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Tests und Erfahrungsberichte
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Henning Mankell - Schatten wachsen in der Dämmerung - Unbekannt, aber gut
5Pro:
fast alles
Kontra:
unbekannt
Empfehlung:
Nein
ticHallo liebe Leser und Leserinnen!
Heute möchte ich euch über ein einfühlsames Buch, welches leider unbekannt ist, berichten. Es heißt "Die Schatten wachsen in der Dämmerung" und ist von Henning Mankell geschrieben worden.
Da ich es einer meiner ersten Berichte ist, bin ich für Verbesserungsvorschläge offen und versuche meine Fehler zu korrigieren.
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Henning Mankell:
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Am 3. Februar 1948 wird Henning Mankell in Härjedalen, einem Dorf in Nordschweden geboren. Er wächst
in einem Nachbarsdorf mit Namen Sveg auf. Sein Vater ist zu der Zeit Richter.
1965 wird er Regieassistent am Riks- Theater in Stockholm, 1968 fängt er an Bücher zu schreiben. 1972 ist er das erste mal in Afrika. Zwischen 1973 und 1977 entstehen seine berühmtesten Werke: "Der Bergsprenger", "Der Sandzeichner", "Anton und die seltsame Sommerveranstaltung" und "Der Irre".
Und 1990 schreibt er seine berühmteste Bücherserie: "Kurt Wallander".
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Inhaltsverzeichnis:
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1) Inhalt
2) Meine Meinung
3) Meine Bewertung
4) Mein Bewertungsschema
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1) Inhalt:
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Das Buch handelt von Joel Gustafson, ein Junge, der bald 12 wird und dem sein Leben in seiner Heimatstadt zu langweilig wird, weswegen er sein Heimatsdorf "Kaff" nennt.
Doch eines Tages rennt er gedankenversunken über eine Straße und wird von einem Bus überfahren, doch im ist nichts passiert. Er hat bei dem Unfall keinen Kratzer abbekommen. Er kommt ins Krankenhaus und muss dort unter Aufsicht eine Nacht bleiben, obwohl ihm nichts passiert ist. Im Krankenhaus denkt er über sein Mirakel (auf gut deutsch Wunder) nach.
Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde und wieder in die Schule muss wird er von seinen Freunden umgangen. Am Nachmittag geht er zu Gertrud, die ihre bei einer Operation verloren hat und schon erwachsen ist. Mit ihr hat Joel seinen Spaß, weil sie viele lustige Sachen machen. Auf dem Weg nach Hause, kommt Joel auf die Idee eine gute Tat zu begehen, um sich bei Gott für sein Mirakel zu bedanken. Aber ihm fällt nichts ein, was er machen könnte. Zu Hause überlegt Joel solange, bis ihn sein Vater Samuel ins Bett schickt. Im Bett denkt er über seine Mutter Jenny nach, die kurz nach Joels Geburt weggerannt ist. Und er schläft ein.
Am nächsten Morgen soll Joel bei Samuels Freundin Sara essen, weil Samuel wegen einem wichtigen Termins weg muss. Als er dort gegessen hat, kommt Joel zu spät zur Schule , geht aber, bevor er in den Unterricht geht wieder nach Hause. Auf dem Weg nach Hause fällt ihm eine gute Tat ein. Er will die unverheiratete Gertrud mit einem anderen Mann "verkuppeln". Zu seiner Auswahl stehen David, der wie der Käsemann aus der Werbung aussieht und ein anderer Bursche. Er entscheidet sich für den Käsemann.
Er schreibt an beide jeweils ein Liebesbrief, mit einem Treffpunkt für eine Verabredung.
An dem Abend der Verabredung sieht er Gertrud kommen. Sie stellt sich an den abgemachten Ort und wartet auf den Käsemann. Doch dieser kommt nicht. Später merkt er, dass der Käsemann sich in der Nähe versteckt hat und wegrennt, al Gertrud an der verabredeten Stelle steht. Ein herber Niederschlag für Joel, doch er gibt nicht auf ......
Doch nun höre ich auf zu erzählen, denn ich möchte euch das Ende nicht verraten. Die entscheidende Frage, die sich nun stellt ist, ob Joel seine gute Tat begehen kann. Aber das verrate ich euch nicht.
Lest selbst!
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2) Meine Meinung:
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Das Buch wurde sehr gut geschrieben, was man daran merkt, dass man sich in Joel hineinversetzen kann. Wenn er wütend war, war man selbst auch erzürnt, wenn er verzweifelt war, suchte man selbst Möglichkeiten ihn aus der verzwickten Situation zu bringen und wenn man fröhlich war, war man auch echt fröhlich.
Über die Länge des Buches brauch keiner zu meckern. Es umfasst 204 Seiten und besitzt eine ziemlich große Schriftgröße. Schnelle Leser lesen es in, wie ich denke 2 Tagen durch und langsame vielleicht in 4 Tagen. Das kann aber nur stimmen, wenn man so 1 1/2 h am Tag liest.
Das Buch habe ich gerade eben zu Ende gelesen, deswegen ist es noch ziemlich gut in meiner Erinnerung. Ich denke mal, dass welche, die das Buch recht spannend finden wie ich, das Thema noch ziemlich lange im Kopf haben werden.
Bis jetzt habe ich noch nichts negatives entdeckt, bis auf die Sache, dass das Buch richtig unbekannt ist, denn es wurde noch nicht einmal ein Bericht zu diesem Buch bei Ciao geschrieben, meiner ausgenommen. Dadurch, dass nur der Punkt, dass es unbekannt ist, negativ ist, kann man daraus schließen, dass das Buch wirklich gut ist.
Meine Lieblingsstelle im Buch ist die, wo Joel dem Käsemann hinterherspioniert und sich eine richtige Wut von Joel aufgebaut wird, dass man selbst richtig krampfhaft das Buch hält. Auch die Stelle, wo Kim in der Telefonzentrale ist, finde ich auch witzig, weil die Rache an den Käsemann gut geschildert worden ist. Am Ende ist Joel richtig stolz auf sich, was ich auch gut fand, weil in dem Buch die Punkte, wo Joel am Boden oder auf dem hohen Ross ist.
Das Buch ist eine Kaufempfehlung von mir, da es billig und gut ist. Für einen Preis von 6,50€ habe ich dieses Buch erworben und finde, dass ich kein Geld "zum Fenster rausgeworfen habe". Also ist das Buch eine Empfehlung für jeden, der gerne Bücher liest und nicht allzu viel ausgeben möchte.
Da ich noch keinen negativen Punkt erlebt habe, ziehe ich dem Buch keinen Stern ab.
Ich hoffe, dass ihr das Buch nach meiner Empfehlung hin anfangt zu lesen, denn es ist wirklich 1.-klassig.
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3) Meine Bewertung:
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Design : +
Story : ++
Spannung : ++
Humor : +
Ergreifung : ++
Niveau : +
Unterhaltung : ++
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4) Mein Bewertungsschema:
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++ = Spitze
+ = Gut
0 = Durchschnitt
- = Schlecht
-- = Grottenschlecht
Ich hoffe, dass euch mein Bericht gefallen hat.
Vielen Dank fürs Lesen.
Mit freundlichen Grüßen Heroistic
ACHTUNG!!!
Der Bericht ist von MEINEM Ciao-Account Heroistic kopiert. Das ist kein Fake. weiterlesen schließen -
Mankell, Henning/Die falsche Fährte: Das falsche Buch....
Pro:
sympathische Hauptfigur (teilweise zumindest)
Kontra:
Leser wird in die Irre geführt, des Rätsels Lösung bleibt eher verborgen
Empfehlung:
Nein
....für meinen letzten Urlaub. Schade, denn erstens kannte ich Mankell als Schriftsteller noch nicht und zweitens spielen seine Romane in Südschweden, eine Landschaft, für die ich mich begeistern kann. Fehlt wohl noch Drittens; auch in der Toskana ist man nicht vor einer längeren Pause sicher und so las ich das Buch zweimal. Zum ersten- und letzten Mal.
Aber nun zum Inhalt:
Sommer in Ystad. Alle Mitarbeiter des Kommissariats, einschließlich Kurt Wallander (Mankell’s Hauptfigur) träumen von ihren bevorstehenden Urlauben. Doch dann entdeckt man am Strand die Leiche des ehemaligen Justizministers Wetterstedt. Das Besondere daran ist die Art und Weise, wie der Mann sein Leben ließ. Getötet wurde er mit einem Beilschlag zwischen seinen Schulterblättern. Zusätzlich nahm der Mörder ihm noch seinen „Skalp“. Wallander tappt mit seiner Mannschaft völlig im Dunkeln bezüglich des Mordmotivs und eines Täters. Auch die intensive Spurensuche nach Indizien im Haus des Opfers führt zu keinem Ergebnis. Von einem Bekannten erfährt Wallander, dass Wetterstedt seine Hände nicht nur in legalen Geschäften hatte sondern auch mit Kunstdiebstählen in Verbindung gebracht wird. Als wenige Tage später der Galerist Svedberg auf ähnliche Art und Weise aus dem Dasein schied, glaubt er, dass der Täter dieser Verbrechen aus dem Kunstgewerbe kommen muss....
Szenenwechsel: Familie Fredman, die Mutter lebt mit den 3 Kindern von ihrem Mann getrennt. Die älteste Tochter ist seit 3 Jahren im geschlossenen Teil einer psychiatrischen Anstalt in Behandlung. Und so lebt die alkoholabhängige Frau mit den beiden Söhnen allein. Ihr Mann ist ein Taugenichts. Keine feste Arbeit, nur hier und da ein paar krumme Geschäfte als Hehler. Ausgerechnet er wird nun zum 3. Opfer des Serienmörders.
Hinzu kommt ein mysteriöser Selbstmord einer jungen Frau, die mitten in einem Rapsfeld sich mit Benzin übergoss und sich anzündete....
Rufen wir uns nun den Buchtitel in Erinnerung, so wissen wir, dass Wallander mit seiner Vermutung, den Täter im Kunstgewerbe zu suchen, eben auf der falschen Fährte ist. So stochern er und sein Team im Nebel und suchen verzweifelt den Täter, ist doch ihrer aller Urlaub in Gefahr.
Doch ob nun weitere Opfer folgen bzw. in welch schmutzigen Geschäft die bisherigen Opfer ihre Hände im Spiel hatten, wird jetzt nicht verraten,
Die Wirkung des Buches auf mich:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mankell seine Leser zeitweise in die Irre schickt. Aber nicht, um die Spannung zu erhöhen, sondern weil Nebensächlichkeiten dermaßen in den Vordergrund gerückt werden, um dann im Nichts zu enden. Beispielsweise stieß Wallander im Zuge seiner Ermittlungen auf einen Nicht-Schweden, den er nach seinem Pass fragte. Er beschloss, sich den Namen der Person zu merken – Aha. So fragt sich der geneigte Leser nun zu Recht „Wofür das Ganze“ ? Eine Antwort darauf gibt es nicht, der Name der Person bzw. die Person selbst taucht im restlichen Buch nicht ein einziges Mal mehr auf.
Weiterhin scheint mir, dass Mankell die Fahrtzeiten seines Helden mit dem Auto willkürlich festsetzt. So fährt Wallander eines Nachts nachweislich mit seinem eigenen Auto um 2.45 Uhr aus Helsingborg zurück nach Ystad direkt zu seiner Wohnung. Eine Strecke, die man bei schwedischen Tempolimits in etwa 90 Minuten schaffen kann, vorausgesetzt es herrscht wenig Verkehr. Hinzurechnen muss man noch die Zeit, die der „Held“ durch Ystad zu seiner Wohnung fahren müsste.
So, in diesem Absatz lässt Mankell seine Hauptfigur nach der Ankunft nochmals die Aufzeichnungen durchsehen und ihn auch spät einschlafen. Aufstehzeit ist 5 Uhr morgens. Nun die Preisfrage: Wieso geht man dann überhaupt noch in seine Koje??? In der Mankell’schen Lösung wird die Fahrtzeit auf eine Stunde zusammengestrichen, hmmm, Ordnungshüter als Gesetzesbrecher???
Diese beiden Beispiele (nur eine kleine Auswahl) sollen Euch zeigen, was mich bei diesem Buch stört. Zudem gibt Mankell schon früh die Identität des Täters frei. Somit blättert man im Prinzip nur bis ans Ende, um zu erfahren, auf welche Art und Weise es der Polizei es gelingt, diese Person festzunageln.
Schwach gelöst finde ich auch das „Drumherum“ um diese Person. Der Täter (ok, „Er“ ist männlich) schlüpft in zwei Gestalten á la Jekyll und Hyde. Aber warum, wie kam es dazu und wie kam er an seine Informationen über seine Opfer?
Am Ende bleiben somit mehr Fragen offen.....
Zudem scheint Mankell ein Problem mit der schwedischen Bürokratie zu haben. Fast alle Polizisten/Kriminalbeamte, vor allem aber Wallander, arbeiten rund um die Uhr, sind ständig erreichbar, scheinen niemals müde zu werden und sind nach wenigen Minuten Schlaf wieder fit wie ein Turnschuh. Aha...wer’s glaubt...
Positives ist aber auch zu vermelden. Mankell schafft es immerhin seine Figuren sympathisch zu gestalten. So ist Wallander eben nur der Leiter eines Teams und nicht der Supermann mit irgendwelchen besonderen Fähigkeiten. Er ist eben ein Mensch wie Du und ich, mit kleinen menschlichen Schwächen. So bleibt z.B. schon mal die Wäsche liegen oder ein Werkstatttermin wird schlichtweg vergessen. Dieser positive Aspekt trifft aber nur auf Wallander zu, über seinen engeren Mitarbeiterkreis erfährt man schon sehr wenig.
Fazit:
Mein Urteil (geschrieben und verkündet): nicht lesenswert. Mag man noch so sehr Schweden-Enthusiast sein, aber viele erschreckende Fehler innerhalb des Skripts ermuntern mich nicht, noch weitere Werke von diesem Autor zu lesen. Außerdem sei nochmals an die fehlenden Informationen rund um den Täter erinnert....
Das 507-seitige Buch ist als Taschenbuch im dtv-Verlag bereits in der 5. Auflage erschienen. Weshalb auf dem Titelbild ein Engel abgebildet ist, weiß wohl nur der Verlag. Die ISBN- Nr. lautet 3-423-20420-6. Interessenten für dieses Buch müssen mit einem Neupreis von momentan 10 Euro rechnen.
Viele Grüße
denali weiterlesen schließen -
Mankell, Henning: Spannung bis zum Schluss: Der Mörder ohne Gesicht
26.06.2002, 18:11 Uhr von
Schlingel62
Liebe Leserinnen und Leser! Also hier soll ich etwas über mich hineinschreiben. Tja also ich...Pro:
Spannung bis zum Schluss
Kontra:
vielleicht etwas zu brutal
Empfehlung:
Nein
Vorwort
*******
Ich muss es tun, ja ich muss es wirklich tun und die Leserinnen und Leser darüber informieren.
Informieren über was denn?
Über einen Thriller von „Henning Mankell“, mit dem einprägsamen Titel „Mörder ohne Gesicht“. „Mörder ohne Gesicht“, darüber kann man sich viel vorstellen, sehr viel. Ich bin aus purem Zufall auf dieses Buch gestoßen. So fragte ich meinen Kumpel, ob er mir eine „Urlaubslektüre“ empfehlen kann. Einfach was man so „nebenbei“ mal zwischendurch lesen kann. Er wusste, dass ich für ein paar Wochen nach Indien ging und bestimmt nicht viel Zeit zum lesen hatte. „Hier der Mörder ohne Gesicht“, sagte er kurzerhand. Das Taschenbuch war handlich, nicht zu schwer, also nahm ich es mit auf die Reise.
Nach einer Woche bei einer Zugfahrt kramte ich das Buch hervor und konnte es kaum wieder aus den Händen geben, so fesselnd und raffiniert ist die Geschichte. Ganz in der Tradition von Henning Mankell, einer der angesehensten und meistgelesen Schriftsteller in Schweden. Kein Wunder dass er bereits mehrfach für seine Bücher mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mehrere seiner Wallander-Romane wurden auch verfilmt.
INHALT:
********
Ein altes Bauernehepaar ist auf seinem Hof in der Nähe von Ystad ermordet worden. Für Kurt Wallander kein leicher anblick als er die TÜr mit dem Fuß aufstieß. Es war schlimmer, viel schlimmer, als er sich es vorgestellt hatte. Später sagt er, dass es das Schlimmste war, was er je gesehen hatte, und der Kommissar hatte bestimmt schon eine Menge gesehen.
Nicht nur das Motiv der Tat liegt völlig im dunkeln, vor allem die furchtbare Brutalität irritiert die ermittelnden Polizisten um Kurt Wallander. Für weitere Verwirrung sorgt dann auch noch die alte Bäurin, kurz bevor sie im Krankenhaus starb. Denn sie gab den Beamten einen letzten, seltsamen Hinweis. Ihre letzen Worten waren „Ausländer, Ausländer“. Für Kommissar Wallander stand fest, dass diese Information unter keinen Umständen an die Presse gelangen darf. Auch in Schweden hatte sich das Klima im Lande gewandelt. So reicht schon allein die Möglichkeit, dass Ausländer an der Tat beteiligt waren möglicherweise aus um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Doch jetzt wandelt sich plötzlich die Geschichte, die Ermittlungen kommen in einen ganz andere Richtung , denn er Ermordete hatte offenbar ein Doppelleben geführt....
FAZIT:
***********
Wer oder wieviele Mörder es letztendlich gab, verrat ich natürlich nicht. Ich hab jedenfalls das Taschenbuch „Mörder ohne Gesicht“ von Henning Mankell förmlich verschlungen und in wenigen Tagen gelesen, ja sogar zweimal gelesen, denn ich hatte ausser einem Reiseführer kein weiteres Buch dabei. Mich wundert es nicht dass der „Mörder ohne Gesicht“ 1992 als bester Thriller Skandinaviens ausgezeichnet wurde.
Also steht für mich eindeutig fest: Wer noch ein Geschenk kaufen möchte, bitte dieses Buch kaufen, kaufen, kaufen, ich werde es auch noch einmal verschenken, denn es war bis zur Seite 331 sehr spannend und das Buch hat ja nur 334 Seiten, und die Taschenbuchausgabe kostet € 8,64 ( Zumindestens hat mein Buch soviel gekostet), ISBN 3-423-20232-7.
Viel Spass beim Lesen wünscht Euch allen
Euer
Schlingel62 weiterlesen schließen -
Robert Mawson, Das Lazaruskind
26.06.2002, 12:22 Uhr von
Jakini
War die letzten Wochen seltener online, zum einen durch mein Autoverkauft, zum anderen hatten mei...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Nach dem Tod meines Sohnes habe ich viel gelesen, besonder Themen über den Tod, oder aber auch das Koma habe ich regelrecht aufgesogen, denn mein Sohn lag vor seinem Tod vier Stunden im Koma. Da kam es mir gerade Recht, daß es beim Bertelsmann Club, dem ich damals noch angehörte, das Buch: "Das Lazarus Kind" von Robert Mawson günstig zu kaufen gab. Bezahlt hatte ich damals dafür DM 29,90, einen Preis, den dieser Roman durchaus wert ist.
Natürlich war dies ein Roman, doch die Geschichte tat mir irgendwie gut, obwohl sie recht traurig ist, doch sie gab mir auch Hoffnung, und zeigte mir noch einmal, daß vieles so kommt, wie es kommen muß. Und natürlich hat sie auch meinen Glauben bestätigt, was ein Leben nach dem Tod angeht, denn der Autor muß ja auch daran glauben, sonst könnte er nicht so ein Buch schreiben.
In dem Roman geht es darum, daß der zwölf Jahre alte Ben mit seiner kleinen Schwester Frankie und ihrer Freundin gemeinsam zur Schule gehen soll. Doch er hat dazu gar keine Lust, nutzt die Gelegenheit, daß die beiden Mädchen hinter ihm hertrödeln, um eine breite und viel befahrende Straße schnell zu überqueren, da er sich in einem Laden eine Rolle Pfefferminzbonbons zu kaufen will. Die beiden Mädchen folgen ihm aber über die Straße und werde dabei überfahren, die Freundin seiner Schwester ist tot, die Schwester schwer verletzt und im Koma.
Nun handelt der gesamte Roman, darum, wie um das Leben der kleinen Frankie gekämpft wird, die von vielen Ärzten schon aufgegeben wurde, und natürlich auch die Schuldgefühle von Ben, der sich für den Tod der Freudin und das Koma der Schwester verantwortlich fühlt. Die Eltern hatten sich gerade getrennt, was die Situation auch nicht leichter macht.
Da man Frankie eigentlich schon fast aufgegeben hat, wendet die Mutter sich an eine Neurologin, die schon einige Komapatienten wieder zum Leben erweckt hat, doch ihre Methoden werden nicht anerkannt, und es gibt Menschen die sie bekämpfen, ihre Klinik schließen wollen, während sie gerade dabei ist, Frankie zu behandeln. Hierzu wird auch Ben ins Koma versetzt und der Roman erzählt, was er dabei alles erlebt, daß er Frankie sucht und überredet, mit ihr zurück zu kommen, in die irdische Welt... .
Ich wollte zwar eigentlich das Ende nicht verraten, doch es geht alles gut, Frankie erwacht aus dem Koma, muß aber noch viel wieder neu erlernen und ist auch in ihrer Bewegung arg eingschränkt. Insgesamt hatte der Unfall für die Familie auch ein Gutes, die Eltern haben wieder zusammengefunden und blicken mit ihrer Familie zuversichtlich in die Zukunft.
Aus diesem Roman kann man schon eine Menge lernen, denn die Familie macht eine schwere Zeit durch, seelisch, körperlich und auch finaziell, aber gerade dies schweißt sie zusammen. Ich denke, auch im wahren Leben sind Schicksalsschläge dazu da, trotzdem etwas positives zu finden. Natürlich tut mir auch heute noch der Tod meines Sohnes sehr weh und es gibt Momente, in denen vermisse ich ihn so sehr, daß es droht, mich innerlich zu zerreißen. Doch ich sehe das Leben nun von einer anderen Seite, glaube an ein Leben nach dem Tod, sehe meinen Sohn als meinen persönlichen Schutzengel, nicht nur für mich, auch für meine Töchter und das Kleine was gerade in mir wächst. Wer weiß, ob dieses Kind noch bekommen hätte, wenn mein Sohn noch leben würde. Vielleicht wäre auch schon unsere zweite Tochter nicht geboren worden, keine Ahnung. Auf jeden Fall hat dieser Schicksalschlag, so schmerzhaft er auch war, unser Leben auch positiv verändert, und das war vielleicht der Sinn darin.
Auch im Lazaruskind gab es einige positive Veränderung, die Eltern von Frankie und Ben haben wieder zueinander gefunden, die Neurologin konnte ihre Arbeit durchsetzen, unter anderem weil Frankies Mutter mit gekämpft hat, wie eine Löwin. Sie hat sich auf ihr Gefühl, ihre innere Stimmer verlassen, und die wußte genau, Frankie würde es schaffen. Leider wußte ich damals ebenso, daß mein Sohn es nicht schaffen würde, das wollte mir nur leider niemand glauben. Mir hat die Geschichte auf jeden Fall noch einmal deutlich gemacht, daß man auf seine inneren Gefühle hören muß, und dafür kämpfen, denn es hat immer Sinn.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, da er zu meinen Gefühlen, was den Kampf um meinen Sohn angeht und meinem Glauben, daß es mehr als nur das irdische Leben gibt, paßt. Ich habe mit der Mutter gezittert, für sie gehofft, daß sie ihre Tochter nicht verliert, aber auch manchmal gedacht, daß es vielleicht besser wäre. Viele Tränen habe ich beim Lesen vergossen, doch sie waren Balsam für meine Seele.
Schwer zu lesen ist dieser Roman allerdings, es springt sehr schnell zwischen die Orten, daran muß man sich erst einmal gewöhnen. Beginnt das Buch doch mit dem Unfall, so kommt auf einmal ein anderes Kapitel, in dem es um den Vater und seine Flugfirma geht, in der er nun wohnt, da die Eltern getrennt leben. Wieder zurück zum Unfall, dann zur Mutter nach Hause, die gerade mit jemanden telefoniert und sich darüber unterhält, wie die Kinder die Trennung der Eltern verkraften. Gerade zu Beginn des Buches sind diese Sprünge doch sehr irritierend, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran.
Auf jeden Fall ist der Roman sehr schön und verständlich geschrieben, wenn man mal von den Sprüngen absieht. Er besteht aus 414 Seiten, die ich in drei Tagen gelesen hatte, so sehr hatte mich die Geschichte gefesselt. Von daher kann ich dieses Buch wirklich empfehlen, aber nur Menschen, die den Inhalt der Geschichte nicht für Unsinn halten, denn dies ist nun mal Glaubenssache, und da scheiden sich oftmals die Geister.
(C) AnjaSchröder
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-22 10:13:40 mit dem Titel Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab von McBratney und A. Jeram
Meine beiden großen Töchter haben beide "Weißt Du eigentlich, wie lieb ich Dich habe?" vorletztes Jahr von uns zu Weihnachten bekommen.
Das ist ein sehr schönes Pappbilderbuch, was man gut abwischen kann, wenn schmutzige Kinderhände es angefaßt haben. Außerdem ist es recht stabil, so daß auch kleine Kinder es mal in die Hände nehmen können, ohne, daß gleich Seiten rausgerissen werden.
Mit dieser Geschichte, die genau die richtige Länge hat, um damit ins Bett gebracht zu werden, gehen meine Mädchen gerne schlafen. Dazu gibt es schöne Bilder, passend zu der Geschichte, die man beim Lesen mit den Kindern schön ansehen kann.
Die Geschichte handelt davon, daß auch der kleine Hase ins Bett soll, er aber vorher dem großen Hasen erzählen möchte, wie lieb er ihn hat, sonst kann er nicht schlafen.
Dabei versucht er, zu vergleichen, in dem er z.B. sagt, daß er den großen Hasen so lieb hat, wie er seine Arme ausweiten kann, oder so doll, wie er hoch hüpfen kann. Auch der große Hase weitet seine Arme aus und hüpft und das viel, viel weiter und viel, viel höher.
So geht es immer weiter, doch der große Hase kann einfach alles viel weiter, denn er ist ja auch größer. Da hat der kleine Hase die Idee, daß er den großen Hasen bis zum Mond lieb hat, erst da kann der kleine Hase zufrieden einschlafen.
Doch auch dann kann der große Hase den kleinen Hasen übertrumpfen, denn er sagt dem schlafenden kleinen Hasen, daß er ihn lieb hat, bis zum Mond und wieder zurück.
Mit diesem wundervollen Buch können Kinder lernen, daß Liebe nicht meßbar ist, auch wenn es nun bei uns vor jedem Schlafen gehen heißt : "Wir haben uns lieb, bis zum Mond und wieder zurück". Ich bin mir sicher, daß das noch viel doller ist.
Dieses Buch ist ein wirklich wundervolles Geschenk, mit dem man nicht nur seinen Kindern eine Freude macht. Die Geschichte ist sehr schön und lehrreich, hat außerdem die richtige Länge, um vor dem Einschlafen vorgelesen zu werden. Meine Kinder können danach wunderbar schlafen, weil es ihnen noch einmal zeigt, wie lieb wir sie haben.
Und somit wird unsere kleine Tochter dieses Buch auch noch von uns bekommen, denn die haben wir genauso lieb, wie die großen Schwestern,
Ich kann dieses Buch jedem, der auf der Suche nach einem sinnvollen Kinderbuch ist, wirklich empfehlen, oder besser noch, ans Herz legen.
Passend zu diesem Buch gibt es auch ein sehr schönes Fotoalbum für Babys, das meine kleine Tochter bekommen hat. Auf den Seiten kann man dann Fotos von denen kleben, die sie besonders lieb haben.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-26 10:22:02 mit dem Titel Betty Mahmoody, Nicht ohne meine Tochter
Wie ich zu dem Buch kam:
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Da ich ein anderes Buch, über das ich schon geschrieben habe, bei ebay gesucht habe, stolperte ich über einen Anbieter, der ingesamt fünf Bücher versteigerte, dort war das ursprünglich gesuchte Buch und dann eben noch dieses dabei, für nur sechs Euro bekam ich dann die fünf Bücher inkl. Versand. Da ich nicht ohne meine Tochter schon länger mal lesen wollte, war klar, daß dieses Buch das zweite aus der Sendung sein würde, das ich verschlinge und so war es dann auch, als das andere Buch ausgelesen und verarbeitet war.
Den derzeitigen Preis kann ich somit auch nicht nennen, denn mein Buch ist eine gebrauchte Ausgabe, die ich wie gesagt für nur zwei Euro mit vier weiteren Büchern bei ebay ersteigert habe, doch auf diesem Buch ist der Preis von DM 16,80 zu erkennen.
Wie sieht das Buch aus:
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Das Buch hat einen weichen Einband, der leider schon etwas zerknickt ist. Mit den Maßen 18 X 12 x 4 paßt es sehr gut in jedes Bücherregal und ist damit nicht zu groß. Auf dem Cover kann man Frauenaugen sehen, der Rest des Gesichtes ist verhüllt.
Auf der Rückseite ist ein kleiner Einblick auf den Inhalt zu finden.
Ingesamt umfasst das Buch 544 Seiten, die letzten Seiten beinhalten aber 5 Seiten einen kleinen Gossar, sprich einige Persische Ausdrücke werden übersetzt und es wird für einandres Buch aus dem Bastei Lübb Verlag geworben.
Das Buch ist zum ersten Mal in Deutschland 1987 erschienen und wurde seit dem 10 mal neu Aufgelegt und einmal überarbeitet.
Worum geht es in dem Buch:
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Betty Mahmoody die in zweiter Ehe mit dem Perser Moody verheiratet ist, fliegt mit ihrem Mann und der gemeinsamer kleinen damals vier Jahre alten Tochter Mahtab in die Heimat ihres Mannes, um dort seine Familie kennenzu lernen.
Betty hat vor der Reise bösen Vorahnungen und stellt ihren Mann zur Rede, der aber versichert, daß sie auf jeden Fall wieder nach Hause fliegen würden, er hatte mit seiner Heimt abgeschlossen. Da Moody bei ihrem Kennenlernen nichts mehr mit seiner Familie und der Heimat zu tun haben wollte, erst auf Betty Drängen hin überhaupt wieder Kontakt zu seiner großen Schwester aufnahm, war dies auch wirklich glaubwürdig, und Betty wollter der kleinen Tochter ein Kennenlernen mit der Familie ermöglichen. Trotzdem graute ihr vor der Reise und sie hatte Angst.
Mit ihrem Mann hatte sie abgesprochen, daß sie sich außerhalb des Hauses der Famile verhüllen muß, so hat sie sich ein Tuch gekauft und eine dicke Strumpfhose, angesichts der heißen Temperaturen im Iran graust ihr schon vor der Landung davor, aber sie beugt sich dem Willen ihres Mannes.
Nach einem langen Flug kam die kleine Familie, die beiden Söhne Bettys aus erster Ehe waren daheim geblieben, in Theran an. Das kleine Mädchen muß mal, doch es gibt keine vernünftige Toilette, nur ein Loch im Boden, wo die meisten Nutzer daneben gemacht haben, Mutter und Tochter stürzen aus dem Raum und das kleine Kind muß noch vier Stunden anhalten, ehe es auf eine normale Toilette kann. Doch auch bei der Verwandschaft ist es hier nicht sonderlich rein, Kakalaken machen sich dort breit und Betty fühlt sich sichtlich unwohl, in so viel Unsauberkeit.
Die Familie wird freudig begrüßt, doch Betty spürt auch den Zorn, der gegen Amerikaner im Iran ausgelebt wird. Zwar werden sie und die Tochter am ersten Tag freundlich begrüßt doch diese Freudlichkeit läßt schnell nach. Auch sind ihr einfach viele Bräuche zu wieder, als Willkommensgruß hat man ein Schaf geschlachtet, durch dessen Blutlache sie mit ihrem Mann gehen muß, die Tochter hat sichtlich Angst vor diesem Blut und vergräbt auf dem Arm der Mutter ihr Gesicht.
Für die kleine Familie gibt es ein eigenes Schlafzimmer, mit durchgelegenen Betten, die Hitze ist unerträglich und Betty muß immer häufiger eine Umhang tragen, ihr Tuch reicht nicht, sie bekommt immer Umhänge der anderen Frauen, doch die mag sie nicht tragen, die sind schmutzig, stinken, da die Frauen sich nicht waschen und die Umhänge sogar als Taschentuch nutzen. Eigentlich müßte ihrem Mann, der Arzt ist, dies auch mißfallen, doch er streitet es ab.
Immerhin behält Moody gegenüber der Schwester oberhand, was das tägliche Duschen der Familie angeht, was die Schwester verbieten wollte, doch Moody kritisiert die mangelnde Reinlichkeit seiner Schwester.
Das ganze Haus ist total verschmutzt, überall liegen Essensreste auf dem Boden, es gibt keinen Tisch wo gegessen wird, man ißt auf dem Boden, und wenn was daneben fällt, dann bleibt es liegen. Auch die Speisen sagen Betty nicht zu, sie werden viel zu fettig gekocht, Fett ist im Iran ein Zeichen von Wohlhabend sein, und so wird natürlich sehr fetthaltig gekocht, was Betty und die Tochter überhaupt nicht vertragen, sie werden krank von dem Essen.
Betty ekelt sich in ihrer Umgebung und lebt nur noch einen einzigen Tag, dem Tag der Abreise. Als dieser jedoch eintrifft, eröffnet ihr Mann ihr, daß sie im Iran bleiben würden, sie ist als seine Frau seine Leibeigene und muß ebenfalls bleiben, wie auch die Tochter. Betty und die Tochter weinen, doch der Vater hat kein erbarmen, im Gegenteil, in den vergangene zwei Wochen ist er hart geworden, der liebevolle Mensch, den sie einst kennengelernt hat, den gibt es nicht mehr. Sogar mit den Eltern darf Betty nicht mehr telefonieren........ .
Der Kampf beginnt, Betty versucht zu fliehen, erfährt auch, daß sie das Recht hat, doch die kleine Tochter müßte sie da lassen, das will sie aber nicht. Wie Betty es dann letzten Endes doch noch schafft, den Iran zu verlassen, gemeinsam mit ihrer Tochter, das will ich nun nicht erzählen, daß sie es aber geschafft hat, müßte jedem klar sein, denn sonst hätte sie das Buch nicht veröffentliche können, da es sich bei dem Buch um eine wahre Geschichte und nicht um einen Roman handelt.
Wie ist meine Meinung zu dem Buch:
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Das Buch ist sehr schön geschrieben, man kann sich richtig gut in Bettys Situation hinneinversetzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es der armen Frau ging, wenn es heiß ist, dann fühle ich mich am wohlsten, mit nur wenig Kleidung, doch so muß zum Teil eine dicke Strumpfhose, eine Hose und einen Umhang tragen, gesund ist das sicher nicht und das sollte gerade ihr Mann, der ja im Amerka Arzt wurde, wissen.
Aber auch die Unsauberkeit dort, die würde mich wahnsinnig machen, nie würde ich einen Umhang umbinden, in dem eine andere Frau schon Monate vorher geschwitzt hat und dann sogar noch die Nase geputzt hatte, als ich das gelesen habe, mußte ich mich beim lesen fast übergeben, so sehr konnte ich mir den Ekel, den die Autorim empfand nach empfinden.
Schlimm fand ich das Ganze aber auch für die Tochter, kurz vor ihrem fünften Geburtstag verletzte diese sich schwer, bracht mit einem Holzstuhl zusammen und ein Splitter durchbohrte die Schlagader im Arm, zwar konnte der Vater als Arzt erste Hilfe leisten, doch sie richtig versorgen konnte ich sie nicht, da seine Arztutensilien alle beim Zoll einbehalten wurden, also fuhren sie in ein Krankenhaus, wo man sie fortschickte, da keine Notfällt behandelt werden, ab in das nächste Krankenhaus, wo die Wunde ohne Betäubung genäht wurde, eine Höllenqual für das Kind und auch die Mutter, die machtlos daneben stand. Nun mußten sie noch weiter in ein anderes Krankenhaus, wo das Kind dann eine Tetanusspritze bekam. Alles viel zu kompliziert für einen solchen Notfall, glücklicher Weise hat die Tochter dies überlebt, aber es hat tiefe Narben in ihr hinterlassen, wie auch in der Mutter.
Ich könnte die Belange des Vaters, zu bleiben verstehen, wenn er in seinem Land für eine Besserung eintreten möchte, wenn er solche Verhältnisse abschaffen möchte, für eine besser Versorgung der Verletzten sorgen wollte, aber dabei der alte liebenswürdige Mensch bliebe, der er mal war. Betty erinnert sich an ihn, wie er war, als sie sich kennenlernten, immerhin kannten sie sich schon 10 Jahre, ehe diese Reise in den Iran stattfand. Nach so langer Zeit, sollte man meinen, einem Menschen vertrauen zu können.
In Bettys Gefühle konnte ich mich sehr gut reinversetzen, das Kind zurücklassen, das hätte ich auch nicht können, obwohl ein kleiner Zweifel hier ist. Als mein schwer krank wurde, lies ich ihn für eine Nach im Krankenhaus zurück, ich wollte meine Angst erst mal verarbeiten, doch das ist vielleicht ach eine andere Situation, ich wußte, das Kind wird dort versorgt und ich wollte mit meiner Angst nicht schaden. Außerdem konnte ich am nächsten Tag sofort wieder zu ihm. Dennoch überlege ich ernsthaft, ob ich vielleicht zu feige gewesen wäre, bei meinem Kind zu bleiben, in einer solchen Situation und es vielleicht dem Vater überlassen hätte, ich hoffe mal nicht. Aber ich bin mir sicher, daß es Mütter gibt, die das getan hätten, dafür kann man sie nicht mal verurteilen. Für Betty habe ich aber jede Menge Bewunderung übrig, wie sie das alles durgestanden hat, für ihre Tochter und vorallem, weil sie es geschafft hat, dem ganzen zu entkommen, auch wenn es 18 Monaten gedauert hat. Ich bewundere ihren Mut und kann mich in die Sorge versetzen, die diese Frau auf der Flucht durchgestanden hat. So lebhaft ist das Buch geschrieben.
Interessieren würde mich schon, was aus Betty und ihrer Tochter geworden ist, denn auch wenn sie es geschafft hat, aus dem Iran zu entkommen, so lebt sie doch weiterhin auf der Flucht, unter falschem Namen, denn Moody könnte kommen und die Tochter in den Iran entführen, dann hätte ich keine Chance mehr, das Kind jemals wieder zu sehen, ich hoffe, dies ist ihm nicht gelungen.
Da die Reise im Sommer 1984 gemacht wurde, wo die kleine vier/fünf Jahre alt war, müßte sie inzwischen 23 Jahre alt sein, eine junge Frau, die hoffentlich die damaligen Erlebnisse gut verarbeitet hat.
Mit der Veröffentlichung des Buches hat Betty Mahomoody Probleme in Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen dargestellt, wenn man in eine Kultur reingeboren wird, dann findet man sich zurecht, doch wenn man frei gelebt hat und dann eingesperrt wird, dann gibt es schon große Probleme.
Heftig ist auch zu sehen, wie ein Mensch, den man als Liebevoll kennt, sich so sehr verändert und hart und grausam wird, da kann man aber auch sehen, daß die Familie großen Einfluß auf einen Menschen hat, und das ist nicht nur im Iran der Fall, leider.
Fazit:
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Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert, mich hat es regelrecht die letzten Abende gefesselt und so kann ich es empfehlen. Besonders den Frauen, die vor der Hochzeit mit einem Mann einer anderen Kultur stehen, das heißt natürlich nicht, daß dies jeder Frau, die einen Iraner heiratet passieren muß, aber sie sollte gewahrt sein und vorallem auf ihre innere Stimme hören, denn auch Betty hat ja Vorahnungen gehabt, daß das Geschehe passieren wird, solche Gedanken sollte man also besser nicht wegwischen, sondern auf sie hören. weiterlesen schließen -
Mason, David - Schatten über Babylon
12.06.2002, 18:55 Uhr von
rolse
Hallo, ich heiße Roland und komme aus Franken, dem hohen Norden Bayerns. Ich bin verheiratet u...Pro:
spannend
Kontra:
?
Empfehlung:
Nein
Der Tod eines Diktators
Vor Kurzem wühlte ich wieder mal in einer Kiste mit reduzierten Taschenbüchern. Dabei fiel mir der Roman „Schatten über Babylon“ von David Mason in die Hand. Obwohl mir Titel und auch der Autor eigentlich nichts sagten, habe ich aufgrund der Beschreibung auf dem Cover das Buch gekauft. Für 4,95 DM als Mängelexemplar.
Zum Autor:
David Mason, geboren 1951, besuchte die englische Eliteschule Eton. Seit 1970 hochrangiger Offizier bei der britischen Armee. Von 1974 bis 1976 war er im südarabischen Emirat Oman stationiert. Als ausgebildeter Scharfschütze und Soldat hat er die beste Ausgangsposition für diesen Roman.
Er lebt mit seiner Familie in Oxfordshire. Schatten über Babylon ist sein erster Roman. (1993 erschienen)
Zum Buch:
Der Roman ist in vier Teilen aufgeteilt:
1. Dunkle Motive
2. Der Schatten
3. Der Schatten weicht
4. Ein greller Blitz
Epilog
Anhang
Zur Story:
Dunkle Motive
Ein Regierungsminister gibt ein Attentat auf Saddam Hussein, den irakischen Regierungschef, in Auftrag. Dies geschieht über Strohmänner, so daß die Regierung offiziell mit sauberen Händen dasteht.
Sir Peter Dartington leitet ein weltweit agierendes Bauunternehmen. Der Strohmann der Regierung tritt an ihn heran, weil er als loyal gilt. Dieser läßt sich breitschlagen und gibt den Auftrag an Ed Howard weiter. Howard, Chef von XF Securities Ltd. und ehemaliger Soldat nimmt den Auftrag für 10 Millionen Pfund an. Er bildet ein Team und bereitet das Ganze von England aus vor. Um an die nötige Ausrüstung zu kommen werden Scheinfirmen gegründet und Pläne geschmiedet.
Der Schatten
Die Ausrüstung ist als Lebensmittel getarnt, an Bord eines Containerschiffes. Howard und ein schottischer Scharfschütze sind ebenfalls als blinde Passagiere, mit an Bord. Im Roten Meer verlassen sie ihren Container und gelangen Mithilfe eines Schlauchbootes mit Außenbordmotor an Land. Dort werden sie schon erwartet und die Ausrüstung in einen Geländewagen umgeladen.
Die restlichen Teammitglieder gelangen getarnt als Mitarbeiter einer Ölfirma nach Saudi Arabien. Von Hier aus wird das Unternehmen beginnen. Verteilt auf zwei Land Cruiser überqueren sie die Grenze zum Irak. Hierzu brennen sie ein Benzinlager ab um ungesehen einen irakischen Grenzposten zu passieren. Dabei werden sie zufällig durch einen Spionagesatelliten der USA entdeckt.
Der CIA wird eingeschaltet und bald das Vorhaben der Gruppe entdeckt. Das Team um Ed Howard wird von nun an auf Schritt und Tritt überwacht. Der amerikanische Präsident George Bush befiehlt einzugreifen, da man das politische Gleichgewicht in der Golfregion gefährdet sieht. Die Aktion soll durch Raketen von einem amerikanischen Kriegsschiff verhindert werden. Die Terrorgruppe hat allerdings Glück und kann entkommen. Das Attentat ist im Detail geplant und wird durchgeführt. Saddam Hussein wird bei einer Miltärparade anläßlich seines Geburtstages durch einen Schuß schwer verletzt. Es entsteht ein Volksaufstand bei dem der Diktator ums Leben kommt.
Der Schatten weicht
Howard und seine Leute auf der Flucht aus dem Irak. Mit Hilfe eines Flugzeuges gelangen sie schließlich nach Saudi Arabien. Sie werden aber immer noch von den Satelliten beobachtet. Durch eine List gehen sie dem Geheimdienst durchs Netz und gelangen zurück nach Europa.
Im Irak bleibt allerdings alles beim Alten. Ein Doppelgänger von Saddam Hussein regiert als Marionette weiter, da die Regierung den Zerfall des Staates befürchtet.
Ein greller Blitz
Jetzt stellt sich raus wer die wirklichen Drahtzieher des Attentates sind. Sir Peter Dartington wurde gelinkt, denn nicht die britische Regierung hat den Auftrag erteilt ...
Fazit:
David Mason ist es gelungen einen hoch interessanten und sehr spannenden Roman zu schreiben. Trotz mehr als 500 Seiten liest sich das Buch flüssig und wird mit jedem Kapitel mehr zu einer Sucht. Man muß einfach Wissen wie es weitergeht. Man wird immer wieder auf die Folter gespannt und jedesmal war ich überrascht von der Handlung.
Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen.
Danke fürs Lesen und Bewerten weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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antjeeule, 15.06.2002, 14:40 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Die Beschreibung des Buches ist recht gelungen. Schade, dass du nicht ein wenig mehr auf die Hintergründe eingehst. Deine eigene Meinung ist allerdings wirklich sehr kurz geraten und sagt leider nicht sehr viel aus. Das sn bezieht sich hier lediglich
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Miller, Andrew: Die Gabe des Schmerzes
Pro:
leicht zu lesen
Kontra:
kitschig, unrealistisch
Empfehlung:
Nein
Hast du bekommen, was du vom Leben wolltest?
„Hast du trotzdem bekommen, was du vom Leben wolltest? Ja. Und was wolltest du? Mich auf Erden geliebt nennen und geliebt fühlen.“ Mit diesem Zitat von Raymond Carver beginnt das Buch „die Gabe des Schmerzes“ von Andrew Miller.
Auf einem meiner Streifzüge durch die städtischen Buchläden entdeckte ich es ehemals unter den Neuerscheinungen im Taschenbuch und war von Titel und Aufmachung angezogen.
Es handelt sich hier um einen historischen Roman. Er handelt von James Dyer, der 1739 in ärmlichen Verhältnissen geboren wird. Das ungewöhnliche an diesem Kind ist: es weint nie, spricht selten und hat vor allem keinerlei Schmerzempfinden. Das prädestiniert ihn geradezu dafür als Jahrmarktsattraktion aufzutreten, auch wenn die Zuschauer der Echtheit der Darbietung meistens keinen Glauben schenken. James wird hier aufs übelste traktiert, ohne einen Laut von sich zu geben.
Später bringt er es immerhin zum Wunderarzt, der schließlich soviel Ruhm erlangt, dass er an den kaiserlichen Hof von St. Petersburg gerufen wird, um die derzeitige Kaiserin zum impfen.
Auf seiner Reise durch Russland begegnet James einer ganz besonderen Frau. Erst dort wird ihm bewusst, was Gefühle sind und ihm wird klar, dass er zuvor nie welche empfunden hat.
Das Buch beginnt 1772 und schildert, wie einige Ärzte den Leichnam James obduzieren, um herauszufinden, worin seine ungewöhnliche Unempfindsamkeit begründet lag. Auch das Jahr 1771 wird erwähnt, in dem James sein letztes Jahr – wieder zurück in England – in ziemlicher Einsamkeit fristet.
Erst dann beginnt die chronologische Erzählung seines Lebens. Grundstein von James´ Leben ist eine Vergewaltigung der Mutter. Damit fängt es an. Am Ende steht, wie schon erwähnt, kein happy end, sondern eine Beerdigung.
Der Titel und die Story als solche geben viel her und auf den Klappentexten ist das Buch auch hochgelobt. Trotzdem war ich nicht so begeistert davon. Was den historischen Teil anbelangt, gibt es weitaus bessere und lesenswertere historische Romane. Man erfährt wenig über die Zeit, in der das Buch spielt, was über die Story als solche hinausgeht.
Die Gefühllosigkeit des Protagonisten war für mich auch beim Lesen des Buches wiederzufinden. Es fehlte der Reiz dem Erzähler zu folgen, da viele Passagen verwirrend in Nebel getaucht wirkten und sich mir oft der Sinn des Ganzen nicht erschloss. So gelang es mir letztlich nicht, wirklich herauszufinden, was der Autor mit seinem Buch aussagen will. Dies kann zwar auch bei mir liegen, ich vermute jedoch, dass es vielen Lesern mit dem Buch so ergehen wird.
Es ist wahrscheinlich auch nicht so aussagekräftig, dass es viele Spuren beim Leser hinterlässt, was ich bei dem Thema erwartet hätte. So blieb das Buch für mich nur eines unter vielen, die man liest und später wieder weitestgehend vergisst.
Dies soll niemanden abhalten, das Buch dennoch einmal selbst zu lesen, begründet aber meine relativ schlechte Benotung.
Das Buch gibt es als Taschenbuch bei rororo unter der ISBN-Nr. 3-499-22485-2, es kostete ehemals 16,90 DM.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-22 13:53:38 mit dem Titel McEwan, Ian: Liebeswahn
Analyse eines Psychopathen
Joe sitzt mit seiner Frau Clarissa im lichten Sonnenschein unter einer alten Eiche beim Picknick. Gerade greift er zu einer Flasche 1987er Daumas Gassac, um sie zu öffnen, als er einen Mann schreien hört.
So beginnt der Roman „Liebeswahn“ von Ian McEwan mit einer Tragödie. Ein riesiger heliumgefüllter Ballon droht vom Himmel zu stürzen. Im Korb des Ballons befinden sich ein Mann und ein Kind. Joe läuft gemeinsam mit einigen anderen zu Hilfe, um das sich androhende Unglück zu verhindern. Doch die Hilfe kommt zu spät und die Helfenden sind zum Teil sogar mit daran Schuld, dass das Unglück ein tödliches Ende nimmt.
Jed Parry ist einer der anderen, der versucht hatte zu helfen, ohne Erfolg.
Doch folgenlos bleibt die Begegnung von Joe mit Jed Parry nicht. Nach dem Ereignis sind alle schockiert. Jed Parry sieht Joe mit schmerzhaften fragendem Blick an, so dass Joe sich ihm zuwendet, weil er meint, er stünde unter Schock. Doch Jed deutet Joe´s Gesten anders. Er empfindet sie als offensichtlichen Liebesbeweis und entwickelt in der Folge einen regelrechten Liebeswahn, mit dem er Joe verfolgt.
Joe´s Leben war bis dahin recht normal verlaufen. Er führte eine glückliche Ehe mit Clarissa. Beide sind akademisch gebildet, er schreibt gerade an einer wissenschaftlichen Abhandlung.
Jed´s Liebeswahn jedoch bringt beider Leben komplett durcheinander. Mit Telefonterror, stundenlangem Ausharren vor der Haustür, ungezählten Briefen und in der Folge noch weitaus schlimmerem (was hier nicht verraten wird) terrorisiert er Joe nun mit seiner Liebe.
Joe fällt es schwer, Clarissa zu beweisen, dass er Jed hierfür keinerlei Anhaltspunkt gegeben hat. Sie kann einfach nicht glauben, dass jemand aus heiterem Himmel solcherlei Gefühle entwickelt und sich so engagiert.
Das alles bringt die bislang harmonische Beziehung von Clarissa und Joe ins Wanken. Auch beruflich wird es für Joe immer schwieriger – unter diesem Druck stehend – gute Arbeit zu leisten. Nicht einmal die Polizei glaubt ihm, als er sich schließlich entscheidet sie einzuschalten.
Mein Eindruck:
Die Idee ist ziemlich genial. Nicht nur der Liebeswahn als solcher, den es ja in der Psychologie neben dem Eifersuchtswahn tatsächlich gibt. Auch diesen Wahn auf einer homosexuellen Ebene spielen zu lassen, fand ich sehr einfallsreich – einfach mal was anderes als z. B. die typische „verhängnisvolle Affäre“. Genial ist auch, dass Joe wirklich absolut nichts dafür kann. Dass er in keiner Richtung irgendwelche Signale ausgesendet hat, die diese Gefühle provoziert haben könnten. Tatsächlich gibt es solche Geschichten ja auch. Es ist auch spannend, wie schwer es für Joe – gerade als Mann – ist, sich Glauben zu verschaffen. Selbst seine eigene Frau kann nicht glauben, dass er nichts dafür kann.
Leider hat das Buch aber auch einige Schwächen. So bricht der Spannungsbogen immer wieder ab, weil zu viele andere Themen zu stark vertieft werden. Einschübe eher akademischer Art stören beim Lesen eher, weil sie zu weitgehend sind und für die meisten Leser nicht von so starkem Interesse.
Insofern kann man das Buch nicht als Psychothriller bezeichnen. Tatsächlich eher als eine Analyse solch krankhaften Verhaltens und deren Auswirkungen auf eine ansonsten stabile Beziehung.
Den Druck, den das Ganze bei Joe erzeugt, was auch seine Persönlichkeit verändert, konnte ich schon sehr gut nachvollziehen.
Insgesamt ist das Buch leider zu lang. Die Story selbst hätte sicher auch auf 100 Seiten weniger gepasst und wer einen spannenden Thriller sucht, sollte dieses Buch nicht lesen.
Man hätte aus dem Thema mehr machen können. So ist es ein lesbares Buch mit psychologisch interessantem Hintergrund geworden, aber kein Bestseller.
Als Diogenes Taschenbuch 2000 erschienen für ehemals 16,90 DM.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 20:07:30 mit dem Titel McCourt, Frank: Die Asche meiner Mutter - Irische Erinnerungen
Man kann gar nicht genug davon kriegen
Ich wollte dieses Buch schon lesen, kurz nachdem es 1996 erschien und ich zum ersten Mal davon gehört hatte. Doch irgendwie habe ich es immer wieder verpasst. Nun endlich habe ich es gelesen und frage mich wieso ich mir diesen Genuss eigentlich solange vorenthalten habe.
„Die Asche meiner Mutter“ verarbeitet die autobiographischen Lebenserinnerungen von Frank McCourt, einem 1930 in New York zur Welt gekommenen Iren, der mit vier Jahren nach Irland kommt und dort aufwächst. Mit 19 Jahren geht er schließlich nach Amerika zurück. Seine Lebenserinnerungen schrieb er jedoch erst als Pensionär 1995.
Eine erschütternde anrührende Geschichte einer irischen Kindheit und Jugend, die ans Herz geht und bei aller Bitterkeit mit viel Humor geschrieben ist. Die Lebensverhältnisse, in den McCourt aufwächst sind geprägt von äußerster Armut und Not. Nicht einmal einfachste existentielle Grundbedürfnisse sind gedeckt und die Familie leidet unter Hunger, Kälte, schlechten hygienischen Zuständen, Krankheiten und hat oft nicht einmal Kohle zum Heizen. In einer Szene wird beschrieben, wie sie sogar eine Wand in ihrer Wohnung entfernen, weil darin Balken sind, die man noch verheizen kann. Diese furchtbare Armut wird nicht zuletzt durch Franks Vater Malachy vergrößert, der mit äußerster Beständigkeit immer wieder den letzten Penny der Familie in der Kneipe versetzt und zu einer geregelten Arbeit einfach nicht fähig ist. Diesen Umstand muss Angela, Franks Mutter, immer wieder ausgleichen, indem sie versucht das Unmögliche möglich zu machen und Frank und seine vielen Geschwister (von denen einige dann auch früh versterben), irgendwie durchzubringen.
Ein wirkliches soziales Netz ist nicht vorhanden, wenn es auch eine Art Fürsorge gibt, in die man sich im Notfall wenden kann. Für Franks Vater eine unmögliche Alternative. Zwar ist er nicht bereit und in der Lage die Familie zu versorgen, aber Bettelei, das Sammeln von Kohle oder die Inanspruchnahme der Fürsorge ist seinem Stolz zuwider. Stattdessen versäuft er lieber das wenige Geld und kommt dann patriotische Lieder singend in der Nacht nach Hause und holt die Kinder aus dem Bett und lässt sie fürs Vaterland strammstehen.
So, nun möchte ich nicht mehr zum Inhalt verraten. Eine traurige Geschichte, die aber auch oft zum Lachen anregt, weil sie mit soviel Humor (wenn auch oft der schwarzen Art) geschrieben ist. Fantastisch lebendig und echt. Man spürt eben, dass hier etwas wahrhaft Erlebtes wiedergeben wird. Dem Autor scheint seine Kindheit und Jugend auch im Alter noch unglaublich nah gewesen zu sein, denn er beschreibt alles aus seiner damaligen Sicht.
Alle Personen sind gut und detailliert beschrieben. Keine Schwarzmalerei. Wer also denkt, Franks Vater würde nur schlecht abschneiden täuscht sich. Nein: Bei aller Wut, die man mitunter auf ihn verspürt, ist er dann momentelang so sympathisch mit seinem Stolz, seiner Phantasie und seiner Infantilität.
Ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen, der es noch nicht kennt und werde mich genauso auf die Fortsetzung stürzen, die dann die Jahre in Amerika beschreibt.
Das Buch ist ursprünglich bei Luchterhand erschienen. Ich habe es in einer Bertelsmann-Ausgabe gelesen, die als gebundenes Buch nur 10 Euro kostete. Es hat etwas mehr als 500 Seiten und man wünscht sich am Schluss es hätte noch 500 mehr.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-29 12:05:26 mit dem Titel Mahldorf, Charlotte von : Ich bin meine eigene Frau
Im falschen Körper geboren
Ich möchte Euch gerne ein Buch vorstellen, das ich für besonders wertvoll halte. Das Buch heißt „Ich bin meine eigene Frau“ und es ist der Lebensbericht von Charlotte von Mahlsdorf, wie sie sich heute nennt, die am 18.03.1928 in Mahlsdorf bei Berlin geboren wurde.
Parallel zu diesem Buch, welches 1992 bei der Edition diá erschien, startete damals bundesweit der gleichnamige Film von Rosa von Praunheim. Es ist eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm. Leider war es mir nie vergönnt diesen Film zu sehen, so dass ich mich nur über das Buch äußern kann.
Ich werde mich in diesem Bericht an die weibliche Form halten und von Charlotte berichten, weil dies sicher in ihrem Sinne wäre.
Wie schon oben erwähnt wurde sie 1928 im männlichen Körper des Lothar Berfelde geboren. Herangewachsen in einer bürgerliche Familie, mit einem patriarchalischen Vater, der ein Tyrann war, fühlte sich Charlotte (Lothar) schon früh besonders zur Mutter hingezogen. Diese galt es auch oft gegen den übermächtigen und brutalen Vater zu schützen. Wir erfahren einiges über Mutter, Vater und weitere Verwandte und die Geschichte der Familie Berfelde. Schon ein Jahr vor Charlottes Geburt will die Mutter sich wegen der Misshandlungen durch den Vater scheiden lassen. Mit Waffengewalt zwingt dieser sie dazu, die Ehe aufrecht zu erhalten.
Charlottes Kindheit und frühe Jugend sind von Angst vor dem Vater und um das Leben der Mutter geprägt. Dazu kommt ein ausgeprägter Hang für weibliche Kleidung, das Spielen mit Puppen und eine Liebe zu Trödel und alten Dingen, die ein Leben lang anhalten soll. Der Vater hatte ganz andere Vorstellung davon wie ein „echter Junge“ sich zu benehmen und auszusehen hätte und versuchte bisweilen, sie mit Gewalt zu diesem Jungen zu machen.
Schon früh fängt Charlotte mit dem Sammeln von Antiquitäten an, arbeitet als Jugendliche bei einem Trödler und hilft bei Haushaltsauflösungen. Diese sind, wie sie dann schockiert feststellen muss, häufig die Wohnungen von deportierten Juden. Womit ich bei einem weiteren Thema wäre, um das es in diesem Buch geht. Kindheit und Jugend als homosexueller Transvestit im Nazi-Deutschland. Nicht einfach, wie man sich denken kann.
1942 muss Charlotte auf Antrag des Vaters in die Hitler Jugend eintreten. 1944 erschlägt Charlotte schließlich den eigenen Vater. Es scheint der einzige Ausweg, um die Mutter und sich selbst endgültig und für immer vor ihm zu retten. Danach folgt das Jugendgefängnis.
Doch das Kriegsende bedeutet auch für Charlotte neue Freiheit: Das Glück will es, dass die Gefangenen des Gefängnisses wegen eines Bombenangriffes in den letzten Tagen des Krieges amnestiert werden.
Nun beginnt ein Leben, was ein Großteil der homosexuellen Szene darstellt. Wir erfahren viel über den Wiederaufbau dieser Szene, die sich in den 20er Jahren noch recht locker gestaltete, nach dem 2. Weltkrieg. Charlotte gehört zu den Galionsfiguren dieser Bewegung.
Doch daneben sammelt und erhält sie, später im Osten Deutschlands lebend, auch viele Antiquitäten und schließlich ganze Häuser aus der Gründerzeit, was einer Lebensaufgabe gleichkommt. Denn sie bekommt hierfür von der DDR-Regierung weder Geld noch Material. 1992 wird ihr durch den Bundespräsidenten Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz hierfür verliehen. Sie erscheint im schönen Kleid.
Eine lebendige, absolut echte Biographie eines sehr liebenswerten, interessanten und couragierten Menschen. Ein riesiges Stück Zeitgeschichte und ein Plädoyer für die Freiheit und Toleranz.
Natürlich enthält sie auch viele Beschreibungen, wo genau das Gegenteil vorliegt. Aber niemals ist es ein Gejammer, sondern ein sehr positiver Bericht, trotz allem, das finde ich persönlich sehr bewundernswert.
Es wird auch nichts ausgespart. Eine gute Mischung aus Zeitgeschichte, persönlicher Entwicklung, Beziehungen, Sexualität und politischer Geschehnisse.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Es ist außerdem noch dazu gut geschrieben, liest sich leicht und flüssig.
Erschienen bei der Edition diá 1992, ISBN-Nr. 3 86034 109 X
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-16 07:54:17 mit dem Titel Gabriel Garcia Marquez: Die Abenteuer des Miguel Littín
Rückkehr verboten!
„Das Abenteuer des Miguel Littín“ ist ein Tatsachenbericht, den Gabriel García Márquez in literarischer Form zu Papier gebracht hat.
Die Handlung liegt für heutige Verhältnisse lang zurück – 1985 – also vor mittlerweile 17 Jahren reiste der chilenische Filmregisseur Miguel Littín für 6 Wochen in sein Land – Chile – zurück und hielt sich dort illegal auf, um einen Dokumentarfilm über die damalige Realität Chiles zu drehen. Ein Abenteuer, denn Littíns Name steht auf einer Liste von 5000 Chilenen, denen es strengstens verboten ist, in ihr Land zurückzukehren.
Zu diesem Zeitpunkt liegen 12 Jahre Militärdiktatur hinter Chile und Littín ist neben aller Aufregung und Angst natürlich auf höchste gespannt auf die Rückkehr in sein Land und auf die Verhältnisse, die dort herrschen.
Denn nach außen – ins Ausland – oder gar nach Europa dringt wenig von der Lebensrealität der Menschen in Chile.
Nachdem Marquez Littín im Anschluss an sein Abenteuer getroffen hatte, war er so fasziniert von der Geschichte, dass er fast eine Woche lang ein Interview mit ihm führte und daraus das vorliegende Buch machte. Natürlich sind viele Namen und Personen so verfälscht worden, dass niemand erkannt und dafür belangt werden konnte. Das Buch erschien bereits 1987 bei Kiepenheuer & Witsch.
Bevor ich also weiter berichte: Warum heute noch so ein Buch lesen? Ich denke, dass es militaristische Systeme und Diktaturen leider zu jeder Zeit auf der Welt gibt und was damals in Chile geschah heute in anderen Ländern in gleicher oder ähnlicher Weise geschieht. Insofern hat so ein Thema für mich immer Aktualität. Pinochets Festnahme liegt noch nicht lange zurück und hat Europäer noch einmal nachhaltiger an die Geschichte Chiles erinnert.
Der Spiegel schrieb über dieses Buch: „Spannender als ein Agentenroman“ und so fängt das Buch auch an. Littín (bzw. sein Sprecher Marquez) schildert detailliert, welch umfangreiche Vorkehrungen getroffen wurden, damit niemand seine wahre Identität enthüllen konnte. Das war nicht nur ein falscher Pass sondern viel mehr. Littín hat regelrecht an seinem Auftreten und seiner Persönlichkeit gearbeitet, bevor er fuhr. Immer hatte er Angst, sein „Lachen“ könne ihn letztendlich verraten. Auch die verschiedenen Filmteams, die mit dabei waren, kamen unter verschiedensten Vorwänden aus insgesamt drei europäischen Ländern.
Neben der Beschreibung der Abenteuer, der Freude, die lang vermisste Heimat wiederzusehen, zuletzt sogar seine Mutter, beschreibt er auch, wie das Land auf den ersten Blick so harmlos wirkt und man erst genauer hinsehen musste, um zu erkennen, dass an jeder Straßenecke Militär und Polizei strengstens alles überwachte. Er beschreibt das gedrückte Lebensgefühle der dort Gebliebenen, die alles überschattenden Ängste wie auch die noch immer andauernde Verehrung des ehemals ermordeten Präsidenten Allende.
Littín selbst wirkt symphatisch, macht auch mal Fehler, indem er sich ganz plötzlich einer Intuition oder eines Gefühls wegen nicht mehr an die abgemachten Sicherheitsvorkehrungen hält. Dies trägt auch zur Spannung dieses Berichts bei. Am Ende drehen die drei Filmteams mit Unterstützung von Widerstandskämpfern vor Ort und gut getarnt sogar direkt vor Pinochets Nase.
Mit hat das Buch sehr gut gefallen, ich habe es an einem Abend durchgelesen. Es ist vom Schreibstil gut und flüssig in kurzen Kapiteln geschrieben. Die Gefühle Littíns stehen auch mit im Vordergrund, so dass es auf gar keinen Fall eine langweilige Dokumentation ist sondern ein äußerst lesbares und spannendes Buch.
Für meinen Geschmack hätte es etwas dicker sein können und einige Situationen hätten noch etwas detaillierter und genauer sein können. Auch eine etwas längere Einführung über die Geschichte und Situation Chiles wäre für Leser, die dort nicht so bewandert sind, eine Hilfe gewesen. Deshalb nicht die Höchstnote in meiner Bewertung.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-30 09:07:29 mit dem Titel Mankell, Henning: Die Brandmauer - der ultimativ letzte Wallander???
Der ultimativ letzte Wallander – oder etwa doch nicht?
So, nun ist es zugeklappt das Buch. 574 Seiten schwedischer Polizeiarbeit liegen hinter mir und eine kleine Träne rinnt mir aus dem Auge. Dies soll er nun gewesen sein, der ultimativ letzte Wallander-Krimi von Henning Mankell. Kann er uns das antun? Andere Leute müssen doch auch ihren Job machen, auch wenn keinen Spaß macht. Was heißt hier künstlerische Freiheit? Die haben wir Leser ihm doch erst bezahlt – seine Freiheit. Und nun weigert er sich uns weiterhin mit seinen Krimis zu ergötzen und setzt uns stattdessen afrikanische Realitäten vor. Dabei wollen wir doch lieber schwedische Absurditäten. Oder zumindest gekonnt in Szene gesetzte Morde und Verbrechen, vor denen uns gruselt und bei denen wir insgeheim froh sind, dass sie nur der schriftstellerischen Phantasie entspringen.
Spaß beiseite. Ihr wollt wissen, worum es geht.
„Die Brandmauer“ ist eigentlich eine Übersetzung für „firewalls“, welche im Computerbereich Hürden beschreiben, die man einbauen kann, um bestimmte Dateien zu schützen. Ich bin beileibe keine Fachfrau für Computerfragen. Viele von Euch hier werden besser wissen und beschreiben können, worum es dabei geht. Aber um Computer, das Internet und um ein ausgedachtes Szenario, was man damit alles anrichten könnte, geht es in diesem Roman von Henning Mankell. Ob es nur ein fiktives Gedankenspiel dieses Autors ist oder ob Teile davon real durchführbar wären, wage ich nicht zu beurteilen.
Eingeleitet wird dieser Roman mit einer Menge von Rückblicken. Wallander erinnert sich an einige Verbrechen der Vergangenheit, die bei den treuen Lesern wie mir auf Erinnerungsfetzen stoßen und schon ein wenig vorwegnehmen, dass dies wohl definitiv der letzte „echte“ Wallander sein wird.
Doch zu Beginn geht es zunächst um einen ganz einfachen Mord. Ein Taxifahrer wird zunächst niedergeschlagen und dann erstochen. Nichts besonderes also, wenn man von der Tatsache absieht, dass die beiden Täterinnen junge Mädchen bzw. Frauen sind, die jüngste erst vierzehn. Mit großer Gefühlskälte reagieren die beiden auf die Anschuldigungen und gestehen sofort. Ohne Reue. Ohne Schuldgefühl. Das gibt Wallanders ohnehin oft resignativen Gedanken neuen Zündstoff. Er sinniert wiederum über den Verfall der schwedischen Gesellschaft und Jugend, nun sogar des weiblichen Geschlechts. Das kennen wir von ihm und das macht ihn auch immer wieder sympathisch.
Und doch sind seine Grübeleien und Depressionen in diesem Buch noch ausgeprägter als in den vorherigen. Vielleicht wollte Mankell ihn uns jetzt endgültig verübeln. Damit wir uns in Zukunft nicht mehr so sehr danach sehnen neue Storys präsentiert zu bekommen. Als wollte er sagen: Der Mann ist endgültig verbraucht, wendet euch von ihm ab, genug der depressiven Momente – sucht euch einen besseren Mann oder gar eine Frau (und vielleicht noch eine jüngere mit mehr Energie und Tatendrang und Optimismus). Sie wird uns auch am Ende des Buches vorgestellt. Es ist Linda – seine Tochter. Ich bin gespannt, ob Mankell nun wirklich eine Reihe von Krimis schreiben wird, in der sie die Hauptfigur ist und ob wir Wallander dann gelegentlich wiedertreffen, so ganz nebenbei, wie einen alten Bekannten.
Die ältere der beiden jungen Frauen, Sonja Hökberg sitzt in Untersuchungshaft, die jüngere ist in die Obhut des Jugendamtes genommen. Sonja gelingt es zu fliehen. Doch leider verhilft ihr dies nicht zur Freiheit, sondern führt sie direkt in den Tod. Ihre Leiche wird unter dramatischen Umständen gefunden.
Kurz zuvor ist Falk, ein erfolgreicher Computerberater bei einem Spaziergang vor einem Geldautomaten tot zusammengebrochen. Eine natürliche Todesursache wird angenommen. Doch im Verlauf der Geschichte melden sich sowohl sein Hausarzt als auch seine Ex-Frau und bezweifeln diesen natürlichen Tod. Falks Leiche verschwindet und wird später vor genau diesem Geldautomaten wiedergefunden. Das kuriose ist: Dort wo seine Leiche verschwand findet man etwas, was eine Verbindung zu Sonja Hökberg erahnen lässt.
Doch wie hängt dies alles zusammen? Wallander und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel. Nach wie vor forschen sie nach einem Motiv, welches die beiden Mädchen zu der Tat an dem Taxifahrer getrieben hat. Und nun kommt der Tod dieses Computerberaters hinzu, alles macht wenig Sinn.
Endlich gelingt es einen Freund von Sonja Hökberg ausfindig zu machen, der vielleicht einen Teil des Rätsels lösen könnte. Doch noch bevor er gefunden wird, ist auch er unter dramatischen Umständen ermordet worden. Auch bei ihm finden sich Hinweise darauf, dass eine Verbindung zu Falk bestand. Über Falk selbst findet man wenig heraus – lediglich dass er einige Jahre in Angola wohnhaft war, aber niemand weiß, womit er sich dort beschäftigte. Sein Leben ist ein großes Geheimnis, welches man hofft in seinem Computer zu finden. In diesem verschlüsselten System findet sich nur einer zurecht – Robert Modin. Ein junger Hacker, der gerade eine kurze Zeit im Gefängnis verbracht hatte, da er es geschafft hatte sich in die Rechner des Pentagon einzuschleusen.
Wallander zieht ihn hinzu und riskiert dabei Modins Leben.
Doch mehr sei nicht verraten, damit es nicht langweilig für diejenigen wird, die dieses Buch noch nicht gelesen haben.
Nur noch soviel, dass Wallander in diesem Buch in viele interne Querelen hineingezogen wird und arg unter Beschuss steht. Auch seine persönliche Einsamkeit macht ihm zu schaffen, so dass er den Rat seiner Tochter befolgt und eine Kontaktanzeige aufgibt. Tatsächlich lernt er auch eine Frau kennen doch wie es sich mit dieser entwickelt, wird hier nicht verraten.
Dieser Roman war wiederum ausgezeichnet zu lesen, alle Fäden werden nach und nach zusammengesponnen, alle Fragen beantwortet. Er ist spannend wie die vorherigen. Allerdings gelingt es ihm nicht uns das ausgeklügelte Szenario, welches die Polizei gerade noch verhindert, ausreichend zu beschreiben. Dies bleibt doch ein wenig im Dunkeln.
Sehr erstaunt war ich zu lesen, dass mittlerweile doch ein neuer Wallander auf dem Markt ist. „Wallanders erster Fall“ soll eine Zusammenstellung von vier verschiedenen kürzeren Geschichten aus Wallanders früher Zeit sein. Ich persönliche glaube nicht, dass dieses Buch mit den vorherigen Werken vergleichbar sein wird. Aber lesen werde ich es wahrscheinlich doch, weil ich einfach süchtig geworden bin.
Wallanders Krimis waren für mich allesamt grandios geschrieben, von höchster Spannung gezeichnet und das depressive Wesen hat mich nicht gestört, sondern mir die Hauptperson nur sympathischer gemacht. Ich finde es wirklich schade, dass diese Serie nun zu Ende ist, kann aber auch Mankell darin verstehen, dass er gern einmal etwas neues schreiben möchte und sich nicht für alle Ewigkeiten auf diese Figur festlegen möchte. Insofern bin ich gespannt auf seine weiteren Werke.
Das Buch bekommt hier trotzdem nicht die Höchstnote, sondern nur vier Sterne. Im Vergleich zu den anderen hinkte es an machen Stellen ein wenig und die Abschiedsstimmung, die es beim Lesen hervorruft lenkt mitunter vom tatsächlichen Geschehen ab.
„Die Brandmauer“ gibt es als gebundene Ausgabe bei Zsolnay, ISBN-Nr. 3-552-05168-6. Preis liegt ca. bei 25 Euro.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-04 18:36:03 mit dem Titel Mawson, Robert: Das Lazaruskind - Auf eine Verfilmung spekuliert?
Auf eine Verfilmung spekuliert?
Warum habe ich mir dieses Buch „Das Lazaruskind“ von Robert Mawson eigentlich gekauft? Der Autor war nicht der Anlass, denn ich hatte noch nie von ihm gehört. Laut Klappentext ist dies der zweite Roman des 1956 in London geborenen Journalisten und Werbetexters, der zwischendurch auch einige Jahre als Pilot tätig war. Der Titel sprach mich an, ich hatte wohl von dem Buch gehört, weil es als Bestseller gehandelt wurde und es hat eine sehr schöne Aufmachung. Ausschlaggebend aber war wohl, dass ich es als gebundenes und top erhaltenes Buch zu einem Schnäppchen-Preis auf dem Flohmarkt ergattert habe.
Zunächst zum Inhalt:
In diesem Buch geht es um eine Familie, deren jüngste Tochter auf tragische Weise bei einem Autounfall stirbt, dann reanimiert wird und danach im Koma liegt. Den furchtbaren Unfall hat ihr Bruder Ben mit angesehen, der Schuldgefühle hat, weil er sie auf dem Weg zu Schule begleiten sollte und mal kurz vorausgelaufen war, um sich Bonbons zu kaufen. Das ganze passiert in einer Situation, wo sich die Eltern dieser beiden Kinder gerade drei Wochen zuvor getrennt haben, weil der Mann seine Frau betrogen hatte.
Frankie, das Mädchen kommt in eine Klinik und wird dort mit Apparaten am Leben gehalten. Die Mutter des Mädchens Alison, kommt mit der Situation überhaupt nicht klar. Sie sitzt fast nur noch am Bett ihrer Tochter und liest alles, was sie im Zusammenhang mit Komapatienten in die Hände bekommt, bis sie schließlich fast mehr weiß als die behandelnden Ärzte. Sie findet schließlich auch den entscheidenden Hinweis auf eine Ärztin in Amerika, die eine Komaklinik für Kinder betreibt und mit aktiven Methoden versucht diese „aufzuwecken“.
Der Vater des Mädchens ist zurückhaltender, außerdem noch voller Schuldgefühle seiner Frau gegenüber. Er traut sich nicht seine Skepsis zu zeigen und dies wird auch von Alison nicht zugelassen.
Parallel wird nun die Geschichte der amerikanischen Ärztin Elisabeth erzählt. Auch sie verlor als Kind einen Bruder durch einen Schlittschuhunfall, der dann kurze Zeit im Koma lag. Auch sie war bei dem Unfall dabei, allerdings entschieden ihre Eltern damals, dass die lebenserhaltenden Apparate abgestellt werden sollten, so dass der Bruder verstarb. Ein Umstand mit dem Elisabeth nicht zurechtkam und den sie versucht zu kompensieren, indem sie sich mit Leib und Seele ihren Ideen und der Klinik verschreibt.
Noch während es zu einer Kontaktanbahnung kommt und die englischen Eltern verzweifelt überlegen, wie sie einen Transport nach Amerika organisieren können und außerdem die hohen Kosten des Unternehmens tragen sollen, gerät die Klinik unter Beschuss. Nachdem mehrere Kinder nicht gerettet werden konnten, macht sich Misstrauen vor allem wegen der unkonventionellen und teilweise medizinisch nicht ausreichend erforschten Vorgehensweisen breit.
Schließlich gelingt es dem englischen Ehepaar das Unternehmen zu wagen und sie kommen nach Amerika. Doch bereits als sie ankommen liegt eine einstweilige Verfügung vor, die der Ärztin vorübergehend verbietet die Klinik weiter zu betreiben.
Mehr sei hier noch nicht verraten.
Meine Meinung dazu:
Im Großen und Ganzen war dieses Buch eigentlich eine Enttäuschung. Immer wieder musste ich mich während des Lesens im Klappentext davon überzeugen, dass es wirklich „kein“ amerikanisches Buch ist, denn es ist in der Tradition und Machart der Amerikaner geschrieben, teils kitschig, teils unrealistisch, teils nicht mehr für mich nachvollziehbar. Obwohl es dabei gut geschrieben ist und ein gewisser Spannungsbogen erhalten ist, so dass man es relativ leicht wegschmökern kann. Aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Koma“ und auch dem Konflikt der Eltern scheint mir dieses Buch nicht zu sein.
Allein vom Aufbau fand ich es wenig überzeugend. Der Werdegang dieser Ärztin, die verkörperte „gute Seele“, deren tragisches Schicksal dann ganz zufällig dem des Bruders Ben gleicht, war schon vom Ansatz kitschig und unglaubwürdig. Trotz all ihres Engagements vermittelt sich mir dann eben nicht das Bild einer verantwortungsbewussten und fachkundigen Ärztin. Vielmehr scheint sie einer Idee verschrieben der sie mühevoll hinterherläuft und von Wissenschaftlichkeit in Ihrer Arbeit kann nicht die Rede sein, auch wenn sie mit High-Tech-Anlagen operiert. Vielmehr wird das Buch zum Ende hin immer mystischer und ihre Ansätze scheinen eher erträumt als realistisch.
Die Kritik an der Klinik nimmt sie nicht ernst und setzt sich damit auch nicht auseinander. Stattdessen macht sie unverdrossen weiter und riskiert dabei die Unversehrtheit ihrer Patienten. Obwohl sie unsicher ist macht sie den Eltern Hoffnung auf ein Gelingen – und weil der Roman ja american like ist, gibt es natürlich auch so etwas wie ein happy end. Eine andere Möglichkeit wäre einem auch beim Lesen gar nicht in den Sinn gekommen.
Alles ist super dramatisch und ich frage mich im Nachhinein, ob dieses Buch vielleicht schon mit dem Ansatz geschrieben wurde, dass es einmal verfilmt werden sollte. Denn viele Szenen scheinen recht Filmreif einem amerikanischen 0815-Spielfilm entnommen.
Es scheint ein Versuch einer Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema, der mir nicht sehr gelungen vorkommt. Sicherlich gibt es zu dieser Thematik andere und weitaus bessere Bücher, die aber leider nie Bestseller werden, weil Kitsch und Romantik fehlen.
So ist es ein trivialer leicht zu lesender Roman, bei dem man zwischendurch immer wieder mal die Augenbrauen hochziehen muss. Ich habe sogar, was sonst gar nicht meine Art ist einige Passagen schlicht überblättert – und zwar immer dann wenn wieder einige Seiten Ausführungen dazu kamen, was nun angeblich im Unterbewussten dieser Menschen sich abspielen soll. Da nimmt dann Ben, der mittlerweile selbst in Hypnose gelegt wurde seine Schwester an die Hand und will sie herausführen. Beide sind miteinander verkoppelt worden. Tut mir leid, aber bei solchen Passagen war es einfach mit meinem guten Willen zu Ende und ich dachte nur: „Was für ein Blödsinn“.
Alles in allem kann ich dem Buch höchstens 2 Sterne geben. Denn wenn man sich an ein solches Thema herantraut sollte man es auch vernünftig machen, wie ich finde. Sonst kann man auch eine einfache Lovestory schreiben. Der hätte ich dann vielleicht drei Sterne gegeben, weil es vom Schreibstil o.k. war.
Fazit: Lohnt sich nicht.
Wer es doch kaufen will: Mittlerweile erhältlich als Goldmann TB, ISBN: 3442446783 für 9 Euro. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Roland Mueller - Der Goldschmied
Pro:
spannend, fesselnd
Kontra:
keine
Empfehlung:
Nein
"Der Goldschmied" von Roland Mueller ist ein historischer Roman, der im mittelalterlichen London spielt und die Geschichte des Gwyn Carlisle erzählt.
Inhalt:
Gwyn Carlisle lebt mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Sid im mittelalterlichen London. Der Vater, Bert Carlisle, der Köhler war, ist tot. Obwohl die Familie niederen Standes ist, schafft es seine Mutter, den Jungen bei dem Goldschmiedemeister Peter Fallen in die Lehre zu schicken. Dieser ist überrascht über das große Talent des Jungen und nimmt sich seiner an.
Nach dem Tod seines Meister wird Gwyn von der Londoner Goldschmiedezunft zum Goldschmiedgeselle ernannt. Er zieht hinaus in die Welt, wo er so manches Abenteuer bestehen muss.
(Mehr möchte ich vorweg nicht erzählen!)
Autor:
Der Autor Roland Mueller wurde 1959 in Würzburg geboren. Er war Erzieher und Sozialpädagoge. Schon früh schrieb er Kurzgeschichten, Erzählungen und Drehbücher. "Der Goldschmied" war jedoch sein erster Roman.
Fazit:
Die Geschichte des Gwyn Carlisle wird vom Autor sehr fließend und anschaulich erzählt. Der Leser kann sich sehr gut in die Geschichte hereinversetzen und die einzelnen Rollen der Protagonisten des Romans sind sehr gut herausgearbeitet.
Schon nach wenigen Tagen hatte ich das Buch ausgelesen, da es mich gar nicht mehr losließ. Es war sehr fesselnd und spannend zugleich und ich konnte nie erwarten, wie es weitergehen würde mit Gwyn Carlisle.
Ein wenig erinnerte der Inhalt und die Struktur des Romans mich an den "Medicus" von Noah Gordon, nur dass es nicht um Medizin sondern um das Handwerk derGoldschmiede ging.
Soviel ich weiß gibt es noch einen 2. Teil vom "Der Goldschmied". Denn werde ich mir auf jeden Fall auch noch besorgen.
Buch:
ISBN 3-426-63103-2
579 Seiten weiterlesen schließen -
Stimmen
24.05.2002, 19:39 Uhr von
SusanneRehbein
24 Jahre alt, Studentin der Erziehungswissenschaft, glücklich verliebtPro:
spannend bis zum Schluß
Kontra:
die Namen lassen sich teilweise schlecht von einander unterscheiden
Empfehlung:
Nein
"Stimmen sind Körper in Bewegung, und jede einzelne hat die Mehrdeutigkeit und die Komplexität eines lebendigen Organismus; wie schön oder häßlich, wie schwach oder stark sie auch sind, alle sind sie von langen blauen Venen durchzogen, einem rührenden Blau, mit Malen übersät wie der nächtliche Himmel mit Sternbildern, und es ist schwierig, sie zum Schweigen zu bringen, wie man es mit den papierenen Worten eines Buches macht."
... ist einer der letzten Sätze des Romans "Stimmen" von Dacia Maraini, der 1998 im PIPER-Verlag erschienen ist. Das Buch ist 407 Seiten dick und erzählt folgende Geschichte:
Eine italienische Radiojournalistin kommt von einer Dienstreise zurück und muß überrascht feststellen, daß ihre junge Nachbarin in ihrer Abwesenheit erdolcht wurde. Die Radiojournalistin heißt Michela Canova und die Tote ist Angela Bari, eine weniger erfolgreiche Schauspielerin, die ständig durch gutes Aussehen glänzte, über die Michela Canova aber kaum etwas wußte, trotz einjährigem wand-an-wand-wohnens! Zufällig bekomt Michela eine Sendereihe über unaufgeklärte Verbrechen an Frauen angeboten, welche ihr die Möglichkeit gibt, den Tod ihrer Nachbarin genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei interviewt sie alle potentiellen Täter und sammelt deren Stimmen auf Tonbändern.
Die Geschichte spielt in Italien, hauptsächlich in Rom und erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten. Maraini erzählt aus der Sicht der Protagonistin und beschreibt alle Handlungen und Geschehnisse sehr ausführlich, jedoch ohne zu langweilen. Allerdings sind die häufigen Straßenbezeichnungen ein bißchen verwirrend.
Das Buch erschien im PIPER-Verlag München mit der ISBN 3-492-22462-8. Auf meinem Buch steht der Preis von 16,90 DM, allerdings bekam ich es für ca. 3 DM bei Jokers (www.jokers-online.de) als Mängelexemplar. Bei www.bol.de ist das Buch in 2 Ausführungen erhältlich. Zum einen für 14,- DM und zum anderen für 16,90 DM. Worin sich diese Ausgaben unterscheiden, außer im Einband und im Preis, kann ich leider nicht sagen.
Dacia Maraini, wurde 1936 in Florenz geboren und wuchs als Kind in Sizilien auf, dessen traditionelle und patriarchalische Sitten ihre Jugend bestimmten. Maraini wurde in Italien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sie engagiert sich in ihren Romanen und journalistischen Beiträgen für die Frauenbewegung.
Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite, denn man bekommt erst ziemlich spät eine Vermutung, wer der Mörder sein könnte. Allerdings wird das auflösen des Falles sowohl für Canova, als auch für den Leser dadurch erschwert, daß viele Beteiligten notorische Lügner sind. Ein gutes, spannendes empfehlenswertes Buch. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Andreas68, 24.05.2002, 23:06 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Endlich mal eine kurze Rezension! Der Auszug am Beginn ist sehr lyrisch u. lässt einen im Lesen versinken.
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zettikonfetti, 24.05.2002, 21:54 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
@Peter16jh: lies mal richtig: ISBN 3-492-22462-8. Auf meinem Buch steht der Preis von 16,90 DM
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Peter16jh, 24.05.2002, 20:12 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Leider sehr Kurz geraten, ISBN, Preis,...
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Val McDermid : Ein Ort für die Ewigkeit
Pro:
außergewöhnlich
Kontra:
keines
Empfehlung:
Nein
Der Krimi " Ein Ort für die Ewigkeit" von Val McDermid ist ein außergewöhnliches Buch.
Was zunächst wie ein typischer englischer Krimi beginnt geht viel tiefer auf die Frage nach Schuld und Gerechtigkeit ein.
Die Handlung spielt während der ersten beiden Drittel des Buches im Dezember 1963 in der Nähe von Derby.
Der Winter in dieser Gegende ist besonders trostlos und kalt, was auch z.T. die Stimmung des Buches prägt.
Im kleinen Weiler Scardale ( 30 Einwohner) verschwindet die 13-jährige Alison Carter spurlos.
Da sein Vorgesetzter erkarnakt ist übernimmt der junge Detective George Bennet die Ermitllungen. Er hat Jura studiert und ist dadurch bevorzugt befördert worden, dies ist seine erste große Ermittlung ( die er leitet). So ist verständlich , dass er sich sehr in die Arbeit vertieft. Zu dem ist seine Frau noch schwanger.
Im Laufe der Ermittlungen verdichten sich die Anzeichen, dass Alison ermordert wurde, allerdings findet man ihre Leiche nicht. Die Dorfbewohner sind zunächst nicht sehr kooperativ und geben nur langsam ihre Beobachtungen und Hintergrundwissen weiter.
Alle Hinweise führen schließlich zu einem Täter ( den ich hier nicht nennen möchte ;-). Das Buch beschreibt auch den Prozess, der ihm gemacht wird.
Der zweite Teil des Buche spielt im Jahr 1998. Eine Journalistin möcht ein Buch über den Fall schreiben und führt lange Gespräche mit George Bennet. Kurz vor der Veröffentlichung jedoch will dieser diese verhindern und erleidet einen Herzinfakt - und das alles nach dem er in Scardale war. Was hat er dort gesehen und hat man vor 35 Jahren doch den falschen Täter gefunden?
Das Buch beschreibt eine spannende Kriminalgeschichte , deren Ende allerdings für mich ein wenig abwegig war ( dadurch aber auch kaum vorhersehbar) Gleichzeitig steht aber auch die Frage nach Gerechtigkeit im Vordergrund und der Leser fragt sich am Ende , wie er oder sie gehandlet hätte, wäre er damals in Scardale gewesen.
Außergewöhnlich ist auch die Atmospähre in dem kleinen Dorf, die man sich als Stadtbewohner nur schwer vorstellen kann.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der spannende Geschichten mag.
Val McDermid: Ein Ort für die Ewigkeit
Verlag Droemer Knaur
Taschenbuch: ? 9,90, 588 Seiten, erschienen ( TB) 2001 weiterlesen schließen -
Miller jr,W.-Lobgesang auf Leibowitz: Einer der ersten und besten Post-Doom-Romane
10.05.2002, 12:38 Uhr von
emmtie
Da wollen wir YOPI einmal eine 2.Chance geben (wenn auch nur auf Bewährung). Und dabei geht es ga...Pro:
Meisterwerk der SF, sehr nachdenklich, fast philosophisch
Kontra:
fast zu pessimistisch
Empfehlung:
Nein
Als ich in letzter Zeit mehrere gute Berichte über Klassiker des Science Fiktion Literatur gelesen habe, bekam ich auch mal wieder Lust, etwas aus diesem Bereich (erneut) zu lesen. Dazu muss ich vielleicht anmerken, dass ich im Alter zwischen 14 und 18 Jahren fast ausschließlich SF gelesen habe und somit doch über eine relativ große Sammlung verfüge.
Doch wie das wohl bei vielen Lesejunkies ist, kann auch ich nicht alle meine Bücher in meiner Wohnung unterbringen. Aber zum Glück habe ich ein großes Elternhaus, in dem meine ausgelagerte Bibliothek Platz findet. Als ich das nächste mal zu Hause war, habe ich daher meine SF-Sammlung einmal gesichtet. Vielleicht werden sich einige noch erinnern: Anfang der 80er Jahre erschien fast alles, was (nach meinem damaligen Geschmack) in der SF wichtig war auf Deutsch bei Heyne als Taschenbuch. Alle Bücher der normalen SF-Reihe hatten einen schwarzen Rücken. (Es gab noch eine spezielle Reihe "Bibliothek der Science Fiction Literatur", die einheitlich weiß war). Als ich so vor dem hohen Bücherregal stand, das komplett mit einheitlichen schwarzen Büchern bestückt ist, hat mich meine eigene Sammlung schon alleine optisch beeindruckt :-)
Also verbrachte ich einen langen Nachmittag mit Stöbern und Querlesen und habe einige Bücher mitgenommen, obwohl ich noch genügend ungelesene Bücher rumstehen habe und daher eigentlich keine Bücher zum zweitenmal lesen muß :-)
Darum werde ich in nächster Zeit wohl einige Bericht über ältere SF-Werke schreiben.
Den Anfang macht ich mit "Lobgesang auf Leibowitz" von Walter M. Miller jr., einem Roman der mich schon beim ersten Lesen sehr beeindruckt hat und im Gedächtnis hängen blieb und der auch jetzt, 20 Jahre später, nichts von seiner Faszination verloren hat.
WARNUNG: Im Gegensatz zu anderen Meinungen von mir werde ich hier etwas detaillierter auf den Inhalt eingehe und auch das Ende verraten, da ich der Meinung bin, das es hier nicht nur um einen Unterhaltungsroman geht, sondern auch versucht wird eine Art Aussage zu vermitteln und auf diese kann man nur eingehen, wenn man auch etwas tiefer auf den Inhalt eingeht. Nur für den Fall, das es Leute wie mich selbst gibt, die nicht wissen wollen, wie etwas ausgeht, das man noch selbst lesen/sehen will.
Inhaltsangabe:
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Im ersten der drei Teil dieses Romans sind wir etwa 600 Jahre nach einem Atomschlag auf der Erde. Das was von der Menschheit übrig gebliebenen ist lebt in Stämmen ohne große Ordnung oder Staatsgebilde. Weil die Wissenschaft für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurde, gab es das was die "große Vereinfachung" genannt wird. Fast alle Wissenschaftler und Gelehrten, die noch lebten, wurden getötet, alles was es an Aufzeichnungen, Schriftstücken etc. gab, wurde vernichtet. Es kann kaum jemand mehr lesen. Einer der wenigen Wissenschaftler, die sich anfangs noch retten konnten, Isaak Leibowitz, flüchtete sich zu einem katholischen Orden und erreichte dort, das das Wenige, was an Texten übrig blieb, im geheimen gesammelt und archiviert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte werden dies zusammenhanglosen Bruchstücke des ehemaligen Wissens von dem Orden, der mittlerweile den Namen Leibowitz führt, wie Reliquien verehrt. Als ein junger Novize beim Fasten in der Wüste mit Hilfe eines Pilgers einen alten Bunker entdeckt, in dem u.a. eine Blaupause und ein Einkaufszettel des Ordensgründers gefunden werden, ist dies der Auslöser für die Heiligsprechung von Leibowitz.
Der zweite Teil des Buches springt ca 600 Jahre weiter in die Zukunft. Es gibt wieder Regionalfürsten, die sich belauern und bekriegen. Aber auch der Orden des Leibowitz besteht noch und bewahrt seine alten Texte. Da sich langsam wieder ein Wissenschaft bildet, können auch einige der Bruchstücke gedeutet werden und zur Weiterentwicklung der Technicken, z.B. der Elektrizität genutzt werden. Die ersten Konflikte zwischen der weltlichen und der geistigen Welt bauen sich auf.
Der 3.Teil ist wieder 600 Jahre weiter in der Zukunft angesiedelt. Die Menschheit betreibt wieder Raumfahrt; aber die Machtblöcke stehen eigentlich genau wieder da, wo es knapp 2000 Jahre vorher zur Katastrophe kam. Der immer noch existierende Orden des Leibowitz ist für den Fall eines Krieges wieder mit der Erhaltung des Wissens und der katholischen Kirche beauftragt, wenn auch nicht mehr auf der Erde. Als es dann zum Krieg kommt, verlassen einige Mönchen auf den letzten Drücker die Erde mit einem Raumschiff. Der Roman hat quasi einen Kreis geschlossen und ist in der gleichen Situation wie an seinem Anfang angelangt.
Zum Autor und Werk
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Walter M.Miller jr ist im Gegensatz zu seinen Schriftstellerkollegen des sogenannten "golden Age" der Science Fiction Anfang Mitte der 50er und Anfang der 60er Jahre, wie z.B. Asimov, Heinlein oder Poul Anderson, das was man in der Musik ein "One hit wonder" nennen würde. Der hier besprochene Roman, dessen 3 Teile zwischen 1955 und 1957 als einzelne Kurzgeschichten in einer SF-Zeitschrift erschien, ist das einzige Werk von Bedeutung, das er jemals veröffentlicht hat. Es gibt zwar eine Art Fortsetzung dieses Buches, die er aber bei seinem Selbstmord 1996 unvollendet zurück lies und die von einem anderen Autor zu Ende geschrieben wurde. Doch diese weiß wenig zu überzeugen. Aber "Lobgesang auf Leibowitz" wurde 1960 mit dem Hugo, dem höchsten Literaturpreis für SF ausgezeichnet.
Meine Meinung
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"Lobgesang auf Leibowitz" war der erste sogenannte "Post doom"-Roman, also eine Schilderung von möglichen Zuständen nach einem Atomschlag, den ich gelesen habe; lang bevor dieses Thema z.B. durch Filme wie die Mad-Max-Serie populär wurden. Und obwohl ich ihn vor fast 30 Jahren zum erstenmal gelesen habe, ist er mir nachhaltig in Erinnerung geblieben und hat auch beim zweiten Lesen überzeugt.
Es wird in den drei Episoden der Wiederaufbau der Erde und das Aufleben der Menschheit nach einem Atomschlag geschildert. Und der Zeitraum von ca. 2000 Jahren nach dem Atomschlag, der dargestellt wird, ist letztendlich ein Spiegelbild der 2000 Jahre vor dem Atomschlag. Die Menschheit entwickelt sich wieder und macht die gleichen Fehler wie zuvor. Das diese von Miller sehr pessimistisch geschilderte Entwicklung schließlich wieder am Ausgangspunkt, der erneuten Vernichtung der Welt ankommt, ahnt man schon sehr bald.
Doch dieser pessimistische Ansatz ist vielleicht verständlicher, wenn man die Zeit betrachtet, in der dieses Buch geschrieben wurde. Ende der 50er Jahre war die Hochzeit des Kalten Krieges und die Welt stand mehrmals am Rande eines 3.Weltkrieges, der mit den neu entwickelten Vernichtungswaffen definitiv der letzte Weltkrieg für lange Zeit geworden wäre. In dem Zusammenhang vielleicht noch die Anmerkung, das man so ganz nebenbei in der Fiktion von Miller auch erkennen kann, das damals das Ausmaß eines Atomkrieges trotz aller Befürchtungen nicht abschätzbar war. Denn in der Realität wäre ein wiederaufbau, wie er ihn schildert aufgrund der Strahlenbelastung so schnell (wenn man bei 2000 Jahren von schnell reden kann) nicht möglich.
Miller war ein religiöser Mensch und daher ist es auch erklärlich, das der Katholizismus aus seiner Sicht etwas ist, was, wenn auch in einer etwas abgewandelten Form, auch nach dem "großen Schlag" weiterbesteht. Doch dies ist keine Verklärung des Glaubens, sondern der Orden, der ja letztendlich das Bindeglied der drei einzelnen Geschichten ist, ist eher in der Form des Beobachters, des Chronisten zu sehen, der zum einen in seiner Aufgabenstellung innerhalb der Handlung die Erinnerung an die Vergangenheit versucht aufrecht zu erhalten und zum anderen ist er verkörpert er die Sichtweise des Lesers auf die Handlung. Durch Handlungsfäden, wie z.B. der Einkaufliste von Leibowitz, die eigentlich eine Banalität, wie eine Reliquie verehrt wird, ist auch eine leicht ironische Distanz zur Religion vorhanden, die eine Verklärung verhindert.
Besonders fasziniert hat mich der Einsatz der Figur des "ewigen Juden". Diese seit dem Mittelalter bekannte Legende, in der Lazarus, den Jesus von den Toten aufgeweckt hat, solange auf Erden wandelt muss, bist das Ende der Welt nach christlicher Sicht naht, wird von Miller geschickt eingesetzt, um neben dem Orden des Leibowitz eine noch weiter außerhalb des Geschehens stehende Person als Beobachter in allen 3 Romanteilen zu haben.
Was eventuell ein wenig störend beim Lesen sein könnte ist der häufige Gebrauch von lateinischen Ausdrücke, die auch nicht übersetzt werden. Ich habe meine verschütteten Kenntnisse des Großen Latinums aus Schulzeiten und der katholischen Liturgie ausgegraben und kam einigermaßen zurecht. Aber es kann doch etwas irritieren.
Fazit:
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Einer der großen Science Fiktion Roman, der sowohl spannend ist als auch eine große Portion Nachdenklichkeit, wenn man es etwas pathetisch ausdrücken will, sogar philosophische Gedankengut beinhaltet. Einer der wenigen Romane des Genres der auch heute noch topaktuell ist und auch von Leuten, die sonst nichts mit SF am Hut haben, gelesen werden sollte. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Andreas68, 14.05.2002, 16:02 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Habe das Buch auch als Jugendlicher gelesen u. war änlich bewegt wie Sie!
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