und Michelle Pfeiffer, ebenfalls als Kostümstreifen. Es gab insg. 3 Oscars. Ist meiner Ansicht nach bestens besetzt und zählt nicht nur deshalb zu meinen Lieblingsfilmen.
Den Verfilmungen gemeinsam ist, daß sie zunächst ziemlich öde, weil unspektakulär sind – will heißen: wenig Action, viel Gelaber! Man muss sich wirklich darauf einlassen der Geschichte und den Gesprächen (dem Gelaber) zu folgen, um die kleinen Fiesheiten zu erfassen – für die man vielleicht eine Portion schwarzen Humores oder Schadenfreude braucht.
Auf jeden Fall kam ich letztens, weil ich sowieso im Bücherladen stand auf die Idee, daß Buch (zu dem die vorgenannte Aussage genaus zutrifft) mal zu bestellen:
Die Geschichte:
Sie ist eigentlich eine prima Grundlage für eine Seifen-Oper a la „Verbotene Liebe“. Die Marquise de Merteuil ist eine Intrigantin aus Leidenschaft – kleine Gemeinheiten anzetteln und mal gucken, was passiert. Ihr zur Seite steht ihr Ex-Lover, der Vicomte de Valmont – nicht minder fies. Beide haben im Roman ihre eigenen miesen Pläne, die teilweise aus Zufall, teilweise von der Merteuil gelenkt, dazu führen, daß beide sich gegenseitig die Bälle zuspielen.
Die Merteuil zieht ihre Fäden eher im Hintergrund, schließlich muss sie als Dame der hohen Pariser Gesellschaft ihren ausgezeichneten Ruf waren, der sie nahezu unantastbar macht. Für ihre Stellung in der Gesellschaft ist sie allerdings außergewöhnlich gebildet und hat es geschafft, nach einer kurzen Ehe auch als Frau unabhängig zu bleiben.
Valmont hat es als Mann etwas leichter, so wird er trotz seines Rufes als schnöder Frauenverführer gesellschaftlich akzeptiert. Er dient als verlängerter Arm seiner „Freundin“.
Die bösen Pläne:
Valmont hat sich als nächstes Opfer Mme de Tourvel ausgeguckt, die als Strohwitwe auf dem Landgut seiner Tante den Herbst verbringen will. Da diese als überaus ehrbar und tugendhaft gilt, sieht er in ihrer Verführung ein ehrgeiziges Ziel, daß seinem diesbezüglichen „Können“ entspricht. Deshalb hat er auch leider keine Zeit sich um die Merteuil zu kümmern, die ihn um die Lösung ihres Problems bittet:
Die Merteuil hat noch eine Rechnung mit einem Exliebhaber (Gercourt) offen, welcher plant eine 15jährige Klosterschülerin zu heiraten. Valmont solle doch bitte dafür sorgen, daß eben diese Klosterschülerin nicht mehr so ganz jungfräulich in die Ehe ginge. Da Valmont – wie gesagt – dafür keine Zeit hat, schlägt ihm die Merteuil wenigstens eine Wette vor:
Bekommt Valmont sein Zielobjekt, die Tourvel herum, darf er zusätzlich auch noch mal mit der Marquise de Merteuil persönlich. Im Laufe des Romans werden aber die beiden Pläne durch zufällige Bekanntschaften der betroffenen Figuren untereinander miteinander verflochten (was für Valmont zu gewissen Zeiten ziemlich stressig wird).
Bleibt zu hoffen, daß die fiesen Intriganten ihr Fett wegbekommen!? Hm!? Und so gute Freunde sind die beiden auch nicht, wie sich später herausstellt.
Der Roman setzt sich aus 176 Briefen zusammen, die aus der Korrespondenz der auftretenden Figuren untereinander besteht. Durch die persönlichen Aufzeichnungen erhält man einen guten Einblick in die einzelnen Charaktere, so gibt sich der Autor die Mühe die Sprache der Briefe an die verschiedenen Figuren anzupassen, was recht gut gelingt. Leider merkt man der Ausdrucksweise an, daß der Roman vor 200 Jahren geschrieben wurde, weshalb das Lesen der altmodischen Ausführungen etwas anstrengend ist. Genau das werden aber andersrum wieder einige Leser besonders schätzen.
Einige Briefe – besonders die der „harmlosen“ Figuren – stellen sich dabei als besonders lang und langweilig heraus. Wirklich interessant dagegen ist die Korrespondenz von Valmont/Merteuil, weil hier die wirklichen Pläne enthüllt werden und der eiskalte Zynismus der Beiden zu Tage tritt. Die Briefe der anderen teilen dagegen eher die Entwicklung der Pläne und die Folgen auf das Seelenleben der anderen Figuren, die gegen die beiden Intriganten wie deren Schachfiguren wirken, mit.
Fazit: vielleicht nur ein Buch für Fans, nicht zum Nebenherlesen.
Zum Autor:
Choderlos de Laclos (1741-1803) hinterließ abgesehen von diesem Buch keine besonderen literarischen Werke. Der Roman löste beim Publikum seiner Zeit wohl den ein oder anderen Herzriss aus – der Skandal war mittelprächtig. Lt. Nachwort muss „Gefährliche Liebschaften“ bei der Gesellschaft der damaligen Zeit, die klar emotional geprägt war, eingeschlagen sein, wie eine Bombe. So stellt der Roman die emotionale Basis klar gegen „die Macht leidenschaftsloser Intellektualität“.
Witzig ist die Vorbemerkung des Autors, die darauf hinausläuft, daß alle Charaktere frei erfunden sind. Sämtliche Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig und waren nicht beabsichtigt.
Na denn: Mahlzeit
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 21:02:17 mit dem Titel Necroscope II
Ich weißt ja gar nicht ob ihrs wusstet, aber ich kämpfe mich gerade durch eine der „erfolgreichsten Horror-Serien der Welt“ – d. h. ich bin sage und schreibe bei Teil 2 angelangt. Die Serie selbst heißt Necroscope und besteht aus mittlerweile 13 Teilen, wovon zumindest schon mal die ersten fünf auch in Deutschland erschienen sind. Teil 2 ist unter dem deutschen Titel „Vampirblut“ (Necroscope 2) erschienen – 2001 Blitz-Verlag – und kostet DM 19,90 (welcher auch für alle anderen Teile der Serie gilt). Die englische Version des Autors Brian Lumley stammt aus dem Jahr 1986. Da die Bücher etwas schwierig zu bekommen sind, hier eine im Buch angegebene Internetadresse: www.romantruhe.de.
Nach Teil 1 war ich etwas irritiert, daß in der als ultimative Vampirsaga angepriesenen Buchserie erst einmal gar kein Blutsauger auftauchen wollte. Nun in Teil 2 haben wir dann allerdings 2, leider wenig prickelnde Vertreter dieser Spezies. Einer ist noch im Werden, der andere liegt wehrlos unter der Erde begraben – und ist der Papa des ersteren (irgendwie).
Währenddessen werden dem geschätzten Leser dagegen die beiden Hauptfiguren aus Teil 1 der Serie nähergebracht – und die beiden haben es wirklich in sich. Bereits der erste Teil der Serie ist durch einen ausgesprochenen Einfallsreichtum des Autors aufgefallen, der Leser wird nahezu mit Ideen bombardiert und zum Weiterlesen genötigt – indem der Autor zahlreiche unzusammenhängende Handlungsstränge nebeneinander herlaufen läßt. In Vampirblut nun nähern sich die Stränge an, treiben aufeinander zu, puzzeln sich zusammen – aber nicht vollständig, schließlich will man dem Leser noch was neues bieten. Einige Fragen werden geklärt, dafür werden neue aufgeworfen. Genau hier sollte man also nicht vergessen, daß man es mit einer Buchserie zu tun hat. Da steckt zuviel Potential drin, um die Dinge zu früh aufzulösen.
Zum Inhalt:
Diesmal erlebt der Leser, wie es zu den Dingen kam, die die Rahmenhandlung des ersten Teils der Serie zur Folge hatten. Ach so ja: der Autor folgt nicht unbedingt der linearen Zeitlinie! Nicht verwirren lassen! Schließlich treffen wir auch den toten Wissenschaftler Möbius mit der Theorie der Zeitschleife. Wie nun ein gewisser Harry Keogh hat die Gabe mit den Toten zu sprechen (=Necroscope)– wovon die Toten so begeistert sind, daß sie ihn richtig mögen und ihm alles erzählen und lehren, was er wissen will, ist ein richtig netter Junge! Seine Fähigkeit hilft ihm, den Mord an seiner Mutter zu rächen, was zum Verscheiden seines Stiefvaters führt. Harry’s Fähigkeiten sollen aber nicht unbemerkt bleiben, schließlich gibt es im England der 70er eine Akte-X-mässige Organisation, die sich mit ESP und deren Möglichkeiten im Spionagebereich befasst. Harry soll für diese Organisation arbeiten.
In Rußland sind die Jungs natürlich auch hart am Ball – die Russen haben eine diesbezügliche Gegenorganisation. Womit wir bei Harry’s russischem Gegenspieler wären. Dragosani (=Necromant) hat eine ähnliche Fähigkeit, wie Harry – nur nicht ganz so schön, nicht ganz so effektiv, aber ziemlich eklig. Die Toten können ihn nicht leiden. Außerdem hat er sich noch ein Vampir-Ei verpassen lassen – die einzige Nachzucht des in der Erde gefangen Vampirs Thibor. Dieser gedenkt aber mit Dragosanis Hilfe aufzuerstehen.
Was führt Dragosani und Keogh zusammen und gleichzeitig Teile der vielzähligen Handlungsstränge? Keoghs verstorbener Stiefvater stellt sich als desertierter russischer Spion heraus hinter dem Dragosani her war. Blöderweise geht auch noch ein enger Freund Keoghs drauf – Harry erkennt, daß er seine Möglichkeiten eigentlich noch nie richtig genutzt hat und bläst Dragosani (zunächst) mal den Marsch...
Lumley schafft es über weite Strecken den Leser immer wieder neugierig zu machen und wartet immer wieder mit neuen Ideen auf. Auch Lumleys Vampire weichen von den Vorbildern, die man durch Dracula oder Rice kennt, deutlich ab. So findet man sich eher an Stargate oder an Akte X erinnert wieder. Um es dann nicht ganz so einfach zu machen, bringt er dann auch noch Sachen wie „Zeitschleifen“ in die Geschichte mit ein... also mich hat „zurück in die Zukunft“ schon mehr als strubbelig gemacht. Ich bleibe gespannt.
Abschließend noch zum Umschlag: Dieser ist schwarz und wird von einem Gesicht geziert, dessen Aufmachung entfernt an die Figuren von Alien-Designer Giger erinnert. Eingerahmt ist das düstere Gesicht von Fledermausflügeln. hm - nicht schön, aber selten!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 21:12:38 mit dem Titel Das Phantom der Oper
Alarm im Operhaus
„Das Phantom der Oper“ ist der berühmteste Kriminalroman des französischen Juristen und Journalisten Gaston Leroux. Der Roman erschien erstmals 1939 in Frankreich. Die erzählte Geschichte schrie eigentlich geradezu danach vermusicalt zu werden, was auch an Andrew Lloyd Webber nicht vorbeiging. Der Stil des Buches ist typisch für die französische Literatur, was ich nach einer Sendung des literarischen Quartetts (es ging nicht um dieses Buch, nur um den französischen Roman an sich) denn auch noch zur Kenntnis nehmen konnte.
Die Geschichte:
Erik, das Phantom der Oper, lebt relativ ruhig und zufrieden in den unterirdischen Gängen der alten Pariser Oper, wo er seine Hässlichkeit vor der restlichen Welt versteckt, aber seinen Interessen – vor allem Musik – ungehindert nachhängen kann. Die Chefs der Oper haben das Haus bei ihm gepachtet, er hat seine eigene Loge und gibt teilweise über kleine Briefchen Anweisungen an die Direktion. Gehorcht man nicht, macht Erik im verborgenen Terror. Das Buch beginnt an einer Stelle, an der sich Eriks friedvolles Leben in vielerlei Hinsicht entscheidend ändert:
- die Direktion der Oper wechselt und die Neuen wollen ihm nicht so recht gehorchen und auch die Pacht nicht bezahlen
- ein Bühnenmitarbeiter kommt ihm in die Quere, was leider mit dessen Tod endet
- das Phantom verliebt sich in Christine, eine junge unbekannte Sopranistin, der es Gesangsunterricht gibt, und zwar als Engel der Musik. Natürlich will Erik sie auf der Bühne sehen
Leider verliebt sich Christine aber in den jungen Grafen Raoul, der sich nicht scheut gegen das Phantom vorzugehen, als Erik das Mädchen in die Unterwelt der Oper entführt, wo sie als seine Frau leben oder mit ihm das Ende finden soll. Am Ende wird Erik einmal eine lebende Frau geküsst haben – aus Liebe lässt er Raoul leben und Christine mit ihm gehen.
Das Musical ist im übrigen dem Original sehr nahe. Selbst die quakende Operndiva Carlotta – eine Feindin Christines oder der tieffliegende Kerzenleuchter sind keine Erfindungen Webbers, sondern dem Originalroman entnommen. Lesen lohnt sich wirklich. weiterlesen schließen -
Wer täuscht hier wen? (Link,Charlotte / Die Täuschung)
23.08.2002, 11:40 Uhr von
Ranger99
Hi Leute! Bin ein lebensfroher Berliner, der gerne seine Meinung kund tut. Ich lese gerne, treibe...Pro:
sprachlich und stilistisch sehr gut, liest sich sehr fliessend, teilweise recht spannend, erschreckend nah an der realität
Kontra:
teilweise zu durchsichtig
Empfehlung:
Nein
Dialog mit einer Kollegin:
Ich: „Hast du nicht mal was neues zum Lesen für mich?“ Sie: „ich hab da was von Charlotte Link.“ Ich: „das ist doch die, wo dauernd die Frauen ihre Männer umbringen.“ Sie: „nee, das ist Ingrid Noll.“ Ich: „ ach so, na dann bring mal mit.“
Gesagt getan. Am nächsten Tag hielt ich ein Buch von Charlotte Link in der Hand. Ich hatte sie vorher noch nie gelesen, doch mir schwirrten einige Titel, wie „das Haus der Schwestern“, im Kopf herum. Nachdem ich kurz den Einband begutachtet und die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch nach meinem Geschmack sein würde.
Worum geht es?
Gleich zu Anfang findet sich der Leser in der Provence wieder und wird Zeuge eines brutalen Verbrechens. Eine alleinstehende Frau und ihre 4 jährige Tochter werden ermordet. Danach lernt man die einzelnen Personen Stück für Stück kennen. Da sind Peter und Laura. Ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt, die ein Ferienhaus in dieser Region besitzen. Peter ist freier Journalist und befindet sich gerade auf dem Weg nach Südfrankreich um mit seinem Freund Christopher eine Woche segeln zu gehen. Laura ist die liebe Ehefrau, die mit dem Töchterchen zu hause sitzt. Des weiteren lernt man Henri und Nadine kennen. Ein Ehepaar, das vor Ort eine kleine Pizzeria führt. Henri ist glücklich mit seinem kleinen Laden, Nadine allerdings überhaupt nicht. Immer wieder lässt sie Henri im Stich, so das dieser auf seine Cousine Catherine als Arbeitshilfe zurückgreifen muss. Catherine liebt Henri, ist aber potthässlich und daher hat sie keine Chance bei ihm, obwohl er sie auch sehr mag. Henri ist aber Nadine hoffnungslos verfallen. Ihr denkt, das klingt eher nach Marienhof, als nach einem spannenden Krimi? Falsch gedacht, denn nicht nur die Madame und ihre Tochter werden tot aufgefunden......
Noch ein paar Zusammenhänge
Die beiden Paare Peter & Laura und Nadine & Henri kennen sich gut. Es entwickelte sich eine Art Freundschaft, da die beiden Deutschen immer in ihrem Urlaub zum Pizza essen vorbeikamen.
Catherine (die Cousine von Henri) hasst Nadine, da sie sieht, wie diese mit Henri umgeht und tatenlos zuschauen muss, wie dieser sich alles gefallen lässt.
Nadine liebt Peter und erhofft sich von ihm die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Doch dieser hat arge finanzielle Probleme, von denen seine Frau Laura aber nichts ahnt.
Laura ist schockiert als sie, da Peter sich nicht meldet, herausfindet wie es wirklich um ihn bestellt ist. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Südfrankreich um ihn zu suchen....
Das Buch
ist grundsätzlich in zwei Teile untergliedert. Alles was ihr oben lesen könnt spielt sich im ersten Teil ab, da ich nichts von der Spannung vorausnehmen möchte. Zugegebenermassen fiel es mir am Anfang etwas schwer, die vielen Personen einzuordnen. Wer mit wem und warum fällt nicht auf Anhieb ins Auge. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht nur um die erwähnten Personen und Beziehungen handelt, sondern es noch viele Nebencharaktere und Schauplätze einzuordnen gilt. Hat man aber erst einmal den Überblick gewonnen, dann lässt einen das Buch nicht mehr los. Der Autorin gelingt es perfekt realistische Stimmungen und Situationen zu erschaffen. Man fühlt praktisch mit Laura mit, die vollkommen vor dem Abgrund steht. Auf der anderen Seite ist man auch im Herzen der Personen, die augenscheinlich nicht die besten Absichten hegten und immer noch hegen. Auch die Orte und Schauplätze erwachsen dem Leser wunderbar vor seinem geistigen Auge. Ich lese ja sonst vor allem Fantasy und Science Fiction, weil man sich da so schön in die verschiedenen Welten reindenken kann. Ich kann sagen, dass dieses auch bei Charlotte Link perfekt gelingt. Man fühlt sich praktisch anwesend in ihrer Welt. Vor allem das die Dinge, die dort geschehen, auch praktisch jeden Tag um einen herum passieren können, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Von Anfang bis Ende ist es sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass manchmal der Lauf der Dinge ein wenig vorhersehbar ist. Allerdings ist dies ein individuelles Empfinden und meiner Kollegin ging es da bspw. ganz anders. Lesen kann man das Buch sehr flüssig. Link arbeitet viel mit sehr kurzen Sätzen. Überflüssige Floskeln oder Füllsätze gibt es nicht. Trotzdem gelingt es ihr Szenerien gut auszuschmücken. Was etwas störend wirkt sind die vielen Sprünge zwischen den Personen und Schauplätzen. Auch gelingt es ihr nicht, wirkliche Sympathien für eine der Figuren zu wecken. Allerdings stört mich das nicht, da die Story spannende genug ist und man sich eh nur darauf konzentriert.
Charlotte Link
Sie ist Jahrgang 1963 und gehört in zwischen zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Deutschland. Bekannt ist sie durch die Trilogie Sturmzeit, die auch verfilmt wurde. Ihre wohl bekanntesten Bücher sind „ Der Verehrer“ und „ Das Haus der Schwestern“. Dieser Roman stand 1997 auch monatelang auf der Bestsellerliste. Ob „ Die Täuschung“ an die beiden anderen Werke herankommt kann ich sagen, wenn ich diese gelesen habe und das werde ich mit Sicherheit tun.
Fazit
Wieder mal ein Buch, das ich euch wärmstens empfehle. Vor allem für die Leute, die Fantasy und andere unrealistische Bücher nicht mögen sehr lesenswert. Es eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die einen gewissen Anspruch an ein Buch haben. Im Handel kostet das Buch als Taschenbuchausgabe 9,90 Euro. Der ISBN Code ist 3442451426. Wer es nicht kaufen möchte, der sollte es sich zumindest ausleihen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-22 18:23:50 mit dem Titel Wer täuscht hier wen? (Die Täuschung / Link,Charlotte)
Dialog mit einer Kollegin:
Ich: „Hast du nicht mal was neues zum Lesen für mich?“ Sie: „ich hab da was von Charlotte Link.“ Ich: „das ist doch die, wo dauernd die Frauen ihre Männer umbringen.“ Sie: „nee, das ist Ingrid Noll.“ Ich: „ ach so, na dann bring mal mit.“
Gesagt getan. Am nächsten Tag hielt ich ein Buch von Charlotte Link in der Hand. Ich hatte sie vorher noch nie gelesen, doch mir schwirrten einige Titel, wie „das Haus der Schwestern“, im Kopf herum. Nachdem ich kurz den Einband begutachtet und die Kurzbeschreibung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass dieses Buch nach meinem Geschmack sein würde.
Worum geht es?
Gleich zu Anfang findet sich der Leser in der Provence wieder und wird Zeuge eines brutalen Verbrechens. Eine alleinstehende Frau und ihre 4 jährige Tochter werden ermordet. Danach lernt man die einzelnen Personen Stück für Stück kennen. Da sind Peter und Laura. Ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt, die ein Ferienhaus in dieser Region besitzen. Peter ist freier Journalist und befindet sich gerade auf dem Weg nach Südfrankreich um mit seinem Freund Christopher eine Woche segeln zu gehen. Laura ist die liebe Ehefrau, die mit dem Töchterchen zu hause sitzt. Des weiteren lernt man Henri und Nadine kennen. Ein Ehepaar, das vor Ort eine kleine Pizzeria führt. Henri ist glücklich mit seinem kleinen Laden, Nadine allerdings überhaupt nicht. Immer wieder lässt sie Henri im Stich, so das dieser auf seine Cousine Catherine als Arbeitshilfe zurückgreifen muss. Catherine liebt Henri, ist aber potthässlich und daher hat sie keine Chance bei ihm, obwohl er sie auch sehr mag. Henri ist aber Nadine hoffnungslos verfallen. Ihr denkt, das klingt eher nach Marienhof, als nach einem spannenden Krimi? Falsch gedacht, denn nicht nur die Madame und ihre Tochter werden tot aufgefunden......
Noch ein paar Zusammenhänge
Die beiden Paare Peter & Laura und Nadine & Henri kennen sich gut. Es entwickelte sich eine Art Freundschaft, da die beiden Deutschen immer in ihrem Urlaub zum Pizza essen vorbeikamen.
Catherine (die Cousine von Henri) hasst Nadine, da sie sieht, wie diese mit Henri umgeht und tatenlos zuschauen muss, wie dieser sich alles gefallen lässt.
Nadine liebt Peter und erhofft sich von ihm die Flucht aus ihrem bisherigen Leben. Doch dieser hat arge finanzielle Probleme, von denen seine Frau Laura aber nichts ahnt.
Laura ist schockiert als sie, da Peter sich nicht meldet, herausfindet wie es wirklich um ihn bestellt ist. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Südfrankreich um ihn zu suchen....
Das Buch
ist grundsätzlich in zwei Teile untergliedert. Alles was ihr oben lesen könnt spielt sich im ersten Teil ab, da ich nichts von der Spannung vorausnehmen möchte. Zugegebenermassen fiel es mir am Anfang etwas schwer, die vielen Personen einzuordnen. Wer mit wem und warum fällt nicht auf Anhieb ins Auge. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht nur um die erwähnten Personen und Beziehungen handelt, sondern es noch viele Nebencharaktere und Schauplätze einzuordnen gilt. Hat man aber erst einmal den Überblick gewonnen, dann lässt einen das Buch nicht mehr los. Der Autorin gelingt es perfekt realistische Stimmungen und Situationen zu erschaffen. Man fühlt praktisch mit Laura mit, die vollkommen vor dem Abgrund steht. Auf der anderen Seite ist man auch im Herzen der Personen, die augenscheinlich nicht die besten Absichten hegten und immer noch hegen. Auch die Orte und Schauplätze erwachsen dem Leser wunderbar vor seinem geistigen Auge. Ich lese ja sonst vor allem Fantasy und Science Fiction, weil man sich da so schön in die verschiedenen Welten reindenken kann. Ich kann sagen, dass dieses auch bei Charlotte Link perfekt gelingt. Man fühlt sich praktisch anwesend in ihrer Welt. Vor allem das die Dinge, die dort geschehen, auch praktisch jeden Tag um einen herum passieren können, macht den Reiz dieser Geschichte aus. Von Anfang bis Ende ist es sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass manchmal der Lauf der Dinge ein wenig vorhersehbar ist. Allerdings ist dies ein individuelles Empfinden und meiner Kollegin ging es da bspw. ganz anders. Lesen kann man das Buch sehr flüssig. Link arbeitet viel mit sehr kurzen Sätzen. Überflüssige Floskeln oder Füllsätze gibt es nicht. Trotzdem gelingt es ihr Szenerien gut auszuschmücken. Was etwas störend wirkt sind die vielen Sprünge zwischen den Personen und Schauplätzen. Auch gelingt es ihr nicht, wirkliche Sympathien für eine der Figuren zu wecken. Allerdings stört mich das nicht, da die Story spannende genug ist und man sich eh nur darauf konzentriert.
Charlotte Link
Sie ist Jahrgang 1963 und gehört in zwischen zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Deutschland. Bekannt ist sie durch die Trilogie Sturmzeit, die auch verfilmt wurde. Ihre wohl bekanntesten Bücher sind „ Der Verehrer“ und „ Das Haus der Schwestern“. Dieser Roman stand 1997 auch monatelang auf der Bestsellerliste. Ob „ Die Täuschung“ an die beiden anderen Werke herankommt kann ich sagen, wenn ich diese gelesen habe und das werde ich mit Sicherheit tun.
Fazit
Wieder mal ein Buch, das ich euch wärmstens empfehle. Vor allem für die Leute, die Fantasy und andere unrealistische Bücher nicht mögen sehr lesenswert. Es eignet sich für Jugendliche und Erwachsene, die einen gewissen Anspruch an ein Buch haben. Im Handel kostet das Buch als Taschenbuchausgabe 9,90 Euro. Der ISBN Code ist 3442451426. Wer es nicht kaufen möchte, der sollte es sich zumindest ausleihen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-23 09:40:07 mit dem Titel Verliebt, verlobt, ermordet! (Der Verehrer / Link,Charlotte)
Nachdem ich eher zufällig an Charlotte Link und ihren Roman „Die Täuschung“ geraten war, habe ich mir diesmal ganz zielgerichtet ein Werk von ihr gekauft. Mir gefällt bei Charlotte Link, dass ihre Werke sehr realistisch geschrieben sind und auch bei „Der Verehrer“ wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Die besondere Mischung aus Thriller und Familienroman kommt auch bei diesem Buch sehr gut zur Geltung. Ich werde versuchen eine kurze Inhaltswiedergabe und auch meine persönliche Beurteilung im folgenden Bericht wiederzugeben.
Story
In einem Waldstück macht ein Ehepaar einen grausamen Fund. Die Leiche einer jungen Frau ist übel zugerichtet und an einen Baum gefesselt worden. Wer hat dieses grausame Verbrechen begangen?
Szenenwechsel
Leona ist eine Frau Anfang 40 und arbeitet bei einem Verlag in Frankfurt am Main. Sie lebt mit ihrem Mann Wolfgang relativ glücklich zusammen. Doch dann schockieren sie gleich zwei Ereignisse zutiefst. Bei einem Spaziergang stürzt eine junge Frau aus dem Fenster, direkt vor Leonas Füße. Die Ärmste lebt noch ein paar Sekunden und flüstert Leona noch etwas zu. „Endlich hat er es geschafft“, das ist es was die Verlagsangestellte noch verstehen kann. Kurz darauf eröffnet Leona ihr Mann Wolfgang, dass er sich von ihr trennen möchte, da er schon über ein Jahr eine Affäre hat. Die Welt scheint über ihr zusammenzubrechen. Durch das Bestreben der Nachbarin von Eva Fabiani, die Frau, die aus dem Fenster sprang, findet sich Leona in deren Wohnung und Nachlass wieder. Sie solle sich doch ein paar Bücher mitnehmen. Bei dieser Gelegenheit lernt sie gleich zwei attraktive Männer kennen. Robert, Evas Bruder sieht gut aus und ist scheinbar zutiefst betrübt über den Verlust der Schwester. Trotzdem kommen er und Leona ein wenig näher. Der zweite im Bunde ist Bernhard Fabiani, der Ehemann der Selbstmörderin. Er ist ein Frauenheld und schnell fasst Leona die Meinung, dass er Eva in den Tod getrieben hat. Die Nachbarin Lydia und auch Bruder Robert bestärken sie in dieser Meinung. Angezogen von der Attraktivität Roberts und getrieben durch ihr eigenes Schicksal lässt sich Leona auf eine Affäre mit Robert ein......
Die Personen
Auch in diesem Buch gibt es sehr viele Protagonisten. Allerdings gelingt es dem Leser schnell, diese zuzuordnen und zu unterscheiden. Um es potentiellen Lesern noch einfacher zu machen, gebe ich hier mal kurze Beschreibungen der wichtigsten Leute im Buch.
Leona
Sie ist die Hauptfigur. Ein attraktive Frau Anfang 40, bei deren Anblick schon so mancher Mann schwach geworden ist. Anfangs wirkt sie etwas bieder und unterwürfig, doch im Laufe der Geschichte festigt sich ihr Charakter immer mehr. Sie wirkt durch und durch sympathisch und erweckt Mitgefühl beim Leser.
Wolfgang
Leonas Mann ist durch und durch Realist. Ein sehr bodenständiger Typ, dem Leonas Gedankenwelt manchmal sehr auf die Nerven geht. Das sagt er dann auch und ist somit keine große Hilfe für seine Frau. Er arbeitet beim Fernsehen und ist ständig auf Achse. Seine Affäre ist Auslöser für die späteren Geschehnisse und somit trägt er indirekt die Schuld für die Gefahr in die sich Leona begeben hat.
Robert
Leonas „Verehrer“ ist scheinbar ein sehr attraktiver Mann, der durch den Verlust seiner Schwester in tiefe Trauer gestürzt wurde. Doch sehr schnell merkt der Leser und auch Leona, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt. Er arbeitet angeblich als Übersetzer und wohnt in der Schweiz, in Ascona. Schon am Anfang seiner Beziehung zu Leona wird klar, dass ihm die Rolle des Psychopaten in diesem Roman zukommt.
Leonas Familie
Diese besteht aus Vater, Mutter und zwei Schwestern, die mit ihren Ehemännern alle unter einem Dach leben. Die jüngste Schwester Carolin ist mit einem Taugenichts verheiratet und hat einen Sohn. Die andere Schwester Olivia hat ein behindertes Kind und ist dieser Aufgabe schon längst nicht mehr gewachsen. Trotzdem bleibt sie stur, was ihren Mann Paul bald aus dem Haus der Großfamilie treiben wird.
Daneben existieren noch einige andere Personen, deren Aufgabe darin besteht, den zweiten Handlungsstrang zu bereichern. Da dies aber zuviel verraten würde, müsst ihr diese schon selbst kennen lernen.
Zum Roman
Die Geschichte entwickelt sich, wie schon angedeutet, in zwei unterschiedlichen Handlungen. Diese führen aber unweigerlich aufeinander zu. Das merkt man natürlich sehr schnell. Wie einem auch sehr schnell klar wird, wer der Täter des am Anfang beschriebenen Mordes ist. Die Geschichte lebt aber auch nicht davon den Spannungsbogen in dieser Hinsicht aufrecht zu erhalten. Vielmehr fesselt einen die Dynamik mit der sich die Handlung entwickelt und man ist gespannt wie und in welchem Umfang die beiden unterschiedlichen Handlungsstränge zusammen hängen. Immer tiefer dringt der Leser in die Psyche von Robert Jablonski ein, mit dem Leona fataler Weise ein Verhältnis begonnen hat. Um die Zusammenhänge zu ergründen und vor allem auf den Schluss hinzuarbeiten versucht man so viel wie möglich von diesem Buch hintereinander zu verschlingen. Da Robert auch nicht der einzige Verehrer von Leona ist, entsteht auch eine gewisse Spannung aus den Charakteren der anderen Männer, die um Leona bemüht sind. Wobei ich mir vorstellen kann, dass sich grade diese Beziehungskisten noch stärker bei weiblichen Lesern auswirken könnten. Das Buch könnte an einigen Stellen auch „Die Verehrer“ heißen.
Fast immer wird aus der Sicht von Leona selbst erzählt. Allerdings wechselt die Autorin auch manchmal in die Perspektiven anderer Personen. Das verwirrt aber nicht weiter. Eigenwillig wird es nur an der Stelle, als der Leser in den Ablauf und die Gedanken von Robert direkt eintaucht, da diese in einer Art Tagebuchform dargestellt sind. Das Buch ist, wie auch andere von Link, in zwei Teile gegliedert. Der Sinn hat sich mir allerdings nicht erschlossen, da die Handlung im zweiten Abschnitt einfach nur ein Fortführung des ersten beinhaltet.
Wie man es von Charlotte Link gewohnt ist, gibt es viele Einzelpersonen und Schicksale im Buch. Allerdings ist die Übersicht diesmal recht gut. Bei „Die Täuschung“ wusste man als Leser bspw. manchmal nicht mehr, wer nun wer ist und in welchem Zusammenhang er mit der Geschichte steht. Das ist in diesem Buch besser. Es hat mir alles in allem auch besser gefallen, als das andere angesprochene. Leider ist auch dieses Buch manchmal zu durchsichtig und es gibt zu wenig Überraschungsmomente. Es ist oft einfach so, dass man sich las Leser sagt, wusste ich es doch! Ich könnte mir aber vorstellen, das dieser Roman eine gute Filmvorlage abgibt, denn so könnte man einige Handlungen spannender gestalten.
Zum Buch
Gelesen hab ich diesen Roman als Taschenbuch. Erschienen im Goldmann Verlag 1998 und die ISBN ist 3442442540. Es kostet neu 9,00 Euro. Ich habe es gebraucht bei Ebay für 2,00 Euro erworben und kann euch nur empfehlen eure Bücher auf diesem Weg zu kaufen. Für Leser, die es gern realistisch und spannend haben ist Charlotte Link weiterhin sehr empfehlenswert. Ich denke, dass „Der Verehrer“ eines ihrer besseren Werke ist und vergebe 4 Sterne. Allerdings nicht ohne meine Bewertung bei „Die Täuschung“ herunter zu revidieren.
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Signorina Elettra ermittelt
Pro:
Spannende Story
Kontra:
siehe Text
Empfehlung:
Nein
Von mir immer sehnsüchtig erwartet und heiß begehrt sind die Romane von Donna Leon.
Die in Venedig lebende Autorin hat mit ihrer Krimi–Reihe um Commisario Guido Brunetti einen Dauerbrenner gelandet. Und so war ich auch sehr gespannt auf den neuesten und 10. !
In diesem Kriminalfall konfrontiert Donna Leon ihren Commisario mit einem Doppelmord und Brandstiftung auf der Laguneninsel Pellestrina.
Eines Nachts wird ein Fischerboot durch Brandstiftung versenkt. Bei der späteren Untersuchung stellt sich heraus, dass der Besitzer des Bootes und sein Sohn tot in der Kabine liegen, nicht ertrunken, sondern brutal ermordet.
Guido Brunetti beginnt mit der Befragung der Leute und stellt schnell fest, dass der Vater Bottin allgemein unbeliebt und ein unangenehmer Mensch war. Sein Sohn Marco dagegen war allerseits geschätzt.
Die Nachforschungen verlaufen aber mehr oder weniger im Sande, da die Befragten nur schweigen. Selbst die Besitzerin des Kramerladens ( und zugleich angejährte Dorfschlampe ) Senora Follini kann bzw. will nichts beisteuern.
Im Kommisariat zurück stellt Brunetti im Gespräch mit der Sekretärin seines Chefs, Signorina Elettra fest, dass diese Verwandtschaft auf der Insel hat und seit Jahren einen Teil ihres Urlaubs dort verbringt.
Sie setzt sich in den Kopf, die Nachforschungen selber aufzunehmen, da sie ja praktisch einheimisch und unauffällig ist. Dies gefällt Brunetti überhaupt nicht – jedoch Elettra ist nicht zu bremsen. So schickt er zu mindestens einen Polizisten Undercover als Kellner auf die Insel zu ihrem Schutz.
Inzwischen ist ein weiterer Mord passiert. Follini, die Krämersfrau ist ertrunken.
Was hat sie gewusst und wem war sie gefährlich?
Brunetti und sein Sergeant Vianello stoßen auf den Namen Spadini, ein Fischer der vor 2 Jahren sein Boot wegen Steuerhinterziehung an die Guarda di Finanza verloren hat.
Und ausgerechnet in dessen Neffen - verliebt sich Elettra.
So entwickelt sich die Story bis zum furiosen Fiale in einem Sturm unaufhaltsam und dramatisch.
Wie immer gelingt Donna Leon eine spannende Story. Ihr Commisario gewinnt immer wieder die Leser - auch durch die liebenswerte Art familiärer Krisenmeisterung.
Diesmal spielen auch die Gedanken und Gewissensbisse wegen der Verwicklung der Signorina Elettra in die Mordermittlung und seine nicht eingestandenen Gefühle ihr gegenüber einen beträchtlichen Teil in Brunettis Gedankenwelt.
Nichts desto trotz bin ich ein bisschen Brunetti müde. Irgendwie konnte mich diese Geschichte nicht so fesseln wie frühere Fälle – da wurde das Buch bis zur letzten Seite nicht weggelegt.
Der Schreibstil von Donna Leon gefällt mir nach wie vor und auch ihre Milieuschilderungen sind äußerst glaubwürdig, wie zum Beispiel die Verschlossenheit der Palestrini gegenüber Fremden, selbst wenn es um ein ungeliebtes Mitglied ihrer Gemeinschaft geht.
Aber am besten bildet Ihr Euch selbst ein Urteil.
Das Buch ist auf alle Fälle lesenswert und unterhaltsam.
Und so werde ich aller Wahrscheinlichkeit auch dem 11. Fall des Commisario Brunetti nicht wiederstehen können.
Man möchte ja schließlich wissen wie es mit allem weiter geht. Sei es nun Guido selber, seine Frau Paola, die Kinder Chiara und Raffi, oder die Kollegen im Kommisariat.
Da ich das Buch in englisch gelesen habe, kann ich euch nur die ISBN 0-09-941516-X
der englischen Fassung - A Sea of Troubles - liefern. Bei amazon für € 10,28 erhältlich.
335 Seiten
Das Cover ist in gelb / orange Tönen mit Lagune und Domkuppeln.
In Deutsch heißt es : Das Gesetz der Lagune
In diesem Sinne einen lieben Gruß an alle Leseratten
abutilon weiterlesen schließen -
"Acqua Alta" - Donna Leon
Pro:
anspruchsvoller als andere Krimis, Donna Leons Venedig-Kenntnisse, gute Story
Kontra:
Charaktere bleiben schemenhaft dargestellt, Mangel an Literarischer Qualität
Empfehlung:
Nein
In meinem Ijsselmeer-Urlaub habe ich das Buch, das ich mir mitgenommen habe, schneller durchgelesen, als ich dachte. Also musste Nachschub her. Da ich des Niederländischen nicht mächtig bin, musste ich mich mit der sehr kleinen Auswahl deutscher Bücher in einem holländischen Supermarkt zurecht kommen. Von den Krimis Donna Leons mit dem Commissario Brunetti habe ich schon viel Gutes gehört, also habe ich mir den einzigen Band, den der Supermarkt davon führte, gekauft.
--------DONNA LEON:--------
Donna Leon wurde 1942 in New Jersey geboren, verließ allerdings mit 23 Jahren ihr Heimatland und lebte von da an in Perugia und Siena, wo sie studierte. Später arbeitete sie als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und als Lehrerin in Europa und Asien.
Heute lebt die Kosmopolitin in der Nähe von Venedig, wo auch ihre beliebten Kriminal-Romane mit Commissario Brunetti spielen. In Venedig hat sie einen Lehrstuhl der Universität für englische und amerikanische Literatur.
--------COVER:--------
Nun aber zum Buch selbst. Das Cover ist, wie beim Diogenes-Verlag üblich, sehr schlicht gehalten. Die oberen zweidrittel des Covers werden von einem Ausschnitt des Bildes "Living Venice" bedeckt. Es zeigt im Vordergrund ein Leuchtfeuer, im Hintergrund die Silouette von Venedig, bei sehr schlechtem Wetter und dunklem Himmel. Dieses Bild wirkt schon irgendwie unwirktlich und kalt - hat also durchaus eine Beziehung zu Mord und Totschlag.
Unter dem Bild ist dann, wieder wie beim Diogenes-Verlag üblich, der Name der Autorin und des Werkes zu lesen.
--------DIE STORY:--------
Brett Lynch ist eine sehr bekannte Archäologin und lebt zur Zeit mit ihrer Freundin Flavia Petrelli, einer noch bekannteren Opernsängerin, zusammen. Gleich zum Anfang des Romans klingelt es an deren Wohnungstür, Brett Lynch öffnet und es stehen zwei Männer vor ihrer Tür, die sie wenige Minuten später fast zu Tode prügeln. Gerade im rechten Augenblick kommt Flavia Petrelli hinzu und kann die Schläger vertreiben.
Bevor sie Brett zusammenschlugen sagten die Gangster Brett, sie solle sich nicht mit dem Museumdirektor Dottor Semenzato treffen. Commissario Guido Brunetti lenkt seine Ermittlungen also ersteinmal in Richtung Semenzato. Doch als dieser zwei Tage später ermordet aufgefunden wird, gewinnt der Fall immer mehr an Brisanz.
Warum sollte sich Brett nicht mit Semenzato treffen? Wer waren die Schläger? Wollten sie Brett nur einschüchtern oder ermorden? Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt. Auf der Suche nach den Antworten gelangt Brunetti immer mehr in einen Sumpf von Mafia und Kunstfälschung. Und so steigt in Venedig nicht nur der Wasserspiegel, sondern auch die Spannung!
--------ZAHLEN, DATEN, FAKTEN:--------
Titel: Acqua Alta
Autorin: Donna Leon
Verlag: Diogenes-Verlag, Zürich
Erschienen: 1997
Seiten: 371
Preis: 9,90 €
--------KOMMENTAR:--------
Ich habe mir von dem Buch eigentlich kein Meisterwerk erwartet. Ich wollte in dem Urlaub ja einfach nur gut unterhalten werden - und das kann dieses Buch auch. Große Literatur findet man hier aber mit Sicherheit nicht. Der Krimi ist gut durchdacht und auch wirklich gut, weil er nicht gerade anspruchslos ist. Man muss teilweise schon nach- und mitdenken, wenn man sich nicht gerade zu den Kunstkennern zählt.
Donna Leon nutzt hier auch ganz klar ihre Venedig-Kenntnisse, die sie natürlich hat; sie wohnt schließlich seit 1981 dort. Sie beschreibt die einzelnen Straßen, Häuser, die Mentalität und Verhaltensweise der Venezianer sehr gut und verpackt das Ganze interessant. Schade ist nun allerdings wieder, dass sie es dabei nicht belässt, sondern versucht noch einen draufzusetzen: So belässt sie einige Ausrufe der Charaktere ihres Romans in der italienischen Sprache. Gut, "Si" oder "Pronto" versteht wohl jeder, hier sind allerdings ganze Sätze auf Italienisch abgedruckt. Schade!
Spannung kommt in dem Roman auch auf, vor allem natürlich am Schluss, allerdings wird sie nie zur Zerreissprobe für die Nerven. Die Spannung ist da, aber mäßig. Donna Leon setzt in "Acqua Alta" mehr auf die sympatische Art des Commissarios und beschreibt sehr gut und detailliert dessen Ermittlungen. Aber das macht sie so gut, dass die recht mäßige Spannung nicht tragisch ist.
Zu der Beschreibung der Charaktere muss ich sagen, dass diese nicht so gelungen ist. Commissario Brunetti, Brett Lynch und Flavia Petrelli werden recht gut, nicht aber sehr gut, beschrieben. Die anderen Charaktere bleiben schemenhaft im Hintergrund. Dabei tauchen dort noch Menschen auf, die zum einen interessant, zum anderen aber auch für die Handlung wichtig sind.
--------FAZIT:--------
Ein wirklich gutes Buch, dass sich durch das doch anspruchsvolle Thema von anderen Krimis abhebt. Außerdem sind Donna Leons Venedig-Kenntnisse sehr interessant. Leider mangelt es teilweise an literarischem Anspruch und an detaillierten Beschreibungen der Charaktere. Keine große Literatur also, aber die 9,90 € ist der Roman alle Mal wert. Gute Unterhaltung beim Lesen wünsche ich... weiterlesen schließen
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