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Tests und Erfahrungsberichte
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Henning Mankell - Mittsommermord
4Pro:
schreibt sehr spannend und menschlich
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Henning Mankell – Mittsommermord
Vor ein paar Wochen bekam ich von Henning Mankell den Roman Mittsommermord ausgeliehen. Mein Schwester hat sehr von dem Schriftsteller geschwärmt, so dass ich neugierig darauf wurde, ob auch ich begeistert davon sein würde.
DER AUTOR
Henning Mankell wurde in 1948 in Härjedalen/Schweden geboren. Er ist ein angesehener und gern gelesener Schriftsteller. Momentan lebt er als Autor und Regisseur in Mosambik. Er schreibt am liebsten Kriminalromane.
Mit Kurt Wallander erschuf er einen beliebten Kommisar. Mit dem Buch „Die fünfte Frau“ gelang ihm der Durchbruch.
DER ROMAN
Die Geschichte beschreibt wie 3 Jugendliche, die mit mittelalterlichen Masken Rollenspiele machen und Mittsommernacht feiern, von einem wahnsinnigen Mörder niedergeschossen werden. Auch ein Kommisar und Kollege wird von diesem Verbrecher erschossen. Später kommt noch ein Brautpaar hinzu. Kurt Wallander stürzt sich verzweifelt in die Ermittlungen.
Zunächst drehen sich die Ermittlungen im Kreise. Aber Wallander kommt dem Mörder näher und näher. Schließlich beschließt dieser, dass sein nächstes Opfer Wallander selbst sein soll. Am Ende spitzt sich die Lage dramatisch zu, bis Wallander den Mörder stellen kann.
MEINE MEINUNG
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und man liest es wirklich innerhalb weniger Tage. Bis zum Schluß hat es mich auch sehr in seinen Bann gezogen. Der Autor versteht es geschickt, immer wieder Fragen über Fragen offen zu lassen. So zieht sich die Geschichte über fast 600 Seiten hin. Der Schluß jedoch ist mir für diese komplizierten Zusammenhänge einfach zu lapidar und einfach beschrieben. Lieber hätte der Autor die eine oder andere ausführliche Beschreibung gelassen und dafür den Schluß etwas mehr ausgeschmückt.
Solltet ihr Euch selbst von den Wallander-Geschichten überzeugen wollen, so ist das Buch im Deutschen Taschenbuch-Verlag zum Preis von stolzen 11 Euro erschienen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-08 11:01:19 mit dem Titel Wallanders erster Fall von Henning Mankell
Henning Mankell – Wallanders erster Fall
Vor ein paar Wochen bekam ich von Henning Mankell den Roman Wallanders erster Fall ausgeliehen. Mein Schwester hat sehr von dem Schriftsteller geschwärmt, so dass ich neugierig darauf wurde, ob auch ich begeistert davon sein würde.
DER AUTOR
Henning Mankell wurde in 1948 in Härjedalen/Schweden geboren. Er ist ein angesehener und gern gelesener Schriftsteller. Momentan lebt er als Autor und Regisseur in Mosambik. Er schreibt am liebsten Kriminalromane.
Mit Kurt Wallander erschuf er einen beliebten Kommisar. Mit dem Buch „Die fünfte Frau“ gelang ihm der Durchbruch.
DER ROMAN
Wallanders erster Fall
Wallander startet seine Karierre mit einem Fall, der sich direkt in seiner Nachbarschaft abspielt. Er findet seinen Nachbarn Halden erschossen auf dem Küchenboden mit dem Revolver noch in der Hand. Alles deutet auf Selbstmord hin. Jedoch sein kriminalistischer Spürsinn sagt ihm, dass mehr dahinterstecken muss. Wenig später findet man eine weitere Leiche und die Wohnung des verstorbenen Nachbarn geht in Flammen auf.
Durch Glück und sein außerordentliches kriminalistisches Talent gelingt es Wallander schließlich, den Fall aufzulösen.
Der Mann mit der Maske
Der Mann am Strand
Der Tod des Fotografen
Sind weitere Kurzgeschichten, die sich in dem Roman befinden
Die Pyramide
In dieser weiteren Geschichte des Romanes soll Wallander den Mord an zwei Schwestern aufklären, die einen Kurzwarenladen führen. Während der Ermittlungen stellt sich heraus, das diese ein Doppelleben geführt haben müssen.
Während dieser Zeit hält sich sein Vater in Ägypten auf und will eine Pyramide besteigen. Deswegen wird er ins Gefängnis gesteckt. Wallander reist hin, um ihn zu befreien. Dabei hat er eine zündende Idee, wie er seinen Fall lösen könnte.
MEINE MEINUNG
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und man liest es wirklich innerhalb weniger Tage.Durch die unterschiedlichen Kurzgeschichten wird das Buch nicht langweilig, wobei nur die Pyramide und Wallanders erster Fall richtig interessant sind. Wallander hat in jeder Geschichte mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Das läst ihn nicht nur als Kommissar, sondern auch sehr menschlich erscheinen. Einmal hat er mit Problemen in der Ehe mit der Folge Scheidung, einmal mit gesundheitlichen Problemen oder aber familiären Problemen, wie z.B. seinem Vater zu tun.
Das Buch
Solltet ihr Euch selbst von den Wallander-Geschichten überzeugen wollen, so ist das Buch im Ordfront Verlag, Stockholfm erschienen. Es verfügt über 477 Seiten und kostet um die 15 Euro. Das Buch wurde aus dem schwedischen von Wolfgang Butt übersetzt. weiterlesen schließen -
Krimi-Spannung à la Schweden
Pro:
Tolle spannende Story
Kontra:
mäßiger Einband
Empfehlung:
Nein
DIE FALSCHE FÄHRTE von Henning Mankell:
Henning Mankell ??? Wer in aller Welt ist HENNING MANKELL ? Ehrlich gesagt: Hätte mir ein Freund vor einiger Zeit nicht durch einen Zufall leihweise das Buch DIE FALSCHE FÄHRTE in die Hand gedrückt, dann wüsste ich immer noch nicht, wer oder was Henning Mankell eigentlich ist.
Aber zum Glück bin ich ja nun aufgeklärter.
Zum Beispiel weiß ich nun, dass Henning Mankell 1948 in Stockholm geboren wurde, mittlerweile in Mosambik lebt und dort seine Krimis schreibt. Früher hat er wohl auch Jugendbücher geschrieben, heute aber widmet er sich sehr erfolgreich den Kriminalromanen.
Offenbar hat er mit seiner Heimat aber nicht ganz abgeschlossen, denn seine Werke scheinen durchgängig in Schweden zu spielen.
Mittlerweile habe ich erfahren, dass Mankell sehr erfolgreich mit seinen Krimis ist, auch hier in Deutschland.
Typischerweise handeln seine Krimis immer im gleichen Ort, immer mit den gleichen Polizisten.
Die Hauptperson heisst lustigerweise KURT WALLANDER und ist Kriminaler. Endlich mal kein Ltd. Mike Stone, kein Inspektor Gadget, kein Inspector Smith, Miller oder sonstwie.
Ein Krimi, der in schwedischer Provinz spielt und ein Kommissar namens Kurt Wallander ! So was gibt´s wahrhaftig nicht alle Tage !
Achja, eine Info noch so nebenbei:
DIE FALSCHE FÄHRTE gibt´s für 19,50 DM als Taschenbuch und ist beim DTV-Verlag erschienen.
So, genug des Drumherums, jetzt zum eigentlichen Buch:
Kurt Wallander will in den Urlaub. Mit seiner angebeteten Baiba, die er offenbar in einer seiner früheren Fälle kennengelernt hat. Achja, ich sollte hier erwähnen, dass dieses Buch nicht das erste dieser Wallander-Reihe ist. Ich habe also mittendrin angefangen und trotzdem fand ich ganz einfach den Einstieg.
Urlaub. Richtig. Wallander freut sich auf seinen Urlaub.
Doch dann begeht eine junge Farbige unter heftigen Umständen Selbstmord. Eine Farbige, die niemand kennt, niemand weiß, woher sie ist.
Paralell dazu geschehen Morde, Morde an Persönlichkeiten. Die Persönlichkeiten waren nicht ganz koscher, polizeibekannt, das macht die Sache aber nicht unbedingt leichter.
Gibt es Zusammenhänge zwischen den Morden ? Evt. sogar einen Zusammenhang zu dem Selbstmord ? Oder war es gar kein Selbstmord ?
Und ist evt. auch Wallanders Tochter in Gefahr ?
Henning Mankell beschreibt die Ermittlungen des Kurt Wallander detailgenau und lässt den Leser mit an seinem Leben und Beruf Teil nehmen.
Wallander ist nicht nur Polizist eines kleinen Örtchens in Schweden, nein, er ist auch Vater. Die Tochter macht ihm Sorgen....vor allem, weil keinerlei Kontakt zur Mutter besteht.
Der Leser bekommt neben den polizeilichen Ermittlungen auch Einblicke ins private des Kurt Wallander.
Auch bekommt´s der Leser mit den Kollegen des Wallander zu tun. Und diese sind auch nicht so ganz einfach. Fast so wie im wahren Leben ;-) .
Mankell hat einen spannenden und sehr packenden Schreibstil. Der Leser lechzt förmlich nach der nächsten Seite, dem nächsten Kapitel....tja, und sogar nach dem nächsten Buch.
Ich war von diesem Buch so begeistert, dass ich gestern gleich in den nächsten Buichladen maschierte und mir ein weiteres Buch dieser Serie kaufte.
Folgendes ist allerdings anzumerken:
Das Buch ist nicht nur spannend, nein, sondern auch detailliert. Nicht jedem Leser gefällt es zu lesen, wohin all das Blut spritzte oder wie genau die Mordwaffe ihre Aufgabe verrichtete.
Denn auch hierbei lässt Mankell keine Fragen offen.
Doch ich will ehrlich sein: Man kanns ertragen. Es geht also nicht um möglichst viel Blut in diesem Buch, nein, wahrhaftig nicht, sondern eher um detailgenaue Beschreibung. Nein, und dass auch nicht von Seite 1bis Seite x.
Meine Meinung dazu: Ich habe da keine Probleme mit; es wird nichts übertrieben, man hat den Eindruck, dass Mankells Recherchen auch bei Leichenbeschauern stattgefunden haben.
Freunde sagten mir, dass dieses Buch für Mankell schon eines der „brutaleren“ ist. Aber bitte, wie gesagt.....für mich wird eine Grenze nicht überschritten, im Fernsehen gibt´s Tag für Tag ganz andere Sachen zu sehen.
FAZIT
Toll ! Einfach klasse. Der Name Henning Mankell ist mir nun ein Begriff und das wird er auch bleiben. Die Stories, der Schreibstil, die Spannung, die Leichtigkeit der Erzählung....hier passt einfach alles !
Ich bin sicher, dass ich mir alle Fälle des Kurt Wallander zu Gemüte führen werde.
HALT:
Einen Wehmutstropfen gibt es doch noch: Und zwar den Umschlag des Taschenbuches !
Farblich ist dieser zum Großteil in sattem schwarz gehalten. Ok, das geht in ordnung, aber irgendwie ist das ein Papier bzw. ist da eine Beschichtung drauf, die wirklich den noch so kleinsten Fingerabdruck hinterlässt.
Ob das kriminaltechnische Hintergründe hat ....??
Egal, jedenfalls sieht´s nicht so toll aus....
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-03 06:58:51 mit dem Titel Mankell, Henning: Die weiße Löwin
Im Herbst letzten Jahres wurde ich erstmalig auf HENNING MANKELL aufmerksam. Ein schwedischer Autor schreibt Erfolgskrimis?? Schon fast undenkbar..... .Ein Freund empfahl mir jedoch seinerzeit diese Lektüren und irgendwie bin ich dran hängengeblieben.
Inzwischen weiß ich sogar, dass Henning Mankell 1948 in Stockholm geboren wurde, mittlerweile in Mosambik lebt und dort seine Krimis schreibt. Früher hat er wohl auch Jugendbücher geschrieben, heute aber widmet er sich sehr erfolgreich den Kriminalromanen.
Offenbar hat er mit seiner Heimat aber nicht ganz abgeschlossen, denn seine Werke scheinen durchgängig in Schweden zu spielen.
Henning Mankell ist mit seinen Krimis sehr erfolgreich, auch hier in Deutschland.
Typischerweise handeln seine Krimis immer im gleichen Ort, immer mit den gleichen Polizisten.
Die Hauptperson heisst lustigerweise KURT WALLANDER und ist Kriminaler. Endlich mal kein Ltd. Mike Stone, kein Inspektor Gadget, kein Inspector Smith, Miller oder sonstwie.
Ein Krimi, der in schwedischer Provinz spielt und ein Kommissar namens Kurt Wallander ! So was gibt´s wahrhaftig nicht alle Tage !
Achja, eine Info noch so nebenbei:
DIE WEIßE LÖWIN gibt´s für 10 € als Taschenbuch und ist beim DTV-Verlag erschienen.
So, genug des Drumherums, jetzt zum eigentlichen Buch:
Eine Frau verschwindet. Genauer gesagt: Eine Immobilienmarklerin kommt nicht dort an, wo sie ankommen sollte sondern ist spurlos verschwunden. Die Frau samt Familioe scheint das perfekte Leben geführt zu haben: Gläubig, Familienglück, alles bestens, nie irgendwelche Probleme oder Feinde..... .Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass man sie tot auffindet. Doch wieso explodiert in der Nähe ihres eigentlichen Zieles plötzlich ein Haus, in dessen Schutt man eine High Tech Sendeanlage findet ? Und nicht nur das: Auch ein abgeschnittener Finger eines Farbigen spürt die Polizei dort auf.
Und was haben diese Funde mit der politischen Lage in Südafrika zu tun ? Scheinbar kommt die Waffe aus dieser Gegend. Ein Großteil dieses Krimis spielt nämlich dort....Selbst Namen wie De Klerk und Nelson Mandela spielen in diesem Krimi eine Rolle. Somit ist dafür gesorgt, dass der Leser nicht nur eine spannende Geschichte erfährt, nein, er lernt auch politisches dazu.
Und dann spielen auch noch Russen mit. Verstrickungen in verschiedene Länder lassen Kommissar Wallander diesen Fall nicht leichter lösen, absolut nicht. Wird er es trotzdem schaffen ? Rechtzeitig ?
Henning Mankell beschreibt die Ermittlungen des Kurt Wallander detailgenau und lässt den Leser mit an seinem Leben und Beruf Teil nehmen.
Der Leser bekommt neben den polizeilichen Ermittlungen auch Einblicke ins private des Kurt Wallander.
Auch bekommt´s der Leser mit den Kollegen des Wallander zu tun. Und diese sind auch nicht so ganz einfach. Fast so wie im wahren Leben ;-) .
Mankell hat einen spannenden und sehr packenden Schreibstil. Der Leser lechzt förmlich nach der nächsten Seite, dem nächsten Kapitel....tja, und sogar nach dem nächsten Buch.
Mankell wird oft vorgeworfen, dass er zu sozialkritisch schreibt, das würde nicht in Krimis hineingehören ! Ach nein ? Wieso eigentlich nicht ? Dass in Südafrika nicht alles Gold ist was glänzt sollte uns klar sein. Aber warum sollte man nicht über einen Krimi ein wenig mehr über die politischen und sozialen Verhältnisse in Südafrika erfahren ? Wallander recherchiert gut, bevor er Passagen in seinen Romanen veröffentlich, die nicht jedermann gefallen könnten.
Politsche Ziele, Bestechungen, Kumpeleien.....das gehört zum Leben und ist daher für meinen Geschmack auch in einem Krimi gut aufgehoben.
FAZIT
Toll ! Einfach klasse. Der Name Henning Mankell ist mir nun ein Begriff und das wird er auch bleiben. Die Stories, der Schreibstil, die Spannung, die Leichtigkeit der Erzählung....hier passt einfach alles !
Ich bin sicher, dass ich mir alle Fälle des Kurt Wallander zu Gemüte führen werde.
HALT:
Einen Wehmutstropfen gibt es doch noch: Und zwar den Umschlag des Taschenbuches !
Farblich ist dieser zum Großteil in sattem schwarz gehalten. Ok, das geht in ordnung, aber irgendwie ist das ein Papier bzw. ist da eine Beschichtung drauf, die wirklich den noch so kleinsten Fingerabdruck hinterlässt.
Ob das kriminaltechnische Hintergründe hat ....??
Egal, jedenfalls sieht´s nicht so toll aus.... weiterlesen schließen -
"ich würde euch so gerne verstehen" von Catrherine Maurice
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Wie lange habe ich nur nach diesem Buch gesucht? 3 Monate mit Sicherheit. Bei Bol war es zur Zeit nicht lieferbar, in den Buchhandlungen nicht vorhanden, in keinem Computer erwähnt und in der Bücherei sowieso nicht vorhanden. Doch vor knapp einer Woche habe ich es dann durch einen ganz dummen Zufall gefunden. Es war Samstag und wir mussten im Walmart noch ganz schnell ein paar Einkäufe erledigen. Da es schon kurz vor 16 Uhr war stürmten wir förmlich durch die Gänge. Doch als ich einen großen Wühltisch mit Büchern für 2,50 Euro entdeckte musste ich kurz anhalten und konnte meinen Augen kaum trauen. Da lag es : „Ich würde euch so gerne verstehen“ von Catherine Maurice. Das ist bestimmt ein anderes Buch, dachte ich mir und las die Kurzbeschreibung auf der Rückseite. Nein, genau der gleiche Text, den ich damals bei Bol gelesen hatte. Ich konnte es kaum glauben. Wie eine Irre durchwühlte ich den Tisch nach weiteren Schätzen und fand tatsächlich noch ein Buch, dass mein Interesse schon vor einiger Zeit erweckt hatte: „Das Geschenk der Delphine“. Ich schmiss beide Bücher in den Einkaufswagen während wie Freund schon ganz genervt auf die Uhr sah. Kaum daheim angekommen schmiss ich mich auf die Couch und fing an zu Lesen. Ich kam zwar nicht weit, da Alina auf einmal das dringende Bedürfnis hatte mit mir zu spielen, aber so bald sie im Bett war habe ich es wieder zu Hand genommen und war absolut gefesselt davon.
DIE GESCHICHTE
Anne-Marie ist ein normales Kind. Vielleicht etwas schüchtern, aber es hält sich noch im Rahmen und da ihre Entwicklung die eines ganz normalen Babys entspricht macht sich auch keiner Sorgen. Doch ab ihrem ersten Geburtstag verändert sie sich immer mehr. Sie zieht sich fast nur noch in sich zurück und verlernt nach einigen Monaten sogar die paar Wörter, die sie bis dahin gelernt hatte. Es geht soweit dass sie gar nichts mehr von ihrer Umgebung wahrnimmt und fast ständig weint. Die Mutter macht sich ernsthafte Sorgen und wälzt sämtliche Kinderratgeber. Doch keines der beschriebenen Verhaltensmuster passt zur kleinen Anne Marie, was Catherine davon überzeugt, mit ihrer kleinen Tochter wäre etwas nicht in Ordnung. Eines Tages liest sie einen kleinen Artikel über Autismus. Anne Maries Verhalten stimmt fast perfekt mit dem eines autistischen Kindes überein. Catherine spricht den Kinderarzt darauf an , worauf viel verschiedene Einstufungen und Verhaltensanalysen gemacht werden.
Als Anne Marie dann grade 2 Jahre ist, steht die Diagnose fest: Frühkindlicher Autismus. Für Catherine und ihren Mann ist es ein riesiger Schock, doch sie wollen kämpfen. Nachdem alle Ärzte Anne Marie ganz und gar keine rosige Zukunft vorrausgesagt haben (das Wort Heilung nimmt erst recht niemand in den Mund), kommt Catherine durch Zufall auf Dr. Ivaas , der es geschafft hat mehrere austistische Kinder durch eine strenge Verhaltensmodifikation zu heilen. Zusammen mit Robin, der Verhaltenstherapeutin und Bridget, der Sprachtherapeutin machen sie sich auf den langen Weg der Heilung. Anfangs steht Catherin jedoch der Verhaltensmodifikation (mehr dazu später) sehr kritisch gegenüber und wendet sich an Dr. Martha Welch (auch zu ihr werde ich noch einige Worte verlieren), die sozusagen das Forced-Holding (sicher viele als Festhaltetherapie bekannt) erfunden hat.
So bekommt Anne Marie nun eine Kombination aus Holding- und Sprachtherapie, sowie der Verhaltensmodifikation. Und siehe da, es wird immer besser. Anne Marie lernt sich zu konzentrieren, anderen Menschen in die Augen zu schauen, zu reden und zu einem ganz normalen Kind heran zu wachsen. Bis auf wenige kleine Defizite, was die Sprache angeht, hat sie mit 3 ½ Jahren die anderen Kinder in ihrer Entwicklung vollkommen eingeholt.
Doch dann fällt Catherine an ihrem jüngsten Sohn Michel auf, dass er sehr wenig redet. Und der Augenkontakt wird auch immer weniger.
Mehr wird hier nicht verraten, da es in diesem Buch wirklich so einiges an Spannung gibt.
FRÜHKINDLICHER AUSTISMUS
Um dieses Buch wirklich zu verstehen braucht man doch ein wenig an Wissen über Autismus. Das meiste wird im Laufe des Buches erklärt, doch grade zu Anfang ist vieles unverständlich, da Catherine selbst noch gar nichts darüber wusste.
Frühkindlicher Autismus hat Ursachen wie Sand am Meer. Einige wurden wissenschaftlich bewiesen, andere sind nur reine Spekulationen und Vermutungen. Noch vor 20 Jahren vertrat ein gewisser Bettelheim die These, frühkindlicher Autismus wäre die Folge von starker Vernachlässigung des Kindes von Seiten der Mutter. Das Kind fühlt sich ungeliebt und gibt deshalb den Versuch nach Kontakt zur Außenwelt auf. Es zieht sich vollkommen in sich zurück und entwickelt stereotype Verhaltensmuster zum Selbstschutz.
Gott sei Dank ist das passé. Frühkindlicher Autismus kann zum Beispiel von Hirnschäden kommen. Vor etwa 2 Wochen habe ich erst einen interessanten Bericht von Dr. Rimland (der wohl bekannteste Forscher auf dem Gebiet des Autismus) gelesen, in dem ein Zusammenhang zwischen Quecksilbervergiftung und Autismus genannt wurde. Tatsächlich wiesen viele der getesteten Autistischen Kinder einen extrem hohen Quecksilbergehalt auf. Eine Ursache dafür könnte die Impfung sein, aber wie gesagt, es ist eine Vermutung keine Tatsache.
Genau wie Ursachen gibt es auch viele Symptome, die aber bei den verschiedenen Kindern ganz unterschiedlich sein können. Als erstes steht hier natürlich das fehlenden Interesse an der Umwelt, selbst Mutter und Vater werden nie oder nur selten wahrgenommen. Dann verfügt jedes Autistische Kind über verschiedenen Stereotype Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das ständige Streichen über glatte Oberflächen, laufen auf Zehenspitzen, zusammen schlagen von Spielzeug und und und. Viele Autistische Kinder neigen auch dazu sich selbst zu verletzen. Kommuniaktionsvermögen ist bei autistischen Kindern kaum bis gar nicht vorhanden.
Selbstverständlich ist nicht jeder Autismus gleich schwer. Manch einer ignoriert sein Umfeld ganz und gar, ein anderen ist in seiner Wahrnehmung nur etwas eingeschränkt.
Als Behandlungsmethode hat sich die Verhaltenstherapie und die Gabe von verschiedenen Medikamenten bewährt. Obwohl man bei den Medikamenten auch sehr vorsichtig sein muss, da sie oft, ähnlich wie bei Hyperaktivität, nur die Symptome lindern und ohne Therapie völlig unnütz sind.
In dem Buch wurde auch die Festhaltetherapie ausführlich beschrieben, die von Dr. Martha Welch damals als Wundermittel gegen Autismus angebrissen wurde. Das diese nicht allein die Heilung herbeiruft ist durch die Erkenntnisse der letzten Jahre logisch, aber ob sie unterstützend angewendet wird ist mir nicht bekannt. Ich habe davon zuvor ehr nur im Zusammenhang mit der fehlenden Bindung zwischen Adoptivkindern und Adoptiveltern gehört. Gestern habe ich ein Buch darüber durchflogen in dem das forced-Holding noch als Heilmittel beschrieben wird, doch dieses Buch stammt aus der Bücherei und erschien bereits 1992. Falls jemand darüber genauer Bescheid weiß, würde ich mich sehr über weitere Informationen freuen. Ich glaub ich wüsste da sogar schon jemand, der mir sicher eine Antwort geben kann, oder Björn?
DR. MARTHA WELCH
Irgendwann in den 80ern wurde von Niko und Lis Tinbergen ein Buch über kindlichen Autismus verfasst. Eigentlich waren die beiden Tierforscher, doch eines Tages kamen sie auf die schlechte Idee ein Buch über den frühkindlichen Autismus zu verfassen. Sie gaben der Mutter die Schuld an der Krankheit, da diese es in der frühen Kindheit versäumt hat, ein Bindung zu ihrem Kind aufzuführen. Nach ihrer Theorie könnte man Autismus ganz einfach heilen, in dem die Bindung zwischen Mutter und Kind wieder hergestellt wird. Aus dieser Theorie hat Dr. Martha Welch dann die Festhaltetherapie entwickelt. Sie hat ihren Standpunkt immer vehement vertreten und war absolut gegen die Verhaltensmodifikation, da ihrer Meinung nach , die Kinder zu willenlosen Robotern „umfunktioniert“ werden.
In dem Buch über Festhaltetherapie das ich vor kurzen gelesen haben wurde sie gleich im Vorwort erwähnt, sozusagen als die Erfinderin. Ende der 80er wurde von BBC eine Dokumentation über sie und ihre Arbeit mit den autistischen Kindern gedreht. Es war mehr ein Werbefilm als eine Dokumentation, denn die Fakten wurden stehts verdreht. Ab diesem Zeitpunkt ging die Welle um und jeder wollte auf einmal für sein Kind das forced-holding.
VERHALTENSMODIFIKATION
Das bedeutet schlicht und einfach, den Kindern neue, richtige Verhaltensweisen anzutrainieren. Das ganze folgt nach einem bestimmten Programm, das je nach Krankheit und Verfassung des Kindes individuell gestaltet wird. Im Gegenteil zu der Gabe von Medikamenten ist es sehr harte Arbeit, sowohl für das Kind als auch für die Eltern und Therapeuten.
MEINE MEINUNG ZUM BUCH
Geschrieben war das Buch einfach erstklassig. Sehr flüssig und auch zum Teil spannend. Der Stil der Autorin hat mir sehr zugesagt. Sie schrieb das Buch erst viele Jahre nach der Heilung ihrer Tochter, aber trotzdem hört es sich stets so an, als wäre sie mitten in den Geschehnissen und nicht als würde sie darauf zurück blicken. Bei jedem verändern sich Gefühle im Nachhinein durch Erfahrungen, doch Catherine Maurice schafft es stets ihre damaligen Gefühle ohne Anspielungen auf die Gegenwart oder die besser die damalige Zukunft auszudrücken.
Die Geschichte an sich war natürlich sehr bewegend. Der Leser kann richtig teilhaben, die Anne Marie sich ganz langsam, Schritt für Schritt erholt. Ich habe sie mir immer vorgestellt, wie sie das erste Mal lacht, das erste Wort spricht, plötzlich anfängt mit ihrem Bruder zu spielen und und und.
Der Teil über Michels ist meiner Meinung nach sehr kurz geraten, aber es wird dennoch alles ausreichend beschrieben. Ich denke, das ist deshalb da der lange Prozess bis zur Diagnose und die Suche nach Behandlungsmethoden bei ihm wegfällt. Aber auch im Teil über Anne Marie wird er hin und wieder erwähnt, genau wie Anne Marie in seinem Teil.
Was ich wahnsinnig toll finde ist der letzte Teil: Weiterer Ratschläge und Stimmen anderen Eltern. Hier beschreibt einer der behandelnden Ärzte wie er das ganze erlebt hat, die Geschichte eines andern autistischen Kindes wird erzählt und weitere Informationen und Ratschläge zum Thema Autismus werden geliefert. Dieser Teil rundet das Buch sehr gut ab.
Auch hier stellt sich die Autorin wieder nicht als Heldin da, die ihr Kind aus der Isolierung des Autismus befreit hat, sondern zeigt deutlich wie schwer alles für sie war und dass sie genau so Fehler gemacht hat. Und sie verdeutlicht wie sie es letztendlich geschafft hat, ihre Tochter in vollem Maß zu unterstützen und zu forden. Auch räumt sie mit dem weitverbreiteten Vorurteil auf, Mütter wüssten immer was das beste für ihre Kinder ist. Denn zu Anfang nach der Diagnose wollte sie die Verhaltensmodifikation eigentlich hinschmeissen und sich ganz auf die Festhaltetherapie verlassen, was mit Sicherheit nicht den Effekt der Kombination gehabt hätte. Sie hatte auch das Gefühl, die Verhaltensmodifikation wäre zu qualvoll für ihre Tochter , bis sie dann gesehen hat wie Anne Marie immer glücklicher wurde.
Geeignet ist das Buch sicher am besten für betroffenen Eltern. Sie sehen, dass es nicht leicht ist ein autistisches Kind zu heilen. Aber es ist möglich, falls der Autismus rechtzeitig erkannt wird. Die Erfahrungen andere (besonders wenn sie positiv sind) helfen hier sicher ungemein. Für Pädagogen und Leute die sich für Autismus interessieren ist es auch ein tolles Buch, da es nicht nur die Erfahrungen der Maurice wiedergibt sondern auch viele Informationen. Es ist einfach so wahnsinnig anschaulich, wie kein Fachbuch es je sein wird. Durch die Geschichte wird es natürlich auch nicht langweilig.
DATEN
Auter/Titel: Catherine Maurice
Cover: Zwei Kindern die streng in die Kamera sehen
Preis: 10,00 DM (ich habe aber nur 2,50 gezahlt, da es ein Mängelexemplar ist, wovon ich allerdings nichts festgestellt habe)
ISBN: 3-404-25592-5
Seitenzahl: 446
FAZIT: Ich fand das Buch einfach toll und möchte es jedem ans Herz legen, der sich auch nur im entferntesten an Autismus interessiert. Es ist einfühlsam, informieren, mitreißend, gefühlvoll und sogar spannend, eine Mischung die ich in solch einem Ausmaß noch nie bei einem Buch erlebt habe.
Zum Schluss muss ich noch kurz anmerken, dass in dem Buch sämtlichen Namen geändert wurden, da die Autorin somit die Privatsphäre ihrer Kinder schützen möchte. Einige Ärzte werden jedoch mit richtigen Namen erwähnt, was vorne auch angegeben wird. Hierbei hätte es eh keinen Sinn, ihnen ein Pseudonym zu geben, da die meisten mehr als nur bekannt wäre und jeder der sich in dem Gebiet ein wenig auskennt sie mit Sicherheit schon an ihren Arbeiten erkannt hätte. weiterlesen schließen -
Als Mutter streikte
19.08.2002, 16:02 Uhr von
Wurzelchen2
Meine Hobbies sind Lesen, Homepage, radeln, Fitness und Sonnenbaden. Ich tanze gern, interessiere...Pro:
wahre Geschichte
Kontra:
zu kurz
Empfehlung:
Nein
Dieses Buch entdeckte ich bei einem Kumpel von mir. Er wollte umziehen und sortierte Bücher aus, die er in einen An- und Verkauf geben wollte. Ich bekam es und kaum zu Hause angekommen, musste ich es gleich lesen.
Der Klappentext findet sich hier auf der Umschlagseite. Er ist recht umfangreich. Ich will ihn euch aber trotzdem nicht vorenthalten:
Befremdliche Stille herrsch in dem großen Haus der Familie Kemple, als die siebzehnjährige Viola an ihrem letzten Schultag heimkommt. Etwas Unfassbares ist geschehen: Mutter ist fort – „und nicht nur für einen Tag“ – erklärt Vater trocken, der über die neueste Eskapade seiner liebenswerten wie unberechenbaren Frau kaum erstaunt ist.
Wiederum dürfen sich die unzähligen Leser und Filmbesucher, die die Familie Pentecost und Guylord, den Schlingel, ins Herz geschlossen haben, auf einen vergnüglichen Roman und eine nicht minder turbulente Familie freuen.
Frisch und natürlich erzählt die junge Viola von den haarsträubenden Verwicklungen, die Mutters Flucht im Hause Kemple auslöst. Für das leibliche Wohl der Familie zu sorgen, ist für Viola, die freilich mehr von dem jungen Mr. Chisholm als von der Küche träumt, noch das geringste Problem, zumal Vater, der den praktischen Dingen des Lebens sonst mit einiger Reserve gegenübersteht, sein Teil dazu beiträgt. Er engagiert als Hilfe die endzückende Gloria, die allerdings auf Grund ihrer unübersehbaren Vorzüge in den Augen böswilliger Nachbarn Mutters Stelle nicht nur im Haushalt einzunehmen scheint. Wie aber behütet man junge Geschwister? Vor allem die zwölfjährige Perse, die es faustdick hinter den Ohren hat und die noch so verletzlich ist, und deren geheimnisvolle Schönschreibübungen bei verschlossener Tür keineswegs den Schulaufgaben gelten. Und was ist plötzlich in den eigensinnigen kleinen Trubshaw gefahren, der ungeachtet seines Abscheus vor der Schule den Montagmorgen jetzt kaum noch erwarten kann? Viola ist ratlos. Vater, als Schriftsteller zwar begabt, aber als Haushaltsvorstand entwaffnend tatenlos, nimmt offenbar gar nichts mehr ernst – nicht einmal ihre überstürzte Verlobung mit dem umschwärmten, aber etwas undurchsichtigen Mr. Chisholm.
Und dann ist eines Tage Mutter wieder da. Klug und hellsichtig wie immer, durchschaut sie mit einem Blick die Situation im Hause Kemple. Nicht nur Vater, der sich vergeblich sträubend seine Niederlage als Haushaltsvorstand eingestehen muss, auch die Kinder kapitulieren erleichtert vor dem listigen Charme und der geschickten Strategie, mit denen Mutter die leichsinnigen Pläne ihrer Lieben zu durchkreuzen versteht.
Ich würde dieses Werk nicht als künstlerische Höchstleistung bezeichnen. Jedoch besticht es durch die gnadenlose Krausamkeit der Realität. Es wird absolut nichts beschönigt.
Es ist sehr leicht zu lesen, da eine Otto-Normalverbraucher-Sprache benutzt wird.
Die Tatsache, dass das Buch nicht sehr dick ist, sorgt dafür, dass der Lesespaß sehr kurz ist.
Die Story spiegelt wohl den Wunschtraum wenigstens jeder 2. Hausfrau wieder. Eben einfach mal raus und nach den eigenen Wünschen gehen. In diesem Fall ist das eben die Weltreise gewesen. Welche geplagte Mutter träumt nicht von einer Zeit in der sie nur an sich denkt.
Kurz gesagt, es lohnt sich nicht wirklich jetzt loszuziehen und nach dem Buch zu suchen. Aber wenn man günstig ran kommen kann, bereitet es schon Spaß, die Sache mal aufzuschlagen und zu lesen.
Euer Wurzelchen2 weiterlesen schließen -
Was für ein Geheimnis steckt in dem Quilt?
08.08.2002, 17:27 Uhr von
akison
Genieße den Tag und leg Dich mit nem guten Buch in die Hängematte ...Pro:
sehr spannend geschrieben
Kontra:
konnte ich wieder nicht aus der Hand legen
Empfehlung:
Nein
„Sie verfluchte Nadel, Stoff und Faden, zwang jeden einzelnen Stich mit beschwörenden Worten an seinen Platz. Das eintönige Gemurmel klang so harmlos wie das Schnurren einer Katze. Trotzdem erschauerte die andere Frau und beugte sich tiefer über ihre Arbeit, beinahe so, als müsse sie sich gegen die eisige Kälte wappnen, die ihr entgegenschlug.“
So beginnt der Roman von Barbara Michaels, den ich mir auch nochmals aus dem Bücherregal geschnappt habe.
=== Zur Geschichte ===
Rachel Grant arbeitet als Aushilfe in einem Antiquitätengeschäft, das auf alte Textilien, wie Wäsche, Kleidung und Quilts, spezialisiert ist.
Als eines Tages ein Fremder den Laden betritt, fühlt Rachel sich mehr als bedroht, doch die Schritte ihres Arbeitgebers im Flur schlagen den Fremden in die Flucht. Seltsamerweise lässt der Mann vor der Tür einen Plastiksack stehen, der wunderschöne alte Quiltdecken enthält. Rachel erkennt sofort den Wert der Decken und ist besonders von einer sehr schmutzigen Decke fasziniert, und sie hat das Gefühl, als ob diese Decke speziell für sie gemacht sei.
Aber die alte Decke hat ihre eigene Geschichte: Rachel merkt sehr schnell, dass diese Decke Geheimnisse in sich birgt, an der Rachel besser nicht rühren sollte. Aus ihren Studien der Volkskunst weiß Rachel, dass in alten Zeiten Schutzzauber in Stoffe gewoben wurden, die für Hochzeits- oder Totenfeiern bestimmt waren.
Und in das außergewöhnliche Muster der Decke muss ein böser Zauber eingewoben worden sein, denn um so mehr Rachel an dieser Decke arbeitet, um so mehr verändert sie sich und tut alles, um die Menschen, die ihr etwas bedeuten, zu zerstören.
=== Meine Meinung ===
Wer hier denkt, ein Buch in Händen zu halten, das viel über Quiltarbeiten und Patchwork beschreibt, wird enttäuscht sein.
Hier geht es mehr um die Geschichte der Rachel in der Gegenwart, ihre Sorgen, ihre Nöte, wie sie an den Aushilfsjob gekommen ist, wie nett sie von Cheryl´s Familie aufgenommen wird und dann auf einmal mit dem Geheimnis vergangener Zeiten konfrontiert wird und beinahe daran zugrunde geht.
Denn, was hat es mit dieser Decke auf sich?
Wieso lässt der Fremde die Decken auf der Veranda stehen?
Warum wurde die ehemalige Besitzerin dieser Quilts ermordet?
Was für ein böser Zauber entspringt dieser Decke?
Wieso scheint dieser Zauber nur bei Rachel zu wirken?
Warum versucht Rachel mit aller Gewalt ihre Chefin Cheryl zu verletzten, ja zu zerstören?
Warum verliebt sich der Ehemann von Cheryl, Tony, in Rachel?
Warum überhaupt wurde dieser Quilt mit einem bösen Zauber versehen?
Kann der böse Zauber von Rachel genommen werden?
Wieder viele Fragen, die sich während des Lesens wie Perlen aneinanderreihen.
Obwohl klar und verständlich geschrieben, sollte man sich für dieses Buch dennoch Zeit lassen. Es ist spannend geschrieben, so dass ich es mal wieder kaum aus der Hand legen konnte.
Hier fehlt natürlich auch nicht der nötige Schuss Romantik. Natürlich lernt Rachel einen Mann kennen, der alles tun würde, um sie von dem Fluch zu befreien und versucht, sie zu schützen.
Die übersinnlichen Dinge, die hier einfließen, sind so geschildert, als wären auch sie real. Man kann nachvollziehen, warum der Quilt mit einem Fluch belegt wurde und was die Näherin dazu veranlasst hat. Hier geht es um Liebe und um Schmerz und die Tatsache, etwas verloren zu haben.
Es ist ein ideales Strand- oder Urlaubsbuch, da sich die Geschichte sehr leicht und locker lesen lässt.
Sehr unterhaltsam beschreibt Barbara Michaels, wie sich der Zauber auf Rachel auswirkt, was für „Dinge“ sie anstellt und die Bemühungen der anderen, den bösen Zauber von ihr zu nehmen.
Wer also den Mix aus Romantik, Spannung und Übersinnlichem mag, dem kann ich die Bücher von Barbara Michaels sehr empfehlen.
=== Zur Autorin ===
Barbara Michaels wurde 1927 in Illinois geboren und studierte an der Chicago University Ägyptologie.
Unter ihrem richtigen Namen - Barbara Mertz - veröffentliche sie schon Tatsachenromane.
Allerdings schreibt sie auch noch Bücher unter ihrem anderen Pseudonym - Elizabeth Peters -
So z.B. die Bücher aus der Amelia Peabody Serie:
- Der Fluch des Pharaonengrabes
- Im Schatten des Todes
- Schatten im Mondlicht
um nur einige zu nennen.
Vielleicht kennt ihr auch die Bücher der Vicky Bliss-Serie oder die der Jaqueline Kirby.
=== Das Buch ===
Original-Titel „Stitches in Time“, erschienen 2/2000 im Heyne-Verlag unter der ISBN-Nummer 3-453-15219-0. Es kostet zurzeit 6,95 € und hat 298 Seiten. weiterlesen schließen -
Wer sind die Bösen, wer die Guten? (Mario und der Zauberer/Mann Thomas)
02.08.2002, 14:34 Uhr von
Redwing51
Bin ein noch-Schüler aus Berlin, der richtig Spaß an Yopi und allen Mitglieder gefunden hat. Das ...Pro:
guter Hintergrund, leicht verständlich geschrieben (Stil), geringe Seitenanzahl
Kontra:
anfangs nicht gleich verständlich
Empfehlung:
Nein
Die Novelle Mario und der Zauberer wurde von Thomas Mann verfaßt und erschien erstmals im Jahre 1930. Hier wird eine sehr ernste, mit Schreckensbildern verbundene Geschichte erzählt, die den italienischen Faschismus als Hintergrund trägt. Ich sage schon vorab, dass man diese Novelle unbedingt mal lesen sollte, falls es wieder Schnellklicker gibt...
Kurz zu Thomas Mann
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Er wurde 1875 in Lübeck geboren und ging 1893 nach München, wo er eine Ausbildung als Versicherungsfachmann genoß. Mann war ein viel reisender in seinem Leben. So verbrachte er zwei Jahre in Italien, wo seine erste Novelle „Der kleine Herr Friedemann“ entstand.
Später zog es ihn nach Tschechien und kurze Zeit danach auch in die Schweiz. Dort kam er aber mit vielen Leuten nicht zurecht, die seine Qualitäten als Autor falsch einschätzten und beurteilten und so sah er seinen nächsten Ausweg in die USA positiv entgegen.
In seiner neuen Heimat kam er bedeutend besser an und verfaßte bekannte Werke wie den Josephsroman oder „Doktor Faustus“.
Er zeichnete sich vor allem durch psychologisch, schwer verständliche Charaktere in seinen Werken aus und hatte eine Vorliebe für Gegensätze. Das sieht man auch sehr schön bei „Mario und der Zauberer“, dass er Charaktere mit den Bürgern bzw. Gesellschaft konfrontiert und dabei alles selbstverständlich, aber dennoch schaurig wirken läßt.
Starke Interessen lagen bei ihm auch in der Politik und Philosophie, nicht umsonst eiferte er stark Nietzsche und Schopenhauer nach.
1929 erhält er den Nobelpreis für Literatur und geht somit in die deutsche Geschichte ein.
1955 starb Thomas Mann in Kilchberg bei Zürich.
Die Novelle
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Wie bereits erwähnt erschien sie 1930 und ist eine Erzählung in der Ich-Perspektive. Ein Mann mit seiner Frau und seinen beiden Kindern unternehmen eine Reise nach Italien (Torre di Venere) und wollten dort schlichtweg Urlaub machen.
Schnell wird einem die Botschaft und die Haltung der Italiener gegenüber Touristen ins Gesicht gedrückt, indem die gesamte Familie aufgrund eines kleinen Krankheitsfalles der Tochter das Hotel verlassen und somit in eine nächstgelegene Unterkunft umziehen muss, was sie aber nicht tun, sondern noch einige Tage verweilen und sich mit den Verantwortlichen auf eine weitere Woche einigen.
Nach ein paar Besichtigungen im Ort fällt der Familie eine plötzlich auftretende Unruhe auf, die aber nicht sonderlich negativ erscheint. Ein Zauberer namens Cipolla kommt in die Stadt und will das Publikum mit seinen Fähigkeiten zu unterhalten, beglücken.
Weil alle Kinder und Eltern sowie Touristen des Ortes in diese Vorstellung gehen wollen, macht sich auch die vierköpfige Familie auf und möchte den Zauberer mit seinen ganzen Künsten bestaunen.
Im Saale angekommen erblicken sie einen schrecklichen Cipolla, ein Mann mit scharfem, zerrüttetem Gesicht, stechenden Augen, faltig verschlossenem Munde ... Hinzukommt seine Ernsthaftigkeit, Ablehnung alles Humoristischen, auch jene gewisse Würde und Selbstgefälligkeit des Krüppels.
Das gesamte Publikum ist geschockt nicht nur aufgrund seines Äußeren, sondern auch wegen seiner Vorstellung und Umgang mit den Personen aus dem Auditorium.
Warum jetzt Schreckensbilder? Mit seiner Optik und ständigen Schlägen mit der Reitpeitsche versetzt er die Kinder in Angst und erweckt nicht viel positives Ansehen.
Er versucht sich und wirkt als selbstherrlich und wunderbar sowie allmächtig mit seinen Rechenspielen und psychologischen Tricks.
Das zieht sich durch die komplette Vorstellung, welche ein tragisches Ende nimmt. Der junge Kellner Mario (ein Mann aus dem Ort) wird in eine andere Welt verzaubert und soll in Cipollas Augen seine Geliebte sein für einen kleinen Augenblick. Wider Willen wacht Mario auf und erschießt den schrecklichen Zauberer. Die Kinder schliefen bereits und wachten ebenso unverhofft wie Mario auf.
Die Novelle ist mit einer schrecklichen Katastrophe zu Ende, die die Kinder nicht so recht begreifen und auch nicht begreifen dürfen. Das Publikum stürzt sich auf den Mörder und überwältigen ihn.
Die weitere Interpretation versuche ich jetzt darzulegen.
Interpretation
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Daß Cipolla ein beeindruckender Künstler mit großen Fähigkeiten ist, bleibt unbestritten.
Seine eindrucksvolle Show und Darbietung bestätigte sich vor allem auch bei den Kindern. Nach seiner ersten Vorstellung mit Giovanetto, wo er ihn hypnotisierte und ihn sogar dazu brachte seine Zunge dem Publikum entgegenzustrecken, wie er später kaum zu glauben mochte, lachten die Kinder von Herzen und man kümmerte sich nicht weiter um Giovanotto, sondern wandte dem Künstler die komplette Aufmerksamkeit zu. (nachzulesen auf S.24).
Man war somit richtig verblüfft von seiner Vorstellung und Zauber.
Ein anderes Beispiel für seine eindrucksvolle Show bietet Seite 27.
„Das Zahlenspiel, das Cipolla nun anstellte, war ebenso einfach wie durch seine Pointe verblüffend“.
Er fuhr seine Künste fort mit weiteren Rechen- und Gesellschaftsspielen bis an den Punkt, wo es meiner Meinung nach, kritisch und ernst wurde. Das gibt eigentlich schon Aufschluß über ein vorgezeichnetes Ende.
Cipolla begann mit der Hypnose der Frau Angiolieri, eine Dame mit hohem Ansehen und politischer Macht. Er läßt die Beziehung von Angiolieri mit Eleonora Duse auffliegen und greift somit ins Privatleben von ihr ein. Hierbei ist eine Steigerung zu seinen vorherigen Hypnosen und Spielchen, die aber als lustig und als Unterhaltung verstanden wurden.
Auf Seite 41 erkennt man die bevorstehende Katastrophe besser, wo gesagt wird: „Man möchte wissen, wie ein Abend sich fortsetzen wird, der so begonnen hat ..., dass er einen Sack keineswegs geleert haben und eine Steigerung der Effekte zu erwarten sei“.
Ein weiterer Anhaltspunkt: „Die Atmosphäre schien geladen“.
Das gesamte Publikum wird in Cipollas Bann gezogen und wissen nicht mehr recht, wem sie eigentlich unterliegen. Einem Mann, der den Faschismus unterstützt und dafür auch noch gerade steht. Wie einfach ein so großes Publikum zu überzeugen ist und wie einfach vor allem politische Gedanken und Hintergründe durchzusetzen sind, zeigt dieses Buch.
Mann deutet diese faschistische Grundhaltung der unfreundlichen Italiener in ihrem Verhalten an, ohne dabei direkt zu werden oder Namen als Vergleiche dienen zu lassen.
Fremdenhaß und übersteigerter Nationalismus zu dieser Zeit sind Ausdruck für die komplette Geschichte. Gewalt wird mit Spielchen gleichgesetzt und das zeigt die eigentliche Macht der Italiener, die es immer wieder verstehen Leute mit Einfachheit zu überzeugen und Probleme andeuten, die niemand erkennt.
Herrschaft, Macht, vielleicht sogar ein gewisses maß an Führerschaft verkörpert Cipolla in sich und somit für das gesamte Regime. Gierig nach mehr und dafür unschuldige Bürger zu quälen ist das bezeichnende Merkmal dieser Zeit. Alles das wird in so einem kleinen Büchlein aufgezeigt, welches für mich einfach nur genial geschrieben wurde und wieder mal zum Nachdenken des zu erfassenden Hintergrundes anregt.
Zu guter letzt noch eine kleine Interpretation des Endes. Nachdem Mario nun in Hypnose versetzt wurde und auch der Macht des Zaubers unterliegt bzw. dem Willen und den Entscheidungen nachgeben muss, nimmt die Tragödie seinen Lauf.
Er erschießt ihn, weil er sich bedroht und in seinem Individuum gestört fühlte. Mario wollte einfach nur er selber sein und war auch sonst ein ruhiger, besonnener und höflicher Zeitgenosse.
Das Ende hat somit für mich 2 Seiten. Einerseits tragisch endend mit einem Mord, anderseits scheint das Regime aufgebrochen und die ganze Vorstellung zum Glück beendet. Es soll also doch noch Menschen geben, die sich nicht fügen wollen und gegen diese Macht antreten.
Dass sich dann aber wieder alle Menschen auf den Mörder stürzen und ihn für den Bösen halten, zeigt das Unverständliche der Bürger. Sie begreifen nicht, sondern gehen nur auf die Folgen anstatt auf die Ursachen ein.
Wie die Geschichte zeigt, hat sich jedoch einiges an diesem Regime geändert und vielleicht ist der erste Moment immer der schwerste zum begreifen, deswegen gebt Zeit zum Nachdenken und nehmt sie euch vor allem.
Fazit
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Ein Buch, welches man auf jeden Fall lesen muss, welches sich einfach liest und dennoch nicht ganz leicht verständlich ist. Eine geringe Seitenanzahl, wenig Charaktere und gut verständliche Sprache bzw. Stil machen dieses Werk zu einem Klassiker.
In diesem Sinne ...
©RedWing weiterlesen schließen -
Hexen, Gift, Geschichte und die Liebe :o)
02.08.2002, 13:04 Uhr von
bigmanu
Ein herzlicher Hallo an alle meine Leser!Ich heiße eigentlich Manuela, bin 39 Jahre alt und seit ...Pro:
lehrreich, schöne Bilder, kindgerechte Texte, interessant
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Als ich für unseren Urlaub packte, stand ich auch vor meinem Bücherregal, um mir etwas interessantes zum Lesen mit zu nehmen. Die Abende ohne Ciao können ganz schön lang werden *ggg*, und die Zusammenfassungen der Fußballspiele interessierten mich nicht die Bohne. Deshalb packte ich auch 3 gute Bücher ein, um für alles gerüstet zu sein.
Eines davon war ein historischer Roman von Judith Merkle Riley, „Die Hexe von Paris“. Dies Buch ist eines meiner liebsten dieser Autorin, obwohl ich auch alle anderen von ihr besitze und sehr gerne lese. Ich besitze dieses Buch in der Hardcoverausgabe und habe es vor einigen Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen. Der Preis für die Hardcoverausgabe lag so bei 20,00-25,00 Euro, es ist aber mittlerweile auch als Taschenbuch erhältlich. Obwohl ich dieses Buch schon mehrmals gelesen habe, fesselt es mich immer wieder. Deshalb möchte ich es euch heute einmal vorstellen.
Die Hauptperson in diesem Buch ist eine junge Frau mit Namen Geneviéve Pasquier. Sie lebt im Paris des 17. Jahrhunderts, zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig des Vierzehnten. Genevieve leidet an einem körperlichen Gebrechen, einer ihrer Füße ist länger als der andere. Von ihrer Mutter wird sie verachtet (weil ihr Vater sie liebt) und nur gering geschätzt. Geneviéve hat einen hellen Geist und liebt es mit ihrem Vater die römischen Philosophen zu studieren. Ihre Mutter bildet sich recht viel auf ihre vornehme Abstammung ein, und hasst ihren Mann, da dieser nicht versucht am Hofe sein Glück zu machen. Geneviéve´s ältere Schwester hat nur Interesse für Romane und Kleidung, ihr Bruder studiert Jura und ist ein recht trockener unangenehmer Zeitgenosse. Auch der Bruder von Geneviéve´s Mutter lebt im Haus, ein Wüstling, der sich von Frauen aushalten lässt. Neben ihrem Vater gibt es da auch noch die Großmutter, die eine Vorliebe für verbotene Schriften hat.
Trotz ihrer Behinderung lebt Geneviéve eigentlich mehr oder weniger glücklich, bis ihr Vater plötzlich erkrankt. Dieser wird von seiner Frau langsam vergiftet, da sie an sein angeblich im Ausland verstecktes Vermögen heran will. Trotz dem die Großmutter verdacht schöpft, ist es für Genevieve´s Vater zu spät, er stirbt an dem Gift das ihm seine Ehefrau langsam verabreicht. Und bevor die Großmutter es der Polizei melden kann, wird auch sie getötet. Nach dem Tod des Vater stellt sich heraus, das kein Vermögen vorhanden ist, auch wenn die Mutter und ihr Bruder versuchen das Geheimnis des Geldes aus Geneviéve heraus zu prügeln. Kurzerhand wird die 15jährige auf die Straße geworfen, worauf sie sich verzweifelt in die Seine stürzen will.
Doch sie wird von der Königin der Hexen von Paris daran gehindert. Catherine Montvoisin, auch die Schattenkönigin genannt, nimmt sie bei sich auf und bildet sie zur Wahrsagerin aus. Bei einem Besuch Geneviéve´s Mutter hatte die Schattenkönigin herausgefunden, das Geneviéve die seltene Gabe besitzt aus einem Wasserglas in die Zukunft zu sehen. Sie verspricht ihr Rache an ihrer Mutter und an deren Bruder, der Geneviéve missbraucht hat bevor sie hilflos auf die Straße gesetzt wurde.
Aus der 15jährigen Geneviéve wird die 150 Jahre alte Marquise de Morville, ein Produkt einer missglückten alchimistischen Verwandlung, die die Zukunft eines jeden Menschen voraussehen kann. Langsam wird Geneviéve immer bekannter und berühmter, wobei einige Verwandlungen ihre Behinderung mildern. Doch das geht nicht ohne Schmerzen ab, und sie schließt Bekanntschaft mit einem Stoff der ihr die Schmerzen nimmt – Opium. Trotzdem steigt sie in allerhöchste Kreise auf, und taucht ein in das Labyrinth der Hexen, Magier, Alchimisten und abtrünnige Priester. Das Geschäft blüht, vor allem für Geneviéve. Bis in die Kreise des Königshofes steigt sie auf, wo sie der Mätresse des Königs, der Marquise de Montespan die Zukunft voraussagt.
Doch Geneviéve passt nicht in diese Gesellschaft, zu sehr wird sie von ihrer Vernunft und ihrer Logik behindert. Sie verliebt sich und gerät in Gefahr, als die Polizei den Giftmischern in Paris auf der Spur ist und auch ihr Geheimnis gelüftet wird. Wird sie sich von den Hexen lösen können und hat ihre Liebe eine Chance? Wer es wissen will, der sollte sich das Buch kaufen ;o)))
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich war richtig enttäuschst, als ich die 533 Seiten zu Ende gelesen hatte. Der geschichtliche Hintergrund ist sehr interessant, so hat des die Schattenkönigin und die Hexen von Paris wirklich gegeben. Auch die Verstrickung der Mätresse des Königs, Madame de Montespan, in die Giftaffairen ist geschichtlich belegt. Doch alle Beweise wurden vom König selbst vernichtet. Er konnte es wohl nicht ertragen, das eine ihm nahestehende Person in Giftmischerei und Mord verwickelt ist, und hat alles unterdrückt. Und die Bemühungen von Madame de Montespan um die Gunst des Königs haben auch wenig genützt. Sie soll einsam und vom Hofe verbannt gestorben sein. Die Autorin hat dies alles am Ende ihres Buches nochmals kurz erläutert.
Das Buch ist meiner Meinung nach sehr gut geschrieben, man wird förmlich in diese Zeit zurück versetzt und erlebt die Abenteuer von Geneviéve mit. Ich konnte mich gut mit unserer Heldin identifizieren und empfand das Buch als sehr spannend und kurzweilig. Allein die Tatsache, das ein 15jähriges Mädchen ihre Umwelt so täuscht, und sich mit ihrer Wahrsagerei über die Runden bringt, fand ich sehr einfallsreich. Auch der Schreibstil, in der Ich-Form, gefällt mir gut, weil man dann der Heldin quasi über die Schulter schaut und alles aus ihrer Sicht heraus miterlebt. Außerdem ist Geneviéve eine Außenseiterin, auch als sie in die Gesellschaft der Giftmischer übertritt. Das macht sie noch interessanter und für mich auch sympathischer. Sie ist keine klassische Schönheit, macht aber mit ihrem Verstand und ihrer Logik ihren Weg. Und das in einer Gesellschaft, in welcher der Mann meist immer das letzte Wort hat.
Mein Fazit:
Ein spannender historischer Roman, den ich sicherlich nicht das letzte Mal gelesen habe. Trotz mehrmaligen Lesen wird er nicht langweilig, es macht einfach Spaß die Geschichte von Geneviéve zu lesen. Auch geht die Autorin auf viele Einzelheiten ein, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ich kann deshalb auch nur alle fünf Sterne verteilen und empfehle dieses Buch uneingeschränkt an euch weiter.
Gruss von Eurer BigManu
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-02 11:04:48 mit dem Titel Wer will fleißige Bauarbeiter sehen...
der muss zu meinen Minimonstern gehen ;o)))
Bauarbeiter stehen bei uns ja seit dem es „Bob den Baumeister“ gibt hoch im Kurs. Natürlich haben meine Kinder einen gelben Bauhelm und die Werkbank meines Sohnes ist ständig im Einsatz. Da wird gehämmert, geklopft, gesägt und geschraubt. Und wenn wir draußen sind wird ordentlich gegraben und viel Erde bewegt. Der Berufswunsch meines Sohnes im Moment : Bauarbeiter (was sich aber schnell wieder ändern kann *ggg*) !
Vor einigen Wochen, als wir im Urlaub waren, habe wir durch Zufall ein schönes Bilderbuch aus der Wieso?Weshalb?Warum?-Reihe in einem Buchladen entdeckt, das wir den Kindern gleich gekauft haben. Es heißt „Auf der Baustelle“, ist im Ravensburger Buchverlag erschienen und kostet 12,95 Euro. Es ist ein Pappbilderbuch, und die dicken Seiten sind wie in einem Ringbuch gebunden. Die Texte in diesem Buch sind von Patricia Mennen, die wirklich schönen Illustrationen von Wolfgang Metzger. Unter der ISBN-Nr.3473332747 kann dieses Buch in jedem Buchladen bestellt werden. Geeignet ist es für Kinder ab 3 Jahren.
Meine Kinder lieben dieses Buch, genau wie auch alle anderen Bücher, die wir aus dieser Reihe besitzen. Habt auch ihr einen kleinen Baumeister oder Baumeisterin im Haus, dann ist dieses Buch mit Sicherheit ein passendes Geschenk für den oder die Kleinen.
Hier einmal der Inhalt dieses Bilderbuches, der 16 Seiten umfasst:
Auf den ersten beiden Seiten erfahren wir erst einmal, was auf einer Baustelle geschieht. Hier ist eine sehr große Baustelle abgebildet, wo verschiede Häuser gebaut werden, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Man sieht, wie ein Keller ausgehoben wird, wie bei einem Fertighaus die Einzelteile aufgestellt werden, und wie ein Dach gedeckt wird. Erklärt wird das Ganze durch einen kleinen Text, der sich prima vorlesen lässt.
Die folgenden beiden Seiten zeigen dann genauer, wie ein Haus langsam entsteht. Hier gibt es auch wieder die Klappen zum Öffnen, die so typisch für diese Kinderbuchreihe sind. Mein Sohn findet das besonders interessant, da meine Schwägerin mit ihrem Mann gerade ein Haus baut, und er so einen fortschreitenden Hausbau auch noch in Natura bewundern kann. So hat das Buch eine ganz andere Bedeutung für ihn bekommen. Auch die Entstehung eines Fertighauses wird auf diesen Seiten gezeigt und erklärt.
Etwas größer wird es dann auf den nächsten beiden Seiten, wo erklärt wird, wie auf einer Großbaustelle gearbeitet wird. Unheimlich viele Bauarbeiter mit gelben Helmen wuseln hier durchs Bild, und es wird auch erklärt, wer alles auf einer Baustelle arbeitet. Es werden auf einer Klappe die Werkzeuge eines Bauarbeiters gezeigt, und dahinter dann die Erklärung, welchen Beruf dieser Bauarbeiter ausübt und was er so macht.
Wie man aus einem alten Haus ein neues macht, das zeigen die nächsten beiden Seiten, wo Bauarbeiter eifrig dabei sind, ein altes Haus zu renovieren. Und auf der Seite daneben dar das Kind dann raten, zu welchem Beruf welche Werkzeuge gehören. Die Antwort findet sich dann wie immer hinter der Klappe. Das gefällt meines Sohn auch sehr gut, und er hat das Buch schon so oft angesehen und vorgelesen bekommen, das er die Antwort auswendig kann :o)))
Auf einer Baustelle dürfen natürlich auch die Baufahrzeuge und Baumaschinen nicht fehlen, das weiß jeder eifriger Bob der Baumeister Fan. Und auch in diesem Buch fehlen sie natürlich nicht, und so können wir sie auf den nächsten beiden Seiten bewundern. Es gibt dazu auch Erklärungen über die Tätigkeiten und den Einsatz dieser Fahrzeuge und Maschinen. Und bei einigen kann man durch die angebrachten Klappen sogar ins Innere sehen und die Funktionsweise herausfinden.
Noch ein Thema, das für uns im Moment sehr interessant ist, ist das, welches auf den nächsten beiden Seiten dieses Buches behandelt wird. Hier geht es nämlich darum, wie Straßen gebaut werden und was sich unter einer Straße befindet. Und weil im Moment hier in so gut wie jeder Stadt scheinbar sämtliche Straßen aufgerissen werden, haben wir auch hier sehr viel Anschauungsmaterial in Natura. Mein Sohn findet so eine Straßenbaustelle echt toll, wir eher weniger, wenn wir mal wieder so lange im Stau stehen.
Auch auf den folgenden beiden Seiten geht es noch um den Straßenbau, hier aber mehr im Großen. Und hier wird auch gezeigt, wie Brücken gebaut werden. Das finden sogar Mama und Papa noch interessant, und da macht das Vorlesen und Erklären um so mehr Spaß. Bei den vielen Bildern hat man auch jede Menge zu erklären und zu kommentieren. Man sollte sich deshalb als Eltern auch Zeit nehmen, wenn man dieses Bilderbuch vorliest.
Auf den letzten beiden Seiten befindet sich dann ein Baustellen-ABC. Hier werden von A bis Z verschiedene Gegenstände gezeigt, die in diesem Buch vorgekommen sind. So wird noch spielerisch das ABC gelehrt. Das gefällt mir wirklich sehr gut, und meinen Sohn interessiert es auch sehr.
Wie ihr schon aus meiner Beschreibung des Inhaltes ersehen konntet, sind nicht nur meine Kinder von diesem Buch begeistert. Zwar ist das Interesse meiner 2jährigen Tochter noch nicht so groß, aber ihr fehlt im Moment einfach noch die Geduld, solange zu sitzen und sich das Buch in aller Ruhe anzusehen. Doch mein Sohn liebt dieses Buch, und er hat schon eine Menge dazugelernt, was die Tätigkeiten eines Bauarbeiters betrifft.
Mir gefallen an diesem Buch vor allem die schönen Bilder und die wirklich kindgerechten Texte. Und die Klappen zum Öffnen sind natürlich der Clou, weil sich immer etwas Interessantes dahinter verbirgt. Man kann es prima vorlesen, und die Bilder liefern jede Menge Stoff für Fragen auf Seiten meines Sohnes, und Antworten von mir und meinem Mann. Und wenn wir einmal keine Antworten haben, dann wird unser Opa gefragt. Der ist nämlich gelernter Zimmermann, und mit ihm macht das Anschauen dieses Buchens noch mehr Spaß :o)
Mein Fazit:
Das Buch „Auf der Baustelle“ aus der Wieso?Weshalb?Warum?-Reihe ist, wie auch die anderen Bücher dieser Reihe nicht nur schön anzusehen, sondern auch extrem lehrreich und fördert auch noch die Neugierde der Kinder. Hier werden Tätigkeiten aus dem täglichen Leben beschrieben, die das Interesse der Kinder wecken. Und ganz besonders toll ist es, wenn man sich diese Tätigkeiten dann auch noch in Natura anschauen kann. Ich kann dieses Buch nur zu hundert Prozent weiterempfehlen und vergebe deshalb auch hier alle fünf Sterne. Vielleicht auch ein tolles Geschenk für Weihnachten?
Gruss von Eurer BigManu weiterlesen schließen -
Mitterhofer, Sepp: Es blieb kein anderer Weg; Die Bombenjahre in Südtirol
28.07.2002, 08:55 Uhr von
Mhkize
Ausbildung als Ing.(FH) mit umfangreicher Erfahrung in Bauphysik, Schallschutz, Feuerschutz, Wärm...Pro:
Zu empfehlen für alle, die sich über die jüngste Geschichte euiropas interessiern.
Kontra:
sieh Bericht
Empfehlung:
Nein
Es blieb kein anderer Weg
Zeitzeugenberichte und Dokumente aus dem Südtiroler Freiheitskampf
Herausgeber: Sepp Mitterhofer, Günther Obwegs
Druck: Veresco, Auer/Südtirol
ISBN-Nummer: 88-8300-008-0
Seiten 363
Vorwort zur Buchbeschreibung:
Um den Inhalt des Buches in dieser Beschreibung verständlich zu machen, ist es notwendig kurz auf die Hintergründe einzugehen. Der Leser des Buches erfährt dies jedoch im Buch selbst.
Südtirol war bis nach dem ersten Welt mit den anderen Teilen von Tirol – Nord- und Osttirol – ein Einheit und waren 550 Jahre in die Österreichisch-ungarische Monarchie integriert.
Beim Friedensvertrag von San German im Jahre 1919 wurde Südtirol aus dem Land Tirol herausgerissen und Italien zugeschlagen. Seit dieser Zeit versuchte der italienische Staat mit allen Mittel Südtirol zu assimilieren, um dies zu erreichen wurden:
Industriebetriebe aus den Boden gestampft in denen kein Südtiroler ein Arbeit bekam.
Der soziale Wohnungsbau wurde mit erheblichen staatlichen Mitteln forciert und 97% dieser Wohnung wurden der italienischen Bevölkerung zugeschlagen, die hierfür in Süditalien rekrutiert wurden. Der Leser wird im Buch aber immer wieder mit diesen Tatsachen konfrontiert.
Alle öffentlichen Stellen wurden mit Süditalienern besetzt, auch wenn diese des Schreibens und Lesens nicht fähig waren.
Viele Südtiroler mussten die Heimat verlassen und im Ausland Arbeit und Wohnung suchen.
Diese Politik wurde auch nach dem zweiten Weltkrieg fortgeführt. Politischen Bemühungen diesen Zustand auf friedliche Art zu ändern blieben erfolglos.
So habe sich viele Tiroler zusammengeschlossen und haben zu Terrorakte gegriffen um die Weltöffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Hauptaktion war im Jahre 1961 und ist als "Feuernacht" in die Geschichte eingegangen.
Viele dieser Aktivisten wurden von der italienischen Polizei verhaften.
Soweit die Vorgeschichte.
Im ersten Teil des Buches berichten die Häftlinge:
welchen unmenschlichen Folterungen bei den Verhören durch die italienische Polizei sie ausgesetzt waren;
über ihre Gefangenschaft in den verschiedenen italienischen Gefängnisse;
wie sie versuchten die Zeit im den Gefängnis für sich selbst zu nutzen.
Für mich war es sehr erschüttern, als ich diese Berichte las. Diesen Folterungen haben zum Tod von drei Häftlingen geführt.
Im zweiten Teil berichten die Mütter und Frauen der Häftlinge:
über ihren Kampf, die Familien zu ernähren, die Kinder alleine zu erziehen, die Männer in den Gefängnissen zu besuchen usw;
wie diese Frauen versuchten sich gegenseitig zu helfen und beizustehen;
Berichtet wird aus dem Leben der Aktivisten, die sich der Verhaftung durch die Flucht nach Österreich entziehen konnten, über ihr Heimweh, die sorgen um die Familie und über den Auftragsmord an Luis Amplatz, der von den italienischen Geheimdienst angeordnet wurde.
Sie erfahren,
wie die italienische Justiz die Sippenhaft anwendete, um so geflohene Aktivisten zur Rückkehr zu veranlassen;
Geheimdienste aller Art, allen voran der italienische Geheimdienst, sich die Situation für die eigenen Ziele ausnutzte;
politische Urteile gefällt wurden;
viele Südtirol-Aktivisten auch heute noch Südtirol nicht betreten dürfen;
politische Erpressungen stattfanden, usw.
Das Buch beinhalte auch ein Liste aller Gefangenen mit der Angabe der Haftstrafen, die sie verbüßen mussten.
Das beinhalte viele Abbildungen, wie originale Zeitungsausschnitte, handgeschriebene Briefe, gefällte Strommasten u.v.a.
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, da stellte ich mir die Frage: "Wie ist es möglich, dass Italien als vollwertiges Mitglied in de EU akzeptiert wird, obwohl es bis heute von diesen Gräueltaten nicht distanziert und sich entschuldigt hat.
Das Buch kann allen empfohlen, insbesondere aber jenen, die sich mit Menschenrechtsverletzungen auseinander setzten, und jenen, die sich für die jüngere Geschichte in Europa interessieren.
Das Buch ist ein Zeitdokument, sollte aber nicht von jenen gelesen werden, die ein schwaches Gemüt habe. Mir bliebt oft der Atem im Halse stecken und ich war zu Tränen gerührt. weiterlesen schließen -
DIE SUCHE
24.07.2002, 16:49 Uhr von
Peter3110
Hallo Leute! Ich bin 18 Jahre alt und schreibe eigentlich über alles was mir so vor die Nase komm...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Der Leser findet sich am Ende des 19.Jahrhunderts wieder. Er ist zur Gast an einem Konvikt (Internat), das von den kommenden Eliten der österreichischen K&K-Monarchie (Kaiser und König) besucht wird.
Die Geschichte „Die Verwirrungen des Zögling Törleß“ von Robert Musil dreht sich um den jungen Törleß, der wegen seines großen Ehrgeizes seine Eltern dazu gebracht hat ihn auf das Konvikt zu schicken.
Jetzt aber erst einmal kurz ein paar Sätze zum Inhalt und zum Handlungsablauf dieses Romans.
Der Inhalt
Der junge Törleß wird auf sein persönliches Drängen hin im Konvikt aufgenommen. Diesen Entschluss bereut er jedoch nach kurzer Zeit, da er großes Heimweh nach seinen Eltern hat.
Nachdem dieses Heimweh endlich schwächer wird, gewinnt er endlich seinen ersten Freund, einen jungen Prinzen. Wegen der Religiosität des Prinzen kommt es jedoch zum Streit, woraufhin der Prinz das Konvikt verlässt.
Der junge Törleß findet sich durch diesen Vorfall noch schlechter im Konvikt zurecht, besonders auch weil der Prinz wegen seiner nicht so ausgeprägten Männlichkeit oft die Zielscheibe des Hohns der anderen Zöglinge wurde.
Nun begibt sich Törleß jedoch in eine Gruppe von Schüler, die sich durch ihre Rohheit und Rücksichtslosigkeit auszeichnen. Die Anführer dieser Gruppe sind Beineberg und Reiting. Diese beiden zeichnen sich durch ihre merkwürdigen Chraktereigenschaften aus.
Beineberg ist vom buddhistisch-spirituellen bewegt, während Reiting glaubt er sei von hoher Abstammung und werde man die Herrschaft übernehmen. Sie ekeln Törleß zwar an, doch er genießt es ihr „Generalstabschef“ zu sein.
In dieser Situation gewinnt er endlich ein gewisses Maß an Stabilität, dass ihm bisher so gefehlt. Nun ereignet sich jedoch ein Vorfall im Konvikt, der das Leben des Törleß entscheidend verändern wird.
Ein Mitzögling (Mitschüler) Basini stiehlt Reiting Geld. Basini, der aus verarmten adligen Hause stammt, muss nun alles machen, was die drei von ihm verlangen. Dies geht so weit, dass Basini ihnen auch in sexuellen Dingen folgen muss.
Nach einer Reihe von zum Teil Menschen verachtenden Experimenten, von denen sich Törleß immer weiter abwendet, liefern Beineberg und Reiting Basini dem Zorn der Schüler aus. Törleß flieht daraufhin, kommt kurz nach dem Vorfall in das Konvikt zurück. Nach einem Gespräch, in dem Törleß in die Tiefe seiner Seele sieht, verlässt Törleß endgültig das Konvikt.
Interpretation
„Die Verwirrungen des Zögling Törleß“ ist das erste Werk des Robert Musil, in dem er sicher auch autobiographische Inhalte einbringt, die aber nicht den Kern dieses Romans bilden.
In diesem Roman geht es um die Suche des jungen Törleß nach der Kraft seiner Seele und wohl auch nach der Erkenntnis an und für sich.
Diese Suche wird dem Leser unheimlich deutlich gemacht, da Musil es versteht dem Gang der Gedanken zu folgen und sie dem Leser nahe zu bringen.
Törleß durchlebt während der Geschichte eine starke Entwicklung. Diese ist durch eine Reihe von „Experimenten“ gekennzeichnet. Das erste „Experiment“ ist die Freundschaft mit dem jungen Prinzen. Für Törleß war diese Freundschaft auf Grund der Religiosität des Prinzen ein Abgleiten in das Irrationale. Diesen Weg verlässt er jedoch, als er mit der „Keule der Logik“ dieses Konstrukt zerschlägt. Man kann als weiteres Experiment seine Heimweh nennen. Ich denke jedoch, dass dies der Anstoß für diese „Experimente“ ist, da Törleß merkt was für eine unglaubliche Kraft in ihm schlummert und nur darauf wartet hervor zu brechen.
Das nächste „Experiment“ ist die Leidenschaft, die er für die Prostituierte Bozena empfindet, von der er sich jedoch bald wieder abwendet und auch keine sexuelles Verhältnis mit ihr hat.
Nachdem diese „Experimente“ nicht sehr ertragreich für Törleß war und die Leere in ihm immer wieder zurückkam, suchte er nun im Bereich des Rationalen, nämlich im Bereich der Mathematik, da er nicht verstand, wie es sich mit den imaginären Zahlen verhält. Doch auch hier kam er nicht weiter, da sein Lehrer es nicht vermochte ihm diese Dinge befriedigend zu erklären. Da er also im imaginären nicht vorankam, suchte er im Bereich des „Natürlichen“. Weshalb er sich auch nicht gegen die Annäherungsversuche des Basini wehrte, der Törleß gewinnen wollte, damit dieser ihm beistehen sollte.
Nach seiner Flucht, die das Ergebnis seiner inneren Verwirrung war, eröffnet er seinen Lehrern seine „Erkenntnisse“ und Erfahrungen. Hier liegt ein großer Interpretationshorizont. So interpretiert der Verlag, dass Musil den Törleß von dem „Bösen“ im Menschen sprechen lässt und so auf den Faschismus vorgreift. Diese Interpretation übernimmt auch ein preisgekrönter Film über diesen Roman, doch ich denke, dass Musil es eher um die Psychologie des jungen Törleß geht, als um den Hintergrund und die anderen handelnden Personen. Man kann trotzdem sagen das einige Verhaltensweise in diese Richtung zeigen, aber das Hauptthema ist ein anderes.
So hat Törleß durch seine Entwicklung eine bessere Sicht auf die Dinge des täglichen Lebens und vermag es hinter die Dinge zu sehen.
Fazit
Auch wenn viele meiner Stufenkollegen in der Schule nur wenig für dieses Buch übrig hatten, hat es mich durch seine Erzählweise gefesselt. Es ist grandios, wie Musil es vermag seelische Vorgänge in einer fast bedrückenden Dringlichkeit zu beschreiben.
So mag uns auch die Handlung fern sein, doch trotzdem kann ich jedem dieses Buch nur empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare. weiterlesen schließen -
Schön und extrem gleichzeitig. (Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers)
12.07.2002, 14:08 Uhr von
dreamweb
*Momentan im Home-Office* - Derzeit schreibe ich für Yopi, Ciao, Mymeinung und X-Zine. Liebe Grüß...Pro:
interessant und auch spannend
Kontra:
Handlung läuft in verschiedenen Zeiträumen ab
Empfehlung:
Nein
Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers habe ich mir eher zufällig im Club mitgenommen. Das Buch sah vom Schutzumschlag sehr interessant aus und die Kurzzusammenfassung auf der Rückseite gefiel mir auch. Hier meine Meinung dazu.
INHALT
Der zwölfjährige Gustav begegnet auf einer Seereise, in der er in Seenot gerät, dem Tod und seiner Schwester. Nachdem der Tod und die Schwester sich um seine Seele streiten, erfährt Gustave von einer Möglichkeit, seinem Tod zu entrinnen. Er muss sechs Aufgaben lösen, die der Tod ihm vorgibt. Dazu gehören das Befreien einer Jungrau aus der Gewalt eines Drachen, die Durchquerung eines Waldes voller Gespenster, das Erraten der Namen dreier Riesen, dem Tod den Zahn des schrecklichsten Ungeheuers zu bringen und sich selbst zu begegnen. Die sechste Aufgabe bekommt er vom Tod dann persönlich gestellt, sobald er ihn auf dem Mond aufsucht und alle fünf anderen Aufgaben gelöst hat.
Da Gustav keine andere Möglichkeit hat, geht er auf die Aufgaben ein, denn er möchte mit seinen 12 Jahren nicht schon sterben. Und ehe er sich versieht, steckt er schon in der ersten Aufgabe, die unlösbar scheint....
MEINUNG
Wilde Reise durch die Nacht ist ein Buch, das wohl trotz des Alters der Hauptfigur eher für Erwachsene oder ältere Kinder gedacht ist. Meinen Nichten und Neffen würde ich das Buch wegen der happigen Abenteuer bzw. des düsteren Themas und Stils erst mal nicht in die Hände geben.
Neben der Geschichte ist das Buch aber auch eine zeichnerische Besonderheit. Denn es ist eine Kombination der Geschichte mit Gustav um die Bilder von Gustav Dore herum. Insgesamt gibt es 21 dieser kunstvollen aber auch sehr düsteren Bilder, um die meiner Ansicht nach die Geschichte Gustavs herumgeschrieben wurde. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die Zeichnungen in Ruhe zu betrachten. Und die Geschichte mit dem kleinen Gustav ist hier sehr passend dazu geschrieben worden.
Gustav Doré hat von 1832 bis 1883 gelebt und war der meistverbreitetste Illustrator des neunzehnten Jahrhunderts. Er stattete 221 Bücher, darunter Cervantes Don Quichote. Dantes Inferno und die komplette Bibel mit seinen Zeichnungen aus. Sein Bilderstil ist in diesem Buch düster und einige Zeichnungen beinhalten ziemlich grausame Details wie abgerissene Köpfe, Monster und viele Zeichnungen vom Tod. Kleinere Kinder könnten sich davor schon fürchten.
Walter Moers wurde letztens von der Frankfurter Zeitung als erfolgreichster deutscher Autor des letzen Jahrhunderts bezeichnet. Sein Kaptain Blaubär ist wohl den meisten Lesern bekannt.
Die Geschichte des kleinen Gustave ist gleichzeitig spannend, sehr phantastisch aber auch philosophisch. Denn es werden hier Themen wie Freundschaft, Schicksal, die Zeit und das Selbstmitleid angesprochen. Viele der im Buch angesprochenen Monster bzw. Schrecken sind im eigentlichen Sinne eben solche Faktoren. Ein wenig geht es in dem Buch auch darum, reif zu werden bzw. Grundlagen für ein ausgefülltes Leben zu finden. Trotz allem ist aber die Geschichte auch sehr humorvoll geschrieben und ich musste öfters über Gustave und seine Abenteuer bzw. Denkweisen lächeln.
Die Aufmachung des Buches möchte ich hier noch einmal genauer erklären. Denn sie hat mich ja nicht ohne Grund zu diesem Buch hingelockt. Ich liebe Bücher, bei denen mich das Titelbild verlockt, hinten nachzulesen, um was es hier dreht. Und das genau hat Wilde Reise durch die Nacht bei mir bewirkt. Auf dem Schutzumschlag befindet sich eines der Zeichnungen von Gustav Doré. Man sieht einen jung aussehenden Ritter, der auf einem fliegenden Greif reitet. Aber er reitet nicht irgendwo sondern scheinbar durchs All oder vor sternenbehangenem Himmel. Alles ist farblich in dunkelblau und silbern gehalten. Bei dem Buch handelt es sich natürlich um ein gut gebundenes Buch. Sobald man es aufschlägthat man schon das nächste Bild auf zwei Seiten. Dort steht eine gut aussehende nackte Jungfrau mit den Händen an einen Pfahl gefunden. Darunter, aus dem Wasser aufsteigend, sieht man einen gefährlich wirkenden Drachen und ganz links davon kommt wieder der reitende Ritter auf dem Greif heran.
Im Buch selbst wurden die Bilder Gustav Dorés so hervorgehoben, dass jeweils eine ganze Buchseite aus einem der Bilder besteht und die Rückseite dieses Bildes dann blank ist. Erfreulich ist hier das in der blauen Buchfarbe vorhandene Lesebändchen. Ich habe es aber nicht benötigt, da ich das Buch mit seiner 194seitigen Geschichte in einem Rutsch durchgelesen habe. Am Ende des Buches befindet sich dann noch eine mehrseitige Tafel über Gustav Doré und seine wichtigsten Bücher.
DATEN
Titel: Wilde Reise durch die Nacht
Autor: Walter Moers
Zeichnungen: Gustav Doré
Preis: gezahlt habe ich im Club 16 Euro für das Buch, bei Amazon kostet das gleiche Buch 19 Euro.
Leserschaft: Erwachsene und Jugendliche bzw. ältere Kinder
Seiten: 206
Verlag: Eichborn Verlag
ISBN-Nr. 382180890X
FAZIT
Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers ist ein Erlebnis durch die interessante, keine Tabus kennende Geschichte und durch die phantastisch düsteren Zeichnungen von Gustqv Doré. Es ist ein sehr faszinierendes Buch, das meiner Ansicht nach nicht für kleinere Kinder geeignet ist, aber sehr viel wahres trotz seiner phantastischen Art bietet.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-12 12:08:48 mit dem Titel Der etwas andere historische Roman - Die Stimme von Judith Merkle-Riley
Den Roman Die Stimme von Judith Merkle-Riley habe ich mir vor kurzem gekauft, weil ich ganz gerne historische Romane lese und auch dieser Roman aus einer Zeit stammt, in der die Frauen nicht gerade zu lachen hatten. Es ist ein Roman zu Beginn eder gorßen Hexenverbrennungen. Hier mein Beitrag über das Buch.
INHALT
Im Jahre 1355 bekommt Margret von Ashbury eine Eingebung von Gott, in der ihr eine Stimme deutlich klar macht, dass sie ein Buch über sich schreiben bzw. schreiben lassen soll. Und das gilt für einige schon als Ketzerei. Denn Frauen haben in dieser Zeit sehr wenige Rechte und dass eine Frau ein Buch über sich schreiben möchte, das gab es bisher noch nie.
Aber Margaret, die in der Vergangenheit ein sehr bewegtes Leben hatte, lässt sich nicht beirren. Trotz des Spottes der Schreiber, die sie um die Verfassung des Romanes bitte, macht sie weiter. Denn wie fast alle Frauen in der damaligen Zeit kann Margaret selbst nicht schreiben. Nicht, weil sie es nicht gewollt hätte. Nein, es gilt nicht als schicklich, dass Frauen lesen und schreiben können. In dieser Zeit galten Frauen viel weniger als Männer. Sie durften nicht mit ihnen konkurrieren und viele Gelehrte hielten sie für wesentlich weniger intelligent als Männer. Frauen wurden damals "netterweise" als so lernfähig wie ein Hund und ähnliches bezeichnet,
Auf jeden Fall findet Margaret nach einiger Suche doch einen Schreiber, der sich bereit erklärt, das Buch für sie zu schreiben. Bruder Gregorys Geschäfte als Schreiber gehen schlecht und so läßt er sich trotz vieler Vorbehalte der engagierten Frau gegenüber auch aus Hunger überreden, für sie das Buch zu schreiben.
Und somit beginnt eine Reise in die Vergangenheits Margaret, die sich in der Vergangenheit als Hebamme und teilweise auch als Mitglied einer Gauklertruppe durchgeschlagen hat. Aber es beginnt auch eine sehr interessante Beziehung zu Bruder Gregory, der sich im Laufe der Zeit sogar darauf einläßt, Margaret das Lesen und Schreiben beizubringen...
MEINUNG
Jetzt muss ich sehr aufpassen, um nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, denn vieles hier von meiner Meinung hängt sehr eng mit dem besonderen Inhalt zusammen. Das Buch ist insgesamt vom Thema her wohl eher für Frauen interessant, aber keinem Mann kann es schaden, dieses Buch mal gelesen zu haben. Ich selbst wußte zwar schon einiges aus der damaligen Zeit, aber hier wird sehr direkt und krass geschildert, wie Frauen damals leben mußten und wie sie sehr oft auch wirklich gelitten haben.
Man erlebt aus Margarets Erzählung bzw. Niederschrift hier mit, wie sie aufwächst und wie sich ihr Leben dann ändert, als sie ins heiratsfähige Alter kommt. Damals wurden die Mädchen sehr oft schon mit 13 oder 14 verheiratet. Und sie hatten so gut wie gar nichts dazu zu sagen, wen sie heiraten mussten. Das wird auch bei Margarets Erlebnissen sehr deutlich. Denn sie muss einen scheinbar reichen und älteren Mann heiraten, der aus der Stadt kommt und sie dann natürlich direkt bei der Hochzeit schon mitnimmt. Geschockt war ich über die Schilderungen von Prügeleien und sexuellen Abartigkeiten, die aber wohl schon damals gar nicht so selten vorkamen. Und so erlebt man hier beispielsweise direkt mit, wie eine junge und hübsche Frau von ihrem Ehemann gedehmütigt und mit einer Peitsche geprügelt wird, bis er dann Lust auf sie bekommt. Und was vielleicht für uns Frauen in dieser Gesellschaft genauso schlimm vorkommt (mir jedenfalls!), das ist die Duldung und teilweise schon Förderung dieser Unterdrückung seitens der Kirchen, der Gelehrten und der Obrigkeit. Und so bleibt den Frauen - so wie hier auch Margaret - nur eines, das alles irgendwie zu ertragen.
Aber Margarets Geschichte ist nicht nur eine Geschichte einer unterdrückten Frau, es ist auch die Geschichte einer Frau mit einer für damalige Zeiten sehr selbstbewußten Persönlichkeit. Und die Geschichte einer Frau, der etwas besonderes passiert. Denn als alles für sie am Ende scheint und sie alles verloren hat, da erhält sie von Gott eine Gabe. Und diese Gabe ist es, andere Menschen heilen zu können. Aber wer vorhin gelesen hat, wann der Roman spielt, der wird wohl auch wissen, dass so eine Gabe in der damaligen Zeit nicht nur positive Effekte haben kann. Und so wird man in dem Roman auch mit Dingen wie Wunder über Jungfrauen und mit Hexerei konfrontiert. Und der Roman hier macht deutlich, wie nah beides zusammenhängt. Denn wenn beispielsweise eine Frau so einen Hexenprozess überlebte, dann konnte es zu einem Wunder werden, wenn sie allerdings wie üblich verurteilt wurde, dann war "Frau" sehr schnel eine Hexe.
In Die Stimme wird hier alles aus der Sicht einer Frau geschrieben und eben so getan, als schreibe eine Frau ihr Leben auf, die diese Zeit miterlebt hat. Dadurch wird das alles natürlich viel spannender und interessanter. Denn die Sichtweisen einer Frau dieser Zeit bekommt man selten so genau dargestellt, wie in diesem Roman.
Andererseits bekommt man aber auch Margaret in der Gegenwart, ihr Leben mit Mann und zwei Kindern mit. Denn hier hat sie ein Leben als Frau eines reichen und ihr förderlichen Ehemannes. Denn damals war es auch nicht üblich, dass Männer ihren Frauen solche Dinge wie Lernen und Schreiben geschweige denn das Verfassen eines eigenen Buches bezahlten. Im Buch erlebt man sozusagen zwei Welten mit. Die jetztige, generell positive und die harte Vergangenheit von Margaret.
Humor entsteht aber trotz dieser historischen Materie durchaus oft. Dieser kommt hier durch die sehr unterschiedlichen Ansichten zwischen Bruder Gregory und Margaret. Und auch dadurch, dass man neben Margarets Erlebnissen auch ihre Gedanken und auch die Gedanken und teilweise Erlebnisse des Schreibers miterlebt, der zwar gerne Priester sein würde, aber dort nicht in einem Orden aufgenommen wurde.
DATEN
Titel: Die Stimme
Autorin: Judith Merkle-Riley
Verlag: Ullstein
Art: Taschenbuch
Seiten: 475
ISBN-Nr. 3-548-25103-X
FAZIT
Die Stimme ist ein sehr guter historischer Roman über eine Frau, die zum Zeitpunkt der Erzählung einen liebenden und reichen Mann hat, aber aus der ärmeren Volksschicht stammt und sehr viel miterlebt hat. Es ist ein Roman, in dem man sehr viel über die Vergangenheit erfährt, insbesondere über das Leben der Frauen in dieser für sie harten Zeit. Ich fand den Roman sehr interessant und gut, besser als ich mir vorher beim Titel gedacht habe.
Liebe Grüße - Miara weiterlesen schließen
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